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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
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am 21. Januar 2017
Ich tippe und lösche und beginne von neuem und lösche wieder das Geschriebene........weil es mir unwahrscheinlich schwer fällt diesen, von Beginn an düsteren, ganz anders anmuteden Thriller zu beschreiben.
Erst einmal fällt von Beginn an auf, das dieser Film aus dem Rahmen fällt. Gott sei Dank, kann ich da nur sagen.
Das Setting hat etwas magisches, die Kameraführung ist besonders und die Schauspieler leben ihre Rollen (was dem Film eine ganz besondere Intensität verleiht).
Das sind schon vorab drei nicht unerheblich wichtige Komponente, um einen Film zu einem besonderen Film zu machen, der nachklingt, der mehrmals angeschaut werden mag. "Stoker" hat da schon etwas hypnotisierendes :-)

India Stoker fällt alleine durch ihr eigensinniges Erscheinungsbild aus dem Rahmen. Sie kleidet sich (für viele ihres Alters) sonderbar, ist eine herausragende Schülerin ohne Freunde und sie ist überhaupt nicht bestrebt, etwas daran zu ändern was schon auf einen sehr starken Charakter schließen läßt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das den Film großartig bestimmt.
Mit ihrer Mutter Evelyn (hervorragend von Nicole Kidman verkörpert) hat sie weder etwas gemein, noch hegt sie Interesse an ihr. Weder als Erziehungsberechtigte noch als Person.
India vermißt vielmehr schmerzlichst ihren Vater, der bei einem Autounfall um's Leben kam und scheint untröstlich ob diesen bitteren Verlustes.
Und Evelyn Stoker scheint dem Alkohol mehr zugetan als ihrer Tochter. Was man in Anbetracht der Tatsache, das sie ihren Mann vor kurzem verloren hat, ein klein wenig nachvollziehen kann.
Das Leben beider Frauen läuft eher nebeneinander her, als das es familiäre Züge aufweisen könnte und beide haben sich mit der unüberwindbaren Kluft abgefunden.
Bis das Onkel Charlie in's Spiel kommt und es zwischen Mutter und Tochter zu spürbaren Spannungen kommt.

Schnell merken wir als Zuschauer, das Onkel Charlie etwas im Schilde führt. Doch wie meine Rezi-Überschrift schon kundtut:
"Das habe ich wirklich nicht so kommen sehen!", so fischte ich gedanklich im Trüben, während die Story ruhig, aber bestimmt mich immer tiefer in die familiären Zerwürfnisse zog. Ich hatte die Befürchtung, das der Film eine böse Auflösung bereit hält, aber auch ich wurde hier von manch' bösartiger Handlung kalt erwischt. Und solche Twist's machen gute Filme aus!

Eine klare Kaufempfehlung für Freunde des etwas anderen Filmgeschmacks.
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am 4. Oktober 2016
Bewegen wir uns doch mal von dem Phänomen fort, dass Filme von gehypten Regisseuren schon bald zwanghaft auf einen hohen Sockel gehoben gehören.
Stoker überlässt uns einem Setting, in dem an sich alles stimmig ist, ganz dem Irrglauben, er bewege sich in einen ausgefuchsten Suspensebereich, es passiere etwas „psychologisches“ oder gar leicht Übersinnliches. Doch der Film schreitet voran, die drei Antagonisten entwickeln sich leidlich und es beginnt - nichts. Gelungen gerät die Tante Gwendolyn, die ihren Ekel im Hotelzimmer, vor Haaren, ungepflegten Decken und umfassender Geschmacklosigkeit so wunderbar transportiert und so glaubhaft wiederspiegelt, dass es schon schade ist, als sie dahingemeuchelt wird. Was steckt hinter der Beziehung zwischen Mrs. McGarrick und Onkel Charlie und warum zum Teufel gerät die Geschichte so unnötig in die ratlose und offensive Sexualität einer an sich komplett verklemmten Storyline? Und welcher Turn ist dabei platter? Die Klavierszene oder der Auftritt unter der Brause? In jedem Fall sind diese beiden Ausflüge nicht anders als dünn und unsensibel anzusehen; sie passen nicht in das überwiegend unterschwellig gehaltene Konstrukt, sind zu direkt obwohl auch wunderbar distanzlos. Fingerspitzengefühl und ein gerütteltes Maß an Einfühlungsvermögen in die Figuren hätten für eine ganz andere und sensiblere Einbindung gesorgt. Wenn schon.

Am Ende endlich und offensichtlich vollkommen an den Haaren herbeigezogen, eruptiert unsere mitunter stocksteif gespielte India etwas unmotiviert in einem Gewaltexzess und hier nun lassen sich auch Einblicke in so etwas wie ein Seelenleben gewinnen. „Ja“, könnte man zu dieser Szene sagen, „die ist halt irre“ und wer so irre ist, muss sich nicht erklären (lassen). Doch bitte sehr, so irre ist sie dann wohl doch nicht. Zumal die als hochintelligent angelegte junge Landpomeranze doch trotz ihrer geistigen Abgekehrtheit absehen können müsste, dass sie sich aus dieser Nummer, aus diesem Mord kaum herauswinden wird. Selbst dem Zuschauer des dürren Geschehens ist klar, ihre Spuren sind leicht verfolgbar.

Die Ausstattung ist angemessen düster und trist, die handelnden Figuren sind mit ausreichend guten (Kidman) bis sehr guten Schauspielern (Weaver, Goode) besetzt und auch handwerklich ist an diesem Film kein Grat zu finden, an dem man sich wund kratzen könnte. Der Plot hingegen ist so leer und hohl, so leblos und weltentrückt, dass ich bis zum Ende gegen den Impuls ankämpfen musste, den Film nicht vorzeitig zu beenden. Etwas mehr Drive innerhalb der Story, damit ein zumindest dünner roter Faden zu erkennen ist, etwas weniger Unerschütterlichkeit der Figuren und der Film könnte mit den gegebenen Mitteln eventuell doch noch funktionieren.

Nach Mr. und Mrs. Venegeance und dem sagenhaften Oldboy in ein solch kreatives Loch zu fallen, ist eigentlich schon wieder als eine Kunstform anzusehen die auch Wim Wenders seit dem Himmel über Berlin oder besser noch seit Paris, Texas virtuos bespielt. Wenn es denn beabsichtigt wäre.

Doch wenn du gehypt wirst, sogar einen Oscar zugedacht bekommen hast, dann sucht das Kritikertum verzweifelt nach etwas Künstlerischem, nach etwas Verstecktem, Wunderbaren. Denn so einer wie Chan-Wook Park (oder Wenders) kann ja wohl nicht danebenliegen. Doch meine Damen und Herren Kritiker von epd und Filmdienst, das gibt es ab und zu nur in ihrer vielleicht von Hörigkeit vernebeltem Fantasie. Wo nichts ist, ist das was sie zu sehen glauben, eben nur Einbildung!
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am 6. September 2013
Stoker ist das US-Debüt des südkoreanischen Regisseurs und Perfektionisten Park Chan-Wook (Oldboy, Joinnt Security Area, I'm a Cyborg) mit Nicole Kidman, Mia Wasikowska und Matthew Goode in den Hauptrollen.

Dabei geht es um India Stoker (Mia Wasikowska), welche an ihrem 18. Geburtstag ihren Vater Richard Stoker bei einem schweren Unfall verliert. Einige Zeit später lernt sie ihren Onkel Charlie (Matthew Goode) kennen, der nicht nur eine mysteriöse Vergangenheit zu haben scheint, sondern India zunehmend zu sich zieht. Als sie in den Keller geht und die Gefriertruhe öffnet, offenbaren sich Charlies grausame Tätigkeiten ...

Von Anfang an ist der Film eine einzige inszenatorische Augenweide mit einigen der besten Szenenübergänge, die ich bisher gesehen habe, zunehmend entfalltet Park Chan Wook und sein Kameramann einen stark elektrisierenden Sog an Szenen der speziellen Art (die Bleistiftszene, das Bürsten der Haare der Mutter, die Schulszenen u.w.)

Dabei entscheiden sich Wook und sein Drehbuchautor Wentworth Miller den Bildern eine mystisch, mythische Inszenierung zu verpassen umso der grandiosen Kulisse und Story gerecht zu werden, was auch schon Wook's Oldboy und Joint Security Area auszeichnete. Man bekommt eine ruhig erzählte Geschichte, die unter anderem auch von ihren ins Detail gezeichneten Charakteren getragen wird.

Besonders die Figur "India Stoker" wird von Mia Wasikowska super umgesetzt! India ist geheimnisvoll, ihre Präsenz beängstigend und unterkühlt. In den Szenen, wo die Kamera auf Wasikowska's Gesicht draufhält, entsteht eine intensive Spannung zum Zuschauer, ohne dabei ein Wort von ihr zu hören.

Generell stützt die gesamte Cinematographie den Film, von der Musik und Kulisse bis hin zum Schnitt mit ihren tollen Übergängen und Kostümen, und besonders die Kamera, die die Bilder einfängt, macht hier eine nahezu perfekte Inszenierung aus.

Stoker ist ein wahrer Park Chan-Wook Film, jeder Szene merkt man seine Stilsicherheit und krankhafte Perfektion an und übetrumpft das US-Debüt seines Kollegens Kim Jee Woon (The Last Stand) schon im Ansatz.

"Ich liebe dich Richard, nur muss ich dich jetzt ein bisschen weniger lieben."

Zur technischen Seite der BD:

Video
Codec: MPEG-4 AVC (33.50 Mbps)
Resolution: 1080p
Aspect ratio: 2.40:1
Original aspect ratio: 2.39:1

Audio
English: DTS-HD Master Audio 5.1 (48kHz, 24-bit)
French: DTS 5.1
German: DTS 5.1
Italian: DTS 5.1
Japanese: DTS 5.1
Russian: DTS 5.1
Spanish: DTS 5.1 (less)

Subtitles
English SDH, French, Spanish, Japanese, German, Italian, Danish, Dutch, Estonian, Finnish, Korean, Latvian, Lithuanian, Norwegian, Russian, Swedish, Ukrainian

Extras
Deleted Scenes
Stoker: A Filmmaker's Journey
Stills Galleries
Red Carpet Premiere
Theatrical Behind the Scenes Featurettes:
Mysterious Characters, Director's Vision.
Creating the Music and More!
Trailers and TV Spots

Die Blu-ray ist region-free und hierzulande erscheint der Film erst am 20. September diesen Jahres.
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am 28. Januar 2017
Leider ist der Film eine komplette Zeitverschwendung...zähe Handlung, hölzerne Darbietungen...selbst von Kidman (aber vielleicht lag das am Botox?!). Die positiven Kritiken im Netz verstehe ich einfach nicht, angeblich wäre da eine Hitchcock Erzählweise zu erkennen..sorry, die bleibt komplett aus. Ich bin weiß Gott nicht knauserig, aber schade um 3,99€ Leihgebühr - hier wäre tatsächlich eher eine Aufwandsentschädigung angebracht. Lieber nochmal "The Others" schauen oder gleich einen echten Hitchcock!
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am 14. Oktober 2014
Ich habe mich sehr auf Stoker gefreut, ich mag Nicole Kidman gerne, finde Matthew Goode spannend, Mia Wasikowska vielversprechend, doch nach einer gewissen Zeit wollte ich weiterzappen ... irgendetwas fehlte. Jeder reagiert anders auf Filme, aber bei mir war es vermutlich wirklich dieser Bilderrausch, innerhalb dessen die Hauptakteure wie Einzelfiguren gesetzt sind, anders kann man das kaum beschreiben. Vielleicht passiert so etwas, wenn man sich als Regisseur zu sehr in Symbolen, Zitaten und Kulissen aufhält.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. September 2013
„So wie sich eine Blume ihre Farbe nicht auswählt, sind wir nicht verantwortlich für das, was aus uns wird.“. Mit diesem scheinbar bedeutungsvollen von India Stoker gesprochenen Satz beginnt der Film, der das Regiedebut des koreanischen Kultregisseurs Park Chan-wook für Hollywood ist. Mit dieser Eingangssequenz bekommt der Zuschauer bereits zwei Stärken von STOKER geboten: ausgezeichnete Monologe/Dialoge und eine überzeugende Kameraarbeit.

Bezogen auf den Erzählstil wird STOKER in zwei Teilen gezeigt. Im ersten Teil wird die Familie Stoker vorgestellt. India (Mia Wasikowska) ist die Tochter von Richard und Evelyn Stoker (Nicole Kidman). Sie liebt ihren Vater über alles, während das Mutter-Tochter-Verhältnis nicht das Beste ist. Als ausgerechnet an ihrem 18. Geburtstag ihr Vater tödlich verunglückt, fällt sie in ein tiefes seelisches Loch. Auf der Beerdigung taucht plötzlich und unerwartet Charlie (Matthew Goode), der jüngere Bruder von Richard auf. Er ist aus Europa zurückgekehrt und wird für unbestimmte Zeit im großen Anwesen der Familie leben.
Diese Phase wird ruhig und langsam erzählt, so dass der Zuschauer jeden Charakter sehr gut vorgestellt bekommt. Evelyn macht eher einen psychisch labilen Eindruck. Sie trauert nicht sonderlich um ihren Mann, denn bereits nach kurzer Zeit macht sie Charlie schöne Augen. Charlie scheint sich eher für India zu interessieren, der er zu jedem Geburtstag immer Schuhe mit dem gleichen Muster geschenkt hat. Dennoch scheint er einer Liaison mit Evelyn nicht abgeneigt zu sein. India ist die Geheimnisvolle und Unnahbare. Sie steckt voller Trauer, Misstrauen und mag keinen Körperkontakt.
Auch wenn diese Phase sich scheinbar in die Länge zieht, ist sie weder langweilig noch uninteressant, denn der Zuschauer bekommt vielfach exzellente Bilder zu sehen, die die jeweilige Atmosphäre perfekt einfängt. Ebenso sind die Dialoge passend, wodurch die Charaktere noch besser gezeichnet werden. Auch erhält der Zuschauer schon mehrere Hinweise, dass Charlie’s Rückkehr alles andere als ein Zufall ist. Das spürt auch India. Erst recht, als sie im Keller eine grausige Entdeckung macht.

Beendet wird die erste Hälfte mit einer Duschszene, die es in sich hat und anfänglich an Hitchcock‘s PSYCHO erinnert. Diese ist sicherlich eine der besten Szenen in STOKER. Diese Szene, immer wieder unterbrochen durch Rückblenden der kurz vorher geschehenen Ereignisse und passende Musik erzeugen eine nahezu atemraubende Stimmung. Das ist gleichzeitig der Auftakt einer immer spannender erzählten Geschichte, die von nun an in hohem Tempo weitererzählt wird.

STOKER versteht es den Zuschauer bestens zu unterhalten. Nebst der genialen Regie- und Kameraarbeit überzeugen auch die Schauspieler, insbesondere Matthew Goode und Mia Wasikowska. Am perfektesten spielt Mattew Goode seine Rolle, der er richtig Leben gibt. Vor allem seine Gesichtsmimik ist genial.

Spaß macht auch, dass Park Chan-wook in ein einigen Szenen mit dem Zuschauer spielt, der sich anschließend fragt, ob das Gesehene stattfand oder nur eine Einbildung eines Charakters war oder was wirklich geschehen ist.

Am Ende, als das Familiengeheimnis gelüftet ist, dreht der Film noch einmal richtig auf und der Kreis schließt sich, denn er kehrt zur Eingangssequenz zurück. Jetzt erfährt man auch den eigentlichen Sinn des Satzes, den India am Anfang gesprochen hat. Äußerst makaber, aber passend zu einem genialen Film.
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TOP 500 REZENSENTam 24. Juni 2013
Ein Thriller, in dessen Mittelpunkt die gefährlich enge Beziehung zwischen einem jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein und seinem zwielichtigen Onkel Charlie steht - halt, war da nicht was?
Richtig, Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels" lässt deutlich grüßen in Park Chan-Wooks "Stoker - Die Unschuld endet" und neben der personellen Grundkonstellation gibt es auch noch diverse andere Anleihen beim Master of suspense:
Das Frigiditätsthema aus "Marnie", eine Duschszene à la "Psycho", ein mehrbödiges Spiel mit Identitäten, Persönlichkeiten und Realitäten wie in "Vertigo" -
ja, Chan-Wook bedient sich wirklich freigiebig bei seinem Vorbild Hitchcock und hat dennoch einen ganz eigenen, überaus fesselnden und stilvollen Psycho-Thriller geschaffen.

Richard Stoker ist tödlich verunglückt.
Auf seiner Beerdigung taucht unerwartet sein jüngerer Bruder Charlie (Matthew Goode) auf, der viele Jahre lang in Europa gelebt hat, und nistet sich bei Witwe Evelyn (Nicole Kidman) und der achtzehnjährigen Halbwaise India (Mia Wasikowska) in ihrem abgelegenen Landhaus ein.
Eine seltsame Wohngemeinschaft voll unterschwelliger sexueller Spannung entwickelt sich zwischen dem geheimnisumwitterten Eindringling und den beiden Frauen.
Evelyn findet rasch Gefallen an dem jüngeren Mann, aber auch die verschlossene India, die aus der Ferne schon immer ein wenig für den fremden Onkel, der ihr zu jedem Geburtstag ein Paket geschickt hat, geschwärmt hat, und die sonst jeglichen körperlichen Kontakt vermeidet, zeigt ein mehr als nur verwandtschaftliches Interesse an dem Onkel, zu dem sie seit jeher eine seltsame Verbundenheit spürt, und beäugt die sich anbahnende Beziehung zwischen Evelyn und Charlie voller Misstrauen...

Viel mehr soll hier zum Inhalt auch gar nicht verraten werden (schade genug, daß schon der Trailer eine ganze Menge vorwegnimmt; wenn Sie diesen noch nicht kennen sollten, empfehle ich, ihn vor dem Sehen des Filmes auch nicht anzuschauen), wenngleich dies eine ausführliche Rezension natürlich erschwert.
Wer ein Problem mit symbolträchtigen Bildern, teilweise recht explizit dargestellter Gewalt und einem Drehbuch, welches sich traut, auch am Ende einige Fragen offen zu lassen, hat, der dürfte mit "Stoker" womöglich nicht ganz glücklich werden.
Alle anderen jedoch erwartet hier ein wunderschön fotografierter, geradezu albtraumhafter Thriller, der mich von der ersten Szene an in seinen Bann gezogen hat.
Dabei ist die Geschichte eigentlich in keiner Weise wirklich "neu":
Ein junges Mädchen auf dem Weg zur Frau, das, wie wir in diversen Rückblenden erfahren, seit jeher eine starke Bindung zu seinem Vater hatte, während die Beziehung zur Mutter offenbar schon immer problematisch war, ein geheimnisvoller Eindringling, an dem Mutter und Tochter gleichermaßen Interesse entwickeln, eine Kleinstadtatmosphäre voller Klatsch und Tratsch, in der jeder jeden kennt oder zumindest zu kennen glaubt, eine sich unerbittlich schneller drehende Spirale von Spannung und Gewalt - natürlich hat man das alles irgendwo schon mal gesehen, aber selten so stimmungsvoll, bildgewaltig und symbolträchtig wie hier.
Einige Szenen wie die kaum merkliche Überblendung von Nicole Kidmans Haar in ein Weizenfeld oder das in Großaufnahme gezeigte Anspitzen eines blutigen Bleistiftes sind schlichtweg großartig gemacht und haben sich mir spontan ins Gedächtnis gebrannt, es gibt ungewöhnliche Perspektiven und Bildkadrierungen in bester Noir-Manier und zu all dem ertönt ein sehr stimmungsvoller Soundtrack von Clint Mansell, der unter anderem schon für Darren Aronofskys "The Fountain" einen ebenso schönen wie ungewöhnlichen Soundtrack geschrieben hat und hier Eigenkompositionen mit einigen älteren Stücken wie "Summer Wine" von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra effektvoll verbindet.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei Mia Wasikowska als India, die ihre deutlich leinwanderfahrenere Filmmutter Nicole Kidman problemlos an die Wand spielt und sich ein spannungsgeladenes Psychoduell mit Filmonkel Matthew Goode liefert.
Obwohl weder eine blendende Schönheit noch eine schon auf den ersten Blick besonders wandlungsfähige Darstellerin, hat Mia Wasikowska mich in den letzten Jahren immer wieder aufs neue verblüfft, sei es als Charlotte Brontës "Jane Eyre", als todkranke Krebspatientin in "Restless" oder eben hier als undurchsichtige junge Frau, die einen atemberaubenden Wandel von der verhuschten Jugendlichen mit Zügen eines Vaterkomplexes zur gefährlich-faszinierenden femme fatale hinlegt.
Diesen Wandel bebildert Chan-Wook auf eine Weise, die symbolschwangerer kaum sein könnte und trotz ihrer teilweise schon etwas plakativen Deutlichkeit ihre Wirkung nicht verfehlt:
So sehen wir India sitzend auf ihrem Jungmädchenbett, umringt von den vielen Paketen, die ihr Onkel Charlie ihr aus der Ferne zu jedem ihrer Geburtstage geschickt hat und die jedes Mal Schuhe (!) enthielten, eine Auseinandersetzung auf dem Schulhof, bei der sie sich mit einem eigentlich doch so unschuldig wirkenden Gegenstand wie einem Bleistift unerwartet aggressiv zur Wehr setzt, eine Annäherung zwischen ihr und einem Klassenkameraden auf einem nächtlichen Spielplatz (!) und schließlich den endgültigen auch äußerlichen Wandel vom jungen Mädchen zur Frau, wenn Charlie ihr ihre flachen Schnürschuhe aus- und stattdessen ein Paar rote (!) Krokodilleder-Louboutins anzieht.
Mit der letzten Szene schlägt Chan-Wook schließlich den Bogen zurück zum ersten Bild des Filmes - ein Stilmittel, welches ich, wenn es denn gut gemacht ist, immer wieder sehr gerne mag und welches mich aus einem der am schönsten anzusehenden und sogartigsten Psychothriller entlassen hat, die ich in letzter Zeit gesehen habe.
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am 3. Oktober 2015
Tolle Bildkompositionen, außergewöhnliche Kameraführungen, die wirklich 5 Sterne wert sind! Aber in der Gesamtbewertung Abzüge wegen Vorhersehbarkeit und nicht ganz gelungenem Spannungsbogen. Schauspielerische Leistungen aber sehr gut. Düstere Dreiecksgeschichte, die man sich aufgrund der tollen Kameraeinstellungen auch mehrmals anschauen kann. Eben mehr Kunst als Thriller...
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Oktober 2013
Fans von Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels" sollten mal einen Blick auf "Stoker" wagen, der ersten internationalen Produktion (USA, Großbritannien) des Südkoreaners Park Chan Wook, der mit "Old Boy", "Lady Vengeance", "Sympathy for Mr. Vengeance" oder "I'm a Cyborg, but thats ok" allesamt Spitzenfilme des letzten Kinojahrzehnts schuf. Und auch mit "Stoker" trifft er bei mir voll ins Schwarze - der mysteriöse Streifen ist poetisch und immer wieder schimmert der Thriller durch. Denn möglicherweise kommt das Böse in die Stadt in der Gestalt von Onkel Charlie (Matthew Goode), der nach vielen Jahren Weltreisen zur Beerdigung seines älteren Bruders wieder im Familienkreis auftaucht. Ich liebe Filme, in denen ein Onkel Charlie mit einem schrecklichen Geheimnis wieder im Kreis der Lieben auftaucht. Und was mit Joseph Cotten und Teresa Wright funktionierte, klappt auch hier bestens. Matthew Goode wirkt charismatisch, aber vor allem der jungen Mia Wasikowska ist es zu verdanken, dass sich "Stoker" ein kleines Filmjuwel nennen kann.
Dieser Onkel Charlie hat Geheimnisse, aber auch Töchterchen India (Mia Waskikowska9 ist schwer durchschaubar. Das stille Mädchen ist Klassenbeste und wird eigentlich von den Jungs auf dem College (Lucas Will/Alden Ehrenreich) begehrt, doch sie gilt als nicht berührbar und unnahbar. Den toten Vater hat das Mädchen geliebt, gemeinsam gingen sie immer zur Jagd. Aussen vor stand immer die Mutter Evelyn (Nicole Kidman), die ständig mit der Tochter in Konflikten steht. Pltözlich taucht auch Tante Gin (Jacki Weaver) auf, doch die verschwindet auch bald wieder. Überhaupt ist sie nicht die einzige, die einfach so verschwindet...
Mit grandiosen poetischen Bildern von Chung Chung-hoon ist dieser Film für mich eines der besten Werke dieses Kinojahres. Die Story mündet immer wieder in andere Richtungen, einerseits ist es ein Thriller, dann tauchen zunehmend Horror- und Mysteryelemente auf, auch die neue Dreiecksbeziehung im opulenten Anwesen der Stokers ist von einigen Interesse. Nach und nach erst erfährt der Zuschauer mehr von der Anziehung zwischen Onkel und Nichte. Doch am Ende bleibt das Mysterium und die subversiven Elemente wüten weiter.
Ein Spitzenfilm...
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am 24. Februar 2017
Park Chan-Wook ist wiklich ein Meister der Kameraführung: Tolle Bilder und Szenen. Wie bei Quentin Tarrantino kommt er oft ohne viel Schnitte zurecht. Ich mag diesen Stil. Irgendwie scheinen alle Protagonisten in dieser Story mit irgendetwas belastet zu sein und man rätselt fieberhaft mit, was denn da soviel Unmut und Trübsal verursacht. Auch bei diesem Park Chan-Wook- Film gibt es am Ende nicht nur einen, sondern mehrere Thrill-Effekte und das Mysterium welches in der Vergangenheit liegt wird gelöst. Wer knallharte Action oder Horror in diesem Mystery-Film erwartet ist hier wohl falsch. Wer aber dunkles Ambiente mag mit einer Prise Melancholie wird diesen Mystery-Thriller lieben. Zartbesaitet sollte man trotzdem nicht sein. Wie in anderen Park Chan-Wook-Filmen wirds auch hier ziemlich Brutal und Grausam. Klare Kaufempfehlung für Genreliebhaber und Kenner des Regisseurs. Nicole Kidman spielt übrigens wieder mal eine sehr kühl wirkende Dame und ich finde sie, aber auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache gut.
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