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am 27. Juni 2013
Zum Inhalt: 21 Florin pro Monat sind nicht viel Geld, wenn man dafür sein Leben riskieren muss. Glücklicherweise hat der rote Krieger mit seiner Söldnertruppe einen eher unscheinbaren Job angenommen: eine Abtei vor drohenden Angriffen zu beschützen. Die Abtei hat viel Geld, genug um die Truppe des roten Kriegers für eine Weile zu beschäftigen. Auf dem ersten Blick sieht alles nach einem ganz alltäglichen Auftrag aus. Doch aus einem Monster der Wildnis werden schnell zwei und der Hauptmann bekommt mehr und mehr das Gefühl, das ihm die Äbtissin etwas verschweigt. Denn hinter den Grenzen der Wildnis lauert eine ganze Armee.
...

Zuerst einmal sollte man wissen, dass der Autor ein Experte auf dem Gebiet mittelalterlicher Geschichte ist. Sein Wissen über Waffen und Kriegsführung spiegelt sich im gesamten Buch wieder, zum Teil außerordentlich detailreich. Aber zunächst zur Weltgestaltung: Alba ist ein Königreich und erstreckt sich bis an den Rand der Wildnis. Zentral herrscht der König, außenherum verteilen sich zahlreiche Festungen und Adelshäuser. An sich leben die Menschen in Frieden, die letzten Auseinandersetzungen mit der Wildnis sind lange her. Denn hinter den dichten Wäldern verbirgt sich eine Welt, voller magischer Geschöpfe und Naturgewalten. Mittlerweile haben sich die Menschen jedoch so weit ausgebreitet, dass kaum einer mehr die Wildnis wahr- und ernst nimmt.

Ein Fehler, wie sich im Laufe des Buches herausstellen wird. Beginnt die Erzählung noch im kleinen Kreis mit geringen Auswirkungen, läuft es am Ende auf drastische Veränderungen im gesamten Königreich hinaus. Der Weg dahin ist lange, sehr lange und manchmal schon fast anstrengend zu lesen gewesen. Das liegt daran, dass Miles Cameron sehr viele Erzählperspektiven und Erzählstränge verbaut hat. Zwischendurch habe ich einmal gezählt und bei 16 verschiedenen POVs aufgegeben. Hilfreich ist, dass zu Beginn steht, wer erzählt und wo sich das Geschehen ereignet. Zu Beginn des Buches gibt es auch eine Karte, mit der man sich gut zurechtfinden kann. Dennoch braucht es seine Zeit, bis einen die Charaktere und Zusammenhänge klarer werden. Zum Teil wird eine Perspektive nur einmal verwendet, andere hingegen treten ständig auf, mit der Zeit erschließt sich ihre Bedeutung. Im Verlauf nimmt die Perspektivendichte ab, die Geschichte lässt sich daraufhin leichter verfolgen. Für meinen Geschmack hätte man schon zu Beginn mit weniger arbeiten können.

Dafür bekommt man auch wirklich eine detailreiche und bildgewaltige Geschichte geboten. Trotz seiner Komplexität kann Miles Cameron in den einzelnen Abschnitten nachvollziehbar und flüssig schreiben. Sein Schreibstil selbst ist im Vergleich zu den zahlreichen Wechseln sehr angenehm. Die Erzählstränge verweben sich schließlich zu einem großen Ganzen, ohne dass dabei ein Strang auf der Strecke bleibt. Meiner Meinung nach wirklich eindrucksvoll, dass der Autor nicht einen einzigen Faden verloren hat. Gewöhnt man sich an die Erzähldichte, beginnt die Welt mit ihren zahlreichen Charakteren, politischen Abläufen, epischen Schlachten und Geschöpfen einem richtig ans Herz zu wachsen. Vor allem im letzten Drittel (bei 1200 Seiten noch immer 400 Seiten) überschlagen sich die Ereignisse und weisen nicht eine langatmige Passage auf. Dafür ist vorher stellenweise Geduld gefragt, der ein oder andere Abschnitt hätte sicher kürzer ausfallen können.

Erstaunlicherweise endet das 1200 Seiten Epos in sich abgeschlossen. Bei den Ausmaßen zwischendurch, hätte ich mir das nie vorstellen können und hatte eher mit einer Endlosschleife á la George R. R. Martin gerechnet. Es werden dennoch genügend Anreize für weitere Erlebnisse des roten Kriegers und seiner Truppe gesetzt - ich werde mir das sicher nicht entgehen lassen!

Fazit: Bei "Der Rote Krieger" ist Durchhaltevermögen gefragt. Miles Cameron erzählt mit einer Tiefe, wie sie mir selbst im High Fantasy Bereich bisher kaum begegnet ist. Die verschiedenen Perspektiven können zu Beginn ein wenig überfordern, dafür bleibt einem kein Blickwinkel verborgen. Vermittelt er anfangs ein bloßes Anbahnen von Ereignissen, wird man als Leser im Verlauf des Buches von den Geschehnissen mitgerissen und fast schon überrollt. Eindrucksvoll verwebt er seine Erzählstränge miteinander und schafft es auch noch, alles rund abzuschließen. Manchmal hätte es nach dem Prinzip "weniger ist mehr", doch etwas kürzer und prägnanter sein können. Nichtsdestotrotz bin ich beeindruckt und werde mir den nächsten Auftrag nicht entgehen lassen!
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am 20. Juni 2017
Habe dieses Buch nach ungefähr 70 Seiten auf die Seite gelegt. In diesen 70 Seiten habe ich nichts als ein heillos Durcheinander, hin und herschwingen das man sich überhaupt nicht mehr auskennt, Charaktere lieblos durcheinandergewürfelt erlebt. Ich wusste gar nicht was ich hier eigentlich gelesen habe. Ich habe lese das Buch nicht hts weiter und kann es auch nicht weiterempfehlen.
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am 4. Juli 2016
Ich frage mich, wie es einem möglich sein soll, so ein Werk zuende zu lesen. Nicht nur, dass die Übersetzung grottig ist, nein - auch das Setting ist hahnebüchen. Man bewegt sich in einer mittelalterlichen Fantasywelt mit Lindwürmern und Dämonen - es gibt aber die christliche Kirche und man ruft "Süßer Jesus", wenn einen etwas irritiert.

Inhaltlich ist es auf den ersten 100 Seiten praktisch substanzlos, überdies springt der Autor wie in Kinofilm-Schnitten von Ort zu Ort, von Handlung zu Handlung. Es gibt massenhaft Anschlussfehler, so dass man gar nicht weiß, von welcher Person gerade die Rede ist, bzw. man wundert sich, wieso Michael plötzlich Jacques heißt.

Vom Reiten und von Pferden hat der Autor ganz offensichtlich auch keine Ahnung, denn Pferde "brechen in Galopp aus", wenn sie eigentlich angaloppieren oder in einen leichten Kanter fallen, haben Pfoten statt Hufe; und der Ritter sitzt auch nicht ab, sondern "setzt rückwärts über die Kruppe". Dafür schlägt nicht das Pferd aus, sondern der Ritter. "Er schlug mit dem Schwert aus." Und wie man sich im Sattel "anheben" kann und gleichzeitig die Sporen ans Pferd bekommt, muss mir auch mal einer zeigen.

Raschel.
Knack.
Raschel.

Ja, genau. Richtig gelesen. Das SFX wird auch auf einer solchen Tonspur mitgeliefert. Damit man auch ja nichts verpasst. Oder weil der Autor anders keine Spannung aufzubauen weiß. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum der Autor seine Protagonisten denken und labern lässt, bis der Arzt kommt. Offensichtlich rechnet der Autor nicht damit, dass vernunftbegabte Lebewesen seinen Roman lesen, denn er ist immer bemüht, alles und jeden zu erklären, um ja keine bellestristischen Bilder zu malen, die möglicherweise eigenmächtig vom Leser interpretiert werden.

"Der rote Krieger" wird wohl eines der ganz wenigen Bücher sein, die ich nicht zuende lesen werde. Es sei denn, mir sagt jemand, dass der Autor nach 100 Seiten wechselt (oder wieder Alkohol trinken darf) und sich das ganze bessert.

Edit: Habe mich selbst entschlossen, den Alkohol zu trinken. Das Buch ist aber dadurch nicht besser geworden. Habe jetzt Kopfschmerzen.
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am 9. Juli 2014
Der Rote Krieger ist ein ganz passables Fantasydebüt von Miles Cameron.

Im Zentrum der Geschichte steht der "Hauptmann" oder auch der "Rote Krieger" genannt. Er führt eine Truppe von Söldnern/Rittern an und soll ein Kloster gegen die Wildniss verteidigen. Der Auftrag wird viel viel größer als gedacht, und es eskaliert in einer gewaltigen Schlacht ... der Untergang der Menschheit droht.

Was mit gut gefallen hat:
- Viele interessante Ideen
- Frische Schreibweise
- Spannende Erzählstruktur

Was mir nicht so gefallen hat und daher Abzüge an den Sternen generiert:
- Es gibt kein Personenregister, was sehr störend ist. Im Buch erscheinen unzählige Charaktere und ohne Register ist das äußerst unübersichtlicht. Man kommt schon mit, wenn man sich anstrengt, aber es hätte dem Buch nur gut getan, eines anzufügen (möglicherweise musste es wegen der Dicke des Buches dran glauben)

- Es kommen häufig Sprünge im Schreibstil vor. Ich meine keine Szenenwechsel, sondern Erklärungen: Der rote Krieger kommt zu einer Unterhaltung, es gibt einen kurzen, geistreichen Schlagabtausch und plötzlich ist er wieder am gehen. Die emotionale Wirkung des Schlagabtausches kommt aber oft zu kurz und hat mich beim lesen mehrmals verwirrt, so dass ich den Absatz ein zweites Mal lesen musste. Ab und an eine Ausführung wäre da besser gewesen.

- Die Schlachten werden äußerst detailreicher geschildert, was nicht jedermanns Sache ist. Ich fande es grenzwertig. Man merkt, dass der Autor ein Fachmann im Schwertkampf ist, aber für die meisten Leser wird das zu langatmig sein.

- Und nun mein größtes Manko: In der Welt des roten Kriegers gibt es ein Christentum, dass sehr stark an unseres angelehnt ist.
Das ging für mich gar nicht. Ich möchte in einer fantastischen Welt mit Magie und Zauber und Monstern nichts von Christus, Golgota und Heiligen lesen, die ich im Religionsunterricht wirklich behandelt habe. Das hat mich jedes Mal aus der sehr guten Fantasywelt herausgerissen. Den größten Abzug gibts dafür. Lieber habe ich dann noch eine Religion, die an das Christentum angelehnt ist, aber eigene Namen führt und eigene Geschichten zu erzählen hat.

Ich würde dieses Buch nur eingefleischenten Fantasyfans empfehlen.
Es ist ein passables Debüt, aber mit deutlichen Abstrichen.

Trotz alledem: Viel Spaß beim Lesen!
Timo Leibig
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am 19. April 2016
Das Land Albia liegt an der Grenze zur Wildnis und ist schon immer Übergriffen von Trollen, Kobolden oder Irks ausgesetzt gewesen. Doch dieses Mal scheint ein wahrer Sturm aufzuziehen, denn ein mächtiger Magier hat die verschiedenen Völker versammelt und startet einen organisierten, gemeinsamen Angriff auf die Abtei von Lissen Carak. Glücklicherweise hat die dortige Äbtisin gerade aus einem anderen Grund eine Gruppe von Söldnern angeworben, die unter dem Kommando eines mysteriösen jungen Hauptmanns stehen, der von allen nur "der rote Ritter" genannt wird, da er seinen wahren Namen verschweigt. Und genau jener Ritter stellt sich als zentrales Problem in den Plänen seiner Gegner dar - denn er verfügt nicht nur über strategisches Geschick, sondern ist auch ein Magier - der die Kräfte der Wildnis nutzen kann...

Ich habe ziemlich gebraucht, um in die Geschichte hinein zu finden und mit dem Buch warm zu werden. Die vielen Handlungsstränge und Personen sind nicht nur am Anfang verwirrend, sondern bleiben es teilweise bis zum Ende. Ein Personenregister zum Nachschlagen wäre hilfreich gewesen. Positiv fällt auf, dass man dem Autor seine Sachkenntnis in Bezug auf das Mittelalter und den Schwertkampf anmerkt (ein Kollege von mir, der selbst im Bereich des historischen Schwertkampfs unterwegs ist, kennt den Herrn sogar). Was mir nicht so gut gefällt, ist die Vermischung von historischem Mittelalter mit Fantasy. Da steht eine offensichtlich sehr christliche Kirche Magiern, Lindwürmern und Drachen gegenüber. Nicht so ganz meins, wenn ich ehrlich sein soll. Trotzdem hat es das Buch irgendwie geschafft, mich dann doch zu fesseln, insbesondere die rätselhafte Hauptfigur hat es mir dann doch angetan und ich musste einfach weiterlesen. Teilweise war dies aber auch der Not geschuldet - ich hatte etwas Sorge, wenn ich das Buch mal für ein paar Tage weglegen sollte, völlig den Überblick über die Personen zu verlieren. Den Vergleich mit Game of Thrones bzw. A Song of Fire and Ice kann ich irgendwie nicht nachvollziehen - meiner Meinung nach ist das ein recht plumper Werbegag. Trotzdem bin ich jetzt soweit angefixt, dass es zumindest für Band 2 auf jeden Fall noch reichen wird.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Juli 2013
Es wird vermutet, dass Miles Cameron das Pseudonym des Amerikaners Christian Cameron ist, der mittlerweile mit seiner Familie in Kanada lebt und bereits einige historische Romane veröffentlicht hat. Auch sein neuer Roman "Der rote Krieger", ein äußerst umfangreiches Werk mit fast 1200 Seiten enthält historische Elemente, ist aber dem High Fantasy Bereich zuzuordnen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht, wie bereits der Titel vermuten lässt, ein junger Kämpe, der rote Ritter, Anführer einer Söldnertruppe, die die Aufgabe haben, die Bewohner des Königreiches Alba vor den Kreaturen der Wildnis zu schützen. Diese sind, nach Jahren friedlichen Zusammenlebens, im Norden des Reiches eingefallen und haben die Bewohner der Dörfer angegriffen und kaltblütig eine Nonne getötet. Um die Sicherheit ihrer Schutzbefohlenen zu garantieren, nimmt die Äbtissin des Klosters den jungen Krieger mit seiner Truppe in ihren Dienst.

Cameron liefert mit "Der rote Krieger" ein unglaublich komplexes Werk ab, das hohe Anforderungen an den Leser stellt. Allein die Vielzahl der Figuren sowie die zahlreichen Handlungsstränge mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten erfordern höchste Konzentration bei der Lektüre. Dazu kommen die unzähligen Erzählperspektiven, die permanenten Wechseln unterworfen sind, was gerade zu Beginn des Buches, wenn man als Leser bemüht ist, die Personen einzuordnen, für zusätzliche Verwirrung sorgt.

Man merkt sehr deutlich, dass der Autor sich im Vorfeld sehr intensiv mit Waffenkunde und dem historischen Schwertkampf beschäftigt hat, denn speziell diese beiden Themen nehmen einen breiten Raum in Der rote Krieger" ein. Das mag für manche Leser eventuell interessant sein, ich fand es über weite Strecken sehr ermüdend und langweilig, wenn in epischer Breite und mit großer Detailverliebtheit die diversen Schlachten beschrieben wurden.

Interessant wird das Buch ungefähr ab der Hälfte, wenn das Handlungsgerüst im Großen und Ganzen entwickelt ist und die Protagonisten den unterschiedlichen Strängen zuordenbar sind, denn dann nimmt die Geschichte spürbar an Tempo und Spannung zu und lässt sich flüssig bis zum Finale lesen.

Begeistert hat mich der Umstand, dass am Ende dieses monumentalen Werkes keine Fragen offenbleiben - eine Meisterleistung des Autors, der es tatsächlich geschafft hat, den Überblick zu behalten und jedes Steinchen an seinen Platz in dem großen Mosaik zu befördern.
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am 27. Dezember 2015
Das etwas andere Fantasy Buch. Kurz gesagt Antiheld was ich sehr erfrischend fand vor allem da er nicht nach den ersten 200 Seiten auf einmal zum Gutmenschen wird (und es hoffentlich auch nie wird). Allerdings was mich etwas gestört hat ist das häufige springen beim lesen zwischen unserer Hauptperson und ihrer Story auf anderen Charaktere und ihre Geschichten so das man mal problemlos 100 Seiten liest die nur am Rande zur Story unseres Hauptcharakters beitragen. Und die anderen Personen sind nicht nur 2-3 wie man es durchaus aus anderen Büchern kennt sondern eher 6-7 was es dann doch etwas nervig macht. Wer das akzeptieren kann wird mit einem tollen Buch belohnt. Hab bereits den 2ten Teil verschlungen 😋.
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am 18. Juli 2013
Ich bin ein Fan von historischen Romanen und Fantasy. Alles von Markus Heitz habe ich bisher verschlungen. Mit am besten gefallen mir auch die Klingen Romane von Abercombie. Beim roten Krieger habe ich mich bis zwei Drittel durchgekämpft und jetzt habe ich es auf die Seite gelegt. Es baut sich keine Spannung auf und in meinem Kopf entwickelt sich kein "Film". Dieses Buch hat mir beinahe die Freude am Lesen genommen!
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Da hat mich mal ein Klappentext überzeugt, aber aufgrund der Seitenzahl habe ich ernsthaft überlegt, ob das Buch an mir vorbei gehen soll. Doch immer wieder habe ich auf Verlags- und Autorenseite geschielt und das Buch machte einen so guten Eindruck, dass ich trotz bald zum Mond reichendem SUB zugeschlagen habe. Nun halte ich es in den Händen und gebe es nie wieder her! Allein schon das Cover fühlt sich so herrlich rau an, das Papier ist sehr dünn und daher die Bindung so schön geschmeidig – hach, das war Liebe auf den ersten Blick.
Doch die Ernüchertung folgte ziemlich schnell, zog sich die Geschichte beim Lesen wie Kaugummi. Dabei habe ich zu Anfang noch gedacht, dieses Büch könnte einem Vergleich mit dem Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin standhalten, ähneln sich doch Umfang und Komplexität. Denn auch bei Der rote Krieger spielen Politik und Intrigen eine große Rolle und es treten sehr viele verschiedene Personen auf, bei denen ich ehrlich gesagt am Anfang keinen Überblick gewinnen konnte. Auch die Orte, an denen die einzelnen Episoden handeln haben sich mir trotz Karte manchmal nicht erschlossen. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass die Himmelsrichtungen im Fließtext eindeutig vertauscht waren. Da liegt der Vorteil eindeutig bei Martin: Er lässt alle wichtigen Fitguren (außer einer) einmal an einem zentralen Ort zusammentreffen, von wo aus sich die Geschichte weiterentwickelt. Außerdem schafft er es durch die verschiedenen einer Perspektive zugeordneten Kapitel die Charaktere plastisch und glaubhaft werden zu lassen. Ich konnte mir die Figur beim Lesen stets prima vorstellen und deren Handlungen nachvollziehen. Bei diesem Buch hier sind die Charaktere viel zu blass gezeichnet, so dass ich Nebencharaktere häufig verwechselte, deren Ambitionen nicht nachvollziehen konnte und auch keinen Zugang zu ihnen fand. Und dass, obwohl Cameron ähnlich wie Martin innerhalb eines Kapitels einzelne Episoden aus der Sicht einer Figur schildert. Auch der große Zusammenhang war nach knapp 400 Seiten nicht zu erkennen: Überall wird gegen die Wildniss gekämpft, doch das war es auch schon. Dies ist für ein über 1000 Seiten starkes Buch viel zu wenig! Vielleicht ist auch Camerons Schreibstil (oder die Übersetzung?) zu dröge, jedenfalls hatte ich sehr oft mit mir zu kämpfen, ob ich weiterlesen wollte. Meist waren andere Dinge interessanter oder meine Gedanken schweiften ab. Das passiert mir in der Form eigentlich eher selten. Auf diese Weise können 1160 Seiten sehr, sehr lang werden. Dabei favorisiere ich eigentlich stets ein langes, ausführliches und dabei atmosphärisches Buch.
Ab ca. 400 Seiten gelang es mir das Buch schneller zu lesen, da die Figuren endlich hinreichend bekannt waren. Doch Lesefreude mochte noch nicht aufkommen, blieben die Intention und Hintergründe über eine sehr lange Zeit noch sehr vage. Außerdem ist der gesamte Inhalt des Buches extrem kriegslastig. Ich habe kein Problem mit Kriegsschauplätzen und einer gut geplanten Schlacht als Finale, doch hier wird pausenlos gekämpft und dies verliert bei einer solch hohen Seitenzahl schnell seinen Reiz vor allem weil ein einzelner spektakulärer Kriegszug oder Niederringen eines Gegners in dieser ungeheuren Masse einfach unbedeutend werden und die zunächst angedeutete Politik und Intrige dann doch nicht zum Zuge kam. Dies hatte dann auch zum Ergebnis, dass das Buch kein wirkliches Finale hatte: Da vorher bereits stest gekämpft wurde, gingen die entscheidenden Kämpfe völlig in der Masse unter und schwupps war der Krieg vorbei. In dessen Anschluss gab es noch ein etwas 100 Seiten langes Gepläkel, dass das nächste Buch vorbereiten soll und mit diesem im Grunde nichts mehr zu tun hatte.
Dennoch kann ich dem Buch nicht abstreiten, dass die Idee dahinter zwar nicht außergewöhnlich, aber gut war. Auch die Umsetzung wird sicher seine Anhänger in der Leserschaft finden, für mich jedoch hätten gut und gern 600 Seiten Krieg und Kampf gekürzt werden können und dann wäre in diesem Buch immer noch nichts außer Krieg und Kampf passiert…
Außerdem hätte das Buch besser Der rote Ritter heißen sollen, denn im Buch gibt es nur einen solchen und keinen roten Krieger. Zudem wäre dies auch die korrekte Übersetzung des Originaltitels.

Fazit: Möchte man eine tiefgründige, vielschichtige Geschichte lesen, bei denen Krieg, Politik und Intrige eine Rolle spielen und dazu gut geschrieben ist und einem die Charaktere ans Herz wachsen, so empfehle ich besser Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin zu lesen als dieses hier. Möchte man ein Geschichte über eine eingeschworene Söldnertruppe lesen, die man durch so manche Schlacht begleitet und man hofft und bangt, dass alle durchkommen und nebenbei die Welt rettet, so empfehle ich lieber Die Chroniken des Raben von James Barclay zu lesen als dieses hier. Denn hier ist weder die Geschichte spannend und athmosphärisch, noch sind die Charaktere greifbar und mit einer Seele behaftet, so dass man wissen möchte, wie es mit ihnen weitergeht.
Ich würde eigentlich immer ein langes, atmosphärisches Buch einem kurzen und daher vielleicht spannenderem Buch vorziehen, doch dieses hier war definitiv nichts für mich – trotz des anfänglich genialen äußeren Eindrucks des Buches. Es ist langweilig, belanglos und zum Glück in sich abgeschlossen, so dass ich mich nicht genötigt fühlen muss, die Fortsetzung(en) zu lesen! Denn das Lesen von Der rote Krieger war im Grunde genommen eine Qual und ich hätte besser auf mein anfängliches Bauchgefühl hören sollen!
11 Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. September 2013
Tolles Buch, habe es in kürzester Zeit verschlungen. Sicherlich hätten manche Ausführungen zu den Kampfhandlungen kürzer ausfallen können, aber ich empfand es auch nicht als zu langatmig, da die Spannung jederzeit gehalten wurde. Ich kann kaum abwarten, wie sich die Geschichte weiterentwickelt! Gelungene Mischung aus Fantasy, Mittelalter und Magie.
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