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am 29. Dezember 2016
Erster Eindruck:

Weiß. Sachbuch. Also eigentlich habe ich keinen wirklich Eindruck.

Inhalt:

Susan Cain war mal erfolgreiche Wall Street Anwältin. Und sie ist introvertiert. Deswegen hat sie ein Buch geschrieben: Über stille Menschen in einer lauten Welt.

Meine Meinung:

Ich wollte dieses Buch ganz lange nicht lesen. Aber irgendwie tauchte es immer wieder auf. Und da bin ich dann doch eingeknickt.
Und was soll ich sagen? Lesenswert!

Das grundlegende Prinzip introvertiert/extravertiert kannte ich schon länger (Sims sei dank ;)), aber Susan Cain hinterfragt das und erklärt genau welche Charaktereigenschaften für sie unter introvertiert/extravertiert fallen.

Außerdem zeigt wie sich unsere westliche Welt im letzten Jahrhundert zu einer extravertierten Gesellschaft gewandelt hat. Denn im 19. Jahrhundert wurden stille, eher introvertierte Menschen noch bewundert, mittlerweile sind es eher die Menschen, die sich gut selbst verkaufen können, die bewundert werden. Zu mindestens in den USA.
Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte an diesem Buch, denn Susan Cain scheint über weite Strecken immer von „der Welt“ zu sprechen, aber natürlich ist das nicht überall gleich. Schon allein der Unterschied USA/Deutschland macht das deutlich, bei uns wird meiner Erfahrung nach noch etwas mehr Wert auf tatsächliches Können gelegt. Zwar ändert sich das auch und man muss sich immer mehr selbstdarstellen können, aber grundlegend muss man immer noch auch auf dem Papier die richtige Qualifikation haben.

Außerdem finde ich, dass teilweise etwas zu sehr auf dem fachlichen Hintergrund rumgehackt wird. Und teilweise widersprechen sich ihre Fachleute auch gegenseitig, was natürlich völlig okay ist – so funktioniert Wissenschaft – aber in einem populärwissenschaftlichen Buch wäre es schön, wenn das etwas sortierter wäre. Außerdem stimme finde ich, dass sie etwas zu sehr darauf herumreitet, dass Introvertierte ja so viel besser sind. Mag sein, dass wir überlegtere Entscheidungen treffen, aber manchmal müssen eben auch schnelle Entscheidungen getroffen werden.

Insgesamt ist „Still“ sehr verständlich geschrieben und auch trotz vieler zitierter Fachartikel gut zu lesen. Ich habe es auf jeden Fall fast in einem Stück durchgelesen. Überflüssig und wenig interessant fand ich nur den Anhang. Dort fand man z.B. eine Liste berühmter introvertierter Personen, ein Interview mit der Autorin etc. Aber neue Informationen: Fehlanzeige!

Fazit:

Ich würde „Still“ wirklich jedem empfehlen, ob man nun selbst introvertiert ist oder nicht. Mir hat es sehr geholfen Menschen generell zu verstehen. Und den einen oder anderen Tipp für introvertierte gibt es auch, jedoch ist es kein Selbsthilfebuch.
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am 24. August 2017
Dieses Buch und deren Thematik sollte ein Jeder in seinen allgemeinen Wissensstand aufnehmen, da hier durch eine Leichtigkeit und anhand von Beispielen, aber dennoch schlüssig und mit einem "roten Faden", die unterschiedlichen Menschentypen Extravertiert, Extra, eine Vorsilbe aus dem Latainischen mit der Bedeutung: heraus, aus sich heraus, im Gegesatz zur Vorsilbe intra/Intro = hinein, nach innen gerichtet, und Introvertiert, sowie auch Ambivertiert, erklärt werden. So können sich leise Menschen selbst noch viel besser verstehen und merken schnell, das sie nicht falsch oder merkwürdig sind. Ebenso wird klar, warum Introvertierte in dieser für Extravertiertere, die Vorsilbe extro existiert schlichtweg nicht, ausgelegten Welt sich oft unwohl fühlen und ihr Potential, zum Beispiel in den in Deutschland derzeit noch so viel gepriesenen transparenten Arbeitsplatzbedingungen, nicht frei entfalten können. Auch sind die ruhigen Menschen nicht abwesend oder unkonzentriert, in deren Köpfen laufen gerade einfach sehr, sehr viele Denkansätze gleichzeitig ab, und zusätzlich ist die Wahrnehmung der Außenwelt anders, als es Extravertierte sich vorstellen können. Daher sollten besonders Unternehmensleiter dieses Werk genau studieren, würde es doch nach Umsetzung der Hinweise das gesamte Firmenleben nachhaltig verbessern und ganz von selbst zu noch mehr Produktivität führen. Wie Susan Cain hier ausführlich aufzeigt, ist in Amerika bereits vor Jahren die Problematik von offenen Arbeitsplätzen und ohne jegliche Möglichkeit des Rückzugs bei Firmenleitungen erkannt worden, jedoch hängt Deutschland wie so oft hier hinterher. Introvertierte benötigen Rückzugsmöglichkeiten, um ihre "Intoakkus" Auffüllen zu können, dann können sie auch wieder die Bühne betreten. Tatsächlich sollten bereits Kindern die Grundsätze der einzelnen Typen erklärt werden, damit ein Miteinander noch besser funktioniert, von Anfang an. Extravertierte profitieren von diesem Buch allerdings am meisten, können Sie doch nun verstehen, wie die Introvertierten denken, empfinden und ticken. Extravertierte und Introvertierte ergänzen sich auf wundersame Weise, beide sind wichtig und richtig, ebenso die kleine Gruppe der Ambivertierten. Ich bin schon sehr gespannt auf das neue Buch der Autorin Susan Cain, denn hier soll es explizit um das Leben, die Wahrnehmung der introvertierten Kinder gehen.
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Rezension von Nicole Alps

Ein schlichter weißer Schutzumschlag, ein Rabe und eine weiße Eule sitzen auf einer Stange und schauen sich an. Die Zurückhaltung einerseits und der Gegensatz der Vögel auf dem Buchcover andererseits passen gut zum Buchinhalt:

In 'Still' geht es um introvertierte Menschen und darum, wie sich der Unterschied zwischen Introvertierten und Extrovertierten in Lebensbereichen wie zum Beispiel Gesellschaft, Politik, Partnerschaften, Wissenschaft, Familie, soziales Leben auswirkt.

Als introvertiert bezeichnet die Persönlichkeitspsychologie zurückhaltende, beobachtende und reflektierende Menschen. Im Gegensatz dazu sind Menschen mit einer extrovertierten Persönlichkeitseigenschaft gesprächig und bringen sich meist schnell und gerne in Gruppen ein.

Wie der Untertitel des Buches 'Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt' bereits anklingen lässt, geht die Autorin in 'Still' der Frage nach, was gerade diese introvertierten Menschen der Welt geben können. Darüber hinaus beschreibt sie, wie das Leben Introvertierter gestaltet sein muss, damit sie sich mit ihrem gesamten Potential einbringen können. Das Buch ist sehr umfangreich und behandelt unwahrscheinlich viele Aspekte, sodass ich hier beispielhaft nur einige wenige nennen möchte:

In den ersten zwei Teilen des Buches verbindet Susan Cain wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Lebenserfahrungen und Beobachtungen gesellschaftlicher Zusammenhänge. Sie zeigt,

- wie unsere Welt zu einer Welt geworden ist, die Extrovertierte über Gebühr belohnt und sich damit häufig wertvolle Beiträge Introvertierter entgehen lässt,
- am Beispiel eines Besuchs an der Harvard Business School, wie eine komplett extrovertiert orientierte Gesellschaft aussehen kann und wie introvertierte Menschen sich an so einem Ort fühlen und damit umgehen,
- welche biologischen Unterschiede es zwischen introvertierten und extrovertierten Menschen gibt und was diese Unterschiede mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wie zum Beispiel dem Kennedy-Mythos oder wirtschaftlichen Krisen zu tun haben.

Im letzten Drittel des Buches geht es um praktische Empfehlungen:

- Wann macht es für einen Introvertierten Sinn, sich an die extrovertierte Welt anzupassen, und wie kann diese Anpassung auf gute Weise gelingen?
- Wie können Introvertierte und Extrovertierte miteinander umgehen, sodass sie sich besser verstehen, zum Beispiel in der Partnerschaft oder mit Freunden und Kollegen?
- Wie können Eltern introvertierter Kinder sich in der Erziehung verhalten, sodass ihre Kinder möglichst glücklich und zufrieden aufwachsen?

Das Buch enthält wissenschaftliche Theorie und Forschungsergebnisse, praktische Beispiele und einen Ratgeberteil mit wertvollen Anregungen für die Lebenspraxis. Darüber hinaus ist es absolut fesselnd geschrieben. Besonders gut gefallen hat mir, dass Susan Cain sowohl die Schwierigkeiten Introvertierter in einer extrovertierten Welt beschreibt als auch aufzeigt, wie vielfältig sich Introvertierte in diese Welt einbringen können. Damit kann 'Still' meinem Eindruck nach gerade den Menschen Mut machen, die darunter leiden, introvertiert zu sein.
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am 23. Oktober 2017
Wer introvertiert ist, MUSS dieses Buch lesen. Die Autorin Susan Cain bringt in ihrem Buch "Still" eine Vielzahl von Argumenten, warum introvertiert sein etwas absolut Notwendiges ist in unserer Gesellschaft.

Und für jemanden der introvertiert ist, so wie ich, war es eine Wohltat dieses Buch zu lesen und sich darin so sehr wiederzufinden. Es ist eine zugleich wissenschaftlich untermauerte Abhandlung, die mit vielen Geschichten durchsetzt ist. Auch für Extrovertierte ein sehr empfehlenswertes Buch.

Was mich daran besonders begeistert, ist, dass ich dort meine eigenen Vorbehalte bestätigt finde. Warum z. B. dieser Gruppenzwang und die immerwährende Teamarbeit einfach keinen Sinn macht. Weder in der Arbeit, noch in der Schule. Es gibt zudem sehr hilfreiche und praktische Tipps wie sich Introvertierte in einer extrovertierten Welt zurechtfinden können und dabei glücklich werden können.
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am 29. August 2017
Dieses Buch hat mir als Extravertierte Person gezeigt, wie ich mit Mitarbeitern, die eher still und / oder introvertiert sind umzugehen habe.
Wie ich gewährleisten kann, dass ihre Komfortzone gewährleistet bleibt, wie ich sie einbinde ohne an den Kopf zu stoßen und das Gefühl gebe, nicht zwanghaft sich äußern zu müssen.

Ebenfalls ist es in der Kindererziehung sehr positiv anzuwenden und erklärt auch den ein oder anderen Eltern, dass ihr stilles Kind vielleicht andere Interessen hat und andere Förderung braucht, als die extravertierten Eltern...
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am 12. August 2014
Wie die meisten unterlag ich meinem Leben lang dem Irrtum Introversion mit Schüchternheit gleichzusetzen.
Ich bin männlich und Anfang 30. Sehr selbstbewusst und charakterstark. Erfolgreich im Beruf. Aber mein Privatleben ist sehr ruhig und unspektakulär. Schüchtern war ich nie. Eher "passiv-aggressiv". Aber ich bin ziemlich ungesellig aus Perspektive der "anderen". Oberflächliche und Anspruchslose Unterhaltungen und/oder Tätigkeiten empfand und empfinde ich als ermüdend und uninteressant während andere (die Extros) davon nicht genug bekommen können. Auch das alleine sein empfand ich nie als störend oder unangenehm sondern eher als inspirierend und entspannend. All meine Eigenschaften haben mich nicht wirklich gestört. Aber genau das, das es mich nicht gestört hat, hat mich gestört. Man fragt sich:
"Warum haben alle so viel Spaß am tanzen, feiern, trinken ...?!"
"So viel Spaß und Freude ständig von Menschen umgeben zu sein?!?"
"Warum kann ich dem einfach nichts abgewinnen?!"

Das Buch von Susan Cain gibt mehr als genug Antworten auf diese Fragen anhand von wissenschaftlich fundierten Fakten.
Es stellt deutlich klar wie sehr unsere Gesellschaft von dem Ideal-Bild der Extroversion beherrscht wird aber eben auch wie normal und gesund letztendlich die Introversion ist. Dieses Buch, aber auch generell alles zum Thema Intro- und Extroversion kann ein Leben verändern wenn man von den gesellschaftlichen Nachteilen der Introversion betroffen ist!
Ich wünschte ich hätte dieser Erkenntnis bereits als Teenager gehabt, dann hätte ich mein Leben anders gestalten können.
Viele meinen es nur gut, wenn die versuchen einen zu überreden oder zu überzeugen es ihnen gleich zu tun. Wenn diese Extro sind, können Sie auch kaum verstehen, warum man das als Intro es einfach nicht kann. Man KANN nicht so glücklich werden wie ein Extro. Umgekehrt auch nicht. Es sind einfach psychophysische Unterschiede vorhanden die man gegenseitig nur akzeptieren aber nicht verstehen kann.

Deutlich zu erkennen ist halt auch eine gewisse Gesellschaftskritik in dem Buch. Gesunde Kinder werden von Ihren Eltern so lange zu einem Psychiater geschickt bis der zustimmt eine vollkommen unnötige Behandlung durchzuführen. Nur damit das Kind lebhafter und geselliger wird, demi Idealbild entspricht: Der gesellige Sportler ist wünschenswerter als der zurückhaltende stille intellektuelle. Auch wenn letzterer unter Umständen im Leben mehr erreichen kann. Auch im Berufsleben, wie ich selbst ja schon mehr als oft genug miterlebt habe, zählt leider immer mehr die Devise "Eloquenz vor Kompetenz" ... es kommen ständig die Leute weiter, die sich trotz ggf. nur schlechter oder mittelmäßiger Fähigkeiten, besser verkaufen können. Meine Devise war immer "Ich rede effizient" ... oder "viel reden heißt nicht viel auszusagen".

Dieses Buch sollte jeder leitende Angestellte oder Chef lesen. Jeder Lehrer sollte es lesen. Eigentlich sollte alle es lesen!
Alle sollten lernen voneinander zu profitieren ohne sich auszugrenzen. Alle sollten die Natur und die Persönlichkeit anderer akzeptieren.

Kleiner Kritikpunkt: Ein paar Übersetzungsfehler (das Wort "linkisch" kommt häufig vor, total unüblich ... und zweimal habe ich "Meisterschaft" gelesen was gar nicht in den Kontext passte).

Außerdem: Es ist halt von einer US-Amerikanerin für US-Amerikaner geschrieben. Es wird zwar der große Unterschied zwischen den USA und Asien deutlich gemacht aber Europa wird nur zwei mal ganz kurz angeschnitten. Ich denke das die USA wesentlich extremer sind als Europa. "Show and Shine" ist halt typisch USA. Problematischer in Europa sehe ich eher die Tatsache das man eher beurteilt wird nach der "Schicht" aus der man kommt, weniger nach der Persönlichkeit. In Amerika sagt man ja, kann der Tellerwäscher Millionär werden. In Europa, speziell Deutschland, spielt es weniger eine Rolle ob du Intro oder Extro bist: Wenn Deine Eltern Akademiker sind, hast Du schon die halbe Miete. Willst Du aber ambitioniert studieren selbst mit guten Noten wenn bsp. dein Vater Entsorgungstechniker und deine Mutter Hausfrau ist bekommst Du Probleme ... fast wie in Indien: jeder soll in seiner Kaste bleiben.

Es ist generell Schade das es außer Ratgebern kein ähnliches Buch von einem deutschen Autor bzw. Autorin gibt der die Thematik im europäischen Raum untersucht hat.

Dennoch kann ich das Buch nur wirklich jedem empfehlen!
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am 3. Juni 2012
Ich hatte mir das Buch als Urlaubslektüre bestellt, da ich 'sanfte' Bücher mag. Ein Beitrag dazu hat natürlich das wunderbare Cover und der Titel geleistet. Dann wurde ich doch überrascht. Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben viele Details zusammen zu tragen. Viele Gespräche mit Wissenschaftlern, Firmenbossen und der Besuch etlicher Seminare. Die Durchleuchtung der verschiedenen Charakteren haben viel Spaß gemacht beim Lesen und waren bis zum Ende interessant.
Man wurde wieder in die eigene Kindheit zurück versetzt. Als man noch glaubte irgendwas schien nicht mit einem zu stimmen. Du musst mehr aus dir heraus gehen, du bist viel zu ruhig, sprachen die Lehrer, die Ausbilder und zeitweise sogar die eigenen Eltern. Entsetzt zählte man selbst die gesprochenen Worte des zurückliegenden Tages und kam auf keine große Ausbeute.
Dann vergaß man dies alles wieder. Man zog seine Kinder groß und versuchte sich mehr oder weniger zu verkaufen oder zu verstellen. Ungeliebte Dinge blieben ungeliebt. Dafür war man gut im zuhören oder mit viel Mitgefühl ausgestattet. Jetzt im Alter kehrt dies wieder zurück. Das Buch macht uns Mut unsere Seiten auszuleben. Bringen sie ihre Gefühle zu Papier oder in die Welt. Es stimmt alles mit ihnen und sie sind wunderbar.
Wenn sie das große Glück hatten einen Partner zu finden der sie hierbei ergänzt, lernen sie bestens mit diesen 'zwei Seiten' umzugehen. Yin und Yang. Ich hatte dies große Glück. Denn nur mit Menschen seinesgleichen zusammen zu sein kann auch ganz schön nervig sein, wie die Autorin schmunzelnd bemerkt. In jedem Lager gibt es hier extreme Exemplare. Asketen oder richtige Krawallschachteln und es ist schwer über seinen eigenen Schatten zu springen. Dies alles ist mir beim Lesen in den Sinn gekommen. Manchmal können Menschen nicht viel dafür das sie so sind wie sie sind und manchmal muss man sich auch vor zu großen Energieräubern entfernen.
Aber alles in allem können wir so mehr gegenseitiges Verständnis aufbringen. Wunderbare Kapitel über Hemingway oder amerikanische Ex-Präsidenten. Für mich nicht zu amerikanisch, da in allen Kulturen übertragbar. Nicht nur irgendwie viele Seiten gefüllt, sondern echt Mühe und Gedanken zum Thema 'Stille'.
Fazit: Gehen sie ruhig in die Tiefe, pflegen sie ihre Gefühle und Launen. Dadurch wurden uns so viele wunderbare Dinge und Augenblicke geschenkt. Das ist das Leben.
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am 7. März 2017
Eine Bekannte hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht, da sich unsere Kinder (inzwischen Jugendliche) bei allen Unterschieden, in ihrem Wesen doch offenbar sehr ähneln. Sehr viel introvertierter als die meisten Altersgenossen, wenige Freunde reichen, leicht verletzbar aber doch eine gute Beobachtungsgabe. Insgesamt von ihren Interessen und Vorlieben "irgendwie" anders als die meisten Kinder und Jugendlichen, was das Zusammenleben bereichert aber auch vielfach Anlass zu Verwunderung in der Umwelt bis hin zu Sorge bei uns Eltern war, ob sie in dieser schnellen und eher extrovertierten Welt einen Platz finden und glücklich werden können. Dieses Buch hat mir sehr weiter geholfen, meinen Sohn besser zu verstehen und ich freue mich schon auf das angekündigte Buch im Herbst, speziell über Kinder und Jugendliche.
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am 24. Juli 2011
* Zum Inhalt verweise ich auf existierende Rezensionen *

Wer sich schon immer fragte, wieso er/sie
- lieber allein auf dem Balkon sitzt, statt ins Schwimmbad zu gehen
- Partys nicht so wirklich genießen kann
- nicht so eine große Clique hat wie andere
- nach einem Tag im Großraumbüro völlig fertig ist
- laute Gespräche, Musik, etc. nur eine gewisse Zeit lang aushält
- das "Lampenfieber" trotz fleißigen Übens vorm Reden/Referate/Vorträge/... halten nicht in den Griff bekommt
- tief gehende Gespräche oberflächlichem 'Small Talk' vorzieht
- das Gefühl hat, sich ständig verstellen zu müssen
- mehr hört als andere
- und so weiter und so fort
sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Wissenschaftlich hinterlegt und dennoch lebensnah öffnet S.Cain neue Perspektiven für alle stillen, ruhigen, introvertierten Menschen. Sie verdammt dabei die Extraversion nicht, sondern plädiert für ein gegenseitiges Verständnis.
Alles in allem absolut empfehlenswert!!!
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am 26. Oktober 2014
Ob man dem sanguinischen das phlegmatische Naturell entgegenstellt, dem wilden Draufgänger den nachdenklichen Tüftler oder schlicht der Intro- die Extrovertiertheit, das Temperament ist und bleibt zu bestimmten Anteilen maßgebend für einen Menschen. Die Autorin hat diesen Umstand mit einer unkonventionellen Herangehensweise neu beleuchtet und damit interessante und kritische Betrachtungswinkel eröffnet.
So ändern sich die Zeiten. War es im 19 Jahrhundert noch gang und gäbe, bescheiden, demütig und unaufdringlich zu sein, begann, ausgehend von der Werbeindustrie, in den 1920er und 1930er Jahren, ein bis heute andauernder Lauf auf das ideelle Ziel der totalen Oberflächlichkeit. Anzeigen begannen mit der Angst der Menschen vor negativen Assoziationen ominöser, fremder Beobachter zu spielen und das Äußere sowie die Fähigkeit zu gefallen, immer mehr ins Rampenlicht zu rücken. Unterstützung fand die Religion der Narzissten von einer Unternehmermentalität, die Handschlagqualitäten, blendende Rhetorik und aalglatte Eloquenz als Zeichen betriebswirtschaftlicher Qualifikation auffasste. Wenn auf diese Weise immer die lautesten und risikofreudigsten Exemplare der Managerspezies, von zu ellbogenmentalitätsgesteuerten, oberflächlichen Verhalten animierenden Elitehochschulen, Schlüsselpositionen besetzen, verwundert der eine oder andere Finanzmarktkollaps gar nicht mehr.
Die Blüten dieser Entwicklung am Beispiel des heutigen Amerikas könnten skurril anmuten, wären die daraus resultierenden Konsequenzen nicht derart gravierend. So werden Adjektive wie schüchtern und ruhig oder nur Andeutungen einer Eigenbrötlermentalität als durchwegs negativ und absonderlich abgetan. Sei es in Schule, Beruf oder Privatleben, wer nicht versteht auf der hochkomplexen Klaviatur zwischenmenschlicher Kommunikation zu spielen, fällt leicht einmal durch den sozialen Rost.
Sensible Kinder neigen schon als Babys zu verstärkten Reaktionen auf äußere Reize, sind einfühlsamer und benötigen die scheinbare Furchtsamkeit als Schutzmechanismus gegen ein sie mit Eindrücken förmlich erschlagendes Universum, während von Natur aus mit einem robusteren psychischen Gerüst ausgestattete Individuen unbeschwerter, aber auch emotionsloser auf ihre Umgebung einwirken. Eltern ruhiger, einen überschaubaren Freundeskreis ihr Eigen nennender und sich einsamen Hobbies widmender Kinder werden, nicht nur durch die Blume, an die Wichtigkeit von Beliebtheit und blendendem Charme erinnert. Doch sehr eigentümlich, dass stille Kinder unter Depressions- oder Misanthropiegeneralverdacht gestellt werden, während allzu vitale, lebensfrohe junge Menschen mit Ritalin sediert werden.
Sollte sich die Favorisierung der Einsamkeit bis ins Erwachsenenalter durchgeschlagen haben, gibt es eine breite Palette an Seminarangeboten, die Beredsamkeit, Auftreten und Plauschkompetenzen bis hin zum Verkaufsgenie steigern können.
Etliche Beziehungsprobleme dürften auf den, auch per MRT gut messbaren Unterschieden zwischen verschiedenen Naturellen basieren. Während Extrovertierte jede wache Minute in Menschenmengen baden könnten und Einsamkeit scheuen, kehrt sich das Verhältnis bei Introvertierten um, was zwischenmenschlichen Sprengstoff in sich birgt, wenn das Mantra von den sich anziehenden Gegensätzen einmal nicht mehr richtig zieht. Zusätzliche spontane emotionale Reaktionen provoziert die Tatsache, dass Extrovertierte bestimmtes, aggressives Verhalten als Interesse und Aufmerksamkeit interpretieren, während Introvertierte sich verletzt und angegriffen fühlen.
Den für die Wirtschaft entstandenen Schaden durch falsche Konzeption von Arbeitsabläufen samt deren Umgebungen einzuschätzen mutet schwer bis unmöglich an. Wenn man die verstärkte Krankheitsneigung Introvertierter in lauter Großraumbüroatmosphäre inklusive dem verschwendeten Potential, weil begnadete Denker keine Ruhe finden, um Ideen und Konzepte ungestört ausarbeiten zu können, addiert, dürfte der gesamtvolkswirtschaftliche Schaden immens sein.
Die kulturellen Unterschiede zeigen eine konträre Herangehensweise der Asiaten, bei denen ein europäisch-amerikanisches Gebaren als unhöfliche Verschwendung der Zeit von Zuhörern gewertet wird. Ruhe und Kontemplation haben eine andere Bedeutung, Oberflächlichkeit und die Verherrlichung narzisstischer Prinzipien gelten als wenig erstrebenswert. Ein anderer, durchaus in Erwägung zu ziehender Ansatz.
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