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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
52
Joseph Fouché
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:0,99 €


VINE-PRODUKTTESTERTOP 1000 REZENSENTam 16. August 2017
Stefan Zweig, der Intellektuelle aus dem jüdischen Bildungsbürgertum im Wien der Jahrhundertwende, hatte, im Verhältnis zu dem, was heute nachgewiesen werden kann, ein nahezu enzyklopädisches Wissen. Er war zuhause in den Wissenschaften wie in den Künsten und natürlich nahm er Teil an jener Revolution, die mit dem Namen Sigmund Freud verbunden ist und die das junge Wien in seinen Bann zog. Aufgrund der sehr stark psychoanalytisch geprägten Sichtweise auf menschliches Handeln konnte sich Stefan Zweig als einer der Schriftsteller etablieren, die sich immer wieder mit historischen Figuren beschäftigten, - Magellan, Erasmus von Rotterdam, Maria Stuart, Balzac, Dostojewski, Nietzsche - ohne die plumpe zeitgenössische Bewertung der Ereignisse als Schablone zu verwenden. Stefan Zweig zeichnete diese Charaktere in ihrer eigenen Widersprüchlichkeit, in ihrem Kampf zwischen Verlangen und Vernunft und nicht selten in ihrer ihnen eigenen Tragik.

Mit Joseph Fouché griff sich Stefan Zweig allerdings eine Persönlichkeit aus den Annalen der Geschichte heraus, die nicht hätte brisanter sein können. Denn Joseph Fouché war der Politiker der Moderne par excellence, dem alles Negative, was mit dem Spiel mit der Macht zu tun hat, bereits angeheftet war. Er galt und gilt bis heute als die Inkarnation macchiavellischer Betriebsamkeit auf dem Feld der Regierungsgeschäfte. Und da er zumeist das Ressort des Polizeiministers innehatte, galt er als die Schlange der Geheimen Dienste an sich.

Und die historischen Fakten sprechen ihre eigene Sprache. Auch aus heutiger, gerade aus heutiger Sicht ist die berufliche Biographe der realen Figur Joseph Fouché eine Undenkbarkeit. Während der französischen Revolution war er flammender Republikaner und für die menschenverachtenden Strafaktionen gegen die Stadt Lyon verantwortlich, in Paris gewann er den Machtkampf gegen Robespierre, den dieser mit der Guillotine bezahlte, er verhalf dem Direktorium zur Macht und stützte Napoleon, der ihm folgen sollte, gegen dasselbe. Er war am Sturz Napoleons beteiligt und verhalf einem Bourbonen König wieder auf den Thron. Zwischen diesen politisch wahnwitzigen Wechseln war immer wieder ein kleines Exil, bis seine Stunde erneut schlug. Joseph Fouché war das, was heute vielleicht als ein magisches Stehaufmännchen bezeichnet werden müsste, hätte sich nicht alles in einer gewaltigen, von Blut getränkten geschichtlichen Phase Frankreichs und Europas abgespielt.

Stefan Zweig gelingt es, die widersprüchlichen Linien in der Persönlichkeit Fouchés zum Sprechen zu bringen. Er zeichnet einen Charakter nach, der auf das Erringen, den Erhalt und die Mehrung von Macht fokussiert ist. Fouché selbst, als eine kleine, schmallippige und blasse Gestalt nicht dazu gemacht, Massen zu begeistern, wählt den Weg des Apparates, der akribischen Arbeit, des Terrors durch das Detail. Im Vergleich zu den großen Volkstribunen und Rednern seiner Zeit, wie Danton, wie Robespierre, wie Napoleon, bleibt ihm kein anderer Weg als ihnen zu folgen als wichtiges, als nützliches, als aber auch immer lästiges Instrument zum Umgang mit der Macht.

Stefan Zweigs Fouché ist aber auch eine wunderbare Studie eben des Robespierre und des Napoleon, als charakterliche Antipoden zu dem exakten Uhrwerk der Macht, das Fouché geschaffen hat. Mit der Reduktion der historischen Giganten auf ein menschliches Maß der Motive der entzaubert Stefan Zeig die Geschichte und ist damit auf brillante Art aufklärerisch und kurzweilig zugleich.
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am 29. August 2017
Ausführliches, aber sehr dichtes Psychogramm einer echten Chamäleon-Persönlichkeit. Gleichzeitig begleitet man Frankreich durch die spannendste Phase seiner Geschichte. Angesichts der Tatsache, dass Geschichte heute fast nur noch anhand der jeweiligen ökonomische Verhältnissen, Verfassungstexten, Karikaturen und Systembeschreibungen gelehrt wird, ist diese Herangehensweise im Old-School-Stil, nämlich die handelnden Menschen mit ihren Macken in den Mittelpunkt zu stellen, erfrischend anders. Hans Lietzau interpretiert vorzüglich, fast meint man, er referiert aus dem Stehgreif. Hat leider nicht viel mehr Hörbücher gemacht.
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am 26. Juni 2016
Dieser Mann ist eine schillernde Figur, spannend und gefährlich. Gleich einem Chamälion wechselt er seine Gesinnung.
Ein Lebenskünstler, wenn man so will.
Stefan Zweig erzählt die Lebensgeschichte dieses Mannes spannend und fesselnd.
Keine Minute gelangweilt erfährt man französische Geschichte.
Auch seine anderen Biografien sind allesamt höchst interessant und überaus spannend erzählt. ( Marie Antoinette oder Maria Stuart)
Habe die Bücher als junge Frau verschlungen. Sie jetzt nochmal vorgelesen zu bekommen ist mir ein Genuss!
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am 31. Mai 2016
Auf Stephan Zweig bin ich erst spät gestoßen. Die Schachnovelle, dachte ich, sei ein Schachbuch. Das war es auch, aber nur am Rand.
Stephan Zweig kann sich auf faszinierende Weise in das Wesen anderer Menschen hineinversetzen.
Mit Joseph Fouché durchlebt der Leser aufs Intensivste alle wechselvollen und blutrünstigen Phasen der Franz. Revolution.
Man versteht wie und warum Fouché alle Großen seiner Zeit (Robespierre, Napoleon, etc.) überwindet und überlebt und dennoch kein Vorbild ist.
Der Stil mag etwas antiquiert sein, man liest sich aber schnell ein.
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am 27. März 2015
der weit mehr als 5 Sterne verdiente. Obwohl ich das Buch schon seit Tagen ausgelesen habe, denke ich immer noch über das Chamäleon Fouché aber mehr noch über den Autor und seine überragende Fähigkeit nach, in menschliche Chraktere einzudringen bis in die kleinste Hautfalte und den Protagonisten bis in den letzten Seelenwinkel auszuleuchten. Es ist, als hätte man Fouché gekannt und schaudert, ihm, dem nunmehr Entblätterten, plötzlich gegenüberzustehen. Man fragt sich, was es wohl war, daß das letzte Jahrhundert - und Zweig war sicher nicht der einzige, aber für mich ein überragender Vertreter- eine derartige Fülle genialer Geister in Kunst und Literatur hervorgebracht hat.
Vergeben werden sollten mindest auch 5 Sterne für die Digitalisierung des Romans und des Gesamtwerkes von Stefan Zweig. Eine phantastische Sache und auch dafür des geneigten Lesers Dank.
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am 13. Oktober 2017
....nicht nur der Autor, auch seine Hauptperson haben eine ungewöhnliche Lebensgeschichte hinter sich.Mit diesem Werk kann man viel erkennen und lernen,wie man es machen sollte und wie nicht...eine unglaublich wichtiges Buch...Lesernswert und das immer wieder.....
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am 28. September 2013
Trotz eines Mindestmaßes an konkreten Fällen und einer durchgehend adjektivistischen Sprache ist dieser Roman eine exzellente Charakterzeichnung des Fouchés. Was für ein Intrigant! Eine Geschichte nur durch das übel beleumdetet Telling spannend zu gestalten ist eine außergewöhnliche Leistung. Mehr davon, hätte ich beinahe gesagt, aber Stefan Zweig ist leider schon lange tot.
Unklar war mir nur, wieviel von dieser Geschichte Dichtung oder Wahrheit ist.
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am 28. Februar 2015
bin begeistert 1000% Empfehlung auch für Menschen , die nicht das große Interesse an Geschichte haben.

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am 5. November 2015
Die Schilderung des Fouche, der nur nachteiligen Charakters ist wurde wunderbar dem Leser übermittelt. Zweig ist es gelungen, den Protagonisten
auf der tiefsten menschlichen Stufe darzustellen - keiner wird ihn lieben und trotzdem bis zum Buchende sein Schicksal mit regem Interesse
verfolgen
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am 13. September 2013
Mit eine der besten Biografien, die über Fouché geschrieben worden sind, von dem Meister des Feinstofflichen Stefan Zweig. Absolute Kaufempfehlung!! Und für diesen Preis UNSCHLAGBAR!
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