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TOP 500 REZENSENTam 29. September 2013
Mißlichkeiten im Leben kann ich begegnen durch ein Übermaß an Alkohol. Falls das Ersehnte und Erwünschte nicht eintritt, kann ich auch Trost finden in allerlei sonstigen Ablenkungen und Surrogaten.
Der Autor Alain de Botton meint jedoch, dass ich Trost ganz woanders finden kann - nämlich ausgerechnet in der Philosophie. Ein nicht gerade naheliegender Gedanke. Welche Philosophen sollen mich nun aber trösten? Es sind dies:
Sokrates bei Unbeliebtheit
Epikur bei Geldmangel
Seneca bei Frustration
Montaigne bei Unvollkommenheit
Schopenhauer bei gebrochenem Herzen und
Nietzsche bei Schwierigkeiten.

Dem Autor liegt nichts ferner als einen Ratgeber zu schreiben nach dem Motto: du hast ein Problem? Dann tue dies oder jenes. Es gelingt ihm vielmehr mit seinem Buch "Trost der Philosophie" eine gute, leicht lesbare Einführung in das Denken und auch Leben der genannten Philosophen. Dabei zeichnet er jeweils das Gemälde eines Philosophen, dass zwar wenige Nuancen und Feinheiten bietet und daher stark vereinfacht. Dem Autor geht es aber mit seinen deutlichen Pinselstrichen um die Darstellung einiger weniger grundlegender Impulse, aus denen das jeweilige philosophische Werk verstanden werden kann.
Alain de Botton gelingt ein sehr verständnisvoller Zugang zu dem Werk, aber - ebenso wichtig - auch ein sehr gefühlvoller Blick auf das Leben der Philosophen. Das Buch fesselt die Aufmerksamkeit. Philosophen sind auch nur Menschen, wie du und ich. Sie vermochten aber auf große, bedrängende Herausforderungen ihres Lebens produktiv zu antworten - sie gaben philosophische Antworten, die den Anspruch stellen, nicht nur eine Lösung für ein beliebiges, nebensächliches Problem zu sein. Groß und bedeutend sind die genannten Philosophen zu nennen, weil sie den Anspruch erheben können, das Wesentliche, den Grund, die Wurzel jedes menschlichen Lebens erkannt und entfaltet zu haben.
Sokrates zum Beispiel war häßlich. Dies brachte ihn dazu, ganz auf seinen Verstand zu setzen. Er verstand sich als jemanden, der andere von der Trägheit im eigenen Denken und Handeln befreien wollte; jeder sollte lernen selbst zu denken und zu urteilen. Die Vernunft ist für ihn der alleinige Maßstab der Wahrheit, nicht das gesellschaftlich Sanktionierte. Alle Aussagen und Meinungen, gerade die selbstverständlichen müssen geprüft und auf ihre Wahrheit hin befragt werden.
Der Epikureer dagegen benötigen zum Glück kein Geld, sondern Freundschaft, Freiheit und die Besinnung auf das Notwendige. Der Stoiker Seneca wieder entwickelt eine ganz andere Philosophie: Schraube deine Ansprüche herunter, um nicht enttäuscht zu werden. Wir werden weniger zornig sein, wenn wir weniger erhoffen. "Nichts gibt das Schicksal zu festem Besitz", daher wende dich dir selbst zu. Der Weise ist sich selbst genug.
Montaigne erkennt in seinem Leben wiederum, dass die Rolle der Vernunft maßlos übertrieben wird. Der Mensch besteht eben auch aus einem Leib, der animalisch ist und sein Recht verlangt.
Das Werk Nietzsches können wir ebenfalls aus seinem Leben heraus verstehen: wir müssen schmerzliche und bittere Erfahrungen machen und Schwierigkeiten überwinden, wenn wir Großes leisten wollen. Nietzsche verarbeitet in seiner Philosophie seine eigenen Krankheiten, seine Enttäuschungen und erlittenen Zurückweisungen, nicht indem er wie Schopenhauer mit Abscheu und pessimistisch auf das Treiben der Menschen blickt. Vielmehr hält er an großen Zielen fest und versteht die täglichen Mühen und Schwierigkeiten als notwendige Herausforderungen des Menschen, die ihn immer wieder zu Höchstleistungen antreiben. Das Glück und das Unglück sind zwei Geschwister, die miteinander groß werden und wachsen können. Leistung erwächst nicht auf dem Humus der Behaglichkeit.

Alain de Botton legt eine gute Hinführung zur Philosophie vor und lädt uns ein, sich mit dem einen oder anderen Philosophen näher zu beschäftigen. Botton schreibt augenzwinkernd vom Trost der Philosophie. In Wirklichkeit erheben Philosophen einen viel größeren Anspruch. Aus den am eigenen Leib erfahrenen, ernsten Problemen des beschraenkten Lebens heraus erkennen sie, was jedes Leben im Grunde und eigentlich zusammenhält.
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am 7. März 2011
Mit dem Anspruch des Trostes im Buchtitel habe ich mein Problem. Laut wikipedia: "Trost ist zwischenmenschliche Zuwendung an jemanden, der trauert oder anderen seelischen bzw. körperlichen Schmerz zu ertragen hat. Derjenige wird getröstet. Trost kann durch Worte, Gesten und Berührung gespendet werden."
Ich denke, die Philosophie ist damit überfordert und - will vielleicht auch nicht so verstanden sein. Dennoch, die Weisheit der Philosophie konnte den Schmerz über den Tod meiner Frau, wenn auch sehr, sehr spät, lindern. Trösten war ihr nicht möglich, denn das Leid war zu nah. Das tat das wirkliche Leben.
Ungeachtet - Botton und Precht haben meine Liebe zu dieser Wissenschaft neu geweckt. Weg von unverständlicher professoraler Stubengelehrtheit...und Selbstgefälligkeit.

Rein ins Leben, in die Politik, in den Tag!
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am 16. März 2016
Unterhaltsam und geistreich,dabei noch nützlich fürs Leben und wunderschön illustriert: ein kleines aber bedeutendes Buch! Und durchaus lesbar für NichtphilosophInnen macht es auch Mut in heutiger Zeit Zivilcourage zu zeigen
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am 24. September 2013
...Buch das einem den Einstieg in die Philosophie erleichtert. De Botton schreibt unterhaltsam und ganz nebenbei erfährt man einiges über die wichtigsten Philosophen der westlichen Welt.
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am 22. Februar 2017
„Sogar der Kerkermeister, der schon viele in den Tod hatte gehen sehen, war so gerührt, dass er verlegen ein Abschiedswort sprach:
‚Dich… habe ich schon die ganze Zeit daher als den edelsten, gelassensten und besten Mann kennengelernt, der je diese Stätte betreten hat… Nun also, du kennst ja meinen Auftrag, lebe wohl und such das Unvermeidliche so gelassen wie möglich zu tragen. ‘ Dabei brachen ihm die Tränen hervor und so wandte er sich um und ging.“

…schreibt der Autor Alain de Botton auf Seite 51 in seinem Buch „Trost der Philosophie“. Sehr schöne und edle Worte, um aus der Welt zu scheiden. Wenn man ein wahrhaft großer Mann ist dann wird das sogar von so jemanden zuteil, der diesen Beruf durchführt wie ein Arbeiter der am Fließband steht.

Dieses Werk ist eine Gebrauchsanleitung für verschiedene Bereiche des Lebens. In folgende Bereiche gliedert es sich bei denen die Kapitel Trost spenden sollen:
• Unbeliebtheit
• Geldmangel
• Frustration
• Unvollkommenheit
• Gebrochene Herzen
• Schwierigkeiten

Ich habe dieses Buch gewählt, da ich von Alain de Botton begeistert war als ich Tools of Titans gelesen habe. Damals überkam mich eine solche Ruhe. Dieses stellte sich auch hier manchmal ein, doch nicht so offensichtlich wie bei ToT. Deshalb werde ich mir noch ein weiteres Werk von ihm zu Gemüte führen.

Ich empfehle all jenen, die sich philosophisch weiterbilden möchten und dabei auch eine gewisse Gelassenheit verspüren möchten.

#kannstdulesen
Trost der Philosophie: Eine Gebrauchsanweisung
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am 1. März 2014
und theoretischen Gedankengebäuden ohne Bezug zur Wirklichkeit? Alain de Botton gelingt es eindrucksvoll uns aufzuzeigen dass dieses landläufige Klischee eben keine apriori Gesetzmäßigkeit ist und führt den Leser in 6. spannenden Kapiteln durch eine Entschlackungskur der menschlichen Existenz. De Botton besinnt sich dabei zurück auf die eigentlich Definition von Philosophie, die Liebe zur Weisheit als Versuch die Welt und menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen.

Hätte er es dabei belassen wäre de Botton Gefahr gelaufen den ausgetretenen Pfaden einer Herrschar philosophischer Winkeladvokaten zu folgen, im Bemühen schwierige Sachverhalte und unverdauliche Originalwerke allgemeinverständlich darzustellen. Vielmehr beschreitet er hier Neuland und zeigt auf wie uns diese älteste und ursprünglichste Disziplin menschlichen Denkens einen Handlungspielraum vermittelt, in ganz alltäglichen Situationen aber gerade auch in unseren bittersten Stunden.

Dabei darf de Bottons Werk durchaus als Antipode zur christlichen Religion verstanden werden, gewissermaßen offeriert der Autor uns Heilsbringung ohne die Komplikationen der Transzendenz. Plastisch schildert er den oktroyierten aber dennoch selbstbestimmten Exitus von Sokrates (und Senecas) und zieht damit wohl nicht ganz unbeabsichtigt eine Parallele zum neutestamentlichen Erlöser.

Dieses Buch ist nicht zuletzt deshalb so fesselnd weil de Botton sich dabei einem breiten Repertoire der Ausdrucksfähigkeit bedient. Er verlässt sich dabei nicht nur auf sein Prägnanz und sprachliche Brillanz, zitiert verschiedene Originaltexte und illustriert mit Gemälden und Objekten diverser Kunstepochen. Trost der Philosophie ist damit zeitlos und dennoch hochaktuell, ein Genuss für jeden, der dem Leben mehr abgewinnen möchte als mit benebeltem Verstand von Unglück zu Unglück zu taumeln.
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am 9. September 2001
Es ist wirklich tröstlich, wenn ich lese, dass sich gescheite Menschen bereits vor Jahrhunderten mit genau denselben Problemen herumgeschlagen haben, wie sie mir heute im Alltag begegnen. Und Alain de Botton versteht es vorzüglich, die oft schwierigen Werke der grossen Denker auf das Wesentliche, für mich Wichtige zu reduzieren, so dass die Erkenntnisse der Denker auch für mich zutreffend und lohnend sind. Ich bin begeistert!
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am 23. Februar 2001
Ein typischer de Botton, Literatur auf höchstem Niveau. Anhand von Plato, Epikur, Seneca, Montaigne, Schopenhauer und Nietzsche lernt man, wie man in den verschiedensten Lebenslagen Trost durch die Philosophie erfahren kann. Dieses Buch ist ein Muß für jedermann. Und wer noch kein de Botton-Fan ist, wird es durch dieses wunderbare Buch sicher werden.
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am 27. Oktober 2002
Wie der Name schon sagt, handelt dieses Buch von Trost, den man in der Philosophie finden kann. Dabei werden verschiedene Kategorien von alltäglichen Problemen abgehandelt. Zu jedem Thema wird ein andere Philosoph herangezogen. Bei Unbeliebtheit hilft Sokrates, bei Geldsorgen Epikur, bei Frustration Seneca, bei Unvollkommenheit Montaigne, bei Liebeskummer Schopenhauer und bei Problemen Nietzsche. In den Kategorien wird das Leben dieser Philosophen betrachtet und ihre Weisheit zum Thema erläutert. Insgesamt ein absolut geniale Leistung des Autors, die zeigt, dass Philosophie keine abstrakte Wissenschaft sein muss, sondern vor allem auch Hilfe beim täglichen Leben geben kann und soll.
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am 28. Dezember 2004
Philosophie gilt als schwerverständlich und weltfremd: Dieses Buch beweist das Gegenteil. Ob's am Geld mangelt, es mit der Liebe nicht klappt, man wieder mal an den eigenen Unzulänglichkeiten scheitert oder die ganze Welt mal wieder anders will als man selbst: Da kann geholfen werden.
Zahlreiche und hilfreiche Illustrationen helfen dabei, die Erkenntnisse sechs philosophierender Schwergewichte - Sokrates, Epikur, Seneca, Montaigne, Schopenhauer und Nietzsche - zugänglich zu machen. Frech und unkonventionell führt der Autor in das Leben, die Zeit und die Gedanken der Herren ein, immer mit dem Blick aufs Praktische. Patentrezepte gibt's keine, aber viele An - und Einsichten zum Selberweiterdenken: Und über die Probleme einmal auf eine ganz andere Art nachzudenken, kann wirklich weiterhelfen.
Der Autor Alain de Botton lehrt an der Londoner Universität Philosophie: Fachlich ist sein Buch solide und sauber - im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Titeln. Trotz des lockeren Plaudertons, dem Mut zur Beschränkung aufs Wesentliche und der etwas respektlosen Sprache - und gerade wegen der Lebensnähe - ist das Buch ideal für Philosophie-Einsteiger ab etwa 15 Jahren (auch ggf. als Schullektüre).
Wie auch für alle Menschen mit Frust, Liebeskummer oder Geldsorgen.
Also (fast) alle.
Uneingeschränkte Empfehlung!
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