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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
56
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am 15. Dezember 2006
Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, dass von diesem echten Meisterwerk des Kriegsreporterfilms einmal eine Neuauflage erscheinen wird. Die Erstauflage von Eurovideo war wirklich unter aller Kanone: falsches Bildformat (4:3!), grottenschlechte Bildqualität und blecherner Ton. So macht Filmgucken wirklich keinen Spass!

Diese Doppel-DVD Special Edition in der ArtHaus-Reihe zeigt nun endlich, wie man mit echten Filmklassikern umgehen sollte.

Wieder ein mit viel Liebe fürs Detail gestaltetes Digipak im Schuber mit einem sehr informativen Booklet (28 Seiten!) und einer Bonus DVD, die eine sehr gute, fast einstündige BBC-Dokumentation über den Film und die Geschehnisse in Kambodscha enthält. Neben dem Regisseur und Produzenten kommen auch der echte Sydney Shanberg und Dith Pran ausführlich zu Wort.

Der Film liegt nun endlich im richtigen Bildformat vor (1,85:1 anamorph) und auch der Bildqualität sieht man die Mühen um eine gelungene Restaurierung an. Der Ton ist in Dolby Digital 5.1, aber man sollte bei einem Film von 1984 keine klanglichen Wunder erwarten. Der Ton ist meist sehr frontlastig, dafür sehr klar und ohne Rauschen.

Zum Film selber:

Ein authentischer und sehr bewegender Antikriegsfilm in zugleich grausamen und wunderschönen Bildern verfilmt (Kamera Chris Menges).

Erzählt wird die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Reporter Sydney Shanberg und seinem kambodschanischen Dolmetscher Dith Pran während der Zeit des Vietnamkrieges, der sich auch auf das völlig unvorbereitete Nachbarland Kambodscha ausdehnt.

"Aus Versehen" bombardieren die Amerikaner vermeintliche Stellungen kommunistischer Sympatisanten im neutralen Kambodscha, bei dem mehrere tausend Zivilisten umkommen, und treten damit eine Welle unvorstellbarer Gewalt los. Die Roten Khmer erobern die Hauptstadt Phnom Penh, entvölkern diese vollständig und schicken die gesamte Bevölkerung zur Arbeit aufs Land, um Pol Pot's Wahnvorstellung eines steinzeitlichen Agrar-Kommunismus umzusetzen.

Nachdem alle Ausländer aus Kambodscha fliehen mussten, und letztendlich auch die Reporter das Land verlassen, bleibt Dith Pran zurück und kommt in eines der berüchtigten Umerziehungslager, das er nur mit ungeheurem Lebenswillen und viel List überlebt.

Fast zwei Millionen Menschen fielen Pol Pot's Terrorherrschaft, die noch nicht einmal vier Jahre andauerte, zum Opfer. Es gibt keine einzige kambodschanische Familie, die keine Toten aus dieser Zeit zu beklagen hätte.

Ich war vor einigen Jahren selber in Kambodscha auf den Killing Fields (die Orte, wo Hunderttausende Menschen aufs Grausamste gefoltert und exekutiert wurden) und betroffene Kambodschaner sagten mir, daß der Film in der Tat sehr realistisch ist.

Ausgezeichnet mit 3 Oscars. Der authentische Bericht des echten Shanberg ("The Death and Life of Dith Pranh") wurde damals mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Der Darsteller des Dith Pranh (Oscar für Haing S. Ngor) floh seinerzeit selber aus einem Lager der Roten Khmer. 1996 wurde er unter ungeklärten Umständen in Los Angeles ermordet aufgefunden.

Ein tiefgründiger und aufwühlender Film über Freundschaft, Krieg und Mut. Anschauen!
77 Kommentare| 123 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Mai 2012
Dieser Film dreht sich um die wahre Geschichte zweier befreundeter Journalisten (eines Kambodschaners und eines Amerikaners) während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer.
Vermutlich lässt sich der Hauch einer Idee von dem Grauen, Wahnsinn und Chaos dieser Zeit nicht besser durch einen Film darstellen, als hier geschehen.
Der Film nutzt dazu teilweise recht drastische Bilder, ohne die sich wohl kein einigermaßen realistisches Bild der Situation darstellen lassen würde. Diese Bilder werden aber nie zur Effekthascherei missbraucht. Die gesamte Kameraführung wirkt sehr überlegt und trägt dazu bei, dass dieser Film sehr viel Atmosphäre aufbaut. Positiv wirkt hier auch, dass die Schauspieler - bis in die kleinste Rolle - eine sehr gute Leistung abliefern.

Neben dem eigentlichen Film ist auch das 54 minütige Making of in den Extras, unter Mitwirkung der realen Personen, sehr zu empfehlen.

Die Bildqualität ist wechselhaft und reicht von grisselig mit Bildfehlern bis zu hochauflösenden Landschaftsaufnahmen mit ausgezeichneter Tiefenschärfe, die die Blu-Ray als Medium rechtfertigen. Insgesamt kann die Bildqualität als gut bezeichnet werden, wobei diese bei diesem Film sicherlich nicht das Wichtigste ist.
33 Kommentare| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 10. April 2005
"The Killing Fields - Schreiendes Land" lief bereits desöfteren im Fernsehen hat mich tief beeindruckt und erschüttert. Basierend auf der mit dem Pulitzer-Preis gekrönten Story des Reporters Sydney Shanberg ist dieses Meisterwerk so authentisch wie kaum ein anderer Film zum Thema - es ist mit Sicherheit sogar DER Film zu jener tragischen Epoche Kambodschas schlechthin!
Die Darsteller sind atemberaubend - allen voran Dr. Haing S. Ngor (als Dith Pran), der damals selbst dem Grauen der Killing Fields entkommen konnte und leider im Jahre 1996 Opfer eines Mordanschlages wurde - und daß ausgerechnet in seiner Wahlheimat USA.
Diesem filmischen Monument für die zahllosen Ermordeten hätte man eine sorgfältigere Umsetzung auf DVD gewünscht - leider hat der Verleih hier an jeder Ecke geschlampt: das Bild ist 1. (wie leider nur allzu oft) im falschen Format, d.h. 4:3 anstatt 1,85:1 so daß ein beträchtlicher Teil der Bildinformation einfach wegfällt. Zum Zweiten ist die Bildqualität dieser DVD tatsächlich schlechter als von jeder miesen Videocassette - verwaschene Farben, Kratzer und Störungen auf jedem Meter. Einzig der deutsche Ton wurde einem Remix unterzogen und kommt ganz brauchbar daher - dafür fehlt wiederum die Originaltonspur, was beim Medium DVD eigentlich nicht einzusehen ist!
Die Jungs von EuroVideo (die es erwiesener Maßen auch besser können!) haben mal wieder ganze Arbeit geleistet und einen weiteren Filmklassiker bis zur Unkenntlichkeit verhunzt.

Update vom 26.05.2016:
Durch den Hinweis eines Amazon-Kunden ist mir aufgefallen, dass es diese Ausgabe von EuroVideo, auf die sich diese inzwischen 11 Jahre alte Rezension bezieht, anscheinend immer noch im Handel gibt. Damals war er einzige erhältliche Titel, inzwischen sind jedoch sowohl eine sehr gut gelungene Neuauflage auf DVD von Arthaus als auch eine Blu-ray-Version erhältlich - leider schmeißt Amazon alle Rezensionen zu diesem Titel in einen Topf, anstatt diese sauber nach den drei erhältlichen Editionen zu trennen, so dass aufgrund der Bewertung ein falscher Eindruck entstehen könnte. Beim Kauf sollte also genau auf die Version geachtet, werden, die man auswählt.
22 Kommentare| 87 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 15. September 2009
"The Killing Fields - Schreiendes Land" ist ein Film, den jeder einmal gesehen haben sollte. Er behandelt eine Thematik, die Menschen von ihrer schrecklichsten Seite zeigt, so abscheulich, dass man kaum Worte für ihr Verhalten findet. Doch zugleich erzählt Roland Joffés beeindruckender Film von dem zutiefst menschlichen Drang zum Überleben und tiefer Freundschaft. Der von David Puttnam produzierte Film gewann 1985 bei 7 Nominierungen 3 Academy Awards für Kamera, Schnitt und den besten Nebendarsteller Dr. Haing S. Ngor. Darüber hinaus gewann er acht BAFTA-Awards und einen Golden Globe.

Im Zentrum des Films steht Sydney Schanberg, Auslandskorrespondent der New York Times, der Anfang der 70er Jahre vom Bürgerkrieg in Kambodscha berichtet. Unterstützt wird er vom kambodschanischen Journalisten und Dolmetscher Dith Pran, der sich nach einigen Jahren mit Schanberg angefreundet hat. Als 1975 die amerikanischen Streitkräfte das Land verlassen und die Hauptstadt Pnomh Penh von der kommunistischen Partei Rote Khmer eingenommen wird, steht für die Beteiligten plötzlich ihr Leben auf dem Spiel. Die lokalen Botschaften werden nach und nach evakuiert, ebenso wie Prans Familie. Pran entscheidet sich, weiterhin mit Schanberg Bericht zu erstatten, ohne zu ahnen, dass ihm und seinen Landsleuten unvorstellbarer Horror bevorsteht:

Die Rote Khmer unter der Führung des fanatischen Pol Pot sieht vor, das Land in einen mittelalterlichen, kommunistisch geführten Agrarstaat umzuwandeln. Hierfür will er die gesamte intellektuelle Elite beseitigen; Professoren, Lehrer, Ärzte und andere Gebildete wurden schlichtweg beseitigt und als überflüssig erklärt. Unschuldige Menschen wurden auf grausamste Weise gefoltert und getötet, darunter auch Kinder und Babys. Tausende Menschen verhungerten einfach. Es wird geschätzt, dass nicht weniger als 21 % der kambodschanischen Bevölkerung dem Regime der Roten Khmer zum Opfer fiel.

Schanberg kann mit seinen Kollegen zurück nach New York fliehen, doch Pran verschwindet. In der zweiten Hälfte des Films folgen wir ihm, der mittlerweile auf dem Land in einem der vielen Konzentrationslagern der Roten Khmer interniert ist. Er wartet auf seine Gelgenheit, die Flucht zu ergreifen, jede Sekunde der Gefahr ausgeliefert, getötet zu werden. Viele Passagen des Films kommen am Ende ohne Dialoge aus, sie sind geprägt von einem nüchternen dokumentarischen Inszenierungsstil.
Parallel dazu gibt Schanberg währenddessen die Hoffnung nie auf, dass sein Freund noch am Leben ist und schreibt hunderte Briefe an diverse Hilfsorganisationen.

"The Killing Fields" ist ein bemerkenswerter Film, der tief unter die Haut geht und einen lange nicht loslässt. Er behandelt ein schockierendes Thema, das immer noch verhältnismäßig vernachlässigt wird. Ähnlich wie bei dem Genozid in Ruanda 1994, bei dem ca. 1.000.000 Menschen den Tod fanden, bekam die westliche Zivilisation nur am Rande mit, welche unvorstellbaren Gräueltaten in Kambodscha verübt wurden. Auch heute wissen viele nicht einmal von der Existenz dieses Genozids, der in seinem Ausmaß durchaus mit dem Holocaust zu vergleichen ist. "The Killing Fields" ist jedoch ein außergewöhnlich humanitäres Zeitdokument, das eindringlich daran erinnert und zum Standardprogramm in Schulen zählen sollte.

Der Brite Roland Joffé, der für seine Arbeit eine Oscar-Nominierung als bester Regisseur erhielt, inszeniert unaufdringlich und mit präzisem dokumentarischem Auge. Er lässt die Geschichte für sich sprechen, versucht nicht zu verklären und sensationslüstern vorzugehen. Viel mehr steht die Geschichte der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Schanberg und Pran im Vordergrund, die enorm ans Herz geht. Die humanitäre Botschaft des Films lässt niemanden kalt, nach dem Film sieht man mit Sicherheit die Welt in einem etwas anderen Licht.

Besonders bemrkenswert sind auch die beiden Hauptdarsteller Sam Waterston und Haing S. Ngor. Waterston portraitiert Schanberg als abgebrühten und weltgewandten Journalisten, wütend über die Umstände, die er dokumentiert. Haing S. Ngor stand für diesen Film zum ersten Mal vor einer Kamera und lieferte eine der eindringlichsten Darstellungen der 80er. Ngor, der selbst Kambodschaner ist, hatte ein ähnliches Schicksal wie der von ihm portraitierte Pran hinter sich: Als ehemaliger Arzt wurde er von der Roten Khmer inhaftiert und gefoltert. Er verlor seine Frau und emigrierte später in die Vereinigten Staaten. Seine Darstellung im Film ist wenig überraschend zutiefst bewegend und von Herzen kommend, in der Filmgeschichte sicherlich einzigartig. Dafür erhielt er als zweiter Asiate überhaupt einen Oscar (nach Miyoshi Umeki für "Sayonara" 1957). Er spielte noch in einigen anderen Filmen mit, die nicht annähernd an die Qualität von "The Killing Fields" heranreichten. Allerdings engagierte er sich unermüdlich bei karitativen Einrichtungen für sein Heimatland. Er starb 1996 auf tragische Weise bei einem Raubüberfall vor seinem eigenen Haus in Los Angeles.

"The Killing Fields - Schreiendes Land" ist ein enormes filmisches Testament sowohl für großartige Menschlichkeit, als auch für unvorstellbare Unmenschlichkeit. Er zählt ohne Zweifel zu den wichtigsten Filmen der letzten 30 Jahre, vergleichbar mit "Schindlers Liste", wenn auch filmisch nicht ganz so sensationell. Nennenswert ist auch der Einsatz von Mike Oldfields teilweise experimentell anmutender Musik, deren dissonanter Charakter das Geschehen oft auf interessante Weise unterstreicht.
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am 19. September 2001
Ein authentischer und sehr bewegender Antikriegsfilm in gleichsam grausamen und wunderschönen Bildern verfilmt (Kamera Chris Menges!). Ich war letztes Jahr selber in Kambodscha auf den Killing Fields (die Orte, wo Hunderttausende Menschen aufs Grausamste exekutiert wurden) und betroffene Kambodschaner sagten mir, daß der Film in der Tat sehr realistisch ist.
Ausgezeichnet mit 3 Oscars und der authentische Bericht des echten Shanberg ("The Death and Life of Dith Pranh") wurde seinerzeit mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Der Darsteller des Dith Pranh (Dr. Haing S. Ngor) floh seinerzeit selber aus einem Lager der Roten Khmer.
Dass die Audiospur remasterd wurde, hört man und es klingt in der Tat sehr gut und klar. Nur das Bild ist eine einzige Katastrophe! Unscharf, verwaschen und voller Störungen (Staub, Kratzer). Da sieht selbst meine alte Vidokassette besser aus! Da der Film leider keine so große Resonanz fand wie andere engagierte Antikriegsfilme, kann man wohl noch lange auf eine qualitativ dem Film angemessene "Special Edition" warten. Der Film verdient auf jeden Fall 5 Sterne, aber hier wird ja auch die Qualtät der DVD bewertet. Und für das grottenschlechte Bild gibt's den Abzug in der Bewertung.
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am 10. November 2013
The Killing Fields in einer Rezension beschreiben zu wollen ist sehr schwer, denn der Film ist vielschichtig und zeigt auf einige historisch dunkle Zeiten und Entscheidungen.
Während die meisten Filme, die sich als Anti Kriegs Filme deklarieren, letztendlich doch eher kampflastige Action Filme sind, ist "The Killing Fields" komplett aus der Sicht der Zivilbevölkerung gedreht. Die Sichtweise, dieses auf einer wahren Begebenheit beruhenden Filmes, beschränkt sich auf das duldsame Leiden der Bevölkerung unter den Khmer Rouge und dem Völkermord, den diese durchführten.
Er wirft aber auch Fragen auf, in der Figur des New York Times Reporters, der den Hauptdarsteller letztlich dazu bringt, das Land nicht zu verlassen als er noch die Chance hat und die Odysee verursacht, während er mit seinen Amerikanischen und Europäischen Kollegen ausgeflogen wird. Er stellt die Frage welche Rolle die Amerikaner in dieser "SideShow" zum Vietnam Krieg hatten.
Der Film erschüttert und berührt und ist auch nach dem 10. Mal ansehen noch immer ein Erlebnis (kann ich aus Erfahrung sagen) und ist nur jedem ans Herz zu legen. Dabei geht er behutsam mit seinen Charaktären um und zeichnet ein stilles und trauriges Bild ohne Effekthascherei.
Einziges Manko ist der etwas schwache Sound der BluRay Version. Das Bild ist in Ordnung aber nicht brilliant. Schade, hier hätte ich mir etwas mehr versprochen. Ansonsten absolute Kaufempfehlung.
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am 24. Februar 2015
Der Vietnamkrieg hat schon oft als Grundlage für Hollywoods Unterhaltungs-Maschinerie herhalten müssen. Wohl nicht auch zuletzt, weil sich die amerikanische Nation, gerade in den späten Siebzigern und 1980er Jahren mittels entsprechender Bilder gerne auch ihre offenen Wunden geleckt hat. Insofern hat wohl jeder Filmliebhaber schon einmal ein nachgestelltes Vietnam-Szenario zu Gesicht bekommen. Die Schrecken in Kambodscha, die sich zeitgeschichtlich gesehen nur wenig später und in direkter Nachbarschaft Vietnams ereigneten, blieben dagegen von den Regisseuren weltweit fast ausnahmslos unkommentiert. Mit The Killing Fields-Schreiendes Land machte zumindest eine britische Produktion auf die unvorstellbaren Gräueltaten aufmerksam.

Story

Der amerikanische Journalist Sydney Schanberg (S. Waterston) berichtet für die renommierte „New York Times“ über die Ereignisse der kambodschanischen Revolution. Dabei hat er natürlich auch das Militär der Vereinigten Staaten in seinem kritischen Blickfeld, das nach wie vor entschlossen ist dem Kommunismus in Indochina den Kampf anzusagen. Doch auf Kambodscha wartet ein Krieg, der schlimmer kaum noch vorstellbar ist. Die radikalen Revolutionäre der „Roten Khmer“ streben mit allen Mitteln die endgültige Machtübernahme an. Als es schließlich soweit ist und die Aggressoren erfolgreich gegen die Hauptstadt Phnom Penh vorrücken, werden die ansässigen amerikanischen Streitkräfte abgezogen. Schanberg bleibt aus journalistischem Ehrgeiz mit seinem Freund und Kollegen Dith Pran (H.S. Ngor) zurück. Gemeinsam erleben sie den nicht für möglich gehaltenen Terror des neuen Regimes gegen das eigene Volk.

Kriegsfilme sind grausam. Sie müssen es sein, denn wie sonst sollen die Gräuel und der Wahnsinn, die Krieg bedeuten, glaubhaft transportiert werden. Und doch gibt es feine Unterschiede, die den einen Kriegsfilm erträglicher machen wie den anderen. „Schreiendes Land“ ist ein Beispiel für einen schwer verdaulichen Vertreter seiner Art. Denn hier kämpft nicht in erster Linie Soldat gegen Soldat, es wird stattdessen von Seiten der „Roten Khmer“ ein bewusster Vernichtungskrieg gegen das eigene Volk geführt. Dies wird ebenfalls in durchaus drastischer Weise durch den Film transportiert. Zugegebenermaßen sind die einzelnen Gewaltakte so geschnitten, dass die Freigabe ab 16 Jahren verständlich ist. Doch die grausame Vorstellung wächst im Kopf des Zuschauers natürlich weiter. Wenn zahllose Menschen panisch um ihr Leben winseln und die Kamera gnadenlos auf verzweifelte Kinderaugen zoomt, dann geht einem das Gezeigte nahe genug, um den Horror weiterzuspinnen und sich in den dunkelsten Farben auszumalen. Nein, The Killing Fields ist kein schöner Film. Dort, wo ein Terrence Malick dem Kriegsszenario in Der schmale Grat noch eine gewisse Schönheit und Poesie unterschieben konnte, erscheint diese britische Kinoproduktion furchtbar authentisch und rückt ganz nah an den Zuschauer heran. Dort, wo Steven Spielberg seinen Soldaten James Ryan als zwar brutalen, aber doch auch brillant inszenierten Blockbuster auf die Leinwand brachte, erscheint Schreiendes Land wie eine in Film verwandelte Dokumentation.

Der Filmtitel verweist auf die tatsächlich ehemals existenten Killing Fields. Bei diesen handelt es sich um ca. 300 Orte in Kambodscha, die als Schauplatz von Säuberungsaktionen und Massenexekutionen fungierten. Berichte zeugen davon, dass Menschen mit Äxten und Eisenstangen erschlagen wurden, um auf Täterseite Munition zu sparen. Kinder seien gegen Bäume geschlagen worden, bis auch sie an ihren Verletzungen starben. Solche Szenen sieht man in vorliegendem Film nicht, dennoch ahnt man sie. Abgesehen von den historischen Tatsachen und der damit verbundenen bedrückenden Atmosphäre, ist der Film handwerklich sehr gut in Szene gesetzt. Besonderen Anteil daran hat vor allem der inzwischen verstorbene kambodschanische Schauspieler Haing S. Ngor, selbst Zeitzeuge der schrecklichen Ereignisse und Überlebender des systematischen Völkermords. Für sein ungemein intensives Spiel wurde der Mann 1985 mit dem Oscar für die beste Nebenrolle geehrt. Für die beste Kameraführung und den besten Schnitt erhielt der Film von Regisseur Roland Joffé weiterhin zweimal die begehrte Trophäe.

Bildqualität
Killing Fields erscheint in Full HD-Auflösung und im Vollbild-Format von 1.85:1. Leider fällt der Transfer aber mehr als durchwachsen aus. Das Bild erscheint sehr weich und bietet kaum klare Kontraste. Die Farbgebung ist zwar natürlich, aber auch ein wenig zu schwach auf der Brust. Darüber hinaus ist teils starkes Bildrauschen sichtbar, welches zumeist weit über gewinnbringendes, dezentes Filmkorn hinausreicht. Immerhin ist der Schwarzwert szenenweise recht passabel ausgefallen. Die Szene, welche z.B. auch das Coverartwork ziert, sieht beispielsweise auch im Bewegtbild sehr atmosphärisch aus. Doch leider tauchen solche kleinen visuellen Highlights im Laufe der 140 Minuten viel zu selten auf.

Tonqualität

Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Dass ein Kriegsfilm das heimische Soundsystem zu Höchstleistungen herausfordert, gehört bei diesem Genre zum guten Ton. Killing Fields bildet hier keine Ausnahme. Die Geräuschkulisse ist auch hier martialisch und gleichermaßen voluminös. Gewehrsalven, das Dröhnen von Hubschraubern und zahllose Schreie peitschen durch den Raum und liefern, passend zum Geschehen auf dem Schirm, das nötige akustische Chaos. Dennoch fehlt es im vorliegenden Fall an einer guten Differenzierbarkeit. Viele Effekte lassen sich nicht sonderlich gut orten. Dazu kommt, dass der Subwoofer zwar reichlich Futter bekommt, aber die Tiefen häufig breiig klingen. Es fehlt insgesamt an durchschlagendem Druck. Laut und dröhnend ist der Mix in jeder Hinsicht geraten, strukturiert und präzise leider nicht. Auch die Sprachverständlichkeit verdient sich keine Bestnoten. Spätestens wenn es mal wieder ordentlich kracht, kann man dem gesprochenen Wort nur bedingt folgen. Dem gesamten Mix fehlt es schlichtweg an Balance und Ausgewogenheit.

Ausstattung

Audiokommentar von Regisseur R. Joffé (deutsch untertitelt)

Dokumentation über die Dreharbeiten (SD, 54 Minuten, deutsch untertitelt)

Trailer

Das hier versammelte Bonusmaterial ergibt Sinn und ist eine gute Beigabe zum Hauptfilm. Der Audiokommentar ist überaus interessant, zumal Joffé sein Werk nicht primär als Kriegsfilm wertet. Seine Argumentation ist durchaus schlüssig, rückt sie doch die auf tatsächlichen Begebenheiten ruhende Freundschaft zwischen Schanberg und Pran in den Mittelpunkt. Auch der zweite umfangreiche Bonus über die Dreharbeiten widmet sich in erster Linie dieser außergewöhnlich intensiven Männerfreundschaft. Perfekt abgerundet hätte diese Veröffentlichung ein weiteres Feature, welches losgelöst von den Protagonisten über die damaligen grausamen Auswüchse in Kambodscha berichtet hätte.

Fazit

Bild- und tontechnisch ist das hier nicht das Gelbe vom Ei. Dass Kriegsfilme auch in perfektem HD authentisch wirken können zeigt z.B. Malicks Der schmale Grat. Killing Fields lässt kaum Blu-ray-Feeling aufkommen, punktet aber mit seiner eindringlichen Inszenierung. Regisseur Joffé ging es zwar primär darum, die besondere Freundschaft zwischen zwei Menschen vor dem Hintergrund eines Krieges zu verfilmen. Dennoch ist Schreiendes Land ein harter Kriegsfilm voller verstörender und bedrückender Momente. Umso trauriger, dass hier nichts aufgebauscht wurde, sondern vielmehr ein weiteres Zeugnis über eine grausame Wirklichkeit vorliegt.
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The Killing Fields ist für mich nach wie vor eins der besten jemals in Hollywood umgesetzten Kriegs-Reportage-Doku-Dramen. Authentisch, schockierend realistisch, spannend und mitreißend in Szene gesetzt. Die Schrecken des Kambodscha-Krieges und die direkten Folgen wurden wohl nie besser für das Kinopublikum aufbereitet.

Ich hab den Film erstmalig vor rund 20 Jahren im Politik-Unterricht in der Schule gesehen, heute stehen VHS, DVD und Bluray in meinem Archiv. Über den Inhalt des Films will ich hier nicht viel verlieren, dass haben andere hier bereits getan. Soviel sei gesagt: Es lohnt sich – der Film ist inhaltlich tiefgründig und weiß die dramatischen Ereignisse aus der Mitte der 70er Jahre gekonnt in Szene zu setzen, die Schicksale schonungslos zu erzählen.

Was mich an dieser Bluray-Umsetzung freut – und warum ich diese Rezension im Grunde auch schreibe: Zum einen wurde das Bild für die Bluray deutlich sichtbar überarbeitet und steckt die DVD-Fassung locker in die Tasche und zum anderen gibt es neben der Originaltonspur auch die deutsche Tonspur in vollwertigem DTS-HD Master Audio (leider nach wie vor keine Selbstverständlichkeit). Last but not least gibt es als Bonusmaterial neben dem üblichen Audiokommentar auch eine sehenswerte Dokumentation über die Dreharbeiten.

Von mir eine klare Empfehlung für alle diejenigen, die sich fürs Genre interessieren und wirklich einen so richtig gut umgesetzten Film sehen wollen.
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am 18. Januar 2008
Als die US-Amerikaner 1975 aus Vietnam abziehen, lassen sie eine schutzlose Zivilbevölkerung zurück, die ihrem ehemaligen Feind gnadenlos ausgeliefert ist. Dies trifft auch für das Nachbarland Kambodscha zu. Der us-amerikanische Journalist Schanberg berichtet von den Ereignisse in Kambodscha. Als die Situation zunehmend gefährlicher wird, kümmert er sich um die Ausreise seines Dolmesters Dith Pran und dessen Familie. Unglückliche Umstände verhindern, dass Dith Pran ebenfalls ausreisen kann. Er kommt in das Räderwerk der neuen Mächte. Interventionen von Schanberg nützen wenig. Die USA ist gar nicht mehr präsent und die Botschaft der Franzosen hat andere Sorgen. Dith Pran wird in ein Lager gebracht. Unter menschenunwürdigen Bedingungen schwebt er ständig in Lebensgefahr. Er flieht und schlägt sich nach Thailand durch.

Der Film wirkt sehr authentisch, fast schon dokumentarisch. An dem Einzelschicksal von Dith Pran wird gezeigt, wie Despotie auf alle Ebenen Chaos und Leid verursacht. Die Errungenschaften aller Menschengenerationen scheinen mit einem Schlag getilgt und der homo sapiens spielt mit den Scherben seiner eigenen Zerstörungswut. Ein beachtenswerter Antikriegsfilm.
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am 27. November 2009
Ich habe den Film seinerzeit das erste Mal im Kino gesehen. Es ist einer der wenigen Filme, die dermaßen beeindrucken.
Deutlich zeigt er den Irrsinn, mit dem Kambodscha damals mit in die Wirren des Vietnamkriegs gezogen wurde und vom
Nebenkriegsschauplatz zu einer eigenen Plattform des Wahnsinns wurde.
Nach dem Einmarsch der Khmer gelingt es nicht, Dith Pran eine falsche Identität zu verpassen und er muss ausgeliefert
werden. Die Bevölkerung, die eben noch "Befreier" bejubelt hat, nimmt plötzlich Schlächter wahr.
Das Grauen kriecht langsam immer tiefer in einen hinein, je länger der Film dauert. Die jugendlichen oder Kinder-Soldaten, ideologisch fehlgesteuert, wie immer man es nennen soll, töten. Wahllos, sinnlos!
Es bleiben die Szenen haften:
als Pran gefragt wird "Voulez-vous une cigarette?" und verleugnen muss, dass er Fremdsprachen beherrscht. Und als er auf seiner Flucht in diesem Tümpel stürzt - umgeben von Tausenden von Schädeln und Gebeinen - den Killing Fields! Dies untermalt von der grandiosen Musik von David Bedford (und seinem Spezi Mike Oldfield) war (auf der großen Kinoleinwand) und ist einfach beeindruckend und beklemmend.
Der Film kommt in seiner Gesamtheit mit ganz wenig vordergründiger oder gar splatterhafter Gewalt aus. Es ist die fast nebensächliche, allgegenwärtige Gewalt, die ohne explizite Darstellung auskommt: ein Volk bringt sich selbst gegenseitig um, Wenige die Masse! Ja, es tut weh, das zu sehen.
Aber der Film war und ist wichtig! Und es hat sich leider gezeigt, dass das Alles kein Einzelfall ist, siehe Ruanda.
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