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am 3. Januar 2017
Es geht in "Fight Club" um den heutigen Mann. Postmoderne und Emanzipation der Frau haben ihn um sein Selbstbild als Jäger, Künstler und Held gebracht. Er will sich nicht an eine Frau binden, die ihn oftmals doch nur umkrempeln will. Er hat gelernt, Kritik zu üben, aber seine überkommenen Vorbilder sind so unerreichbar wie die emotionale Seite des Vaters. In einer materiell abgesicherten Gesellschaft erschafft er eine neue Herausforderung, um sich an ihr zu messen und zu wachsen. Und er erkennt sein Bedürfnis, mit Gleichgesinnten ohne überflüssiges Gerede ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Nichts gegen Selbsterfahrung - doch mangelnde Kritik an der Bezugsgruppe kann faschistische Züge hervorbringen. Und davor warnt "Fight Club", ohne den Funken der Subversion zu ersticken. Im übrigen wird unser Allgemeinwissen aktualisiert, besonders über Wirtschaft, Psychologie und Chemie.
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am 7. Januar 2016
Kaum ein Film ist derart perfekt durchdacht, inszeniert und unsterblich. David Fincher hat damit nicht nur den perfekten Film geschaffen, sondern sich, Edward Norton und Brad Pitt unsterblich gemacht.
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am 25. April 2016
Der Film is top,
habe den Film schon mindestens 10 mal gesehen und kann ihn mir alle paar Monate wieder angucken.
Ohne viel Spoiler zu wollen kann ich sagen das der Film grade durch seine Feine mit Easter Eggs gefüllte verrückte Story besticht.
Die Story ist an sich super umgesetzt aber auch relativ anspruchsvoll schon als ich den film zum ersten mal gesehen habe wusste ich das ich nun einen neuen Lieblings film habe.
Die Besetzung ist 1 A und die "beiden" Hauptcharaktere überzeugen ein total.
Camera und schnitt sind sehr sauber und die angesprochenen Aaster Eggs zeigen hier auch nochmals ihre Qualität.
(Der Film ist aber nichts für schwache nerven oder spießer allen anderen kann ich ihn empfehlen)

Am liebsten möchte man nach anschauen diese Films selbst in ein Fight Club bei treten.
Ich kann diesen film nur empfehlen.

MfG. Janusch
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am 7. Juni 2014
David Fincher (Sieben) hat schon im Laufe seiner Karriere als Regisseur einige Kultfilme abgeliefert und Fight Club ist wohl der Bekannteste und absolut zu recht.

Bei diesem Film eine Inhaltsangabe zu machen, erspare ich mir, weil ich dann wohl ins Spoiler-Territorium abdriften würde und dies will ich vermeiden. Trotzdem komme ich aber natürlich nicht drumherum, zu sagen, wie fantastisch die Geschichte ist.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Chuck Palahniuk, den ich leider nicht kenne, deswegen kann ich mich nur auf die Geschichte von Drehbuchautor Jim Uhls beziehen.
Anfangs habe ich gedacht, eine Art Kampffilm zu sehen, der schön und ungewöhnlich Inszeniert wird und als Thriller einzuordnen ist, der sich komplett um den Fight Club dreht. Umso länger der Film aber lief umso mehr wurde mir die Genialität der gesamten Geschichte bewusst.

Anfangs wird man noch in diese düstere Welt geworfen, die von einem Erzähler erläutert wird und unzählige skurrile und bizarre Momente und Eigenheiten hat. Man lernt die Charaktere kennen: Edward Norton (American History X) als verzweifelter Kerl der sein Leben leid ist, Brad Pitt (12 Monkeys) als Tyler Durden, der Norton aus seiner Misere hilft und mit ihm den Fight Club gründet und Helena Bonham Carter (The King's Speech) als eine Art Love-Interest. Nachdem man die Charaktere kennt, geht es um den Fight Club. Bis hierhin ist der Film schon interessant, aber die Geschichte keinesfalls aussergewöhnlich. Dies ändert sich aber nach der ersten Stunde.
Plötzlich wird ein neues Leitmotiv eingeführt, dass die vorangegangenen Momente aber keinesfalls nichtig macht, sondern perfekt mit ihnen verwoben wird. Plötzlich sind einige skurrile Szenen schlüssig, es fallen bestimmte Dinge auf, an die man vorher keinen Gedanken verschwendet hat. Es wird ein Twist eingebaut, der absolut organisch und auch sinnig ist, den Film aber auf den Kopf stellt. Mit jenem Twist hatte ich absolut nicht gerechnet, aber er machte vollkommen Sinn. Es wird zudem auch noch ein fantastisches Ende gezeigt, dass sehr untypisch ist und den Zuschauer mit einem Staunen zurück lässt.
Während der Film läuft stellt man sich plötzlich Fragen, ist aber von der Bildgewalt überwältigt. Wenn der Film vorbei ist, möchte man ihn gleich nochmal sehen, um auch ja alle kleinen Details zu erkennen.
David Fincher überrollt einen aber jedes Mal mit den wirklich sehr starken Bildern. Er erschafft hier nicht nur eine sehr düstere Atmosphäre, sondern scheut sich auch nicht vor expliziter Gewaltdarstellung und Absurdität. Es wird schonungslos gezeigt, was die Männer bereit sind zu tun und welche Verletzungen sie davontragen. Mir bleibt aber weniger die Gewaltdarstellung im Gedächtnis als die sehr ungewöhnlichen Tricks mit dem Bild.
Im Film wird erklärt, wie man Filmrollen zusammenschneidet zu einem kompletten Film und welche Fehler dabei auftreten können. Später im Film wird genau dieses Mittel wieder aufgegriffen und der Film damit präsentiert. Dazu kommen noch einige andere Kameraspielchen, die den Film bis heute immer noch einzigartig machen. Ich habe kaum einen Film gesehen, indem so viel erfolgreich probiert wurde, damit der Film unvergesslich bleibt.

Fazit:
Fight Club ist immer noch, und wird es auch immer bleiben, ein inhaltlich perfekt durchkomponierter Film, der eine unglaublich interessante und auch clevere Geschichte mit einer einmaligen Inszenierung voller Experimente erzählt.
Kann man bei manchen Kultfilmen diskutieren, bezüglich ihrer Qualitäten, entfällt dies bei Fight Club. Fight Club ist unbestritten ein einmaliges Werk, das die Zeit besser überdauern wird als viele andere Filme.
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am 30. August 2013
Eine mehr als gelungene Umsetzung des Buches. Die gefühle und die Personen werde hervorragend wiedergegeben und das Ende des Filmes ist so gut, dass es sogar dem Autor des Buches besser gefällt als das Ende, dass er im Buch beschrieben hatte.

Meiner Meinung hat dieser Film einfach alles und man hat irgend wann diesen "aha" Moment in dem Man kapiert was da überhaupt ab geht. Ich finde jeder sollte sich diesen Film einmal oder besser mehr mal anschauen.

Preis/Leistung ist gut und die Lieferung war mit 2 Werktagen sehr gut.
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am 5. Oktober 2010
Fight Club ist ohne Zweifel ein nicht unumstrittener Film. Bereits das Buch wurde mit Argwohn betrachtet, kamen doch angeblich vielerorts Männer tatsächlich auf die Idee, einen richtigen Fight Club zu gründen. Freilich ist dieser Film kein ungefährliches Unterhaltungsprodukt, vielmehr regt er die Zuschauer zum Nachdenken an, was wohl auch der eigentliche Grund ist, weshalb ihn Kritiker teilweise als gefährlich oder gar faschistisch eingestuft haben. Mir kann jedoch keiner erzählen, dieser Film verharmlose Gewalt und stachle frustrierte Zeitgenossen zur Randale an. Erstens ist Fight Club keineswegs so brutal wie sein Ruf es nahelegt, es handelt sich grundsätzlich um einen klassischen Fall für eine FSK-16-Einstufung. Die darüber hinausgehenden, heftigeren Momente beschränken sich auf einzelne, oft nur wenige Sekunden lange Einstellungen. Entsprechend ist auch die 16-er Fassung nur moderat geschnitten, wer also vor härteren Szenen zurückschreckt, kann sich auch die gekürzte Fassung ansehen, die Aussage des Films bleibt auch hier grundsätzlich erhalten. Zweitens ist der Fight Club kein Ort menschenverachtender Umtriebe, es darf jeder austeilen, aber nur, wenn er auch was wegstecken kann. Im Fight Club gibt es keine Abmahnungen durch Vorsitzende, keine Meetings, keine Mitarbeiterbeurteilungen oder Massenentlassungen. Es steht Mann gegen Mann direkt gegenüber, ganz offen und ehrlich. Schließlich stellt dieser Film dann auch die provokante Frage, ob die heute etablierte Konsumgesellschaft, in der es keine Werte mehr jenseits von Angebot, Nachfrage und Profitmaximierung gibt, tatsächlich moralischer ist als ein banaler Schlägerverein, der im Gegensatz zur deregulierten Marktwirtschaft zumindest noch einen klaren Verhaltenskodex hat. Ist es tatsächlich zu verurteilen, einige menschenleere Hochhäuser in die Luft zu jagen, um Millionen von Menschen aus einer Schuldenfalle und Zinsknechtschaft zu befreien, ist in einer Gesellschaft der Verschwendung Gewalt gegen Sachen noch als verwerflich einzustufen? Diese Fragen sind radikal, drängen sich jedoch einem sensiblen Beobachter geradezu auf. Das Ausstiegsangebot des Fight Club ist einfach und übersichtlich: Der durch Konsumterror und Streben nach Luxus verweichlichte Konsumsklave wird in einem System gefangen gehalten, das gezielt künstliche Bedürfnisse erzeugt, zu deren Befriedigung sich der Mensch dann durch totale Aufopferung in einer inhumanen Arbeitswelt aufreiben muss, um sich beispielsweise die schönen IKEA-Möbel alle zu kaufen. Mehr Konsum hießt mehr Arbeit, mehr Verlust an Selbstbestimmung, und nur so funktioniert der Kapitalismus. Der Ausstieg aus diesem Teufelskreis erfordert zunächst ein radikales Entzugsprogramm von allen Verlockungen der Konsumkultur. Der Mensch muss sich stählen und abhärten, bis er am Nullpunkt angelangt ist, nichts mehr hat und nichts mehr will. Erst dann kann er zum großen Gegenangriff ansetzen. Dass ein solches Programm auch schnell außer Kontrolle geraten kann, zeigt dieser Film schließlich auch sehr deutlich. Dies macht den Streifen zu einem einmaligen Film, der an Radikalität und Verwegenheit gar an Meisterstücke wie Uhrwerk Orange heranreicht. David Fincher gehört sicher zu den wenigen Lichtblicken im heutigen Hollywood. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Film sogar besser ist als das Buch, das muss jedoch jeder selbst entscheiden.
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am 5. Dezember 2013
Es gibt nicht viele Filme, die noch so lange Zeit nach ihrem Erscheinen Auswirkungen auf die Öffentlichkeit haben. Bereits nach dem Kinostart von Fight Club sprießen in sämtlichen britischen Städten Fight Clubs aus dem Boden, das ein Kinoverbot zur Folge hatte. Echte Fightclubs, die aus dem Nichts entstanden – hatte sich Chuck Palanhiuk, der Autor des Buches, die Revolution so vorgestellt?

Der Kampf mit dem Ich

Der Plot ist schnell erzählt. Der namenlose Protagonist arbeitet in einer großen Autofirma als Rückholkoordinator. Eingeklemmt in seinen vier Idea-Wänden und sinem unbefriedigenen, zermürbenden Job leidet der Namenlose, gespielt von Edward Norton, an Schlaflosigkeit. “Wenn man an Schlaflosigkeit leidet, schläft man nie richtig, ist aber auch nie richtig wach”, so beschreibt er die Situation an einer Stelle des Films sehr treffend.

Selbsthilfegruppen. Sie sind seine Rettung. Als der Protagonist völlig kräfteentleert bei einem Arzt erscheint und Pillen verschrieben bekommen möchte, rät der Arzt ihm Baldrianwurzeln zu kauen. Nur natürlicher Schlaf heilt seine Schlaflosikeit. Der Erschöpfte sollte doch einmal die Selbsthilfegruppe für Hodenkrebs besuchen. Denn diejenigen, die dort hingehen wissen wirklich was es heißt zu Leiden. Nach einem Besuch bei der Hodenselbsthilfegruppe kann der Protagonist schlafen, schlafen wie ein Kind, das nach langem Spielen müde geworden ist.

Tyler ein Freund, Marla sein Fluch

Mächtig Spannung und Dynamik kommt auf, als Marla Singer und Tyler Durden das Filmparkett betreten. Marla entwickelt sich zu einem Fluch, da sie das gleiche Simulatenspiel wie der Protagonist spielt. Auch sie besucht diverse Selbsthilfegruppen, obwohl sie von keiner einzigen Krankheiten geplagt wird. Marla spiegelt sich in unserem Namenlosen und genau das macht ihm zu schaffen. Eine scheinbar ganz andere Beziehung weiß der Namenlose mit Tyler Durden zu pflegen. Nach einer von Durden aus Spaß initierten nächtlichen Schlägerei zwischen ihm und dem Namenlosen entsteht eine Institution. Der Fight Club.

Aufruf zur Revolution oder nur eine Love-Story?

Auf der einen Seite enthält der Film eine Menge sozial-politische Aufhänger. Anarchie ist ein Thema. Das Bankensystem, die Multinational agierenden Riesenkonzerne werden scharf kritisiert. Die Macht der Reichen wird einer unterjochten Mehrheit gegenüber gestellt. Eigentlich wird so ziemlich das ganze System in Frage gestellt.

Auf der anderen Seite ist das Ende des Films auf Marla zugeschnitten. Ist sie die Frucht der Revolution? Wie soll man das verstehen? Es gibt unzählig verschiedene Interpretationen zum Film. Aber genau das macht den Film schon nach 14 Jahren zu einem echten Klassiker. Der Film polarisiert, ist rasant, unterhaltsam und zugleich systemkritisch. Welch ein anderer Film kann das von sich behaupten? Hmm, mir fällt keiner ein. In diesem Sinne.

Lasst uns die Woche mit einem kräftigen Faustschlag auf Tyler Durdens Ohr beginnen.
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am 22. März 2014
allerdings bin ich am Ende echt über die Wendung des Films überrascht gewesen...
Und gerade das hat mich zum überlegen gebracht... Hat der wirklich Jahre lang Seife verkauft und in dem Haus gewohnt ohne das sein anderes ich etwas davon gemerkt hat?
Die 18er version ist echt heftig.... Manche Szenen waren wirklich sehr brutal, doch das gehört eben zu dem Film!
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am 8. Mai 2012
1999 David Finchers Adaption (Das seltsame Leben des Benjamin Button, Sieben) den Nerv der Generation Fernsehen, der Generation Genügsamkeit, die 'keinem Krieg und keiner großen Depression' ausgesetzt ist und auch ich gestehe: Das Buch war vergessen, nachdem das Dreigestirn Pitt, Norton und Bonham Carter einschlug.

Es scheint jedoch, wer sich Palahniuks Worten widmet, bevor er sich Thriller-Guru Fincher, Pitt und Co. zu Gemüte führt, entgeht der üblichen Ernüchterung, die der Leser bei Literaturverfilmungen so oft empfindet. Alles, was Fincher in das Manuskript an neuem Szenenmaterial einflechtet, fühlt sich für den Romankenner nicht wie eine unerwünschte Ergänzung oder Veränderung des chronologischen Verlaufs von Palahniuks Lesestoff an, sondern wie eine betonende Hommage an dessen Fähigkeit mit der Leserpsyche zu spielen. Die Wirkung die Palahniuk mit Worten erzielt, untermalt Fincher mit visuell-schroffer Momenthaftigkeit, die selbst der Autor als ultimative Effizienz seines Werks beschrieb und die ihn gar neidisch machte.

Gefühlte 90% aller Dialoge und Sequenzen wurden übernommen und durch Finchersche inhaltliche Verknüpfungen vervollständigt. Die einzige wirklich wahrnehmbare Änderung scheint das große Finale zu sein, das im Gegensatz zum Film buchtechnisch eher mau, aber nicht weniger sozialkritisch ausfällt. Zudem entlockt der Film durch Brad Pitts häufig urkomische Tyler-Interpretation deutlich mehr Situationslacher als es die literarische Vorlage tut, in der die Ziellosigkeit des Erzählers dominiert. Während man über die grandiose Wirkkraft der drei Hauptdarsteller im Grunde gar nicht mehr zu diskutieren braucht, kann die seltene Symbiose, das Ineinandergreifen zwischen Palahniuk und Fincher, zwischen Literatur und Film bei Fight Club Seiten wissenschaftlicher Arbeiten füllen.

Der Sieger: Der Film. Aber einschlägige und durchdringende, pure Krassheit ' auf Papier und Filmrolle.
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am 19. Januar 2017
Zur gestrigen Abendstund' lief "Fight Club" von David Fincher ("Verblendung", "Sieben", "Gone Girl") und ich bin von der Düsternis zwar mitnichten entzückt, halte diese aber in diesem Bereich Film für ganz und gar notwendig, sie TRÄGT Fight Club regelrecht.
Was wurde das Werk zum Erscheinungszeitpunkt verunglimpft und herabgewürdigt, Grundgütiger, welch drastische Kritik.
Heute hingegen möge man sich hüten, ein Werk wie Fight Club (war es einstmals bereits ein Relikt der Vergangenheit oder doch eher seiner Zeit voraus?) anzuprangern.

Bereits die Einleitung dringt im wahrsten Sinne des Wortes direkt in uns ein, diese "Drähte" wie sie dem Inneren unseres Gehirns gleichen, aufgegriffen in ähnlicher Form u.a. 2002 in "Metroid Prime", bemerkenswerte Bilder die haften bleiben, die direkt in das Reich unseres Gedankenguts führen, grelle und helle Schriften fungieren aller Dunkelheit zum Trotze als Kontrast und machen die Namen im Rahmen der Titelsequenz umso erkennbarer in ihrer Erscheinung - und im Übrigen spielen Namen im Gesamtwerk Fight Club ohnehin eine tragende Rolle.
Die Hauptperson, d.h. eine von ihnen, nämlich Edward Norton, wird nunmehr als vonnöten seiender erzählerischer Anker des Films eingeführt, wenn er seine Geschichte wiedergibt, hält dieses Rennboot von einem Film für einen Moment an, hält inne und lässt die Handlung nicht nur Gestalt annehmen, sondern infolgedessen auch revue passieren...
Uns ereilt sofort der Würgegriff der Wahrheit, denn der erste im Film genannte Name ist Tyler (Pitt), dieser Schatten von einer Zweitexistenz wird in seiner allgegenwärtigen Präsenz noch eine wichtige Rolle spielen.
Visuell wissen wir uns bereits berauschen zu lassen, so vermögen uns die nächtens gefilmten Hochhäuser wahrlich zu verblüffen, unsere Sinne der Sehkraft gänzlich zu betören, obgleich man für Schwärze im Bilde doch sehr viel übrig haben sollte, bunte Farben des Tageslichts werden Sie demnach vergebens suchen.
Viele Sätze werden beiläufig erwähnt und haben mehr zu sagen als wir es zunächst angenommen hätten, so etwa: "Alles ist eine Kopie."
Einige Minuten über entsteht mehr Erzählung als Dialog, Edward Norton erzählt seine Geschichte äußerst detailgenau, das begrüße ich außerordentlich, Actionfans sollten jedoch darauf vorbereitet sein, denn auch wenn das Cover sehr maskuline Züge annimmt, handelt es sich in erster Linie um ein Dialog-Drama - und eben um eines besagter Nacherzählungen, nicht jedoch um lautes Schießkino.
Die baldigen (gar leisen) Gesänge kirchlicher Art, wie wir sie aus dem Hintergrund vernehmen, verleihen der Tiefe noch mehr Charakter.
"Jeden Abend wurde ich wiedergeboren", u.a. in diesen Worten offenbart sich die Einführung der geheimnisvollen Protagonistin von Helena Bonham Carter, in Zeitlupe ist sie nun zu sehen und zu bewundern.
In seinen Gedankenwelten trifft Norton diese Dame in einer surreal anmutenden Höhle, die Bilder nicht ganz so dunkel wie eh und je, aber nach wie vor von Düsternis geprägt.
"Wenn Menschen denken dass du stirbst, hören sie dir wirklich zu", ist ebenfalls einer ihrer interessantesten Sätze, Carter steht dem Tode ausgesprochen nahe und geht wenig sorgsam mit ihrem Leben um, vielmehr täte sie auch kaum gut daran, denn ihr Zielort scheint das Jenseits zu sein, zumindest noch zum gegenwärtigen Zeitpunkt.
Norton's Leiden unter Schlaflosigkeit trägt mit dafür Sorge, dass er die Dinge teilweise sehr intensiv wahrnimmt, andererseits aber entgeht ihm im Gegenzug auch einiges Bedeutsames.
Kritiker sagten einstmals sinngemäß, der Film setze lediglich pseudophilosophische Akzente, nun, an die Tiefe von Mike Leigh's Meisterwerk "Naked" reicht "Fight Club" zwar nicht heran, auf das Wort "Pseudo", würde ich dennoch dankend verzichten wollen, Philosophie bleibt Philosophie und so auch hier!
Mutige Ansätze fanden sich auch in der Flugzeugszene, "ich bete um einen Flugzeugabsturz", ist hier der am ehesten zu erwähnende Satz, die nihilistisch anmutenden Inhalte erfassen und ergreifen Sie mit mörderischer und doch irgendwo magischer Wucht, was dem Film unheimlich viel Profil verleiht.
Tyler und Norton lernen einander nun endlich kennen, sofern sie sich nicht unbewusst längst nahe standen, alsbald hält Tyler Vorträge über Konsum und die allgegenwärtigen Was-sind-wir-Fragen, seine Worte wirken oftmals etwas zynisch, zeigen aber einen interessanten Charakter und lassen Pitt im Übrigen einen Imagewandel herbeiführen.
Tyler ist teilweise auch im Filmbereich tätig, es kommt zu klassischen Erklärungen bezüglich der Filmvorführung im Kino, kurz vor dem Abspann wird der Film auch noch einmal auf humorvolle Weise darauf zurückkommen, die Film-im-Situation ist recht amüsant umgesetzt worden und einige der wenigen "warmen", fast schon belustigenden Seiten dieses drastischen Dramas, kommen hier erstmals zutage.
In der ersten "Fight"-scene hat der Soundtrack abermals die Möglichkeit, ein enormes Maß an Wiedererkennungswert zu offenbaren und unter Beweis zu stellen, dass die Klänge wahrlich giftige Gestalt anzunehmen imstande sind.
Tylers Domizil des Wohnens, Norton wird selbigem beiwohnen, ist äußerst groß, dafür jedoch zerfallen, düster, verlassen und als kaum Gegenstände beinhaltend zu bezeichnen.
Ironischerweise findet der nun zwar noch nicht allzu sehr wachsende, aber doch zu leben beginnende (titelgebende) Fight Club schnell Mitglieder und diese, so schmerzhaft es auch klingt, finden Halt bei ebensolchen Treffen, es entwickelt sich zu einer Art "Religion", sich dem Club anzuvertrauen, sich selbigem hingebungsvoll zu widmen, Tyler bildet die Mitglieder regelrecht aus, etwa wie Benoit aus "Mann beißt Hund" seine Kameraleute ebenfalls "umschult".
Die stark ausgeprägten Zerstörungsgelüste sollen Tyler an einen, wie er sagt, Nullpunkt führen, unser Universum soll sozusagen ausgeblendet werden, es entwickelt sich eine neue Welt, bestehend aus Déjà-vu-Erlebnissen und brachialer Brutalität.
Im wahrsten Sinne des Wortes ließe sich auch sagen, dass der Tod und er allein, Bonham Carter und Tyler zusammengeführt hat, zudem ist es kein Zufall, sondern schicksalhafte Bestimmung des Grauens, dass Tyler und Norton derselben Frau verfallen, wenn auch im Herzen nur Norton, drum kann letzterer deren sexuelle Ausschweifungen mitnichten ertragen, gleichwohl er seine Gefühle für sie zunächst leugnet, zumindest in Gegenwart des Konkurrenten und Kontrahenten, wir jedoch wissen wie sehr er ebendiese Gefühle für sie hegt.
Sie spricht angenehm in Rätseln, es verleiht ihr mehr Tiefgang und entgegen der Ansicht anderer, wirkt dieser nicht allzu aufgesetzt auf mich.
Als erfrischende Abwechslung fungieren die kurzen Ausflüge in die Welt der Chemie, von welcher ich kaum etwas verstehe.
Tyler hält abermals Vorträge, welches Mischverhältnis von diesem führt zu welcher chemischen Reaktion von jenem und dergleichen mehr.
Kurz darauf folgen Qualen, Zeichen dringen in Edwards rechte Hand (besagter Film "Naked", den Pitt auch kennt und lobt, lässt grüßen, "...sie werden sich in festen Zeichen formatieren...das Spiel ist aus, Brian!"), Tyler verkauft uns die Leiden als ein Faszinosum, setzt Qualen mit Erleuchtung gleich, zudem zeigt sich in Bälde erneut, wie sehr Tyler Konsum abzulehnen vermag und wie er somit ein ganzes Gesellschaftssystem angreift.
Edwards einstige Zurückhaltung (die erst gegen Ende als "Echo aller Furcht" wiederkehrt) scheint langsam den Übertreibungen zu weichen und ist somit nur noch in begrenztem Maße existent, extrem ist beispielsweise die Art wie er sich von seinem Arbeitgeber löst und diesen obendrein um einige Scheine erleichtert, entledigt sich der ehemalige Chef doch nun zunehmend seiner Gelder und unterstützt damit indirekt (und unfreiwillig!) den Fight Club.
Interessant und auf eine unverschämt-einschüchternde Weise "sympathisch", ist auch die Szene mit dem Biologiestundenten, eine merkwürdige Art "gefördert" zu werden, wirksam womöglich durchaus, aber nicht zur Nachahmung bestimmt!
Auch in den baldigen späteren Szenen des Werkes, lässt sich dieses Ungeheuer von einem Film noch nicht so recht einem bestimmten Genre zuordnen, vielmehr fühlt es sich zu "Höherem" bestimmt, will als etwas gänzlich Eigenständiges und Unverkennbares wahrgenommen werden, anstatt einer Schublade zugeteilt zu werden und "nur" als Genrebeitrag zu gelten.
Tylers Mannschaft verwesenden Abschaums, um es mal etwas undiplomatischer auszudrücken, sitzt in Kürze lachend am Nachrichtenbildschirm, als im Fernsehen über die Missetaten ihrer Untergrundorganisation berichtet wird.
Der Grundgedanke gegen ein festgefahrenes und zugleich auch oftmals schwachsinniges System vorzugehen, ist mir auf den ersten Blick sehr sympathisch, nur treibt es der Fight Club inzwischen wahrlich zu weit, das Geschehen eskaliert wo es nur kann, die Mitglieder, inzwischen der Definition eines Verbrechers ähnelnd, werden zunehmend fanatischer, eine Art "im Team" arbeitende Terrorgemeinschaft im Zusammenhalt des Todes.
Trotz der Übertreibungen "maskuliner" Handlungen, handelt es sich in meinen Augen nicht direkt um einen Macho-Film, auch sonderlich unrealistisch erscheint er mir in unserer angeschlagenen Welt keineswegs, zumindest zelebriert der Film seine Inhalte nicht allzu sehr, sondern er kann im entferntesten Sinne auch als Kritik verstanden werden, jedoch nicht nur am Fight Club selbst, sondern in erster Linie bitteschön an alledem, wogegen der Fight Club überhaupt erst entstand und antrat, Rebellion als Religion.
Es ist - und das will wahrlich was heißen - der finsterste Fincher-Film, insbesondere ab "Projekt Chaos" kennt das Werk keine Grenzen mehr!
Norton weiß nicht mehr wie ihm geschieht beziehungsweise kann es weniger einschätzen denn je, gleichwohl er andererseits langsam erkennt in welch waghalsiges Projekt er reingeriet.
Die Fight Clubs breiten sich nunmehr überall aus und es kommt zu Identitätsfragen zwischen Norton und Tyler, Norton glaubt letzterer zu SEIN, oder glaubt er überhaupt noch irgendetwas und wenn ja, welcher Grundlage bedienen sich selbige Gedanken?
Tyler (sofern er nicht inexistent ist, wobei vermutlich selbst dann noch oder gar erst recht) kontrolliert jeden Gedanken seiner Schöpfung, seine Schöpfung ist die Gruppierung des Fight Club, ein Finale entfaltet sich nun so schnell und im Übermaße, Bonham Carters Bus in die Freiheit scheint ebenfalls erneut am falschen Ort aufzutauchen, alles erweist sich als unbeschreiblich, nichts ist mehr greifbar, wir fühlen nahezu nichts und glaubet mir: DAS ist ebenfalls ein intensives Gefühl!

Das eigentliche Ende, sozusagen das Ende der Enden, denn der ganze Film gleicht einem einzigen apokalyptischen Endstoß, ist in meinen Augen nicht konsequent genug, weswegen ich auch den fünften Stern abziehe.
Zwar stürzen Gebäude ein und Seelen wurden geradezu vernichtet, doch das lieblich-sanft Hand in Hand stattfindende Blicken auf die Skyline, Carter und Norton nun scheinbar vereint (für wie lange ist des Schusses wegen ungewiss), ist in Anbetracht des Grundtons des Films zu "harmlos", hier hätte ich mir ein Ende gewünscht, welches uns völlig erschüttert und schweißgebadet zurücklässt, das ist aber auch mein einziger nennenswerter Kritikpunkt und vielleicht benötigt ein solcher Film auch diese wenigen "leichteren" Ansätze, denn zumindest für einen derart bekannten Film, handelt es sich nun wirklich um einen Schlag in die Magengrube und umso erfreuter bin ich, dass dieser nicht sonderlich heitere Beitrag zur Filmgeschichte dennoch solchen Anklang findet.
Trotz aller Härte ein extrem sensibler, geradezu zerbrechlicher und außerordentlich feinfühliger Film, wie ich ihn Ihnen sehr ans Herz legen möchte.
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