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am 13. Juli 2013
Die beste Aufnahme von Norma,die ich bisher gehört habe,Kann ich nur weiterempfehlen!Übertrifft auch die Aufnahme mit Maria Callas.Ein musikalisches Erlebnis.
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am 19. Mai 2013
.... ist natürlich eingetreten; sowohl in der Bewertung der vorliegenden Aufnahme in diesem Forum und in der allgemeinen (professionellen) Kritikals auch in der Besprechung der zeitgleich stattfindenden Aufführung der Oper in Salzburg.
Zunächst einmal werden sich an einer Sängerin wie Cecilia Bartoli immer die Geister scheiden. Entweder man mag ihre zuweilen herbe, immer sehr persönliche Herangehensweise an ihre Rollen und ihren immer mit sehr viel Aufwand betriebenen "Überbau" bei ihren Projekten - oder man mag es halt nicht.
Aber eines hat Bartoli doch konsequent (seit ihrem Vivaldi Album) doch anders und besser gemacht als alle anderen Mitbewerber, Jordi Savall (der ähnlich faszinierende Konzeptalben produziert) einmal ausgenommen: Anstatt ein Arienalbum nach dem nächsten ohne inneren Sinn und Zusammenhang abzuliefern, gestaltet sie doch sehr kluge Programme mit viel Hintergrund, macht auf so manche unentdeckte Rarität aufmerksam, und kann somit sogar Arien von Agostino Steffani verkaufen; wer hat ähnlich gute Zusammenstellungen anzubieten? Und wenn, dann bleiben die Ergebnisse immer ein wenig hinter den Alben von Bartoli zurück (Kermes, Fleming,Jaroussky etc.).
Und nun, nach dem sehr erfolgreichen "Maria" Album und der durchaus zwiespältig aufgenommenen "Sonnambula" nun das Schlachtross der dramatischen Oper schlechthin, "Norma".
Bartoli macht auch dieses Mal marketingtechnisch alles richtig: Sie lässt das Album zeitgleich mit der Salzburger Pfingstaufführung auf den Markt bringen, gibt erklärende Interviews in der überregionalen und internationalen Presse, bezieht bei ihrer Interpretation die neue kritische Ausgabe des Werkes mit ein etc. etc.
Alls wohl durchdacht und es lässt sich im gesamten Konzept auch kein Haken finden. Es leuchtet mir ein, daß es gerade einer Säule des Opernrepertoires nicht anders gehen kann als es Norma erging: Schicht um Schicht wird das Original überlackiert, gefirnisst und verändert; es sieht im Rückblick dann aus wie die Fresken in der sixtinischen Kapelle, deren knallige Farbigkeit nach der Restauration wie ein Schock wirkte. So versuchen die Interpreten an "Norma" heranzugehen; ganz so geschockt ist man nach dem Anhören der vorliegenden Norma Aufnahme nicht. Aber daß Bellini eben doch näher an Rossini war als am späten Verdi, was nicht zuletzt die Rollenbesetzung suggerierte, wird hier offenbar. Das Norma von "enzyklopädischem Charakter" sei (was immer das eigentlich bedeutet...) wird hier niemand behaupten; das es auch leichter, transparenter und direkter geht als sonst doch immer so gewohnt wird aber ebenso klar. Natürlich muß die Norma nicht komplett neu überdacht werden. Aber daß leichtere Stimmen dieses Drama überzeugend interpretieren können wird überzeugend klar. Und daß man das (mir geht es da immer so) eigentlich etwas abständige "bigger than life" Drama mit einer immer am Rande der Hysterie agierenden Titelheldin als reine Kolportage empfindet? Mich berührt diese menschliche Dimension auf jeden Fall sehr.

Cecilia Bartoli singt die Norma natürlich in ihrer Manier; ihre eigentlich sehr kleine Stimme lebt von den sehr konsequent eingesetzten Pianophrasen, von der Verinnerlichung der Partie; zugegeben, die erregten Ausbrüche der eifersüchtigen Frau klingen mit ihrem sehr charakteristischen Mezzo doch zuweilen etwas meckerig, aber das ist eigentlich nichts Neues, diese Art zu singen ist schon auf ihrer ersten Aufnahme zu hören. Und dennoch berührt mich persönlich ihr Gesang, ist eben nicht nur ein Vehikel, zumal sie technisch die Partie wirklich im Griff hat.
Warum man Sumi Jo so hartnäckig als langweilige Sängerin tituliert ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Diese Künstlerin hat es geschafft, ihre Stimme im Laufe ihrer nunmehr recht langen Karriere bemerkenswert frisch zu erhalten, singt technisch wirklich makellos, phrasiert elegant und eben nicht langweilig, die Duette mit Bartoli stellen hier wirklich den Höhepunkt der Aufnahme dar. Daß man mit John Osborne den Pollione mit einem Rossini Tenor besetzt, der ansprechend und technisch ebenso versiert singt, ist da nur folgerichtig und im Gesamtkonzept stimmig.
Auch orchestral wird einiges anders gestaltet als bisher gewohnt.
Daß dies nicht allen Hörern gefällt oder gefallen kann - richtig. Aber es ist doch erfrischend zu sehen, daß auch liebgewonnene Hörgewohnheiten sich hinterfragen und ändern lassen; daß es auch bei tausendfach repetierten Repertoireschlagern gelingt ihnen noch neue Seiten abzugewinnen und sie - wie hier - durch eine kritische Befragung der Aufführungstradition in eine neue Interpretation geführt werden.
Daß ist nun weder unpersönlich noch schlecht - es ist anders, und es muß nicht jedem gefallen. Und wenn ich bedenke wie sich unser Eindruck und unsere Wahrnehmung von Barockmusik geändert hat seitdem die historische Aufführungspraxis diese Musik für sich okkupiert hat, und welche Kämfe da geführt wurden: Es könnte uns in Bezug auf das romantische Repertoire noch einiges bevor stehen.

Fazit:
-> Die Sänger, voran Cecilia Bartoli, interpretieren die Musik weniger als aufgeblähtes Drama denn als menschliche Tragödie, und gewinnen der Musik so viele neue Facetten ab. Dies auf stimmlich hohem Niveau mit den - zumal bei Bartoli - bekannten stimmtechnischen Eigenheiten.
-> Orchestral wird einiges erfrischend anders als gewohnt dargeboten, zumal in Bezug auf die gewählten (originalen) Tempi und der etwas veränderten Klanggestalt durch die Verwendung von Originalinstrumenten
-> Alles in allem eine höchst spannende und anregende Neuaufnahme und willkommene Ergänzung der bisherigen Norma - Diskographie, ohne an der Qualität der großen Rollenvorgängerinnen etwas zu ändern oder diese überflüssig zu machen.
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am 10. Juni 2013
Was Cecilia Bartoli hier bietet, spottet jeder Beschreibung. Die Stimme ist viel zu klein und die mechanisch gegurgelten Koloraturen retten die Aufführung auch nicht. Die restliche Besetzung wurde wohl ausgewählt, die Aufmerksamkeit nicht von Frau Bartoli abzulenken. Wenigstens das ist gelungen.
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am 4. September 2014
Dies hat wenig mit Norma zu tun...Bartoli singt Bartoli und orientiert sich vielleicht ein wenig an der Oper...aber mit Bellinis NORMA hat dies nichts zu tun... Frau Bartoli mag eine sympathische, quirlige und liebenswerte Person sein aber das macht leider keine Norma aus. Ich höre wirklich keinerlei Dramatik, viel eher ein hysterisches Gegurgel. Schade!!!
John Osborn als Pollione ist ohne jegliches Temperament.
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am 18. Mai 2013
Eine neue Norma-Aufnahme verdient immer eine gewisse Aufmerksamkeit. Erst recht, wenn Cecilia Bartoli sich der Titelpartie angenommen hat und sich damit das Belcantofach erobern will. Zunächst aber zu ihren Kollegen: Giovanni Antonini animiert das Orchestra La Scintilla zu einem schlanken, aber explosiven Spiel. Bereits in der Ouvertüre ist er sehr schnell unterwegs und setzt auf knallige Effekte und scharfe Konturen. Mit John Osborn ist der Pollione sehr leicht besetzt, was der Charakterisierung der ohnehin schwachbrüstigen Rolle nicht unbedingt gut tut. Das Timbre bietet aber einige Schönheit und im oberen Register muss man nicht um die Töne fürchten. Sumi Jo ist als Sopran-Adalgisa das was sie immer war: Eine schön singende, aber leider vollkommen langweilige Sängerin. Dennoch: In „Mira, o Norma“ mischt sich ihre Stimme in fast magischer Weise mit der von Cecilia Bartoli.
Frau Bartoli ist in der Rolle der Norma ein höchst interessanter Irrtum. So richtig es sein mag, die Partie mit einem Mezzo zu besetzen (Giuditta Pasta!) so sehr fragt sich doch, ob dieser nicht mehr Fundament und Gewicht haben sollte, als die doch allzu klein dimensionierte Stimme von La Bartoli.
Im Einzelnen: Die melismatischen Passagen des „Casta Diva“ bewältigt sie mit imponierender Sicherheit und ohne jedes Problem. In der Cabaletta „Ah! Bello a me ritorna" kann sie durchaus mit dramatischer Spannung überzeugen, wobei diese immer auch eine Tendenz zur Überspanntheit hat. In den großen darauffolgenden Konfrontationen mit Adalgisa und Pollione bemüht sie sich redlich und singt, wie immer, mit großem Engagement. Auch hier gefällt wieder ihre technische Versiertheit, wobei man sich zuweilen des Eindrucks nicht erwehren kann, dass sie die Koloraturen großartig herunterbuchstabiert, sie aber nicht zum formativen Element ihrer Gestaltung werden (vgl. „Oh non tremare, o perfido“). Auch hier wieder viele exaltierte Gesten und das Bemühen um Ausdruck, der leider ein Äußerlicher bleibt. Im Adalgisa/Norma-Duett gelingt das Zusammenspiel jedoch hervorragend, sicher ein Höhepunkt der Aufnahme. Das Duett mit Pollione („In mia man“) ist leider ein trauriger Tiefpunkt. Bartoli bleibt hier weit hinter den meisten ihrer Kolleginnen zurück. Die Stelle „Solo? Tutti! I Romani a cento a cento, fian mietuti, fian distrutti, e Adalgisa…“ verpufft ohne jede Wirkung. Warum sie sich dann auch noch den con-furore-Triller auf „Adalgisa“ spart, bleibt ihre Geheimnis.
Das Finale versöhnt wieder etwas. Bartoli kann in den verhaltenen Passagen überzeugen und auch Osborn überrascht mit schönem Piano („Sublime donna, io t'ho perduta!“).
Alles in allem ist die Aufnahme für all’ jene eine Anschaffung wert, die bereits einige andere Einspielungen besitzen. Für eine Referenzaufnahme reicht das Gebotene nicht!
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am 18. Mai 2013
Wie üblich macht Cecilia Bartoli keine halben Sachen und ihre Norma wird sich einen sicheren Platz in der Diskographie dieser Oper erwerben. Bartoli hat sich die Rolle ökonomisch in die Kehle gelegt und auf ihre Betriebstemperatur erhitzt. Hier ist keine Note langweilig. Einige Stücke hat sie für ihre geläufige Gurgel großzügig ausgeziert, etwa die Cabaletta "Ah bello, a me ritorna". Geschmacksfrage: Bartoli sättigt die Rolle mit Emotionen auf - erregtes Vibrato, herausgeschleuderte Konsonanten, dramatische Glottisschläge - und so wirkt die Rolle dann auch auf mich - wie ein Lehrstück in kluger vokaler Dramaturgie. Ich habe die Rolle durch die Aufnahmen von Maria Callas kennnegelernt - und deren Norma klingt für mich authentischer emotional - weniger nach Ringen um Ausdruck und Spannung.

Auch gefällt mir die differenziertere Ausdruckspalette der Callas-Norma besser. Wer mag, höre im Vergleich Normas Beschwichtigungsrede "Sediziosi voci" - Bei Cecilia Bartoli höre ich diffuse Aufregung, bei Maria Callas eine autoritäre Ansage an das Galliervolk (Track 8). "Dormono entrambi" ist bei Bartoli ein differenzierter Monolog, die Kinder scheinen aber nie wirklich in Gefahr. Bei Callas wird eine innere Zerrissenheit und Fatalismus hörbar, die beim Hörer wirkliche Bedrückung weckt. "Oh di qual sei tu vittima": Bei Bartoli (Track 20) eine ängstliche Warnung an die Freundin - bei Callas (CD 2 Track 6) eine schonungslose Urteilsverkündung über den skrupellosen Pollione. In den lyrischen Gesängen, so perfekt sie gesungen sind, verliert Cecilia Bartoli zeitweise den dramatischen Kontext. "Casta diva" ist nunmal keine verinnerlichte Kontemplation, sondern eine sakrale Invokation mit Dutzenden Teilnehmern. Piano - gern. Aber Norma führt hier eine öffentliche Zeremonie an; und genießt nicht versunken den kühlen Schatten ihres Lieblingsbaums. Bei Bartoli gibts da kaum Unterschiede. Zu den entsagenden Schlussgesängen passt der verinnerlichte Ton besser (letzter Track).

Aus den älteren Aufnahmen kenne ich Norma als überlebensgroße Tragödin, deren Schicksal eher überwältigt als Mitleid weckt. Der vorliegenden Einspielung wurde nachgesagt, sie gebe den Protagonisten menschlichere Züge. Damit wäre ein Mangel beseitigt, den ich nicht als solchen empfinden kann. Die gallische Hohepriesterin, die nach ihrer übermenschlichen Kränkung das Blut ihres Geliebten fordert, die gemeinsamen Kinder umbringen will, um sich dann öffentlich selbst zu opfern und auf die eigene Großherzigkeit hinzuweisen - was den Geliebten dann derart beeindruckt, dass er sich freiwillig mitverbrennen lässt - das ist ein reines Opernkonstrukt. Stört mich aber nicht, darauf kommts hier nicht an. Eine menschlichere Zeichnung der Protagonisten erzeugt eine spürbare Diskrepanz zur grobgeschnitzten Handlungsschablone.

Ähnliches bei Pollione. John Osborn versucht ein diffenrenziertes Rollenportrait und stattet den Römer mit Skrupeln und Empfindsamkeit aus (wobei manches larmoyant gerät und dramaturgisch nicht ganz schlüssig). Die unbekümmerten Prachtburschen Corelli und Co. finde ich passender. Pollione lässt seine Frau unverheiratet mit den gemeinsamen Kindern sitzen und schnappt sich ihre beste Freundin - nicht gerade der empfindsame Denker, zu dem Osborne ihn streckenweise machen will.
Der hohe Sopran von Sumi Jo ist in der Rolle der Adalgisa eine Überraschung, und eine erfreuliche. Antonini und das Orchester La Scintilla wollen eine neue kritische Ausgabe der Partitur mit einer ursprünglicheren Orchestrierung verwendet haben. Die historischen Instrumente sorgen für einen konturierteren aber intimeren Klang. In der Eingansarie hört man den weicheren Klang einer Holztraversflöte. Die abgespeckten Klangmassen erlauben Cecilia Bartoli, die Rolle (in dieser Besetzung im kleineren Haus für Mozart) auch live in Angriff zu nehmen.

Das soll aber nicht heißen, die Einspielung wäre vor allem eine musikwissenschaftliche Leistung. Bartoli und Sumi Jo singen hervorragend (und ganz ohne die sauren Spitzentöne der Callas-Norma), das Orchester spielt lebendig und musikalisch, die Klangqualität ist ausgezeichnet. Ich kann mir vorstellen, dass die Einspielung Hörern den Zugang zu "Norma" ermöglicht, die sich mit der bisherigen Verismo-Exegese nicht anfreunden konnten.
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am 16. Juli 2013
Ich gebe zu, dass ich persönlich sehr lange auf die Veröffentlichung einer Normaeinspielung mit der Bartoli gewartet habe. Ich hatte nie das Glück, sie live in dieser Partie zu hören, habe aber die Berichterstattung (die ebenso polarisierend ausfällt wie die Rezensionen der vorliegenden Aufnahme) mit Spannung und Vergnügen verfolgt.
Da ist sie nun - und jetzt?
Um eines mal vorweg zu nehmen, man muss schon ziemlich mit tradierten Hörgewohnheiten brechen, damit man sich voll auf diese Norma einlassen kann. Sie ist nicht die erste Mezzosopranistin, die sich an dieser Partie versucht und auch Sumi Jo nicht die erste Sopranistin, die in der Partie der Adalgisa für sich einnehmen kann. Aber der Reihe nach!
Maestro Antonini rauscht mit dem hervorragend disponierten Orchester zeitweilen durch die Partitur, dass es nur so kracht; das führt aber auch unweigerlich dazu, dass die eine oder andere Klangfarbe unerwartet daherkommt, manches aber auch einfach nur klanglich durchgehudelt wird (man höre sich nur die Streicher in der Preghiera der Ouvertüre an).
Michele Pertusi klingt als Oroveso teilweise sehr abgesungen und überzeugt nicht so sehr.
John Osborn kommt aus dem Rossinifach und man mag den Machern dieser CD ein großes Danke schön für diese Besetzung zurufen, kommt sie doch dem Sänger der Uraufführung Donzelli wahrscheinlich näher als jede hemdsärmelige Tenorbesetzung heutiger Tage. Andras Batta charakterisiert in seinem Werk "Opera" den Pollione wie folgt: Auch der sündhafte Pollione ist kein Bösewicht, sondern eher ein schwacher Mann, der nur durch Normas Größe und durch den gemeinsamen Flammentod zum Helden wird. Insofern ist diese Besetzung relativ konsequent und folgerichtig.
Normas Größe - bitte nicht gleichzusetzen mit Steherqualitäten überdramatischer Sopranistinnen, sondern dabei geht es um zu phrasierende Feinheiten in dieser vielschichtigen Gesangspartie, die einer Sängerin außer Kraft noch kluge Disposition und feines Gespür für Gesangsästhetik abverlangen. All das bewältigt die Bartoli klug und meistenteils durchdacht - lediglich gegen Ende verliert die Bartoli ein wenig den Faden und das Gespür für den durchdachten Gesangsstil.
Sumi Jo kommt bei den Rezensionen überraschend schlecht weg, gelingt es ihr doch der Adalgisa Farben abzugewinnen, die um einiges zarter und vor allem auch mädchenhafter gestrickt sind als vielen ihrer Kolleginnen.
Was bleibt nun von dieser Einspielung? Zum einen eine gute Alternative zu den Aufnahmen, die man von der Norma einfach haben sollte, zum anderen aber auch die Hoffnung, dass dieser musikalische Ansatz, der weitgehend überzeugen kann, die Norma-Traditionen, die sich erst seit dem 20. Jahrhundert mit Aufnahmen durchgesetzt haben, hinterfragt und aufweichen kann für folgende Generationen. Wenn die Bartoli-Aufnahme das erreichen sollte, ist schon eine Menge getan!
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am 18. Mai 2013
Diese Aufnahme der Norma auf historischen Instrumenten mit Cecilia Bartoli, Sumi Jo, John Osborn, Michele Pertusi und Giovanni Antonini als Dirigent hat viele schöne und interessante Momente. Die besonderen Farben des Orchesters fallen sofort in der Ouvertüre auf, die dadurch rauer als gewohnt klingt. Die ganze Aufnahme hindurch gab es Stellen an denen ich dachte, so habe ich das noch nie gehört, hier ist die Instrumentierung interessanter als ich wusste und verleiht der Szene neue Akzente. Besonders gut gefällt mir auch die leise Herangehensweise der Darsteller. Ich werde nicht vergessen, wie ich mir einst mühsam eine damals schwer erhältliche, besonders gerühmte Live-Aufnahme der Norma mit der Callas besorgte, die ich dann aber kaum hören mochte, denn sie klang in meinen Ohren wie ein Wettkampf der Darsteller, in dem es um Lautstärke und Spitzentöne ging. Ein weiterer Pluspunkt in meinen Ohren ist die gute Textverständlichkeit, man kann Konsonanten auch deutlich genug hören, um auch ohne glänzende Italienischkenntnisse etwas zu verstehen. Bei keiner der von mir gerade verglichenen Aufnahmen kann ich z.B. das c bei der Stelle „Culla non ebbe in Gallia“ hören, aber Sumi Jo singt das klar und deutlich. An die Besetzung der Norma mit einer Mezzosopranstimme und der Norma als Sopran musste ich mich stellenweise etwas gewöhnen, aber im Ganzen klingt sie plausibel und gefällt mir nun gut.
Mein Verhältnis zur Bartoli ist zwiespältig. Ihren Gesangsstil finde ich teilweise manieriert, besonders missfallen mir ihre aspirierten Koloraturen. Andererseits ist sie eine intelligente Musikerin, der besonders in langsameren Stücken oft sehr berührende Interpretationen gelingen. In der vorliegenden Aufnahme sind die Koloraturen weniger aspiriert als ich befürchtete, obwohl sie mir ab und an trotzdem noch negativ auffallen, zum Beispiel sehr schlimm in „Oh non tremare“. Es gibt berührende Arien, wobei mir „Casta Diva“ und „Deh, non volerli vittime“ in dieser Hinsicht besonders gelungen scheinen. Die erste Szene des zweiten Aktes, in der Norma im Begriff ist, ihre Kinder zu töten, hat mich erstaunlich kalt gelassen; da haben mich andere Interpretinnen der Rolle in der Vergangenheit sehr viel tiefer erschüttert.
Sumi Jo ist eine tatsächlich jung und mädchenhaft wirkende Adalgisa. Ihr Gesang ist innig und die Konflikte, in denen sie sich befindet, stellt sie glaubhaft dar.
John Osborn als Poleone singt wirklich Belcanto, und ich empfinde es als eine Wohltat, dass er meilenweit von der Kraftmeierei eines Franco Corelli entfernt ist. Besonders schön kommt das zum Beispiel in „Qual cor tradisti, qual cor perdesti quest’ora orrenda ti manifesti“ zum Tragen. Norma und Poleone klingen hier nicht wie in manchen andern Aufnahmen, als ob sie sich selber beim Held Spielen zugucken, sondern als ob sie entsetzt sind, in welche Situation sie sich da manövriert haben, aber das jetzt mit Würde tragen wollen. Ab und an stelle ich mir das Auftreten Poleones allerdings auch etwas entschiedener vor, zum Beispiel im Duett „In mia man alfin tu sei“.
Michele Pertusi singt den Oroveso in meinen Ohren angemessen. Seine Stimme klingt für mich etwas alt, aber das darf sie auch, er stellt ja einen Vater dar.
Giovanni Antonini wählt andere Tempi als ich sie aus mir bekannten Aufnahmen gewohnt bin. „Oh rimembranza“ ist zum Beispiel sehr viel schneller. Insgesamt klingt das Orchester sehr präsent und lebendig.
Ich finde diesen Ansatz die Norma zu spielen auf jeden Fall interessant und würde diese Ausgabe auch gern einmal mit anderen Darstellern hören um zu sehen, was damit noch alles möglich ist. An der vorliegenden Aufnahme werde ich sicher auch in Zukunft noch Freude haben, aber ich bin froh, dass es nicht die einzige Version dieser Oper ist, die ich besitze.
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am 11. Juli 2014
Ich habe diese Aufnahme nicht gekauft -aber bei Bekannten angehört. Meine ,,Normas'' sind und bleiben Callas, Sutherland und Caballe. Und von denen die diese Partie heute auf der Bühne singen/verkörpern -nehmen die Labels kaum Kenntnis. Ihre kürzlich angesetzte ,,Italienerin in Algier'' wurde abgesagt - warum ? Auf diese Aufnahme hätte ich mich gefreut. Auch eine Gruberova als Norma ist nicht ganz unumstritten - 20 Jahre zu spät. Die Ausrede - zu viel Respekt vor der Partie - kann ich nicht nachvollziehen.
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am 16. Dezember 2013
Ich habe lange auf eine solch emotionale Einspielung gewartet. Diese Norma ist nicht nur schön gesungen, sie lebt! Cécilia Bartoly interpretiert die Norma auf unvergleichliche Weise, ich bin einfach nur begeistert - Casta diva!
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