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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
Camp 14: Total Control Zone
Format: DVD|Ändern
Preis:9,29 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


TOP 1000 REZENSENTam 23. September 2013
Shin Dong-hyuk wurde in einem nordkoreanischen Lager für politische Gefangene als Sohn von Insaßen geboren. Sein Vater und seine Mutter hatten sich erst im Lager kennen gelernt. Seine erste Erinnerung ist eine öffentliche Hinrichtung, da war er gerade vier Jahre alt. Er wird zwar in einer Lagerschule unterrichtet, muss aber auch regelmäßig schwer körperlich arbeiten. Es gibt immer das Gleiche zu essen: Mais, Kohl, Reis, niemals Fleisch. Die Ratten, die auf dem Lagergelände gefangen werden, dienen als willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Natürlich ist es verboten, diese zu fangen und zu essen. Eigentlich ist so gut wie alles verboten und es wird auch fast alles mit dem Tode bestraft, daher finden regelmäßig Erschießungen statt, bei denen alle Gefangenen anwesend sein müssen. In den Wohnhäusern gibt es keine Möbel, Shin ist gewohnt, auf dem Betonfußboden zu schlafen. Im Winter tut er das, indem er fast alle verfügbare Kleidung übereinander trägt, um die Kälte zu ertragen. Als Shins Bruder aus der Zementfabrik flieht und zur Mutter kommt, beschließen beide aus dem Lager zu fliehen. Shin hat gelernt, dass dies verboten ist und hat Angst für die Flucht von Mutter und Bruder bestraft zu werden. Er geht zum Lehrer und berichtet diesem von den Fluchtplänen. Am nächsten Tag wird Shin verhaftet, wird in das Lagergefängnis gebracht. Er wird immer wieder verhört, geschlagen und mit Feuer gefoltert. Nur durch die Pflege eines älteren Mithäftlings kann er schließlich überleben, aber das grausamste Erlebnis steht seinem jungen Leben noch bevor.

"Camp 14" ist ein Dokumentarfilm, der mit kargen Interviewszenen und einfach animierten Spielfilmszenen versucht, das Unsagbare greifbar zu machen. Shin Dong-hyuk konnte 2005 der Hölle des Lagers entfliehen und gelangte über China nach Südkorea. Er lebt nun in Seoul und reist für eine amerikanische Menschenrechtsorganisation aus Seattle um die Welt und erzählt aus seinem Leben. Nichts anderes tut er auch für den Dokumentarfilmer Marc Wiese, der bereits mit "Kanun - Blut für die Ehre" und "Warkids - Jung sein in Palästina" international viel beachtete Dokumentationen zum Thema Gewalt und Unterdrückung gedreht hat. Shin strengt es sichtbar an, die Erinnerungen wieder hervorzurufen, mehrmals muss er unterbrechen oder bittet darum, später weiter zu drehen. Die gezeichneten Spielfilmsequenzen, die die Erinnerungen zwischenzeitlich illustrieren, sind der Versuch, die Erzählung in das Medium des Bildes umzusetzen. Zudem erzählt Shin fast ohne sichtbare Emotionen und im immer gleichen Tonfall.
Zusätzlich werden noch zwei Täter interviewt: ein Leiter eines anderen Camps und ein ehemaliger Offizier der Geheimpolizei, die ebenfalls nach Südkorea geflohen sind. Beide machen keinen Hehl aus ihren Verbrechen. Sie erzählen von der Macht, dass sie jederzeit, ohne Folgen befürchten zu müssen Gefangene töten konnten. So wurden Frauen, mit denen Wärter geschlafen hatten und die dann schwanger wurden, meistens getötet, um die verbotene Annäherung zu vertuschen. Sie berichten von den Foltermethoden und von der seltsamen Tatsache, dass gerade an diesem Ort, wo der Tod erträglicher scheint als das Leben, die Menschen besonders starken Lebenswillen zeigten.

Der Regisseur Marc Wiese erzählt in einem aufschlussreichen Interview, das in den Extras der DVD enthalten ist, von den Schwierigkeiten, sowohl Shin Dong-hyuk als auch den ehemaligen Lagerkommandanten und den Offizier der Geheimpolizei zum Reden zu bewegen. Insbesondere Shin war kaum in der Lage, länger als 20 oder 30 Minuten zu erzählen. An einem entscheidenden Punkt der Geschichte war die emotionale Belastung so groß, dass er einfach für mehrere Tage verschwand und das ganze Projekt zu scheitern drohte. Der Offizier sagt, er habe nie von seine Taten erzählen wollen und dieses Interview sei nun auch das letzte Mal, dass er berichte.

Am Ende des Films sagt Shin Dong-hyuk, er möchte irgendwann wieder nach Nordkorea zurück, an den Ort, wo das Lager ist. Dort sei er geboren, das sei seine Heimat. Er hätte damals auch nicht fliehen wollen, weil er die Freiheit suchte, denn er habe ja gar nicht gewusst, was das sein soll: Freiheit. Er sei geflohen, weil er einmal zuvor Hühnerflesich gekostet habe und von da an nur noch den Wunsch hatte, irgendwann einmal so viel Hühnerfleisch zu essen, bis er satt sei. „Am meisten vermisse ich mein unschuldiges Herz“, sagt er dann noch zum Schluss. Er sei im Lager völlig unschuldig gewesen, dies hätte er aber nun für immer verloren, seitdem er weiß, dass es auch eine ganz andere Welt als das Lager gibt.

Ein aufwühlendes und anstrengendes Filmerlebnis, dass den Betrachter lange nicht mehr loslässt und viel Aufmerksamkeit verlangt. Sehr sehenswert!
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am 16. Januar 2015
Eine sehr gute Doku! Ich muss allerdings sagen das ich zwischendurch Schwierigkeiten hatte dabei zu bleiben, weil doch sehr viele Pausen mittendrin sind. Trotzdem klare Empfehlung, guckt und entscheidet selber....
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am 8. März 2014
Dieser Film hat mich aufgerüttelt. Warum beschäftigen wir uns eigentlich mit den schrecklichen Vorkommnissen in der Geschichte, wenn in unserer Gegenwart dieser Horror in Nordkorea geduldet wird. Warum tut die Welt nichts, um dieses Regime zu beseitigen? Wir sind heute genauso gleichgültig wie die Menschen in der Nazizeit, die ebenso gelassen den Naziterror hingenommen haben. Wir sind keinen Deut besser: Ich glaube, es hat gar keinen Sinn mehr sich mit Geschichte zu beschäftigen (ich bin Geschichtslehrer), solange wir in unserer Gegenwart nichts verändern. Ich bin sehr traurig und weiß, dass dieses Gefühl nicht die Welt verändern wird. Wir alle sind zu feige. (Der Film sollte erst ab 16 freigegeben sein, er ist ja sogar für Erwachsene sehr hart! Jedenfalls die "Authentische Aufnahme eines Polizeiverhörs"! Ich bin erschüttert.)
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am 9. August 2017
Es hat mich Überwindung gekostet, den Film zu leihen und anzusehen. Aber ich wollte unbedingt erfahren, was in diesem streng abgeschirmten Nordkorea in den Camps geschieht. Letztendlich bin ich erschüttert und verstört von den Schilderungen und zornig über ein Menschen verachtendes Regime. Ich persönlich empfehle: nur gut gestimmt und mit einem gerüttelt Maß seelischer Robustheit anschauen.
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am 27. Oktober 2017
Beeindruckende Dokumentation über die Todeslager des nordkoreanischen Regimes. Hier berichten Opfer und Täter, die das Land verlassen konnten, aus erster Hand von einer albtraumhaften Welt, die den Konzentrationslagern Nazideutschlands ähnelt. Schwangere Frauen und Kinder werden hier grauenhaft gefoltert und getötet. Hundertausende von Menschen werden in diesen Gulags gequält. Der Rest der Welt sieht tatenlos zu. Niederschmetternd!
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am 1. September 2013
Der Film thematisiert das Leben des 31-jährigen Shin im Camp 14, dem nordkoreanischen Arbeitslager, in dem er geboren wurde und aus dem er später flüchten konnte. In Interviews berichtet er Details aus dem ,,ganz normalen'' Alltag, wie z.B. öffentliche Hinrichtungen und Folter, anschließend auch über seine Flucht.
Da ein Dreh in diesem abgeschotteten Land unmöglich ist, werden seine Berichte von tristen und grautönigen Animationen begleitet.
An Shins Erzählweise mit langen Pausen und an seinem leeren Blick erkennt man das Trauma, das bei ihm durch das Leben im Lager ausgelöst wurde.
Der Zuschauer begleitet Shin ausserdem auf einer Reise in einige Länder, in denen er bei verschiedenen Veranstaltungen die Menschen über die Situtaion in Nordkorea informieren will.

Weiter werden zwei ehemalige Lagerkommandanten abwechselnd interviewt, die sich nicht scheuen, über ihren Alltag im Lager und die menschenverachtende Behandlung der Lagerinsassen zu berichten. Es geht also weniger um das Leben in Nordkorea sondern vielmehr nur im die Situation in den Arbeitslagern. Ausserdem bekommt man einige wenige Amateuraufnahmen aus Nordkorea zu sehen, wie z.B. einem polizeilichen Verhör, einem großen Markt oder eine kurze Aufnahme aus dem Inneren eines Arbeitslagers.

Der Film ist gut gemacht und sehr informativ. Er liefert erschreckende Details von Zuständen, die man nur aus Berichten der Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg kennt und gehofft hatte, dass diese der Vergangenheit angehören. Da ich jedoch bereits sehr viel über Nordkorea gelesen habe, unter anderem auch das Buch ,,Lasst mich eure Stimme sein'', (einem Tatsachenbericht eines weiblichen Häftlings, der sechs Jahre in einem nordkoreanischen Arbeitslager inhaftiert war) habe ich nicht sehr viel neues erfahren. Wer hingegen noch nicht besonders viel über dieses Thema weiss, dem ist der Film sehr zu empfehlen, vor allem auch um zu merken wie gut wir es hier in Deutschland haben und wir z.B. nicht umgebracht werden, wenn wir vor lauter Hunger fünf Weizenkörner in die Hosentasche schieben.
Sehr interessant und aber auch neu für mich waren vor allem die Interviews mit den beiden Lagerkommandanten. Nebenbei ist das Bild sehr gut (kann aber auch an der Hochskalierung durch den Blu Ray Player liegen), ebenso der Ton. Manches wird übersetzt, manches muss über Untertitel mitgelesen werden.

Fazit: Wirklich sehenswert aber auch ernüchternd. Das einzige, was mich etwas gestört hat, waren zwischendurch die Szenen, in denen nicht gesprochen wird, z.B. solche, wo man Shin auf Reisen sieht. Diese bestehen im Endeffekt nur aus Bildern und ziehen die Doku, dadurch dass an diesen Stellen nicht berichtet wird, etwas in die Länge. Allerdings kann das auch beabsichtigt sein, um dem Zuschauer kurz Zeit zu lassen, diese harten Fakten zu verarbeiten. Ich würde eigentlich dafür nur nen halben Stern abziehen, leider ist dies nicht möglich, deswegen ein Ganzer.
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am 6. März 2014
Mich beschäftigte zuerst die Frage, warum wollte Shin Dong Hyuk wieder zurück nach Nordkorea ? Ganz objektiv gesehen: er lebte dort ohne jegliche Verantwortung, reinen Herzens und alles was in seinem Leben wichtig war, waren keine Fehler zu machen und Schmerzen auszuhalten. Man könnte sich auch fragen, warum bombadiert sich ein Attentäter in die Luft, warum gibt es soviele Kriege ? Warum gibt es in Seoul mehr Selbstmorde als in Camp 14. Unser Gehirn hat nun mal die Fähigkeit sich der Umgebung anzupassen und dem alles unterzuordnen. Unser Roboter im Kopf funktioniert anders als unser Bauch. Die nächste Frage wäre, weshalb wehrt sich das Volk nicht ? Ich denke, es fehlt dem Menschen dort an Individualismus und vorallem an Informationen. Es wird in dem Land doch nur gepredigt, dass der böse Feind dich holt. So wie man uns früher weismachen wollte, dass es einen Teufel gibt. Und was der fettgefressene Kim Jong sagt, ist Gesetz. Doch jeder Mensch hat irgendwo eine Moral und Shin Dong Hyuk sagt auch einmal, er fürchtet sich davor, dass Nordkorea befreit wird. Denn dann wird es heissen, sie haben meine Mutter, meinen Vater, meine Kinder und Freunde umgebracht !
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am 22. Juni 2014
wie heutzutage noch mit Menschen umgegangen wird. In dieser Dokumentation wird ein großer Teil des Grauens erkennbar, dem die Insassen in sogenannten Straflagern ausgesetzt sind. Straflager bedeutet lebenslange Haft und so ist Shin einer der wenigen Menschen, die über die Geschehnisse berichten können. In dieser Dokumentation wird der junge Koreaner Shin Dong-hyuk, der in einem der Straflager geboren wurde und 20 Jahre lang dort lebte, durch seinen Alltag aber auch bei Auftritten begleitet. Neben Shin werden auch ehemalige Lageraufseher interviewt, die über ihre Zeit im Lager berichten. Die Willkür, Gewalt und Erbarmungslosigkeit die die Gefangenen durch die Aufseher erleiden müssen sind für Menschen, die nie solchen Qualen ausgesetzt waren generell unbegreiflich. Szenen aus dem Lager an die sich Shin erinnert werden durch Zeichentrick ähnliche Einspieler dargestellt.
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am 8. April 2015
Wer etwas über die Nordkoreanischen Straflager erfahren will, sollte sich diese Dokumentation ansehen. Die beklemmenden Schilderungen des Hauptdarstellers machen nachdenklich. Besonders die Aussage, dass Niemand im Lager je den Gedanken hatte, sich das Leben zu nehmen. Alle wollen leben. Im heutigen Südkorea sieht die Situation dagegen ganz anders aus...
Ein Punkt Abzug für die streckenweise Langatmigkeit.
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am 23. April 2015
Auf die Ausstrahlung dieses Filmes bin ich zufällig auf ARTE gestoßen war und war zu tief erschüttert.
Die von Shin Dong-Hyuk geschilderten Verhältnisse im Camp, in die er hineingeboren wurde, sind unfassbar. Man möchte aufschreien, wird an die Konzentrationslager im Dritten Reich erinnert und ist fassungslos. Eine Sicht hinter die Kulisse Nordkoreas war mir in dieser Form bislang nicht bewusst und beschäftigt mich nun sehr. In Shin Dong-hyuk bleibt ein völlig gebrochener Mensch zurück, der nie die Chance hatte, ein unbeschwertes, freies und menschenwürdiges Leben überhaupt kennen zu lernen und stelle mir seine Situation auch heute in Freiheit ungeheuer schwer vor. Absolut schockierend sind zudem die Aussagen der ehemaligen Wärter des Camps, die in einer brutalen Offenheit über ihre Greultaten im Umgang mit den Campinsassen berichteten. Völlig verständnislos stellt man sich die Frage, was einen Menschen dazu bringt, solche abartigen und perversen Bösartigkeiten an anderen Menschen und Kindern zu vollbringen. Bei weiteren Überlegungen zu der Situation in Nordkorea glaube ich, dass sich das Volk aus eigener Kraft und Willen, als Einheit aus diesem Zustand befreien muss, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
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