Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longSSs17



am 15. Oktober 2014
Dieses Buch ist unter mehreren Gesichtspunkten sehr interessant und empfehlenswert.
Auf der einen Seite wird natürlich die Erfolgsgeschichte des Firmengründers erzählt.Eine durchaus lesenswerte Lektüre.
Wer in der Lage ist, sich von den teilweise ungerechtfertigten Negativdarstellungen in mancher Presse zu befreien, erhält hier eine Lehrstunde in erfolgreicher Unternehmensgründung und -führung. Zum wirtschaftlichen Handeln jedes Individuums gehört der Blick auf den Preis einer Ware unverzichtbar dazu. Die Ware bezeichnet hier alles, was im Wirtschaftskreislauf gehandelt wird. D.h. also: Gebrauchsgüter, Verbrauchsgüter, Rechte und Arbeit. Diese sind ihren Preis nur wert (=preiswert), wenn der Aufwand zu deren Erwerb durch den dadurch erworbenen Nutzen gerechtfertigt ist. Wer also über ausreichenden Sachverstand verfügt kommt nicht an der Einsicht vorbei, dass uns Jeff Bezos eindrucksvoll vorführt, wie ein erfolgreiches Unternehmen zu führen ist. Hierbei kommen auch menschliche Aspekte (Arbeitsleistung, - umfeld, -bedingungen) nicht zu kurz. Für ewiggestrige Anhänger einer Sozial-Planwirtschaft bietet dieses Buch allerdings keinen Unterhaltungswert.Voraussetzungen für echten Lesegenuss sind: Lernfähigkeit, Einsichtsfähigkeit und Realitätssinn gepaart mit Sachverstand und Intelligenz.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. November 2013
Also, ich muss schon sagen, ein gewaltiges Buch, hat mir sehr gefallen, ich habe es in 4-5 Tagen ausgelesen. Vom Autor sehr gut recherchiert und interessant geschrieben.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. August 2017
jeff Bezos ist ein Unternehmer par excellence, von ihm lernen, bedeutet siegen lernen, entsprechend sinnvolle Lektüre für alle Sieger. Menschlich muss man ihn nicht unebedingt gut finden
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Februar 2014
Dieses Sachbuch ist fantastisch geschrieben. Es hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Stone erzählt sehr lebendig. Es ist sehr clever thematisch aufgebaut, nicht sturheil chronologisch. Engagiert, aber nie parteiisch. Es ist ein Buch, in dem man als amazon-Kunde selbst mitspielt. Ich als Autor bin besonders betroffen, zumal ich von Anfang an amazon-Fan war. Jeff Bezos ist wirklich mutig, hat mit Ideen wie dem Marketplace Gesetzmäßigkeiten des Handels mit Erfolg gebrochen. Sein Erfolgsrezept: Immer 100 Prozent vom Kunden her denken. Wir haben es ja selbst erlebt – da kam keine andere Verkaufs-Website mit.

Amazon ist mit einem blauen Auge durch die erste große dotcom-Krise gekommen (mit Geld aus Deutschland, wie man in diesem Buch erfährt!), hat immer mehr Fahrt aufgenommen und sich aufgeschwungen, nicht nur Verkäufer zu sein, sondern die Szene umzukrempeln. Jeff Bezos, das macht Stone sehr klar, wollte von Anfang an den Irrsinn, der mit der Musikszene passiert ist, auf den Buchhandel ausweiten.

Wieder war ich ein Teil der Story und habe sie am eigenen Leib miterlebt. Die 99 Euro für den Kindle war eine meiner sinnlosesten Ausgaben des Jahres 2012. Eine beleidigend miese Typographie, ein uninspiriertes Design, aber Gehirnwäsche-Werbung und unglaubliche Versprechungen.

Ich bin kein Tante-Emma-Laden-Romantiker. Ich habe erlebt, wie die großen Buchhandelsketten genüsslich zuerst die kleinen Buchhändler und dann sich gegenseitig plattgemacht haben. Mit leichter Häme habe ich zugeschaut, wie amazon mit Chuzpe und Aggressivität nun die großen Handelskonzerne in die Ecke drängt. Ja, der Markt ist kein Kindergeburtstag. Ausgerüstet mit einer Armada typischer menschenverachtender US-Anwälte führt Bezos mit allen Mitteln Krieg gegen jeden.

Im Verlauf des Buches ging es in mir hin und her. Handelt amazon unlauter, wenn es seine Europazentrale steuersparend in Luxemburg unterbringt? Oder sind es die dortigen Zwergstaatler, die mitten in Europa ein für sich und US-Konzerne wie amazon lohnendes Steuerschlupfloch einrichten und sich gleichzeitig als Herz und Seele des europäischen Gedankens feiern lassen? Als kleiner Trost war zu lesen, dass amazon die gleiche Hase-und-Igel-Taktik in den USA selbst verfolgt und den Bundesstaaten zustehende Steuern mit allen Tricks vorenthält.

Finde ich Bezos jetzt genial oder bestialisch? Ist er ein Warlord oder ein Missionar? Den Ausschlag gab ein Detail über ihn, im genialen letzten Kapitel des Buchs. Da berichtet Stone, wie er den leiblichen Vater von Jeff Bezos aufspürt, der – Ironie der Geschichte – ein winziges Einzelhandelsgeschäft für Fahrräder führt. Er wusste nicht, wo und wer sein erster Sohn war. Er fiel aus allen Wolken, als Stone ihm eröffnete, dass sein Jeff inzwischen einer der reichsten Männer der USA geworden war. Der alte Herr nahm Kontakt auf zu seinem Sohn, und der hat bis heute nicht einmal geantwortet. Da war mir klar: doch eher Warlord.

Ich mag das blöde Wort vom Raubtier-Kapitalismus nicht. Aber Bezos hat eine seiner vielen kriegerischen Maßnahmen „Aktion Gazelle“ genannt. Er will wirklich nur gewinnen, indem er anderen schadet. Das mit der Kundenfreundlichkeit ist Gerede. Ist es kundenfreundlich, alle Angestellten und Mitarbeitenden in der langen Lieferkette, vom Autor, Verlag, Picker, Packer bis zum Fahrer so minimal wie möglich zu bezahlen? Nein, das wollen wir Kunden nicht mehr. Wir wollen keine Jeans, an denen Blut klebt, und keine Pakete, die von bis zum Umfallen arbeitenden Boten und in den Bankrott gejagten Subunternehmern ausgeliefert werden.
Im frühen Kapitalismus haben sich die Arbeitenden zusammengetan, es kamen Gewerkschaften auf, Streiks, Arbeitskampf. Es gibt auch noch den Boykott oder das stille Wegbleiben von Kunden. Genau das wird geschehen, wenn sich bei amazon intern nicht grundlegend etwas verändert. Ich habe als Autor amazon einige meiner Einkünfte zu verdanken. Auf der anderen Seite hat amazon aber auch von meinen geistigen Leistungen profitiert, und diese Profite sind fast komplett aus unserem Land hinausgeflossen.

Jetzt bin ich gespannt, ob amazon diese Rezension über das amazon-Buch so veröffentlichen wird. Gut anstehen würde es ihnen schon. Kritik muss man aushalten, das gehört zu einem demokratischen Markt eigentlich dazu. Die Frau von Jeff Bezos hat über dieses Buch in den USA übrigens auch eine amazon-Rezension geschrieben und dem Werk 1 Stern gegeben. Was eigentlich schon wieder clever war, denn dadurch stiegen die Verkaufszahlen – beim Buchverkäufer amazon.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juli 2015
In sage und schreibe 20 Jahren hat Jeff Bezos ein Unternehmen zum weltweit größten Online-Versandhandel geschaffen.
Beeindruckt und verwundert angesichts dieses schnellen, riesigen wirtschaftlichen Aufstiegs, hoffte ich im Buch von Brad Stone über Jeff Bezos außerordentliches persönliches Leistungsvermögen zu lesen. Denn unter anderem erkannte Jeff Bezos das unglaublich große, das regelrecht gigantische Potential, was damals das 1989 in den Anfängen steckende World Wide Web (umgangssprachlich heute mit dem Internet gleichgesetzt) in sich barg. Selbst Bill Gates erkannte das nicht bzw. hatte es zu diesem Zeitpunkt unterschätzt.
Allerdings war ich doch ein wenig skeptisch, ob der US-amerikanische Schriftsteller Brad Stone die meines Erachtens fast typisch zu nennende US-amerikanische Mentalität, "erfolgreiche und schwerreiche Macher" größtenteils zu bewundern, außer acht lässt und Jeff Bezos Werdegang unvoreingenommen beschreibt. Wobei die vom Weltgewerkschaftsbund zum "schlechtesten Chef der Welt" gekürte Auswahl sich nicht auf Bezos intellektuelle - und Arbeitsleistungen bezieht, sondern auf die Art und Weise, wie er die Arbeitsbedingungen und -anforderungen in seinem Online-Unternehmen zu gestalten fordert. Hierzu hatte mich die gleich zu Beginn des Buches gemachte Ausführung sehr nachdenklich gemacht: "Wer bei einem Bewerbungsgespräch (als Mitarbeiter für die Leitungsebene bei Amazon) in den 90-er Jahren den Fehler machte, von einer harmonischen Balance zwischen Arbeit und Familienleben zu sprechen, schied schon von vornherein aus."

Mal abgesehen von seinen wahrscheinlich ungewollten spitzen und sarkastischen Schilderungen, dass Bezos mit seinem bellenden Lachen wohl eher die Mitarbeiter zum Fürchten brachte und bringt, als zu erheitern, bleibt mir folgendes Fazit:
Meine anfängliche Vermutung, dass Autor Stone Jeff Bezos Eigenschaften anhand vieler ergötzlicher, interessanter und lebhafter Episoden aus dem wirtschaftlichen Werdegang von Amazon eigentlich nur bewundernd untermalt, war größtenteils zutreffend.
Zusammenfassend sind es diese im Großen und Ganzen:
Ungeheurer Arbeitswillen - naturgegebenes autoritäres Charisma - äußerst ehrgeizig - komplizierte Vorgänge schnell und richtig analysieren - hohe fachliche Kompetenz - rhetorisch äußerst versiert und gewaltiges Durchsetzungs - und Überzeugungsvermögen, um andere von seinen Ideen und Visionen nicht nur beeinflussen, sondern auch begeistern zu können - innovativ denken und kreativ die Zukunft einschätzen - soziale und familiäre Empfindungen den Unternehmenszielen rigoros unterordnen - persönliche Freuden hintenan stellen - Klärung strittiger Fragen sofort an Ort und Stelle konsequent und unnachgiebig durchführen - Rückschläge einstecken, ohne chaotisch oder hektisch zu reagieren. Und vor allem: Immer und immer wieder durch nichts zu erschütternden Optimismus verbreiten. Da bleibt dann letztendlich nur eine Schlussfolgerung: Wer annähernd 80% dieser Eigenschaften besitzt, wird über Führungsqualitäten verfügen, die auf der Karriereleiter sicher steil nach oben führen (Gebrauch der "Ellenbogen" nicht vergessen!).

Alles in allem ein Buch, welches mehr oder weniger den Erfolgsweg von Jeff Bezos verfolgt, jedoch ohne etwas tiefer andere menschliche Qualitäten als die des unternehmerischen Erfolgs zu beleuchten. Sehr intensiv und kenntnisreich wird die Entwicklung des Online-Handels-Riesen mit allen Höhen und Tiefen geschildert, dabei meines Erachtens aber etwas zu sehr in "Namen,Daten, Hintergründe" abschweift.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juni 2017
Man mag über Bezos denken, was man will. Aber was der Mann geleistet hat, verdient meinen Respekt..Eine spannende Lektüre aus dem Leben eines Visionärs...Ich werde das Buch noch öfter lesen und kann es (nicht nur) jedem Entrepeneur ans Herz legen...Für mich neben der Biografie von Elon Musk eines der besten Bücher dieses Genres seiner Zeit. Gleiche Rezession verdient im Übrigen das genannte Buch über Elon.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juli 2014
Gleichermaßen lehrreich und manchmal erschreckend kommt dieses Buch - fast in Romanform - daher. Man erfährt hier viel über Bezos und sein Geschäftsgebaren (über das sich jeder Sellbst seine Meinung bilden sollte). Also auch eine super Lektüre für alle erfolgreichen Onlinehändler und die die es werden wollen. Für mich neben dem Qentis Buch (1-2-3 vorbei) von Michael Marcovici eine echte Pflichtlektüre!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Oktober 2013
Amazon und sein Gründer Jeff Bezos haben mittlerweile einen fragwürdigen Ruf, schlechte Arbeitsbedingungen, rüde Methoden gegen Geschäftspartner und Konkurrenten haben im letzten Jahr von sich reden gemacht.

Brad Stone hat einen akribischen Report über Amazons Geschichte und die seines Gründers und Leiters vorgelegt von den ersten Anfängen bis heute. Wer schon immer wissen wollte, warum Amazon so groß wurde, der erfährt es hier. So manches Gerücht widerlegt er - etwa die Behauptung, Jeff Bezos habe Wirtschaft studiert oder sei eine Heuschrecke, eben einer der üblichen neoliberalen Wallstreet Boys. Und das Buch zeigt, dass Amazon nicht aufgrund finsterer Mächte groß wurde, sondern wegen seiner Kundenorientierung.

Kurzfristige Profite interessierten Bezos nie, sein Ziel war es, das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu schaffen und dazu die alten Fesseln des stationären Handels zu sprengen. Diesem Ziel hat er alles untergeordnet. Sowohl die Beziehung zu seinen Untergebenen wie die zu seinen Geldgebern. Große Rendite hat Amazon nie erwirtschaftet, bis zum Platzen der Dotcom Blase fuhr es Verluste ein. Bezos' Mantra: Wenn wir alles für den Kunden tun, wird es auf lange Sicht auch Profit bringen, klingt ein wenig nach Lenins Versprechen: Wenn wir in ferner Zukunft den Sozialismus aufgebaut haben, werden alle Menschen glücklich sein.

Mit Lenin hat Bezos noch einiges anderes gemeinsam. Ihn auf freies Wochenende anzusprechen, wäre so, als hätte ein Bolschewik Lenin gefragt, wieviel bezahlter Urlaub einem Berufsrevolutionär zustehen würde. Beide verlangten von ihren Mitstreiter absolute Hingabe zur Sache. Und wie Lenin entwickelte Bezos seine eigene Wirtschaftstheorie; "Jeffismus" nennen es ehrfürchtig seine Bewunderer.

Anfänglich hatte Amazon das Charisma, das alle neuen Startups auf junge Softwareingenieure haben. Keine starre Firmenhierarchie, offen für neue Ideen, sich ganz und gar dem großen Projekt widmen. Wer fragt da nach vierzig Stunden Woche, was ist ein freies Wochenende gegen das Glückgefühl, wenn das Programm nachts um drei endlich läuft? Natürlich kann so eine Firmenphilosophie nicht für immer aufrecht erhalten werden, um 2005 sollte Amazon deshalb ernsthafte Probleme bekommen. Auch junge Revolutionäre werden älter und dann werden andere Dinge, wie Familie und Freizeit wichtiger. Viele Mitarbeiter verließen Amazon frustriert, doch genügend andere schwärmen immer noch von der Zeit dort.

Von Anfang an konnte Bezos durch seine Ideen Menschen begeistern. Egal ob es die Buchbranche war oder die zahlreichen andern Geschäftsfelder, in denen sich Amazon nach und nach engagierte, immer war das Ziel, alles anders, alles besser zu machen, den Handel zu revolutionieren und die Digitalisierung dazu zu nutzen, effizienter als die Konkurrenz zu werden.

Leser möchten Bücher in der Hand halten und ein Online Buchversand habe deshalb keine Chancen, wurde ihm anfänglich vorgehalten, später in der Dotcom Blase erklärten ihm Harvard Manager, dass er zwar ein netter Mensch sei, aber seine Firma besser an die Buchhandelskette Barnes und Nobles verkaufen solle, denn gegen die geballte Macht der Kette und Bertelsmann hätte er keine Chance. In beiden Fällen bewies er den Skeptikern das Gegenteil. Amazon, damals ein Zwerg, lernte die Riesen das Fürchten.

Weniger bekannt sind Bezos grandiosen Fehlentscheidungen, "Fieberträume", die er nach den ersten Erfolgen entwickelte. Wahllose Aufkäufe von anderen Firmen erwiesen sich später als riesige Fehlinvestitionen, die Anwerbung klassischer Manager, um der Firma nach der Dotcom Blase Amazon zu mehr Profitabilität zu verhelfen, führte zum Konflikt, weil diese sich nicht in die chaotische Welt junger Software-Ingenieure integrieren liessen. Brad Stone führt eine Fülle solcher Beispiele auf. Doch Amazon überstand alle diese Fehlentscheidungen, weil Bezos anders als viele andere Wirtschaftskapitäne schnell hinzulernen konnte und fähig war, seine Strategie neuen Realitäten anzupassen.

Ursprünglich schätzten die Verlage den neuen Vertriebspartner Amazon. Die großen Buchhandelsketten (Barnes & Nobles in den USA, Thalia & Co in Deutschland) setzten den Verlagen die Daumenschrauben an, verlangten hohe Preisnachlässe, da schien der neue Vertriebspartner nur zu willkommen. Für viele kleinere und mittlere Verlage, die nur schwer in die Buchläden kamen, wurde Amazon zum Retter in der Not. Doch als es mächtiger wurde, griff es zu den gleichen Daumenschrauben wie die Ketten und hatte keine Hemmungen, seinen Partner erbarmungslos große Rabatte abzupressen. Zwar war es bestrebt, jedes, aber auch jedes Buch dem Kunden anzubieten. Aber mit dem Vorschlagswesen, das Kunden bei jedem Buch auch andere Bücher anbot, hatte es ein Druckmittel. Diese "Kunden haben auch gekauft"-Listen gaben kleinen Verlagen Chancen, ihre Bücher in die Öffentlichkeit zu rücken. Genau dies setzte das Unternehmen als Druckmittel ein. Entweder die ruinösen Rabatte akzeptieren und weiter in den Listen erscheinen oder eben ohne einen Platz in den Listen und daraufhin erheblich verminderte Verkäufe, das war die Alternative. Die meisten Verlage beugten sich.

So zeigte sich ab ca 2005, dass der alte Satz: "Macht korrumpiert und totale Macht korrumpiert total" auch auf den neuen Softwaregiganten zutrifft. Brand führt eine Fülle von Beispielen auf, wie Amazon seine Marktmacht gegen die Lieferanten ausspielte, um bessere Einkaufsbedingungen zu erzielen und damit gegen die Konkurrenz mit niedrigeren Preisen zu punkten. In der Wahl der rüden Methoden unterschied es sich nicht von anderen Distributoren.

Bezos Philosophie und Unternehmenspolitik (der sogenannte "Jeffismus") wird in dem Buch ausführlich diskutiert. Ebenfalls sein sehr autoritäter Führungsstil. Wie der Apple Gründer Steve Jobs neigt Bezos zu unkontrollierten Wutausbrüchen, wenn irgendein Untergebener seiner Meinung nach nicht optimal gehandelt hat oder seine Ideen zu konventionell für Bezos Geschmack sind. Andererseits kann eine einzige Kundenbeschwerde als Email dazu führen, dass überprüft wird, was falsch gelaufen ist und mit neuen Ideen kann man bei ihm immer punkten. Das Unternehmen hat eine Fülle neuer Ideen und kundenfreundlicher Strategien eingeführt, von Kundenrezensionen, die auch negative Urteile erlauben über kostenlose Lieferung bis hin zu dem Prime Service.

Über das Privatleben Bezos berichtet das Buch wenig, Bezos schottet das auch ziemlich ab. Verglichen mit den anderen Softwaregründern, von Google über Apple bis zu Facebook erscheint er geradezu "normal". Seine unverkennbare Lache, die die einen vor den Kopf stößt, mit der er aber andere für sich einnehmen konnte - unter anderem seine Frau und erste Investoren - scheint das einzig besondere an dem Menschen Bezos zu sein - sieht man von seinen herausragendem Ideenreichtum ab.

Gegenüber dem etwas älteren Buch Ein Klick: Der Aufstieg von Amazon und Jeff Bezos bietet Brands Buch eine sehr viel detaillierte Einsicht, man merkt, dass Brandt sich besser mit Amazon auskennt und weit mehr ehemalige und aktuelle Amazon Mitarbeiter interviewt hat inklusive Jeff Bezos selbst.

Das Buch liest sich leicht, stellenweise wie ein Krimi und bietet eine umfassende Einsicht sowohl in die Struktur der kleinen Software-Startups als auch in die hemdsärmligen Methoden, die heute auf dem Markt herrschen.

Hans Peter Roentgen
11 Kommentar| 48 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. März 2014
Das Buch ist eine nett lesbare Anekdotensammlung über den Firmengründer Jeff Bezos.

Die sprachliche Qualität der deutsche Übersetzung ist jedoch je nach Sichtweise nah am Orginal oder einfach nur kaum erträglich.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Juli 2014
Eigentlich wollte ich mir ein schmaleres Buch kaufen, ein Buch, das sich direkt mit Amazons Einflußnahme auf den Buchmarkt beschäftigt, schwenkte aber auf diesen Titel um, der von Rezensenten als der bessere empfohlen wurde.
Ist er das? Nun, er ist doppelt so teuer und doppelt so umfangreich, das schon. Unglaublich kenntnis- und detailreich breitet Stone die Entwicklung Amazons und seines Gründers vor uns aus, so daß ich mir nicht selten dachte: "Sooo genau wollte ich es dann auch wieder nicht wissen."
Wie bei solchen Managerbiographien nicht selten, schwankt der Verfasser zwischen Anbetung ("Was für ein intelligenter, tatkräftiger, begabter Machertyp!") und Grusel ("Mit manischer Getriebenheit drückt er mit fiesen Methoden Lieferanten und Verlage an die Wand") hin und her.
Zu meinem Bekanntenkreis gehören Kleinverleger. Deren Verhältnis zu Amazon ist gespalten: Einerseits könnten sie ohne den Online-Riesen ihr Sortiment längst keiner so breiten potentiellen Käufermasse präsentieren wie im traditionellen Buchhandel mit seinem beschränkten Platzangebot (und oft auch Ladeninhabern mit leicht beschränktem Horizont), andererseits ist das Wehklagen groß über willkürliche Maßnahmen Amazons (Auslistungen politisch inkorrekter Bücher, Löschen erotisch freizügiger Titelbilder), über fehlende Kontaktmöglichkeiten, über die Art und Weise, wie Amazon als internationaler Konzern international verschachtelt ist, so daß man ihn kaum greifen kann (darüber klagen nationale Regierungen wie deutsche Kleinverleger) und und und ...
Amazon erscheint als Drohung wie auch als Verlockung. Mir erscheint Amazon-Chef Bezos nach der Lektüre als so was ähnliches wie Discounter-Chefs à la Aldi-Brüder: Amazon ist für die Kunden oft prima, für die Lieferanten oft weniger schön, um es mal milde auszudrücken, die werden geschubst und getreten (ebenso wie die Mitarbeiter), denen drückt man die Preise und Konditionen bis zum Gehtnichtmehr - sie entwickeln eine Haßliebe zu Amazon: Ohne Amazon geht es nicht, aber mit Amazon geht es oft auch nicht ...
Fazit: Aufstieg und Werdegang des "Allesverkäufers" Bezos werden gekonnt und kenntnisreich beschrieben - aber mit ein paar Details weniger wäre die klare Linie vielleicht sichtbarer geworden ...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)