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am 12. März 2013
Bei Adaptionen bin ich durchaus nicht unkritisch. Wenn mir ein Buch gefallen hat, habe ich eine gewisse Erwartungshaltung an den Film, was die Grundessenz der Vorlage angeht - filmerische Freiheiten wie beispielsweise Tiffanys Alter (eigentlich ist Jennifer Lawrence viel zu jung) stören mich überhaupt nicht, aber die Grundstimmung muss vorhanden sein.

Interessanterweise weicht "Silver Linings" sogar erheblich von der Vorlage ab - die Grundstory stimmt in etwa, aber gerade zum Ende hin hat Film mit Buch nicht mehr viel zu tun -, ohne dass es mich gestört hat. Das liegt vielleicht zum einen darin, dass das Gefühl, das sich beim Lesen einstellte, dem beim Anschauen des Filmes sehr ähnelte: Man fühlt sich einfach gut. Es geht um völlig abgedrehte Figuren, die in ihrer abgedrehten Welt leben und letztlich nur darauf hoffen, endlich ihren Silberstreif am Horizont zu entdecken. Das Schöne ist, dass der Zuschauer diesen ebenfalls erspäht, wenn er sich auf die verrückte Geschichte einlässt.

Bradley Cooper und Jennifer Lawrence brillieren und haben nicht umsonst eine Nominierung bzw. einen Sieg bei den Academy Awards eingeheimst. Jeder skurrile Dialog sitzt und übertrumpft den vorigen; die Tanzszenen sind wichtig, nehmen aber nicht so viel vom Film ein, dass auch Leute, die mit Tanzen nichts anfangen können (so wie ich), sich nicht daran stören sollten. Auch Robert De Niro und Jacki Weaver (ebenfalls Oscar-Nominierungen) gelingt ein guter Mix aus Komik und Tragik.

In Kritiken habe ich gelesen, die Ernsthaftigkeit psychischer Krankheiten werde lächerlich gemacht, aber das empfinde ich überhaupt nicht so. Ich sehe "Silver Linings" eher als Aufruf, trotz jedweder Lebensumstände Wege zu finden, optimistisch zu bleiben; und auch wenn das im Buch (das ja aus Pats Sicht geschrieben ist) noch besser gelingt, weil man ständig mit Pats Gedanken konfrontiert ist, hat David O. Russell das Bestmögliche aus dem Skript und den Darstellern herausgeholt.

Leider wieder mal schön deutsch-dämlich: Im Original heißt der Film "Silver Linings Playbook", im Deutschen "Silver Linings", weil das dem deutschen Zuschauer wohl aus irgendwelchen Gründen mehr sagen soll. Manchmal zweifele ich echt am Verstand dieser Übersetzer. Dann kann man auch den kompletten Titel übernehmen.

Dafür kann der Film aber ja nichts - volle 5 Sterne sowohl für Film als auch Buch, und das trotz gravierender Unterschiede. Ich kann das Buch jedem trotzdem ans Herz legen (The Silver Linings Play Book), aber wenn man den Film gesehen hat, darf man sich halt nicht wundern, wie verschieden beides ist.
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am 31. Mai 2013
... bietet David O. Russels -Silver Linings-. Nach der Novelle von Matthew Quick hat Russel einen Film abgedreht, der sich von -Einer flog übers Kuckucksnest- zu -Shall we Dance- verwandelt. Hätte man mich vorher gefragt, ob so etwas möglich ist, ich hätte nur den Kopf geschüttelt. Jetzt weiß ich: Ja, das funktioniert! Zäh und sperrig startet -Silver Linings- mit dem psychopathischen Pat(Bradley Cooper) der nach 8 Monaten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik wieder nach Hause kommt. Pat hat den Liebhaber seiner Frau fast zu Tode geprügelt, jetzt muss und will er sich wieder als "normaler" Ehemann bewähren. Ein Gerichtsbeschluss verbietet ihm jedoch, sich seiner Frau Nikki(Brea Bee) zu nähern. Aber Pat bekommt Nikki einfach nicht aus seinem Kopf.

Zu Hause hocken Pats Eltern Patricio(Robert De Niro) und Dolores(Jacki Weaver). Patricio hat seinen Job verloren und will ein Restaurant aufmachen. Das Geld versucht er über Sportwetten hereinzubekommen. Dabei ist er mindestens genau so manisch, wie sein Sohn. Der tappt mittlerweile von einem Fettnäpfchen ins nächste. Pat nimmt seine Tabletten nicht ein, inszeniert beim Arzt einen Aufstand und scheint derart aufgeladen zu sein, dass er kurz vor dem Platzen steht. Das kann nicht gut gehen. Officer Keogh(Dash Mihok) hat bereits ein Auge auf ihn geworfen, um ihn jederzeit wieder in die Anstalt zu verfrachten.
Dann lernt Pat Tiffany(Jennifer Lawrence) kennen. Die Polizistenwitwe gilt als "leicht zu haben" und ist psychisch mindestens genau so angeschlagen wie Pat. Der will sie sich vom Leib halten, aber Tiffany ist hartnäckig. Sie eröffnet ihm die Chance, dass sie einen Brief, den er an Nikki geschrieben hat, seiner Frau übergibt. Dafür würde Pat alles tun. Tatsächlich verlangt Tiffany etwas für ihre Dienste. Ihre Therapie ist Tanzen. Sie braucht einen Partner für einen Tanzwettbewerb. Das soll Pat sein. Der weigert sich zunächst, willigt dann aber ein. Von da an überschlagen sich die Ereignisse und am Ende kommt alles anders, als gedacht...

-Silver Linings- braucht einen ziemlichen Anlauf, bis sich die Fäden der Geschichte ordnen. Für mich war es der Moment, als Tiffany auf der Bildfläche erscheint, als die Geschichte ihre Bestimmung findet. Die Dialoge zwischen Tiffany und Pat sind schlichtweg genial. Bradley Cooper als unbeherrschbare Nervensäge und Jennifer Lawrence als ziemlich kaputte Witwe spielen ihre Parts hervorragend. Dabei ist Lawrence so begehrenswert wie selten zuvor. Beide Hauptdarsteller schaffen es sogar Robert De Niro zum Nebendarsteller zu degradieren.

-Silver Linings- ist erfrischend anderes Kino. Perfekt besetzt und grandios gespielt legt der Streifen Minute um Minute zu und am Ende kommt man aus dieser Geschichte nicht mehr raus. Zu den Bildern gibt es Wahnsinnsmusik. Während Pat durchdreht und Tiffany versucht, diesen hyperaktiven Typen in die richtigen Bahnen zu lenken, gibt es Songs von Jesse J, Johnny Mathis, Led Zeppelin, Bob Dylan, Johnny Cash, Dave Brubeck,den White Stripes und den Alabama Shakes zu hören. Das passt wunderbar zu den Bildern vom Wahnsinn und der großen Liebe.

Ganz sicher ist -Silver Linings- kein Film, der sich einem leicht erschließt. Aber wer ein bisschen Geduld aufbringt, der wird nach und nach auf grandiose Weise belohnt werden. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten lassen. Wer weiß, vielleicht funktioniert das bei Ihnen ja auch. Probieren sie es einfach aus.
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am 31. Mai 2013
Lehrer Pat (Bradley Cooper) erwischt seine Ehefrau in flagranti und schlägt ihren Liebhaber krankenhausreif. In der Psychatrie wird eine bipolare Störung mit starken Gefühlsschwankungen und spontanen Wutausbrüchen bei Pat festgestellt. Nach acht Monaten Klinikaufenthalt zieht er bei seinen Eltern ein. In der Nachbarschaft lernt er die resolute und vorlaute Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen, deren Ehemann vor kurzem tödlich verunglückt ist. Die beiden Freunden sich an und helfen sich gegenseitig bei ihrem Weg zurück ins Leben...

Regietalent David O. Russell schrieb das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Matthew Quick, und verfilmte es auch gleich selbst. Ein Glücksfall - denn Russells Gespür für glaubhafte Charakterzeichnungen und spannende und wirklich unterhaltsame Dialoge ist phänomenal. Dafür ist SILVER LININGS der beste Beweis.

Es ist einfach schön wenn Cooper und Lawrence ihre erste Tanzprobe beginnen und dabei Bob Dylans Duett mit Johnny Cash komplett und Szenenübergreifend ausgespielt wird. Das ist großes Kino und ich bekam eine Gänsehaut aufgrund dieser starken Inszenierung, welche sich durch den gesamten Film zieht.

Ein großes Plus ist es auch, dass der Film auf mehren Ebenen großartig funktioniert und die Genres nahe zu unbemerkt in einander verfließen. Er funktioniert als Familiendrama, Tragikkomödie und natürlich auch als Romanze. Selbst ein paar Sportfilmklischees werden bedient - und es stört nicht mal im geringsten.

Das Zusammenspiel und die damit verbundene Chemie der beiden Hauptdarsteller ist grandios. Bradley Cooper in seiner bisher besten Rolle und die für diesen Film Oscarprämierte Jennifer Lawrence, die ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, sind perfekt Besetzt und liefern eine wahnsinnig gute Performance ab. Ganz großes Lob.

Schön auch mal wieder den großen Robert De Niro, der in den letzen Jahren leider viel Müll dreht, in einer tollen Rolle zu sehen. Er gibt Pats spielsüchtigen Vater, dessen American-Football-Fanatismus gepaart mit seinem irrsinnigen Aberglaube, zu einigen großartigen Szenen führt. Auch der kaum in Spielfilmen auftretende Chris Tucker liefert als Pats Psychatrie-Kumpel einen guten Job ab.

Mein Fazit: Anspruchsvolles Hollywoodkino fernab von den ganzen 08/15-Produktionen und dem Fortsetzungswahn, welche das Kino ansonsten überschwemmen. Wunderbar schrulliges und direkt auf den Punkt gebrachtes Werk, voll mit großartigen und unverwechselbaren Szenen.

Meine Wertung: 9 von 10
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am 21. November 2016
Bradley Cooper verbringt acht Monaten in der Psychatrie und will Pat in sein altes Leben zurück – Frau, Job, Haus. Dabei übersieht er die Avancen von Tiffany (Jennifer Lawrence), frisch verwitwet und sie ist mindestens genau so getroffen vom Schicksal

Worum geht’s wirklich?
Eine verrückte Handlung in der Stimmungen schwanken.auch viele Szenen zwischen tragisch und komisch.

So charmant die Figuren sind ist auch der Film
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am 11. September 2014
Worum geht’s?
Nach acht Monaten in der Psychatrie will Pat (Bradley Cooper) in sein altes Leben zurück – Frau, Job, Haus. Dabei übersieht er die Avancen von Tiffany (Jennifer Lawrence), frisch verwitwet und mindestens genauso kaputt wie Pat.

Worum geht’s wirklich?
Auch die Verrücktesten haben eine Chance auf die Liebe. Wie Pats Stimmungen schwankt auch der Film zwischen tragisch und komisch.

Wermutstropfen:
So charmant die Figuren sind – ihre Probleme scheinen größer, als der Film zugeben will. Die Handlung wirkt deswegen oft arg konstruiert und unrealistisch.
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am 7. Oktober 2016
Schlechthin einer meiner absoluten Lieblingsfilme, obwohl ich schon übertrieben oft inzwischen gesehen habe. Sollte in keiner Sammlung eines Filmfans fehlen. Dieser Film hat wirklich ALLES was ein Film braucht...
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am 12. September 2016
" Silver Linings " oscarprämiert ! ....
und der Zuschauer, der sich die klebrigen Bonbonreste nach zwei Stunden Verplombung des Gehirns mit hysterischem Ami - Kitsch aus den porösen Gehirnwindungen kratzt, noch versonnen dem pfeifenden Tinitus in seinen Ohren nachspürt (Ergebnis unentwegter Dauerbeschallung mit durcheinanderquakenden Schmalspurdialogen) ,greift sich an den Kopf. Der Oscar, einst sollte er Ausdruck aussergewöhnlicher Leistungen im Filmgeschäft sein, nun ist der Moment diese Trophäe auf dem roten Teppich zu schwenken, wohl profan und belanglos geworden, vergleichbar mit dem alten Wurstzipfel, den jedes Kind beim Metzger gratis in die Hand gedrückt bekommt- und der dann im übrigen bei der Ranzigkeit des Inhaltes und der künstlichen Pelle drumherum, alsbald die Gesichtshaut grünlich erschillern lässt.
Da wären wir nun bei der Verdauung gelandet und durch die Hintertür ebenfalls wieder bei " Silver Linings" . Denn Völlegefühle treten dann auf , wenn ein Regisseur , wie David Russell versucht mit allen Mitteln alles was an abgeschmackten und erfolgsversprechenden Zutaten in Hollywood herumschubbert in einen einzigen quitschbunten Wulst an Film hineinzustopfen, ohne dass die einzelnen Ingredienzen intelligent angerührt sind oder ein homogenes Ganzes ergeben.

Was bleibt auf der Strecke, wenn drollig naiv aufgearbeitete Resozialierungsgeschichte , Liebesdrama zweier Aussenseiter , in Klischee erstickender Vater- Sohn Konflikt mit Football , Tanzfilm und steter Dauerbeschuss an unglaubwürdigen und überdrehten Klamauk Szenen zusammengequetscht werden ? - Jegliche feine, auch stille Nuance, jegliche echte tiefe Anteilnahme, jede wirklich authentische kleine Emotion, die nicht von Hektik, Überfrachtung und Bonbonästhetik zerbröselt wird , jede Möglichkeit einmal in die Figuren, die in dieser Art nichts anderes als Pappfiguren aus dem Hollywood Kitschkonserven Regal sind , tiefer hineinspüren zu können.
David Russell will die Herzen bewegen und sucht sein Heil in einer orientierungslosen , mit dem Vorschlaghammer zusammengezimmerten Albernheits-Sause, die klumpig süss, Karies schon in den Gehirnleisten erzeugt bevor das Herz überhaupt erreicht werden könnte.
Nicht im mindesten werden hier menschliche Schicksale adäquat herausgearbeitet oder Charaktere plastisch und berührend. Dafür ist alles zu sehr unoriginelle und vorhersehbare Disney Party und lärmender Oberflächenreiz. Willkommen in Gagaland Amerka mit seinen schrill zusammengeschlunzten Plastikhansels und den durchgelutschten Drama-Versatzstücken aus jeder Daily Soap.

In " Silver Linings" ist jeder schräg, überkandidelt und jedem möchte man einen dampfenden Pferdeapfel in die Gurgel drücken, zusammen mit einer Fuhre Heu , damit endlich das quiekende, brüllende Sprechzentrum kapituliert .
Denn mitteilsam auf typisch aufgeplusterte Hollywood Chargen Art sind sie alle. Wild gestikulierend, augenrollend, mit offenem Mund, mit hochgezogenen Augenbrauen oder Schafsblick . Ein Concerto der " Wows" und " Oh my God" s , ein Chorus der überzogenen Gestiken, blubbernden Plattitüden und affektierten Grimassen . Spricht, grimassiert und gestikuliert das herkömmliche amerikanische Säugetier in der Realität wirklich so, wie es uns in den gebotoxten Kunstoff- Soaps und dem Gros aller Dosenfutter -Kinofilme gezeigt wird ?
Wie auch immer, in " Silver Linings" müssen sich Attribute wie Feinsinnigkeit, Zwischentöne , authentische Schauspielkunst, Melancholie und Traurigkeit, die echt wirkt, und anrührende Komplexität ganz hinten an der Fast Food Theke anstellen.

Pat Solitano hat alles verloren. Schuld daran ist seine unberechenbare Krankheit : Bipolare Affektstörung .
Seiner Frau darf er sich nicht mehr nähern, nach dem er ihren verhassten Liebhaber aus einer plötzlichen Überreaktion krankenhausreif schlug. Alles setzt Pat jedoch daran, die Gunst seiner Ex - Frau wieder zu gewinnen. Er liest intellektuelle Bücher, damit der klamme Hohlraum zwischen den Ohren 'mal etwas befeuert wird, joggt jeden Tag im Park, geht brav zu seinen therapeutischen Sitzungen ( klamaukig abgefrühstückt) . Bradley Cooper in der Rolle des Pat soll unsere Sympathien an diese gescheiterte Figur binden. Das gelingt ihm dann, wenn das einfältige Drehbuch mit den naiven überdrehten Dialogen und Szenen, die oft zur Parodie gerinnen, das auch einmal zulässt .
Jedes Mal wenn Pat ein Schritt nach vorne in seiner Entwicklung macht, wirft ihn ein Ausbruch der alten Impulsivität wieder zwei Schritte zurück. Alles ändert sich , als er sexy Tiffany ( Jennifer Lawrence ) kennenlernt. Auch sie ist unangepasst , kämpft mit eigenen Dämonen, ist direkt und frei heraus, sexuell fordernd ( das macht doch einmal Freude..!) und verbirgt hinter ihrer Taffheit eine zarte verletzliche Seele. Auch sie kämpft mit steten Verlustängsten und Stimmungsschwankungen . Natürlich sind diese beiden Charaktere füreinander bestimmt , aber die Verwicklungen häufen sich. Ein Tanzturnier werden beide bestreiten und richtig Streß macht auch noch der Vater von Pat ( Robert de Niro). Die alte Stinkesocke hat ebenfalls nicht alle Kartoffeln in der Kombüse. Unter anderem hat er als heißblütiger Fan des Football Sports mittlerweile Stadionverbot wegen Gewalttätigkeit . Der Hang zur Aggression scheint also in der Familie von Pat zu liegen und ein selten abgedroschenes Vater Sohn -Emotionsdilemma lugt dann schon bereits um' s Eck.
Der Mann, der einst der grosse Robert de Niro war, darf hier wieder einmal als lachhafter Familientyrann auf bekannt jammernde Weise die Runzelstirn wellen, die Mundwinkel verziehen und überspannte Wortflatulenzen herauströten, ...wie immer halt in den gefühlt letzten zwei Jahrhunderten. Ob Robert de Niro sich irgendwann mit diesen immer gleichen kindisch plärrenden Filmauftritten , die hart an schauspielerische Totalverweigerung grenzen, komplett das Etikett-" Ausnahme-Mime von vorgestern" - zerdübelt, bleibt eine spannende Frage.

Der Ausflug auf den Planet der Neurose- Affen ist aber noch lange nicht vorbei. Von der borniert trommelfellerschütternden Nachbarschaft über die ganze verranzte Vorhaussiedlung, mit Menschen, denen man im wahren Leben sofort die Tür vor dem vorwitzigen Riechorgan zuschlagen würde , bis zu besagtem tränenrührigen Tanzturnier reichen noch die zusammengepopelten Schicksalsfäden. Wenn dann die Wertungen der Punktrichter für das Tanzpaar ansteht, suppt es dann richtig aus der Halskrause vor Doofheit . Hier muss sowohl die Geschichte um die Rückeroberung des Ex- Bespringungsgerätes von Pat , ein ominöser Wetteinsatz plus die Love Story von Pat und Tiffany auf möglichst gehirnerweichende Art zusammengeführt werden. Abgenutzt, überraschungslos und tausendfach durchexerziert, findet der aufgequollene Wackelpudding dann zu einem trivialen Ende . Egal ob Familienzwist, schwere Krankheiten , falsche Erbanlagen, psychische Defekte , Maul -und Klauenseuche oder eingeschrumpelte Fußnägel , " Du kannst alles im Leben schaffen, wenn du es nur willst" . Recht so, sage ich, es sei denn, dir fällt beim Rasenmähen ein gefrorener Kotklumpen aus 10.000 Meter Höhe aus einem Flugzeug- WC auf den Böllerkopf.

" Silver Linings " schafft es leider nicht die eigentlich ernsten Themen um die der Film kreist, überzeugend zu vertiefen, zu einem stimmigen Gesamteindruck zu verbinden. Gleichzeitig ist er aber auch für ein romantisches Liebesmelodram zu sehr auf Illustriertenniveau und nach Schema- F gestrickt, um zu begeistern. Hollywood- Kintopp, teils unentschlossen , immer überdreht , langweilig, von allem zuviel, und mit einer Dramaturgie vom Fließband . Jennifer Lawrence und Bradley Cooper setzen dann Akzente, wenn das Drehbuch sie beide auch einmal in dem ganzen Zuckerguß authentisch agieren lässt. Doch diese Momente sind viel zu selten , um" Silver Linings" zum Strahlen zu bringen.

Egal, demnächst kommt französische Filmkunst mit " Birnenkuchen und Lavendel" .Ein Film auch über Krankheit und Aussenseitertum ,aber besonders über den Zauber und die Poesie feinster Emotionen, die uns das Herz öffnen ohne Glitter-, und Knalleffekt. Ein kleiner, zarter, so beglückender Film mit echten Menschen. Wer mag, geniesse den Unterschied zwischen diesem Liebesfilm und jenem.
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am 8. Januar 2013
Der manisch-depressive Pat (Bradley Cooper) kommt aus der Psychiatrie nach acht Monaten wieder nach Hause. Er zieht wieder bei seinen Eltern (Robert De Niro und Jacki Weaver) ein, nachdem ihn seine Frau mit einem Kollegen betrog, den Pat daraufhin Krankenhausreif geschlagen hatte. Jetzt will er sein Leben wieder auf die Reihe kriegen, scheitert aber immer wieder an seiner Persönlichkeitsstörung. Der unangepassten jungen Witwe Tiffany (Jennifer Lawrence) geht es ähnlich. Seit dem Tod ihres Mannes kommt auch sie nicht mehr klar, ist Tablettensüchtig. Die beiden lernen sich kennen und freunden sich bald an, wissen sie doch als Außenseiter der Gesellschaft, das sie sich nur gegenseitig helfen können. Dabei stehen sie sich jedoch häufig selbst im Weg, was immer wieder zu Missverständnissen führt. Die chaotischen Familienverhältnisse bei Pat kommen erschwerend hinzu. Da hat Tiffany eine Idee. Sie möchte das sie und Pat für einen Tanz-Wettbewerb trainieren. So hätten beide ein Ziel auf das sie hinarbeiten können, worauf sie sich konzentrieren können. Unerwartete Hilfe erhalten sie dabei von Pat's ehemaligen Mit-Patienten Danny (Chris Tucker). So langsam aber sicher zeichnet sich für das ungleiche Paar ein Silberstreif am Horizont ab.

David O. Russell bleibt seinem mit THE FIGHTER kultivierten Stil, ganz nah an den Protagonisten zu sein treu und liefert eine seiner bislang besten Arbeiten. Normalerweise liegen zwischen den Werken des als exzentrisch geltenden Filmemachers etwa drei bis fünf Jahre. Doch nun legt Russell nach seinem Oscar-Prämierten Erfolgs-Film THE FIGHTER (2010) direkt THE SILVER LININGS PLAYBOOK nach und was soll ich sagen, er übertrifft den Vorgänger um Längen. Sicherlich sind die Zutaten dieser Geschichte nicht ganz unähnlich, lag doch auch beim Vorgänger der Fokus auf den einzelnen Figuren bzw. dem Familien-Alltag und weniger beim Sport. Es liegt sicher nicht zuletzt an der Chemie zwischen den Akteuren. Waren Bradley Cooper und Robert de Niro, der hier nach längerer Zeit mal wieder in einer wirklich guten Rolle zu sehen ist, bereits in Neil LaBute's OHNE LIMIT (2011) ein eingespieltes Team, ist die Interaktion zwischen Cooper und Jennifer Lawrence als außergewöhnlich und beispielhaft zu bezeichnen. Das Spiel der beiden ist emotional und mitreißend, ganz ohne Kitsch und Oberflächlichkeiten, geradezu wahrhaftig, das mehr als einmal Momente von großer Anspannung entstehen, die sich nahezu komplett auf den Zuschauer überträgt. Der Film lebt von den Dialogen, die in einer Geschwindigkeit hin und her geschossen werden, das die ganze Aufmerksamkeit gefordert ist. Fernab jeglicher seichter Romantic-Comedy-Zerstreuungs-Unterhaltung schafft David O. Russell mit SILVER LININGS das seltene Kunststück einen leichten Film über schwere Themen zu servieren, dessen inhaltliche Komplexität mühelos einem Problem-Filmmelodrama a'la Hollywood zur Ehre gereicht hätte. Wer mit Russell's Filmen vertraut ist, wird hier sowohl die sympathische Verspleentheit von I ♥ HUCKABEES (2004), als auch die chaotischen Familienverhältnisse aus FLIRTING WITH DISASTER (1996) oder eben THE FIGHTER (2010) wieder finden. Wer den Dialog-Marathon durchhält, wird einem denkwürdigen Finale belohnt, bei dem so befreiend gelacht werden darf, wie seit LITTLE MISS SUNSHINE (2006) nicht mehr. Mit SILVER LININGS zeigt sich Hollywood von seiner besten Seite.

Sehr zu empfehlen.
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am 19. Juni 2014
Dieser Film bekommt von mir volle 5 Sterne, weil er einfach zu überzeugen weiß. Er handelt von Ausgrenzung, vom Umgang der Gesellschaft mit seelisch erkrankten Menschen und ihre Stellung in der Gesellschaft. Die beiden Hauptakteuren gehen eine Zweckgemeinschaft ein. Jeder von ihnen verfolgt ein eigenes Ziel, welches er alleine aber nicht zu erreichen vermag. Er ist ist auf den jeweils anderen angewiesen. Darum sind zu gezwungen, wieder Vertrauen in sich selbst und in den anderen zu fassen und diese Zweckgemeinschaft einzugehen. Es geht aber auch um gescheiterte Beziehungen, Liebe, Tod und Verlust des eigenen Ansehens. Werden die beiden es schaffen, ihre Ziele zu erreichen? Lassen Sie sich überraschen und sehen Sie sich diesen Film an. Er ist wirklich sehenswert und erweitert vermutlich bei dem einen oder anderen auch den Horizont. Ein wirklich wunderbarer Film!
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TOP 1000 REZENSENTam 27. März 2014
...die hat Pat Solitano (Bradley Cooper), nachdem er nach acht Monaten Zwangsurlaub in der Psychiatrie, entlassen wird. Seine Mutter (Jackie Weaver) holt ihn in der Anstalt ab und bringt ihn zu sich und seinem Vater "Pat Senior" (Robert De Niro), dem dies anfangs gar nicht so recht ist, nach Hause.

Pat ist fest entschlossen sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, um seine Frau wieder zurückzugewinnen, die er damals inflagranti mit ihrem Liebhaber unter der Dusche erwischt hatte und diesen dann krankenhausreif geprügelt hatte.

Doch dann lernt er Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen, die er braucht, um seine Frau zu kontaktieren. Tiffanys einzige Bedingung: ein gemeinsamer Tanzwettbewerb...Dieser wird zum Auslöser, damit Pat's Hoffnung, den Silberstreif am Horizont zu entdecken, eine
Chance hat...vielleicht aber in einer anderen Form wie er sich das eigentlich wünscht...

War der Film bis dahin, hauptsächlich dank Bradley Cooper, schon auf dem Weg zur Klasse, erreicht er mit dem ersten Auftritt von Jennifer Lawrence, ganz schnell den Status der Extra-Klasse und entwickelt sich damit, zu einer der schönsten Liebesgeschichten der letzten Jahre. Cooper und Lawrence entwickeln sich zum Traumpaar. Dazu zeigt der große Robert De Niro seit langer Zeit endlich mal wieder, warum er zum Weltstar wurde.

"Silver Linings" wurde mit insgesamt 8 "Oscar-Nominierungen bedacht, darunter in allen vier Hauptkategorien, also für den besten Film, Regisseur David O. Russell, Hauptdarsteller Bradley Cooper und als Krönung gewann Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence die begehrte Statue. Als Zugabe, erhielten außerdem Robert De Niro und Jackie Weaver weitere Personen-Nominierungen für ihre wunderbaren Leistungen in den Nebenrollen.

Da ist es nur zu verständlich, dass auch die Qualität der Bluray-Disc "Oscar-würdig" ausgestattet wurde. Das betrifft die exellente Bildqualität (16x9, 2.35:1), genau so, wie das imponierende Tonformat (DTS-HD Master Audio 5.1). Hervorragende "Extras" mit: "Deleted Scenes", ein "Making of Silver Linings" "Tanzen wie Pat and Tiffany" und ein "Steady-Cam mit Bradley Cooper", runden eine der originellsten romantischen Komödien der letzten Jahre perfekt ab.

Wahrlich ein "Silberstreifen" am Film-Horizont.
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