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am 21. April 2014
Frank Riedel will zeigen, wie finanzmathematische Instrumente in Kombination mit falschen Regulierungen und Marktmacht die aktuelle Wirtschaftskrise verursacht haben. 
Dies ist Prof. Riedel nicht gelungen.
In seinem Buch versucht er die Finanzmathematik als eine etwas völlig neues und unglaublich revolutionäres darzustellen. Dies hätte ihm vielleicht gelingen können, wenn er dem mathematisch vorgebildeten Leser etwas mehr Substanz an Mathematik geliefert hätte.
Doch leider wird die einzige etwas komplexere Gleichung in dem Buch  nicht genutzt, um etwas zu erläutern, sondern den Leser vor Ehrfurcht erstarren zu lassen.
In den anderen Teilen des Buches ist Prof. Riedel mindestens ungenau oder eher an Verbreitung einer Meinung denn an Erläuterungen von Zusammenhängen interessiert.
So gibt es gerade den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaftler eben nicht sondern den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Die Aussage, dass die Bayesianische Methode nichts weiter sei als eine wissenschaftliche Verbrämung des Finetunings,
sagt nichts über die Methode aus, sondern nur, wo der Autor in Bezug auf Bayesianischen Verfahren steht. Auch ist das Bild eines Straßenverkehres, in dem die Autos immer mit angezogener Handbremse fahren, für die Tobin-Steuer nicht nur grundlegend falsch, sondern auch den Leser eher verwirrend als helfend. War dies beabsichtigt?
Der Text selbst ist gut zu lesen und damit für die Badewanne geeignet. Doch da das Buch insgesamt nicht lesenswert ist, vergebe ich nur einen Stern.
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am 26. November 2013
Doch ein wenig spät kommt dieses Buch mit seiner Erklärung der Finanzkrise auf den Markt. Zwar kann man sagen „besser spät als nie“, doch so unbedingt und wesentlich ganz Neues findet sich im Buch nicht.

Durchaus aber eine entschiedene Wendung zur „Value at Risk“ als Ursache des Fast-Zusammenbruchs des weltweiten Finanzsystems, dessen Folgen und Gefährdungen bei weitem noch nicht ausgestanden sind und, u.a. auf der Ebene der Verschuldung der Volkswirtschaften, bis heute massive Folgen zeitigt.

Sehr detailliert und fundiert gibt der angesehen Wirtschafstheoretiker und Finanzmathematiker Riedel im Buch dem Leser einen (trotz der eher trockenen Darstellung verständlichen) Einblick in die Ursachen der Krise durch „zu große Freiheiten“, durch kaum spürbare Regulierung der Finanzmärkte, durch eine konkurrenzlose Marktmacht und ein „Machen hinter den Kulissen“, das einerseits gezielt und geplant und andererseits sehr diskret und versteckt stattgefunden hat. Zudem weist Riedel kleinteilig nach, dass eigentlich funktionierende finanzmathematische Berechungs- und Arbeitsweiden „zweckentfremdet“ wurden. Ob des Profits natürlich.

Eine einfache Risikoformel war es, die, falsch eingesetzt und nicht von außen kontrolliert, das weltweite Finanzgefüge in seinen Grundfesten bis heute erschüttert hat. Ein Geschehen, aus dem Riedel die nachvollziehbare Folgerung nach der Notwenigkeit klarer Kontrolle „von außen“ zieht. Das eben nicht nur mathematische Berechungen allein, sondern auch „ökonomischer Verstand“ hinzutreten muss, um ein fragiles und komplexes System „im Griff zu halten“. Ein Verstand, der dabei nicht im Inneren und auf den interessengeleiteten Entscheidungsebenen der Banken selber verankert sein darf.

Berechnungssysteme, Voraussagen, ökonomische Beratungen, wirtschaftspolitische Betrachtungen sind eben nur so gut, wie es die möglichst neutrale Kontroll- und „Gegenrechnungsebene“ zulässt.

Auch wenn die Diskussion bereits lange und breit geführt wird, bietet Riedel doch mit seiner erläuternden mathematischen Betrachtung noch fundierte Informationen für eine grundlegende Betrachtung der Krise von 2008 und, vor allem, einen Ausblick auf einen „Lernen aus dieser Krise“. Gerade weil es scheint, dass ein „weiter wie gehabt“ mehr und mehr wieder das System beherrscht (falls es je intern anders war), bildet das Buch doch eine auch gegenwärtig noch wichtige Lektüre zum Verständnis der finanzmathematischen Hintergründe und einen ebenso fundiertes Plädoyer für eine Änderung der zu sehr gelockerten Regulierungen gerade des Finanzmarktes.

Komplexe Systeme müssen eben auch komplex betrachtet und „berechnet“ werden. Vereinfachungen in der Berechungspraxis und „Hochrechnungen“ werden der aktuellen Lage in einer verflochtenen Globalisierung auch der Finanzmärkte in keiner Weise gerecht und greifen, verbunden mit massiven Eigeninteressen, fast folgerichtig zu kurz. Wie es anders ginge, das ist auch aus diesem Buch heraus zu lesen, wenn auch nicht exklusiv nur in diesem Buch.
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am 21. April 2014
Ich teile die Kritik, die hier schon von einigen Renensionen geäussert wurde, dass die Ursachen etwas zu einseitig in Missverständnissen über die Möglichkeiten der Finanzmathematik gesehen werden, auch wenn das eine wichtige Rolle gespielt haben mag. Aber Finanzmathematik ist eben nur eine Komponente des Wirtschaftslebens. Ohne dem Autor zu nahe treten zu wollen, glaube ich, dass Herr Stiglitz (immerhin Nobelpreisträger) eine deutlich breiter angelegte ökonomische Kompetenz hat. Ich halte dessen (von Herrn Riedel mehrmals angezweifelte) Ursachenanalyse der Finanzkrise für hoch plausibel. Inzwischen müssen ja sogar eingefleischte Friedmann-Anhänger eingestehen (sogar Herr Greenspan!!), dass die massiven De-Regulierungen ganz entscheidend den Finanz-Kollaps mitverursacht haben. Herr Riedel hat möglicherweise auch nicht hinreichend berücksichtigt, dass Herr Stiglitz natürlich vorwiegend aus einer US-Amerikanischen Perspektive schreibt, und da war ja die De-Regulierungswut noch ausgeprägter als in Deutschland. Herr Riedel kann nicht ernsthaft anzweifeln, dass z.B. das Aussetzen des Glass-Steagall Acts oder die Liberalisierung des internationalen Kapitalverkehrs verheerende Auswirkungen hatte, und wenn er es doch tut, dann sollte er eingestehen, dass er hier sein Spezialgebiet (Finanzmathematik) verlässt und das von Herrn Stiglitz betritt.

Meine zweite Hauptkritik dieses Buches bezieht sich eher auf eine menschliche als fachliche Komponente. Wenn man sieht, dass auf Grund der Inkompetenz oder moralischen Verfehlungen (oder was auch immer die Ursache ihres Handelns gewesen ist) vieler derjenigen, die Millionen und zig Millionen an Bonis kassiert haben, unbeschreibliches Elend über die Menschheit gebracht haben, dann finde ich es schon etwas zynisch, denjenigen Neid vorzuwerfen, die diese exzessiven Boni zu Recht kritisieren. Natürlich ist es nicht leicht, festzustellen, wie gerechte Bezüge aussehen sollten. Ob z.B. ein Wirtschaftsprofessor höhere Bezüge haben sollte als ein Bundesligaspieler (ich bin dieser Meinung, auch wenn es nicht Millionen wie bei letzteren sein sollten), darüber kann man ja vielleicht noch streiten. Aber es gibt eben auch Extremfälle, wo die Ungerechtigkeit eindeutig auf der Hand liegt. Und dazu gehören alle Fälle, in denen die jährlichen Bezüge im zig-Millionen Bereich oder höher liegen. Kein menschliches Wesen kann Leistungen (relativ zu den meisten Mitmenschen) erbringen, die das auch nur annähernd rechtfertigen könnten. Bei den Finanz-Jongleuren kommt noch hinzu, dass sie ja oft keine besonderen Leistungen (oder sogar Negativ-Leistungen) erbracht haben, wie ja von Herrn Riedel durchaus eingeräumt wird. Wenn man den Kontrast zwischen solchen Bezügen und dem teilweise menschen-unwürdigen Bedingungen, unter denen viele schwer arbeitende Menschen Leben müssen, anprangert, dann hat das nichts mit Neid, aber viel mit Menschlichkeit zu tun. Die Erklärung von Herrn Riedel (im Wesentlichen die Kräfte des Marktes) für solche Diskrepanzen mögen ja in unserem Wirtschaftssystem zutreffen und selbstverständlich hat er das Recht, dieses System in der Summe auch positiv zu sehen. Aber er sollte denjenigen, die es möglicherweise kritischer sehen, zugestehen, dass sie andere Motivationen als Neid für ihren Standpunkt haben.
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Meine Erwartungen an dieses Buch, nachdem es auf der Short-List zum Wirtschaftsbuch-Preis 2013 stand, wurden tief enttäuscht. Ich habe mehr Substanz erwartet.

Value at Risk wurde für die Einschätzung des Risikos von Marktpreisänderungen entwickelt und wird zur Risikobestimmung von Handelsbüchern der Banken und der erforderlichen Eigenkapitalunterlegung herangezogen. Dies soll nun zu der Finanzkrise 2007/08 geführt haben? Der Autor liefert hierfür keinerlei Beweis. Dabei sollte ihm doch das „quot erat demonstrantum“ als Mathematiker geläufig sein.

Die Aufsichtsbehörden verlangen, das Risiko von Marktpreisänderungen auf das Handelsbuch über einen Zeitraum von 10 Tagen zu bestimmen. Das VaR ist also eine dynamische Größe. Die Berechnung des VaR basiert dabei ebenfalls auf der Annahme, dass die Marktpreise von Aktien oder Währungen einer Brownschen Bewegung folgen, die in einem späteren Kapitel als Bestandteil der „guten“ Finanzmathematik dargestellt wird.

Das Beispiel, wie ein Händler das sog. „tail risk“ erhöhen kann, während das VaR unverändert bleibt, überzeugt nicht. Kein Händler, der einen hohen Bonus erhalten möchte und dem Moral Hazard unterliegt, wird eine Position in dem Portfolio 2 eingehen. Der Erwartungswert dieses Portfolios ist nämlich negativ, wie der Autor in einer Fußnote ausführt. Jeder Händler lernt jedoch, nur Positionen einzugehen, die einen positiven Erwartungswert haben. Ferner kann das „Tail Value at Risk“ ebenfalls ermittelt werden und ein gutes Risikomanagement wird dies auch berechnen.

Eine mögliche Strategie, das Tail Risk zu erhöhen ohne das VaR zu erhöhen, ist der Verkauf von Optionen, die weit aus dem Geld liegen. Aber da VaR dynamisch ist und sich bei Preisänderungen des unterliegenden Instruments auch der Preis der Option verändert, hat dies dann doch Auswirkungen auch auf das VaR.

Das Problem mit VaR und alternativen Risikomessgrößen liegt jedoch woanders und hierauf geht der Autor keineswegs ein. VaR wird für Handelsbücher ermittelt, also für ein Portfolio verschiedener Finanztitel. Hierfür spielen die Volatilität und die Korrelation eine entscheidende Rolle. Allerdings sind sie nicht konstant. Eine stärkere, negative Marktbewegung kann dann zu einem Anstieg der Volatilität und der Korrelationskoeffizienten führen, die auch das VaR oder ein alternatives Risikomaß erhöhen. Der Abbau von Risiko, sprich die Liquidierung von Positionen kann dann die negative Marktbewegung verstärken. Zu den neueren Entwicklungen der Mathematik gehören Copulas als ein flexibleres Konzept im Vergleich zur Korrelation. In einigen Artikeln sind jedoch die Copula-Funktionen, insbesondere für den Bereich der Credit Derivate kräftig kritisiert und beschuldigt worden, einen Beitrag zur Finanzkrise geleistet zu haben. Auch hierzu kein Wort des Autors.

Ein wesentlicher Faktor für die Schwere der Finanzkrise war die falsche Einschätzung der Kreditrisiken bei den Hypotheken, sei es nun bei den einzelnen Darlehn selbst oder bei der Verpackung zu CMOs und den Derivaten. Welche Rolle die Mathematik bei den Modellen für die Kreditrisiken und die Fehleinschätzungen spielte wird nicht thematisiert. Rating-Agenturen haben ohne Zweifel eine wesentliche Mitschuld an der Finanzkrise, denn bei einem adäquaten Rating hätten einige Käufer die CMOs nicht auf die Bücher genommen. Aber wie die Wahrscheinlichkeiten für einen Kreditausfall objektiv ermittelt werden können, hierzu schweigt sich der Finanzmathematiker aus. Fehleinschätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten bei den Hypotheken und den hiermit besicherten Anleihen führen jedoch bei allen Risikokennziffern zu falschen Risikobewertungen, nicht nur bei VaR.

Sucht man bei Amazon nach dem Begriff Finanzmathematik, so findet man eine ganze Reihe unterschiedlicher Lehrbücher. Wie der Autor jedoch Finanzmathematik definiert bleibt unklar. Es hat den Anschein, dass er nur einen sehr engen Bereich darunter versteht, nämlich die Bewertung von Derivaten, wenn die Position durch Kombinationen aus am Markt gehandelten Finanzinstrumenten synthetisch dupliziert werden kann. Das gelieferte Beispiel mit der digitalen Option bei vorgegebener Bewegung des Aktienkurses nach oben bzw. unten verwirrt mehr, als es an Klarheit bringt. Woher kommen diese Bewegungen? Bei den binominalen Bewertungsmodellen von Cox, Ross und Rubinstein spielt aber die Volatilität ebenfalls eine Rolle für die Bewegungen des Basisinstruments nach oben oder unten. Dass die Volatilität jedoch gehandelt wird und keineswegs fest vorgegeben ist, geht einfach unter. Dies ist dann wohl der Bereich der schlechten oder missbräuchlichen Finanzmathematik?

Schon Sir Isaac Newton sagte, dass er zwar die Umlaufbahnen der Planten berechnen könne, nicht aber die Entwicklung der Aktienkurse. Diese sind nämlich eine stochastische Zeitreihe, bei der stets der Zufall eine Rolle spielt. Dies gilt auch für makroökonomische Zeitreihen. Hieraus ergibt sich aber, dass alle Prognosen selbst mit einer Unsicherheit behaftet sind. Weshalb der Autor deshalb die Abschaffung von Prognosen seitens der Wirtschaftsforschungsinstitute fordert ist unverständlich. Sowohl für die Wirtschaftspolitik als auch für Unternehmen und Haushalte spielen Prognosen trotz der Kritik einiger Professoren eine wichtige Rolle, auch wenn sie nicht so exakt sind wie die Vorhersage der nächsten Mondfinsternis.

In dem Buch wird Nobelpreisträger Paul A. Samuelson mehrfach erwähnt, der die Volkswirtschaftslehre als Königin der Sozialwissenschaften bezeichnet hat. Anders als Naturwissenschaften sind sie jedoch keine exakten Wissenschaften. Dies gesteht der Autor an einigen Stellen zwar ein, scheint aber dann doch eine mathematische Exaktheit wie bei der Bewertung von Optionen zu fordern. Die Mathematik hat in der Volkswirtschaftslehre ohne Zweifel ihren Platz. Manche Theorie lässt sich in der Sprache der Mathematik einfacher darstellen als in langen verbalen Ausführungen.

Albert Einstein fordert, Sachverhalte simpel darzustellen, aber nicht zu simpel. Dies findet sich auch in der Ökonomie und Ökonometrie wieder. Die Realität ist komplex und deshalb bedarf es der Modelle, die die Abbildung der Realität auf die wesentlichen Faktoren reduzieren. Dies zieht sich durch die Dogmengeschichte der Volkswirtschaftslehre hindurch. Zu den Modellen gehört es auch, dass Annahmen getroffen werden. Die kritisierten VAR (vector auto-regressive) Modelle sind nicht wie behauptet ohne theoretische Fundierung. Sie sind vielmehr von Chr. Sims für solche ökonomischen Größen entwickelt worden, bei denen die Theorie von einer gegenseitigen Beeinflussung ausgeht.

Nachdem sich verstärkt Naturwissenschaftler auch mit dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre beschäftigen, folgte hieraus das Bestreben aus der VWL eine exakte Wissenschaft zu machen. Für die Veröffentlichung in den führenden Fachzeitschriften spielt deshalb die mathematische Eleganz der Lösung für ein Problem die wesentliche Rolle. Um jedoch zu einer eleganten Lösung zu gelangen, werden die hierfür notwendigen Annahmen getroffen. So ist eine weit verbreitete Annahme, dass die Akteure an den Finanzmärkten rationale Erwartungen haben. Sie wissen, dass Renditen von Aktien und anderen Anlagen schwanken und negativ sein können, aber sie kennen die relevanten Momente der Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Hierfür ist Eugene F. Fama in diesem Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Dass makroökonomische Modelle mit Mikrofundierung die Finanzkrise nicht vorhergesehen haben, mag zwar daran liegen, dass sie keine Banken und Finanzsektor enthalten. Aber wenn das Interesse der Wissenschaftler, die solche Modelle entwickelt haben, nicht auf der Vorhersage von Finanzkrisen liegt, kann ein solches Model dennoch für den Untersuchungszweck brauchbar sein.

Der Titel des Buches lautet „Die Schuld der Ökonomen“. Auch wenn der Autor einige interessante Aspekte tangiert, so hat er dennoch das Thema verfehlt. Wenn die Makromodelle an der Finanzkrise eine Mitschuld tragen, so sollte konkret aufgezeigt werden, worin diese Schuld besteht. Dass ein Modell nicht alle Aspekte des Wirtschaftslebens erklärt ist jedoch m.E. noch keine kausale Schuld.

Dennoch könnte die Mainstream-Ökonomie zum Entstehen der Finanzkrise beigetragen haben. Annahmen und Modellergebnisse werden häufig als unumstößliche Fakten dargestellt. Der Glaube, dass sich Risiken durch Diversifikation reduzieren lassen und dass die Marktteilnehmer an den Finanzmärkten rationale Erwartungen haben und die Märkte effizient und stets liquide sind, könnte dazu geführt haben, dass sich das Verhalten der Marktteilnehmer geändert hat. Der von Ökonomen bekräftigte Glaube an die Effizienz der Märkte, insbesondere der Finanzmärkte, könnte zu einem gestiegenen Vertrauen und somit geringerer Vorsicht geführt haben. Man hat ja sichere Anleihen gekauft, die mit AAA geratet sind, da passiert schon nichts. Aber eine solche Untersuchung lässt sich schwer in ein mathematisches Modell verpacken.
Es sind zwar nicht viele, aber es waren Ökonomen, die vor vom US Immobilienmarkt ausgelösten Finanzkrise gewarnt haben. In der akademischen Welt waren dies die Professoren Robert Shiller und Nouriel Rubini. Aber auch von Volkswirten bei Investmentbanken gab es Warnungen. Es waren aber auch Volkswirte wie Kenneth Galbraith oder Charles Kindleberger, die sich mit der Entstehung von Finanzkrisen befasst haben, halt verbal und nicht in mathematischen Modellen. Robert Shiller hat zusammen mit George Akerlof ein Buch veröffentlicht, dass weitaus fundierter auf die Fehler der Mainstream-Ökonomie hinweist.

Eine Kernthese des Autors lautet, dass nicht zu viel Deregulierung, sondern falsche Regulierung zur Finanzkrise geführt hätte. Dies klingt sehr nach Statements der FDP und insbesondere von Herrn Brüderle. Insgesamt hinterlässt das Buch den Eindruck, dass es eine Ansammlung subjektiver Statements statt einer wissenschaftlich basierten Analyse ist. Zur Maximierung meines Nutzens hat dieses Buch jedenfalls einen negativen Beitrag geliefert.
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am 15. Oktober 2013
Das Buch ist gut leserlich geschrieben. Auch Menschen, die sich nicht mit Ökonomie auskennen, erhalten einen Einblick in die wirklichen Hintergründe der Finanzkrise. Die Erklärungen sind schlüssig und nicht platt !!! Zudem werden Lösungen zum weiteren Vorgehen in der Zukunft vorgeschlagen.
Daher: Gelungen! Auch für Laien geeignet! Endlich wird mal Klartext geschrieben!
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am 19. Oktober 2013
Der Autor Frank Riedel liefert eine fundierte, kritische und wichtige Analyse derzeit bestehender Fehlentwicklungen in den Wirtschaftsfakultäten, in den Wirtschaftsforschungsinstituten und in der Politikberatung.

Die besondere Stärke des Buches ist, vermeintlich komplizierte Zusammenhänge leicht verständlich darzustellen.

Ein zentrales Thema ist fehlerhafte Regulierung, welche die Finanzkrise erst ermöglicht hat. Diese falsche Regulierung wurde seitdem nicht verändert. Des Weiteren werden unter anderem Wirtschaftsprognoseinstitute kritisiert, welche noch nie eine Krise vorhergesagt haben und auch die nächste nicht vorhersagen werden.

Doch Frank Riedel belässt es nicht bei der Kritik, sondern liefert auch konkrete Lösungsansätze.
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am 29. Mai 2014
Ich verstehe nicht, wie ein Professor ein so derart pseudowissenschaftliches und dabei oft populistisches Buch schreiben kann. Es kann gut sein, dass das Buch einige Wahrheiten enthält. Diese gehen aber leider auf Grund der Polemik des Buches unter. Absolut unnötiger Kauf.
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am 22. November 2013
Jetzt noch ein Buch mit dem Titel "Die Schuld der Ökonomen"? So viele Jahre nach dem Beginn der Krise - die ja kaum einer der Chefvolkskswirte, Wirtschaftswissenschaftler und weisen Ratgeber in politischen Kreisen vorausgesehen hatte. Ja, so viele Jahr danach gibt es trotzdem noch was zu erzählen. Weil das Buch doch ganz anders ist, als die bisherigen Ökonomenschelten. Riedel analysiert akribisch welche falschen Anreize zu diesem spaßigen "Überschwang" führten und warum die Ökonomie eine gehörige Mitschuld trägt. Was ein bißchen stört, ist das es zuweilen ein bißchen viel um den "Value at Risk", die zentrale Risikogröße der Finanzwelt. Sonst geht Riedel auf viele noch eher unbekannte Details ein und zeigt interessante Zusammenhänge, wie z.B. die quasi Monopolstellung mancher Banken mit dem Libor-Skandal zusammenhängt.
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am 5. Oktober 2013
Das Buch hat mich insgesamt enttäuscht.

Gut finde ich die Ausführungen zu Value at Risk und den damit verbundenen Problemen. In dem finanzmathematischen Bereich liegt die Stärke des Autors, denn sie ist sein wissenschaftliches Arbeitsgebiet.

Enttäuscht hat mich Folgendes:
- Die Recherchen des Autors sind an einigen Stellen nicht sorgfältig genug, insbesondere, wenn es um die moderne Makroökonomik geht. So gerät die Kritik dann in ein komisches Licht: erst wird ein Pappkamerad aufgebaut, der mit der Realität nicht viel zu tun hat, und dieser wird dann genüsslich abgeschossen.
- Besonders enttäuschend ist das Schlusskapitel. Dort schlägt Riedel vor, Zertifikate für die Erlaubnis, Finanzprodukte zu erfinden, zu versteigern. Die Idee ist zweifelsohne interessant, wird aber nicht richtig zu Ende gedacht. Wenig überzeugend mutet auch an, dass Riedel beklagt, dass sinnvolle Risikomaße sich bisher in der Finanzbrache nicht durchgesetzt hätten, dann aber nur sehr selektiv auf Fachliteratur verweist, die einem breiteren Publikum kaum zugänglich sein dürfte (Fußnote 59). Hier müsste mehr verständliche Überzeugungsarbeit geleistet werden.
- Der Autor bemüht sich, locker und manchmal witzig zu sein. Das wirkt allerdings sehr künstlich.

Insgesamt ist das Buch an den interessanten Stellen zu kurz, und die - in weiten Teilen berechtigte - Kritik an Finanzindustrie und Ökonomie wird zu pauschal und teilweise auch ohne überzeugende Begründung vorgetragen. Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen.
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