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am 30. Juni 2017
Zuerst einmal: Das kleine Büchlein ist auch sehr klein geschrieben, und manches darin noch kleiner als der Hauptteil. Ist also nicht so ganz leicht zu lesen.
Das soll es aber mit der Kritik auch schon gewesen sein.

Wolfgang Kunath beschreibt auf über 350 Seiten großteils die negativen Seiten Brasiliens.

Von den Anfängen in der Geschichte spannt das Buch einen Bogen bis heute. Es handelt von Geschichte, Politik, Kultur, Sport und vor allem von den Eigenarten der Brasilianer und Brasiliens. Er erzählt von der Besiedlung Brasiliens, von den Einwanderern verschiedener Nationalitäten, von den geflohenen Juden und auch Nazis.

Es geht nicht um Touristenwerbung ala Samba, Karneval, Strände, Fußball, Amazonas; zumindest nicht im positiven Sinn.

Leute, die vielleicht ein paar Mal in Brasilien auf Urlaub waren, werden sich beim Lesen des Buches eventuell manchmal verwundert die Augen reiben. Aber Leute, die in Brasilien gelebt und gearbeitet haben oder das noch immer tun, werden den Ausführungen Kunaths wohl zustimmen. Die Eigenheiten Brasiliens und seiner Bewohner aus mitteleuropäischer Sicht.

Ich selbst kann Kunath in jedem Punkt zustimmen, es gibt nichts, was er übertrieben oder falsch dargestellt hätte.
Er beschreibt die Angst der Brasilianer vor den Ausländern, dass sie ihnen „etwas wegnehmen könnten“, die in der Bevölkerung, vor allem in der arbeitenden, stark ausgeprägt ist. Einerseits der „Minderwertigkeitsgefühl“ der Brasilianer, andererseits wieder der übertriebene Nationalismus, Fahnen und Flaggen überall, Interesse am Ausland oft kaum vorhanden.
Als Gringo wird man immer hinter einem Brasilianer in der zweiten Reihe stehen.
Das hat schon mit der Abschottung Brasiliens gegenüber dem Ausland durch Portugal in den Anfängen der brasilianischen Geschichte begonnen, und hat sich bis heute in der Mentalität der Brasilianer gehalten. Brasilien ist diesbezüglich unglaublich nationalistisch.
Was Kunath in seinem Büchlein vergessen oder zumindest nicht erwähnt hat, ist das Sprachproblem. Die richtig gehende Aversion vieler Brasilianer (auch an Universitäten) gegen die Weltsprache Englisch. Mit Englisch ist man in vielen Teilen Brasiliens verloren, sogar an Universitäten. Dieses „sich gegen Englisch Wehren“ ist in Brasilien deutlich stärker ausgeprägt als in den anderen, spanischsprachigen lateinamerikanischen Ländern, wo man mit Englisch normal zumindest durchkommt und ein weitaus größerer Teil der Bevölkerung zumindest ein bißchen Englisch sprechen kann (und will).

Kunath zählt eigentlich sonst alle „Seltsamkeiten“ der Brasilianer auf. Ihre Riesen-Angst vor allem und jedem, was sich nicht nur Ausländern, sondern auch den Mitbewohnern gegenüber zeigt; Mauern statt Zäunen, Stacheldraht, Glasscherben, Elektrozäune, Kameras, Wächter; am liebsten sind sie „drinnen“ vor dem Fernseher und mit dem Smartphone, oder im klimatisierten Einkaufszentrum.
Das Smartphone ist in Brasilien ungleich wichtiger als bei uns; ohne Facebook (!!!) und Whatsapp geht fast nichts mehr, und diese beiden sind auch die Hauptbeschäftigung vieler Brasilianer (v.a. –innen).

Das Desinteresse an der Umwelt.

Die unglaublich ungesunde Ernährungsweise; Brasilianer frittieren ja sogar Sushi – eine Erfindung aus Rio (?), um Sushi für Brasilianer attraktiv zu machen. Äußerst fettes (zu großen Teilen in Fett gebackenes) Essen, sehr eintönig (Reis, Bohnen), wenig Früchte, kaum bis kein Salat (je weiter nördlich, desto weniger), Unmengen an Zucker in Süßspeisen und Getränken (als Ausländer sollte man sich seinen frisch gepressten Fruchtsaft immer „sem açucar“ – ohne Zucker – bestellen, sonst kommen zwei bis drei Esslöffel in jedes Glas), Limonaden und Bier in Unmengen, Fastfood an allen Ecken. Das bewirkt natürlich eine Unzahl von übergewichtigen und oft auch richtig dicken Personen; vor allem auch Frauen und Kinder. Wer glaubt, dass Brasilien nur aus Damen vom Typ „Karnevals-Tänzerin“ besteht, der liegt gehörig falsch und wird sein blaues Wunder erleben, wenn er das erste Mal nach Brasilien kommt.

Kunath vergisst auch nicht auf den Lärm in Brasilien. Brasilien und Brasilianer sind unglaublich laut und scheinen Lärm und laute Musik zu lieben, ohne jegliche Rücksicht auf Mitbewohner. Er erzählt vom Kleinwagen, der am Strand neben einem parkt, Kofferraum auf, ein „wandelnder Lautsprecher“. Das ist aber noch untertrieben; es kann passieren, dass zwei, drei, vier Autos nebeneinander parken und alle ihre Kofferräume öffnen und nebeneinander ihre eigene Musik in voller Lautstärke spielen. Durch Wohnviertel und Dörfer fahren Autos mit riesigen Lautsprechern am Dach, um Werbebotschaften zu verbreiten; andere, die ihre Musik aus dem Auto oder auf dem Boot die ganze Umgebung hören lassen wollen, gibt es zu hauf.

Natürlich kritisiert bzw. beschreibt Kunath auch die brasilianische Politik, die Politiker, die Korruption, die Umweltzerstörung, beschreibt aber auch die kulturellen und sportlichen (Fußball) Positiva in Brasilien.
Und ein guter Teil ist der Kirche bzw. den Kirchen in Brasilien gewidmet, den heutzutage extrem im Aufschwung befindlichen Evangelicos und anderen Richtungen; durchaus auch als Gefahr für die Gesellschaft zu sehen.

Alles in allem ein Buch, dem man als Brasilienkenner nur zustimmen kann; teils schmunzelnd, teils Kopf schüttelnd – wenn man diese Sachen liest.
Trotzdem hätte ich mir ein bißchen mehr Positives über Brasilien gewünscht, neben den unbestritten wahren eher negativen Erscheinungen. Die immer noch traumhafte Natur, vom Amazonas bis zu den Meeresstränden, die tw. unglaubliche Herzlichkeit der Brasilianer, auf die ein Mitteleuropäer aber auch schnell reinfällt, die Lebensfreude und nicht zuletzt der Familiensinn – der kaum jemanden so schnell „in der Gosse landen lässt“; jeder hilft (in der Familie) jedem (was dann aber bis in die Politik und natürlich zu den Beamten geht und dann fließend in Korruption übergeht).

Ein empfehlenswertes Buch für Brasilienkenner, die merken werden, dass es „auch anderen so geht“.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
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am 30. Juli 2017
Schönes kleines Buch was wirklich Sachen zeigt, die man sonst noch nicht so oft gehört oder gesehen hat. Ich bin sehr zufrieden!
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am 21. März 2017
Ein interessaner Begleiter auf meinem Trip nach Rio. Im Flugzeug, auf dem Zuckerhut beim Bierchen - ich habe das Buch parallel zum Urlaub gelesen.
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am 17. Mai 2014
Brasilien, ein Land des Aufschwungs, der Vielfalt, aber auch der Absurditäten aus der Sicht eines wertebewussten Bildungsbürgers geschrieben. Manches erscheint überspitzt, aber sicher so empfunden.
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am 13. Februar 2016
Um Bezug auf einige Rezensionen zuvor zu nehmen, hebe ich hier hervor, dass dieses Buch keinerlei Anspruch erhebt, ein Reiseführer zu sein. Und dass das Buch eine kleine Schrift aufweisen wird, kann man sich bei seiner Taschenbuchgröße erwarten.

Zum Buch selbst. Es ist eine sehr gut recherchierte und fundierte Arbeit, die dahintersteckt. Es beleuchtet schier jeden Aspekt des brasilianischen Alltags und erhellt Zusammenhänge und Hintergründe, aus denen dann ein besseres Verständnis für Brasilien hervorgeht. Warum es so geworden ist, wieso es so ist und beschreibt die Mentalität der Brasilianer mit Bezug auf Geschichte, sodass man ein gutes und nicht zu einseitiges Bild über Brasiliens Bewohner bekommt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass es die gesamte Geschichte von ganz Brasilien unters Licht nimmt.
Das ist bisher wohl einer Hand voll Menschen vielleicht gelungen. Das Land ist unvorstellbar groß und in ein Buch die Grundlegenden Dinge heruaszuarbeiten, die für das Verständnis eines so hochverstrickten Landes fundamental sind, ist eine lobenswerte Leistung.
Gerade wenn man Brasilien bereits erlebt hat, kann man fast allem Beipflichten ooder erkennt Strukturen und Muster wieder.

M.E. nach eine klare Kaufempfehlung, weil es auch als Vorbereitung auf die Kultur ebenfalls gut ist.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Mai 2017
Brasilien jenseits von Samba, Strand und Caipirinha, das Brasilien hinter den Klischees der meisten Reiseführer, das ist es was uns Wolfgang Kunath aufzeigen möchte. Abgesehen von dem verschwörerisch-reißerischen Untertitel („Was Reiseführer verschweigen“) zeichnet er ein sehr realistisches Bilds des heutigen Brasilien, wobei er auch die Vergangenheit des großen südamerikanischen Landes immer wieder beleuchtet.

Gerade im katholischsten aller Länder sind die Evangelikalen auf dem Vormarsch. Allein die Pfingstkirchen haben mehr als 40 Millionen Anhänger. In jedem Kaff sieht man eine "Assembleia de Deus". Evangelikale Christen versprechen den Ärmsten der Armen ein besseres Leben - und leben nicht schlecht dabei: pausenlos fließen Spendengelder in die Sektenkassen. Da kann auch die katholische Kirche nicht nachstehen: zu den Show-Messen von Padre Marcello Rossi strömen besonders die Armen Brasiliens, bei seinen Freilicht-Missas mit bis zu drei Millionen Gläubigen.

Da wäre da auch noch das „Einkaufszentrum als Mittelstandsdroge“. In der Tat auf kaum etwas sind meine brasilianischen Verwandten und Freunde so stolz, wie auf ihre hypermodernen Shopping Center, die gerade in der Barra da Tijuca, dem modernsten Stadtteil Rio de Janeiros, wie Pilze aus dem Boden hervorgeschossen sind. Traurige Realität ist aber mittlerweile auch, dass viele der schicken Läden und Restaurants leer stehen - Zeichen der aktuellen Wirtschaftskrise, auf die Kunath als das Buch erschien noch nicht eingehen konnte. Dies sind aber nur einige der Themen, die in diesem Buch aufgegriffen werden.

Einziges Manko sind die fehlenden Literaturhinweise. Das ist wohl dem kompakten Format des Büchleins geschuldet. Dennoch möchte man als aufmerksamer Leser die Autoren, die Kunath oft und gerne zitiert, zur Vertiefung einzelner Aspekte noch einmal nachlesen.
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am 11. Februar 2014
das Buch beschreibt bestens recherchiert die Zusammenhänge Verschiedener Bereiche in Brasilien. Es findet sich u.a. ein erschütterndes Kapitel über die Machenschaften um den Urwald, ein erstaunliches Kapitel zur brasilianischen Traum-Figur, was es mit den evangelikalen Kirchen auf sich hat oder wie die Indianer heute leben.... das und Vielens mehr beschreibt er und man erfährt wriklcih die Hintergründe. Oft wussten wir mehr, als die Brasilianer, mit denen wir sprachen! Das kleine Format des Büchleins, erlaubt, dass es, auf jeden Fall noch ind Gepäck zu passen - wenn man das dazupacken und hat man eine tolle und wertvolle Lektüre!
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am 13. Mai 2014
Wer außerhalb von Samba und Zuckerhut etwas über Brasilien wissen oder lernen möchte, der ist mit diesem Buch bestens bedient! Das Buch beschreibt von der Entsehungsgeschichte (Entdeckung duch die Portugiesen), Königreich, bis hin zur Religiosität, alle Aspeckte des Brasilianschen Lebens, Geschichte und Wirtschaft. Ich bin noch nicht ganz fertig, aber der umfangreiche Informationsgehalt veranlasst mich schon jetzt zu einer Rezession.

Punktabzug gibt es für die extrem kleine Schrift. )Um Kommentaren vorzubeugen, ich bin Brillenträger und meine Brille ist neu ;) )
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am 2. Januar 2016
Ich habe vier Wochen in Brasilien verbracht, habe Freunde besucht und neue Menschen kennengelernt. Das Brasilien-Buch war mir ein beeindruckender Helfer, mehr zu verstehen und das Land noch mehr zu lieben.
Voll mit Wissen, nie langatmig und angenehm geschrieben, so dass ich es selbst Zuhause noch nicht aus der Hand legen konnte.
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am 14. November 2013
Wolfgang Kunath gelingt es in einer Aufsehen erregend plastischen Weise, eine Fülle von Wissen an den Mann und die Frau zu bringen, dass man am liebsten immer weiter lesen möchte. Absolut faszinierend und stringent erzählt und erläutert. Selbst wenn sich jemand Jahre lang mit diesem Land beschäftigt hat, wird einem durch de Lektüre immer wieder etwas klar. Dazu manchmal so humorig und witzig geschrieben, dass man losprusten muss. Und niemals anbiedernd, sondern hübsch aus der Distanz erzählt. Wunderbar!
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