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am 15. Oktober 2013
Einer der besten Filme, die ich die letzten Monate gesehen hab.
So muß Kinokunst sein; eindringlich, auffühlend und einen Weg aufzeigend, das Leben zu meistern.

Ein unverbrauchtes männliches Gesicht, indem immer eine rohe Zärtlichkeit zu spüren ist, triff auf eine grandiose Darstellerin.
Marion Cotillard lässt als beinamputierte Tierpflegerin einen völlig neuen Charakter entstehen bzw. aufblühen, als der im sonst üblichen kämpferischen Hollywooddschungel a'la Sandra Bullock & Co. zu finden ist. Der gespielte Zwiespalt zwischen Extrovertiertheit, zerstörter Lebensfreude und verloren geglaubtem Lebenskampf, ist glaubwürdig inszeniert und selten so von eine(r)m Darsteller(in) aufgearbeitet worden; beneidenswert geschauspielt.
Und der Belgier Matthias Schoenaerts spielt die Rolle des Gelegenheitsarbeiters und -boxers, also den dumpfen, gefühlsverneinenden Macho, den nachdenklichem Verweigerer, genial in Underactingmanier; und alles scheint für den Zuschauer deshalb nachvollziehbar.

Ein Genuss für den Kinofreund und neben der Regie- und der erwähnten Darstellerleistung, ist auch die Kamera wohltuend eingesetzt; die immer stiller Beobachter bleibt, dezent in ihrer Nähe zu den Figuren agiert und dabei nie aufdringlich daherkommt. Alles wird aus einer nüchternen Distanz gefilmt, die aber unter meine rostigen Knochen ging und dieses einzigartig Glücksgefühl auslöste, wenn man etwas GROßARTIGES miterleben dürfte.

Trotz "Happy-End" bleibt er ein Ausnahmefilm unter den vielen gesellschaftlichen, abgedroschenen (Hollywood-)Schnulzen, der in seiner Bildersprache etwas reflektiert, das den Zuschauer berührt (da wäre nur allein die kleine Szene, die mir die Tränen in die Augen trieb, als Cotillard auf ihrer Terrasse, im Rollstuhl sitzend, ihre Dressuranweisungen nachspielt.)

Fazit: Geniales europäisches Kino, mit viel Atmosphäre gefilmt und zwei glänzend harmonierenden Darstellern.

5 Sterne !

So sollte Kino sein; ArtHaus vom Feinsten.
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am 14. Juni 2014
(Kinoversion)

Das Schicksal geht oft seltsame Wege, wie Jacques Audiards Film „Der Geschmack von Rost und Knochen“ (im französischen Original schlicht „Von Rost und Knochen“ betitelt) eindrucksvoll und intensiv beweist. Der französische Regisseur („Ein Prophet“), der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, erzählt hier die Geschichte einer Liebe, wie sie komplizierter und ungewöhnlicher kaum sein könnte. Hierfür findet Audiard nicht nur grandios pragmatische Worte, sondern auch Bilder, die sich nachhaltig beim Zuschauer einprägen. Und so wird „Der Geschmack von Rost und Knochen“ mit seinem perfekt aufspielenden Darsteller-Duo Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts zu einem ungewöhnlichen und berührenden Kinoerlebnis, wie man es leider nicht mehr oft auf deutschen Leinwänden zu sehen bekommt.

Stéphanie (Marion Cotillard, „Inception“, „La Vie en Rose“) ist Wal-Trainerin in einem Tierpark in Antibes an der Côte d’Azur. Ali (Matthias Schoenaerts, “Bullhead“, „Loft“) ist mit seinem fünfjährigen Sohn Sam (Armand Verdure in seiner ersten Rolle), den er der verlotterten Mutter in Belgien weggenommen hat, auf dem Weg zu seiner Schwester nach Antibes. Der mittellose Gelegenheitsarbeiter findet bei ihr Unterschlupf und kann sich so um einen neuen Job oder auch andere Möglichkeiten eines Zusatzverdienstes kümmern. Als Türsteher in einer Disco lernt er eines Abends Stéphanie kennen. Nach der kurzen Begegnung bricht der Kontakt allerdings wieder ab. Doch eines Tages meldet sich Stéphanie wieder bei Ali, der mittlerweile als Sicherheitsmann arbeitet und nebenbei an illegalen Faustkämpfen teilnimmt. Durch einen schrecklichen Unfall im Tierpark hat Stéphanie beide Unterschenkel verloren und befindet sich nicht nur physisch in äußerst desolatem Zustand. Ali scheint dies, wie übrigens kaum etwas in seinem Leben, nicht zu stören, er beginnt, mit Stéphanie Zeit zu verbringen und sie mit seiner schroff-ehrlichen Art ein wenig aus ihrem depressiven Alltagstrott zu lösen. Doch hat diese merkwürdige Beziehung überhaupt eine Chance? Können der emotional verrohte Ali und die sensible und schwer traumatisierte Stéphanie aufeinander eingehen? Und wollen sie das überhaupt?

„Der Geschmack von Rost und Knochen“ ist wie ein Stück Treibholz, das man zufällig am Strand findet und mit nach Hause nimmt. Hat man es erst ein mal gereinigt und geputzt und es eine Weile betrachtet, zeigt sich immer mehr die Einzigartigkeit dieses nur von den Gezeiten berührten Stück Holzes, das seine wahre Schönheit erst nach und nach preisgibt. „Der Geschmack von Rost und Knochen“ braucht ebenfalls Zeit, um Wirkung zu entfalten. Und diese Zeit hat Audiard sich in 120 Minuten Filmdauer auch genommen. Der fragmenthafte Ablauf des Films, der fast episodenhaft wirkt und bei dem die Szenen nicht nahtlos aneinander anschließen, ist gewöhnungsbedürftig. Letztendlich führt dieser Erzählstil aber dazu, dass man den Film genau so wahrnimmt, wie er wahrgenommen werden sollte: zuerst verschlossen, unzugänglich, scheinbar zufällig, ungeordnet, abrupt, zügellos und verwirrend. Doch dann, sobald man sich an den irgendwie kurz angebunden anmutenden Stil gewöhnt hat, offenbart sich nach und nach seine Fragilität, seine nur scheinbar schroffe Erzähltechnik, ja, sein innerer Glanz. Durch vermeintlich achtlos dahingeworfene Sätze, kleine Gesten, eine kurze Nahaufnahme auf die Geschichten, die allein durch die Mimik der Darsteller transportiert werden, wird der Film in seiner rauen Einzigartigkeit bestätigt. Was Audiard hier mit Worten, Bildern, Musik und seinem großartigen Darstellerpaar gelingt, ist so ungewöhnlich wie berührend, auch wenn es nicht unbedingt massenkompatibel erzählt wird.

Marion Cotillard als sowohl starke als auch schwache Stéphanie, die nach ihrem Unfall zur hoffnungslosen und depressiven Frau mutiert, liefert beeindruckend natürlich ab. Vollkommen ungeschminkt, mit strähnigen Haaren und verkrüppelten Beinen, nimmt man ihr die erst lebensfrohe und dann an ihrem Schicksal verzweifelnde Frau in jeder Szene ab. Ihre verklemmten und unbeholfenen Versuche, sich Ali zu nähern oder auch nur, ihn zu verstehen, sind stets nachvollziehbar und glaubhaft. Doch auch die Kämpferin, die in dieser zarten jungen Frau, der das Schicksal so böse mitgespielt hat, steckt, kommt irgendwann zum Vorschein und auch hier gelingt es Cotillard zu überzeugen. Die wieder erwachenden Lebensgeister, die ganz persönlichen und intimen Bedürfnisse, die Spontaneität und die Hoffnung auf ein dennoch lebenswertes Leben spiegeln sich deutlich in Mimik und Gestik und zeigen, welch grandiose Schauspielerin Cotillard ist.

Doch auch Matthias Schoenaerts liefert wunderbar ab. Sein Ali strotzt geradezu vor unaufgeregtem Pragmatismus und ursprünglicher Kraft. Wortkarg, stoischt, verbissen, aber auch wieder spontan, bedürfnisorientiert und fast unbekümmert geht er durchs Leben und lässt sich von den Tiefschlägen, die sein Schicksal immer wieder für ihn bereitzuhalten scheint, nicht wirklich aus der Bahn werfen. Sein manchmal rüdes Benehmen, seine raue Sensibilität, seine rohe Freundlichkeit lassen dennoch einen Blick auf sein Inneres zu. Man ahnt, dass dieser Mann viel ertragen musste und meist auf der Schattenseite des Lebens stand. Mit den Jahren hat er gelernt, sich zu nehmen, was er meint, verdient zu haben, egal, welcher Mittel es dazu bedarf. Auch mit seinem Sohn springt er nicht gerade zimperlich um, dennoch schimmert immer wieder auch seine verletzliche Seite durch, die er so sehr verbergen möchte. Schoenaerts’ Darstellung ist fast schmerzhaft glaubwürdig, man möchte diesen Bär von einem Mann gleichzeitig in den Arm nehmen oder ihn mal kräftig durchschütteln, wenn er mal wieder zu unbedacht handelt oder diverse Taktlosigkeiten von sich gibt. Der restliche Cast kann neben diesen beiden Vollblut-Mimen nur auf die zweite Reihe ausweichen, aber auch die Nebendarsteller sind gut besetzt und liefern glaubhaft ab.

„Der Geschmack von Rost und Knochen“ ist sowohl vom Erzählstil als auch von der Geschichte selbst recht ungewöhnlich. Die spröde Herangehensweise an die an sich sowohl dramatische als auch sensible Geschichte macht es dem Zuschauer anfangs nicht leicht, mit dem Film warm zu werden. Doch obwohl Audiard hier oft in scheinbar belanglosen Szenen und Dialogen verweilt, tragen diese in der Summe doch dazu bei, tief berührt von diesem Film zu sein. Die Geschichte der verunfallten Wal-Trainerin und des wortkargen Kraftprotzes wird so pragmatisch und teilweise auch nicht immer inhaltlich stimmig erzählt, dass es einem zunächst schwer fällt, sich mit Story und Protagonisten anzufreunden. Deshalb stellt man nahezu erstaunt fest, dass der Film einen nicht eine Minute langweilt und man am Ende vollkommen in Alis und Stéphanies ungewöhnliches Universum eingetaucht ist und sich dort bestens zurechtfindet. Ein außergewöhnlicher Film, der es einem nicht immer leicht macht, der aber die Mühe lohnt, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Inszenatorisch nicht immer perfekt, aber doch so ungewöhnlich, dass man gern darüber hinwegsieht und am liebsten noch länger bei Ali und Stéphanie verweilen würde, nur um zu sehen, wie diese beiden Gegensätze miteinander umgehen und klarkommen. Sicherlich nichts für jedermann, aber das sind besondere Sachen ja nie. Gerne vier von fünf Unfällen, die nicht nur Ende, sondern auch Anfang sein können.
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am 21. März 2016
... der französische Jacques Audiard verfilmte hier sehenswertes Drama mit Längen.
Der auf deutsch gesagt assoziale Ali (arbeitslos,immer auf der Suche nach dem schnellen Sex) verreist mit seinem Sohn.Er besucht seine Schwester bei der er Unterschupf sucht.
Diese nimmt die beiden trotz eigener finanzieller Probleme bei sich auf.

Ein Türsteherjob wird Ali angeboten und dabei lernt er Stephanie kennen,die als Walfisch-Trainerin arbeitet ...

eine weitere Bekanntschaft Martial,ein Anbieter für Überwachungskameras führt Ali wegen seiner hervorragend körperlicher Fitness in seinen Bekanntenkreis ein.
Dort werden illegale Kämpfe veranstaltet bei denen auch Ali antreten soll ...

So verläuft die Handlung bis sich Ali und Stephanie wieder begegnen.

Stephanie hat hatte bei einer Vorführung mit einem Wal einen Unfall und dabei beide Unterschenkel verloren ...
Beide (unterschiedlicher gehts nicht) verlieben sich ... und Stephanie wird durch Ali ins Leben zurückgeführt ...

hier gehts keinesfalls nur um eine Liebe nein auch Lügen,männliche Makel und Schicksalsschläge
machen den Film besonders.
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am 9. April 2016
Sowohl die Schauspieler, als auch die Handlung sind wirklich beeindruckend.
Erinnert ein wenig an Breaking the Waves von LvT, wirkt aber irgendwie weniger "erdrückend".
Dennoch, bei manchen Einstellungen hat man das Gefühl emotional mit 280 km/h gegen einen Baum zu brettern.
Andere Szenen wirken wie ein krasser Serotonin-Booster.
Ein Film der Mut macht zu Kämpfen, nicht nur gegen etwas, sondern für das Leben.
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am 14. Juni 2013
Ein Film voller Wucht und Intensität, hervorragende Schauspieler,tolle Musik, tolle Kameraführung und eine ungewöhnliche (Liebes-)Geschichte, weit ab vom mainstream oder gar vom amerikanischen "Pretty Woman".
Der Geschichte ist wie ein Sog, sie zieht einen hinein ins Geschehen, in die Charaktere, die selbst voller Widersprüche sind, roh und zart, teilweise bis zur Brutalität - bei einigen Szenen konnte ich kaum hingucken.
Hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Antipathie, zwischen Entsetzen und mitfühlen oder mitleiden saß ich im Kino, hoffend und immer wieder erstaunt über die Wendungen, die die Geschichte nimmt.

Sie nimmt einen gefangen vom Anfang bis zum Ende - so muss Kino für mich sein !!!!
Für mich mein Lieblingsfilm des Jahres 2013 - ich kann mir nicht vorstellen, dieses Jahr noch etwas besseres zu sehen. Obwohl das vielleicht auch etwas voreilig ist.
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am 28. Juli 2015
Über diesen Film wurde schon vieles gesagt und geschrieben.
Eine weitere Zusammenfassung dieser Fakten bedarf es wohl nicht.

Was mich begeisterete und von dem Film "gefangen" nahm war seine Schonungslosigkeit, mit der er dieses wunderbare Märchen von Menschen am Rande unserer Gesellschaft erzählt. Ein Märchen? Aber ja! Denn die Wirklichkeit sieht zwar so aus wie in diesem Film, wird aber durch den Verlauf der Geschichte in diesem Film und den Handlungsweisen der Protagonisten verfremdet.
Die hier gezeigten Figuren haben ihren eigenen moralischen Kodex. Ihre Handlungsweisen orientieren sich oberflächlich an Stereotypen, während das, was sie dann wirklich tun bzw. wie sie reagieren über das Limit des Charakters (und manchmal auch des Körpers) hinausführt.
Das ist absolut sehenswert!
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am 18. Oktober 2013
Ein Film voller Wucht und Intensität, hervorragende Schauspieler,tolle Musik, tolle Kameraführung und eine ungewöhnliche (Liebes-)Geschichte, weit ab vom mainstream oder gar vom amerikanischen "Pretty Woman".
Der Geschichte ist wie ein Sog, sie zieht einen hinein ins Geschehen, in die Charaktere, die selbst voller Widersprüche sind, roh und zart, teilweise bis zur Brutalität - bei einigen Szenen konnte ich kaum hingucken.
Hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Antipathie, zwischen Entsetzen und mitfühlen oder mitleiden saß ich im Kino, hoffend und immer wieder erstaunt über die Wendungen, die die Geschichte nimmt.

Sie nimmt einen gefangen vom Anfang bis zum Ende - so muss Kino sein !!!!
Bis jetzt der beste Film des Jahres 2013 für mich - Ich bin mal auf Den Hobbit gespannt Ende des Jahres!
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Es gibt manchmal Filme, von denen der normale Kinogänger nichts erfährt. Im Falle vom französisch/belgischen Drama "Der Geschmack von Rost und Knochen" ist das wirklich schade, da sich hinter dem ungewöhnlichen Titel eine wahre Filmperle versteckt. Auch haben keine wirklich unbekannten vor und hinter der Kamera Platz genommen. In der weiblichen Hauptrolle ist Oscarpreisträgerin Marion Cotillard zu sehen und für die Regie zeichnet sich mit Jacques Audiard ein Mann verantwortlich, der bereits für seinen Film "Ein Prophet" für den Oscar nominiert wurde.

Es geht um Alain (Ali) (Matthias Schoenaerts), der sich zusammen mit seinem Sohn quer durchs Land schlägt, um bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero) im Norden Frankreichs unterschlupf zu finden, nachdem seine Frau ihn verlassen hat und er mittellos dasteht. Er findet als Ex-Boxer schnell einen Job bei einem Security-Unternehmen und lernt dabei die junge Stéphanie (Marion Cotillard) kennen. Als es bei ihrem Job als Artistin mit Killerwalen zu einem Unfall kommt, verliert sie beide Beine und verfällt in eine tiefe Depression. Als sie nach einer halben Ewigkeit Ali anruft, kommt dieser vorbei und schafft es, mit oder gerade durch seine gefühlskalte Art neue Lebensfreude in Stéphanie zu wecken. Auch Gefühle kommen in ihr hoch, doch für Ali ist sie nur jemand, mit dem er gerne Zeit verbringt und auch mal die Nacht verbringen kann, wenn er OP - Ohne Plan ist. Er investiert aber immer mehr Zeit in illegale Boxkämpfe, um an Geld zu kommen, während die Beziehung zu seinem Sohn und auch zu Stéphanie zu zerbrechen drohen.

Der Film wird beworben als eine Liebesgeschichte und das ist sie auch, aber keine, wie man sie in jedem zweiten Film sieht. Allein die Tatsache, dass der Hauptcharakter nach einem Unfall beide Beine verloren hat, zeigt die Tragik in dieser Geschichte, aber dennoch bietet sie so viel mehr. Mit Alis Sohn Sam zum Beispiel haben wir ein vernachlässigtes Kind, seine Schwester Anna kämpft in einem schlecht bezahlten Job um ihre Existenz. Der ganze Film hat einen gedrückten Unterton, der nur manchmal durch erheiternde Szenen und besonders Alis ruppiger und direkter Art durchbrochen wird. Das Besondere an Der Geschmack von Rost und Knochen ist, dass man selbst beim Schauen des Films in ein Gefühlschaos fällt, das seinesgleichen sucht. Man hat Mitleid mit den Charakteren, hofft und bangt, und manchmal empfindet man fast schon etwas Verachtung gegenüber Ali, weil ihm häufig alles egal ist und er damit die Leute in seinem Unfeld verletzt. Aber dadurch, dass der Zuschauer mit dieser Breite an Gefühlen konfrontiert wird, wird es niemals kitschig und trotz seiner zwei Stunden Laufzeit nie langweilig.

Ohne die Hauptdarsteller wäre das aber auch nicht so möglich gewesen. Matthias Schoenaerts spielt Ali unfassbar gut. Egal ob er gerade Sympathiepunkte sammelt, man ihn hasst, mit ihm bangt oder er einem leid tut, er schafft es in jeder Szene glaubhaft zu agieren. Er und Marion Cotillard, die für "La vie en rose" den Oscar mit nach Hause nehmen konnte, sind das perfekte "Paar". Sie liefert in diesem Drama eine weitere Leistung ihres Lebens ab. Sie spielt die Verzweiflung, Hoffnung und neue Lebensfreude mit einer solch unbeschreiblichen Intensität, dass sie dem Zuschauer nicht nur ein Mal einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Aber auch alle Nebendarsteller agieren überzeugend.

Man muss dem Make-Up- und Effektteam an dieser Stelle ein großes Lob aussprechen. Die amputierten Beine von Marion Cotillard sehen beängstigend echt aus, da sie in jeder Szene allgegenwärtig sind. Egal ob beim schwimmen, beim Gang zur Toilette oder beim Sex, die Macher wollten, dass einem ständig das Schicksal vor Augen ist - nicht so wie in anderen Filmen, wo eine Hose alles überdeckt. Und selbst wenn Stéphanie eine Hose trägt sieht man andauernd ihre Prothesen, was den Film wirklich zu jeder Zeit authentisch macht.

Ein weiteres Lob muss Alexandre Desplat für die tolle Musik und Stéphane Fontaine für die perfekte Kameraarbeit ausgesprochen werden. Besonders der Mann hinter der Kamera hat tolle Arbeit geleistet und hat es geschafft, die Szenen so zu Filmen, dass Tristess, Depression und die Schönheit der Natur perfekt eingefangen werden.

Fazit:
Jacques Audiard ist mit seinem Drama Der Geschmack von Rost und Knochen ein authentischer Film gelungen, der durch seinen ruhigen und glaubhaften Erzählstil bewegt und zudem mit Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts zwei Darsteller besitzt, die spielen, als würde es um ihr Leben gehen. Toll gefilmtes und intensives Drama!
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am 21. Juni 2013
... aber nicht wie die Tiere." Das ist Stephanies(Marion Cotillard) Angebot an Ali(Mattias Schoenarts). Bis es jedoch soweit kommt, erleben die beiden Protagonisten von Jacques Audiards -Der Geschmack von Rost und Knochen) Rückschläge, Abweisungen und kurzfristige Glücksmomente im Leben. Audiards Film nimmt den Zuschauer beeindruckend konsequent und radikal in Besitz. Dabei kann man einen kantig-sperrigen Beginn und ein paar Längen in der Story jedoch nicht wegdiskutieren.

Ali wurde von seiner Frau mit dem fünfjährigen Sohn Sam(Armand Verdure) sitzengelassen. Alis Schwester Anna(Corinne Masiero) nimmt die beiden auf. Ali, der früher im Kampfsport tätig war, sucht sich Arbeit als Türsteher. Gegenüber seiner Umwelt ist Ali rabiat, unsensibel, wenig aufmerksam, kantig und schwer zugängig. Er hat ein "Händchen" dafür, seine Mitmenschen zu enttäuschen. Während des Jobs lernt er Stephanie kennen. Sie ist Waltrainerin in einem Freizeitpark. Nach einer Auseinandersetzung vor der Disco hilft Ali ihr. Dann trennen sich ihre Wege. Während Ali einen neuen Job als Gehilfe von Martial(Bouli Lanners) erhält, und zusammen mit ihm Kameras in Verkaufsmärkte einbaut, um das Personal zu bespitzeln, erleidet Stephanie einen tragischen Unfall. Sie verliert während einer Show beide Beine unterhalb der Oberschenkel.

Monate später ruft Stephanie Ali an. Die beiden treffen sich und Ali scheint Stephanie tatsächlich so etwas wie ein neues Lebensgefühl zu vermitteln. Dabei ist dieser Holzklotz von Mann allerdings nicht auszurechnen. Zu schlicht und einfach scheint sein Gemüt. Als Ali von Martial zu Straßenkämpfen animiert wird und dabei gutes Geld verdienen kann, ist Stephanie als Zuschauerin dabei. Ihr Verhältnis zu Ali ist dabei nur schwer zu beschreiben. Die beiden ungleichen Menschen kommen sich näher, nur um sich gleich wieder abzustoßen. Aber damit ist die Geschichte Stephanie und Ali noch lange nicht zu Ende...

Es fällt einem schwer, einem Typen wie Ali auch nur die geringsten Sympathien entgegenzubringen. Jacques Audiard schafft es trotzdem irgendwie. Der Ex-Boxer ist eine tickende Zeitbombe ohne jede soziale Verantwortung. Aber im Endeffekt ist Ali genau so schwer beschädigt wie Stephanie. Es braucht ein paar heftige Erkenntnisse, bis Ali lernt, was wirkliches Leben bedeutet. Genau das ist der zentrale Kern von -Der Geschmack von Rost und Knochen-.

Cotillard und Schoenarts sind perfekt in der Besetzung der Charaktere. Nicht umsonst gab es einige Preise für den Film und die Darsteller. Der Cannes-Beitrag ist in jedem Fall großes, sehenswertes Kino. Facettenreich und schonungslos zeigt der Film die Beziehung zweier ungleicher Menschen. Das ist manchmal unglaublich schön, aber hier und da auch schwierig und langatmig. Doch sie wissen ja: Die Geschmäcker und Zuschauertypen sind verschieden. Sollten sie anspruchsvolle Kost lieben, ist dieser Film bestimmt etwas für sie. Falls sie um jedes Programmkino einen Bogen machen, besteht allerdings die Gefahr, dass sie enttäuscht werden könnten...
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am 28. Juni 2013
Der Geschmack von Rost und Knochen - Ali und sein Sohn Sam sind obdachlos, bis sie in die kleine Garage von Alis Schwester ziehen können. Das ist nicht viel, aber genug! Bei einer Kneipenschlägerei lernt der junge Vater dann plötzlich die schöne Stéphanie kennen, mit der er danach viel Zeit verbringt. Und obwohl die beiden Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten, verlieben sie sich ineinander. Aber eines Tages wird Stéphanie Opfer eines schrecklichen Unfalls und alles ändert sich.

Der Geschmack von Rost und Knochen ist wie ein Schlag in die Magengrube. So handelt der Film von sozialer Kälte, harter Realität und Schicksalsschläge. Dabei beweist einmal mehr Oscar Preisträgerin Marion Cotillard, was in Ihr steckt. Sie spielt das zerbrechlich brilliant, als sie Opfer eines schweren Unfalls wird und schweißt sich mit Ali zusammen, der ziellos zwischen Boxkämpfen und Gelegenheitsjobs hin und her trudelt. Das der Film letztendlich nicht vollends katastrophal endet, macht zumindest Hoffnung, daß es für beide noch eine Chance gibt. Für das schwer verdauliche aber großartige gespielte Drama vergebe ich 7,5/10.
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