Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren studentsignup Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 Slop16 Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
37
4,5 von 5 Sternen
Format: MP3-Download|Ändern
Preis:11,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Die Bandhistorie und die Qualität der Saxon Veröffentlichungen ist durchaus wechselhaft. In den letzten Jahren legte das britische Heavy Metal Urgestein allerdings eine gewisse Kontinuität an den Tag, welche sich in guten bis sehr guten Alben niederschlagen hat.

Das neueste Werk von Saxon ist bereits das zwanzigste Studio Album der Band. Mit im Paket befindet sich auch eine Bonus CD, welche mit neuen Versionen verschiedener Songs aufwartet. Dazu aber später mehr.

Sacrifice gehört mit Sicherheit zu den besseren Alben der Band. "Procession" ist ein verhaltenes Intro, welches in den knackigen Titelsong überleitet. Auffällig ist der moderne Gitarrensound welcher der Band von Produzent Andy Sneap verpasst worden ist. Ohne zu übertreiben kann man dem Produzenten bescheinigen dem altehrwürden Metal Schlachtschiff einen frischen Wind verpasst zu haben. "Made In Belfast" setzt die modernere Gangart weiter fort. Die Riffs des Gitarrendous Scarratt / Quinn klingen Teilweise nach Thrash Metal, ohne allerdings in die Geschwindigkeitsexzesse dieser Spielart des Metals auszubrechen.

Weitere Highlights von Sacrifice sind das rockige "Stand Up And Fight", welches die NWoBHM Wurzeln der Band am deutlichsten wiederspiegelt, und "Wheels Of Terror" welcher sich am besten zum gepflegten Headbangen eignet.

Auf der Bonus CD präsentieren uns Saxon Neuauflagen verschiedener Songs. "Crusader" wurde in eine orchestrierte Version verwandelt. So richtig will der Song in dieser Version aber nicht zünden, irgendwie klingt die Originalversion wuchtiger und mächtiger. Die akustischen Versionen von "Requiem" und "Frozen Rainbow" klingen erstaunlich rund. Die Neuaufnahmen von "Just Let Me Rock" und "Forever Free" sind nette Zugaben, nicht mehr und nicht weniger.

Sacrifice zeigt Saxon deutlich modernisiert, was der Band aber gut zu Gesicht steht!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. März 2013
Mit dem neuen Album - produziert von Andy Sneap! - zeigen sich Saxon metallisch wie nie!
Klang sonst fast immer der alte Hardrock-Sound mit, so geschieht dies auf dem neuen Album maximal noch in der Abschlussnummer "Standing in a Queue" - die allerdings auch für Saxon-Platten unverzichtbar ist :)
So viel Groove und modernen Metal-Sound habe ich von Saxon noch nie gehört, und die Geschwindigkeit ist auf Nummern wie "Warriors of the Road" schon fast beim Speed-Metal angekommen. Innovativ sind Sie zudem, die alten Herren um Bif: "Guardians of the Tomb" klingt fast schon nach Prog - fast.
Und das alles in der alten Saxon Erfolgsmasche Verse-Chorus-Verse inklusive unendlicchem Ohrwurmcharakter -> bisher eine meiner Platten des Jahres!
Ich bin sehr positiv überrascht: Klasklare Kaufempfehlung!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. März 2013
Saxon sind nun mittlerweile auch nicht mehr die Jüngsten - die Energie und die Spielfreude, die sie in jedes Ihrer Alben stecken ist daher wirklich beeindruckend und auch im Jahr 2013 denken Saxon noch lange nicht an den Ruhestand sondern veröffentlichen mit Sacrifice den Nachfolger zum 2011 erschienenen Call To Arms. Stilistisch macht man keine großen Experimente mehr sondern hält sich weiterhin an den Sound der New Wave Of British Heavy Metal, welchen Saxon besonders mit ihren ersten Alben geprägt haben.
Im folgenden die einzelnen Songs kurz bewertet:

1. Procession - ein recht unspektakuläres aber kurzes Intro (ohne Bewertung)
2. Sacrifice - geiler Opener, druckvoll, richtig heavy und frisst sich sofort in die Gehörgänge (5/5)
3. Made In Belfast - einer meiner absoluten Favoriten des Albums, geiler Groove und Rhytmus, gekonnt eingesetzte orientalisch klingende Elemente und ein genialer Refrain, den man nach einmal hören schon durch die Wohnung schreit, kommt schon an die Klassiker der Band ran (5/5)
4. Warriors Of The Road - erinnert mich ziemlich an Motöhead,den Song könnte auch Lemmy singen ;) der Refrain ist dann allerdings wieder typisch Saxon - das besondere etwas fehlt aber ein wenig (4/5)
5. Guardians Of The Tomb - meine Nr.1 des Albums, hier passt einfach alles! Besonders die Passage wo der Song ins Solo übergeht ist umwerfend (5/5)
6. Stand Up And Fight - das hohe Niveau wird weiterhin gehalten, auch hier müssen besonders der starke Chorus, sowie auch das Solo hervorgehoben werden (5/5)
7. Walking The Steel - ein treibender und abwechlungsreicher Midtempo Song (5/5)
8. Night Of The Wolf - gute Mischung aus ruhigeren und schnelleren Passagen, der Chorus kann aber nicht mit den anderen Songs des Albums mithalten (4/5)
9. Wheels Of Terror - nochmal ein schnellerer, harter Song, dem aber etwas an Eingängihkeit fehlt (4/5)
10. Standing In A Queue - zum Abschluss dann aber nochmal nen richtig starken Titel, besonders gut gefallen mir als Bassisten die stellen, wo der Bass sich etwas entfalten darf und etwas aus dem Song ausbricht (5/5)

Bonusmaterial:
Als Bonus gibts zunächst noch einen Orchestral Version (mit Gesang) von Crusader , wohl einem der größten Hits der Bandgeschichte. Gefällt mir sehr gut und weist wirklich deutliche Unterschiede zum Original auf und ist nicht nur leicht geändert. Dann gibts noch zwei ebenfalls sehr gelungene Akustik Versionen von Requiem (eine meiner Lieblingsballaden von Saxon) und Frozen Rainbow (Song vom ersten Album der Band 1979). Die beiden Re-Recorded Songs Forever Free und Just Let Me Rock sind dagegen nicht so anders als die Originale, allerdings ein guter Einblick in die Diskografie Saxons, für jene, die die Band noch nicht kennen sollten.

Fazit: Hammer Album - Biff kann immer noch super singen und Songs schreiben, dazu geile Gitarrensoli und eine klare, druckvolle Produktion. Dazu noch sinnvolles und gutes Bonusmaterial, und eine ansehnliche Aufmachung des Booklets. Für mich das beste Saxon Album seit Power & The Glory. Für Fans der Band und alle, die Fans werden wollen klare Kaufempfehlung!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juni 2013
Sacrifice hat einige richtig super Songs (Sacrifice, Made in Belfast, Guardian of the Tomb, Night of the Wolves, Wheels of Terror), auch die anderen sind durchweg hörbar. Besonders gefällt mir der glasklare Sound und die eingängigen Melodien. Mag von den letzten Alben vielleicht Inner Sanctum noch deutlich besser sein, ist dieses mir trotzdem 5 Sterne wert. Ich freue mich schon auf's Konzert und hoffe tatsächlich einmal, dass mehr als nur ein/zwei neue Stücke gespielt werden ...
11 Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. März 2013
Nach den beiden letzten eher lauen Saxon-Alben Call to Arms(2011) und Into the Labyrinth(2009), auf denen neben einigem hochkarätigem Material(Hammer of the Gods, Call to Arms, Chasing the Bullet, Batallions of Steel, Live to Rock, Valley of the Kings) leider viele Füller vorhanden waren, war man nun sehr gespannt, was einen bei Sacrifice erwarten würde. Sänger Peter Byford behauptet ja in den Interviews unentwegt, dass wieder verstärkt wert auf Rauheit und traditionell althergebrachte Saxon-Tugenden gelegt wurde - aber behauptet er das nicht bei jeder neuen Saxon-Veröffentlichung ? Beim durchlesen der Songtitel, wie auch der Songtexte zu Sacrifice, wird sofort klar, dass man hier das vorherrschende Metal-Klischee voll bedient - Manowar hätten keine besseren Songtitel(z.B."Stand up and Fight", "Warriors of the Road", "Wheels of Terror") auswählen können, wobei der Inhalt der Texte sich doch meist um sinnvolle ernste Themen dreht. Die Produktion nahm diesmal Band-Chef Peter Byford selbst in die Hand, unterstützt von Andy Sneap. Überhaupt hat ja das eigentlich alleinige Sagen in der Band seit den Abgängen der Ur-Mitglieder Steve Dawson(1986) und Graham Oliver(1995) nur noch das charismatische alleinige Band-Aushängeschild Peter Byford in der Hand, weil Band-Mitbegründer Paul Quinn sich freiwillig ins zweite Glied begibt und auch der Rest der im Laufe der Jahre angeheuerten Band-Mitglieder eher Ja-Sager und Mitläufer sind, wobei ich damit nich sagen will dass es grundsätzlich schlecht für eine Band ist, wenn das Sagen nur bei einer Person liegt und nicht bei mehreren Gleichberechtigten gleichzeitig - das klappt ja auch bei anderen Bands relativ gut, wie Whitesnake, Grave Digger oder AC/DC(hier hält Malcolm Young die Fäden in der Hand), wobei die Musik bei Saxon zusammen geschrieben wird - es ist nun mal eine Tatsache und vielleicht auch perfekt so. Für die Produktion neben Peter Byford beauftragte man Andy Sneap, der einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde durch seine rundum gelungene Produktion der letzten beiden Accept-Scheiben. Auch auf SACRIFICE bekommt man diesen brilliant fetten knackigen Breitband-Hochglanz-Accept-Sound zu hören, der hier natürlich auf die passende Saxon-Klangwelt angepasst wurde. SACRIFICE ist für mich das Album, dass sich seit Unleash the Beast(1997) wieder am allertypischsten durchgehend nach echten Saxon-Kompositionen und purem Saxon-Sound anhört, ohne moderne Trendanbiederungen - es hört sich aber trotzdem alles frisch und unverbraucht an. Auch die Stimme von Sänger Peter Byford kommt geewohnt kraftvoll und wieder etwas verjüngt daher, die Gitarren braten so richtig an allen Ecken und Enden, dass es eine wahre Freude ist(auch hier ein grosses Kompliment an Doug Scarrat und in erster Linie an Urgestein Paul Quinn) - in der Art könnten Saxon noch ein paar weitere Alben nachlegen, endlich fühlt man sich als Saxon-Fan wieder zu Hause. Wobei mir nach wie vor der prägnante pumpende Bass von Steve Dawson fehlt. Irgendjemand müsste ein Basser Timothy Carter darauf aufmerksam machen, dass man mit einem Bass auch richtige Töne, Melodie-Linien oder Bassläufe spielen kann, und es nicht nur als Instrument zu benutzen ist, um einen undefinierbaren Klangteppich zu erzeugen oder als wummernde Hintergrundmusik zu dienen. Es fällt ja Live und auch auf Platte kaum ins Gewicht ob Timothy Carter nun mitspielt oder nicht, als eigenes Instrument ist er jedenfalls nicht herauszuhören.
Letztendlich ist das brachiale SACRIFICE ein Paradebeispiel dafür wie sich ein Heavy Metal-Album anzuhören hat - man bekommt ein furioses Feuerwerk an Heavy Metal geliefert.

Es wurde ja lauthals von Sänger Peter Byford betont wieder Back to the Roots zu gehen, wobei damit im Normalfall die 3 Alben Wheels of Steel(1980), Strong Arm of the Law(1980) und Denim and Leather(1981) gemeint sind. Dabei wird so getan, als wenn es total simpel wäre wieder mal so ein Album wie damals zu machen, weil Saxon gerade jetzt einfach mal wieder aus dem Bauch raus Lust dazu hatten so zu klingen wie einst - ich frage mich bei solch fragwürdigen Aussagen immer auf was Saxon dann eigentlich bei den letzten 10 Studio-Alben Lust hatten, auch weil sich die Aussagen vor fast jedem Album davor ziemlich ähnelten - fast immer gab es bei den Alben bisher querverweise auf die Erfolgs-Alben und die Anfangsphase der Band. Aber diese alte Gruppendynamik, in der die Erfolgs-Alben der Anfangsphase entstanden, ist doch eh unwiederbringlich verloren ohne den Grossteil der Original-Mitglieder(die sich mit Motorbiker ziemlich blamierten), inzwischen schreiben Saxon eben Songs in anderer Besetzung und somit zwangsweise auch etas andere Songs, weil Basser Timothy Carter und Gitarrist Doug Scarrat einfach anders ticken und eben auch modernere Einflüsse miteinbrachten als die Urmitglieder und daraus zwangsläufig etwas andere Songs entstehen müssen. Aber letztendlich bin ich mir noch nicht mal so sicher ob im heute und jetzt tatsächlich noch mal Jemand so ein Album haben möchte mit den kurzen Spielzeiten von deutlich unter 40 Minuten oder der eher antiquierten Produktion, wobei natürlich die Qualität der damaligen Songs ausser Frage steht - alleine die 3 genannten Titel-Songs suchen Ihresgleichen. Und letztendlich sind sich Saxon im Prinzip vom Stil her gesehen bis auf wenige Ausnahmen(Destiny 1988) immer treu geblieben und haben niemals all zu weit von Ihren Ursprüngen entfernt, wie beispielsweise Judeas Priest oder auch Iron Maiden dies getan haben. Ab Metalhead(1999) hat man eben auch versucht dezent etwas modernere Harmonien in einige Songs einfliesen zu lassen um dem Zeitgeist Rechnung zu tragen. Und so ist auch SACRIFICE kein antquiertes altbackenes 80er-Heavy Metal-Album geworden, sondern ein zeitloses, frisches, raues und knackiges Musikwerk, dass sich im Hier und Jetzt abspielt.

SACRIFICE kommt von der Machart und seinem fetten Sound her, Metalhead(1999) als Vergleich am nächsten, dazu kommt noch ein gehöriger Schuss aus Unleash the Beast(1997) und Solid Ball of Rock(1991), und fertig ist ein weiteres kurzweiliges, durchdachtes, brachiales und prächtiges Saxon-Album, herausragend ist darüber hinaus die unheimlich klare und fette Produktion. Der grosse positive Unterschied zu den 2 Vorgänger-Alben ist einfach der, dass es auf SACRIFICE keine Füller oder wirklich schwachen Songs zu hören gibt, es hört sich alles hochklassig wie aus einem Guss an - überhaupt kommt es mir so vor, als hätte man wieder mehr Wert auf Details gelegt und das Album mit seinen 9 echten Songs akribisch ausgearbeitet. Auch zu moderne Soundanbiederungen und orchestrale überproduzierte Passagen sucht man auf SACRIFICE vergebens - SACRIFICE ist ein pures Heavy Metal-Album mit ein paar Hardrock-Anleihen geworden, veredelt durch die nöhlige, prägnante und unverwechselbare Stimme von Sänger Peter Byford - also genau das, was Saxon bisher immer in ihren stärksten Momenten ausmachte, und das, wofür die Fans Saxon am meisten seit 33 Jahren schätzen. Man merkt dem Album wieder eine gewisse Lust und Leidenschaft an, eine Aufbruchstimmung, die ich auf den letzten Alben etwas vermisste. Der kontinuierlich wachsende Erfolg der letzten Jahre hat sich wohl in positivem Feeling auf die Kompositionen ausgewirkt. Ich kann den grossen Erfolg vom Vorgänger Call to Arms nicht so ganz nachvollziehen, weil neben einiger starker Songs eben auch einige belanglose Füller gegenüberstanden und das positive Bild eigentlich sofort wieder egalisierten, aber anscheinend hat man diese Hoch- und Erfolgsstimmung auf SACRIFICE herüberretten können. Die Songs auf SACRIFICE sind wieder intensiver und prägnanter geraten und bleiben besser im Gehör hängen, auch die abwechslungsreichen eingängigen Mittelteile und Gitarrensolos sind diesmal perfekt gelungen und nicht nur als Beiwerk oder notwendiges Übel anzusehen - man kann das Album ohne Langeweile in einem Zug mit Genuss durchhören und muss sich nicht durchquälen, wie es auf den letzten beiden Alben teilweise der Fall war. Die knapp 40 Minuten Spielzeit mit 9 echten Songs auszufüllen klingt zwar im ersten Moment etwas kurz, dafür bekommt man aber eben auch keine Füller oder laue nichtssagende Quoten-Balladen vorgesetzt, es ist ein unheimlich interessantes und intensives Saxon-Album geworden, dass einfach grossen Spass beim anhören bereitet.

In den letzten 22 Jahren haben Saxon genau 3 herausragende Alben hinbekommen, das waren das furiose Unleash the Beast(1997), das harte klassische Mainstream-Album Solid Ball of Rock(1991) und das saustarke, einen Hauch modernere The Inner Sanctum(2007), darüber hinaus noch ein paar ganz ansprechende Alben, wie dogs of War(1995), das etwas düstere Metalhead(1999) und das modernere äusserst harte Lionheart(2004), die restlichen Alben Call to Arms(2011), Into the Labyrinth(2009), Killing Ground(2001) und Forever Free(1992) waren von eher minderer bis durchschnittlicher Qualität. Schön zu sehen, dass es Saxon zum wiederholten Male geschafft haben wie Phoenix aus der Asche zu entsteigen.

SACRIFICE kommt ja nach heutzutage relativ kurzen 21 Monaten nach Call to Arms auf den Markt, das stimmt aber auch nicht so ganz, weil man bei Call to Arms zum gleichen Zeitpunkt wie vor 2 Jahren mit dem Album auch schon fertig war, es aber erst veröffentlichen konnte als man eine neue Plattenfirma mit UDR gefunden hatte - denn zuerst war Call to Arms auf März 2011 angekündigt, die im Februar 2011 mit den Fans eingesungenen Chöre für den Song "Back in 79" wurden nachträglich in das bereits fertige Album eingefügt. Also von Albumproduktion zu Albumproduktion waren es auch diesmal wieder ziemlich genau 2 Jahre. Anders als füher geht einer Band heutzutage bei Live-Konzerten die unbändige Lust an den neuen Songs schon etwas verloren, weil sie ja meist schon 1 Jahr alt sind und eigentlich schon wieder ein alter Hut für die Band sind - das war früher irgendwie besser, als die Band ihr Album in 2 Wochen aufgenommen hatte und es spätestens 2 Monate später auf dem Markt war. Grundsätzlich kann ich aber so Diskussionen über musikalische Weiterentwicklung eh nicht nachvollziehen, denn letztlich ist ein guter Song ein guter Song und ein schlechter Song ein schlechter Song, da interessiert Weiterentwicklung eigentlich recht wenig - wobei musikalische Weiterentwicklung ja nichts anderes bedeutet, als das man andere Musik macht als zuvor, was ich aber gar nicht möchte, denn im Beispiel Saxon machen diese genau die Musik die ich seit 33 Jahren hören will und die ich auf jedem weiteren Album wieder von Ihnen erwarte - wenn ich andere Musik hören will dann kaufe ich mir andere Gruppen. Saxon verkörpern den Sound und die Musik am besten mit der sie bekannt wurden, und ich denke auch, dass Saxon das am besten können - man hat ja den Miss-Erfolg an dem gar nicht mal so üblen Destiny-Album gesehen, dass einfach melodischer AOR in Richtung Whitesnake/Foreigner/Survivor war, aber eben keine typische gewohnte Saxon-Musik. Saxon haben in Ihrer Karriere schon viele Trends durchlebt und überlebt, und es war gut dass Saxon sich nie zu weit von Ihren Wurzeln dabei entfernt haben, denn vermutlich nur durch diese Kontinuität und Verlässlichkeit konnten Saxon bis heute überleben, nachdem Trends wie Crunch oder Alternativ-Rock längst wieder abgeflaut sind.

Seit 27 Jahren lese ich bei jedem neuen Saxon-Album, dass es angeblich verstärkt querverweise zu Ihrer Hochphase zwischen Wheels of Steel(1980) und Power and the Glory(1983) aufweisen soll, diese Vergleiche kann man nun wirklich nicht mehr ernst nehmen, und auch auf SACRIFICE gibt es gerade im hinteren Teil bei den eher modern ausgerichteten Kompositionen "Walking the Steel", "Night of the Wolf" und "Wheels of Terror" Songs, die gut auf das Album Into the Labyrinth(2009) gepasst hätten, aber auf keinen Fall auf die erwähnten Werke der Frühphase. Leider sind diese Songs aber auch die 3 schwächsten des Albums, weil kein Refrain zündet. Ich finde es auch nicht angebracht Saxon nur immer auf Ihre Frühphase zu reduzieren, denn auch in der Neuzeit haben Saxon mit Solid Ball of Rock, Unleash the Beast und The Inner Sanctum einige hochkarätige Pracht-Alben herausgebracht, und auch die gutklassigen Alben der 2.Reihe, wie Metalhead, Lionheart und das aktuell vorliegende SACRIFICE brauchen sich mit etlichem hochklassigem Material darauf nicht zu verstecken.

Zu den Songs:

1:Das unheilvolle, vielleicht etwas zu lang geratene Intro "Procession" beginnt mit indianisch angehauchter Trommelkunst in einer Urwald-Atmosphäre und steigert sich zum Ende hin immer mehr bis es in den Titelsong übergeht - etwas langatmig

2:Das Album beginnt recht brachial, bedrohlich, düster und fast schon trashig mit dem majestätischen Titel-Song "Sacrifice", der durchaus mit seinem prächtigen Refrain und seinen immer wieder in den Versen flankierenden kreischenden Leadgitarren als Hymne durchgeht und mich sehr an den Song "Metalhead" erinnert. Knochentrockener und beinharter Heavy Metal - inhaltlich geht es um den Untergang der Inka-Kultur 5/5

3:"Made in Belfast" beginnt mit süsslichen irischen Mandolinenklängen, die sich durch den gesamten Song ziehen, bevor der Song in einen schonungslosen Midtempo-Groover übergeht mit Mainstream-Hit-Potential - Inhaltlich dreht sich der Song um die alten Schiffswerften in Belfast, in denen auch die Titanic gebaut wurde - nur der Refrain ist ein wenig dürftig ausgefallen, gegen Ende gibt es dann noch Hammerschläge zu hören die wohl auf die Arbeit in einer Werft hindeuten sollen - eigentlich ein netter authentischer Saxon-Song mit einem hübschen Solo, in den vermutlich viel Arbeit investiert wurde(Made in Belfast war ja auch der Songname, der als erstes bekannt war) - auch das Schlagzeug auf dem Song ist herausragend - es will ein Mainstream-Hardrock-Song mit Anspruch sein, dennoch haut er mich nicht gänzlich vom Hocker weil er sehr künstlich konstruiert wirkt - was wirklich geniales fehlt in dem Lied 4/5

4:"Warriors of the Road" ist ein furioser ultraschneller Rennwagen-Speed-Smasher, bei dem man richtig durchgeschüttelt wird und der einen griffigen, melodischen und hymnischen Refrain besitzt - erinnert mich ein wenig an "All Guns Blazing" vom Metalhead-Album - nach längerer Zeit endlich wieder einmal ein gelungener stimmiger stürmischer Speedster, der echt Klasse und Stil besitzt 5/5

5:Nach balladeskem Keyboardbeginn ist das atmosphärische "Guardians of the Tomb" dann ein anspruchsvollerer eingängiger episch flüssig groovender schnellerer Melodic-Rocker mit nettem melodischem Refrain über die Terracotta-Krieger-Armee in China - sehr schöner sinnvoller Song mit netten brillierenden Solo-Gitarren 5/5

6:"Stand up and Fight" ist ein typischer angenehmer eingängiger Saxon-Party-Song im schnelleren Midtempo zum mitgröhlen mit Ohrwurm-Garantie mit dem erdigen Charme alter Metal-Hits der 80er - wäre für mich die erste Wahl für eine Single gewesen - ein echter Saxon-Kracher. Für mich der beste Song des Albums 5/5

7:"Walking the Steel" ist ein schleppender zäher Stampfer mit massiven Gitarrenwänden - leider ist der eintönige Refrain nicht zwingend genug. Handelt von den zusammengestürzten Twin Towers des World Trade Centers vom 11.09.2001 und von deren Wiederaufbau - ein beklemmender und nachdenklich machender Song, der allerdings auch sehr fad, träge und behäbig daherkommt 3/5

8:"Night of the Wolf" mit seinen wechselnden wummernden Tempopassagen und akkustisch dargebrachten eingeflochtenen balladesken Momenten ist der Song so etwas wie der Ruhepol des Albums, wobei er keine Ballade ist - leider ist der oft wiederholte Refrain etwas zu naiv primitiv und langweilig ausgefallen - gemeinsam mit "Walking the Steel" der schwächste Song des Albums - die Songs transportieren gut die ernste unheilvolle Stimmung der Themen zum Zuhörer hinüber, allerdings besser macht das die Songs auch nicht -- trotzdem gut hörbar 3/5

9:"Wheels of Terror" ist ein wuchtiger solider Heavy Metal-Stampfer im Midtempobereich mit einem recht unscheinbaren schnöden Refrain, bei dem aber das schonungslose alles niederwalzende monolithische Monster-Grundriff der Verse voll überzeugen kann - zu dem grandiosen Monster-Grundriff ein ordentlicher Refrain und der Song hätte ein richtiger Brecher werden können - aber zumindest live könnte er eine Granate werden 4/5

10:"Standing in a Queue" gibt zum Abschluss einen formidablen treibenden Party-Rocker ab, er ist so ein Mittelding aus "Ive got to Rock(to stay alive)" und "Flying on the Edge" geworden - ein gelungener Ausklang 4/5

Das von den Inka inspirierte Cover mit diesem in Gold gehaltenen runden Schild mit stilechten Motiven darauf ist jetzt irgendwie so gar nichts neues im Metalbereich - da gibt es einen ganzen Haufen Cover andere Metalbands, die dem Cover zum verwechseln ähneln - z.B. Domain - The Artefact, oder Victory - Temples of Gold - um nur einige zu nennen. Man wird ja nicht müde immer wieder darauf hinzuweisen, dass abermals Paul Gregory das Cover entworfen hat, der ja damals das legendäre Crusader-Cover gezeichnet hat. Es gab schon einige nette Saxon-Cover darüber hinaus von Ihm, wie Rock the Nations, Dogs of war, Metalhead und Unleash the Beast. Auch das letzte Saxon-Cover mit Lord Kutchener, der alle Mann zur Rekrutierung in der Armee aufrief,war zumindest ein besonderes auffälliges Cover-Motiv, was man nicht alle Tage sieht - aber das Sacrifice-Cover ist diesmal etwas langweilig und schlicht ausgefallen, da wäre wieder mal eine traditionelle Ölzeichnung sehr viel besser gekommen. Aber letztendlich vielleicht auch Geschmackssache.

Die in der erweiterten Version vorhandene Zusatz-CD mit einigen neu eingespielten Klassikern ist auch eine nette Ergänzung, besonders bei "Forever Free" freut es mich, weil die damalige Studio-Version ja absolut miserabel produziert war, und die jetzige Version fett und frisch daherkommt und einen förmlich umblässt.
Ob man jetzt von "Requiem" und "Frozen Rainbow" eine Akkustik-Version, oder eine Orchester-Version von "Crusader" wirklich braucht, sei dahingestellt - als Zusatz-CD aber durchaus interessant - andere Bands hätten für so etwas wieder ein eigenes kostenpflichtiges Album herausgebracht.

Fazit:
Saxon sind auch weiterhin die Eckpfeiler und letzten authentischen Vertreter der New Wave of British Heavy Metal-Bewegung, die die Fahne hochhalten, ohne geringste Anzeichen von Schwäche oder Abnutzung zu zeigen. Und mit Ihrem 20.Studio-Album klingen Saxon wieder voll nach sich selbst, ohne experimentelle Trendanbiederungen folgt man kontinuierlich dem Erfolgspfad, ohne dabei altbacken zu wirken. Auf jedem einzelnen Track hört man den Enthusiasmus und die Freude an Heavy Metal heraus. Auch wenn nicht alles 100% gelungen erscheint, man ist wieder in der Spur und auf dem richtigen Weg! SACRIFICE sind einfach wieder 40 Minuten heiss geschmiedeter Stahl mit eingängigen knackigen Melodien - auf Ihre Art haben sich Saxon tatsächlich nochmals neu erfunden, zwischen Tradition und Zeitgemäss. Leider fehlen wieder die ganz grossen Gassenhauer und Hits, aber in seiner Kompaktheit ist SACRIFICE ein sehr frisches kerniges Album geworden von hoher qualitativer Güteklasse, dass einen förmlich umblässt. Kein Fan wird von SACRIFICE enttäuscht sein - es ist ein echtes Brett geworden, selbst wenn vielleicht die Brillianz von so edlen Alben wie Unleash the Beast und Solid Ball of Rock nicht ganz erreicht wird - gerade weil es im hinteren Teil dann doch qualitativ etwas abbaut(aber welches Album macht das schon nicht?). Ob SACRIFICE zu einem Klassiker wird, muss die Zeit zeigen, aber ich bin mit SACRIFICE zufrieden, selbst wenn es kein Klassiker werden sollte, es ist wenigstens vom Stil her ein astreines Saxon-Geschoss geworden, auf höchstem Niveau mit tollen eingängigen heavy Melodien und mit wirklich prägnanten, interessanten, vielseitigen und eingängigen musikalischen Solopassagen, die das Album dann doch knapp auf 5 Sterne hieven.

SACRIFICE ist jedem zu empfehlen, der auf hochklassigen Heavy Metal steht.

Nachtrag 22.April 2013 - Nachdem sich das Album bei mir gesetzt hat, muss ich Sacrifice bescheinigen doch ein Klassiker geworden zu sein - soviel melodische Power wie hier geboten wird, ist ein Fest für die Sinne. Es ist wirklich toll, so ein knackiges Heavy Metal-Album der alten Helden nochmal hören zu dürfen, nachdem die Konkurrenten aus dieser Zeit doch eigentlich fast einhellig nur noch halbgares, meist gemässigteres Material auf den Markt werfen.

Vielen Dank für das Lesen meiner Abhandlung zu SACRIFICE
55 Kommentare| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. April 2013
Was soll man zu Saxon großartig schreiben? Wo Saxon drauf steht ist zumeist auch Saxon drin. OK es gab über die Jahre das eine oder andere etwas weichgespülte Album, aber das haben sich andere Bands im Bereich Hard`N`Heavy auch "gegönnt". Aber nun zum neuen Album. Ich finde das Teil rockt doch ganz gewaltig. Hört euch Titel wie Sacrifice (geht voll auf die Zwölf), Warriors Of The Road (erinnert mich an Motorcycle Man) oder Wheels Of Terror an und ihr wisst was ich meine. Mein absolutes Lieblingsstück ist allerdings Stand Up And Fight (hat einen absolut geil gesungenen Refrain You`ve got to fight........und geht voll nach vorn). Walkig Of Steel ist richtig schön heavy. Das ganze Album rockt einfach gewaltig und Biff singt in Höchstform. Ich empfehle auch den Kauf der Doppel-CD. Sämtliche hierauf enthaltenen Stücke haben ihren Charme und sind als Neuaufnahmen absolut hörenswert.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. November 2014
Jetzt und für alle Zeit zum Mitschreiben an alle Gullydeckelausweicher, Berghinaufbremser und zu Ostern Gekochteeierausbläser:
Wir schreiben das Jahr zwotausendundvierzehn, Jahr Eins nach SACRIFICE. Stellt euch vor, SAXON würde in das Tal des Todes hinabfahren (was nie geschehen möge), das Tor zur Hölle öffnet sich, irrsinnige zehnmillonengradheiße Temperaturen schleudern
heraus, dann bricht der zwanzigmillionengradheiße Kracher SACRIFICE, live and unplugged played by SAXON los. Satan würde sich wünschen: könnte ich doch jetzt nur Hello Kitty sein oder meine Mammi wäre ein Teletubbie und ich könnte Seifenblasen zerstören.
Und die Moral von der Geschicht: bringt gefälligst euren Hintern hoch, klebt euch die Ghettoblaster mit Sekundenkleber an die Löffel und dröhnt euch von mir aus mit gefühlten 20.000 Watt die Scheibe rein - denn weniger als 5 (FÜNF) Sterne kann nicht sein.
Also lasst das Gejaule, kocht euer Heavymetal-Adrenalin zu Platin und schleudert es als Ektoplasma zum Dank der wohl besten Heavygroupofalltimes entgegen: SAXON !
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Mai 2013
Nach ein paar "Durchhängeralben" endlich wieder ein Album von Saxon wo von vorne bis hinten alles stimmt. Ich erwische mich beim Autofahren immer wieder, Nachdem bereits das 3. mal Sacrifice läuft, wie kurzweilig das Album doch ist.

Meine Highlites auf dem Album sind: Sacrifice, Warriors of the Road, Guardians of the Tomb und Standing in a queue
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. März 2013
Eines gleich vorweg: Sacrifice ist kein Produkt der Altersmilde einer schon seit den 70ern existierenden Band. Das ist eine kraftvolle und interessante Metalscheibe. Hat uns Saxon mit dem Vorgängeralbum Call to Arms eher die hardrocklastige Seite der Band gezeigt, so zeigt sie uns nun mit Sacrifice ihre Metallseite. Fast alle Songs bestechen durch Saxon typischen Sound und Biffs unverwechselbarer Stimme. Außer Walking the Steel (ein schleppender Song, von denen die Band gerade in den letzten Jahren schon einige geschrieben hat, die aber eigentlich langweilig, ja fast ein wenig uninspiriert rüberkommen) sind starke Kaliber zu hören. Sacrifice könnte bereits auf Power & the Glory sein, Made in Belfast ist eine atmosphärische Meisterleistung der Herren Quinn und Scarrat, bedenkt man, dass es in diesem Song um Schiffsbau in Belfast geht. Stand up and Fight ist ebenso ein typischer Anfang der 80er Jahre Song, Guardians of the Tomp und Warriors of the Road starke Speedgranaten, Night of the Wolf wie auch Wheels of Terror sind super Powersongs, Standing in a queue ein lässiger, zudem recht amüsanter Rocksong. Fazit: Sacrifice ist ein hervorragendes Metall-Album geworden - Kaufempfehlung nicht nur für Saxon-Fans. Zur CD-Zugabe: Aus Crusader in Orchestralversion hätte man mehr machen können (denke ich mir einmal, ohne hier Spezialist zu sein), die beiden Akkustivversionen sind sehr hörenswert, Just let me Rock - naja, halt ein wenig moderner interpretiert, und bei Forever Free weiß ich eigentlich nicht so recht, was daran viel besser sein soll als bei der von Biff ja vielgescholtenen Wiener Produktion von 1992. Fazit zur CD 2: nette Zugabe, nicht mehr und nicht weniger!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. März 2013
Saxon – "Sacrifice", eine weitere Kauf-Versuchung wert?

Eine der produktivsten Bands, die schon seit ewigen NWoBHM-Zeiten das Genre "Heavy Metal" mitprägt, sind die aus England stammenden "Saxon". Und da der Band "Saxon", oder dem was noch übrig ist, irgendwie die Zeit davon zu rennen scheint und man, als Fan, mit einer Veröffentlichungsflut bzw. Wut konfrontiert wird, die hin und wieder eine Kaufabwägung nach sich zieht, ziehe ich daraus, für mich, ein paar Fragen.

Worin liegt der (An)Reiz, wenn man bei Musik, die sich oft im selbstreferenziellen Zitiermodus befindet, vor der Wahl steht, Kaufen oder den Kauf, sich Schenken?

Was hat "Saxon" musikalisch, mit "Sacrifice", Neues zu bieten, was man von Saxon nicht so oder ähnlich schon (besser) gehört hat oder besitzt "Sacrifice" irgendeine eigene Identität, um interessant genug zu sein, um sich die Zeit immer wieder gern und genau damit zu vertreiben?

Da man ja, als Leser, gern geneigt ist, bei Produkt-Rezensionen, entweder neue Informationen zu erhalten oder die eigene Meinung bestätigt zu bekommen, bekomme ich gerade beim Hören von "Sacrifice" irgendwie den Eindruck, dass mir die paar Fragen schon, in gewisser Weise, ausreichen könnten, um als Antworten für eine mögliche Kaufempfehlung herzuhalten…Aber nicht so vorschnell:

Es gibt vielleicht zwei Herangehensweisen, um "Sacrifice", „gerechter", zu bewerten. Die, die sich nicht weiter mit dem historischen Background der Band befasst oder Die, die sich mit dem historischen Background der Band Saxon, und dem bisherigen Album-Fundus, auseinandersetzt. Kann man DAS überhaupt sinnvoll trennen?
Wenn man will, vielleicht, aber mit Sicht auf die Zielgruppe, die Saxon primär anspricht, wahrscheinlich eher schwierig. Saxon ist Old-School, die Fans meist ebenso, und, damit inzwischen auch, einem Hang zur Nostalgie ausgestattet.

Insgesamt, aus ersterer Sicht (Album für sich), ist "Sacrifice" sicher ein potentes Metal-Album, welches aber Heutzutage keinen jungen Hund, unbedingt, hinter dem Ofen vorlockt, aber auch nicht dorthin treibt und aus Zweiterer (im Saxon-Album-Kosmos) ist’s auch kein Album, welches Saxon übergroßen Neu-Ruhm unter den alteingesessenen Fans, trotz aller heavyness, einbringen wird, sondern eher als fortwährende Bestätigung dessen wirkt, wofür man Saxon, als Alt-Fan, so liebt. Weshalb?

Solide, im Kleinen wie im Ganzen. Mir genügt Das, um es, auf "Sacrifice" bezogen, zu beschreiben. Nicht mehr und nicht weniger. Weder herausragend gut, noch grottig schlecht. Richtig überzeugende Ohrwürmer konnte ich nämlich, bis jetzt, auf "Sacrifice", nicht wirklich ausmachen, obwohl die eine oder andere interessante Song-Idee (Made in Belfast, Guardian of the Tomb) vorhanden ist, aber man bewegt sich einfach zu sehr auf sicherem, aber überwiegend zu bemüht vorgetragenem Song-Terrain. Wie schon auf den Alben die vor kurzer Zeit und in rascher Folge erschienen sind. Wobei mir, "The Inner Sanctum", von den letzten Studio-Veröffentlichungen, insgesamt, am meisten zusagt, gefolgt von "Into the Labyrinth". Und trotzdem ein gutes Stück entfernt von den Meisterwerken der "NWoBHM", wie "Power & the glory" oder "Strong arm of the law", aus gleichem Hause.

Fazit:

Wem das "Solide" ausreicht, kann eher bedenkenlos zugreifen, ansonsten empfiehlt sich das Ganze mal anzutesten, um nach richtigen "Perlen" Ausschau zu halten, die ich aber, trotz ausgiebiger Suche, nicht finden konnte. Deswegen kann und muss ich, für mich, eine 5 Sterne- Höchst-Bewertung ausschließen, denn ohne Perlen gibt’s auch keinen Schatz zu heben. Somit bekommt "Sacrifice" konsequenter Weise und ohne Nostalgie-Aspekte, gut zu vertretende 3-Sterne von mir.

Die als Bonus hinzugefügten Versionen von Alt-Songs sind der Vollständigkeit halber auch noch kurz erwähnt. Prädikat: Nett, aber ehrlich gesagt, für mich, verzichtbar. "Crusader", als Beispiel, ist immer noch, im Original, unerreicht und ob die x-te Variante noch nötig ist, bleibt eben fraglich. Auch wenn "Frozen Rainbow" in der Acoustic-Version jetzt nicht schlecht daherkommt, versprüht das Original immer noch so viel mehr Charme, dass eine Neuauflage, egal wie, maximal daran scheitern kann. Naja, andererseits tut der Zweitaufguss insgesamt auch nicht weh.
77 Kommentare| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen