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am 10. November 2013
Ich habe eine schlechte Angewohnheit: Immer wenn ich in einem Buch etwas entdecke, das ich wichtig finde und nachschlagen möchte, dann mache ich auf der betreffenden Seite ein Eselsohr. Aber da das eher selten vorkommt, leiden meine Bücher auch nicht so sehr unter dieser Marotte.
Mein Exemplar von Götz Weners Autobiographie hingegen ist jetzt beinahe auf doppelte Buchstärke angewachsen, denn an fast jeder Seite findet sich ein solches Eselsohr!
Selten, oder noch nie, habe ich ein Sachbuch gelesen, wo ich unaufhörlich mit dem Dargelegten so einstimmig einher gehe, wo ich dauernd zustimmend nicken musste! Zudem gab es fortlaufend Stellen im Buch, wo ich laut schmunzelnd Auflachen musste, sodass Umstehende hätten glauben können, es handele sich beim Buch, das ich gerade lese, um eines von Dieter Nuhr - und nicht um eines von einem „Zahnpastaverkäufer“! Es ist sehr anregend geschrieben, voller kleiner Anekdoten und Situationen, die aus dem Leben gegriffen sind.

Man kann die Thesen hinter Götz Werners Unternehmensführung auch bei Reinhard K. Sprenger nachlesen, aber was Werners Buch so radikal von den vielen Managementratgebern abhebt, ist, dass es empirisch entstanden ist! Werners Unternehmen dm ist ein real existierendes Beispiel der These dialogischer Unternehmensführung und der Erfolg seines Unternehmens gibt dem Autor mehr als recht: Es macht die Lektüre zu einem „Evidenzerlebnis“! Es bekräftigt das, was wir eh schon vermuteten, aber leider so selten als echtes Ergebnis einer Unternehmensführung erleben: Auch mit einem positiven Menschenbild, das nicht ausnutzt und manipuliert, lässt sich prima wirtschaften!

Götz Werners Buch ist eine Pflichtlektüre für alle die in Unternehmen tätig sind, für alle, die in Behörden, Schulen, Universitäten und Krankenhäusern arbeiten, einfach für alle, die mit Menschen zu tun haben. Leider ist dies eine überschaubare Menge, denn viele haben es nicht mit Menschen zu tun, sondern mit sich selbst und ihrer Karriere…
Wie jämmerlich erscheinen angesichts der Lektüre all die selbst-fokussierten, auf Effizienz gepolten Menschen, die den Hals nicht voll kriegen und daher jedem misstrauen, der ihnen das Recht auf’s ‚grosse Absahnen’ streitig macht. Hätte Werner nicht dm erfolgreich aufgebaut, dann könnte man sein Weltbild als weltfremd abtun und ihn in der ‚Waldorf-Ecke‘ abstellen. So aber, stellt sich die Frage, ob die Waldorf-Ecke nicht eine ist, in die wir alle hinein sollten!

Ach, wie schön wäre es, wenn mehr Unternehmen einen am Ruder hätten wie Götz Werner!

Jan-Erik Baars
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am 13. Juli 2014
Meines Erachtens ist dieses Buche eine Pflichtlektüre für jeden Unternehmer, der über den Tellerrand rausschauen möchte.

Götz Werner schildert sein Unternehmerleben, wie es zur Gründung von DM kam und wie der Weg der Entwicklung des Unternehmens war und ist. Dabei geht es vor allem um die innere Einstellung dieses Unternehmers, die Philosophie hinter DM. Denn genau diese ist letztendlich der Schlüssel zum Erfolg.

Es geht um 100%-ige Kundenbedürfnisorientierung, Mitarbeiter, die wirklich wie Unternehmer agieren, den höheren Sinn hinter dem Unternehmertum, wie es Götz Werner versteht.

Als Unternehmer kann ich Ihnen nur empfehlen: Lesen Sie dieses Buch unbedingt, vielleicht auch mehr als einmal!

Jörg Mann
Der Coach für Unternehmer
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TOP 1000 REZENSENTam 26. August 2014
Der Gründer der dm-Drogeriekette hat seine Autobiografie geschrieben. Während viele Bücher von reichen alten Männern eher langweilig und selbstherrlich ausfallen, ist dieses Werk sowohl von der Sache her als auch wegen seinem klaren Stil ein Gewinn.

Götz Werner hat Mitte der 1970er Jahre zur gleichen Zeit wie Dirk Roßmann und Anton Schlecker eine Drogerie-Discountkette gegründet. Diese Autobiografie ist daher in erster Linie auch die Geschichte eines erfolgreichen Unternehmens, geschrieben von jemandem, der sich wirklich auskennt.

Seine Inspiration bezieht Werner von Persönlichkeiten wie Goethe oder Fichte und den Anthroposophen. Als Philosoph oder Politiker taugt er weniger, man merkt, dass Werner kein Akademiker ist, sondern Praktiker. Immerhin hat er sich weit mehr Gedanken zum Führungsstil und Menschenbild in seinem Unternehmen gemacht als die meisten anderen; sicherlich hat das auch zum Erfolg beigetragen. Er ist ein bisschen alternativ, ein bisschen demokratisch-dezentral, aber nicht so sehr, dass es das Geschäft beeinträchtigen könnte.

Zum Ende propagiert Götz Werner wieder eine seiner Lieblingsideen: das sogenannte bedingungslose Grundeinkommen. Die Argumentation für ein neues Steuersystem hat mich nicht überzeugt, auch wenn ich den Ansatz der Entbürokratisierung, Vereinfachung und garantierten Mindestunterstützung besser finde als das derzeitige System der Hartz-4-Schikanen.

Die Zitate aus Goethes Faust und seine etwas esoterische Weltsicht nehmen in diesem Buch aber nur einen kleinen Raum ein. Die dm-Firmengeschichte und Götz Werners Lebenserfahrungen mit ungewöhnlichen Perspektiven lohnen sich zu lesen.
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am 24. Februar 2017
Götz Werner vereint Kapitalismus mit Humanität und macht als einer der erfolgreichstes Unternehmer Deutschland deutlich, dass unternehmerischer Erfolg nicht immer gleichzusetzen ist mit Ausbeutung. Ich kann dieses Buch daher aus vollem Herzen empfehlen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 12. Oktober 2013
Wer eine Nullachtfünfzehn Unternehmerbiographie erwartet, der wird von Götz Werners Autobiographie angenehm überrascht sein. Als ehemaliger Sitzenbleiber verlässt er vorzeitig die Schule, entwickelt sich nebenbei zum Ruder-Ass und wird dann Zahnpastaverkäufer. Das klingt nach einem vorzeitigen Absturz. Doch Werner ist ein Meister darin, Niederlagen und Rückschläge als Anlässe für ein radikales Umdenken und ein konsequentes Weiterverfolgen seiner für richtig erkannten Ziele zu nutzen.
Diese Fähigkeit, sich selbst permanent in Frage zu stellen, ohne an Beharrungsvermögen zu verlieren, charakterisiert seinen spannenden Lebensweg, den man auch als einen Bildungs- bzw. Erziehungsroman lesen kann. Denn nur vordergründig geht es ihm um die Nachzeichnung seines sagenhaften Erfolges bei der Gründung der Drogeriemarktkette dm, die inzwischen über 50 000 Mitarbeiter beschäftigt. Als Realträumer, wie er sich selbst bezeichnet, verfolgt er die Vision eines Unternehmens, das auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist.

So wird der bildungsferne Kaufmannssohn durch die zufällige Begegnung mit anthroposophischen Ideen zur Leseratte. Und diese Befassung mit grundlegenden Fragen des Lebenssinns bleibt nicht ohne Folgen. Unternehmen sind für Werner nicht dazu da, Profit um jeden Preis zu erwirtschaften - den braucht es natürlich auch. Aber entscheidend ist für ihn ein erweiterter Begriff von Kundenutzen: Unternehmen dienen dazu, bestmöglichst Bedürfnisse zu befriedigen und zwar von Kunden und Mitarbeitern gleichermaßen. Diese Einsicht führt ihn zum Abschied von autoritären Top-Down-Führungsmodellen und zur Entwicklung dialogischer Führungskonzepte, in denen Hierarchien soweit wie möglich abgebaut werden und die Mitarbeiter weitgehend eigenverantwortlich handeln können.

Folgt man dem Erziehungswissenschaftler Ken Robinson, dann wachsen Menschen immer dann über sich hinaus, wenn sie ihr Element entdecken und leben In meinem Element: Wie wir von erfolgreichen Menschen lernen können, unser Potenzial zu entdecken. In diesem Sinne hat Werner früh sein Element entdeckt, das sich eben nicht im Zahnpastaverkaufen erschöpfte, sondern in einer neuen Form des engagierten Unternehmertums mündete, die beispielsgebend sein könnte: Die Entwicklung eines Unternehmens als eine Art "Kreatives Feld", indem es ihm gemäß der Formel "Ich bin gut - wir sind besser" gelingt, den Raum zu öffnen für die Ideen und das Eigenengagement seiner Mitarbeiter. Ich bin gut, wir sind besser: Erfolgsmodelle kreativer Gruppen Doch Werner bleibt dabei nicht stehen.

Als Branchenprimus ist ihm klar, dass auch er zu permanenter Effizienzsteigerung und Rationalisierungsgewinnen gezwungen ist. Als Anthroposoph sinnt er nach Auswegen und hat mit seinem Entwurf eines "bedingungslosen Grundeinkommens" eine interessante Perspektive gewiesen. 1.000 Euro für jeden: Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen
Aus erziehungswissenschaftlicher Sicht ist bemerkenswert, dass er in Verfolgung seiner Ideen auch ein innovatives Ausbildungskonzept für seine Lehrlinge, die er programmatisch als "Lernlinge" bezeichnet entwickelt: Im Sinne einer Positiven Pädagogik, geht es ihm darum, dass seine Mitarbeiter ihre Persönlichkeit entwickeln und einen erfüllten Arbeitsplatz erfahren. Theaterkurse und kulturellen Weiterbildungen sollen dies unterstützen. Vehement wehrt er sich gegen die Leninsche Formel "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser". Werner setzt anders als sein Pleite gegangener Konkurrent Schlecker auf Vertrauen - und sein Erfolg gibt ihm recht. Vertrauen und Wertschätzung erweisen sich als Führungsprinzipien die nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Bildungseinrichtungen und vor allem unseren Schulen sehr viel stärker berücksichtigt werden sollten. Wie Werner zeigt gründet sich der Erfolg auf einem positiven Menschenbild, das die überholten Formen negativer Ausrichtung überwindet. Dies entspricht den Prinzipien einer Positiven Pädagogik. Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück

Seine kreativen Ideen sind gleichmaßen anregend für Führungskräfte, Unternehmer, aber auch Mitarbeiter, die an partizipativer und nachhaltiger Unternehmensführung interessiert sind, wie auch für alle Menschen, die über neue Formen von Gemeinwesenorientierung nachdenken. Natürlich auch für Kunden, die mehr über das Unternehmen wissen wollen, das mit ihren Einkäufen stützen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Werner dm inzwischen in eine Stiftung überführt hat, die nachhaltigen Zielen verpflichtet ist und Überschüsse in Kulturprojekte investiert.
Götz Werner erweist sich so als anregender Querdenker, als Realträumer, dessen besondere Qualität darin besteht, dass er nicht nur Visionen entwickelt, sondern sie auch erden kann. Er weis, wovon er spricht.

Fazit: Faszinierende Anregungen eines Realträumers für zukunftsfähige Unternehmensführung und Gesellschaftsgestaltung

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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am 16. Januar 2014
Mir hat das Buch sehr gefallen und mich stark inspiriert. Die offene und authentische Art in der Herr Werner seine Sicht auf die jeweiligen Lebenssituationen, mit denen er sich konfrontiert sah, schildert, welche Schlüsse er daraus zog und wie er seine Maßnahmen dann in seinem privaten und beruflichen Leben umgesetzt hat, finde ich sehr anregend.
Auch die intelligente Art seinen eigenen Zugang zum anthroposophischen Denken und die Umsetzung seiner daraus gewonnenen Erkenntnisse in seinen Unternehmeralltag zu schildern, ist in meinen Augen sehr gut gelungen. Ich musste allerdings die ersten Seiten des Buches mit einem großen Fragezeichen im Kopf "überwinden", denn zu Beginn des Buches weiß der Leser ja noch nicht, wie sich diese Erläuterungen des Anfangs im Laufe des Buches als hilfreich erweisen.

Mein kleines Aber:
Ich finde, dass er mir zum Ende hin zu sehr abgleitet in die Erklärung und eine Bekehrung der Welt zum Thema "Grundeinkommen". So sehr ich seine Überzeugung hierzu teile, so finde ich doch, dass es nicht in diesem Umfang in seine Biographie gehört. Als Leser fühlte ich mich hier fast genötigt etwas zu lesen, dass ich an anderer Stelle gerne freiwillig und nicht im Rahmen der Götz Werner Biographie gelesen hätte.
Nichtsdestotrotz ist das Buch eine Bereicherung für jeden Unternehmer und sicher auch für viele interessiert Arbeitnehmer. Es gibt Einblicke in das Denken eines Chefs, die vielen gefallen werden.
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am 4. Oktober 2016
Ich habe das Buch ganz durchgelesen und fand auch das ein- oder Andere ganz interessant.
Seine antroposophischen Ansätze, ok.
Ändert aber nix an unserem Kapitalismus mit Angebot und Nachfrage - die den Markt regulieren.
Von daher schwierig in der Umsetzung, aber ich muss Herrn Werner einfach anrechnen, dass er Maßstäbe gesetzt hat und wirklich was Neues und auch sehr Erfolgreiches auf die Beine gestellt hat.
Auch die Idee mit der Stiftung. Klasse.
Dafür gebührt Herrn Werner mein Respekt und meine Achtung.

Sein Traum vom Grundeinkommen: find ich kurz und knapp gesagt: gut.
Insgesamt hat es mich jedoch nicht vom Hocker gerissen und das Kunden keine Sonderangebote haben möchte sondern sogenannte Dauertiefpreise - stimmt bei uns nicht.
Dies ist für mich kein durchdachtes Marketinginstrument.

Ich z.B. schaue nach Sonderangeboten und kaufe dann auch gezielt die Produkte die ich eh benutze und mir "auf Lager" legen kann ein.
Von daher gehöre ich nicht zu den "Dauertiefpreiskunden".

Zudem hat dm im Vergleich zu Rossmann z.B. keine wirklichen Dauertiefpreise. Das ist schlichtweg ein Slogan der in der Realität vielleicht früher mal so gewesen sein mag, aber jetzt schlicht und ergreifend nicht der Wahrheit entspricht.
Wenn ein Drogeriemarkt sogenannte Dauerpreise anbietet, ist dies auf jeden Fall günstiger für den Drogeriemarkt, als alle 2 Wochen z. B. wie die Konkurrenz es anbietet, einen Prospekt rausgeben z müssen, und alles was sonst noch zur Rabattpolitik dazugehört erledigen zu müssen.
Das es für dm praktisch ist, ist mir klar, für den Kunden ist es jedoch kein Vorteil. Zumindest für mich nicht.

Die Payback- Karte finde ich eine Zumutung und keinen Vorteil für den Kunden.
Das ganze ist für mein Verständnis eine Abzocke zu Marktforschungszwecken und die Kunden geben dafür ihr Einkaufsverhalten preis.
Für 2,50 Euro oder einen Sonnenschirm geben die Kunden ihre Datenpreis, die in Echt viel mehr wert sind als diese paar Paybackpunkte.
Die Verbrauchen müssen umdenken. Ich sage nur die Deutschland-Kart-Politik von Netto. Das ist noch heftiger.
Hier werden die Mitarbeiter mit personalrechtlichen Konsequenzen bedroht, wenn sie den Kunden nicht nach der "Deutschland-Karte" fragen - was bei Testeinkäufen überprüft wird.
Finde ich total furchtbar.
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 13. Januar 2014
"Wer zynisch und verachtend mit seinen Kunden umspringt, behandelt in gleicher Weise seine Mitarbeiter."

(Götz W. Werner) Dies ist die überaus spannend zu lesende Autobiographie des Gründers und Aufsichtsratsmitglieds der dm-Drogeriemärkte, Goetz Werner, der am 5. Februar seinen 70. Geburtstag feiern wird. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass dieses Buch weitaus mehr als das verkörpert, was man üblicherweise unter einer Autobiographie versteht, denn es ist zugleich ein unglaublich gut geschriebenes, praktisches Betriebslehrebuch, aber auch ein Ratgeber für angewandte Ethik.

Untergliedert in einen Prolog, 16 Kapitel und einem Epilog, entfaltet sich das Leben und Wirken dieses humanistisch handelnden, in vieler Hinsicht erfolgreichen Kaufmanns, der zunächst über Evidenzerlebnisse nachdenkt, denen er immer eine besondere Achtung schenkt, weil sie richtungsweisend für ein erfolgreiches Leben sind. Evidenz verschafft Goetz W. Werner Erkenntnis, nämlich die das Richtige zu tun. Der Autor empfiehlt, sich für Evidenzerlebnisse zu sensibilisieren, indem man in die Welt hinausgeht, offen sowie neugierig schaut und sich darauf einlässt, wer oder was uns begegnet und wofür man sich erwärmt, (vgl.: S.16).

Liest man diese Autobiografie, so stellt man alsbald fest, dass Götz W. Werner sich stets sehr offen gegenüber allem Neuen gezeigt hat und eine sehr kluge Strategie sein eigen nennt, nämlich sich nicht überstürzt von Altem zu trennen, wenn das Neue ihn auf seinem Weg weiterbringt. Dabei allerdings hat er stets die Menschen im Auge, mit denen er zu tun hat, die für ihn niemals Mittel, sondern stets Ziel seiner Handlungen sind.

Der in Heidelberg geborene Drogist schreibt von den Anfängen seines Berufslebens, vom Betrieb seines Vaters, den er umkrempeln wollte als er erkannte, dass der gesamte Einzelhandel im Umbruch war. Als sein Vater seine Idee nicht mittragen wollte ging Werner seinen eigenen Weg und eröffnete 1974 seinen ersten Laden, nachdem die Preisbindung gefallen war. Man liest von seinem Konzept mit weniger Waren mehr Umsatz zu tätigen, aufgrund attraktiverer Preise und er vergisst dabei nicht zu erwähnen, dass der Umsatz letztlich der Applaus der Kunden ist.

Der Unternehmer berichtet wie er seine Firma aufgebaut hat und welche Kriterien er bei den Bewerbungen für das Filialnetz seiner Führungskräfte als wichtig erachtet hat. Er schreibt von bestimmten Handlungsmustern des unternehmerischen Erfolgs und warnt vor empirischem Handeln, weil man stets neue Fähigkeiten benötigt, um auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren, (vgl.: S.56).

Der Autor schreibt auch wie er zum anthroposophischen Denken kam und wie ihm klar wurde, dass er dieses Denken in sein unternehmerisches Handeln umsetzen müsse. Unter Anthroposophie besteht man übrigens die Weisheit vom Menschen. Für Werner ist sie zur Quelle geworden, um die Welt und die Menschen besser zu verstehen. Sie veranlasste ihn lösungsorientiert und nicht problemorientiert zu handeln. Für diesen Unternehmer gilt: "Wenn ein Unternehmer die Welt und seine Mitmenschen nicht liebt, wird er auf Dauer nicht erfolgreich sein." (Zitat S.66)

Man liest vom Werner`schen Kundengrundsatz, der ihn immer wieder vor Herausforderungen gestellt hat. Sein Ziel war es "Kundenbedürfnisse zu veredeln", d. h. Bedürfnisse zu befriedigen ohne sie "billig zu stimulieren", (vgl.S.70). Für ihn war klar: "Wer den Menschen nur zum Mittel macht, nicht zum Zweck, wird nicht den Menschen bedienen, sondern den Geldbeutel", (Zitat S.72). Werner legte von je her Wert auf ehrliche Kommunikation, was man ihm völlig abnimmt, wenn man dieses Buch gelesen hat.

Man erfährt wie er schon früh ökologisch und nachhaltig dachte und handelte, liest Wissenswertes zu Alnatura- Produkten, die in seinen Märkten angeboten werden, erfährt auch Näheres zu den dm-eigenen Produkten und der Idee, die dahinter steht.

Natürlich schreibt er auch über seine beiden Frauen und seinen sieben Kinder. Einfach hat dieser Mann er sich nicht gemacht als seine erste Frau krank wurde, sich trennte und schließlich Selbstmord beging. Werner ist ein Familienmensch ohne kostspielige, exklusive Hobbys, ein Mensch, der es versteht zwischen Berufs- und Privatleben keine künstliche Trennlinie zu ziehen, ein Mensch mit viel Herz. Sehr berührend.

Er schreibt in seinem Buch auch von seinem Umgang mit seinen Mitarbeitern und wie er sich vom Hierarchiebewusstsein in seiner Firma verabschiedete, um es in ein Prozessbewusstsein zu verwandeln. Die Folge dieser Verwandlung ist, dass der Maßstab der Mitarbeiter nicht mehr der Chef, bzw. Vorgesetzte, sondern der Kunde ist, (vgl. S. 101). Für Werner heißt Wirtschaft füreinander tätig zu sein und Arbeit ist für ihn dazu da, dass man sich entwickelt, dass man über sich hinauswächst, (vgl. S.103).

Man liest über professionelles Projektmanagement und auch über die beiden Dinge, die ein erfolgreicher Unternehmer benötigt: Eine klare Vision und die liebe zum Detail, (vgl. S.125). Dabei ist beides gleich wichtig. Er schreibt darüber, wie notwendig es ist, dass Mitarbeiter angstfrei über Verbesserungen in der Firma reden können. Nur so kann ein Unternehmen sich täglich neu erfinden und Schwachstellen beseitigen. Werner weiß, dass konstruktive Unzufriedenheit mit herrschenden Umständen die Voraussetzung für Innovation darstellt, (vgl.: 134). Er ist selbstbewusst genug, sich dieser konstruktiven Unzufriedenheit zu stellen, um zu lernen.

Er schreibt über die vier Schritte von Veränderung und verdeutlicht, dass der richtige Rhythmus zwischen Kontinuität und Kreativität die eigentliche Herausforderung erfolgreichen Unternehmertums darstellt. Geistesgegenwart ist wichtig. Werner ist immer präsent, bewusst zukunftsgewandt und lösungsorientiert. Für ihn, der an Reinkarnation glaubt, besteht das Leben in Aufgaben, die es zu lösen gilt und er weiß, dass es immer einen Weg gibt, für einen Menschen, der wirklich unternehmerisch disponiert ist, (vgl. S.151).

Werner vermutet, dass seine sportliche und unternehmerische Grundhaltung ihn vor großen Krisen bewahrt hat. Weil er stets sensibel für Veränderungen war, kann er auf eine kontinuierliche Entwicklung ohne wesentliche Rückschläge zurückblicken, (vgl.: S. 151).

Es führt zu weit, auf all die Einzelheiten seines im Buch dargelegten, betriebswirtschaftlich sinnvollen Handels einzugehen. Erwähnen möchte ich allerdings die "dialogische Führung". Werner erkannte, dass am Abteilungsdenken die Gemeinschaft zerbricht und es anstelle von Kooperation nur Konkurrenz gibt in Firmen mit diesem Grundmuster, das kontraproduktiv ist für den Firmenerfolg. Ein wesentlicher Teil der Entwicklung bestand für Werner in seinem Unternehmen in der Reflexion des Tuns, der Organisation und Firmenkultur. Für ihn ist es wichtig, dass Mitarbeiter aus eigener Einsicht und eigener Verantwortung handeln. Bei dem von ihm bevorzugten dialogischen Führungsstil geht es darum, dass im Gespräch auch immer Sinn vermittelt wird. Die Art dieses Umgangs fördert die Selbstbestimmung des Einzelnen.

Werner schreibt auch von dem Wechselspiel zwischen Wachsen und Schrumpfen und darüber, dass Frauen viel eher bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, während Männer zunächst fragen, wer eigentlich dafür zuständig ist, (vgl.: S. 198).

Es ist schon interessant zu lesen, dass der Umbau und die Verflachung der Hierarchie ein wesentlicher Schritt für den weiteren Erfolg vom dm war. Das hatte ich fast vermutet, nachdem ich viele Jahre als Kundin meine Personalbeobachtungen dort angestellt habe. Ich kenne sonst keinen Markt, der so viel Freundlichkeit und Harmonie ausstrahlt. Das ist sicher auch ein Ergebnis der Prozessorientierung.

Werner hat sich viele Gedanken über den Wert der Arbeit eines Jeden gemacht und er begreift ein Unternehmen als einen sozialen Organismus. Diesen Gedanke, den er näher ausführt (S. S. 225ff) sollten sich viele Unternehmer bewusst machen. Es würden manche Schwierigkeiten nicht entstehen, weil man den nötigen Respekt voreinander spürt, um bereits zu sein, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Werner streift auch die Fehlentwicklungen bei Schlecker, deren Ursachen sehr schnell klar werden. Aber auch Werners Idee eines Grundeinkommens bleibt im Buch nicht ausgespart und auch nicht seine Professur und der Rückzug aus dem operativen Geschäft seiner Firma. Doch ich möchte nicht zu viel verraten...

Besonders gut gefallen hat mir nachstehender Gedanke des Autors, mit dem ich die Rezension beenden möchte:"Der Mensch ist ein Wesen auf der Suche nach Sinn. Er braucht eine spezifische Aufgabe, die darauf wartet, von ihm gelöst zu werden. Er lebt in der Hingabe an eine solche Aufgabe." (Zitat: S. 256)

Ich bin völlig fasziniert von Götz W. Werner, dessen Lebensklugkeit und dessen großes soziales Engagement mich völlig gefangen nimmt. Seine Autobiografie kann man nicht genug loben.

Ein Buch, das ich nachdrücklich empfehle.
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TOP 100 REZENSENTam 6. Dezember 2013
Ein hinreißendes, kluges, menschliches Da-Sein - die Lebensgeschichte und die Philosophie von Götz W. Werner berühren mich zutiefst.

Bernhard Bueb benennt in seinem Buch Die Macht der Ehrlichen: Eine Provokation Götz W. Werner als einen Gerechten in einem Europa, das leider die Lügen, die Gier, das Böse und den Neid zur unerträglichen Normalität mutieren ließ.

Selten hat mich ein Buch mehr mitgenommen als diese Autobiografie. Herr Werner hat nicht studiert, seine Lehre und das Wachstum war das Leben selbst, die Berücksichtigung der Mitmenschen und das tiefe Interesse an der Entwicklung von Mitarbeitern und Kunden war und ist das oberste Ziel seiner Unternehmungen. Selbstverständlich unter dem Primat normalen Wirtschaftens, also knapper Mittel, die intelligent zu veredeln und gerecht zu verteilen sind.

Er beschreibt seinen privaten und unternehmerischen Weg spannend und ehrlich, mit allen Höhen und Tiefen.

Sein erstes Lebens-Motto hat er aus dem Rudersport abgeleitet, es war - in Zeiten der Brigitte Bardot - das B.B.: "Beharrlich im Bemühen und bescheiden in der Erfolgserwartung."

K.K. als zweites Motto steht für: "Kontinuität und Kreativität."

Ich empfinde die Ausführungen von Götz W. Werner bezogen auf seine Entwicklung und die Unternehmenskultur als etwas zutiefst Evidentes, Menschliches, Wahres. Besser als alle theoretischen Bücher, die man als BWLer so zu lesen hat.

Als Beispiel sei diese tiefe Wahrheit über die Werbung zitiert, deren Einfachheit und Klarheit allen Heldenschwurblern und idiotischen Storytellern ins Stammbuch geschrieben sei: (S74)

>>>>>>>>>>>>>>"Die meisten Unternehmen meinen, sie müssten an den dunklen Drang appellieren, deswegen ist Werbung oft so dumm, eitel und sexistisch und appeliert nicht an das eigentlich Menschliche." <<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Über allem steht als Schlüsselbegriff die Wertschätzung und Bedeutung: für sich selbst, die Mitarbeiter und alle Kunden. Wenn alles in einem guten menschlichen Maß zusammen-klingt, man miteinander füreinander einsteht, das Gute weiter zu veredeln, dann könnte Wirtschaften human werden, jeder mit Freude seine ureigene, sinn-stiftende Arbeit froh bewältigen. "je mehr Mitarbeiter lernen, die Bedürfnisse ihrer Kunden selbstständig zu erkennen, desto unternehmerischer wird ein Unternehmen." (S. 95)

"Beim Blick in die Zukunft zeigt sich: So wie wir heute leben, so wie wir heute konsumieren, können wir nicht weitermachen....99 Prozent aller Probleme, die wir haben, sind soziale Probleme...In jeder Situation geht es darum, die Bedürfnisse seiner Mitmenschen zu erkennen und eigeninitiativ für sie tätig zu werden." (S 300)

Ich bin davon überzeugt, dass jeder, wirklich jeder, der ein Geschäft neu aufbauen oder umstrukturieren möchte, am besten fährt, wenn er dieses Buch liest. In Ruhe – und sich auch die Bücher bzw. Menschen zu Gemüte führt, die Götz W. Werner erwähnt. Danach erscheinen nicht unbedingt die richtigen Antworten, möglicherweise sogar Fragen über Fragen: die beste Möglichkeit, eigeninitiativ Lösungen für Probleme zu finden.
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am 23. Januar 2014
Meine Frau hat mir das Buch geschenkt. Es war ein gutes Geschenk! Nachdem ich das Buch angefangen hatte zu lesen, konnte ich mich von dem nicht mehr trennen. Für mich als fauler leser, der nun begeistert dieses Buch verschlungen hat, lag es sicherlich daran, dass dieses Buch in gut voneinander abgeschlossenen Kapitlen geschrieben wurde, die wiederum in kleinere 1 bis 3 Seiten langen Abschnitten verfasst ist. Jeder Abschnitt eine kleine Idee und ein Vorgeschmack auf den nächsten Abschnitt. So klar die Botschaft, so einfach das Deutsch. So bodenständig die Erkenntnisse und so lebensnah die Erfahrung. Diese Biographie zeigt mir mehr als einen Weg, wie eines der größten Drogerie-Ketten Deutschlands hätte entstehen können; es zeigt mir einen Menschen, der die Augen und Ohren für das Große, als auch für das Kleine offen hatte. Der nicht davor schreckte das umzusetzen, was er für evident richtig und authentisch erkannte. Jemand der den Mut hatte Dinge zu hinterfragen und es anders zu machen. Natürlich gehört auch etwas Glück und Schufterei dazu, aber ich kann dankbar sein, dass ich dieses schöne Stück Menschlichkeit mir Teil haben läßt, an das was möglich ist, wenn wir auch diesen Mut hätten mehr brüderlich zueinander auf allen Ebenen zu sein. Denn das ist was passiert, wenn man nicht auf das einzelne, sondern auf das Ganze abgesehen hat, den Menschen. Ein gutes Buch.
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