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Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
3
3,0 von 5 Sternen
Götterdämmerung (Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin)
Format: Audio CD|Ändern
Preis:39,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 5. Dezember 2013
Der Anfang ist vielversprechend: Zart einsetzendes Orchester, die Schlussakkord-Folge herübergerettet und um einen Halbton erniedrigt aus „Siegfried“. Schön singen die drei Nornen, herausragend Jacquelyn Wagner im Sopran. Da legt man sich schon mal entspannt zurück und freut sich auf die nächsten vier Stunden.
Zu früh und weit gefehlt! Brutal kommt das morgendliche Felsen-Duett von Brünnhilde (Petra Lang) und Siegfried (Lance Ryan) daher. Nach nur wenigen Takten greift man zur Fernbedienung und reduziert die Lautstärke. Unwohlsein setzt ein verbunden mit dem Impuls, sofort auszuschalten. Ryan und Lang sind absolut indiskutabel. Das ist ein endloses Glissando um die richtigen Töne herum, die dann auch mal satt verfehlt werden. Zu laut gesungen von beiden, gegrölt sogar bei Ryan, und auch noch gurgelnd tremoloschwer. Schwacher Wagner-Gesang vor perfekt gemachtem Orchester- und Chorhintergrund, das scheint heute zum Standard zu werden - vielleicht schon bei Levines Met-Ring aus den 1980er Jahren und auch beim aktuellen Bayreuther Ring, dirigiert immerhin von dem phänomenalen Kirill Petrenko. Als Lichtblick bleibt einem bei der CD jedenfalls Frank Castorfs lästige Inszenierung erspart. Mit dieser „Götterdämmerung“ haben wir wieder ein Beispiel mehr für den „Ring, der nie gelungen“ – schade, Marek Janowski!
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. Januar 2014
Und trotzdem 5 Sterne?
Ja, Marek Janowski vollendet damit eines der ehrgeizigsten Projekte der Schallplattengeschichte - in drei Jahren alle zehn Hauptwerke Wagners einzuspielen, pünktlich zum Ende des Wagnerjahres 2013 erscheint die Götterdämmerung, vollendet also das ewige Werk. Und das ist dann schon ein Rekord: Solti brauchte 25 Jahre vom Rheingold zum Lohengrin, Karajan und Barenboim auch Jahrzehnte mit unterschiedlichen Orchestern, Plattenfirmen, live und im Studio. Und beim derzeitigen Wagnerheros Thielemann sieht es ähnlich heterogen aus. Ein einheitlicher Interpretationsansatz ist dabei meistens auch flöten gegangen, man vergleiche nur Karajans Walküre mit seinem Lohengrin, Barenboims powervollen Soundtrack zum Kupferring mit den gezügelten Aufnahmen mit der Staatskapelle Berlin.
Janowski hat hier eine ganz eigene Wagnersicht in knapp drei Jahren verewigt, letztlich alle Stücke aus einem Guss, auch klangtechnisch aus einem Guss, klingen die Aufnahmen doch mehr nach Studio als nach Liveaufnahmen, da stört kein Huster. Rhythmisch prägnant, teilweise extrem schnell treibt Janowski seinen Wagner immer voran, extrem präzises Orchesterspiel des durchaus phänomenalen Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, dabei immer "schön", rund, lyrisch klingend. Die klanglich weit aufgefächerten Streicher dominieren in ungewohnter Weise, das Wagnersche Blech wird extrem domestiziert, manchmal fast zu sehr (Siegfried Vorspiel 3.Akt, Parsifal Verwandlungsmusik 3.Akt), dann hat es aber auch seine großen Momente (Einzug der Götter in Walhall, Meistersingervorspiel). Insgesamt ein Wagner, wie ihn die geballte Profi- und Laienkritik ja seit Jahre fordert:
Sportlich, drahtig, schlank, frei von falschem Pathos, also wie Bruckner ohne Weihrauch oder Beethoven wirklich revoluzzionär. Der Gegenpol also zu Thielemanns "fettärschigen Klang" - ich zitiere hier aus einer Diskussion über den besten Ring. Doch wo bleiben die Schallplattenpreise und Elogen, a la der Ring des 22.Jahrhunderts? Oder dann doch zuwenig Wagner? Janowski bleibt doch immer ein wenig auf Distanz, immer ein wenig kühl.
Egal, mir als bekennenden, aber nicht unkritischen Thielemannfan gefällt dieser Ansatz auch, die manchmal schier eiskalte Perfektion, der trotzdem volle Klang der Auifnahmen. Und sängerisch war bisher auch alles im Lot: Abgesehen von Kaufmann und Pape geben sich alle großen Wagnersänger unserer Tage ein Stelldichein: Die kampferprobten Recken Dohmen, Gould, Smith, die Damen Stemme, Merbeth, das Lohengrin-Traumpaar Vogt-Dasch (ich weiß, für manche nur optisch), dazu Entdeckungen wie Tomas Koniecny als Wotan, Christian Elsner als Parsifal, Loge und Mime, Günter Groissböck, Jochen Schmeckenbecher, Zeppenfeld und Sonn. Christian Gerhahers grandioser Wolfram und Franz-Josef Seligs menschlicher Gurnemanz dokumentiert. So schlecht steht es da um den Wagnergesang nicht.
Auch in der Götterdämmerung viele schöne Töne: Marina Prudenskaja als Waltraude, Markus Brück als Gunther und Edith Haller als Gutrune. Ebenso Nornen und Rheintöchter. Leider sind die Hauptrollen dann doch problematisch besetzt: Petra Langs tiefgelegte Brünnhilde stört mich da am wenigsten, ihr gelingen wunderschöne, ergreifende Momente im tiefen Register. Aber die Brünnhilde ist halt eine Sopranpartie, Waltraud Meier wusste schon, warum sie nur einmal den Schlussgesang im Studio aufnahm (grandios trotzdem). Petra Lang mogelt sich schon geschickt um die hohen Stellen herum, aber warum nicht Nina Stemme? Warum auch nochmal Matti Salminnen? Der von mir hochverehrte Sänger hat mir in München unauslöschliche Hagenerlebnisse unter Sawallisch und Mehta beschert. Die brutale Kraft ist ja weiter vorhanden, da steckt er schon noch fast alle Kollegen seines Faches in die Tasche. Aber warum lässt der so strenge Zuchtmeister Janowski es, dass Salminnen den Hagen zur forcierten Knallcharge macht, ein Osmin am Rhein, ohne Düsternis oder gar Dämonie.
Und dann wieder Lance Ryan, der wohl am meisten aufgenommene Siegfried aller Zeiten: Valencia, New York, Mailand auf DVD, Frankfurt unter Weigle auf CD, dort noch einigermaßen auf Linie gehalten. Das war Janowski bei der einen Aufnahme in Berlin wohl nicht möglich. So trompetet sich Lance Ryan wieder unbekümmert, aber nicht so schwach wie in der Rundfunkübertragung aus Bayreuth im Sommer 2013 durch den unsympathischen Götterdämmerungs-Siegfried. Zum Abschalten wie Kritikerkollegen Mitito (?) nötigt mich das nun nicht, ganz unfroh bin ich aber auch nicht, wenn Hagen ihm endlich den Garaus macht (da singt er ja noch 5 Minuten). Stephen Gould, der Siegfried-Siegfried, kann das besser, das hat er z.B. bei den Münchner Opernfestspielen 2013 bewiesen, dazu Nina Stemme und Hans-Peter König. So ging Janowskis kühner Ritt über den Bodensee am Ende doch nicht ganz auf.
Und doch 5 Sterne?
Ja, weil ich einfach schon ganz nostalgisch Janowskis Unterfangen toll finde, die editorische Sorgfalt der schönen Büchlein, die klangliche Sorgfalt und das grandiose Orchesterspiel. Und zusammen mit meinem Kritikerkollegen kommt Amazon dann auf 3 Sterne, und das hat diese Götterdämmerung mindestens verdient (auf das Honorar von Pentatone warte ich allerdings immer noch).
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am 22. Januar 2014
Der Vorrede Herrn Barischs schließe ich mich weitgehend an, allerdings jubele ich nicht angesichts der sängerischen Enttäuschung - und bringe diese Götterdämmerung insofern wieder auf normales Niveau. Musikalisch bleibt nichts zu meckern. Aber gesanglich! Lance Ryan und Petra Lang kämpfen sich durch den Abend. Das kann man gelten lassen. Aber warum, warum, warum Matti Salminen als Hagen? Der hochverdiente und von mir hochverehrte Sänger am Rande der Belastbarkeit? Seien wir ehrlich - das geht nicht mehr. Bei aller Achtung gegenüber der Lebensleistung Salminens: DAS hätte er sich und uns besser erspart - und damit dem ansonsten wundervollen und triumphalen Wagnerprojekt Janowskis nicht auf der Zielgeraden noch die Petersilie verhagelt. Der rundeste Ring, es bleibt (leider!) dabei, kommt immer noch von Testament. Keine der nachfolgenden Einspielungen kann im Ganzen der Aufnahme Joseph Keilberths von 1955 das Wasser reichen, so gerne ich das dem großartigen Dirigenten Marek Janowski gewünscht hätte.
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