Sale Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic BundesligaLive wint17



am 12. März 2013
Es war im Jahr 1980 nach Christus Geburt. Ein damals schon sehr angesehener aber nicht mehr ganz so junger Musiker Namens David Bowie veröffentlichte ein Album, welches er „Scary Monsters“ nannte. Und wie das so ist, wenn man sich mit Monstern umgibt, löste er damit einen Fluch aus.
Zunächst jedoch blieb der Fluch unentdeckt. Der Mann mit den 1000 Gesichtern wendete sich zum Schrecken vieler der kommerziellen Musik zu und sah sich ein Jahrzehnt lang die Charts von oben an. Hit folgte auf Hit. Dann wurde es ihm langweilig. Er wollte kein Star mehr sein und wusste auch sonst nicht genau, was er sein wollte. Also gründete er eine Band Namens Tin Machine. Auch das fanden viele nicht so schön. Aber diese Phase war nur kurz und Bowie wurde wieder Single. Und ab diesem Moment zeigte der Fluch seine ganze Kraft. Wann immer nun Bowie ein neues Album veröffentlicht, muss er sich von seinen Fans auf Ewigkeit anhören, dass das neue Werk das beste seit „Scary Monsters“ ist (Man möge mir die Pauschalisierung als Mittel der verdeutlichenden Zuspitzung verzeihen). Bei großer Euphorie wird auch mal die Formulierung gewählt: Genauso gut wie „Scary Monsters“. Seltener: „Sogar besser als Scary Monsters“. Die Kritiker, vor allem das Feuilleton, hingegen stellten stets fest: „Dem Album fehlt die Relevanz früherer Werke. Sein letztes Werk von Relevanz ist Scary Monster gewesen.“ Denn Bowie hat gleich mehrere relevante Alben veröffentlicht. Darunter versteht man kurz gefasst solche Werke, die andere Musiker beeinflussen und somit Einfluss auf die Musikgeschichte nehmen. Und Bowie muss nun immer Relevant sein. Obwohl es den meisten anderen Musikern nicht mal vergönnt ist, auch nur ein einziges relevantes Album zu schreiben.
Und nun Veröffentlicht Bowie nach zehn Jahren Pause wieder ein Album. Und was macht der Fluch? Die Fans erkennen sein bestes Album seit „Scary Monsters“. Doch bei den Kritikern scheint der Fluch zunächst durchbrochen. Angerührt durch das nicht mehr erwartete Comeback wird jede gehauchte Silbe der Vorabsingle zum Geniestreich. Jedes Bild des dazugehörigen Videos wird gehuldigt. Das Ende des Fluchs? Nein, kaum ist das Album veröffentlicht, stellt man dann doch wieder fest: „Es hat nicht mehr die Relevanz wie Scary Monsters“
Auch ich glaube nicht, dass sich zukünftige Bands, deren Mitglieder heute noch nicht geboren sind, nach Songtiteln dieses Albums benennen werden.
Bowie nimmt sich sein eigenes Gesamtwerk vor und fügt ihm neue Songs hinzu. Aus allen Epochen findet sich etwas. Der Clou an dem Album ist, dass man die einzelnen Songs verschiedenen Alben (auch den Relevanten) einfach hinzufügen könnte, und sie würden sich würdig einfügen. „You Feel So Lonely You Could Die“ passt zu „Ziggy Stardust“, „The Next Day“ zu „Lodger“, „Valentine's Day“ zu „Aladdin Sane“ usw.
Sie wären zwar nicht die stärksten Stücke, aber man würde sie doch immer mal wieder gerne hören. Und damit hat mir Bowie mit „The Next Day“ mehr gegeben, als ich es für möglich gehalten habe. Das Album ist schlicht gut, und es werden dieses Jahr mit Sicherheit nicht viele Alben veröffentlicht, die besser sind.
Fans werden zudem ihre Freude daran haben, innerhalb der einzelnen Songs die zahlreichen Zitate von früheren Liedern zu suchen und zuzuordnen.
Falls David Bowie kein weiteres Album veröffentlicht, wäre „The Next Day“ ein würdiger Schlusspunkt einer großen Karriere.
11 Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 7. März 2016
Wonderful album at an exceptional sale price when I purchased. A mix of every version of Bowie and what a surprise comeback it was.
His like will never be seen again
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 8. März 2013
Eigentlich kann man es ja kaum in Worte fassen, wie unbeschreiblich schön das Gefühl ist, nach zehn langen Jahren endlich ein neues Bowie Album in den Händen halten zu können. Fast hätte man damit schon gar nicht mehr gerechnet.
Und doch...
Wie aus aus dem Nichts tauchte plötzlich am 8.1.2013, pünktlich zu David Bowies 66. Geburtstag, die neue Single "Where Are We Now?" als Video-Clip im Internet auf. Damit verbunden ein Relaunch der Web-Site und die Ankündigung eines neuen Albums für Anfang März mit sage und schreibe 17(!) neuen Songs. Und 12 weitere hat er noch in Reserve für ein nächstes Album. Eine Sensation!

Ab jetzt hiess es nur mehr warten - warten - warten. Zwei Monate können so verdammt lang sein!
Wie wird dieses neue Album wohl sein? Was hat sich musikalisch verändert in den letzten zehn Jahren? "Hours" (1999), "Heathen" (2002) und "Reality" (2003) sind sich ja irgendwie ähnlich - wird Bowie dort weitermachen? Oder wendet er sich wieder mehr der kommerziellen Richtung zu? (hoffentlich nicht!). Oder macht er ganz was anderes? Fragen über Fragen, doch nun ist die Zeit des angespannten Wartens Gott sei Dank vorbei!

Was Bowie im Lauf der letzten zwei Jahre ausgetüftelt und mit Hilfe seines langjährigen Freundes und Produzenten Tony Visconti im New Yorker Studio "The Magic Shop" gezaubert hat, übertrifft selbst meine kühnsten Erwartungen.
Mit "The Next Day" hat David Bowie zum einen ein intensives Werk von beeindruckender Dichte und kompositorischer Präzision geschaffen; zum anderen ist ihm damit ein grossartiges Comeback und ein festes Entree in eine neue Dekade gelungen.

STIL:
Stilistisch ist "The Next Day" vor allem eines: ein Rockalbum. Und was für eines. Mit viel Bowie in allen Variationen und reichlichem Einsatz von Gitarre, Bass und Schlagzeug. Voller Ecken und Kanten und einer Bandbreite an Songmaterial, das sich von tiefer Schönheit ("Heat") bis hin zu brachialer Unerbittlichkeit ("The Next Day") erstreckt, zeigt Bowie hier alle Facetten seiner Kunst.
Gespickt mit Zitaten und Querverweisen zum eigenen Werk, verpackt mit viel Ironie und manchmal auch etwas Zynismus, verarbeitet und recycled Bowie hier Zutaten aus seinem reichlichen Fundus (Lodger/Tin Machine/Scary Monsters/Ziggy Stardust/Heroes) in völlig anderem Kontext zu etwas komplett Neuem. So entsteht der Eindruck, man kennt das von irgendwo, nur man kann nicht genau sagen, woher. Und trotz der Beimengung bekannter Bowie-Aphorismen entwickelt dieses Album, das anfangs vielleicht etwas spröde und sperrig klingen mag, nach mehrmaligem Hören seinen ganz eigenenständigen Charakter im Kopf des Zuhörers. Es ist als ganzes nicht direkt vergleichbar mit irgend einem seiner anderen Alben - es steht für sich selbst. Und es ist ganz weit entfernt von seiner kommerziellen Phase der 80er Jahre (Let's Dance/Tonight/Never Let Me Down). "Sucht man den klassischen Bowie, so wird man ihn auf diesem Album finden - sucht man den innovativen Bowie, so wird man ihn auf diesem Album ebenso finden" (Zitat: Tony Visconti - David Bowies "Stimme auf Erden").

TEXT:
Auf gewohnt hohem Niveau entwirft Bowie in seinen Texten verschiedene Muster über verzweifelte/gescheiterte Charaktere, die er mit Hilfe unterschiedlicher Stimm-Nuancierungen zum Leben erweckt. Er erzählt Geschichten, doch er lässt Lücken, um die Fantasien anzuregen; oft wirft er dem Zuhörer nur wenige Wort/Satz/Brocken hin, um diesem ein Maximum an freier Interpretation zu verschaffen. Er wühlt in der Historie - projeziert in die Gegenwart - kratzt an sozialkritischen Themen - nagt an Zwischenmenschlichem - reflektiert seine Vergangenheit und den eigenen Mythos in anderem Licht ("gleaming like blackened sunshine").

MUSIK:
Musikalisch wirkt dieses Album schlank und entschlackt, mit einem hohen Mass an Modernität. Stellenweise ungewohnt spartanisch instrumentiert, verzichtet Bowie hier auf diverse Soundspielereien. Der Einsatz von Synthesizern ist eher zurückhaltend. Unnötiger Ballast und Schnickschnack wurden über Bord geworfen; man beschränkt sich auf das Essentielle. Die Band spielt präzise auf den Punkt und präsentiert sich vom Sound her jung und dynamisch.
Manchmal treten die Musiker auch ein paar Schritte in den Hintergrund, um Bowie den Vortritt zu lassen. Die Songs sind kurz gehalten, frei nach der Devise "in der Kürze liegt die Würze". Anders als z. B. bei "Earthling" (1997), wo die Songs zumeist eine Länge von fünf bis sechs Minuten aufweisen und wo Effekte bzw. Instrumentalpassagen eher grosszügig eingesetzt wurden, spielt hier Bowies Stimme eindeutig die Hauptrolle. "The Next Day" enthält ausschliesslich Original-Kompositionen, es gibt keine Cover Versionen. Glasklar in der Produktion und mit dem Visconti-typischen donnerndem Drum-Sound versehen, präsentiert sich dieses Album äusserst kompakt und homogen.

BAND:
Zum Kern der Band neben dem Meister selbst gehören im Prinzip lauter "alte" Bekannte: Gail Ann Dorsey (bass, backing vocals), Gerry Leonard (guitar) und an den Drums wechselweise Zachary Alford bzw. Sterling Cambell, der aber nur begrenzt zur Verfügung stand, da er anderweitige Verpflichtungen bei den B-52's hatte. Bowie übernahm die Keyboard/Sythesizer-Passagen und spielte bei einigen Tracks Akustik-Gitarre. Produzent Visconti widerum zupfte bei einigen Titeln den Bass. Zusätzlich beteiligt waren namhafte Musiker wie Earl Slick (guitar), David Torn (guitar effects), Tony Levin (bass), Steve Elson (sax) und Henry Hey (piano). Sogar ein Streich-Quartett wurde bei einigen Songs eingesetzt, um den Sound zu verfeinern. Auch King Crimson-Gitarrist Robert Fripp wurde eingeladen, ebenfalls mitzumachen, doch aus Termin-Gründen musste dieser leider absagen.

SONGS:
1. The Next Day
Volle Power gleich zu Beginn. Rockig, rotzig, trotzig - mit mächtiger Stimme, dominanten/verzerrten Gitarren und satten Drums. Thematik: Vergänglichkeit. "Here I am, not quite dying/"My body left to rot in a hollow tree". Tin Machine lässt grüssen - ruft aber auch Erinnerungen wach an "Lodger" (1979) oder "Scary Monsters" (1980).

2. Dirty Boys
Ein zerklüftetes Stück Modern Jazz, das anmutet, als wäre es von Laurie Anderson - mit zitterndem Bass (Tony Levin), schroffem Bariton Sax (Steve Elson) und klirrend-kalten Gitarren (Gerry Leonard, Earl Slick). In einer Art Kaugummi-Gesang erzählt Bowie von einer Rocker-Bande, den "Dirty Boys", denen man sich nicht entziehen kann.

3. The Stars (Are Out Tonight)
Die zweite Single-Auskopplung. "We have a nice life" flüstert Tilda Swinton im dazugehörigen Video-Clip David leise ins Ohr. Damit bringt sie es auf den Punkt. Vermittelt wird das Bild des "heilen", biederen Lebens eines Ehepaares, das jäh gestört wird wird durch die Ankunft eines jungen, party-affinen Pärchens in der Nachbarschaft. Seltsam nur, dass eine der Protagonistinnen mit ihren roten Haaren aussieht wie David in seinen jungen Jahren zu seiner "Cracked Actor"-Zeit (1974). Ob das wohl ein Zufall ist? The Stars (Are Out Tonight) ist ein flottes Stück. Dezente Synths gepaart mit Strings und einem hintergründigen Bariton Sax schaffen eine bedrohliche Stimmung von aufkommendem Unbehagen. "Stars are never sleeping - the dead ones and the living". Wirkt ähnlich beschwörend wie "The Voyeur Of Utter Destruction" ("Outside", 1995).

4. Love Is Lost
Psychodelische Orgelklänge, stampfende Drums, Verzweiflung in der Stimme und echoverhallte Gitarren erzeugen ein hypnotisches, beklemmendes Feeling, ähnlich wie bei Alex Harvey's "Faith Healer". Kernaussage: "Alles ist neu, nur die Ängste sind die alten geblieben". Könnte von "Scary Monsters" (1980) sein.

5. Where Are We Now?
Mit schwebend leichter Melodie und dezenten Gitarren, aber textlich und von der Stimmlage her von tiefer Melancholie und Schwermut geprägt, erinnert sich Bowie an das Berlin der ausklingenden 70er Jahre, wie er es erlebt hat. Eine Ballade wie aus einer anderen, fernen Zeit. Und ein für dieses Album atypischer Song.

6. Valentine’s Day
Mit leicht süsslichem Gesang und den "sha-lal-la"-Chören aus dem Hintergrund versprüht "Valentine’s Day" pure Nostalgie. Allerdings geht es hier thematisch nicht um den 14.2., an dem man sich Blumen schenkt, sondern um einen Serienkiller namens Valentine. Earl Slick lässt die Gitarre jaulen in bester Mick Ronson-Manier. Gegen Ende des Songs liefern sich Slick und Bowie ein Duell "Gitarre vs. Stimme" - fast so schön wie bei "Moonage Daydream" ("Ziggy Stardust", 1972)

7. If You Can See Me
Hämmernde Sythies, gehetzter Gesang, hektische Drum & Bass-Rhythmen wie bei "Earthling" (1997), doch zum Unterschied, hier mit "echten" Instrumenten gespielt.

8. I’d Rather Be High
Ein Song zum Thema Krieg. Prägnante Drums, griffige Gitarren-Licks und helle, gezogene Vocals mit Beatles-Touch erzeugen zusammen mit dem Background-Chor ein gewisses Sixties Flair.

9. Boss of Me
Steve Elsons Bariton-Sax kommt erneut zum Einsatz. Verhaltene Orgel, die feine Bassarbeit von Tony Levin sowie die Background Vocals von Gail Ann Dorsey bilden den weiteren Boden, auf dem sich Bowie hier mit klagender Stimme bewegt: "Who'd have ever thought of it, who'd have dreamed" / "that a smalltown girl like you would be the boss of me".

10. Dancing Out In Space
Ein im Uptempo Rhythmus gehaltener Song mit leicht verzerrten Gitarrenklängen/Effekten, beigesteuert von David Torn. Erinnert an "Heathen" (2002).

11. How Does the Grass Grow?
Fängt an wie "Boys Keep Swinging", wird aber sofort beim Einsatz des Gesangs von Bowie in eine andere Richtung dirigiert. Eine bitterböse Western-Idylle voller Zynismen. Bowies helle, klagende Staccato-Vocals und die wiederkehrenden "Ya Ya Ya"-Chöre (entlehnt aus dem Shadows-Song "Apache") untermauern die düstere Grund-Stimmung. Deftige Gitarren-Parts im Stil von "Heroes" (1977) gegen Ende des Songs.

12. (You Will) Set the World On Fire
Ein sehr kraftvoller Titel, gesungen mit elegisch tiefer Stimme und begleitet von donnernden Drums, präzise in Szene gesetzt von Sterling Campbell. Mit Schweine-Gitarren (Earl Slick, Gerry Leonard) a la Tin Machine. Erinnert etwas an "Bang Bang" ("Never Let Me Down"; 1987)

13. You Feel So Lonely You Could Die
Eine Midtempo-Ballade in bedrohlicher Stimmlage, begleitet von akustischer Gitarre und Streichern. Passt stilistisch perfekt in die Ziggy Stardust-Phase. Das Drums-Outro ist wieder einmal ein Selbstzitat.

14. Heat
Das athmosphärisch düster fliessende, mit tiefer Stimme im Stil von Scott Walker gesungene "Heat" bildet den Ausklang des Albums. Untermalt von Bowies Akustik-Gitarre, Streichern und Gail Ann Dorseys virtuosem Fretless Bass-Spiel. Textlich kontrovers. "And i tell myself, i don't know who i am"/"I am the seer, but i am a liar".

Bonus Tracks
1. So She
Ein federleichter, melancholischer Song mit dezenten Gitarrenklängen und verhaltenen Drums.

2. I’ll Take You There
Ein flotter, rockiger Track mit prägnantem Gitarren-Riff, den Bowie gemeinsam mit seinem Gitarristen Gerry Leonard geschrieben hat.

3. Plan
Ein Instrumentaltitel. Er enthält diese Passagen, die als Einleitung zum Clip "The Stars (Are Out Tonight)" verwendet wurden.

Mit Absicht habe ich keine Bewertung der einzelnen Songs vorgenommen. Da muss sich schon jeder selbst durchhören und überraschen lassen - ich kann nur soviel sagen: Trotz einer Spieldauer von über 60 Minuten, vergehen diese sehr schnell. Das mag daran liegen, dass "The Next Day" ein äusserst kurzweiliges Album ist, auf dem es keinen schwachen Song gibt - und deshalb vergebe ich 5 Sterne!
55 Kommentare| 56 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 9. März 2013
Nach 10 Jahren ein neues Album von Bowie, da war die Erwartungshaltung hoch und die Fallhöhe dementsprechend. Mein Fazit, er kann es noch!

Der Sound von The Next Day ist schnell, sehr schnell für einen inzwischen 66 jährigen. Die Songs sind kurz und knackig, dass Album wird auch auch nach dem x-ten hören nicht langweilig und es gibt beinahe bei jedem Lied etwas Neues zu erhören und zu entdecken.
Eben ein echter Bowie.

Zu den einzelnen Songs:

- The Next Day: kommt schnell daher, knackig und etwas schmutzig. Es erinnert stark an "Scary Monsters & Super Creeps". Bowie singt atemlos und trotzig. Ein hervorragender Opener.

- Dirty Boys: Einer meiner Favoriten. Ein Strassen/Grosstadt Song mit schrägen Saxophon und Bowie gibt den lakonischen Erzähler. Das Tempo schleppend, wie eine schaukelnde Fahrt in die Nacht.

- The Stars are out Tonight: Bowie zieht den Rythmus wieder sanft an. Erinnert an die Heathen-Ära und ist leicht, flockig und sehr zynisch.

- Love is lost: Das Keyboard reisst den Song heraus. Um Bowies Gesang baut sich nach und nach ein kleine Kathedrale auf. Dem Hörer sei geraten es laut zu hören.

- Where are we Now: Beginnt, völlig untypisch für dieses Album, sehr ruhig und erinnert vom Sound stark an Hours. Am Anfang etwas zahnlos und gewinnt am Ende.

- Valentine's Day: Auch ein echter Bowie. Ein leichte Popmelodie wird so verfremdet das sie permanent zwischen nervig und albern pendelt, wenn nicht dazwischen ein verstörendes Element lauert. Eine Art von Unbehagen, die keiner so exakt zu setzen in der Lage ist, wie Bowie. Der Song wird so zu einem Kopfkino, der besonderen Art.

- If you can see me: Hier verliert das Album seinen fünften Stern. Es ist schnell, chaotisch und ja... chaotisch. Zu chaotisch.

- I'd rather be High: Bowie fängt sich wieder und erschafft einen Song, der wirklich fliegt! Die Musik wurde nicht neu erfunden, aber sie klingt verdammt gut!

- Boss of Me: Wieder Kopfkino, doch etwas schleppend und ohne große Höhepunkte.

- Dancing out in Space: Flott, sehr flott mit schön gesetzten Akzenten.

- How does the Grass grow - Ein Song wie ihn nur Bowie schreiben kann. Grossartig werden die Apache von den Shadows mit den typischen Bowie Rythmus gepaart. Ein schräges Lied, der Extra-Klasse, für dass auch fünf Sterne nicht ausreichen.

- You will (Set the) World on Fire: Bowie rockt und wie! Schneller, wütender Rythmus, fantastischer Text. Der Song hat Biss!

- You feel so lonely you could die: Grosses Kino und eine herzergreifende Melodie, mit Streichern am Ende. Bowies Stimme klagend, verzweifelt, gebrochen. Zum heulen schön!

- Heat: Der düstere Ausklang. Gott ist tot und wir stehen vor dem Ende aller Tage. Bowie ist Fan von Scott Walker und Heat ist 100 Prozent der späte Scott Walker.

Bonus:
So She: Eine leichte Pop-Melodie kippt wieder in die Melancholie und verklingt. Irgendwie unvollendet.

Plan: Kein Gesang, nur eine Zitatensammlung.

I'll take you there: Hätte, wäre, wenn... für diesen Song "If you can see me" aus der Liste geflogen wäre, dann hätte ich geschrieben... 5 Sterne und Leute, kauft euch die Normale und nicht die Deluxe-Scheibe.

Ist es aber nicht und deswegen 4 Sterne und der Zusatz: Der Alte ist immer noch um so vieles einfach besser.
Er kann es halt.

Klare Kaufempfehlung!
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 11. März 2013
Als jahrzehntelanger Bowie-Fan ist es zugegebenermaßen schwierig eine 100% objektive Rezension zu verfassen. Einerseits liegt das darin begründet, dass Bowie weit mehr als ein Musiker ist, sondern von den meisten (auch wahrscheinlich von mir) fast als Mythos verehrt wird. Zweitens liegt es vielleicht auch darin begründet, dass die Tatsache, dass er nach 10 Jahren völlig überraschend eine neue CD veröffentlicht, schon fast eine Sensation ist und sich einer herkömmlichen Kritik entzieht. Ich gehe auch davon aus, dass die meisten Rezensenten ebenfalls Bowie-Fans sind und mit Begeisterung die Platte schon vorab bestellt haben.

Wenn man all diese Kriterien und den Social-Media Hype um die Platte außer Acht lässt, ist das Album aber dennoch sehr gut geworden und verdient Anerkennung. Warum?

Die stilistische Vielschichtigkeit, die sehr guten Texte und die teilweise ungewöhnlichen Melodien stechen in der heutigen Musikszene wohltuendst hervor. "Where are we now" besticht durch retrospektive Melancholie, dem Bekenntnis zur eigenen Sterblichkeit und doch einer sanften Trotzigkeit "as long as there is fire, rain, you, me...."). Die zweite Single "The Stars are out tonight" hat eine sehr eingängige Melodie, sticht aber nicht weiters hervor...

Wirklich interessante Tracks sind "Heat" (Scott Walker lässt grüßen..), "You feel so lonely...", "Love is lost", "If you can see me", "How does the grass grow", "You will set the world on Fire", "The dirty Boys". Sämtliche Tracks stehen hier für sich und es ist schwierig sie einer bestimmten Stilrichtung zuzuordnen - dafür sind sie zu unterschiedlich.

Man wird abwarten müssen, ob das Album den Test der Zeit besteht. Aber ist das nicht mit den meisten Bowie-Platten so? Jene Alben,ursprünglich kaum Aufmerksamkeit fanden und bedingt erfolgreich waren, gelten heute als Klassiker (z.B. Low) . Jene, die zu Beginn hochgelobt wurden stellten sich nachträglich als weniger bedeutsam heraus (z.B. Reality).

Man wird abwarten müssen. Nach mehrmaligem Hören des Albums ist mein erstes Resumee aber einmal sehr positiv. Bowies Stimme ist nachwievor sehr gut, das Album hat Klasse und ich freue mich einfach sehr, dass er uns dieses Album geschenkt hat.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 24. März 2013
Bowie Fans finden eh gut, was immer er macht ...
Ich bin ein Bowie-Fan, also glauben Sie mir einfach nicht.
Oder doch: Mal wieder total genial. Eigenwillig und doch unverkennbar Bowie mit dem Effekt, den ich seit Jahrzehnten liebe:
Beim dritten hören gefallen einem die Lieder, die man zuerst eher schräg und/oder schlecht fand. Beim fünften Hören ist man überzeugt davon, dass dies die beste Scheibe ist, die er je gemacht hat.
Kaufen, runterladen, klauen, wiedermal ein echtes Highlight des unfassbaren Meisters.
22 Kommentare| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 11. März 2013
vorweg sollte man sagen: wer bisher mit David Bowie nichts anfangen konnte, wird es nach "The Next Day" auch nicht können! Meiner Meinung nach ist das kein Album für Jederman, man sollte schon ein Bowie-Kenner sein.
Ich bin ein Kind der 80-ziger und seine Musik hat mich seit dem begleitet und nicht wieder losgelassen!
Auch ich war an seinem Geburtstag auf seiner Website und kam somit auf "Where Are we Now" und hatte Tränen vor Freude in den Augen als ich seinen neuen Song (nach 10 langen Jahren) hörte. Irgendwie hat wohl keiner mit einem neuen Album gerechnet. Zugegeben, meine Erwartung an das neue Album war groß und beim ersten hören war nicht gleich jeder Song ein Ohrwurm für mich! The Stars und Valentine's Day haben mich gleich mitgerissen. Mittlerweile läuft die Scheibe hoch und runter bei mir und ich bin begeistert! The Next Day has gone straight to the top of 40 different countries’ iTunes charts and it’s also Top 10 on iTunes in another 10 countries.( lt. David Bowie.com) Weiter so....
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 12. März 2013
Seit Aladdin Sane war ich immer ein Fan von Bowie. Wenn man also alle Alben zigmal gehört hat
im Laufe der Jahrzehnte, denke ich, dass man auch diese CD gut einordnen kann.
Auf die einzelnen Songs möchte ich hier nicht eingehen.
Schon die Single Where are we now? war nichts Herausragendes und deshalb habe ich von dieser CD auch nichts Sensationelles erwartet, eigentlich ist die Single ziemlich langweilig. Hätte in den 70ern evtl. mehr gezündet, heutzutage gibt es aufregendere Gruppen, mit denen sich Bowie messen lassen muss, wenn er es denn überhaupt will.
Insgesamt gibt es einige sehr gute Songs aber auch nur durchschnittliches Geschrammel ohne erkennbare Strukturen und Melodien, hauptsächlich so ungefähr in der Mitte des Albums. Es kommt mir so vor, als ob Bowie altes Material, das aus früheren Produktionen übriggeblieben ist und für die damaligen Alben als für nicht gut genug befunden wurde, verwendet und neu aufgenommen hat. Fast bei allen Songs erkennt man Verwandtschaften zu früheren erschienen Aufnahmen.
Bowie kupfert offensichtlich bei allen Songs von sich selbst ab.
Nicht nachzuvollziehen sind die überwiegenden Rezensionen, die hier erschienen sind, die meisten scheinen sich
die CD schönreden zu wollen. Von "meisterhaft" und anderen Superlativen kann nicht die Rede sein.
Alles in allem vergebe ich trotzdem noch 3 Sterne für die angesprochenen guten bis sehr guten Songs, für die gesamte CD gesehen ist dieser Auftritt jedoch zu wenig für 5 Sterne.
22 Kommentare| 34 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 29. März 2013
Was war nicht all zu hören und zu lesen? Da wurden Vergleiche gezogen, Verweise hergestellt, Zitate zitiert,...und gar eine Kritik nach einmaligem Kollektiv-Durchhören verfasst (im ROLLING STONE).(Musik ist und bleibt Geschmackssache!)
Schon verrückt! Klar, auch mich lies das nicht kalt- Bowie nach 10 langen Jahren mit einer neuen Scheibe. Der recht traurigen (trotzdem sehr gelungen) Überraschungssingle „Where Are We Now?“ im Januar recht folgte ein sofortiger Hinweis von Bowies Lieblingsprduzenten Visconti: Der Titel sei nicht typisch für das ganze Album. (Er sollte recht behalten). Danach gab es einen wahren Hype in den Medien bis dann endlich „The Next Day“ im Player lag. Der Mann hat riesengroße Verdienste, ganz klar, ich höre seine Musik seit 1972...trotzdem stand ich dem Ganzen sehr kritisch gegenüber: Zu stark noch immer der Eindruck eines (letzten?) fantastischen Konzerts 2003 samt überdurchschnittlicher Platte („Reality“)...und nun eine angeblich allerletzte CD in der Hülle von „Heroes“? - Nach kurzem mußte ich jedoch feststellen: Er hat es wieder einmal geschafft mich zu begeistern. Mit seiner ganz eigenen Mischung aus Song- und Klangstrukturen, Rück- aber auch Vorausblicken erzielt David Bowie diese gewisse „Spannung“, der ich mich nicht entziehen kann, keine Chance.
Und es bleibt erstaunlich viel „hängen“- wie gewohnt bekommt man einige seiner Melodien (manchmal mehr Fragmente) nicht mehr aus dem Kopf. Die Musik dazu klingt mehrmals recht bedrohlich, mal geradeaus rockend oder nur unterstützend und enthält typische Bowie-Elemente wie die „schrägen“ Gitarrensounds(meist Leonard/Slick) oder starke Bässe (G. A.Dorsey/Visconti)-aber auch Humorvolles wie etwa so manche backvocals.
Der Großteil der beteiligten Musiker arbeitet schon viele Jahre mit Bowie zusammen- man kann sich gut vorstellen daß es hier vielleicht doch zu dem einen oder anderen Livegig kommen könnte.
Die Songs von „The Next Day“ würden mit Sicherheit auch auf der Bühne funktionieren, die unaufgeregte Produktion Viscontis ist hierfür sehr hilfreich!
„Here i am-Not Quiet dying-My body left to rot in a hollow tree-It's branches throwing shadows-
on the gallows for me“ raunzt Bowie gleich im ersten Song, dem Titelstück. Kurz und knapp bleiben seine Kompositionen, ohne Ballast. Ganz herrlich „Dirty Boys“ mit einem „dreckigen“ Sax, das der Meister hier selbst nicht spielte. So entsteht nie Langeweile, zu unterschiedlich und raffinert sind die Songs aufgebaut. Besonders stark in meinen Ohren „Valentines's Day“, „I'd Rather Be High“ und „You Feel So Lonely You Could Die“. Letzterer für mich schon jetzt ein absoluter Bowie-Klassiker! Die Deluxe-Ausgabe der CD beinhaltet noch 3 Bonus-tracks, welche auch keinesfalls „abfallen“ und den Gesamteindruck untermauern. Ich bin hin und weg, „The Next Day“ hat meine Erwartungen weit übertroffen, ein richtig starkes Album über die komplette Spieldauer!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 18. März 2013
Genial! Was kann ich noch dazu sagen!? Alle Lieder sind so David Bowie! Er hat sich mit der Zeit nicht verändert, er hat sich treu geblieben! Danke, vielen Dank für das Album, Herr Bowie!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken