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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2013
Die Leser von "Der Drachenläufer" und "Tausend strahlende Sonnen" haben lange darauf gewartet, auf das neue Werk von Khaled Hosseini. Als ich es im Italienurlaub sah, musste ich mir gleich die italienische Kindle-Fassung besorgen, denn in deutsch erscheint Hosseinis Buch erst im September. Und ich wage es zu behaupten, dass es diesmal die Geister, bzw. die Geschmäcker, scheidet. Es reicht nicht an seine Vorgänger heran, was die Tragik des Geschehens betrifft. Trotzdem hatte ich persönlich fast bis zum Ende eine 5-Sterne-Wertung in Sicht, die ich dann aber doch auf vier Sterne reduzieren musste. Warum ? Es bleibt ein weißer Fleck.

Zuerst einmal zum Buch im allgemeinen. Khaled Hosseini kann einfach nur wunderschön erzählen, in seinen Worten liegt soviel Poesie, dass es ein Genuß ist, seine Bücher zu lesen. Er beschreibt seine Protagonisten nicht, er zeichnet sie.

Das Buch ist nicht chronologisch und auch inhaltlich nicht in strikter, logischer Reihenfolge aufgebaut. Nein, Hosseini springt. Und zwar sowohl was die zeitliche Chronologie betrifft, als auch was die Protagonisten betrifft. Für einen geübten Leser dürfte dies trotz allem kein Problem darstellen. Ich hatte beim Lesen einen Maler vor Augen, der ein Gemälde herstellt. Anstatt an einer Stelle anzufangen und von dort ausgehend weiterzumalen, fängt Hosseini mehrere Geschichten an. Als ob ein Maler links oben beim Gemälde anfängt, dann rechts unten etwas zeichnet, dann wieder irgendwo in der Mitte weitermalt. Mir war bewußt, alles fügt sich zum Schluß zu einem wunderbaren Gemälde zusammen. Und hier kommt der weiße Fleck ins Spiel. Mir fehlt etwas auf diesem Gemälde, für mich ist es, als ob ein weißer , unbemalter Fleck übriggeblieben ist.

Was ist dieser weiße Fleck?

Hosseini erzählt in seiner unnachahmlichen Art die Geschichte von Abdullah und Pari, zwei Geschwistern in Afghanistan. Abdullah ist 10 Jahre alt und Pari, seine Schwester, drei Jahre. Zwischen beiden herrscht eine abgöttische Liebe, denn da die Mutter von Pari bei ihrer Geburt starb, war es der damals siebenjährige Abdullah, der seine Schwester fütterte, wickelte, sich um sie kümmerte. Als Pari drei Jahre alt ist, werden die Geschwister getrennt.Diese Trennung wird das Leben beider für immer verändern. Über Generationen und Kontinente hinweg erzählt nun Hosseini Lebensgeschichten der verschiedensten Personen , die einmal mehr, einmal weniger mit Pari und Abdullah im Zusammenhang stehen. Und das über einen Zeitraum von ca.60 Jahren. Einmal ist es die Geschichte von Nabi, dem Onkel der beiden, einmal die Geschichte des Griechen Markos oder von Pari selbst. Jede dieser Lebensgeschichten ( teils tragisch ) findet auf dem angefangenen Gemälde seinen Platz und lässt es immer klarer und deutlicher werden, bis......das Gemälde fertig ist. Und bei all diesen Lebensgeschichten voller Emotionen fehlt mir ausgerechnet die Geschichte Abdullahs, nach der Trennung von Pari. Wie ist es ihm ergangen? Wie wurde er mit dieser Trennung fertig ? Es fehlen ca. 25 Jahre seines Lebens, von ihm liest man erst wieder als er veheiratet ist und eine Tochter hat, mit Namen Pari. Wie hatte sich sein Leben in der Zwischenzeit entwickelt? Dies ist der weiße Fleck auf dem Gemälde, von dem ich gesprochen habe und der mich veranlasst hat, einen Stern abzuziehen. Bei all den vielen Lebensgeschichten, die Hosseini hier in diesem Buch beschreibt, hätte ich mir einfach mehr über die Geschichte Abdullahs erwartet.

Ansonsten ein wundervolles, berührendes, emotionales Buch von Hosseini, das es wert ist, eine Jubiläumsrezension zu werden, nämlich meine 200.
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am 12. Oktober 2013
Große Freude- ein neues Buch von Khaled Hosseini! Und dann? Eine Geschichte, die ihren Ausgangspunkt- die Trennung zweier eng verbundener Geschwister völlig aus dem Blick verliert. Über viele hundert Seiten ist nur von der Schwester die Rede, der Bruder taucht erst am Ende wieder als dementer Greis auf. Dafür werden immer neue Personen eingeführt und deren Lebenswege, Charakter, Beziehungen ausführlich erzählt, ohne dass sie einen Bezug zu der eigentlichen Geschichte haben. (z.B. Thalia mit dem von einem Hundbiss zerstörten Gesicht)
Langsam wird man müde, sich auf immer neue Verhältnisse einzustellen,und auch ungeduldig, dass keine Zusammenhänge zu erkennen sind.
Schade, dass die Geschichte nicht besser konstruiert ist, denn Hosseinis Sprache zu lesen ist nach wie vor ein Genuss. Deshalb auch trotz allem drei Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 17. September 2013
Eingeleitet durch eine Art Gleichnis erzählt Khaled Hosseini die Geschichte des 10-jährigen Abdullah und der 3-jährigen Pari, zwei Geschwistern, die sich abgöttisch lieben. Ihre Mutter verstarb und der Vater hat mit einer neuen Frau eine Familie gegründet. Die Armut ist groß und der Winter steht vor der Tür. Irgendwie muss die Familie überleben. Dann begeben sich der Vater und die Geschwister auf den Weg nach Kabul. Zu Fuß durchqueren sie die Wüste und in der Hauptstadt angekommen erklärt sich der Sinn dieser beschwerlichen Wanderung. Pari muss bei einer wohlhabenden Familie bleiben, die sie als Tochter aufnimmt. Durch die Trennung leiden sowohl Pari als auch Abdullah. Pari wird zeit ihres Lebens das Gefühl nicht los, ein Stück von ihr würde fehlen, obwohl sie in der Annahme aufwächst, die Wahdatis wären ihre leiblichen Eltern.

Khaled Hosseinis Roman umfasst eine Zeitspanne von gut 50 Jahren und ist viel weiter gefasst, als die von mir angerissene Inhaltsangabe vorgibt. Eine Vielzahl von Themen und Personen werden von dem Autor in die Romanhandlung eingefügt. In jedem neuen Kapitel erzählt der Autor eine neue Geschichte, neue Personen kommen hinzu. Viele verfolgt man durch den gesamten Roman, andere verliert man aus den Augen. Leider gehört dazu auch Abdullah. Er tritt erst wieder am Ende des Buches in Erscheinung. Durch diese Wechsel wirkte "Traumsammler auf mich stellenweise ein wenig unruhig, aber sehr vielfältig.

Khaled Hosseini ist ein Meister des Fabulierens. Gekonnt verwebt er die verschiedenen Handlungsfäden, die anfangs scheinbar ohne große Berührungspunkte für sich stehen, sich zum Schluss jedoch zu einem harmonischen Ganzen fügen. Der Autor ist aber nicht nur ein brillanter Erzähler, ebenso meisterlich versteht er es, bei den Lesern Emotionen zu erwecken. Der Haupthandlungsort des Romans ist Afghanistan, aber als Leser folgt man den Protagonisten um die halbe Welt. Auch in diesem Roman zeichnet Hosseini ein sehr authentisch wirkendes Bild von Land und Leuten, Sitten und Gebräuchen.

"Traumsammler" ist in meinen Augen der bisher ruhigste Roman des Autors. Einige wenige Kapitel wiesen ein paar Längen in der Handlung auf. Am meisten aber bedauerte ich, dass Abdullah für lange Abschnitte aus dem Geschehen verschwand.

Trotz meiner kleinen Kritikpunkte ist "Traumsammler" ein Roman, den ich sehr gern gelesen habe. Immer wieder begeistert mich die Sprachmelodie in den Romanen Khaled Hosseinis, die sich auch in der Übersetzung von Henning Ahrens wiederfindet. Ich bin mir sicher, wer mit "Drachenläufer" und "Tausend strahlende Sonnen" tolle Lesestunden hatte, wird auch an diesem etwas ruhigeren Roman seine Freude haben.
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am 7. Februar 2014
...kann zu einer Schlinge werden, die einen zu erdrosseln droht."

Zugegeben: Der Klappentext führt ein wenig in die Irre, denn das Hauptaugenmerk richtet sich nicht auf die getrennten Geschwister, obwohl sie beide das Gerüst bilden, das alles erst möglich macht.

Die Geschichten der Menschen, die sie treffen, mit denen sie leben, deren Leben sie tangieren - all das ist Gegenstand dieses Romans. Er führt uns aus dem kleinen afghanischen Dorf Shadbagh nach Kabul, nach Paris und auf die kleine griechische Insel Tinos, nach Indien und letztendlich in die USA. Es sind Kleinigkeiten, Feinheiten, Nebensätze, scheinbare Belanglosigkeiten - der Leser darf all das aufnehmen und sich selbst daraus einen großen Teppich weben.

"And the mountains echoed" heißt der Originaltitel. Was sich im Deutschen nur unglücklich übersetzen lassen würde, macht den Titel "Traumsammler" umso sinniger. Dieser Roman ist eine Sammlung gelebter und ungelebter Träume. Die Berge widerhallen ein und dieselbe Geschichte in vielen Facetten.

Kritiker werfen Hosseini vor, sich in nebensächlichen Figuren und Geschichten zu verlieren. Dem möchte ich hiermit entschieden widersprechen. Als Autor darf man Leser fordern und sie zum Mitdenken zwingen. Gerade die Intensität und Dichte der Charaktere jeden Kapitels ist es, die es mir nicht leichtmachten, sie ziehen zu lassen. Aber mit jedem Kapitel kam ich auch näher an die Vollendung dieses Puzzles.

Es ist der Dämon der afghanischen Legende, der Kinder raubt und sie nicht zurückbringt. Wer aber denkt, sie würden als Mittagsmahl enden, der irrt, denn Khaled Hosseini hat diese Geschichte nicht umsonst ganz an den Anfang seines Romans gestellt. Sie ist die Richtung, in die man lesen soll.

Diese Geschichte ist ein Flickenteppich, eine Patchworkdecke und ein Spinnennetz, in dem jeder Faden sorgsam mit dem nächsten verwoben ist. Für mich eine freudige Gelegenheit zur Spurensuche, des zwischen den Zeilen Lesens und des Kombinierens. Fragen nach Unterlassung, Schuld, Preis oder Sühne werden nicht beantwortet; der Autor überlässt die Antworten auf diese philosophischen Fragen wohltuend dem Leser.

Hosseinis Sprache passt sich an. Sie ist leuchtend poetisch, wenn es um sein Heimatland geht, sie ist sparsamer und farblich gedeckter in Paris. Auch wenn der Inhalt zumeist schwer ist, so bekam ich nie das Gefühl persönlicher Beklemmung, denn Hosseini hat die Fähigkeit, mit treffenden Worten und der hohen Kunst der Auslassung uns das Herz nicht schwer zu machen, sondern die Erkenntnis zu wecken, dass es das Leben ist, das gelebt werden will und manchmal auch muss. Der Roman ist gedanklich ausgereift, stilistisch wundervoll verschachtelt und durchdacht. Anfang und Ende treffen sich in den Zeitsprüngen.

"Traumsammler" ist ein Roman der Heilung - manchmal von äußerlichen Gebrechen, meistens sind es die seelischen. Das Fazit mag sein, dass es für viele Wunden einfach keine Heilung gibt, was uns nicht zwangsläufig zu unglücklichen Menschen macht.
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am 16. Januar 2014
Die Geschichte erzählt von der traumatischen Trennung zweier Geschwister im Kindesalter, dem Verlauf ihres Lebens ohne einander und (man ahnt es schon) wie die beiden sich nach einem verlebten Leben wieder finden. Auch der Klappentext erklärt in etwa diesen Romaninhalt.
Und so beginnt man zu lesen und hofft sehr bald nah an die Geschichte zu gelangen, doch das Buch überrascht mit vielen kleineren und grösseren Nebengeschichten, die allesamt im Stil des Autoren in einem warmen, poetischen und verspielten Erzählton gehalten sind, so dass man schon fast den Wüstenwind auf der Haut spürt. Manche dieser Geschichten thematisieren die Würde der Bescheidenheit und der Armut, sie erzählen von wortloser Harmonie und von herzzerreissenden Tragödien jenseits des Vorstellbaren. Fantastisch und zauberhaft sind diese Geschichten, für leistungsorientierte und globalisierte Abendländer exotisch und anmutig, abschweifend und in andere Realitäten wegtragend.

Was mich am meisten fasziniert hat, ist die Beschreibung der Stimmungen in den Beziehungen der Romanfiguren. Da werden oft ganz feine Töne hörbar, der unsichtbare Grundcharakter einer zwischenmenschlichen Verbindung wird mit Worten auf den Punkt gebracht. Dabei handelt es sich hauptsächlich um familiäre Beziehungen. Da versucht zum Beispiel ein Sohn seiner ambivalenten Mutter einmal nahe zu kommen, und dies gelingt dann auch nach vielen Ängsten und Zweifeln. Es geht um diese Auseinandersetzung mit dem, was unmittelbar zwischen zwei Menschen geschieht mit all dem Geheimnisvollen und Unverstandenen.

Die Figuren im Roman setzen sich mit ihrem Leben auseinander, suchen die Erfüllung und den Lebenssinn. Sie greifen nach dem gewissen Etwas, das sich zwischen Leben und Tod ereignet und das Leben lebenswert machen könnte. Sie suchen, finden, scheitern und manchmal gelingt es ihnen auch. Hier ein kleiner Auszug von Hosseinis Traumsammler:
„Das rede ich mir jedenfalls ein. Ich nehme an, dass ich mich auch aus anderen Gründen für die plastische Chirurgie entschieden habe. Zum Beispiel wegen des Geldes, des Prestiges, des sozialen Status. Wenn ich Thalia zum einzigen Grund dafür erkläre, ist das vielleicht zu schön, um wahr zu sein, etwas zu einfach und zu naheliegend. “Ich habe in Kabul manches gelernt, vor allem jedoch, dass das menschliche Verhalten chaotisch und unvorhersehbar ist und sich in kein festes Raster zwängen lässt. Trotzdem finde ich Trost in der Vorstellung eines roten Fadens oder eines Musters im Leben, das eben so langsam Gestalt annimmt wie ein Foto in der Dunkelkammer oder in der Vorstellung einer langsam sich entfaltenden Geschichte, die das Gute, das ich immer in mir zu sehen geglaubt habe, zu bestätigen scheint. Diese Geschichte hält mich am Leben.

Und natürlich fehlt im Roman auch die ganz grosse Liebesgeschichte nicht. Sie bleibt natürlich unerfüllt, wird dafür aber umso poetischer und herzzerreissender beschrieben. Und zwischen diese Geschichten eingeflochten führt uns ein ganz feiner roter Faden an das Thema von Pari und Abdulla heran. Vor allem die Geschichte von Pari wird ausführlich erzählt, die von Abdullah kommt eigentlich zu kurz.

Die dazwischen nicht fehlenden Stimmungen und Fakten aus der kriegerischen Geschichte Afghanistans geben zudem das Lokalkolorit dieses Landes wieder. Diese Mischung aus Lebenssinnsuche, Familiengeschichte und afghanischer Realität hat mir ausserordentlich gut gefallen.
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am 23. November 2013
Tausend strahlende Sonnen habe ich geliebt, Drachenläufer hat mich beschäftigt. Traumsammler startet vielversprechend. Aus kindlicher Sicht wird das Leben im afghanischen Hinterland und die intensive Beziehung der Geschwister geschildert.
Schwachpunkt des Buches ist allerdings, dass der Autor sich meiner Meinung nach für zu viele Erzählperspektiven entschieden hat.
So werden immer neue Nebenstränge entwickelt, die- und das ist das eigentlich Enttäuschende- am Ende nicht zusammengeführt werden.
Während die Geschichten am Anfang noch zusammenhängen, verliert sich dies zusehends.Man hat punktuell den Eindruck, man lese Kurzgeschichten
Auch entfremdet man sich zusehends von der "Hauptdarstellerin", da diese- als ihre Perspektive- geschildert wird seltsam oberflächlich über ihr Leben referiert.

Insgesamt eine Enttäuschung
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am 28. Oktober 2015
Erster Satz des Buches
"Ihr wollt eine Geschichte hören? Gut, ich erzähle euch eine."

Nach Drachenläufer und Tausend strahlende Sonnen ist das wieder ein Meisterwerk. Abdullah muss mit ansehen, wie sein Vater seine geliebte kleine Schwester Pari verkauft. Das Schicksal der betroffenen Familien, sowie der Personen, die damit in Berührung kommen, wird meisterlich erzählt. Viele Schicksale, viele Länder, viele Charaktere..

Das besondere an dem Buch ist nicht der Kulturmix (Afghanistan, Paris, USA und die verschiedenen Zeiten) sondern die verteilte Erzählweise. Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer anderen Person beschrieben, die mehr oder weniger in das Leben der beiden Hauptdarsteller involviert sind. Dadurch einsteht ein sehr differenziertes Bild der Ereignisse.

Für mich ein unterhaltsames, berührendes und gelungenes Buch.
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Dezember 2013
Als vor der Veröffentlichung von Khaled Hosseinis neuem Buch groß und verheißungsvoll auf Plakaten mit den Worten: „Was kann Geschwister trennen – nichts auf der Welt“ geworben wurde, war ich sehr gespannt auf das neue Werk des Autors. Ich hatte zuvor bereits mit großer Begeisterung „Drachenläufer“ und „Tausend strahlende Sonnen“ gelesen. Von einer Geschichte über zwei Geschwister, die gewaltsam getrennt werden, hatte ich mir eine ähnliche emotionale Intensität wie in den beiden vorangegangenen Werken erhofft.
Khaled Hosseini neues Werk ist aber vielmehr eine Zumutung als ein Lesevergnügen.

Die Geschichte beginnt erst einmal recht schön, indem das Leben und die enge emotionale Bindung der Geschwister Pari und Abdullah beschrieben wird. Der Vater beschließt, seine Tochter an eine wohlhabende Familie zu verkaufen.
Eigentlich würde der Leser an dieser Stelle erwarten, die Lebenswege der fortan getrennten Geschwister verfolgen zu können, aber die Geschichte von Pari und Abdullah verliert sich im folgenden in etlichen anderen Lebensgeschichte von Charakteren, die oft nicht einmal in direktem Kontakt zu den Geschwistern stehen, ja, die zumeist auch noch unsympathisch sind und zu denen der Leser keine tiefer reichende Verbindung aufbauen kann. Im Einband des Buches steht dazu vermerkt: „… welch ungeahnten Geschehnisse die Trennung der Geschwister in Gang setzt – und wie sie in den Leben anderer auf der ganzen Welt nachhallt" - was ich einigermaßen übertrieben finde, nachdem diese Charaktere eben meist keinen Kontakt zu den Geschwistern haben und es sich beispielsweise nur um Nachbarn ohne näheren Bezug handelt.

Warum Khaled Hosseini - der eigentlich ein begnadeter Schriftsteller ist - seine Geschichte hier durch so viele nebensächliche und unbedeutende Geshichten, die in keinster Weise zur Ausgangsstory passen, verknüpft, ist mir ein Rätsel. Es werden schlichtweg in jedem Kapitel neue Personen eingeführt, die zumeist später keine Rolle mehr spielen und selbst wenn, dann nur untergeordnet.
Hosseini widmet in „Traumsammler“, das vielleicht besser „Geschichtensammler“ heißen sollte, jedes Kapitel einer anderen Lebensgeschichte:
Kapitel Eins und Zwei: Geschichte der Geschwister Pari und Abdullah
Kapitel Drei: Lebensgeschichte von Parwana (Abdullahs Stiefmutter)
Kapitel Vier: Der Brief von Nabi (Abdullahs Onkel) an Markos und dessen Lebnesgeschichte, sowie die Lebensgeschichte von Nila und Suleimann Wahdati
Kapitel Fünf: Lebensgeschichte zweier Brüder, die einst Nachbarn von Nabi waren
Kapitel Sechs: Lebensgeschichte Nila Wahdati und endlich tritt – auf Seite 197 (!) die erwachsene Pari endlich wieder einmal auf
Kapitel Sieben: Lebensgeschichte des Jungen Adel (in dieser wird zugleich das Schicksal von Abdullahs Stiefbruder Iqbal dargestellt - falls der geneigte Leser an dieser Stelle noch dazu fähig ist, sich daran zu erinnern das hier der in Kapitel Eins erwähnte Iqbal plötzlich wieder aufgegriffen wird)
Kapitel Acht: Lebensgeschichte von Markos (der in Kapitel Vier den Brief von Nabi erhalten hat) und dessen Mutter sowie deren bester Freundin und wiederrum deren Tochter Thalia
Kapitel Neun: Lebensgeschichte von Abdullahs Tochter Pari und der Bogen zu Kapitel Zwei wird (endlich! endlich!) geschlagen, indem (endlich!) wieder die Geschwister Pari und Abdullah eine Rolle spielen

Ich persönlich fand es bisweilen sehr ermüdend mich durch all die verschiedenen Lebensgeschichten zu kämpfen. Es war oft mühsam, sich all die verschiedenen Namen zu merken.
Zum anderen finde ich es bedauerlich, dass Hosseini bei beinahe all seinen Charakteren den körperlichen Zerfall im Alter beschreibt und ihnen eine unheilbare Krankheit zudenkt, an der diese meist zugrunde gehen. Dadurch ist eine Geschichte entstanden, die hoffnungslos und trostlos daherkommt und leider keine Lesefreude bietet.

1 Stern für diese schwache Leistung eines eigentlich guten Autors.
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am 27. Oktober 2013
Ich hätte es mir anders vorgestellt, dieses Buch, das muss ich sagen. Erwartet hatte ich einen Roman über auseinander gerissene Geschwister, in dem der Lebensweg dieser beiden Personen hintereinander weg nachvollzogen wird. So ist es aber nicht. In gewisser Weise sind die beiden Geschwister Pari und Abdullah zwar die Hauptpersonen, aber Khaled Hosseini erzählt nicht nur deren Geschichte, sondern auch die von Menschen, mit denen Pari und Abdullah in irgendeiner Weise etwas verbindet.

Dadurch besteht das Buch letztlich aus vielen großen und kleinen Geschichten, die - wie auf einer Perlenschnur aufgereiht - scheinbar bunt durcheinander erzählt werden (auch von der zeitlichen Abfolge her). Und doch sind sie alle irgendwie Teil der "großen" Geschichte um Pari und Abdullah. Ich hatte das Gefühl, man muss sich auf diese Art des Schreibens erst einlassen, um es wirklich genießen zu können. Wenn jemand einen Roman mit straffem Erzählstrang erwartet, wird er vielleicht enttäuscht sein. Ich fand es aber "mal ganz anders" und wirklich schön, auch wenn die geschilderten Schicksale oftmals tragisch und bedauernswert waren. Man findet viel Stoff zum Nachdenken zwischen den Zeilen und ich glaube, mich werden einige Stellen noch länger "verfolgen". Das liegt sicher auch an der Art, wie Hosseini Bilder im Kopf erzeugt. Ich denke, das gelingt bei weitem nicht jedem Autor so gut wie ihm.

Positiv aufgefallen ist mir auch, dass das Ende sehr wirklichkeitsnah ausfiel - das erwartete Klischee (die Geschwister fallen sich nach ewig langer Zeit in die Arme und alle sind glücklich) blieb aus. Es gab kein Happy End und doch war es irgendwie eins... ich fand es sehr realistisch.

Um es nochmal kurz zusammenzufassen: ich fand das Buch außergewöhnlich und gut. Besonders den Schluss aber: außergewöhnlich gut.
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am 30. Dezember 2013
Wie viele andere hier konnte mich "Traumsammler" leider bei Weitem nicht so fesseln wie die beiden Vorgänger von Hosseini. Es brauchte bis zur vorletzen (!!) Seite, um Gefühle in mir hervorzurufen, bis dorthin war der Roman eher eine Aneinanderreihung von mehr oder weniger für den Gesamtfortschritt belanglosen Einzelgeschichten. Teilweise fiel mir beim Lesen ein bereits erzählter Strang wieder ein, den ich bis dahin schon wieder vollkommen vergessen hatte!

Auch die Zusammenführung am Ende ließen mich emotional nicht so weit an sich heran, dass ich mit den beiden Paris hätte mitfühlen können. Zu Abdullah konnte ich sowieso keine Beziehung aufbauen, weil er fast den kompletten Roman unbeschrieben blieb. Es war mir schlicht egal, wie die Geschichte ausgeht, und das habe ich so noch nie erlebt!

Durch den kurzen Einblick in die Geschichten der verschiedenen Personen eröffneten sich mir viele Fragezeichen, weil diese Leben für mich allesamt unvollendet blieben. Weshalb wurde die Geschichte Roshis angeschnitten, weshalb die der beiden Brüder, weshalb die des einsamen Jungen im neuen Shadbagh? War das wirklich so wertvoll für die Gesamtgeschichte? Ich hätte mir wenigstens mehr Aha-Momente zum Ende hin gewünscht, statt dessen wartete ich umsonst und habe mich teilweise über die "Auflösung" richtiggehend geärgert.

Das Buch ist in einer wunderschönen Sprache geschrieben, deshalb auch dennoch die drei Sterne. Ich würde es aber nicht weiterempfehlen. Schade!
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