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am 19. Juni 2013
Das Auge des Bösen
(filmArt)

Ein Frauenmörder geht um. Die Polizei ist kurz davor ihn zu fassen. Vor Gericht schwört der gewalttätige Psychopath jedem den Tod, der an seinem Prozess beteiligt war. Schuldig gesprochen gelingt ihm die Flucht. Dieses Unterfangen kostet ihn jedoch bei einem Motorradunfall seinen Kopf. Kurz danach scheint der Fluch des Gewalttäters Wirklichkeit zu werden: Grausame Morde geschehen, der Ripper meuchelt weiter! Sein Tatwerkzeug: Ein scharfes Messer!
Besonders das Umfeld eines hiesigen Bordells scheint Schwerpunkt der Verbrechen zu sein. Kann Inspektor Pontaine das blutige Treiben beenden und herausfinden, wer für die immer schrecklicher werdenden Gräueltaten verantwortlich ist?

Meinung zum Film:

Der Giallo, ist laut Wikipedia ein spezifisches italienisches Subgenre des Thrillers, das von Mario Bava in den 1960ern begründet wurde und in den 70ern seinen Höhepunkt hatte. Thematisch orientierte sich das Genre an den literarischen Groschenheften, die gleichzeitig auch auf deren gelben Einband bezogen, den Begriff dieser Filmgattung prägten.
Für den Filmfreund jedoch stellen die Gialli eine wahre cineastische Wundertruhe voller teils noch unentdeckter Perlen dar, die in ihrer Vielfalt oftmals inhaltlich hanebüchen aber visuell absolut berauschend sind (jedoch hapert es manchmal auch daran, was den Unterhaltungswert des entsprechenden Films aber nicht unbedingt mindern muss). Wo sonst findet man eine teils so offen dargestellte Verknüpfung von Morden im Kontext einer psychosexuellen Pathologie, ritualisierte Gewalt mit deutlichen Fetisch-Motiven und das Ganze dargestellt in einer wunderbaren Bildästhetik mit teils waghalsigen Kameraperspektiven und einer halluzinierenden Musikuntermalung. Für den Freund des gehobenen Thrillers finden sich in diesem Genre einige der bahnbrechendsten Filme, die auch aus heutiger Sicht noch immer wahre Meisterwerke sind (die alten Argentos, „Blutige Seide" oder der eher als Huldigung zu sehende, wesentlich aktuellere Film „Amer“) und stilistisch gerne von anderen Filmschaffenden kopiert werden.

Das Label filmArt scheint sowohl das Genre, als auch dessen Freunde zu schätzen, denn anders lässt sich solch eine liebevolle und wirklich gelungene Veröffentlichung wie die hier vorliegende nicht erklären! In der filmArt Giallo Edition Nr. 1 präsentieren sie eine der eben erwähnten Perlen des Genres, nämlich den Film Das Auge des Bösen, der angeblich auf eine Geschichte Edgar A. Poes basieren soll (der Ärmste rotiert wohl permanent im Grabe, wenn er hört, welche Filme alle auf seine Ideen zurückgreifen).

Regisseur Ferdinando Merighi, geboren 1924 in Rom, war als Regisseur nicht besonders fleißig! Lediglich drei Filme gehen auf sein Regiekonto (ansonsten fungierte er regelmäßig als Second Unit Director bei Filmen, deren Titel alleine schon gerahmt gehören: „Tote faulen in der Sonne“, „Antreten zum verrecken“ oder „Rocco – Ich leg‘ dich um“), wobei der hier vorliegende Das Auge des Bösen wohl sein erfolgreichster war. Sein unterhaltsamster war es aus meiner Sicht definitiv! Man sollte jedoch als Zuschauer nur unter bestimmten Voraussetzungen an die Bewertung gehen, denn seitens Dramaturgie, Szenenaufbau, Schauspielführung und Tricktechnik kann hier nicht mit gängigen Maßstäben bewertet werden. Das bedeutet, dass Menschen, die standardisierte, massenkompatible Blockbuster als Gipfel der Filmkunst ansehen, sich gerne an dieser Stelle ausklinken können, jedoch jeder, der dem etwas abseitigem Filmwerk nicht abgeneigt ist, herzlich eingeladen ist, weiterzulesen!

Das Auge des Bösen ist, ich muss hier leider einmal gnadenlos ehrlich sein, Trash! Herrlicher, extrem unterhaltsamer, liebevoll gestalteter Trash, aber eben Trash. Dazu sogar mit Howard Vernon, Gordon Mitchell, Rolf Eden, Robert Sacchi und Anita Ekberg prominent besetzt und für die deutsche Version sehr gut synchronisiert.
Ferdinando Merighi, der hier offensichtlich auf der Erfolgswelle des Genres mitschwimmen wollte, inszeniert seinen Film dabei jedoch mit der Feinfühligkeit eines freischwingenden Vorschlaghammers. Aus diesem Grunde erreichte er seinen Ruf auch nicht wegen der cleveren Dramaturgie und des konsequent aufgebauten Spannungsbogens, sondern wegen seines sleazigen Grundcharakters und einiger härterer Szenen, hier insbesondere die berühmt-berüchtigte Augenszene! Was aber für den wohl höchsten Unterhaltungswert beim Zuschauer sorgt, sind die eher unfreiwillig komischen Momente. Denn welcher Pathologe, der hier auch noch entsprechend unsympathisch aussieht, hat beispielsweise ein eigenes Labor im Keller, an dem er mal eben an mitgebrachten Schädeln und Augäpfeln herumschnippelt, nur um von einer halbnackten, aufreizenden Blondine, anscheinend seine Ehefrau, gefragt zu werden, ob er denn nicht mit ins Bett wolle, worauf er verneint und sich wieder seinem wahren Objekt der Begierde widmet. Da er anscheinend keine Haustür besitzt, kommt kurze Zeit später ein Ermittler herein und fragt fluffig, ob er den Kopf wieder mitnehmen könne! DAS, liebe Leser, ist wahre Unterhaltungskunst und ein Szenenaufbau in seiner absoluten Vollendung (wenn man drei Bier intus hat). Das krasse aber ist, im Film wimmelt es nur so von solchen großartigen Momenten!

Der auf 1000 Stück limitierten Veröffentlichung von Das Auge des Bösen durch das Label filmArt gebührt an dieser Stelle ein dickes Lob! Giallo-passende gelbe Hülle mit VHS-Covermotiv, ein interessantes und informatives Booklet von Heiko Hartmann und Bonusmaterial, was den Fan staunen lässt. Neben der ungekürzten DVD-Fassung (86 Minuten) gibt es die deutschsprachige Langfassung, welche mit 79 Minuten aber kürzer ist als die DVD-Fassung. Zudem gibt es alternative Szenen, hier fällt vor allem die alternative „Augen-Szene auf, die zwar stark verrauscht ist, aber eine echte Rarität darstellt, den italienischen Filmanfang und Abspann, eine Bildergalerie und einen Originaltrailer.

Das Auge des Bösen ist ein stylischer Film, der charmant und äußerst unterhaltsam ist (wenn man denn einen entsprechend ausgelegten Filmgeschmack hat), durch eine sehr liebevolle und kompetente Veröffentlichung dem Fan die Freudentränen in die Augen treibt und mich deshalb restlos begeistert hat! Eine Veröffentlichung, die jeder Freund des gepflegten Unterhaltungsfilms in seiner Sammlung stehen haben sollte!

Christian Funke-Smolka
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am 3. Juni 2013
Die erste Veröffentlichung der Filmart Giallo Edition beschert uns einen eher trashigen, wenngleich auch recht harten Vertreter des Genres: DAS AUGE DES BÖSEN. Die Story ist eigentlich Standard: diesmal nicht in der Upperclass von Rom, sondern im Umfeld eines Pariser Edelpuffs angesiedelt, treibt ein mysteriöser Mörder sein blutiges Unwesen - Spezialität: Köpfe abhacken. Die Polizei, hauptsächlich in Person des Humphrey Bogart-Lookalikes Robert Sacchi, übersieht ständig eindeutige Hinweise und so hat der Killer viel Zeit, sehr viele Männer und Frauen köpfen, die auch nur im Entferntesten etwas mit der Geschichte zu tun haben könnten...
Auge des Bösen ist ziemlich krude umgesetzt und holprig (oder avantgardistisch?) geschnitten - garniert mit einer derben deutschen Bahnhofskino-Synchro und teilweise psychedelisch angehauchten Mordsequenzen von großer Brutalität (der Effektmensch Carlo Rambaldi hat zehn Jahre später immerhin E.T. erschaffen!) ergibt sich obskures Werk, das zwar nie besonders spannend, aber doch extrem unterhaltsam ist. Das liegt natürlich auch an der illustren Besetzung, neben Howard Vernon und Barbara Bouchet darf unter anderem Discokönig Rolf Eden einen Playboy (also sich selbst) spielen! Das i-Tüpfelchen bildet der Goblin-Soundtrack, der zwar aus dem Film Drug Connection entliehen wurde - aber doch perfekt die düstere Stimmung dieses Machwerks unterstreicht.

FAZIT: beste 70er-Trash Unterhaltung.

Die DVD bietet erstmals die wirklich ungeschnittene Fassung, wobei nur Handlungssequenzen neu dazugekommen sind - diese sind auf italienisch, deutsch untertitelt. Dazu gibt es noch ein paar Trailer, den italienischen Vor- und Abspann, alternative Szenen (zumindest farblich) und ein Booklet. Die Bild- und Tonqualität ist für diesen Film in Ordnung, zu gut sollte sie ja auch nicht sein - das würde dem ganzen das authentische Bahnhofskinoflair nehmen. Besser als meine alte Kassette von Pront Video sieht es allemal aus!
22 Kommentare| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 10. Juli 2016
Antoine Gottvalles wird beschuldigt die Prostituierte Francine ermordet zu haben.
Der psychisch labile Mann beteuert seine Unschuld...wird aber Schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.
Aus dem Gefängnis kann er zwar fliehen, kommt aber nach kurzer Flucht sehr Unfein ums Leben.
Und jetzt wird es Mysteriös.
Im Gerichtssaal hatte er angekündigt aus dem Grabe alle zu bestrafen die für seine Verurteilung gesorgt hatten.
Und genau das passiert nun.
Eine grausige Mordserie nimmt ihren Anfang und dem stoischen Inspector Pontaine bleibt nichts anderes übrig als die Leichen aufzusammeln.
Aber Gottvalles ist nachweislich Tod.....wer könnte der Killer sein? Und Warum? Oder ist es doch der Geist des zu unrecht Verurteilten?

Das Auge des Bösen, oder auch Der Ripper kommt auf Leisen Sohlen, aus dem Jahr 1972 ist kein lupenreiner Giallo.
Vielmehr ist er ein etwas krude geratener Mix aus Kriminalfilm und Drama mit Giallo-Elementen nebst einer Portion Nackter Haut.
Das Ganze ist recht Spannend inszeniert auch wenn er hier und da etwas arg Billig rüberkommt wie man z.b. am Fall eines Menschen vom Eiffelturm sehen kann.
Ansonsten wirkt der Plot auch ein wenig Wild zusammengeschustert.
Bis auf diese, in meinen Augen, kleineren Mängel macht diese sleazige, dreckige Genre-Perle nicht viel Falsch.

Die Atmosphäre ist hervorragend und versetzt einen direkt in das Feeling was man beim anschauen eines Giallo erwartet...auch wenn das Ganze in Paris spielt.
Die Dialoge sind auf's Nötigste reduziert und wirken hier und da schon fast Gleichgültig.
Der Plot ist streng genommen totaler Mumpitz aber wenigstens baut er Spannung auf und mal will Sehen wie es weiter geht.

Die Charaktere sind zwar Grob gezeichnet aber passen zur gesamten Szenerie....vor allem Inspector Pontaine der ein wenig an Humphrey Bogart erinnert mit Aussehen, Auftreten und Mimik.
Der Soundtrack ist Okay und auch die Settings sind passend.
Darsteller sind u.a.: Robert Sacchi, Peter Martell, Anita Ekberg, Barbara Bouchet, Howard Vernon, Rosalba Neri, Renato Romano, Eva Astor und.....Rolf Eden!!
Alles in allem also ein solider Genre-Vertreter der es zwar leider nicht in die Beletage der Gialli schafft aber ins gesicherte Mittelfeld.
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am 17. Juli 2014
Very pleased to have this movie in my fledgling giallo collection. Does have the very comely Rosalba Neri in the movie. This is a very good thing.
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am 25. Oktober 2015
nicht gerade der beste giallo aber unterhaltsam ist er allemal. in guter bild und ton-qualität und vor allem ungekürzt veröffentlicht.
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