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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
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am 18. März 2017
Gute Musik vom Meister mit sehr viel musikalischen Ideen zwischen den Noten.
Auch seine Band ist Spitze - wie in alten Zeiten.
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am 11. Oktober 2016
Absolut Genial! Ich möchte meine Meinung abgeben da ich erst neu auf David Bowie gestoßen bin. Ich habe mir das neue Album "Blackstar" bereits Ende 2015 vorbestellt, da ich sehr neugierig war. Ich wurde positiv überrascht. Der anschließende Tod Bowies war erschüttern & aufgrund des Medien-Hypes um alles habe ich mich (ich bin 23!) intensiver mit DB beschäftigt. Als erstes Album habe ich "The Next Day" gewählt - und ich bin begeistert! Anders als "Blackstar" - Aber phänomenal! Ich kann jedem musikinteressierten jungen Menschen dieses Album ans Herz legen - Man wird es nicht bereuen :) 5 Sterne! Ruhe in Frieden David🍀
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am 25. April 2015
Ich bin seit vielen Jahren Bowie-Fan. Wirklich! Ich habe viele seiner Alben zig Mal gehört, geliebt, seine Interviews angesehen und ihn auch live gesehen. Eine ganze Zeit lang kaufte ich ALLES vom Meister. Ich konnte die Texte zwar oft mitsingen, aber , wie viele, nicht wirklich verstehen.
Cut-up Technik eben 😉
Irgendwann relativierte sich mein Interesse dann. Ich mochte noch zwei Alben aus den 90-gern (Outside und Earthling). Weitere Alben kaufte ich nicht mehr, hörte aber noch gerne meine Lieblinge bis zu, na klar, Ashes to Ashes und viele Alben, die ich im Rückblick für mich entdentdeckte. Ansonsten schaute ich viel auf YouTube.

Entsprechend unaufgeregt nahm ich "Wer Are We Now? " zur Kenntnis. Bis ich das Video ein paar Mal ansah.
Da war es dann wieder! Diese Melodie,
diese Stimmung, die Bowie in seinen guten Momenten erzeugen kann. Stimmlich hat sein Gesang Grenzen, dass weiß er selbst am besten. Dennoch stimmt an dem Song irgenwie alles.
Also musste das Album her.

Hmmmmm....

Die Songs sind gut produziert, die Melodien teilweise recht eingänglich und auch nicht schlecht. Bowie singt auch, im Rahmen seiner Möglichkeiten, erstaunlich gut für einen Mit-Sechziger. Ich will hier auch nicht die einzelnen Songs genauer bewerten, dass wurde ja schon oft gemacht. Es gibt ein paar "nette" Songs dabei, manche sind tatsächlich nicht schlecht.

ABER....

Meiner Meinung nach kommt kein Song an "Wer Are We Now? " ran. Da blitzt das durch, was mich an Bowie so faziniert. Keinem anderen Song gelingt das. Dass ich dennoch "Boss of Me" und andere mittlerweile miträllern kann, liegt auch daran, dass ich das Album zig Mal anhörte, um mir ein Urteil zu bilden. Doch immer wenn "Wer Are We Now? " kommt, drehe ich lauter, lasse es mehrmals laufen, oder höre gleich nur dieses Stück an.

Mein Fazit: es ist kein schlechtes Album, überhaupt nicht. Aber wer weitere Songs wie "Wer Are We Now? " erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. März 2013
Natürlich ist das NICHT die beste Bowie Platte seit Scary Monsters, auch nicht die beste Bowie Platte seit ,Reality` oder seit ,Low`, weil es nämlich in der wirklichen, wirklichen Wirklichkeit die ich ganz genau kenne, weil ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe, gar keine beste Bowie Platte gibt. So wie es auch keine beste Dylan Platte, oder keine beste Rolling Stones Platte gibt. Soweit klar? Nein? - mir auch nicht, aber genau darauf kommt es an - auf den Kontext in dem man ein Album zum ersten Mal hört, auf die Stimmung in der man das Album wieder auflegt - und genau damit macht Bowie es einem mit ,The Next Day` wirklich nicht leicht und genau das zeichnet dieses Album am meisten aus.

Bowie war nie ein Mann von großen eigenständigen Ideen - er war nur einer der Trends frühzeitig erkannte und die Ideen anderer mit seinen Fähigkeiten und dem richtigen Riecher für die richtigen Partner adaptierte. Glam Rock? Bolan war der erste, Bowie fügte Dank Ronson etwas Garage dazu - voilà! Elektronik? Kraftwerk, Neu! und Enos Klanguniversum kombiniert - fertig waren die ersten Prä Synthie Pop Hits. Und da gäbe es noch mehr Beispiele... Lustigerweise war er ausgrechnet dann sehr weit seiner Zeit voraus und auch noch am Eigenständigsten, wenn es sonst kaum jemand mitbekam. Mit Tin Machine bspw. machte er erstklassigen Grunge, 3 Jahre vor Nirvana, mit ,Outside` gab er dem Industrial wichtige Impulse und den Drum & Bassern zeigte er mit einem Nebenbei-Album, dass deren Musik auch mit richtigen Songs funktionieren konnte (Earthling).

Und heute? Heute ist er Bowie - ein Kurator im Museum seiner eigenen Kunst- oder besser PopRichtung, der seine verschiedenen Stile nochmal in neue - und ziemliche gute - Songs packt. Das ist weder eine Legendenselbstverwaltung, noch Retro, es ist schlicht Bowie - die Kunstfigur in all ihren Inkarnationen führt er uns musikalisch noch mal vor - eine Werkschau eigentlich. Mehr muss es auch nicht sein, denn niemand hat von Bowie einen weiteren Klassiker erhofft oder erwartet - und diesen Status wird TND auch nie bekommen, aber: vergleicht man diese Songs und ihre Umsetzung mit ganz aktuellen Produktionen wie ,comedown machine` von den Strokes, der aktuellen Depeche Mode (die Bowie ja auch viel schulden) oder auf der rockigen Seite dem Sound City Soundtrack, dann hat das was Bowie jetzt macht, trotzdem immer noch mehr Substanz, Griffigkeit und genug Kanten um eine größere Nachhaltigkeit zu bekommen (Kompliment übirgens an Earl Slick - wie der Mann es schafft Ronson, Gabrels, Alomar, Fripp bzw. Belew in einer Person zu sein ist perfektes musikalisches method acting). Deswegen - und nur deswegen - diese 5 Sterne, gemessen an der Konkurrenz. An Bowie's eigenem Werk gemessen wären es - natürlich rein subjektiv aus meiner Sicht (aber wie gesagt hab` ich immerhin die Weisheit mit Löffeln...) knappe 4.

Rockig, poppig, soulig, songwriterhaft, all das hat dieses Album, nicht mal auf die guten Momente von Bowie's 80er Jahre Muckentum muss man verzichten und geschmackvoll und zeitlos in Szene gesetzt hat es Visconti - was will man mehr? Aber - wenn er jetzt kein neues Album mehr aufnimmt ist es auch gut, wenn ja, dann würde man sich freuen, nur mehr als eine neuerliche Werkschau soll und darf man sich nicht mehr erwarten - was nicht an Bowie liegt, sondern an der Struktur der Musikszene wie Sie sich seit den mittleren 00er Jahren manifestiert hat (oder fällt irgendjemanden ein instant classic Album ein, das in den letzten 8 Jahren veröffentlicht wurde?).

Coda: hätten alle songs die kompositorische Güte von ,Where Are We Now`, dann würde TND ein Klassiker werden...
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am 9. März 2013
Nach 10 Jahren ein neues Album von Bowie, da war die Erwartungshaltung hoch und die Fallhöhe dementsprechend. Mein Fazit, er kann es noch!

Der Sound von The Next Day ist schnell, sehr schnell für einen inzwischen 66 jährigen. Die Songs sind kurz und knackig, dass Album wird auch auch nach dem x-ten hören nicht langweilig und es gibt beinahe bei jedem Lied etwas Neues zu erhören und zu entdecken.
Eben ein echter Bowie.

Zu den einzelnen Songs:

- The Next Day: kommt schnell daher, knackig und etwas schmutzig. Es erinnert stark an "Scary Monsters & Super Creeps". Bowie singt atemlos und trotzig. Ein hervorragender Opener.

- Dirty Boys: Einer meiner Favoriten. Ein Strassen/Grosstadt Song mit schrägen Saxophon und Bowie gibt den lakonischen Erzähler. Das Tempo schleppend, wie eine schaukelnde Fahrt in die Nacht.

- The Stars are out Tonight: Bowie zieht den Rythmus wieder sanft an. Erinnert an die Heathen-Ära und ist leicht, flockig und sehr zynisch.

- Love is lost: Das Keyboard reisst den Song heraus. Um Bowies Gesang baut sich nach und nach ein kleine Kathedrale auf. Dem Hörer sei geraten es laut zu hören.

- Where are we Now: Beginnt, völlig untypisch für dieses Album, sehr ruhig und erinnert vom Sound stark an Hours. Am Anfang etwas zahnlos und gewinnt am Ende.

- Valentine's Day: Auch ein echter Bowie. Ein leichte Popmelodie wird so verfremdet das sie permanent zwischen nervig und albern pendelt, wenn nicht dazwischen ein verstörendes Element lauert. Eine Art von Unbehagen, die keiner so exakt zu setzen in der Lage ist, wie Bowie. Der Song wird so zu einem Kopfkino, der besonderen Art.

- If you can see me: Hier verliert das Album seinen fünften Stern. Es ist schnell, chaotisch und ja... chaotisch. Zu chaotisch.

- I'd rather be High: Bowie fängt sich wieder und erschafft einen Song, der wirklich fliegt! Die Musik wurde nicht neu erfunden, aber sie klingt verdammt gut!

- Boss of Me: Wieder Kopfkino, doch etwas schleppend und ohne große Höhepunkte.

- Dancing out in Space: Flott, sehr flott mit schön gesetzten Akzenten.

- How does the Grass grow - Ein Song wie ihn nur Bowie schreiben kann. Grossartig werden die Apache von den Shadows mit den typischen Bowie Rythmus gepaart. Ein schräges Lied, der Extra-Klasse, für dass auch fünf Sterne nicht ausreichen.

- You will (Set the) World on Fire: Bowie rockt und wie! Schneller, wütender Rythmus, fantastischer Text. Der Song hat Biss!

- You feel so lonely you could die: Grosses Kino und eine herzergreifende Melodie, mit Streichern am Ende. Bowies Stimme klagend, verzweifelt, gebrochen. Zum heulen schön!

- Heat: Der düstere Ausklang. Gott ist tot und wir stehen vor dem Ende aller Tage. Bowie ist Fan von Scott Walker und Heat ist 100 Prozent der späte Scott Walker.

Bonus:
So She: Eine leichte Pop-Melodie kippt wieder in die Melancholie und verklingt. Irgendwie unvollendet.

Plan: Kein Gesang, nur eine Zitatensammlung.

I'll take you there: Hätte, wäre, wenn... für diesen Song "If you can see me" aus der Liste geflogen wäre, dann hätte ich geschrieben... 5 Sterne und Leute, kauft euch die Normale und nicht die Deluxe-Scheibe.

Ist es aber nicht und deswegen 4 Sterne und der Zusatz: Der Alte ist immer noch um so vieles einfach besser.
Er kann es halt.

Klare Kaufempfehlung!
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am 3. Oktober 2013
Ein absolutes Meisterwerk, in dem Bowie musikalische Elemente seiner eigenen Musikgeschichte mit hochaktuellen, brillianten Texten mischt. Hoffentlich hören wir die Stücke live!
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am 8. März 2013
Bitte in den folgenden Zeilen keine objektive (was auch immer das ist) Meinung erwarten. Hier ist jemand mit David Bowie Klängen aus den 70ern aus dem Nachbarzimmer seines Bruders aufgewachsen, und ist diesen Sound, diese Stimme nie wieder losgeworden. Und so ging es mir wie wahrscheinlich vielen Fans, eigentlich hatte ich mich schon abgefunden damit, dass sich Bowie würdevoll in den Ruhestand zurückgezogen hat. Würdevoll und mit einem Vermächtnis, einer Fülle unvergessener Lieder, von denen man weiß, dass sie bleiben werden. Umso überraschend dann die erste Januarwoche, morgens noch im Internet vom 66 Geburtstag gelesen, mit eben jenem sentimentalen Gedanken an den Ruhestand und dann diese überraschende Veröffentlichung von WHERE ARE WE NOW, sondern auch die Ankündigung des Albums.

In einem Satz: ‚The Next Day‘ ist grandios geworden, textlich immer spannend, ansprechend und tiefgründig, musikalisch voller Verweise, überraschender Ideen und wunderbarer Melodien.

THE NEXT DAY eröffnet das Album mit einer sehr schönen Reminiszenz in Form eines schmutziges Velvet Underground Riffs und erzählt die Geschichte eines Kriminellen, der um sein Leben rennt. Was aber auch gleich ins Auge (Ohr ;-) fällt ist der erste von vielen Verweisen auf die eigene Sterblichkeit, ‚My body left to rot in a hollow tree‘

Auch der zweite Song DIRTY BOYS ist ein Verweis an die eigene Vergangenheit und kommt daher wie ein entfernter Verwandter von „Ashes to Ashes“ mit schauerlichen Gitarren, Bariton Saxophone und verwaschenen Gesangslinie. Düster, aber auf eine sehr britische nette Art.

THE STARS (ARE OUT TONIGHT) ist einer der einfachsten, leichtesten und zugänglichsten Songs, mit einem fantastischen Chorus. Auch hier steht das Thema Altern im Vordergrund.

LOVE IS LOST ist ein absolutes Albumhighlight. Bewegend und beschwörend, die Orgel lässt Übles schwanen, die Gitarren scheinen sich immer wieder im Raum zu verirren. Die Jugend scheint ihm bedrohlich, neue Dinge und Sichten sind im Überfluss vorhanden, nichtsdestotrotz …. „your fear is still old“. Hier wird deutlich, dass es sich nicht nur um einen verklärten, romantisierenden Rückblick eines älteren Herren handelt.

WHERE ARE WE NOW? Das unerwartete Geburtstagsgeschenk, wahrscheinlich hätte Bowie auch Weises Rauschen rausbringen können, es wäre ihm aus den Händen gerissen worden. So aber ist es ein introspektiverm majestätischer Song geworden, der in der Stimmung an ‚Thursday's Child‘ erinnert. WHERE ARE WE NOW? ist einerseits eine Reminiszenz an seine Berliner Jahre, andererseits aber auch eine Ode an Älterwerden. Das Video dazu ist wunderschön, wenn auch etwas traurig. Erst mit der Zeile „As long as there is fire...“ verschwindet die bedrohliche melancholische Enge.

VALENTINE’S DAY ist Ambivalenz pur, direkt beim ersten Hören ist der Song geradezu süß, geradezu einladend, mit seinem bedeutungsvollen Riff und der ansprechenden Chorus. Aber halt, das besungene „tiny face” ist das eine Teeny Psychopathen, der kurz vor einer Tat steht …

IF YOU CAN SEE ME ist vielleicht der experimentellste Song des Albums. Über einen desorientierten, rumpelnde Rhythmus folgt eine Wirrwarr aus Noten und Worten, die Wut des letzten Songs bleibt …. „I will slaughter your kind“

I’D RATHER BE HIGH bleibt in dieser düsteren Gedankenwelt, über einem psychedelischen wunderbaren Riff wird die Geschichte eines jugendlichen Soldaten und seinen grässlichen Umständen erzählt. Vielleicht oldfashioned, aber ja, ein Antikriegsong, dem es gelingt seine schaurige Nachricht zu transportieren.

BOSS OF ME läßt Gail Ann Dorsey etwas Spielraum, mit einer feinen kleinen funkigen Bassline, Bowie darf auch wieder sein geliebtes Bariton Saxophone auspacken.

DACING OUT OF SPACE beginnt schon fast mit einem “Lets’s dance“ snare drum geht aber dann natürlich in eine andere Richtung, das immer wieder abschweifende Riff gibt dem Song die Leichtigkeit eines Brit Pop Shuffles.

In HOW DOES THE GRASS GROW / APACHE reflektiert Bowie den ethnischen Genocid mit alptraumhafter Verzweifelung und konterkariert mit einem la la la Chorus.

In (YOU WILL) SET THE WORLD ON FIRE lässt Bowie den inneren Rocker von der Leine, eine gelungene Verneigung vor der Tin Machine Phase unseres Helden. Erinnert sich noch jemand? Bowie war einer der ersten, der Ende der 80er wieder die schmutzigen Gitarren auspackte, damals ging das ja fast unter, obwohl er damit trendtechnisch wieder die Nase vorn hatte.

YOU FEEL SO LONELY YOU COULD DIE ist ein weiterer epischer Höhepunkt und ein üppiger Verweis auf den guten alten Ziggy und seinen „Rock’n’Roll Suicide“, aber vor allen auch voller boshafter Bemerkungen anstelle von Mitgefühl.

Der Schlusssong HEAT ist ein angemessener Schlusspunkt und ein brillantes Beispiel, warum es gut ist, solche Musiker wie Bowie zu haben. Überirdische Gesangsparts, eigenartiges Geräuschen, wehklagenden Streichern und impressionistischen Texten. „I am a seer, I am a liar“ fasst Bowie seine Karriere in einem Satz zusammen, immer noch ausweichend und gerissen, nach all den Jahren und Jahrzehnten.

Das Album ist undurchsichtig und liefert auch keine einfachen Antworten, die man von einem in Würde gealterten Künstler wie David Bowie erwarten kann. Aber gerade in dieser Undurchsichtigkeit ist „The Next Day“ ein Triumph geworden, den wahrscheinlich viele nicht mehr erwartet haben: Ein innovativer, düsterer, gewagter und kreativer Triumph, wie ihn neben Bowie wahrscheinlich nicht viele Musiker dieser Generation mehr hinbekommen werden.
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am 24. März 2013
Bowie Fans finden eh gut, was immer er macht ...
Ich bin ein Bowie-Fan, also glauben Sie mir einfach nicht.
Oder doch: Mal wieder total genial. Eigenwillig und doch unverkennbar Bowie mit dem Effekt, den ich seit Jahrzehnten liebe:
Beim dritten hören gefallen einem die Lieder, die man zuerst eher schräg und/oder schlecht fand. Beim fünften Hören ist man überzeugt davon, dass dies die beste Scheibe ist, die er je gemacht hat.
Kaufen, runterladen, klauen, wiedermal ein echtes Highlight des unfassbaren Meisters.
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am 18. Juni 2013
Was selbst die treuesten Fans nicht mehr für möglich hielten passierte anno 03/2013, als das künstlerische Chamäleon David Bowie nach der Veröffentlichung seiner Single "Where are we now?" mit "The next day" sein 24.Studio-Album nachlegte. Nach einer Künstlerpause von insgesamt 10 Jahren, reichte es bei der neuen Scheibe leider zu keinen neuen Cover. Was uns der Künstler mit dem Retro-Cover sagen will, bleibt wohl sein Geheimnis. Bowie gehört zweifellos mit mehr als 140 Millionen weltweit verkauften Tonträger zu den einflussreichsten Musikern der Musikgeschichte. Stets ein Trendsetter seiner Zeit, ohne sich den aktuellen Gepflogenheiten der kommerziellen Musikindustrie anzubiedern. Typisch Bowie, dass er nach etlichen schwächeren Alben der Neunziger wieder eine Granate zündet, mit melodiösen Ohrwürmer wie "The stars are out tonight", "Valentine's day" und "I'd rather be high", die dir nie wieder aus dem Ohr gehen, und allesamt Hit-Qualitäten aufweisen. Weitere Anspieltips der tollen Scheibe sind ihre gefühlvollen Balladen "You feel so lonely you could die", "Where are we now?" und "Love is lost", die die Veröffentlichung zum absoluten Hörgenuss machen, und Bowie als einflussreichsten Pop-Musiker aller Zeiten bestätigen.
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am 8. März 2013
Eigentlich kann man es ja kaum in Worte fassen, wie unbeschreiblich schön das Gefühl ist, nach zehn langen Jahren endlich ein neues Bowie Album in den Händen halten zu können. Fast hätte man damit schon gar nicht mehr gerechnet.
Und doch...
Wie aus aus dem Nichts tauchte plötzlich am 8.1.2013, pünktlich zu David Bowies 66. Geburtstag, die neue Single "Where Are We Now?" als Video-Clip im Internet auf. Damit verbunden ein Relaunch der Web-Site und die Ankündigung eines neuen Albums für Anfang März mit sage und schreibe 17(!) neuen Songs. Und 12 weitere hat er noch in Reserve für ein nächstes Album. Eine Sensation!

Ab jetzt hiess es nur mehr warten - warten - warten. Zwei Monate können so verdammt lang sein!
Wie wird dieses neue Album wohl sein? Was hat sich musikalisch verändert in den letzten zehn Jahren? "Hours" (1999), "Heathen" (2002) und "Reality" (2003) sind sich ja irgendwie ähnlich - wird Bowie dort weitermachen? Oder wendet er sich wieder mehr der kommerziellen Richtung zu? (hoffentlich nicht!). Oder macht er ganz was anderes? Fragen über Fragen, doch nun ist die Zeit des angespannten Wartens Gott sei Dank vorbei!

Was Bowie im Lauf der letzten zwei Jahre ausgetüftelt und mit Hilfe seines langjährigen Freundes und Produzenten Tony Visconti im New Yorker Studio "The Magic Shop" gezaubert hat, übertrifft selbst meine kühnsten Erwartungen.
Mit "The Next Day" hat David Bowie zum einen ein intensives Werk von beeindruckender Dichte und kompositorischer Präzision geschaffen; zum anderen ist ihm damit ein grossartiges Comeback und ein festes Entree in eine neue Dekade gelungen.

STIL:
Stilistisch ist "The Next Day" vor allem eines: ein Rockalbum. Und was für eines. Mit viel Bowie in allen Variationen und reichlichem Einsatz von Gitarre, Bass und Schlagzeug. Voller Ecken und Kanten und einer Bandbreite an Songmaterial, das sich von tiefer Schönheit ("Heat") bis hin zu brachialer Unerbittlichkeit ("The Next Day") erstreckt, zeigt Bowie hier alle Facetten seiner Kunst.
Gespickt mit Zitaten und Querverweisen zum eigenen Werk, verpackt mit viel Ironie und manchmal auch etwas Zynismus, verarbeitet und recycled Bowie hier Zutaten aus seinem reichlichen Fundus (Lodger/Tin Machine/Scary Monsters/Ziggy Stardust/Heroes) in völlig anderem Kontext zu etwas komplett Neuem. So entsteht der Eindruck, man kennt das von irgendwo, nur man kann nicht genau sagen, woher. Und trotz der Beimengung bekannter Bowie-Aphorismen entwickelt dieses Album, das anfangs vielleicht etwas spröde und sperrig klingen mag, nach mehrmaligem Hören seinen ganz eigenenständigen Charakter im Kopf des Zuhörers. Es ist als ganzes nicht direkt vergleichbar mit irgend einem seiner anderen Alben - es steht für sich selbst. Und es ist ganz weit entfernt von seiner kommerziellen Phase der 80er Jahre (Let's Dance/Tonight/Never Let Me Down). "Sucht man den klassischen Bowie, so wird man ihn auf diesem Album finden - sucht man den innovativen Bowie, so wird man ihn auf diesem Album ebenso finden" (Zitat: Tony Visconti - David Bowies "Stimme auf Erden").

TEXT:
Auf gewohnt hohem Niveau entwirft Bowie in seinen Texten verschiedene Muster über verzweifelte/gescheiterte Charaktere, die er mit Hilfe unterschiedlicher Stimm-Nuancierungen zum Leben erweckt. Er erzählt Geschichten, doch er lässt Lücken, um die Fantasien anzuregen; oft wirft er dem Zuhörer nur wenige Wort/Satz/Brocken hin, um diesem ein Maximum an freier Interpretation zu verschaffen. Er wühlt in der Historie - projeziert in die Gegenwart - kratzt an sozialkritischen Themen - nagt an Zwischenmenschlichem - reflektiert seine Vergangenheit und den eigenen Mythos in anderem Licht ("gleaming like blackened sunshine").

MUSIK:
Musikalisch wirkt dieses Album schlank und entschlackt, mit einem hohen Mass an Modernität. Stellenweise ungewohnt spartanisch instrumentiert, verzichtet Bowie hier auf diverse Soundspielereien. Der Einsatz von Synthesizern ist eher zurückhaltend. Unnötiger Ballast und Schnickschnack wurden über Bord geworfen; man beschränkt sich auf das Essentielle. Die Band spielt präzise auf den Punkt und präsentiert sich vom Sound her jung und dynamisch.
Manchmal treten die Musiker auch ein paar Schritte in den Hintergrund, um Bowie den Vortritt zu lassen. Die Songs sind kurz gehalten, frei nach der Devise "in der Kürze liegt die Würze". Anders als z. B. bei "Earthling" (1997), wo die Songs zumeist eine Länge von fünf bis sechs Minuten aufweisen und wo Effekte bzw. Instrumentalpassagen eher grosszügig eingesetzt wurden, spielt hier Bowies Stimme eindeutig die Hauptrolle. "The Next Day" enthält ausschliesslich Original-Kompositionen, es gibt keine Cover Versionen. Glasklar in der Produktion und mit dem Visconti-typischen donnerndem Drum-Sound versehen, präsentiert sich dieses Album äusserst kompakt und homogen.

BAND:
Zum Kern der Band neben dem Meister selbst gehören im Prinzip lauter "alte" Bekannte: Gail Ann Dorsey (bass, backing vocals), Gerry Leonard (guitar) und an den Drums wechselweise Zachary Alford bzw. Sterling Cambell, der aber nur begrenzt zur Verfügung stand, da er anderweitige Verpflichtungen bei den B-52's hatte. Bowie übernahm die Keyboard/Sythesizer-Passagen und spielte bei einigen Tracks Akustik-Gitarre. Produzent Visconti widerum zupfte bei einigen Titeln den Bass. Zusätzlich beteiligt waren namhafte Musiker wie Earl Slick (guitar), David Torn (guitar effects), Tony Levin (bass), Steve Elson (sax) und Henry Hey (piano). Sogar ein Streich-Quartett wurde bei einigen Songs eingesetzt, um den Sound zu verfeinern. Auch King Crimson-Gitarrist Robert Fripp wurde eingeladen, ebenfalls mitzumachen, doch aus Termin-Gründen musste dieser leider absagen.

SONGS:
1. The Next Day
Volle Power gleich zu Beginn. Rockig, rotzig, trotzig - mit mächtiger Stimme, dominanten/verzerrten Gitarren und satten Drums. Thematik: Vergänglichkeit. "Here I am, not quite dying/"My body left to rot in a hollow tree". Tin Machine lässt grüssen - ruft aber auch Erinnerungen wach an "Lodger" (1979) oder "Scary Monsters" (1980).

2. Dirty Boys
Ein zerklüftetes Stück Modern Jazz, das anmutet, als wäre es von Laurie Anderson - mit zitterndem Bass (Tony Levin), schroffem Bariton Sax (Steve Elson) und klirrend-kalten Gitarren (Gerry Leonard, Earl Slick). In einer Art Kaugummi-Gesang erzählt Bowie von einer Rocker-Bande, den "Dirty Boys", denen man sich nicht entziehen kann.

3. The Stars (Are Out Tonight)
Die zweite Single-Auskopplung. "We have a nice life" flüstert Tilda Swinton im dazugehörigen Video-Clip David leise ins Ohr. Damit bringt sie es auf den Punkt. Vermittelt wird das Bild des "heilen", biederen Lebens eines Ehepaares, das jäh gestört wird wird durch die Ankunft eines jungen, party-affinen Pärchens in der Nachbarschaft. Seltsam nur, dass eine der Protagonistinnen mit ihren roten Haaren aussieht wie David in seinen jungen Jahren zu seiner "Cracked Actor"-Zeit (1974). Ob das wohl ein Zufall ist? The Stars (Are Out Tonight) ist ein flottes Stück. Dezente Synths gepaart mit Strings und einem hintergründigen Bariton Sax schaffen eine bedrohliche Stimmung von aufkommendem Unbehagen. "Stars are never sleeping - the dead ones and the living". Wirkt ähnlich beschwörend wie "The Voyeur Of Utter Destruction" ("Outside", 1995).

4. Love Is Lost
Psychodelische Orgelklänge, stampfende Drums, Verzweiflung in der Stimme und echoverhallte Gitarren erzeugen ein hypnotisches, beklemmendes Feeling, ähnlich wie bei Alex Harvey's "Faith Healer". Kernaussage: "Alles ist neu, nur die Ängste sind die alten geblieben". Könnte von "Scary Monsters" (1980) sein.

5. Where Are We Now?
Mit schwebend leichter Melodie und dezenten Gitarren, aber textlich und von der Stimmlage her von tiefer Melancholie und Schwermut geprägt, erinnert sich Bowie an das Berlin der ausklingenden 70er Jahre, wie er es erlebt hat. Eine Ballade wie aus einer anderen, fernen Zeit. Und ein für dieses Album atypischer Song.

6. Valentine’s Day
Mit leicht süsslichem Gesang und den "sha-lal-la"-Chören aus dem Hintergrund versprüht "Valentine’s Day" pure Nostalgie. Allerdings geht es hier thematisch nicht um den 14.2., an dem man sich Blumen schenkt, sondern um einen Serienkiller namens Valentine. Earl Slick lässt die Gitarre jaulen in bester Mick Ronson-Manier. Gegen Ende des Songs liefern sich Slick und Bowie ein Duell "Gitarre vs. Stimme" - fast so schön wie bei "Moonage Daydream" ("Ziggy Stardust", 1972)

7. If You Can See Me
Hämmernde Sythies, gehetzter Gesang, hektische Drum & Bass-Rhythmen wie bei "Earthling" (1997), doch zum Unterschied, hier mit "echten" Instrumenten gespielt.

8. I’d Rather Be High
Ein Song zum Thema Krieg. Prägnante Drums, griffige Gitarren-Licks und helle, gezogene Vocals mit Beatles-Touch erzeugen zusammen mit dem Background-Chor ein gewisses Sixties Flair.

9. Boss of Me
Steve Elsons Bariton-Sax kommt erneut zum Einsatz. Verhaltene Orgel, die feine Bassarbeit von Tony Levin sowie die Background Vocals von Gail Ann Dorsey bilden den weiteren Boden, auf dem sich Bowie hier mit klagender Stimme bewegt: "Who'd have ever thought of it, who'd have dreamed" / "that a smalltown girl like you would be the boss of me".

10. Dancing Out In Space
Ein im Uptempo Rhythmus gehaltener Song mit leicht verzerrten Gitarrenklängen/Effekten, beigesteuert von David Torn. Erinnert an "Heathen" (2002).

11. How Does the Grass Grow?
Fängt an wie "Boys Keep Swinging", wird aber sofort beim Einsatz des Gesangs von Bowie in eine andere Richtung dirigiert. Eine bitterböse Western-Idylle voller Zynismen. Bowies helle, klagende Staccato-Vocals und die wiederkehrenden "Ya Ya Ya"-Chöre (entlehnt aus dem Shadows-Song "Apache") untermauern die düstere Grund-Stimmung. Deftige Gitarren-Parts im Stil von "Heroes" (1977) gegen Ende des Songs.

12. (You Will) Set the World On Fire
Ein sehr kraftvoller Titel, gesungen mit elegisch tiefer Stimme und begleitet von donnernden Drums, präzise in Szene gesetzt von Sterling Campbell. Mit Schweine-Gitarren (Earl Slick, Gerry Leonard) a la Tin Machine. Erinnert etwas an "Bang Bang" ("Never Let Me Down"; 1987)

13. You Feel So Lonely You Could Die
Eine Midtempo-Ballade in bedrohlicher Stimmlage, begleitet von akustischer Gitarre und Streichern. Passt stilistisch perfekt in die Ziggy Stardust-Phase. Das Drums-Outro ist wieder einmal ein Selbstzitat.

14. Heat
Das athmosphärisch düster fliessende, mit tiefer Stimme im Stil von Scott Walker gesungene "Heat" bildet den Ausklang des Albums. Untermalt von Bowies Akustik-Gitarre, Streichern und Gail Ann Dorseys virtuosem Fretless Bass-Spiel. Textlich kontrovers. "And i tell myself, i don't know who i am"/"I am the seer, but i am a liar".

Bonus Tracks
1. So She
Ein federleichter, melancholischer Song mit dezenten Gitarrenklängen und verhaltenen Drums.

2. I’ll Take You There
Ein flotter, rockiger Track mit prägnantem Gitarren-Riff, den Bowie gemeinsam mit seinem Gitarristen Gerry Leonard geschrieben hat.

3. Plan
Ein Instrumentaltitel. Er enthält diese Passagen, die als Einleitung zum Clip "The Stars (Are Out Tonight)" verwendet wurden.

Mit Absicht habe ich keine Bewertung der einzelnen Songs vorgenommen. Da muss sich schon jeder selbst durchhören und überraschen lassen - ich kann nur soviel sagen: Trotz einer Spieldauer von über 60 Minuten, vergehen diese sehr schnell. Das mag daran liegen, dass "The Next Day" ein äusserst kurzweiliges Album ist, auf dem es keinen schwachen Song gibt - und deshalb vergebe ich 5 Sterne!
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