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am 28. November 2013
Darum geht es in -First Position-. Jedenfalls wenn man genau hinsieht. Bess Kargmann hat es geschafft, bei diesem durchaus kontrovers diskutierbaren Thema einen absolut neutralen Blick auf die Lebensumstände von sieben talentierten Ballett-Tänzerinnen und Tänzern zu werfen, die alle nur ein Ziel verfolgen: Das Finale des Youth America Grand Prix zu erreichen. Weltweit werden in 15 Städten aus 5000 Tänzern Finalisten gesucht. Wer sich durchsetzt, schafft es ins Finale nach New York zu kommen. Dort warten noch einmal 300 Konkurrenten im Kampf um die begehrten Preise, Auszeichnungen und Stipendien. Um diese zu erreichen, sind die Tänzerinnen und Tänzer bereit, fast jeden Preis zu zahlen. Wobei ich mich ständig fragte: Sind es nicht eigentlich die Eltern, die diesem Erfolgsziel alles unterordnen; auch ihre Kinder? Letztendlich waren die sieben Tänzerinnen und Tänzer, die Kargmann auf dem Weg ins Finale begleitete, jedenfalls für mich, eigentlich keine Kinder oder Jugendliche mehr, sonden zu klein geratene Erwachsene.

Der 11 jährige Aran ist ein Tanztalent. Seine Eltern richten ihr eigenes Leben nach Arans Trainingsorten und Möglichkeiten ein. Die gleichaltrig Gaya ist die Tochter einer Choreographin. Sie ist in punkto Können Arans weibliches Pendant. Die 12jährige Miko und ihr 10jähriger Bruder Jules werden von ihren Eltern beim Tanzen unterstützt. Privattrainer werden engagiert, damit die Kinder weiterkommen. die 14jährige Michaela wurde als Kriegswaise aus Sierra Leone adoptiert. Sie will Tänzerin werden und ihre Pflegeeltern setzen ihre bescheidenen Mittel ein, um ihr diesen Traum zu verwirklichen. Die 17jährige Rebecca wird von ihren Freunden Barbie genannt. Wer sie sieht, weiß warum. Sie will unbedingt in eine Tanzkompanie. Dafür schindet sie sich durch das Training. Der 16jährige Joan Sebastian ist ein gnadennloses Tanztalent. Er lebt in New York; seine Familie in Kolumbien. Joan hat nur ein Ziel: Das Royal Ballet.
Diese Tänzer verfolgt die Kamera in ihren Vorbereitungen für den Grand Prix. Bess Kargmann hält die Kamera in allen Lebenslagen voll drauf. Enttäuschungen, Freude, Schmerzen, Entbehrungen, alles was ein Tanzleben ausmacht wird gezeigt. Es gibt brillante Tanzbilder, aber auch Sequenzen, in denen jede Mutter und jeder Vater vor dem Bildschirm nur noch bedauernd den Kopf schütteln kann.

Es gibt eine Menge Ballettfilme und Serien. -First Position- ist ein sehr positiver Vertreter des Genres. Er zeigt nicht nur das schillernde Bühnenlicht, in dem sich die lächelnde Primaballerina dreht, sondern auch den steinigen Weg dorthin. Am Ende geht es darum etwas zu erreichen und den Preis dafür zu bezahlen. Ob der zu hoch war oder nicht, muss jeder für sich allein entscheiden. Ob das ein 11jähriges Kind bereits kann, wage ich zu bezweifelen.

Mir haben die Einblicke in die Familien der Ballettstars von Morgen gut gefallen. Ich will ehrlich sein: Manchmal hat es mir vor dem Bildschirm gegraust. Egal, welche Preise und Erfolge in einer ungewissen Zukunft auf meine Kinder oder Enkel warten würden; den Preis, den die Kinder in -First Position zahlen, würde ich niemals zahlen. Er lässt sich, meines Erachtens, nicht in Geldwert berechnen, denn: Sie zahlen schlichtweg mit ihrer Kindheit oder ihrer unbeschwerten Jugend...
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am 28. Juni 2013
Spannende, extrem mitreißende - aber auch erschreckende Dokumentation...

...nicht nur für Tanzfans, sondern gerade auch für diejenigen unter ihnen,
die aktuell darauf hintrainieren, Profitänzer zu werden.
Sechs Tanzeleven unterschiedlichster Altersstufen wurden 2011 dabei begleitet,
wie sie sich über die Proben- und tägliche Trainingsarbeit zunächst für die
Semifinals und dann für das Finale des Youth America Grand Prix Ballett-
Wettbewerbs in New York City vorbereiten.
Wie das Leben der Jungtänzer im Allgemeinen aussieht, und was es heutzutage
bedeutet, diesem Traum zu folgen, Profitänzer zu werden.

Die Dokumentation ist brillant gemacht, sehr spannend anzusehen,
und die Bonus-Teile der DVD können sich wirklich sehen lassen.
Zusätzlich noch mal fast 60 Minuten Tanzdoku on top.

So, und nun die erschreckende Seite, die diese wirklich superbe
Dokumentation auch zeigt:

12-jährige, abgemagerte Babyballerinen, die auf Spitze Solovariationen
aus klassischen Balletten tanzen - Solistenparts, wohlgemerkt, die
Erste Tänzerinnen, echte Ballerinen üblicherweise auf der Bühne präsentieren.
12-Jährige, deren Kinderfüße bei Beginn des Spitzentanztrainings mitnichten
entsprechend feste Zehenknochen gehabt haben dürften, um überhaupt erst
mit Spitzentanz beginnen zu dürfen.
10- und 11-jährige Kinder, die auf diese Ballettwettbewerbe geschickt
werden, um dort Solovariationen aus dem Schwanensee, aus La Bayadère
und Le Corsaire zu präsentieren - auch hier Variationen, die nur ein
Premier Danseur einer Kompagnie tanzen würde.

Es gibt auch die typische Eislaufmutti, die ihren Kindern Homeschooling
zukommen lässt, damit sie noch mehr Zeit im Ballettsaal mit Trainieren
verbringen können - Mama ist selbstverständlich immer dabei.
Die Ernährung wird strikt überwacht, damit die 10- und 12-jährigen Kinder
ja nicht zunehmen, und als das Mädchen einen Preis gewinnt, werden die
Stretchingklassen und das Trainingspensum gleich noch mal mehr hochgefahren,
denn jetzt muss ja noch viel mehr getan werden.
Dieses Kind trainiert bereits mit seinen 12 Jahren mehr als jeder Profi-
tänzer einer Ballettkompagnie...

Ein Ballettlehrer - ehemals selbst Tänzer - der zuschlägt, wenn die Körper-
haltung nicht stimmt. Klatsch! - in den Bauch; Klatsch! - auf die Beine;
Klatsch! - in die Seite; und findet das auch noch witzig, dass er dabei
gefilmt wird und nebenbei rauchend die Ballettstunde abhält, so dass die
Eleven im zugequalmten Ballettsaal trainieren müssen...

Tja, - es dürfte wohl keine 10 Jahre mehr dauern, und wir werden erste Profi-
Kinder-Ballettkompagnien haben, in denen zu Hochleistungen gedrillte Mini-
Ballerinen und - Ballerinos unter 14 Jahren ganze Klassiker technisch perfekt
und virtuos heruntertanzen.
Rollen, die sie zwar vom technischen Anspruch her meistern können werden,
aber nicht vom tänzerischen Aspekt auszufüllen vermögen, weil ihnen dafür
die nötige Lebenserfahrung fehlt, die sie auch nie machen können, nachdem ihr
Alltag mit Trainieren von morgens bis abends ausgefüllt ist.
Diese erschreckende Entwicklung ist gerade an den Kindertänzern in dieser
Dokumentation schon abzusehen.
Es sollte angesichts solcher sehr beunruhigenden Entwicklungen sofort verboten
werden, unter Sechzehnjährige zu Ballettwettbewerben überhaupt noch zuzulassen.

Ende: Ein Mini-Ballerino (wider Willen) hat das Ballett-Training ,geschmissen',
worauf ihm seine enttäuschte Mama gleich mit Zusatzschulbüchern überhäuft hat.
Jetzt soll er auf akademischem Feld brillieren, wenn schon nicht auf der Bühne.
Das M.I.T. in Boston muss mindestens dabei rausspringen - allermindestens...
88 Kommentare| 63 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. November 2014
Vereint als hübsches 2er Disc Mediabook (aufklappbar) mit DVD und Blu-ray.

mit folgenden Extras:
- 16-seitiges Booklet
- Interview mit Bess Kargman (Regie) + Aran Bell (Tänzer)
- ca. 84 Minuten zusätzlicher Tanzszenen
- ca. 17 Minuten extra Tanzszenen
- Deutscher und original englischer Trailer
- Trailershow (Werbung)

Die DVD hat eine solide Bild- und Tonqualität. Die Blu-ray bietet jedoch eine bessere Detailschärfe. Der Film ist in englischer Sprache (deutsche Untertitel lassen sich bei Bedarf einblenden). Auf Deutsch gibt es einen Mädchen-Jungen-Frauen-Männer-Voiceover, ist aber nicht vergleichbar mit einer ordentlichen Synchronisation (das ist oft so bei Dokumentationen!).

DOKU-HANDLUNG:
Der "Youth America Grand Prix" zählt zu den wichtigsten Wettbewerben des Balletts. Jedes Mädchen und und jeder Junge zwischen 9 und 19 Jahren hat die Chance auf ein Stipendium, sogar einen Vertragsabschluss einer Company zu ergattern. Unter 5000 Teilnehmern pro Jahr kann jedoch der Traum wie eine Seifenblase zerplatzen!

BEWERTUNG:
5 ballettverliebte Sterne für diese erhebende Dokumentation von Regisseurin Bess Kargman.

Ihr oberstes Ziel war es, auf den scheinbar bekannten Stereotypus inklusive seiner Klischees zu verzichten - ungeschönt, jedoch ohne aufgesetzte Dramatik - von den Höhen und Tiefen junger Mädchen und Jungen, deren Liebe zu Ballett mehr ist, als nur Ausdrucks- und Erzähltanz. Ballett ist eine Passion voller Erfolge und Niederschläge, vielleicht noch härter als Hochleistungssport.

Regisseurin Bess Kargman begleitet filmerisch die jungen, sehr unterschiedlichen Talente Miko und Jules Fogarty, Joan Sebastian Zamora, Aran Bell, Rebecca Houseknecht und Michaela DePrince. Jeder hat einen anderen Lebenslauf und wuchs entweder unter reichen oder armen Verhältnissen auf.

Doch ihr Traum ist der selbe, oder?

Wer wird durchhalten, wer versagen, wer freiwillig das Handtuch schmeißen?

FAZIT:
Egal, ob nun auf DVD, Blu-ray, oder eben als 2er Disc Mediabook Spezial-Edition (DVD + Blu-ray). Eine emotional mitreißende Dokumentation, auch für Menschen, die mit Ballett nie in Berührung kamen und nun die Gelegenheit haben, die scheinbar ätherische Welt des Balletts zu betreten!
1515 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Mai 2015
ein wunderbarer Film - gleich aus vielen Gründen!

Ich will jetzt keine Rezension zum Inhalt machen, denn ich bin mir sicher, dass das haben meine Vorgänger schon ausgiebig und gut getan haben.

Ich wollte nur einen Tipp loswerden: sehen sich den GANZEN ABSPANN an, denn nach wenigen Namen kommt ein kleiner aber guter Filmnachschlag, mit interesssanten Infos. Fast hätte ich es verspast, denn ich schaue mir den Abspann nicht immer an. Wer tut es denn.....`? daher mein Tipp! und schauen sich auch die EXTRAS auf der DVD, denn die jungen Regieseurin gibt Auskunft über den Karriereverlauf der jungen Tänzer - das wollen doch auch alle wissen - schliesslich hat man mit ihnen gelitten und gefreut!

So zusammen gefasst - den Abspann UND die Extras auf der DVD anschauen - viel Vergnügen!
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am 24. Februar 2016
"First Position" - wie lange bin ich um diese DVD geschlichen. Nun habe ich sie mir endlich gekauft und angeschaut. Erzählt wird der Werdegang mehrerer junger Balletttänzer*innen, die letztlich alle am großen Wettbewerb teilnehmen, in der Hoffnung ein Engagement in der Companie zu ergattern.

Die Doku ist schön und für ballettbegeisterte Personen wie mich genau richtig. Etwas schade finde ich aber, dass im Grunde der Inhalt und die besten Szenen schon im Trailer zu sehen waren.
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am 24. November 2013
Diese Dokumentation wird allen gefallen, die

-eine Begeisterung für Ballett mitbringen
-Menschen bewundern, die an ihre Grenzen gehen
-wahre Geschichten oder Dokudramen lieben
-Filme wie "Step up", "Flashdance" oder das Musical "Fame" mögen

Inhalt:
Sechs junge Ballett-Tänzer im Alter zwischen 10 und 17 Jahren (drei Jungs, drei Mädchen) arbeiten auf den Sieg im Youth America Grand Prix in New York hin. Fünf von ihnen sind außergewöhnlich willensstark, talentiert und leidenschaftlich. Nur eines dieser Kinder wird von seiner Mutter mehr oder weniger gezwungen, Hochleistungen zu bringen. Die anderen bringen von sich aus den Willen mit.

Der Film zeigt ganz deutlich:
Engagierte Eltern sind gerade beim Ballett elementar, weil Ausbildung, Kleidung und Teilnahme an Wettbewerben sehr teuer und zeitinsensiv sind. ABER: Ohne eine Art inneres Feuer, das in den Kindern vorhanden sein muss,und eine Riesenportion Talent kann selbst eine superehrgeizige "Tiger-Mom" nichts ausrichten...

Der Film hat so ziemlich alle Preise gewonnen, die man in der Kategorie "Dokumentarfilm" gewinnen kann.
Er ist von Anfang bis Ende spannned, bewegend und wunderschön. Vor allem die Schicksale hinter den einzelnen Tänzrn haben mich bewegt.

Über die Regisseurin:
Bess Kargman hat selbst bis zu ihrem 14. Lebensjahr getanzt. Dann entschied sie sich, Journalistin und Filmemacherin zu werden
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am 18. November 2015
Ein sehr schöner Film über junge Balletttänzer und -tänzerinnen. Der ganze Film fokusiert auf einen Ballettwettkampf und das Training dafür, aber man bekommt auch einen Eindruck von dem Leben der jungen Leute und ihren Motivationen, so viel für das Ballett zu opfern. Ich habe den Film schon sehr oft gesehen und finde ihn immer noch faszinierend.
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am 2. April 2015
Ich habe die DVD meinem Bruder (ehemaliger Tänzer ) geschenkt,wir haben uns zusammen die DVD angeschaut und waren echt begeistert in die Welt dieser angehenden Profi Tänzer einzutauchen.Sehenswert 5 Sterne von mir u.meinem Bruder
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am 24. Januar 2016
Der Film zeigt die Vorbereitung zum amerikanischen Tanzwettbewerb von verschiedenen Teilnehmern. Deren Voraussetzungen sind sehr verschieden, aber es ist erstaunlich, wie hartnäckig die Kinder und Jugendlichen an ihrem Traum arbeiten. Wobei manche Methoden der Trainer fragwürdig sind.
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am 15. September 2014
Wenn Sie Ballett mögen, wird der Film Ihnen mehr als gefallen. Ich liebe ihn und könnte ihn immer wieder anschauen.
Spannung, Ästhetik, Können und der eiserne Wille. Tolle Kamera, gefühlvoll inszeniert.
Must have!
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