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am 9. April 2017
Der Autor liefert interessante Thesen, über die sich das Nachdenken auf jeden Fall lohnt! Mir persönlich hat dieses Buch richtig gut gefallen, da mir die Theorien des Autoren durchdacht und gut begründet erscheinen (unabhängig davon, ob man diesen zustimmt oder nicht).
Das Lesen war sehr spannend und hat Freude bereitet.
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am 6. Januar 2017
Man muss seine Art zu schreiben mögen um sie zu lieben, aber das ändert nichts an der Relevanz des Inhaltes.
Mit BWL-Hintergrund ist es ein Fachbuch das eine andere Seite dieser Fakultät beschreibt und ohne BWL-Studium ist es eine gelungene Zusammenstellung über den Zusammenhang der Dinge, die Reaktion auf Wandel, die Planung unter Unsicherheit....
Und irgendwie ist es auch etwas tröstlich zu lesen wovon so vieles was wir zu beherschen scheinen eigentlich abhängt und was man eben (nicht) dagegen tun kann.
Der Schwarze Schwan liegt schon auf dem Nachttisch und ich werde dann die Rezession aller drei Bücjher aufeinander abstimmen....
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am 9. Oktober 2015
Antifragilität sprüht Funken. Taleb schreibt wild und versiert, belesen und ironisch, selbstverliebt und angriffslustig. Manche halten ihn für arrogant und überheblich, manche für den derzeit interessantesten Denker des Planeten. Wozu soviel Aufregung und was bringt die Lektüre unterm Strich?

Der große Bruder von Der schwarze Schwan sei dieses Buch, so Taleb, sein Hauptwerk. Mit 556 Seiten Text kommt Antifragilität schon optisch als opus magnum daher. Ich bin zwar kein Feind langer Bücher - aber zu lang gewordener. Wie fällt das Urteil hier aus?

Das Wort "Anleitung" im Untertitel und die frische Aufmachung winken mit dem Zaunpfahl: "Entwarnung! Keine Überforderungsgefahr! Das ganze Drama der unübersichtlichen Welt genial gelöst." …und in der Tat ist dieses Buch zumindest gut zugänglich: flüssige Sätze, kurze Kapitel, ein Meer an Beispielen, vorsichtiger Gebrauch von Fachsprache. Und auch für die Navigation im Buch ist einiges getan: Nach dem Inhaltsverzeichnis ein detaillierter Kapitelüberblick und hinten ein großer Anhang mit Glossar, Anmerkungen, Literatur und Register. Hier hat Taleb den Apparat eines Fachbuchs mit dem Stil eines Sachbuchs kombiniert. Talebs Sprache ist (auch in der deutschen Übersetzung) voller Bilder und Emotionen, temporeich, mit bissigem Humor und Selbstironie. Hier freue ich mich über die feinfühlige Übersetzung von Susanne Held (die auch andere interessante Autoren übersetzt, wie zuletzt Douglas Hofstadter oder Laura Hillenbrand).

Der Aufbau des Buches ist also recht klar - aber innerhalb der Kapitel brodelt und schäumt es, dass es eine Freude ist. In einer Sekunde noch mit Statistik befasst, wechselt Taleb plötzlich zu Wirtschaft, Politik, Gesundheitsfragen, antiker Philosophie oder eigenen Anekdoten. Dabei erzählt er überraschend persönlich, so dass er - der immer wieder augenzwinkernde Pauschalurteile auf Banker, Wirtschaftswissenschaftler und "Fragilisten" loslässt - selbst auch nur menschlich wirkt, sogar sympathisch. Kann man Taleb seine Eskapaden und Verleumdungen übel nehmen? Darin scheiden sich die Geister.

Antifragilität will gerade keine großangelegte "Anleitung" sein - genau dieser Anspruch, die Zukunft zu kalkulieren und handhabbar erscheinen zu lassen, ist Taleb zuwider. Es geht ihm vielmehr darum, wie wichtig Fehler und Rückschläge, Zufall und Unordnung für unsere Entwicklung sind. Dieses Unbekannte habe die Moderne zu eliminieren versucht und schwäche uns dadurch immer mehr. Dabei brauchen wir Taleb zufolge kleine Fehler, um große Desaster zu vermeiden.

Komplizierten Erklärungsmodelle seien unnötig, um unsere komplexe Welt zu verstehen - eine Handvoll einfacher Heuristiken (Leitsätze) seien viel nützlicher. Bricolage, bzw. "Bastelei" ist das Konzept, das Taleb favorisiert. Wir sollten nicht wie Touristen eine Pauschalreise des Lebens buchen, sondern uns wie "rationale Flaneure" verhalten - also offen bleiben und uns inmitten des Stroms neuer Informationen stets aufs Neue fragen, ob wir unsere Route beibehalten oder nicht.

Und Stress sei gut! Wir sollten zwar chronische niedrige Stressoren vermeiden. Aber sporadische stärkere Stressoren lösen bei uns Wachstumsreize aus. Und des naiven Interventionismus sollten wir uns enthalten, denn der bringe mehr Schaden als Nutzen. Lernen und Entwicklung laufen besser nach Versuch und Irrtum ab, und in Medizin, Wirtschaft oder Politik solle man sich deshalb eher zurückhalten. Wir bräuchten keinen "großen Plan" oder perfekte Prognosen. Stattdessen sollten wir die Anfälligkeit unserer Systeme für Zufälle überprüfen und dabei unser Verständnis nichtlinearer Effekte verbessern. Taleb hält also ein Plädoyer für das Machen, das Versuchen und Scheitern sowie für das Selbstvertrauen, dass Fehler und Stress die eigene Entwicklung befördern.

Ist Taleb also überhaupt kontrovers? Wer würde dem nicht zustimmen, dass unsere Schulsysteme die Bildung fürs Leben manchmal sogar erschweren? Wer würde nicht zustimmen, dass im Wirtschaftsbereich nicht akademische Bildung, sondern erst die Praxis entscheidende Kompetenzen vermittelt? Wer würde nicht zustimmen, dass die Medizin (neben manchen Segnungen) auch grobe Verzerrungen an uns vorgenommen hat und es uns manchmal gut tun würde, zu einer Lebensform zu kommen, die eher jenen unserer Vorfahren ähnelt? (Nicht umsonst sind die Paleodiät, Barfußlaufen und Waldkindergärten im Trend). Mit seiner Einstellung trifft Taleb insofern den Zeitgeist vieler gebildeter Leser. Ist also nur noch Talebs Attitüde der Stein des Anstoßes?

Begeisterte Leser schreiben, Taleb hätte ihnen zu einer neuen Weltsicht verholfen. Wie kann es sein, dass ein Buch, das so dem populären Ton entspricht und vor allem offene Türen einrennt, angeblich die Weltsicht verändert?

Vielleicht liegt es daran, das Taleb durch sein Konzept der Antifragilität einen Weg gefunden hat, viele Lebensbereiche in einen Zusammenhang zu bringen - Weltverstehen, Finanzen, ethisches Verhalten, Gesundheit. Deshalb avisiert das Buch am Ende doch genau das, dessen Sinn und Möglichkeit Taleb abstreitet: Ein Panorama des Lebens unter dem Leitstern einer integrativen Idee.

Dass diese Idee eine Stufe höher liegt als viele andere "Glücks-Rezepte" macht sie interessant - und überall demonstriert der Autor seine Glaubwürdigkeit durch seine sprachlichen Gesten: indem er sich nicht fügt, darauf pfeift, schonungslos entlarvt, alles bereits umgesetzt hat und es nicht nötig hat, sich zurückzuhalten. Und dieses rasante Leseerlebnis begleitet er mit seiner unverwechselbaren Stimme.

Nun gut, gegen Ende habe ich Seiten überflogen, denn die Pointe des Buches war mir nach der Hälfte hinreichend klar. Dabei scheinen mir Redundanzen durchaus zum Konzept zu gehören. Aber es war wie bei einem großartigen Gitarrensolo, dem man eine zeitlang fasziniert folgt, aber dass sich dann in die Länge zieht - und irgendwann steigt man aus. Aus meiner Sicht hätte das Buch 100 bis 150 Seiten kürzer sein können.

Im Ganzen also eine spannende Lektüre, ein besonderes Buch, ein fundiertes Konzept, dass sich gut diskutieren lässt, begeistert dargestellt von einem interessanten Intellektuellen (Taleb würde jetzt mit seiner Verachtung für diese Bezeichnung kokettieren). Fazit: Klare Leseempfehlung!
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am 8. Mai 2017
Hauptaspekt des Buches bildet die These, wer sich nur in seiner Komfortzone bewegt, wird sich nicht verbessern und dann, sollte er zwangsweise einer Stresssituation ausgesetzt werden, scheitern. Deshalb seie es besser, sich permanent Stressfaktoren auszusetzen, d.h. neues zu lernen. Damit bildet "Antifragile" das passende Gegenstück zu Daniel Kahnemans: "Thinking, Fast and Slow".

Der Autor versucht verschiedene Lebensweisheiten, wie "nur du selbst bist Herr deiner Bildung", "lieber denken lernen als auswendig lernen", "Fachwissen nützt nichts, wenn man es nicht auf praxisrelevante Sachverhalte anwenden kann", "Das Fehlen von Beweisen für die Existenz, ist nicht der Beweis des Nichtvorhandenseins" (Black Swan Theory), etc., näherzubringen. Dabei nutzt Taleb diverse Anekdoten und Metaphern. Es steht außer Frage, dass der Autor einen großen Wortschatz aufweist. Nichtsdestotrotz war das Lesen bzw. Hören des Buches mit der Zeit mit immer mehr Langeweile verbunden. Warum? Nassim Taleb verliert sicht leider gerne mal in Eigenlob, unnötigen Nebenbemerkungen oder, und dies am allermeisten, in Kritik für bestimmte Berufsgruppen.
Nassim Taleb hält nicht viel von Bescheinigungen für Abschlüsse und macht dies vermehrt deutlich, obwohl und vielleicht auch, weil er selbst Akademiker erster Klasse ist.
Mich persönlich brachte die eine oder andere Bemerkung zum Schmunzeln, zunächst in positiver Hinsicht ermunternd, später nur noch aus Frustration. Hin und wieder plagt einen die Sehnsucht nach dem Fazit, die teilweise unerfüllt bleibt.

Wer gerne Dinge auch einmal aus einer anderen Perspektive sieht, ist bei diesem Buch gut aufgehoben. Allerdings sollte man zum einen den Autor nicht zu ernst und wörtlich nehmen und zum anderen, wie eigentlich immer, dem Gesagten kritisch gegenüberstehen.

Wer eine detaillierte Resenzion lesen möchte, sollte die sehr treffend formulierte Review der New York Times zum Buch lesen.
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am 20. April 2016
Ansich ein interessantes Buch. Die Inhalte wurden ja schon weitgehend in anderen Rezensionen beschrieben. Dennoch konnte ich das Buch aus drei Gründen nicht zu Ende lesen:
1. Der Autor badet in der Selbstgenugtuung seiner eigenen glorreichen Karriere und Erfahrungen und der Schmähung aller Wissenschaftsvertreter, die sich "nur" theoretisch mit Themen wie Risikoanalyse etc. beschäftigen. Zu Beginn lässt sich das mit Humor nehmen. Die stetige Wiederholung der Schmähungen nervt aber etwa ab Seite 150, sodass ich immer mehr überblätterte.
2. Der Begriff der Antifragilität mag vom Autor kommen, das Wesen dahinter ist jedoch nicht neu. Letztlich beschreibt es auf systemischer Ebene den Prozess der Homöodynamik, dem wir alle ausgesetzt sind: Leugnen, flüchten, Gegenwehr oder Integration. Antonio Damasio beschrieb die dortigen Zusammenhänge bereits vor 20 Jahren. Hierauf keinen Bezug zu nehmen (das Wissen darum sollte ihm bekannt sein) und seine eigenen Ideen als geniale Neuigkeit vorzustellen war mir dann doch zuviel der Selbstbeweihräucherung.
3. Das Buch ist zu lang. Nach einem Drittel dachte ich mir: OK. Ich hab es kapiert! Antifragilität ist das Allheilmittel!
Am besten in einer Bibliothek ausleihen und die ersten Hundert Seiten lesen.
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am 12. Juli 2013
Lehrreich, fordernd, ich bin nicht mir allem einverstanden, aber gerade das reizt mich,
noch habe ich nicht alle Begründungen überprüft.
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am 21. März 2017
Dieses Buch entstammt einem Geiste, welches sich auf Beliebigkeit und Ungewissheit spezialisiert hat und sich in einem Sumpfe aus Finanzhandel, obskuren Wirtschaftswissenschaften und zweifelhafter Bankgeschäfte bewegt. Ohne dem Mann seine Erfahrung und sein Wissen absprechen zu wollen und seine kaufmännischen Fähigkeiten zu unterschätzen - klare Thesen, klare Belege und ein klarer Nutzen/Erkenntnissgewinn sind hier fehl am Platz. Vielleicht wird ein Mensch mit einer derart opportunen Lebenseinstellung reich, ob er jedoch etwas von Wert auf diesem Planeten hinterlässt oder irgendwas zum guten kehrt, darf bezweifelt werden. Zweifelsfrei ist der Stil des Geschriebenen unzumutbar, vielleicht ist das bewusst antifragil.
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am 2. Juni 2017
Taleb ist kompliziert zu lesen. Langatmig und um 1 interessantes Wort zu finden muß man 99 uninteressante lesen.
Ich mag Taleb nicht. Abschweifend und man hat den Eindruck er hält sich für den Größten ! Dabei ist er nur schwierig! Viele Seiten für wenig echten guten/interessanten Inhalt.
Ich lese seine Bücher nicht zu Ende, er kommt einfach nicht auf den Punkt.
Fast würde ich ihn am liebsten als Schwätzer beschimpfen wollen! Selbstherrlich, egozentrisch und eingebildet! Brauch ich nciht und kann ich auch nicht aushalten.
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am 26. Mai 2017
Ich habe das Buch bestellt, ohne davor überhaupt etwas über das Themengebiet oder den Autor zu wissen. Ich habe es einfach bestellt, aus Intuition heraus. So bestelle ich alle meine Bücher.

Die ersten 400 Seiten des Buches sind extrem einsichtsreich, danach ging es für mich etwas zäh voran, weil es ja dann doch nicht immer so einfach zu verstehen ist. Retrospektiv kann ich sagen, dass ich das Buch während dem Lesen sehr unterschätzt habe.
Grade jetzt im Nachhinein merke ich, wie stark dieses Buch meine Sichtweise erweitert hat. In den unerwartetsten Situationen kommt mir plötzlich ein Satz oder Prinzip aus diesem Buch in den Sinn. Ich habe noch kein Wissen so oft praktisch ins Lebenssituationen anwenden können, wie das Wissen in diesem Buch.

Auch noch sehr wichtig festzustellen ist, dass es bei 95% des Inhalts in diesem Buch KEINEN RAUM ZUR ARGUMENTATION gibt. Das Buch beruht auf angewendeter, praktischer Mathematik. Der Schreibstil ist ähnlich wie in der Stochastik/Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und in der Mathematik gibt es nunmal keinen Raum zu Argumentation.
Dies ist eines dieser Bücher, wo man einfach merkt, dass man pure Wahrheit absorbiert. Sehr gefällt mir auch die Integrität des Autors. He not only talks the talk - he also walks the walk.

Note: Ich habe mir 3 Monate genommen, um dieses Buch zu lesen.
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am 18. März 2013
„Für Zufälligkeiten, Ungewissheit und Chaos gilt dasselbe: Ich will von ihnen profitieren und mich nicht vor ihnen verstecken“.

Nicht ausweichen, nicht dem Irrglauben verfallen, das Leben ließe sich kontrollieren, nicht zurückweichen vor den Unwägbarkeiten des Lebens, sondern diese geradezu an ihrem Ort „aufsuchen“, das sind Kerngedanken Talebs, die er in diesem umfassenden philosophischen Werk quer durch alle Lebensbereiche nach verfolgt und anhand unzähliger, oft und oft präzise treffender Beispiele aus Politik, Wirtschaft, Alltag sehr konkret in Worte zu fassen vermag.

„Der häufig Fragile (recht habende) gewinnt Pennys und verliert Dollars, der Antfragile (nur einmal recht habende) verliert Pennys und gewinnt Dollars“.

Die „Ungewissheit“ nicht nur „irgendwie bestehen“, „knapp überleben“, sondern „unbeschadet überleben und darüber hinaus noch das letzte Wort haben“, darum geht es Taleb. Und dafür ist es notwendig, „antfragil“ zu sein. Eine Wortschöpfung Talebs, mit der er jene Kraft, jenen Zustand (im Menschen) meint, der „mehr als robust“, am Unwägbaren, an Schocks, an plötzlichen und nicht planbaren Wendungen des Lebens wächst.

„Mut zum Leben“ gerade in seinen unwägbaren Formen, so könnte man das Pogramm Talebs bezeichnen, wobei er grundlegend postuliert, dass gerade da, wo es „unwägbar“ ist, das Leben immer auch „über den Ist-Zustand“ hinaus weist und damit Wachstum und Entwicklung generiert. Das Unwägbare, wenn es antifragil angegangen wird, führt zu automatischen Handlungen, zu einem Bewältigen und darin sieht Taleb die eigentliche Stärke des Menschen, nicht im Sinnieren und Nachdenken. In seinen Augen kann der Mensch mit „eintretenden, potentiell risikoreichen“ Situationen besser umgehen, als mit der „Voraussage des Ereignisses“. Also gilt es, die gegenwärtig übliche Vorgehensweise im Bereich des Risikomanagements schlichtweg auf den Kopf zu stellen. Alles, was von zufälligen Erschütterungen und Unwägbarkeiten „mehr profitiert, als es darunter leidet, ist antifragil“. Was natürlich in letzter Konsequent bedeutet, offenen Auges ins Risiko zu gehen.

Faszinierende Gedanken, die tatsächlich das überbordende Sicherheitsbedürfnis des Menschen vollständig in Frage stellen und zwar nicht als nur Postulat, sondern als nachweislich „Ineffektiv“. Wer in einer Welt, die er nicht versteht (weil sie nicht im Letzten zu verstehen ist), glücklich leben können will, der muss großen, unvorhersehbaren Ereignissen „antifragil“ und handlungsbereit begegnen, diese gerade zu suchen, um sich zu entwickeln und als Person zu wachsen.

Faszinierend und in sich logisch entfaltet Taleb auf den gut 600 Seiten des Buches verständlich und mit klaren, praktischen Beispielen versehen, seinen „Aufruf zum Gang ins Risiko“. Nichts weniger als eine Umkehrung all jener Versuche aus dem Alltag heraus bis in die feinsten Verästelungen der Real- und Finanzwirtschaft hinein, Risiken zu berechnen und soweit als möglich auszuschließen.

Zum einen gelingt dies in den wesentlichen Dingen des Lebens und Wirtschaftens nicht, zum anderen verhindert es das innere Wachstum und die Entfaltung persönlicher Anti-Fragilität als Kernressource für ein gelingendes und sich entfaltendes Leben. So, wie die gesamte Natur nicht „sicher“ ist, sondern zerstört und austauscht, generiert und verschwinden lässt.

Fast staunend folgt man den Wendungen Talebs und versteht Seite für Seite besser, das sein Anliegen weniger das ist, einen moralischen oder wie immer sonst gearteten „Aufruf zur Freiheit“ von sich zu geben, sondern im Gesamten schlichtweg nachweist, dass die grundlegende Haltung des modernen Menschen westlicher Prägung einfach nicht funktioniert.

„Wir nehmen uns vor, der Belästigung durch Dinge, die wir nicht verstehen, aus dem Weg zu gehen“. Ein Vorhaben, das nicht gelingt und das, im besten Falle, nur das eigene Leben in seinen Möglichkeiten erfolgreich hemmt, Was nicht die Idee des Lebens wäre. Wobei, auch das gilt, es nicht um ein hochkomplexes „neues“ Gedankengebäude im Buch geht, sondern um eine „Reinigung zum Einfachen“ hin. Das das Einfache, das Natürliche sich entfalten kann. Und dazu gehört das Unvorhersehbare, das Risiko, das Wagnis, sich dem Leben so zu stellen, wie es einem entgegenkommt.

Ein faszinierendes Buch gegen die „Unfähigkeit, Unbeständiges zu ertragen“ und für die „einfache“ Haltung, am Risiko zu wachsen, statt ausweichen zu wollen. Eine Lebensweg, den Taleb „altertümlich-mediterran“ nennt und für den er mit seinen eigenen Handlungen geradesteht. Einfach Faszinierend.
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