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am 15. Dezember 2016
Ein wunderbarer Liebesfilm,mit einem Schuss Erotik,und sehr gut spielenden Darstellern.Wenn man diesen Film gesehen hat ist der Seelenfrieden wiederhergestellt.Eine absolute Kaufempfehlung.
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am 31. März 2013
Der Titel ist einem Cohen-Song entlehnt, in dem Lorca und ein Wiener Walzer verbal und akustisch verarbeitet wurden. In Leonards unnachahmlicher Lyrik schwingen da Sätze mit wie ‘Mein Mund auf dem Tau deiner Schenkel‘ oder ‘Ein Schrei voller Fußspuren und Sand‘. Viele sehen in Sarah Polleys Film eine Dreiecksgeschichte nach dem Motto ‘Wenn’s dem Esel zu gut geht…‘. Das kann aber nicht die Absicht der schon so altklugen, aber noch jungen Sarah Polley sein.
Lou (Seth Rogen) und Margot (ganz toll Michelle Williams) führen eine glückliche Ehe und doch bricht Margot aus und geht zu Daniel (Luke Kirby).
Aber wie die Geschichte erzählt wird, ist optisch ein Hochgenuss und äußerst berührend. Margot muss zwischen amourösem Nervenkitzel und Geborgenheit abwägen, zwischen gewohntem Trott und Aufbruch zu einem neuen Anfang. Dabei ist es ihr ureigenes Problem, dass sie es nicht aushält, zwischen zwei Dingen oder Personen zu stehen. Sie hat einfach Angst vor der Angst. Und vor allem will sie dem knuffigen Lou nicht wehtun. Tut sie aber. Doch das zerreißt sie und die meisten Zuschauer ebenfalls. Es gibt Szenen zum Wohlfühlen und andere zum Mitleiden. Margot fährt emotional und real Karussell und Achterbahn. Jeder, der nicht mehr begehrt, ist bereits tot. Und da gibt es dann auch kein Richtig oder Falsch mehr. Der Cohen-Song und der Film haben von der Rezeption her gesehen eins gemeinsam: man kann sie nur emotional begreifen, nachempfinden.
Denn hier regiert das Gefühl und nicht der Verstand. Es ist ein anderer Liebesfilm, je nachdem wie man die erste und die letzte Szene deutet.
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. März 2013
Der Liebesfilm ist tot – es lebe der Liebesfilm!
Nee, ohne Witz, mittlerweile meide ich romantische Komödien, denn sie sind eigentlich durch. Früher mit Doris Day und Rock Hudson warn sie noch neu, oder etwas später die mit Loren und Mastroianni. Dann kamen die 90er und die Meg Ryans und Julia Roberts haben wirklich ALLE Variationen durchgespielt. Nun schafft es alle paar Jahre mal jemand eine romantische Komödie zu machen, die anders, die wirklich gut ist... und dich am Kragen zu packen vermag.
Diese hier hat es sogar geschafft, mich richtig zu begeistern.
Wobei.. so sicher bin ich mir gar nicht, dass dies überhaupt eine Komödie ist.

Margot (Michelle Williams) ist 29 und seit fünf Jahren mit dem Kochbuchautor Lou (Seth Rogen) verheiratet. Sie haben es sich gemütlich gemacht in der Beziehung. Bei Zimmertemperatur gewissermaßen. Als Margot im Flugzeug den anziehenden Daniel (Luke Kirby) kennenlernt, wird es auch gleich warm. Aber, als sich die unmittelbare Wärme zwischen den beiden plötzlich zu erhitzen scheint, ist sie vollkommen überfordert.
- Ich bin verheiratet.
- Oh, das tut mir leid.
Dummerweise lebt die Verlockung auch noch gerade schräg gegenüber, so dass man sich künftig schwer aus dem Weg gehen / bzw. leicht „zufällig“ über den Weg laufen kann. Das hört sich eigentlich super banal an. Aber der als Rikschafahrer Geld verdienenden Künstler Daniel ist gar nicht lediglich eine erotische Versuchung, der die Treue zu ihrem Mann gefährdet, sondern er scheint Margot deutlich zu machen, was alles schief läuft in ihrem Leben. Da ist plötzlich ein tiefer Riss in Margots Leben.
Oder war der vorher schon da?

Fünf Jahre Ehe. Die 33-jährige kanadische Regisseurin (und Schauspielerin!) Sarah Polley, die auch das Drehbuch geschrieben hat, zeigt die liebevollen Rituale dieses Ehepaars so schonungslos, dass man schwankt zwischen sich fremdschämen und es süß finden, die ironischen Komplimente, die albernen Liebschwüre im Torture-Porn-Style und dutzende „Ich liebe Dichs“ in etwa 27 Tonarten. Es ist nicht üblich im Kino die langjährige Liebe eines Paares in den Fokus zu rücken, ihre teils noch zündenden, teils abgeschmackten Rituale. Schließlich wird im Film selten ein Hauptstrang, der im Alltag und in der Normalität gelandeten Liebe gewidmet, die eben auch Facetten zeigt, die im Breitbandformat ziemlich ernüchternd wirken. (Stellt Euch vor man hätte über die dem Tode entronnenen Romeo & Julia einen Film gemacht nach 5 Jahren Ehe.)
Ja, auch das tief traurige Blue Valentine hat dies gewagt, sich aber ganz dem bitteren Zerbrechen einer Ehe gewidmet. Übrigens ebenfalls mit Michelle Williams in der Hauptrolle.
Aber hier geht es eher um den nicht minder traurigen Prozess der Entfremdung.

Dennoch, auch wenn man hier ohne Rüschen auskommt, geht es in "Take this Waltz" auch um das Verlieben.
Um die Angst. (nicht nur vor Anschlussflügen)
Um das Begehren.
Es groovt zwischen Margot und Daniel.
Viele Fettnäpfchen werden von Margot durchlatscht und keins ist wirklich peinlich, sie werden weggelacht und sogar von Daniel hochgeschätzt. Es entsteht eine humorvolle Verschwörerschaft, eine meist unverkrampfte Nähe, die es zulässt auch tiefe Ängste gegenseitig zu entblößen.
Die Verliebtheit bleibt in der Schwebe, lebt sich in der Phantasie aus... wird zu einer quälenden Sehnsucht.
Das Kennenlernen im Flugzeug.
Danach ein stilles, manchmal trotziges, gegenseitiges Umkreisen und Abtasten.
Das Genießen der Qual des Unerfüllbaren.

Einige was-wäre-wenn-Sex-Szenen.
Wie die, als Daniel mit seiner Rikscha Margot und ihren Mann zieht und sie wie gebannt auf seinen arbeitenden Nacken, die sich bewegenden Muskeln schaut. Daniels Atem wird immer schneller, lauter, sein Rücken nass –
Oder auf dem Jahrmarkt, wo sie sich in einem Fahrgeschäft zu "Video killed the radio star" ekstatisch dem Höhepunkt entgegen schrauben, wie ein Rausch, um am Ende fröstelnd wieder auf dem grauen, plötzlich sehr traurig anmutenden Boden der Realität zu landen.
Ein Unterwasserakt, der ohne Berührung auskommt.
Es gibt einige Augenblicke, die einen in ihrer Intensität umhauen, vor allem der Moment, wo sich die beiden bei den Drinks gegenüber sitzen.
Und er sie verbal verführt.
(Ich sach nur, Harry und Sally, ihr könnt nach Hause fahren.)
Wen schert es da, dass Daniel wohl doch nur die Inkarnation von Margots Sehnsüchten ist? Er bleibt absichtlich sehr unscharf in seinem Wesen, man weiß nur, dass er malt und eine Rikscha zieht und was Margot an ihm findet.
Die Frage ist eher:
Wie lang kann man eigentlich etwas in der Schwebe halten?
Und wer oder was bricht als erstes unter dem Gewicht zusammen...

Und dann ständig dieses Hochsommersurren, die kreiselnden Ventilatoren, auch die beiden Angefixten umkreisen sich stets mit schweißglänzender Haut, im langen Hemd oder durchgeschwitzten Blümchenshirt, alles unterstreicht das zunehmende Erhitzen der Luft zwischen den beiden. Toronto im Sommerflirren. Auch in Leonard Cohens Song "Take this Walz" dreht es sich bis man schwindlig wird und das reiht sich ein, in die vielen Kreiselbewegungen des Films.

Michelle Williams. Was für eine Frau. Jedes Mal ist sie anders. Hier lebt sie in ihrer Rolle als Margot eine mädchenhafte, leichtfüßige Seite aus, barfüßig in kurzen Overalls, Blumenkleidern. Sehr süß und mädchenhaft, mit Babyspeck. Ziemlich weit weg vom Hollywoodschönformat. Trägt zu große Karohemden und zu kleine Shorts, unsicher, unperfekt. Dann ist sie plötzlich furchtbar verführerisch und verstrahlt innere Größe, kann aber auch fröhlich giggelnd und innerlich frei wirken, dann wieder tief melancholisch und rätselhaft. Sie ist wow.
Wie dieser Film mit Nacktheit umgeht (die Damen unter der Dusche sind sehr toll), und auch das ungeschminkte Gesicht Williams, eigentlich ist es auch stets nackt, bis auf den unvermeidbaren Schweißfilm in der Sommerhitze, jede kleine Emotion und intime Veränderung wird darin sichtbar. Man kann gar nicht weg sehen und manchmal manifestiert sich leise, aber unübersehbar eine Erschütterung in ihrem Ausdruck. Manchmal vergaß ich zu atmen.

Lou, Margots Mann, von Komiker Seth Rogen gespielt, er gibt ihn niedlich-bärig, ein wenig langweilig, aber durch und durch liebenswert. Er ist ein ruhiger, gemütlicher Mensch – somit das komplette Gegenteil von Daniel (oder ist er nur die Version von Daniel, wie er selbst in ein paar Jahren sein wird?) Jedenfalls: zum Pferdestehlen und doch irgendwie verletzlich. Niemand würde ihm wehtun wollen!

Daniel, perfekt gewählt: Luke Kirby, denn die viel beschworene CHEMIE zwischen den beiden ist sensationell und für das Gelingen des Films absolut unverzichtbar. Er verkörpert die richtige Mischung aus ironischer Überlegenheit, geheimnisvolle Aura und verständnisvoller Authentizität. Man hätte kaum einen Besseren finden können. Habe selten ein Paar gesehen, das so Funken sprüht.

RESÜMEE:
„Take this Waltz“ verläuft in seiner Handlungsstruktur zwar einfach, ja fast schon simpel, ist aber dennoch sehr gekonnt gegen den dramaturgischen Strich gebürstet, so dass mir die 2 Std. Filmzeit nie zu lang (oder gar langweilig) wurden und ist dabei völlig frei von Kitsch. Auch auf melodramatische Paukenschläge verzichtet der Film ganz. Es werden lediglich zart Finger an wunde Punkte gelegt, die sie offenlegen und zeigen. Der Film ist nach außen hin leicht, oft wirkt er sogar zart, er hat aber auch ordentlich Rumms und Humor. Er traut sich was. Hier wird nicht drumherum geredet. Gleichzeitig muss ich betonen, dass „Take this Waltz“ eine tiefe Ernsthaftigkeit innewohnt, die im Liebesfilm allerorten schwer zu finden ist und ihn somit eigentlich aus dem Genre kickt. Er stellt keine großen Fragen, aber authentische. Er gibt keine Antworten und wenn doch, dann sind sie in sich widersprüchlich. Er hat nur wenig äußere Handlung, was geschieht, passiert direkt in den Gesichtern der drei Akteure. Lediglich Lous Familie spielt noch eine Nebenrolle, aber auch sie ist gut skizziert, z.B. die Schwägerin, die trockene Alkoholikerin ist. Auch sie muss aufpassen, dass sie die Lücken, die sich im Leben immer wieder mal auftun, nicht panisch mit irgendetwas füllt.
Wie es dann endet, verrate ich natürlich nicht, auch der Film verrät eigentlich nur, eine neue Liebe ist eben doch kein neues Leben. (Auch wenn Jürgen Marcus uns das gerne singend glauben machen will.)
Das macht das Ganze zu einer sehr, sehr süßen, aber auch schmerzhaften Leinwanderfahrung.

Zur Standard DVD gibt es nicht viel zu sagen. Alles in Ordnung: Bild ist schön, O-Ton vorhanden, dtsch. UT sind auch da. Sonst ein klein wenig Bonus: mäßig interessante Interviews mit Sarah Polley, Michelle Williams, Seth Rogen, Luke Kirby und Sarah Silverman (37 min.), Wendecover, Galerie, Trailershow
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am 4. September 2013
"Take this Waltz" ist so ein ungewöhnlicher Film, klein, aber richtig fein, dass es schon bemerkenswert ist, dass er es einmal in unsere Kinos geschafft hat. Aber zum Glück fand er hierzulande Beachtung, sonst wäre nämlich doch ein ganz großer Film an uns vorübergegangen.

Natürlich muss man in erster Linie den einfach nur großartigen Cast erwähnen. Der Cast trägt den Film, begleitet den Zuschauer durch diesen Film - und sie machen das einfach sensationell. Michelle Williams verkörpert eine junge Frau, Margot, deren Beziehung sich in einer Krise befindet. Nur diese Krise spielt sich weniger zwischen ihr und ihrem Mann, sondern ausschließlich in ihrer emotionalen Welt statt. Michelle Williams spielt sie fast schon kindlich-naiv und verunsichert, aber stets irgendwie lebenswert. Dies als Darstellerin zu spielen bedarf eines großen Könnens. Und Michelle Williams spielt ihre Rolle einerseits so unglaublich leicht, immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, andererseits aber auch richtig intensiv und eindringlich, dass es einfach ein Genuss ist, ihr zuzuschauen. Fast scheint es einfach, als würde sie die schmerzhafte Zerrissenheit zwischen erotischer Neugierde und liebevoller Treue ein wenig genießen. Der Kampf zwischen Begierde und Gewissen lässt sie letztendlich erwachsen werden und begreifen, dass die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren zum Leben dazu gehört.

Die größte Überraschung im Cast ist allerdings Seth Rogen, wie ich finde. Dieser darf einmal die für ihn sehr ungewohnte ernste Rolle spielen, was ihm wirklich hervorragend gelingt.

Alles in allem muss man sagen, dass die Figuren, völlig anders als in den üblichen Filmen dieses Genres, allesamt nicht so einfach zu durchschauen und sie haben jeder für sich einige Ecken und Kanten. Aber ich finde, das will man doch, wenn man einen Film sieht. Durch die komplette Darstellerriege hinweg muss gesagt werden, dass das jeweilige Spiel die Charaktere und Figuren menschlich macht, keine "künstlichen" Figuren geschaffen wurden, sondern Figuren, die es so im Alltag durchaus auch geben könnte.

Bei "Take this Waltz" handelt es sich vor allem nicht um eine einfach gestrickte Liebesgeschichte, wie man sie schon hunderte Male gesehen haben dürfte. Anfangs meint man, ohne zuviel von der Handlung verraten zu wollen, Margot würde sich um den Finger wickeln lassen. Doch plötzlich beginnt sich die Geschichte zu drehen, Margot ist nicht mehr die passive, unscheinbare Frau, sondern beginnt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Margot versteht, dass es das perfekte Leben nicht gibt. Bis zu dieser Wendung dauert es zwar ein klein wenig. Dennoch geleitet einen die Szenerie, die Handlung mühelos durch den Film, kurzweilig und einfach beobachtend, erfährt der Zuschauer eine Geschichte, aus der es auch für ihn etwas zu verstehen gibt.

"Take this Waltz" hat mich richtig begeistert. "Take this Walz" ist aber kein Film zum "dahinschmelzen" sondern auch zum Nachdenken. Das sollte einem bewusst sein, macht den Film aber dadurch auch berührend und zu etwas besonderem.

Fazit:

"Take this Waltz" ist eine etwas andere Liebesgeschichte, welches aber aus der Masse hervorsticht. Grandios gespielt, toll gefilmt und leicht inszeniert. Alles in allem unbedingt empfehlenswert!
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am 14. Dezember 2016
NICHT FREI VON SPOILERN !!!
Das Thema ist alt, banal und sicher schon etliche Male verfilmt worden,aber sicher kaum derart fantastisch wie von Sarah Polley mit einem Seth Rogen, der hier einmal nicht den albernen Clown gibt, Luke Kirby und der überragenden Michelle Williams, bei der ein Oscar überfällig ist.

Die 28jährige Margot (Michelle Williams) ist glücklich verheiratet mit dem Kochbuchautor Lou Rubin (Seth Rogen), der gerade an einem Kochbuch mit Hühnergerichten arbeitet und fast imer kochend am Herd steht. Auf einer Reise lernt sie im Flieger Daniel (Luke Kirby) kennen, man sieht förmlich, wie schon beim ersten Blickkontakt ein Funke überspringt. Sie teilen sich nach dem Flug ein Taxi, und es stellt sich heraus, dass sie Nachbarn sind, Daniel wohnt in derselben Straße schräg gegenüber. Schon früh macht Margot klar, was das Problem ist: "Ich bin verheiratet." Daniel: "So ein Pech."

Margot und Lou werden als liebevolles Ehepaar gezeigt, doch schon bald ahnen wir, dass ein vieleicht früher brennendes Feuer abgekühlt ist, jeden Morgen im Bett die gleiche Neckerei, was sie sich Grausames antuen möchten wie die Augen mit einem Eisportionierer auskratzen, bei einem Essen im Restaurant anläslich des fünften Hochzeitstages, zu dem sie von Daniel, noch erfolgloser Maler und Rikschafahrer gebracht werden, stellen sie fest, dass sie sich eigenrlich nichts zu sagen haben.

Parallel dazu finden Margot und Daniel immer öfter Gelegenheit, sich zufällig über den Weg zu laufen und Zeit miteinender zu verbringen, die Chemie zwischen dem Paar stimmt einfach. Als Daniel feststellt, dass er so zwischen den Stühlen nicht weiterleben kann und Anstalten macht, wegzuziehen, ist es der offensichtlich feinfühlige Lou, der die Konsequenz zieht.

Banal und genial. Was sich in einer nach 5 Jahren zur Routine gewordenen Beziehung abspielt, könnte langweilig sein, zumal nicht gezeigt wird, wie diese Beziehung begann und dann langsam zur Routine wurde. Hier ist es genial, weil die Bekanntschaft mit Daniel für Margot der Auslöser ist, diese Normalität zu hinterfragen, wie in der Szene mit dem Hochzeitstag. Man sitzt sich im Restaurant bei gutem Essen und Kerzenschein gegenüber, genießt das essen und die Anwesenheit des Gegenübers, der überspitzt gesagt auch ein schweigender Klon sein könnte. Der Lack ist ab, an die solide Grundierung hat man sich gewöhnt anstatt zu überlegen, wie man wieder frische Farbe auftragen kann.
Sehr treffend bringt das auch Geraldine zum Ausdruck, Ehefrau von Lous Bruder Aaron, trockene Alkoholikerin, die passend zu Margots Situation bemerkt, wenn sich irgendwo ein Loch aufgetan habe, müsse man aufpassen, womit man es auffülle.

Genial an dem Film, den ich weder als reinen Liebesfilm und trotz lustiger Szenen schon gar nicht als Komödie bezeichnen möchte, ist die Tatsache, wie er es ohne spektakuläre Szenen schafft, durch einen normalen Alltag zweier normaler Menschen mit netten, aber irgendwann vielleicht langweilenden Gesten, Ritualen und auch Peinlichkeiten zu zeigen, wie man sich langsam entlieben kann. Der solide Gebrauchtwagen glänzt nicht mehr, aber man kennt ihn und seine eventuellen kleinen Macken. Man kann ihm einen neuen Lack und etwas mehr Pep gönnen, wie es Geraldine in ihrer Ehe gemacht hat, oder man kann sich vom Glanz eines Neuwagens verführen lassen, von dem man nicht weiß,, was unter dem Lack steckt.
Ein Mitrezensent, der nur einen Stern vergab, stellt fest, dass man nicht wisse, wie es in der Ehe zu Beginn war, und ob mit Ehemann Nummer 2 nach weiteren 5 Jahren nicht das gleiche passiere wie mit Nummer 1, die Ehe ist fade gworden und es folgt dann Nummer 3. Völligt richtig!!!
Aber für mich ist das nicht die Schwäche, sondern die Stärke des Filmes, weil dieses etwas fade Nebeneinanderleben etwas sicher sehr häufiges ist, aber aus den unterschiedlichsten Gründen oft nicht mit einer Beendigung der Ehe endet. Sarah Polley ergreift nicht Partei für einen der drei Protagonisten. Daniel kann mitder Situation so nicht weitermachen und zieht die Konsequenz,in dem er fortgehen will. Sarah íst bereit, bei Lou zu bleiben, aber auch Lou kann so nicht weitermachen, er ist ein Typ gemütlicher, leicht dicklicher Teddybär, aber zeigt hier sehr feine Antennen. Sarah erscheint am schwächsten, unsichersten, sie wird zu einer Entscheidung "gezwungen", ob zu ihrem Glück wissen wir nicht.

Der sonst eher in flachen Filmen agierende Seth Rogen zeigt hier, dass mehr ín ihm steckt als man bisher vielleicht bei ihm gesehen hat, das Vertrauen, dass Sarah Polley in ihn gesetzt hat, hat er nicht entäuscht. Luke Kirby war mir bisher nicht bekannt, aber er und seine Darstellung des Daniel und Michelle Williams harmonieren optimal, nie kam bei mir der Wunsch auf, einen anderen vielleicht bekannteren Darsteller in seiner Rolle zu sehen.
Michelle Williams ist einfach eine Klasse für sich. Uneitel, natürlich, in dieser Rolle nicht aufgehübscht oder in vorteilhafter Kleidung herumlaufend ist sie spektakulär unspektakulär. Jede Bewegung, jeder Gesichtsausdruck ist so, wie er einfach sein muss, authentischer als sie kann man diese Margot nicht spielen. Man achte z.B. auf ihre Mimik, als Daniel sie in einem Café verbal verführt und entblättert. Hätte es jemanden verwundert, wenn sie Äußerungen der Wollust von sich gegeben hätte? Ich glaube, ihr Spiel kann man qualitativ neben das von Sandra Hüller stellen, ein größeres Kompliment kann ich derzeit nicht machen.

Ein Riesenkompliment auch an die 2011 erst 32jährige kanadische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin dieses Filmes, Sarah Polley, die mit scheinbar schlafwandlerischer Sicherheit alles richtig gemacht hat. Ein Dank natürlich auch an die Frauen fast jeden Alters und aller Varianten von Körpern für die völlig unverkrampfte und absolut nicht aufgesetzte oder peinliche Szene in der Dusche, die sich ohne Scham hier hüllenlos völlig natürlich und unverkrampft bewegen.

"Take This Waltz" ist ein unspektakulär wirkender Film über Liebe und Verlust derselben, der gut unterhält, Denkanstöße geben sollte und Beziehungsprobleme ohne jegliche Übertreibung und Dramatik schildert, eine wahre kleine FILMPERLE.

Doc Halliday
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am 14. Januar 2014
Schon bald kommt der Frühling, die Zeit in der alles zu blühen beginnt, die Zeit der Schmetterlinge im Bauch und der Romantik. Einfach gesagt: die Zeit der Liebe. Doch „Take this Waltz“ lässt sich von diesem „Love is in the air“ Stimmungshoch nicht beeinflussen. Im Gegenteil, am Ende zerschmettert er dieses uns alle so nahegehende Phänomen Liebe erbarmungslos in der Luft und taucht so wunderbar ungeniert, so traumhaft unverträumt in das Innere der Protagonistin ein, dass eines klar wird. Nämlich dass die Liebe nur eine Art Begleiterscheinung unseres Ebenbildes ist und der Mensch selbst, das eigentlich unfassbarste, unbegreiflichste und unvollkommenste Phänomen auf diesen Planeten ist.

Was macht „Take this Waltz“ zu einen kleinen Meisterwerk? Kurz gesagt dessen Ehrlichkeit. Diese Ehrlichkeit lässt sich in einigen Elementen des Filmes erkennen. Etwa in der Kameraführung. Durch wirkungsvolle Perspektiven in der die Normalität der Figuren dargelegt werden. Durch wunderbare, aber niemals aufdringliche, Nahaufnahmen der Protagonisten, welche die Verletzlichkeit der Figuren wiederspiegelt. Sowie die gefühlvollen Bilder, die keine Worte brauchen, sondern mit stimmungsvoller Musik noch tiefer in die Haut gelangen. Es sind diese Momente, dieser Mix aus technisch perfekter Handhabung und einer unaufdringlich ehrliche in Bildsetzung der Menschlichkeit in ihrer vollkommenen Unvollkommenheit.

Auch die Geschichte wird schonungslos dargeboten. Dabei wird allerding nicht schwarz-weiß gemalt. Das wahre Leben ist nun mal kein Film in dem es unbedingt zu einer Katastrophe kommen muss und in der es letztendlich zum großen Showdown kommt. In dem meistens dann das Gute gegen das Böse siegt. Den Kampf Gut gegen Böse gibt es hier schlicht weg nicht. Wir sehen einfach das Zusammenleben zweier Menschen die sich Lieben, aber die am Verlust der sexuellen Leidenschaft in ihrer Partnerschaft leiden. Wir sehen eine Frau. die das vollkommene Glück sucht. Eine Frau, die viel Schönes in ihren Leben besitzt, doch der klar wird, dass es in ihren Dasein eine Lücke gibt. Eine Lücke die ihr erst so richtig bewusst wird, als ein Mann in ihr Leben stößt, in den sie sich verliebt und der ihr ermöglichen könnte, dieses Loch zu füllen. Allerdings nicht ohne eine neue Lücke zu öffnen. Die wiederum dem perfekten Glück im Wege stehen wird.

Es befinden sich wahrlich wunderbar aufrichtige und zärtliche Momente in diesem Werk. Allerdings merkt man der Handlung doch ihre geringe Dichte an. Für einen Film steckt etwas wenig Inhalt dahinter. Dies wird zwar mit eben angesprochenen, wunderbar sensiblen Momenten ersetzt, allerdings wiederholen sich einige Szenen (natürlich anders in Bild gesetzt) öfters. Etwa der Versuch von Margot Lou zu verführen, oder das Hinterherschleichen von Daniel. Auch fällt es schwer zum Ende zu kommen und so ist der Film etwas zu lang geraten.

Und das war sie dann auch schon, die kleine Schwäche des Films. Denn mehr gibt es wirklich nicht auszusetzen an „Take this Waltz“. Es ist auch einfach viel angenehmer über die positiven Dinge zu schreiben. Denn durch seine Sensibilität und Aufrichtigkeit, wirkt selbst der Film schon menschlich und verletzlich. Fast so als müsse man ganz sanft mit ihm umgehen, damit man seiner zerbrechlichen Inszenierung nichts anhat. Letztlich seien noch die Schauspieler erwähnt. Ganz große Schauspielkunst bietet uns wiedermal Michelle Williams. Sie hat sich wahrlich mit ihrer Figur auseinandergesetzt und zeigt uns die komplexen Ängste und Gedanken, das aufrichtige Verlangen und die verständlichen Träume einer schlichten jungen Frau.

Auch Seth Roggen kann einmal in einer ernsten Rolle überzeugen. Dabei kann man vor allem von einer gute Leistung sprechen, weil er sich nicht übernimmt und uns genau so viel zeigt, wie er auch im Stande ist zu leisten. Die ganz tiefen Einblicke in sein Inneres, bleiben uns hierbei verwehrt. Doch den witzigen etwas naiven „Nice Guy“ nimmt man im sofort ab. Auch Luke Kirby gibt den geheimnisvollen Nachbar Daniel, seine eigene Note und bildet ein harmonierendes Gegenstück zu Margot.
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am 7. Juni 2015
Take This Waltz hat mich wie kein anderer Film in den letzten Jahren zutiefst berührt. Der Film fängt in sehr leichtem Ton an und man verliebt sich schnell in die verschiedenen Protagonisten. Das wirklich Besondere am Film ist, wie scheinbar mühelos die Geschichte erzählt wird, wo sie es doch absolut in sich hat.

Michelle Williams spielt die Rolle der Margot grandios. Die Chemie zwischen den Schauspielern ist beim Zuschauen zu spüren und fast zum Greifen nah.
Als dann die letzte Szene lief, wollte ich unbedingt, dass es nicht vorbei ist.

Dieser Film hallt lange nach und man beginnt, doch nachzudenken über das eigene Selbstverständnis von Liebe und Beziehungen.

Absolut zu empfehlen!
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am 30. September 2014
Margot (Michelle Williams) ist glücklich verheiratet mit dem etwas biederen Kochbuchautor Lou (Seth Rogen). Da zieht nebenan der attraktive Lebenskünstler Daniel (Luke Kirby) ein, und die beiden entwickeln Gefühle füreinander. Margot will die Ehe nicht gefährden, aber der Sog zum anderen wird immer stärker. Der größere Teil des Films handelt davon, wie Margot und Daniel im hochsommerlichen Toronto umeinander schleichen.

Dabei reden sie smart und unterhaltsam. Regisseurin, Autorin und Ko-Produzentin Sarah Polley hat schöne Dialoge geschrieben und zeigt auch längere wortlose Passagen. Die emotionale Kurve wirkt fast nachvollziehbar. Im Making-of sagt Polley, dass sie einen Film über Verlangen ("desire") machen wollte, das ist ihr gut gelungen. Nicht so realistisch, aber sehr filmi: Sarah Silverman als zynische Alkoholikerin mit coolen Sprüchen.

Mit 1:55 Stunden (einschließlich Vor- und Abspann) ist der Film ausgesprochen lang. Jede Szene wird bis ins letzte ausgeführt, Blicke, Dialoge, alle Zeit der Welt. Bei Take this Waltz passt das, der Film erscheint nie gedehnt. Nicht einmal die (wenigen) Traumsequenzen stören (sehr), werden jedoch von einer hektischen Kreiselkamera gestört.

Kleine Beschwerden:
- die Wohnungen erscheinen zu betont bohémien (Roger Ebert und The Hollywood Reporter merken an, dass keine der Figuren sich die Miete in dieser attraktive Ecke Torontos leisten könnte)
- die Anspielungen auf Ehebruch, "zwischen den Stühlen" und "Probleme mit Verbindungen" gleich zu Beginn sind zu aufdringlich, ebenso das Anblicken und Küssen durch Fensterscheiben
- die Mimik von Michelle Williams überzeugt in sehr emotionalen Momenten nicht immer (sonst wirkt sie sehr natürlich und in sich ruhend)
- Seth Rogen erscheint etwas zu eindimensional langweilig-gutmütig, und immer kocht er nur Huhn
- die Anspielungen auf Schwüle und Sommer mit knappen Kleidchen, ständig klapperndem Ventilator und Straßencafés stören bald
- Luke Kirby etwas zu glatt beau als Touristenrikschahfahrer und unentdeckter Maler

Der Filmtitel stammt von einem Leonard-Cohen-Song, der auch im Film erklingt.

Freie Assoziationen zu diesem kanadischen Indie-Paarfilm Take This Waltz:
- die kanadischen Indie-Filme von Denys Arcand
- die drei Indie-Paarfilme von Richard Linklater mit July Delpy und Ethan Hawke

Meine Bluray hatte deutschen und englischen Ton, den englischen leider nur in 5.1. Untertitel gibt es nur auf Deutsch, zu meinem großen Bedauern nicht auf Englisch (ich sehe englisch gedrehte Filme gern im O-Ton mit E-UT).

Im 37minütigen Making-of (Englisch ohne Untertitel) reden die Hauptakteure vor allem über die Handlung und die Anlage der Figuren - weniger über Praktisches von den Dreharbeiten. In erster Linie sieht man hier die Hauptfiguren sitzen und reden oder es gibt Filmszenen, aber Reportagebilder vom Filmset nur momentweise. Es gibt keinen Kommentar parallel zum Hauptfilm.

Kritiken:

Der Spielfilm erhielt einige Preise und wurde von echten Kritikern meist gelobt. Kritikerdurchschnitt laut Metacritic 68 Prozent, laut Rotten Tomatoes 77 Prozent, Publikumswertung bei IMDB 6,6 von 10 Sternen (September 2014, 18.440 Stimmen)

The New Yorker: " The movie is little but an extended romantic tease leading to an inevitable conclusion which is rendered all the more obvious by a series of plot points displaying the old-shoe ordinariness of the husband … over-intentionalized screenplay"
NYT: "The last section of the film may seem a bit fuzzier. There is a moment about 90 minutes in that I was sure was the end, and I still think that stopping there would have made “Take This Waltz” perfect."
Die Zeit: "Der wohl kitschfreieste Beziehungsfilm seit Langem – und eine Liebeserklärung an Toronto"
The Guardian, Philip French: "Take This Waltz is so truthful and honest a film that on the rare occasions it hits a false note or becomes over-explicit or sentimental, it really jars."
The Guardian, Catherine Shoard: "It's not perfect. Daniel is too much the dream man, all soul and restraint, intense paintings and hunky swimming… But Take this Waltz confirms Polley as a serious, intelligent talent."
Time Out: "There’s a few too many flounces and false notes. The scene in which Margot and Daniel meet is fussy and implausible"
Spiegel: "dieser federleicht inszenierte Beziehungsreigen unter Endzwanzigern ist durchzogen von einer Ernsthaftigkeit, die sich erst nach und nach, dafür aber umso eindringlicher offenbart."
LA Times: "There is so much that is delicate and soft, so much that is hurtful and hard about love"
The Hollywood Reporter: "Sarah Polley’s banal second feature is emotionally fraudulent and far too infatuated with its own preciousness… Cute and quirky can get very tired very fast and there’s an awful lot of both here… Polley’s dialogue is so over-written that almost every word out of the characters’ mouths sounds phony. "
Variety: "maximum tension, humor and emotional complexity from a young wife’s crisis of conscience... despite a few tonal and structural missteps, this intelligent, perceptive drama proves as intimately and gratifyingly femme-focused as Polley’s 2006 debut, “Away From Her.” It’s also flat-out sexy enough to appeal to discerning audiences of either gender... one of the more personal and persuasive portraits of a modern marriage in recent movies"
The Telegraph: "Michelle Williams… glows like a landscape at magic hour in this head-spinning, heart-bursting seriocomic romance"
The New Yorker: "The movie is little but an extended romantic tease leading to an inevitable conclusion which is rendered all the more obvious by a series of plot points displaying the old-shoe ordinariness of the husband … over-intentionalized screenplay"
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am 3. April 2013
Eine leichtfüßige, unprätentiose Liebesgeschichte ist Sarah Polley mit ihrer zweiten Regiearbeit geglückt. Wobei es sich im engeren Sinne vielmehr um eine verspätete Coming-of-Age-Story handelt. Margot (Michelle Williams) ist seit fünf Jahren verheiratet. Die Ehe läuft augenscheinlich rund, wenn sich auch einige Ermüdungserscheinungen eingestellt haben. Die Begegnung mit dem adretten Nachbarn Daniel (Luke Kirby) bringt die vermeintlich geordnete Welt Margots jedoch mächtig ins Wanken. Bleiben oder Neubeginn? Zugegeben: All das klingt verdammt nach Rosamunde Pilcher-Schmonzette. Glücklicherweise ergeht sich Polleys Film nicht in faden Herzschmerz-Szenen. "Take this Waltz" interessiert sich vielmehr für den Zauber dieser jungen Liebe, konzentriert sich auf die aufregenden Momenten des Wiedersehens, des sich gegenseitigen Kennenlernens und Herantastens. Die geerdeten Figuren, das sommerliche Flair Vancouvers, der stimmige Soundtrack - "Take this Waltz" erzeugt eine entspannte Atmosphäre, die einem knappe anderthalb Stunden ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dass Polley die Entscheidung ihrer Hauptfigur nicht offen lässt, ist indes bedauernswert. Die finalen 15 Minuten sind Käse und sorgen für Stirnrunzeln. In der allerletzten Einstellung findet der Film dann aber doch noch einmal ein starkes und stimmig-abschließendes Bild und entlässt den Zuschauer schließlich versöhnt. "Take this Waltz" macht glücklich. Und Michelle Williams empfiehlt sich einmal mehr als eine der spannendsten Darstellerinnen des gegenwärtigen US-Kinos.
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am 5. Dezember 2013
Genau das ist das Problem von Margot(Michelle Williams). Und sie liebt ihren Mann Lou(Seth Rogen) auch noch. Allerdings ist das Leben mit dem Kochbuchautor Lou, nach fünf Jahren Ehe, ein wenig zu alltäglich geworden. Margot und Lou sind mehr gute Freunde, als ein Liebespaar. Da lernt Margot den Nachbarn Daniel(Luke Kirby) kennen. Der ist smart, witzig, malt, fährt eine Rikscha und ist in Margot vom ersten Augenblick an verliebt. Auch Margot ist nicht abgeneigt; aber halt verheiratet. Stürzt sie sich in ein Abenteuer? Verlässt sie Lou? Oder ist es vielleicht doch so, wie ihre Schwägerin Geraldine(Sarah Silverman) sagt: „Jeder hat mal ein Loch im Leben, und nur ein Trottel rennt sofort los und versucht, es mit etwas anderem zu füllen.“

Sarah Polley ist eine überaus kreative Regisseurin. Das hat sie mit -Mr. Nobody- bewiesen. -Take this Waltz- ist ebenfalls keine 08/15-Filmkost. Es gibt einige Besonderheiten. Zum einen braucht man locker eine halbe Stunde, bis man im Plot ist; es beginnt ziemlich zäh und die Charaktere wirken künstlich. Die deutsche Synchronisation ist anfänglich ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Dann sind da die Farben. Ganz bewusst ist -Take this Waltz- sehr farbintensiv und bunt abgedreht worden. Zu den Bildern gesellt sich ein Independent-Soundtrack, der vom Allerfeinsten ist. Den Anfang des Films versteht man allerdings besser, wenn man das Ende gesehen hat.

Die Besetzung mit Michelle Williams, Seth Rogen, Luke Kirby und Sarah Silverman ist große Klasse. Nach und nach findet man sich in den Charakteren ein und verschenkt seine Sympathien. Im letzten Drittel des Films gibt es dann eine Sequenz von bewegten Bildern und hochinteressanten Schnitten zur Musik von Leonard Cohen, die zum Besten und Kreativsten gehört, was ich in letzter Zeit gesehen habe...

Also: Geben sie -Take this Waltz- eine Chance und schalten sie nicht gleich ab, wenn die Story „nicht in die Pötte kommt.“ Das gibt sich nach einiger Zeit und dann ist Sarah Polleys Lovestory zwischen Margot, Lou und Daniel wirklich sehenswert und mitreißend.
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