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am 2. August 2013
Der Roman ist sehr spannend, erotisch und zeigt ein anderes Bild von Casanova und dessen Zeit!Ich kann es sehr weiterempfehlen!
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TOP 500 REZENSENTam 12. Juli 2013
Die Zeit des Rokkoko ist nicht nur eine Zeit der überbordenden Verzierungen und fehlenden Symmetrie, die sich vor allem in der Architektur zeigte, sondern auch eine Zeit, in der die Erotik einen neuen Stellenwert bekam. Welche Gestalt passte besser in diese Zeit, als der bekannte Frauenverführer Giacomo Casanova, der seine Bestimmungen, bzw. Berufe wechselte , wie seine Frauen.Diese schillernde Persönlichkeit stellt Tanja Kinkel in ihrem neuen Buch " Verführung ", neben einer uns weniger bekannten Frau,Angiola Calori,die einer der bekanntesten Sopranistinnen dieser Zeit war, in den Mittelpunkt.

Beide aus nicht adeligen Familien stammend und mit Müttern gesegnet, die mehr an ihrem eigenen Vorteil interessiert war, als an ihren Kinder, mussten die beiden sich schon früh durchs Leben kämpfen.. Casanova , der eigentlich Medizin studieren wollte, dann aber die Rechte studierte , da dieses billiger war und später Theologie, da auch dies die preiswertere Variante für seinen Vormund war, lernte schon mit 12 Jahren die Liebe und im weiteren Verlauf die Verführungskünste an und bei Frauen kennen.

Angiola Calori, die von ihrer Mutter an einen alten Mann verheiratet werden soll,um gesellschaftliche Sicherheit für sich und ihre Mutter zu erreichen, verlässt schon früh ihr Elternhaus, um sich der Musik zu verschreiben. Da zu dieser Zeit Frauen im Kirchenstaat nicht singen durften, vor allem nicht in Kirchen, wurden die Söhne ärmerer Familien häufig vor dem Stimmbruch kastriert, um ihre hellen Stimmen zu erhalten, mit der Hoffnung auf den großen Erfolg. Für Angiola bleibt nur die Möglichkeit, sich in die Person eines Kastraten zu verwandeln, um ihrer Leidenschaft, der Musik, nachzukommen. Als Bellino verkleidet, lebt sie fortan als Mann und erlernt den Gesang. Später gibt sie sich als Frau zu erkennen und wird zu einer der bedeutendsten Sängerinnen des Rokokos.

Als diese beiden Persönlichkeiten aufeinander treffen,sprüht es nicht nur vor Erotik, sondern auch vor Musik.Tanja Kinkel schafft es, diese Zeit anschaulich und spannend zu beschreiben. Wir erleben in der Geschichte das Bologna, Venedig und Neapel des 18. Jahrhunderts,das dekadente Leben der Adeligen, aber auch das oft harte Leben der einfachen Leute, die nicht selten die Körper ihrer Kinder oder ihre eigenen verkauften , um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Kastraten hatten in dieser Zeit einen hohen Stellenwert, zumal, wenn sie es geschafft hatten, eine der besten Stimme des Kirchenstaates zu werden. Sie wurden verehrt wie "Rockstars" und hatten genauso ihre " Groupis " wie heute, vornehmlich in der höheren Gesellschaft. Es wurde nicht mit amourösen Angeboten gespart und ein erotisches Abenteuer mit einem Kastraten galt als sehr pikant, zumal die Frauen auch nicht Gefahr gingen, schwanger zu werden. Was die Kastration für die Männer selbst bedeutete ,interessierte eigentlich niemanden.

Frau Kinkel hat mit diesem Buch wirklich etwas Besonderes geschaffen. Nicht nur die Zeit, in der dieser Roman spielt, wird einem näher gebracht, sondern die Autorin geizt auch nicht mit Wortspielen und erotischen Dialogen, die dieses Buch teilweise sehr prickelnd und interessant machen, ohne schlüpfrig oder platt zu wirken .Tanja Kinkel hat mit diesem Buch wieder bewiesen, dass sie es versteht historische Fakten auf sehr unterhaltsame und spannende Weise aufzuarbeiten.
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Angiola reist in jungen Jahren mit ihren Eltern nach Venedig. Dort besuchen sie alle drei das Theater. Ein Abend der besonders Angiola gefällt und der ihr lange im Gedächtnis bleibt. Denn auf der Bühne singt Zanetta, eine berühmte Schauspielerin und Sängerin, die Angiola in ihrer kindlichen Wahrnehmung beinahe für einen Engel hält. Als ihr Vater frühzeitig aufbrechen möchte, ist seine Tochter so gar nicht mit seiner Entscheidung einverstanden und büxt aus. Sie trifft in den Gängen des Theaters den jungen Giacomo (kein geringerer als Casanova höchstpersönlich), der sie schließlich zurück zu ihren Eltern bringt.

Jahre später leben Angiola und ihre Mutter nach dem Tod des Vaters mehr schlecht als recht in Bologna. Rettung für ihre sehr angeschlagene Geldbörse naht, als der berühmte Sänger und Kastrat Appianino in ihrem Haus zur Untermiete einzieht. Angiola drängt ihn so lange, bis er dem Mädchen Unterricht im Singen erteilt. Doch Angiolas Glück währt nur kurz, denn ihre Mutter will sie mit ihrem Liebhaber, einem älteren Mann verheiraten, den Angiola unter keinen Umständen ehelichen möchte, den Professore Falier.
So plant sie fortzulaufen- zusammen mit Appianino, denn dieser wartet mit einem abenteuerlichen Vorschlag auf- Angiola soll sich in Zukunft als Kastrat ausgeben. Zudem werden sich ihre und Appianinos Wege zunächst trennen. Während Appianino ein Engagement in Dresden annimmt, soll sie bei einer fremden Familie Unterschlupf finden und weiterhin Gesangsstunden nehmen.
In Rimini angekommen wird aus Angiola schließlich der Kastrat Bellino. Angiola ahnt jedoch nicht, dass der Ruhm noch einige Zeit auf sich warten lässt und ihr zunächst einige denkwürdige, harte Unterrichtsstunden mit ihrem Gesangslehrer bevorstehen, bis sie als Bellino schließlich berühmt wird…

Währenddessen sind auch Giacomos Lebenswege recht steinig, denn der Junge hat bereits sehr früh genaue Vorstellungen davon was er später einmal sein möchte und ein Geistlicher zu werden, gehört eigentlich nicht dazu. Nach zahlreichen Reisen und vielen Frauenherzen die er gebrochen hat, kreuzen sich schließlich seine und Angiolas Wege erneut…

Meine Einschätzung:

Obwohl Tanja Kinkels historische Romane eigentlich bislang fast alle von mir gelesen wurden, hat mich diesmal jedoch zunächst das wunderschöne und geschmackvoll gestaltete Cover dazu verlockt zuzugreifen, das den passenden optischen Rahmen für diesen opulenten Rokokoroman bietet. Und auch der Inhalt hat mich nicht enttäuscht, denn Angiolas Geschichte vom sympathischen, vielleicht anfangs etwas naiven jungen Mädchen, dass unbedingt die Gesangskunst der Kastraten erlernen wollte, bis sie selbst als vorgeblicher Kastrat zu Ruhm und Ehre gelangte fand ich sehr spannend, anrührend und abwechslungsreich erzählt. Zudem lässt die Autorin sehr viel historisches Flair in ihre Geschichte miteinfließen und durch ihre sehr bildhafte Erzählweise, entdeckt man als Leser diese Zeitepoche mal mit ganz anderen Augen- Kopfkino pur!
Sehr berührend fand ich auch die Romanpassagen in denen der Kastrat Appianino schonungslos offen und manchmal voller Verzweiflung und Zerrissenheit sein Kastratensein beschreibt.

Obwohl Angiolas Geschichte eigentlich im Mittelpunkt des Romans steht, wird in einem zweiten Handlungsstrang auch das Leben und Wirken des berühmten Giacomo Casanova erzählt und zwar von Kindesbeinen an bis zu dem Zeitpunkt, als er bereits als Verführer der Frauen gilt. Auch seine Geschichte ist sehr interessant und in dem Moment als beide sich im Erwachsenenalter wieder begegnen, nimmt der Roman nochmals an Fahrt auf, denn die Dialoge der beiden Hauptfiguren sprühen vor Esprit.
Leider verging die Lesezeit wie im Fluge und die 468 Seiten waren nach meinem Geschmack viel zu schnell ausgelesen.

Fazit: Ein opulenter Rokokoroman, der gleich mit zwei außergewöhnlichen Persönlichkeiten dieser Zeitepoche aufwartet und viel historisches Flair zu bieten hat. Empfehlenswert! 4.5 von 5 Punkten. Eine Rezension von Happy End Bücher.de (NG)
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am 16. Januar 2014
Das Buch hatte mich anhand vom Titel her und der Kurzbeschreibung der Story auf den Rückumschlag "angesprochen" es zu kaufen.. Leider ein totaler Fehlkauf für mich! Die beiden Helden Casanova und Calori (eine Sängerin) waren sehr uninteressant für den Leser dargestellt. Der Story des Buches fehlt eindeutig Würze und viel mehr Spannung und auch etwas mehr Erotik wäre hier angebracht gewesen. Mir scheint, dem guten alten "Casanova" ist hier sein Feuer ausgegangen.. Ich war mehrmals versucht das Buch abzubrechen, habe es doch aber zu Ende gelesen. Wow, auf den letzten 50 Seiten war der "Schinken" dann doch noch recht würzig und spannend!!! So hätte ich mir die vorher gehenden 420 Seiten auch gewünscht. Ich hatte von der Autorin Tanja Kinkel bereits "Die Puppenspieler" gelesen. Ein sehr interessantes und spannendes Buch! Das würde ich jederzeit wieder einmal lesen! "Verführung" dagegen, schafft nicht den Sprung in meine kleine, feine Privatbibliotek. Bald ist ja der nächste Warentauschtag in meiner Gegend...
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Angiola Calori lebt bei ihrer Mutter. Der Vater ist tot und beide halten sich mehr schlecht als recht über Wasser. Eines Tages beginnt ihre Mutter ein Techtelmechtel mit einem angesehenen und reichen Mann. Als sich die Beziehung verfestigt, hofft die Mutter auf einen Heiratsantrag ihres Galan und damit das Ende ihrer Geldsorgen. Doch es kommt ganz anders. Anstatt ihr den Antrag zu machen, will er stattdessen die Tochter ehelichen. Tief getroffen verspricht die Mutter ihm die Hand ihrer Tochter.

Angiola hat sich währenddessen mit ihrem Untermieter, dem Kastraten Appianino angefreundet und ihre Liebe zu ihm und zur Musik entdeckt. Gemeinsam mit Appianio schmiedet sie den Plan, von zu Hause weg zu laufen und sich von ihm zu einem Sänger ausbilden zu lassen. Dazu muss sie zuerst zu einem Kastraten werden.

Giacomo Casanova wird von seiner Familie und seinem Vormund in die Rolle eines Abbate gedrängt. Auch wenn er die Vorteile dieser Stellung sieht, so widerstrebt es ihm irgendwelche Gelübde abzulegen und begibt sich eher auf Reisen. Denn das weibliche Geschlecht hat so viel zu bieten.
Die Autorin entführt den Leser nach Italien zur Zeit des Rokoko. In zunächst zwei Handlungssträngen lernt der Leser zuerst Angiola kennen. Eine junge Frau, die die Musik bald so sehr liebt, dass sie dafür ihre Familie verlässt. Da zu diesen Zeiten Frauen in einem Kirchenstaat nicht singen durften, muss Angiola zu einem Kastraten werden. Fortan nennt sie sich Bellino, erlernt den Gesang und kann einige Auftritte meistern. Als ihre Bekanntheit wächst, gibt sie sich als Frau zu erkennen und geht damit als eine der bedeutendsten Sängerinnen des Rokokos in die Geschichte ein.

Den zweiten Handlungsstrang beherrscht Giacomo Casanova. Als Frauenheld bekannt geworden, wollte der junge Casanova eigentlich zunächst Medizin studieren, ehe er Jura studieren musste. Als sein Vormund ihn dann wegen der Kosten zu einem Theologiestudium drängt, lernt er bereits mit 12 Jahren die Geheimnisse der Liebe und die Verführungskünste. Fortan konzentriert er sich mehr auf die Frauen und weniger auf die kirchliche Laufbahn.

Diese beiden starken Persönlichkeiten treffen schließlich aufeinander und es fliegen nicht nur verbal die Fetzen. Die Wortgefechte zwischen Angiola und Casanova fand ich sehr lesenswert, da sie ausgetragen wurden, ohne den anderen zu verletzen oder das Gesicht zu verlieren.

Natürlich ist auch sehr viel Erotik dabei mit im Spiel, aber das habe ich bei einem Buch über Casanova auch erwartet.

Die Autorin hat in diesem Buch zwei reale Persönlichkeiten zum Leben erweckt und ihnen einen Charakter auf den Leib geschrieben, der wie die Geschichte selbst, glaubhaft und überzeugend wirkt. Auch das Umfeld der beiden wird näher beleuchtet und der Leser erhält einen Einblick in das Leben in Bologna, Venedig, Pesaro, Ancona und Neapel im 18. Jahrhundert. Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem sich die junge Angiola und Giacomo in einem Theater kennenlernen. Noch wissen sie nicht, dass sie sich später erneut über den Weg laufen werden. Jedoch hilft dieser Prolog dem Leser, das Verhalten der beiden Hauptprotagonisten besser verstehen zu können.

Die Geschichte bietet viele Überraschungen und Wendungen und ist in den Handlungen stimmig und nachvollziehbar. Auch die Probleme, mit denen Frauen, ärmere Bürger oder Kastraten zu kämpfen haben, wurden überzeugend geschildert.

Fazit:
Ein farbenprächtiges Gemälde über zwei herausragende Persönlichkeiten des Rokokos.
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Wie schon bei "Spiel der Nachtigall" lässt die Autorin hier sich zwei Lebensgeschichten neben- und aneinander entwickeln, nämlich die von Giacomo Casanova und die der Sängerin Angiola Calori, die zunächst ihre Karriere als angebliche Kastratin beginnt, weil es in vielen Kirchenstaaten nicht erlaubt ist, dass Frauen in den Kirchen oder auf den Bühnen singen - einer der Gründe, warum das Gesangskastratentum so eine Beliebtheit erfahren hatte. Schnell eignet sie sich mit ihrem Lehrer große Fertigkeiten an und beginnt unter dem Namen Bellino Karriere zu machen - in einer fremden Familie, die sie anstelle ihres in Neapel verstorbenen Kastratensohns gleichen Namens aufnimmt. In dieser Rolle trifft sie auf Reisen Giacomo Casanova, der sie sofort für eine Frau hält, da er sich unwiderstehlich zu ihr hingezogen fühlt - was ihn aber nicht von Bellinos "Schwestern" fernhält. Zwischen Bellino/Agiola und Casanova entwickelt sich eine überaus wechselhafte Beziehung, die ihrer beider Leben stark beeinflussen soll.

Wie gewohnt ist die Zeitdarstellung in diesem Roman von Tanja Kinkel vortrefflich und die Charaktere sind so glaubwürdig und interessant gezeichnet, dass man Schwierigkeiten hat, das Buch aus der Hand zu legen. Wie in Anne Rices "Cry to Heaven" werden das Wesen und die Hintergründe des Kastratentums von allen Seiten beleuchtet, aber auch sonst das Leben der armen und der reichen Menschen im Rokoko in Italien. Dabei lässt die Autorin den romantisierenden Leserinnen und Lesern nur wenig Illusionen und zeigt dabei gleichzeitig, dass Menschen, die fragwürdige Dinge aus Sachzwängen in sehr schwierigen Situationen tun trotzdem "Gute" Menschen sein können. Ein Buch, dem 200 Seiten mehr nichts ausgemacht hätten - sehr lesenswert und appetitanregend. Und bisher in meiner Leseerfahrung Frau Kinkels erotischstes Werk.
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am 4. September 2013
Mit "Verführung" entführt Autorin Tanja Kinkel den Leser wieder einmal in die Vergangenheit an die Seite einer bemerkenswerten Frau. Angiola Caroli, eine der erfolgreichsten Sängerinnen des Rokoko dient ihr als Inspiration für diesen Roman.

Doch scheint es, damals wie heute, so zu sein, dass eine Frau alleine zu keinem Ruhm gelangen kann. Außer Angiola holt die Autorin für diesen Roman eine weitere Person der Zeitgeschichte mit ins Boot. Dabei handelt es sich um niemanden geringeren als den Betrüger und Frauenheld Giacomo Casanova. Und obwohl dieses Buch mit Casanova beworben wird, ist in Wahrheit Angiola der wahre Star, die zufällig das ein oder andere Mal, während ihres Weges zum Bühnenstar, mit dem erfindungsreichen Casanova zusammentrifft.

Durch diese zwei Figuren gewährt Tanja Kinkel ihren Leser einen Einblick in das Italien des 18. Jahrhunderts. Die sängerische Musikszene dieser Zeit wird von Kastraten dominiert und fast jede Familie versucht neben einem Stammhalter einen Kastraten in die Familie zu bekommen um vielleicht die Chance zu erhalten durch ihn Wohlstand für die gesamte Familie zu erwirtschaften. Zudem zeichnen sich zumindest die in diesem Buch vertretenen Figuren durch eine sehr eigenwillige Moralvorstellung aus, denn obwohl die Kirche eine nicht unerhebliche Macht repräsentiert, ist Sex ein begehrtes Gut, mit dem reger Handel getrieben wird, jedoch meist nur, weil einem sonst nur der Hungertod bleibt.

Was Kinkels Werke auszeichnet, ist die Art ihrer Erzählung. Sie nimmt die historischen Informationsbrocken, die sie zu ihrer Hauptfigur ausfindig machen konnte, und spannt ein feines Netz daraus als Basis, welches mit authentisch wirkenden Flicken zu einer ansprechenden Geschichte verarbeitet wird, die dem Leser Land, Leute und die Zeit näher bringt. Und auch "Verführung" ist hier keine Ausnahme und nimmt damit den Leser erneut mit auf eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit an der Seite wirklich lebendiger und interessanter Figuren.

Damit mehrt "Verführung" nur den bisherigen guten Ruf von Kinkel und man kann sich auf unterhaltsames historisches Lesevergnügen freuen.
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am 2. Februar 2014
Als kleines Mädchen besucht Angiola Calori zum ersten Mal die Oper in Venedig und hat seitdem nur noch einen Wunsch: Selber auf der großen Bühne zu stehen und die Menschen mit ihrem Gesang zu begeistern. Doch zunächst scheinen Angiolas Zukunftspläne unerfüllbare Träume zu bleiben.
Als junge Erwachsene lernt sie den Kastraten Appianino kennen, der sie in die Kunst des Singens und die Welt der Musik einführt. Doch beide wissen, dass das kirchlich verordnete Gesangsverbot Angiolas Auftritten in vielen der größten Opernhäusern Italiens stets entgegenstehen wird.
Der unerwartete Tod Appianinos scheint Angiolas Hoffnungen gänzlich zunichte zu machen. Doch sie beschließt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wie ursprünglich mit Appianino geplant, gelingt es Angiola fortan als Kastrat verkleidet gleichermaßen, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen und sie über ihr wahres Ich zu täuschen. Bis auf einen: Giacomo Casanova, der mehrfach ihre Wege kreuzt und mit dem sie eine Mischung aus inniger Liebe und immer wieder aufflammendem Hass verbindet.
Tanja Kinkel greift in „Verführung“ auf ihr bewährtes Muster zurück, einen gleichsam lehrreichen wie unterhaltsamen Roman um zwei (fiktionalen) Figuren der (Welt)geschichte zu entwickeln. Die Handlung lebt dabei wie gewohnt von den scharfzüngigen Dialogen der beiden Protagonisten und gibt einen trefflichen Einblick in die Zeit des Rokoko. Da stellt es nur einen kleinen Wermutstropfen dar, dass der Roman im letzten Drittel leicht abflacht.
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am 22. Juli 2013
Mit ihrem Roman "Verführung" lotst uns Tanja Kinkel in die Zeit des Rokoko zu zwei Liebenden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wird Casanova etwa durch eine Frau verführt?

Angiola Calori sieht mit 6 Jahren das erste Mal ein Theater von innen und beschließt einmal Sängerin zu werden, nachdem sie die glockenhelle Stimme der berühmten Zanetta gehört hat. Im Theater begegnet sie auch zum ersten Mal dem Jungen Giacomo Casanova, der ihr in der Not hilft. Nur wenige Jahre vergehen, Angiolas Vater ist tot und die beiden Frauen versuchen sich so gut es geht über Wasser zu halten. Mutter Lucia versucht Gönner für sich und ihre Tochter zu gewinnen und hält gleichzeitig Untermieter, um im Haus bleiben zu können. So lernt Angiola den berühmten Kastraten Appianino kennen, der ihr das Singen beibringt. Das Geld wird immer knapper, so dass sich die Mutter neue Wege einfallen lassen muss. Als Lucia von ihrer Tochter Ungeheuerliches fordert, flieht diese zusammen mit dem Kastraten und eine abenteuerliche Reise beginnt, denn sie flieht nicht als Frau, sondern als Kastrat verkleidet. Auf dieser trifft sie auch Giacomo wieder und die Liebe nimmt ihren Anfang...

Tanja Kinkel schafft es sehr authentisch diese doch sehr andere Zeit zu schildern. Das gesellschaftliche Klima ist aufgeheizt, überall lauern Gefahren für Frauen und Sex spielt eine überaus große Rolle. Die Liebesgeschichte zwischen dem Schwerenöter Casanova und der Sängerin ist liebevoll geschildert und berührt. Die beiden lieben sich bedingungslos, ohne sich dabei jedoch aufzugeben.

Dem ganzen Roman merkt man an, dass die Autorin viel Zeit in Recherche gesteckt hat und die Figur des Casanova lernt man so auch mal anders kennen, eben nicht nur als den Liebhaber der Frauen.

Ebenfalls hervorheben möchte ich die gelungene Buchgestaltung. Die abgebildete Maske auf dem Cover erinnert an Theater und Karneval in Venedig. Der Buchschnitt ist geschützt durch einen aufklappbaren Karton, den eine hübsche Brosche ziert. Alles wirkt sehr edel, obwohl es sich bei dem Buch ausschließlich um ein Taschenbuch handelt.

Fazit: Ein Roman, der auf wunderbare Weise reale Geschichte dem Leser näher bringt. Lektüre, die neugierig auf eine andere Zeit macht. Ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen!
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am 19. März 2014
Ich bin eigentlich ein großer Fan von Tanja Kinkel und habe alle bisherigen Bücher mit Genuß gelesen,Sie hat einen flüssigen Schreibstil und auch erotische Passagen werden niveauvoll abgehandelt.Leider fehlt mir bei "Verführung" der spannende rote Faden,der den Leser dazu bringt,das Buch nicht aus der Hand zu legen.Es zieht sich und zieht sich,eigentlich schade!
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