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am 14. Juli 2012
Für "The Lost Tapes" haben die legendären Kölner Experimentalrocker CAN ihr Studio-Archiv geöffnet und 50 Stunden unveröffentlichtes Material durchgehört. Herauskam diese stattliche 3er-CD-Box, die 30 Tracks aus den Jahren 1968 bis 1977 vereint. Etliche Perlen sind dabei. Die Initiative ging von CAN-Magagerin Hildegard Schmidt aus, deren Mann und CAN-Keyboarder Irmin Schmidt den umfangreichen Bandnachlass aufbereitete und editierte. Ihm stand bei der Arbeit vor allem sein heutiger musikalischer Partner Jono Podmore (alias Kumo) zur Seite, der nebenbei sein Schwiegersohn ist. Über eine unmittelbare Beteiligung der anderen noch lebenden CAN-Musiker Holger Czukay und Jaki Liebezeit ist nichts bekannt.

Bei den 30 Stücken handelt es sich keineswegs um musikalische Abfallprodukte, Demos oder B-Seiten, wie sie heutzutage bei Wiederveröffentlichungen als Bonustracks nachgereicht werden. Es sind vielmehr Soundtracks, Live- und Studioaufnahmen, die nicht mehr auf die offiziellen Platten passten. Die Arbeitsweise von CAN war live und im Studo - zunächst auf Schloss Nörvenich, ab 1971 im eigenen Inner Space Studio in Weilerswist bei Köln - sehr ähnlich: Die Musiker improvisierten und komponierten spontan als Kollektiv. So entwickelten sich oft ausgedehnte, wahnwitzige Stücke mit Stil-Mixen von Rock und Jazz bis zu ethnischer Musik, versetzt mit elektronischen Experimenten und treibenden Rhythmen. Durch Montage der Aufnahmen entstanden am Ende meist sehr homogene Stücke. Insofern ist es nur logisch, dass im Laufe der Jahre viel Material liegen blieb und (beinahe) in Vergessenheit geriet.

Die jetzt veröffentlichten Stücke lassen sich so einteilen:

1. Studioaufnahmen
Hier sind vor allem die Anfangsjahre mit dem ersten Sänger Malcolm Mooney stark vertreten (1968/69). Wer "Monster Movie" oder "Delay 1968" mag, der wird auch die hier versammelten Stücke mit Mooney lieben, dessen spontaner, geradezu eruptiver Gesang ein Markenzeichen der frühen CAN war. "Midnight Sky" und "Deadly Doris" sind kantige Rocksongs, das zehnminütige monoton dahinstampfende "Waiting for the Street Car" erinnert ein wenig an "You Doo Right".
In dieser frühen Bandphase wird aber auch schon die Experimentierlust der Musiker deutlich: Das fast 17-minütige "Graublau" verbindet schnörkellosen Rock mit Kurzwellenklängen, ein Stilmittel, auf das die Band in späteren Jahren zurückgriff (z.B. auf "Saw Delight", Holger Czukay baute es danach auf seinen Soloalben aus). "Blind Morror Surf" hingegen ist eine schräge Klangcollage, die mit den experimentelleren Sachen von "Tago Mago" oder auch den ersten Kraftwerk-Alben vergleichbar ist. Da mutet es beinahe überraschend an, dass mit "Obscura Primavera" zwischendurch noch ein warmes Wohlklangstück auftaucht, das sogar ein wenig an Pink Floyd erinnert, vor allem wegen der gilmouresken Gitarre von Michael Karoli.
Die späten CAN-Jahre sind hingegen kaum repräsentiert: Mit "Barnacles" (1977) mit Rosko Gee am Bass ist lediglich ein Stück dabei. Im beiliegenden Booklet wird das damit begründet, dass die in späteren Jahren eingesetzten Bänder nicht mehr so haltbar waren; die Ergebnisse waren laut Schmidt aber ohnehin nicht mehr so lohnenswert, weil die Band Auflösungserscheinungen zeigte und schließlich 1979 auseinanderging.

2. Soundtracks
Aus meiner Sicht die Highlights der 3er Box. CAN haben zwar schon eine Reihe von Filmusiken auf regulären Platten veröffentlicht, doch blieben z.B. Szenenmusiken außen vor. Die haben Schmidt und Podmore nun zu Einzeltracks zusammengeführt und jeweils einen schönen Spannungsbogen hineingebracht. So ist zum Beispiel "Millionenspiel" zu hören, 1969 aufgenommen für den gleichnamigen TV-Klassiker von Wolfgang Menge über eine futuristische Tötungs-Spielshow. Von dieser Filmmusik war bislang noch gar nichts offiziell veröffentlicht.
Vertreten sind auch die Musik aus dem Fernseh-Straßenfeger "Das Messer" (1971), die an den Charthit "Spoon" angelehnt ist, sowie aus der Serie "Eurogang" (1975): Bei "Midnight Man" hört man die Verwandtschaft zum Titelsong "Hunters and Collectors" und auch "Vernal Equinox" heraus, die jeweils auf der 75er LP "Landed" erschienen sind.
Die "Dead Peagon Suite" (1972) ist die Musik aus dem WDR-Tatort "Tote Taube in der Beethovenstraße", der vom US-Regisseur Samuel Fuller gedreht worden ist. Der jetzt veröffentlichte Track verbindet Szenenmusiken mit Elementen des Titelsongs "Vitamin C". In diesem Falle ist mir die Bearbeitung von Schmidt/Podmore aber einen Tick zu modern geraten, genauer gesagt der stakkatoartige Mittelteil mit dem Michael-Jackson-mäßigen Gesang von Damo Suzuki. Haben die Originalaufnahmen 1972 wirklich schon so geklungen? Wenn ja, wäre es eine Sensation.

3. Live
CAN spielten auf der Bühne nicht einfach ihre Platten eins zu eins nach. Sie bauten ihre Songs zu Endlos-Improvisationen aus, wie man hier sehr schön z.B. anhand von "Spoon" oder "One More Saturyday Night" erkennen kann. Teilweise entstanden auf der Bühne auch neue Stücke: "Abra Cada Braxas" mit Gesang von Damo Suzuki (1973) klingt völlig eigenständig - ein weiteres Highlight der Sammlung.

Zu erwähnen ist noch die liebevolle Gestaltung der Box: Sie ist einer Tonband-Schachtel nachempfunden (etwa 20 mal 20 Zentimeter groß, 2 Zentimeter dick). Im Retrodesign ist auch das Booklet gestaltet, in dem in antiquierter Schreibmaschinenschrift ausführlich der Entstehungsprozess von "The Lost Tapes" wiedergegeben ist. Zudem gibt es Liner Notes, Irmin Schmidt geht auf jedes der 30 Stücke ein.

Etwas verwirrend ist nur die Veröffentlichungspolitik: Die Box war für Mitte Juni 2012 in "UK und Europe"
angekündigt, in Deutschland aber erst für den 27. Juli 2012 (war dann aber teilweise doch schon ab 13. Juli erhältlich und davor bereits als Import).

Wann sie auch immer wo erscheint: Klare Kaufempfehlung. Ein Fest für CAN-Freunde, aber auch Liebhaber experimenteller Rockmusik. Von Vorteil ist es, wenn man andere CAN-Alben schon kennt (da bieten sich "Ege Bamyasi" oder "Future Days" am besten für den Einstieg an).
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am 15. Juli 2012
Endlich hält ein Werbetext was er verspricht: Can - The Lost Tapes, erschienen bei Mute Records ist nicht nur jeden Cent wert, man erhält sogar mehr für sein Geld als man erwarten kann! Kein Schrott, keine Outtakes, keine Schnipsel, sondern eine mit viel Liebe und Respekt sorgfältig editierte 3 CD-Box. Die Songs aus den Jahren 1968 - 1977 sind von solch einer hohen Qualität, dass sie auch auf jedem regulären Album nicht als Füllmaterial gegolten hätten. Die Soundqualität ist hervorragend. Warum das so ist, wird unter anderem in dem sehr informativen Booklet (zweisprachig - englisch und deutsch) auch Nicht-Tontechnikern verständlich erklärt. Das Booklet und die drei CDs sind in einer 10 inch Box untergebracht, die einer Aufbewahrungsbox für Tonbänder ähnelt. Mit dieser Box haben sich einige Leute sehr viel Mühe gegeben. Herausheben möchte ich Irmin Schmidts Schwiegersohn Jono Podmore, der unzählige Stunden mit den ungeordneten Masterbändern verbracht hat und dafür gesorgt hat, dass nicht allzuviel "aussortiert" wurde.
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am 27. Januar 2013
Den reellen Stellenwert dieser Box kann man eigentlich schon mit dem Hören des ersten Songs erahnen. "Millionenspiel" , die musikalische Begleitung aus dem TV Ereignis ist endlich der Zuhörerschaft zugänglich. Und genau das selbe Hörerlebnis wird dem Konsumenten auch auf den restlichen Liedern der edlen Box erwarten. Absolut klasse Zusammenstellung die an keinster Weise langweilig zu werden droht. Top Spitzenklasse !
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am 16. Januar 2013
5 Platten, die abwechslungsreich das Schaffen der Band abdecken; klasse das diese baänder den weg zur Veröffentlichung gefunden haben. Eine entdeckungsreise in die verschiedenen Tonstudios der Band und auf die Bühnen der Republik.
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am 12. Juni 2016
Die Gruppe The Can war Inspiration für Generationen von Musikern u.a. David Bowie, Portishead, The Fall, Radiohead etc... Auf dem vorliegenden Album sind sehr hörenswerte Titel, verschollene Studio- und auch Liveaufnahmen. Sie wurden gefunden, als das legendäre Can-Studio "Inner Space“ im Jahre 2007 aufgelöst wurde. - Ein Glück, jetzt weitere musikalische Highlights entdecken zu können....
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am 27. Juli 2012
Dr. Schlieper Glückwunsch zu seiner Rezension. Wenn man noch über CAN und ihre Musik ausführen muss, dann ist das so sicherlich gut. Ich persönlich bin begeistert von der Box, von ihrer Aufmachung und natürlich vom musikalischen Inhalt. Und richtig toll finde ich Irmin Schmidts Liner-Notes in englisch, weil sie in einem Englisch gehalten sind, das dem nahe kommt, was Engländer unter Krautrock - was CAN natürlich nicht sind, iwo - verstehen. Ungelenk, ehrlich und so dann eben genial. Lange Rede kurzer Sinn: Die Box ist ihren Preis allemal wert und ihre Halbwertszeit dürfte andere aktuelle Veröffentlichungen um ein Vielfaches übersteigen.
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am 11. Januar 2013
ich will mich nicht wiederholen (siehe die anderen rezensionen) aber das auf lost tapes hörbare material hätte locker drei weitere reguläre alben abgegeben.

für mich der absolute hammer und anspieltipp: millionenspiel
ebenso can'sche trance pur track 2 waiting for the streetcar.

was wohl auf dem rest der bänder noch der entdeckung harrt?
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am 12. April 2016
Nach einigen Wiederveröffentlichungen auf CD hatte ich immer bemängelt, dass keine Bonus dabei waren.
Klar wollte man den "ursprünglichen Charakter" nicht zerstören, aber da die Platten keine Konzept Alben waren, wäre es doch wurscht...!?

Nun gibt es über 3 Stunden (von gut 50 Stunden, was hoffentlich noch mal für so ein Ding reichen müsste) unveröffentlichtes einer doch so anderen Band.

Unterteilt in Studio, Soundtracks und Live gibt es Can pur.

Nicht jeder Track ist jetzt super, aber insgesamt ein tolles Set, von dem ich mir einen Nachfolger wünsche!

Mehr davon!
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Zur Musik brauche ich nach der überragenden Rezension von Dr. Schlieper nichts mehr hinzufügen. Trotzdem muss ich einfach eine Rezension schreiben, damit soviele Musikfans wie möglich diese Box kaufen, denn sie ist einfach überwältigend. Und sie ist um so überwältigender, weil kein Mensch jemals mehr mit solch einer Veröffentlichnung gerechnet hat. Wer Can kennt, dem brauche ich hier nicht zu sagen, wie überragend diese Band war, für alle anderen gilt: Box kaufen, reinhören, entdecken, begeistert sein.
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am 29. Dezember 2015
Für Liebhaber der Gruppe Can sicherlich ein MUß !!!Aber die Qualität der Herstellung läßt doch zu wünschen übrig.Auf 2 Platten optisch Kratzer bzw.ein heftiger Wischer eine LP stark verwellt,aber dank meines hochwertigen Thorens Plattenspielers akkustisch kaum wahrnembar.Die Firma Spoon oder wer auch immer diese LPs herstellt sollte sich schämen.Dazu noch der gierig hohe Preis.Daher nur 3 Sterne.
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