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am 1. Oktober 2014
Nachdem ich die 3sat-Übertragung vom Wacken 2014 gesehen hatte und von dem Avantasia-Konzert hellauf begeistert war stand fest: Ich brauch die auch auf CD. Es ist also meine erste Avantasia-Scheibe und auch Edguy kannte ich bisher nur den Schriftzug.

The Mysterie of Time hat also den schweren Stand meinen enormen Erwartungen gerecht werden zu müssen. Und das gelingt nicht vollends.
Ich habe mir die Scheibe jetzt auf meinem MP3-Player mehrmals angehört. Dumm für The Mysterie of Time ist eventuell auch, dass sie dort genau hinter Sonata Arctica Pariah's Child liegt. Die Musik dieser beiden Gruppen ist sich einfach zu ähnlich um Avantasia danach zu einem besonderen Hörgenuss zu machen. Der Übergang ist zu fließend um sich abzuheben.

Anders, als bei einem Live-Konzert wo dann auch 7 verschiedene Sänger auf der Bühne stehen (Horror für den Mann am Mischpult ;-) ), kann man die Sänger auf einer CD wirklich nur an ihrer Stimme unterscheiden. Da aber auch alle Lieder aus Sammets ureigener Feder stammen sind sich auch die Stimmlagen sehr ähnlich.

Es haben großartige Künstler an dem Album mitgewirkt, die aber alle dieselbe Musik machen wodurch der Individualismus aber wieder verschwimmt. (Zumindest ohne Bild) Auch im Booklet ist einzig und allein Tobias Sammet abgebildet. Selbst die Danksagung wird nur von ihm geschrieben, wo er sich dann ganz artig bei den mitwirkenden Künstlern (und dem zahlenden Zuhörer) bedankt. Das Großprojekt Avantasia kommt so aber nicht rüber. Schade.

Bitte nicht falsch verstehen. Es ist immer noch gute bis sehr gute Musik, die aber an den hoch gesteckten Erwartungen bricht.
Auch instrumental konnten die Live-Musiker auf Wacken mehr überzeugen. Ausufernde Instrumentalpassagen würden wohl den Fluss des Albums/der Metal-Oper stören.

Das Album gefällt mir (4 Sterne) und ich werde mir wohla auch andere Avantasia-Scheiben zulegen, aber um mir sehr gut zu gefallen (5 Sterne) fehlt halt noch das letzte Stück.
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am 29. März 2013
Hier ist es also, das neue AVANTASIA Werk von Mastermind Tobias Sammet. Die Erwartungen waren hoch. Und im Vorfeld machte mich die Nachricht, das Jorn Lande nicht mit an Bord gegangen ist, schon etwas traurig. Umso mehr habe ich mich aber auf die neuen Gastsänger wie z.B. Biff Byford (Saxon) gefreut.

Hier folgt meine Rezension zu einem ganz besonderen Album:

SPECTRES

Mit großem Orchesterbombast und Gänsehautmelodie wird der neueste AVANTASIA Longplayer eingeläutet.

Tobias trällert eine kleine Einleitung bis das Ganze in einen absoluten Ohrwurmrefrain übergeht. Mehrstimmige Gesänge, tolle Melodien und noch mehr Bombast unterstreichen das Titelstück. Gegen Ende folgt noch ein Break und das Tempo wird gefühlvoll gedrosselt. Besser kann ein Album nicht starten. Großartige Nummer!

THE WATCHMAKER'S DREAM

Doublebass gepaart mit guter Laune Melodie lassen den zweiten Song des Albums direkt in die Gehörgänge wandern. Toller mehrstimmiger Refrain und ordentlich Tempo zaubern ein Grinsen ins Gesicht des Zuhörers.

So darf es weitergehen!

BLACK ORCHID

Ein treibender Rhythmus, unterlegt mit erneut genialer Orchestrierung und einem schweren Metal-Riff eröffnen mit Black Orchid eine der vielen Perlen des Albums. Bewusst eingesetzte Gesangspassagen der Gastsänger und ein erneut unglaublich einprägsamer Refrain lassen langsam keinen Zweifel mehr offen, dass es sich hier um etwas ganz Großes handeln könnte. The Mystery Of Time hat bereits nach dem dritten Stück einen fühlbar unauslöschbaren Platz in meinem Metal-Gedächtnis hinterlassen. Besonders die Gast-Gesangseinlagen von Biff Byford (Saxon) haben mich bei diesem Stück gefangen. Es ist schon unglaublich, wer sich mittlerweile schon alles an Bord des AVANTASIA Flaggschiffs befindet.

WHERE CLOCK HANDS FREEZE

Gänsehaut-Orchester mündet hier in ein Trommel- und Leadgitarrengewitter. AVANTASIA Kenner wissen gleich, dass hier nur DIE Stimme des Gottes aller Vocals, Michael Kiske, folgen kann. Keine andere Stimme passt zu diesen schnellen, melodiösen Nummern nur ansatzweise so gut wie die von Michael. Ich bin überglücklich, dass er einen festen Bestandteil der AVANTASIA Werke darstellt. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, ihn wieder live mit Tobi auf der Bühne zu sehen. Für mich die eingängigste Nummer des Albums mit einem Refrain für die Ewigkeit.

SLEEPWALKING

Hier kommt die erste Schnulze von The Mystery Of Time. Gemeinsam mit Cloudy Yang liefert Tobias Sammet diese ruhige Nummer ab. Warum gerade dieser Song als Singleauskopplung und sogar für einen Videodreh ausgewählt wurde, kann sich mir nicht so recht erschließen. Das Liedchen ist zwar nicht wirklich schlecht, aber für mich einfach zu flach. Beim Dauerhören von The Mystery Of Time ist dies der Song, den ich immer gerne mal weiterdrücke.

SAVIOR IN THE CLOCKWORK

Mit 10:40 Minuten Spielzeit kommt nun der längste Song des Albums. Nach einem kurzen Intro wird hier ordentlich an der Temposchraube gedreht. Double-Bass Gewitter und High-Speed Gitarren wissen sofort zu gefallen. Mit den ersten Gesangstönen wird es wieder langsamer und die Gastsänger dürfen sich im Vers ordentlich austoben. Im Refrain wird es dann wieder flotter und Tobi übernimmt das Regiment. Schon wieder super Melodien (woher nimmer Tobi nur all diese Ideen?) und das gute Laune Feeling macht sich wieder breit. Gegen Ende folgt noch ein Break mit bluesigen Elementen und tollen Gesangseinlagen vom Saxon Shouter und Tobi himself.

INVOKE THE MACHINE

Pretty Maids Sänger Ronnie Atkins unterstützt hier auf beeindruckende Art und Weise Tobi bei den Vocals. Mit jedem Hördurchlauf zündet der nicht sofort eingängige Song bei mir immer mehr. Schnelle Nummer mit toller Gitarrenarbeit und einem genialen Ronnie Atkins!

WHAT'S LEFT OF ME

Und auch ein zweites Liebesliedchen ist enthalten. Im Gegensatz zu Sleepwalking geht dies bei mir aber auch sofort durch die Ohren, direkt ins Herz. Klasse Kerzenlichtnummer mit der Zuckerstimme von Mr. Big Sänger Eric Martin. Eine der besten Balladen der bisherigen AVANTASIA Werke.

DWELLER IN A DREAM

Der Turbo wird mit ordentlich Melodie wieder gezündet. Und da darf er natürlich nicht fehlen. Erneut veredelt Michael Kiske mit seinem Goldkehlchen den Song! Ich kann von dieser Stimme einfach nicht genug bekommen. Vielleicht sollte Tobi mit Michi ein gemeinsames Werk nur mit solchen Nummern veröffentlichen. Ich denke, sie würden alle Rekorde schlagen...

THE GREAT MYSTERY

Der letzte Song des Meisterwerks schlägt mit 10:02 Minuten Spielzeit zu Buche. Und hier wird etwas ganz besonderes geboten. Auf jedem Album war bisher eine Nummer dieser Art vertreten. Durch Vielseitigkeit, unglaubliche Chören und die geschickte Verteilung der Gastsänger entstand eines der besten AVANTASIA Stücke! Hier wird auf beeindruckende Art und Weise das Können von Tobias Sammet unter Beweis gestellt. Was dieser zierliche Typ mit EDGUY und AVANTASIA zu leisten vermag, ist einfach unglaublich. Was alleine in diesem einen Song Platz findet, bringen andere Songwriter auf einem ganzen Album nicht zustande. Ich ziehe an dieser Stelle meinen Hut vor Tobi!

Dieser letzte Song ist das Gütesiegel für das vermutlich beste Album des Jahres!

Ich muss ganz ehrlich sein, dass ich meine Zweifel hatte, ob Tobi die Erwartungen überhaupt noch erfüllen kann, nachdem er die Messlatte bisher selbst in solchen Höhen festgelegt hatte. Und er hat es wieder mal geschafft und noch eine Schippe draufgelegt!

Nun bleibt mir nur noch, dieses Album jedem Metaller, Rocker oder einfach nur Leuten mit Gespür für tolle Musik ans Herz zu legen.
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am 5. August 2013
Beim ersten Durchlauf des neuen Avantasia-Werks hatte ich noch etwas zu kämpfen, irgendwie ging das nicht so ins Ohr, war irgendwie unauffällig. Aber das Album ist ein echter grower. Nach ein paar mehr Runden im CD-Player habe ich den ganzen Kopf voller Avantasia-Ohrwürmer und bin begeistert.Grade das von vielen geschmähte "Sleepwalking" war die Nummer, die sich als erstes in meinem Ohr festgefressen hat... aber der Rest kam gleich danach.
Absolut fantastisch - wer beim ersten Mal auch so seine Probleme hatte, sollte der Scheibe unbedingt noch ein paar Durchläufe gönnen. Man könnte sonst wirklich was verpassen.
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am 22. August 2014
Die Avantasia-Reihe ist absolut empfehlenswert für alle Rock-Fans. Leider konnte ich bei amazon nicht alle Avantasia-Teile finden, vielleicht bestimmt aber da die Nachfrage das Angebot - wie überall. Auf alle Fälle lohnt sich Avantasia.
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am 19. Mai 2013
Als alter Rocker mit Vorliebe für perfekte Arrangements, Gitarren und Stimmen in der
Verbindung Rock - Orchester war ich gespannt auf dieses Album.
Aber alle meine Erwartungen wurden noch bei weitem ü b e r t r o f f en!!!
Wer, außer vielleicht Jim Steinmann in seinen besten Tagen, könnte so ein bombastisches
Meisterwerk abliefern?
"Mysterie of time" ist ein 10-Sterne Menü für die Gehörgänge, ein treibendes, leider
endendes Powerpaket, daß im Kopf bleibt und einem nicht mehr loslässt!
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am 9. April 2013
...und mächtig. Eigentlich kein richtiger "Metal"... Eher "Pop-Metal" oder sowas. Aber durchweg derart gut gemacht, dass man (ich zumindest...) dieses Werk nicht leise hören kann. Sehr symphonisch, pathetisch und melodiegeladen.

Ich muss hier so einleiten, weil ich mich eigentlich bisher nicht mit "Avantasia" beschäftigt habe. Eher dann schon mit Tobias Sammet's "EDGUY". Meine Zuneigung für den melodiösen und einfallsreichen Hardrock ist meiner Liebe zu Musik wie z. B. von Uriah Heep geschuldet. Also war ich auf "Avantasia" mit all den Superstars mehr als neugierig. Große Namen aus der Hardrock - Szene wie Joe Lynn Turner (Rainbow, Deep Purple), Bill Byford (Saxon) oder Eric Martin (Mr. Big !) sind da zu lesen und zeugen vorab für ungetrübten Musikgenuss. In der Tat ist das auch so… Ziemlich viel Attacke und "Rumms".

Ich musste dennoch lange Hörsitzungen absolvieren, da mir zunächst einige Songs zu seicht schienen. Dies ist jedoch unbegründet. Das Album entfacht seine Spannung erst nach mehrmaligem Hören. Als Beispiel sei der Track Nr. 6 "Savior In The Clockwork" genannt. Es wechselt immer dann, wenn der Refrain allzu "mainstreammäßig" wird, sofort das Tempo, und es entwickelt sich ein gnadenlos guter Rocksong. Dann blickt man auf die Uhr. Die 9 oder 10 Minuten vergingen wie im Flug...
The Mystery Of Time (oder ?)... Und man wippt nur noch mit.

Alle Songs sind bewegend und erhöhen sofort den Adrenalin - Spiegel. Obwohl ich augenzwinkernd bemerken muss, dass einige Stellen haarscharf am Kitsch vorbeischlittern. Schöner Kitsch... Jedenfalls hätte ich mir in den sehr "rockarmen" 90ern solch ein tolles abwechslungsreiches Album sicher gerne gewünscht.

Trotz etlicher saugeiler Metal-Anleihen und Spitzen-Guitar-Soli schwingt doch hier und da der gute alte "Meat Loaf / Steinmann-Sound" mit. Dennoch: Ein ausgereiftes musikalisches, sehr melodisches und trotzdem rasend schnelles Metal-Meisterwerk.

Aber bei Tobias Sammet eher keine Überraschung. Und die tollen Gäste sowie die echten symphonischen Einlagen tragen natürlich auch zum Gelingen dieses Opus' bei. Inzwischen, nach mehrmaligem Hören, denke ich, ich hätte dieses Album schon ewig…

Weil's so herrlich schön ist ("Black Orchid", "What's Left Of Me" oder "The Great Mystery") und Gänsehaut macht sind von mir 5 Sterne fällig.

Für ein zeitloses Rockalbum…
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am 30. Juli 2013
Avantasia ist der Wahnsinn!! Ich hab mich so auf die CD gefreut. Jeder einzelne Song wurde wieder einmal mit viel Mühe geschrieben und vertont. Tobias Sammet und seine auserwählten Musiker sorgen auch bei dieser CD wieder einmal für ein einzigartiges Hörerlebnis. Auch live ist diese Band nur zu empfehlen!
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am 10. Juli 2013
Wie immer bei Avantasia tolle "Gastsänger" (kann man bei Kiske ja nicht mehr wirklich sagen), die Lieder sind abwechslungsreich und die Livetour uneingeschränkt empfehlenswert. Bin immer wieder froh, dass es Avantasia auf die Bühne geschafft hat.
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am 14. April 2013
Ich habe mir dieses Mal ziemlich viel Zeit genommen mit dem Album und bin jetzt natürlich ziemlich spät dran mit einer Rezension. Aber auf der anderen Seite wollte ich dieses Mal sehen, ob meine Begeisterung sich halten würde. Viele Alben der jüngeren Vergangenheit gehen sofort in die Gehörgänge, werden aber auch schnell langweilig. Der Musikkonsument im allgemeinen scheint etwas verwöhnter zu sein und der schnelle Konsum durch das Netz ist auch nicht immer hilfreich. Sei's drum, the Mystery of Time ist nach Thick as a Brick 2 seit langem mal wieder ein Album, welches seit seinem Eintreffen bei mir den CD-Player nicht mehr verlässt. Es hat mich vom ersten Tag an in seinen Bann geschlagen, obwohl ich bei den ersten drei bis vier Durchläufen nicht bei allen Songs sofort den echten Zugang hatte. Dies mag auch daran liegen, dass es zwei Songs auf dem Album gibt, die mir anfangs ein wenig sperrig daherkamen, da ist direkt dann auch der Opener Spectres vertreten. Die Brüche in Tempo und Rythmus sind zunächst gar nicht so eingängig gewesen. Ich brauchte da ein paar Durchläufe, in denen sich der Song erst spät entfaltete.

Aber wie nähert man sich einem solchem Album mit dem Namen Avantasia, ein Projekt mit einem solchen Backkatalog, bei dem sich trefflich streiten lässt, was ist jetzt das beste Album. Sicher ist die Metalopera ein Werk, welches über allem zu thronen scheint, aber alle Nachfolgewerke wollten gar nicht in dieser Tradition betrachtet werden, stehen alle für sich und sind auf verdammt hohem Niveau. Bei allen Werken steht in vorderster Linie die Frage, welche Sänger welche Sangesrolle übernahmen. Man könnte es über diese Schiene für das neue Album versuchen. Jorn Lande ist nicht dabei, ein Umstand, den viele als Mangel vorab sehen wollten. Ich zählte mich zunächst auch dazu, bin aber inzwischen anderer Meinung. Jorn Landes Präsenz auf den letzten drei Alben war schon ziemlich übermächtig und neue Sänger verleihen the Mystery of Time eine neue Frische und Entwicklung, welches gemeinsam mit dem Orchester die Veränderung spüren lässt und auf der anderen Seite das Besondere der Wicked Triologie erhält. Inzwischen sehe ich diesen Schachzug als ausgesprochen postiv an. Als Konstante bleibt Michael Kiske und Bob Catley, deren Sangeseinsatz in der Vergangenheit auf den Alben aber deutlich punktueller war als der Jorn Landes. Gerade Michael Kiske liefert mit Where Clockhands freeze und Dweller in a Dream zwei Glanzstücke des Powermetal ab. Ein weiterer Einsatz auf Savior in the Clockwork ist eher eine Art Background und bleibt deutlich mehr im Hintergrund.

Bob Catley ist auf dem neuen Album nur auf The great Mystery vertreten, dort aber gewaltig. Seine Stimme trägt diesen Song schon auf eine majestätisch anmutende Weise. Dieser ist der andere sperrige Song, welcher mehrfach überraschend Tempo und Rythmus wechselt und immer wieder überraschende Wendungen hat. Hier treten auch die vielen kleinen Zitate zu Tage, denen sich Tobias Sammet kompositorisch so gerne bedient. Meistens bedient er sich des eigenen Fundus, aber zusätzlich wähnt man sich mal in einem Meat Loaf Song und dann in der Mitte plötzlich bei John Miles Music. Aber Tobias verbindet diesen großartigen Longtrack zu etwas eigenständigem, dessen Anleihen aber durchaus hörbar bleiben. Die einzige echte härtere Rocksequenz in diesem Song wird von Joe Lynn Turner gesungen.

Joe Lynn Turner war mir in den 80ern und 90ern eigentlich ein eher ungeliebter Sänger. Rainbow habe ich seit jeher nur mit Ronnie James Dio verbunden und Deep Purple mit Ian Gillan, so dass die Akzeptanz von Joe alles andere als groß war. Mit dem Abstand der Jahre bleibt aber, dass er trotzdem einen großen Job erledigt hatte. Dieses macht er hier auch, trotzdem man merkt, dass seine Stimme deutlich gealtert ist. Er bewältigt noch große Gesangsleistungen, aber nicht mehr alles. Sein Einsatz auf Spectres ist noch sehr spärlich, dafür ist dann the Watchmakers Dream grandios. Dazu singt er auf beiden Longtracks, neben dem beschriebenen The Great Mystery auf dem über 10minütigen Savior in the Clockwork. Für mich ist das mein Übersong auf dem Album, weil er mehr dem Hardrock huldigt und etwas weniger dem Epischen und Bombastischen, obwohl das Orchester hier auch seinen wesentlichen Anteil hat. Ich finde diesen Song sehr intelligent komponiert und bietet einem weiteren Sänger namens Byff Byford ebenso eine Plattform.

Byff Byford kennen wir alle von Saxon, auch wenn ich einräumen muss, mich mit Saxon nicht allzu sehr beschäftigt zu haben. Aber er erledigt hier einen ausgezeichneten Job und sorgt mit dafür, dass Black Orchid ein weiterer Höhepunkt auf der Platte wurde. Ein getragenes Stück über fast 7 Minuten mit düsteren Momenten, in denen Tobi einerseits seinen Sinn für Melodien beweist, aber auch für ein weiteres Zitat aus der Rockgeschichte, Deep Purples Perfect Strangers.

Das bereits im Vorfeld bekannte Invoke the Machine ist in seiner Albumversion in meine Top 10 der Avantasiasongs gelangt. Ronnie Atkins, dessen Werk bei Pretty Maids ich aus den Augen verlor, hat eine im Alter tolle Stimmfärbung und beherrscht das extrem rauhe ebenso wie die sonore Stimmfärbung. Aus meiner Sicht der härteste Song des Albums.

Natürlich dürfen auf einem Avantasiaalbum die ruhigen Momente nicht fehlen, sie dienen zum Luftholen. Der von Eric Martin gesungene Titel What's left of me gefällt mir persönlich wegen seiner größeren Intensität besser als der von Tobi selbst bezeichnete Popsong Sleepwalking mit der bezaubernden Cloudy Yang. Auf welches Publikum er auch immer dabei schielt oder ob er es überhaupt tut, soll mir egal sein. Das Album ist so, wie es ist, absolut ausgewogen.

Tobi selsbt singt wie gewohnt, wenn man berücksichtigt, dass er keines dieser Naturwunder der Stimme ist. Er macht seinen Job ausgezeichnet und ihm verdanken wir schließlich dieses wunderbare Projekt. Tobi zeigt aber mit seinem eigens auf der Limited Edition verewigten Vergleich mit Jon Oliva, wo seine eigenen Grenzen sind, aber das wird er sicherlich selber wissen.

Offensichtlich ist dieses neue Kapitel Avantasia nicht zu Ende erzählt und wir dürfen auf eine Fortsetzung hoffen. Im Booklet steht zum Schluss: END OF CHAPTER One

Mögen noch viele kommen ...
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am 1. April 2013
Seit ihrer ersten Metal Oper" im Jahre 2001 verfolge ich mit großem Interesse jede neue Veröffentlichung dieses Ausnahme-Projekts von Ausnahme-Metaller Tobias Sammet. Und um es gleich vorwegzunehmen: auch das Jahr 2013 hat nicht für einen Ausrutscher gesorgt. Dabei hat sich bei Avantasia einiges geändert, insbesondere in Bezug auf die Schar der Sänger. Aber alle machen ihre Aufgabe entweder gewohnt gut (z.B. Bob Catley, Eric Martin, Joe Lynn Turner) oder überraschend gut (z.B. Michael Kiske, Biff Byford und Cloudy Yang). Dazu kommt die gewohnt hohe Qualität von Sammets Songwriter-Künsten, die ein sehr vielfältiges, niemals langweiliges, oft sehr kraftvoll-dynamisches und mitunter bombastisches Werk hervorgezaubert haben.

Besonders hervorheben möchte ich die beiden Longtracks 'Savior in the clockwork' und 'The great mystery', die die meisten anderen Melodic Metal Bands wie Amateure klingen lassen. Soviel Abwechslung, Dramatik, Melodik und Bombast findet man nur selten.
Sehr stark ist auch der Einstieg 'Spectres', der sehr gut als Appetit-Anreger funktioniert. Auch die Ballade 'Sleepwalking', die zugegeben besonders am Anfang sehr weich und süßlich daherkommt, besticht dadurch, dass Frau Yang und Herr Sammet stimmlich wunderbar harmonieren. Daneben gibt es noch eine Menge guter Metal Songs, wo richtig die Post abgeht, wie z.B. das melodiöse 'Dweller in a dream', das etwas sperrige, aber extrem fetzige 'Invoke the machine' oder 'Where clock hands freeze'. Etwas düsterer wird es mit dem ebenfalls gelungenen 'Black Orchid'.

Im Vergleich zur letzten Edguy-Platte ('Age of Joker') erscheinen mir Avantasia auf 'Mystery of time' etwas härter, wenn auch etwas weniger melodisch. Das wird aber durch die enorme sowohl musikalische (z.B. durch Hinzunahme eines Orchesters) als auch stimmliche Vielfalt und durch den besonders geschickten Wechsel von schnellen und langsamen, von harten und weichen Teilen sowohl innerhalb von einzelnen Lieder als auch auf der gesamten CD mehr als wettgemacht. Das beste Beispiel für einen gelungenen Kontrast ist die Kombination von Bob Catley's 'sauberer' Stimme und den 'dreckigeren' Stimmen von Biff Byford und Joe Lynn Turner in 'The great mistery'.
Etwas schade ist sicherlich, dass die einzigartige Stimme von Jorn Lande nicht mehr zu hören ist. Aber - um sich der Fußballmetaphorik zu bedienen - eine geschlossene Mannschaftsleistung kann einen überragenden Einzelakteur durchaus ersetzen, wie es auch hier geschehen ist.

Fazit: Ich bin rundum glücklich und zufrieden mit dem neuen Output von Avantasia.
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