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am 12. Dezember 2016
Verleitet von Donna Tartts großartiger "Die geheime Geschichte" habe ich mich auf dieses Buch eingelassen. Es ist kein Krimi, sondern ein bilderreicher Familienroman. Er steht für mich in einer Reihe mit Thomas Manns "Die Buddenbrocks". Beim Lesen entsteht das bedrückende Gefühl der kleinstädtischen Engstirnigkeit. Das Wetter, die Gerüche und die Pflanzenwelt kann ich beinahe körperlich spüren. Die gesellschaftliche Fassade der bürgerlichen Normalität bricht sofort zusammen, sobald man die Figuren näher kennenlernt. Sie werden so detailliert beschrieben, dass ich als Leser bei fast jeder schrägen Figur sympatische Seiten entdecken kann. Allein die fehlende Bereitschaft der Figuren untereinander zu ehrlich zu kommunizieren führt zu Verstrickungen und dadurch Anhäufung von Schuld. Ein großartiger Roman auf dessen Erzählstil man sich jedoch einlassen muss.
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am 15. August 2008
"Für den Rest ihres Lebens würde Charlotte Cleve sich die Schuld am Tod ihres Sohnes geben...".
So beginnt Donna Tartts fulminantes Zweitwerk, in dem sie den Leser auf jeder einzelnen der 750 Seiten mit einer Wucht fesselt, die so groß ist, dass man droht, im Kosmos von Alexandria, Mississippi, unterzugehen. Ab dem ersten Satz taucht man ein in eine bedrohliche, wüste Welt, in der sich die Schicksale der Figuren abspielen, entwickeln, verknoten und zu entzerren suchen. Man möchte meinen, der Fokus bliebe auf Charlotte Cleve, doch wie die meisten der anderen Figuren tritt sie zurück (um im Hintergrund nicht weniger stark präsent zu sein), um den Blick freizumachen auf Harriet, ihre jüngere Tochter. Sie ist es, auf die das Augenmerk der Erzählerin nach wenigen Zeilen gerichtet wird, und dieses wird über die ganze Geschichte hinweg nie aufgegeben. Dadurch wirkt Harriet am lebendigsten, am beweglichsten, und dies ist Tartts Absicht. Denn sie, Harriet, ist es, die sich tatsächlich noch bewegt, während so gut wie alle anderen Menschen in ihrem Leben aufgehört haben, zu kämpfen. Und es ist ein Kampf, den Tartt beschreibt, so unbarmherzig klar und hart, wie er ist. Harriet kämpft gegen das Schweigen an, das seit der Ermordung ihres Bruders vor 11 Jahren über ihrer Familie schwebt, gegen die Stille, gegen den Tod selbst; gegen ein Leben, das kein Leben mehr in sich birgt: Sie ist 11 Jahre alt, als sie zu Beginn der Sommerferien beschließt, den Mörder ihres Bruders Robin zu finden.
Man verfolgt Harriet, ihre Wege, ihre Gedanken, ihre Pläne. Mit tiefer Beklommenheit und Betroffenheit, die sich bis zur Erschütterung steigert, erlebt man, wie Harriet nach Antworten sucht in einer Welt, die verstummt ist. Es ist schwer, auszuhalten, wenn man begreift, wie alleine dieses Mädchen in dieser ruhmlosen Stadt im Südwesten der USA ist, als sie beginnt, sich auf die Hinterbeine zu stellen.

Da ist Harriets Mutter, die seit dem Mord an ihrem Sohn schwer traumatisiert durch einen Tagtraum mit Tranquilizern vegetiert. Da ist Allison, Harriets ältere und depressive Schwester, die kaum spricht und sich in einem schrecklichen Kampf mit ihren inneren Dämonen befindet, da ist Harriets Vater, der sich nach dem Tod des Sohnes in einen anderen Bundesstaat abgesetzt hat und einmal im Monat einen Scheck schickt.
Und da sind Harriets Großmutter Edie und ihre drei Schwestern, die sich ebenso alle darauf verlegt haben, ein Netz des Schweigens über dieses dunkle Geheimnis zu breiten, das auf der Familie lastet.
Es ist dieses Schweigen, gegen das sich Harriet mit aller Macht stemmt, denn sie spürt, dass sie ihm - wie alle anderen - erliegen wird, wenn sie den Kampf aufgibt. Es ist die Weigerung der Familie, über Robins Tod zu sprechen, ein gemeinsames Verständnis seines Todes aufzubauen, um mit dem Leben in irgendeiner Form weitermachen zu können. Doch diese Weigerung führt dazu, dass eine Entwicklung, ein Vorwärtskommen nicht gelingen kann. Harriet merkt, wie das erlebte Grauen ihre Familie verrückt gemacht hat, und so ist es nicht nur der Wunsch, Robin posthum zu rächen und vielleicht auch zu retten, sondern auch der, ihr eigenes Leben vor dem Untergang zu bewahren, der sie antreibt.
Es ist ein verzweifeltes Aufbäumen Harriets gegen die lähmende Stille, welche sich aller anderen um sie herum bemächtigt hat. Sie weiß, dass es nur einen Weg geben kann, um dem Trauma der Psyche und dessen Folgen zu entkommen, die ihre Familie bereits zerstört haben. Sie versucht, dem Grauen und der Trauer endlich ein Gesicht zu geben.

Es gibt drei Menschen, die Harriet ein wenig Stütze und Sicherheit geben können, um sich im Leben zurechtzufinden. Ida, die schwarze Haushälterin seit Jahrzehnten, Mutterersatz für Harriet und ihre Schwester. Libby, Harriets Großtante, die dem Kind Zuneigung und Wärme bietet. Und da gibt es noch Hely, Harriets Schulfreund, mit dem sie viele Momente ihres Weges teilt.

Wie in einem Kinofilm rast man durch die Kapitel des Buches und hat eine Welt vor Augen, die so schneidend klar ist, dass man manchmal sein inneres Auge vor ihr verschließen möchte. Die Geschichte ist schnell getaktet und verliert niemals an ihrer drängenden, treibenden Energie. Es ist die Energie Harriets, die sie dazu bringt, weiterzumachen, und man spürt sie, so stark und deutlich, als spränge sie einem aus den Seiten des Buches entgegen.

Man lernt Harriets innere Welt kennen, die verstörend ist, aber nichtsdestoweniger nachvollziehbar. Man versteht, warum sie handelt, wie sie handelt. Es sind die Taten eines verlassenen Kindes, das verzweifelt einen Weg sucht, mit seinem eigenen Schmerz fertigzuwerden - einem Schmerz, mit dem es von allen anderen um es herum alleine gelassen wurde.

Tartt verschmilzt die Teile der Geschichte zu einem wunderbaren Ganzen. Thematisch beschäftigt sich "Der kleine Freund" mit Rassenproblemen, soziologischen Phänomenen und gesellschaftlichen Normfragen. Doch letztendlich ist das Buch ein psychoanalytischer Roman erster Güte. Dem aufmerksamen Leser werden die Hinweise und Symbole nicht entgehen, die Rückschlüsse ziehen lassen auf die unbewussten Gefühle, die in Harriet toben, und sogar auf die Identität des Mörders. Diese Hinweise sind es, die zum wahren Verständnis dieser einzigartigen Figur führen.

Es bleibt die Frage nach der Existenz des kleinen Freundes. Wer ist er? Die Frage bleibt offen - oder auch nicht. Vielleicht ist der kleine Freund jener Teil in Harriets Psyche, der ihr Vertrauen und Sicherheit spendet. Vielleicht ist er eine sprachliche Metapher für all die kleinen Freunde in unserem Leben, die uns unsere Aufgaben zwar erleichtern, jedoch niemals abnehmen können. Vielleicht aber steht der Begriff für einen Gott in welcher Form auch immer, der sie retten soll. Und sollte dies so sein, dann zeichnet Donna Tartt eine Kraft, die uns auffordert, mit ihr gemeinsam die Probleme dieser Welt zu lösen - und niemals aufzugeben.

Lesen Sie dieses Buch. Es wird Sie berühren. Und verändern.
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am 26. Mai 2017
‚Der kleine Freund‘ ist mein zweiter Donna Tartt. Nach dem großartigem Debüt ‚Die geheime Geschichte‘ habe ich hohe Erwartungen in ihren zweiten Roman gesetzt. Dieses Mal habe ich das Buch nicht alleine gelesen, sondern mit den vier Booktubern: Sophie von VersTand, Steffi von Steffis Leseleben, Annika von Anni K. Mars und der Hahn im Korb Torsten von Toto liest. Gemeinsam machten wir uns an die 765 Seiten. Dieser Wälzer ist im Dezember 2013 im Goldmann-Taschenbuch-Verlag erschienen.

Inhalt:
Alexandria ist eine Kleinstadt in den Südstaaten von Amerika. Dort lebt die 12-jährige Harriet Cleve mit ihrer Familie: ihrer Schwester Allison, ihrer labilen Mutter und mit ihrer Großmutter, sowie deren Schwestern. Nur ihr Bruder lebt nicht mehr bei ihnen. Robin wurde vor elf Jahren erhängt an einen Baum gefunden. Der Tod wurde nie aufgeklärt .Dieses Ereignis hat die Familie Cleve grundlegend erschüttert. Nun im Sommer, elf Jahre später, will Harriet dies um jeden Preis ändern.

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, diese Rezension zu verfassen ist für mich gar nicht so einfach.
Handwerklich gesehen hat Donna Tartt hier wieder eine Spitzenleistung abgeliefert. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht, regelrecht greifbar. Die Hitze eines Sommers, sowie seine Trägheit zieht sich durch das gesamte Buch. Dabei ist die Sprache überbordend bildhaft und oft auch sehr Ausschweifend. Die Autorin neigt zu sehr ausführlichen Beschreibungen. Die mir hier und da einfach ein Stück zu lang waren. Es werden gerne mal Geschichten in diesen Ausschweifungen eingewoben, die dem Leser die Stadt und seine Bewohner näher bringen, aber oft nicht wirklich etwas zur Handlung beitragen.
Vielmehr versucht Donna Tartt den Leser so auf der Spurensuche etwas zu verwirren. Was ihr anscheinend so gut gelingt, das sie sich beim Schreiben selbst verzettelt hat. Sie ruft soviel verschiedene Handlungsstränge ins Leben, dass der rote Faden Robins Tod leider verloren geht und wirklich erst zum Schluss erneut aufgenommen wird. Leider mit einem Ende, welches ich schon recht früh vermutet habe.
Die anderen Themen, wie zum Beispiel die Stellung der Religion in den 60er Jahren in Mississippi, die schwarze Bürgerrechtsbewegung, Emanzipation werden oft nur geschnitten, aber dann auch wieder fallen gelassen, ohne dabei einen entsprechenden Abschluss gefunden zu haben.
Das zweite sehr große Thema, was sich im Laufe der Zeit mit Harriets „Mördersuche“ verbindet, ist das Gefälle zwischen Arm und Reich. Denn für alles böse müssen, laut der kleinen Harriet, die Armen, die Assiozialen verantwortlich sein. Besonders hat es das Mädchen dabei auf die Familie Ratliff abgesehen, die ihrem Bild vollkommen entsprechen. Mit der Ratliff-Familie hat das Buch dann auch sehr klassisch seine Antagonisten. Der Leser wechselt dann größtenteils zwischen Harriet und der Ratliff-Familie hin und her, oft mehrmals in einem Kapitel. Dazu muss ich wohl anmerken, das ein Kapitel des Romans oft an die 150 Seiten hat, dass dann durch viele Absätze noch einmal unterteilt wurde. Also kein Buch für Kapitelleser.
Bei den Figuren hatte ich vor allem mit der egoistischen, sturen Harriet meine Probleme. An der einen oder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, Harriet wurde an Scout aus Harper Lee`s ‚Wer die Nachtigall stört‘ angelehnt. Mit dem für mich gravierendsten Unterschied. Harriet macht im Roman kaum eine Entwicklung durch. Im Gegenteil um so weiter die Geschichte fortschreitet, um so mehr macht sie Rückschritte. Sie hat sich in diesem Roman ein Opfer ausgesucht und sich daran festgebissen. Zu Beginn unterstützt ihr Kumpane Hely sie noch in ihrem Vorhaben, bis er sich dann aus schwer wiegenden Gründen von ihr abwendet.
Anders geht es mir mit den Ratliff. Ihre Geschichte und der Wunsch nach einem besserem Leben haben mich wirklich zum mitfiebern gebracht. Ich konnte allen Brüdern irgendwie etwas abgewinnen. Das Augenmerk liegt aber auf Danny. Der auf den ersten Blick gar nicht soviel von seinen brutalen Brüdern. Sein Blickwinkel ist für mich um einiges realistischer gewesen als Harriets.
‚Für den kleinen Freund‘ benötigt man trotz seiner tollen Sprache und dichten Atmosphäre einen langen Atem. Ein Roman, den ich nur Freunden von Donna Tartt empfehlen würde.
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am 1. November 2016
es gibt viele Bücher, deren Aufhänger ein Verbrechen ist, die man allerdings nicht als klassischen Krimi bezeichnen würde. Ich mag derartige Bücher sehr (Quincunx, der Puppengräber, der Name der Rose o.ä.). Aber was das hier sein sollte... keine Ahnung. Eine Autobiografie vielleicht? Dachte sie, niemand würde ihre Biografie lesen, wäre da kein Versprechen von Spannung und Mord?! Das ist eine Unterstellung und degradiert uns Leser zu blutrünstigen Voyeuren. Aber auch dann.... wer nichts zu erzählen hat, sollte uns Leser nicht die Zeit stehlen. Sorry.

Kein roter Faden, knapp 800 Seiten Belanglosigkeiten. Wenn die Autorin nicht mit einer spannenden Kriminalhandlung gelockt hätte, würde ich ja sagen, schlichtweg nicht mein Geschmack, Aber hier werden Leser immer wieder nur nur gelockt, und hinterher regelrecht für Dumm verkauft. Immer wieder reißt der Spannungsbogen, der rote Faden zerfasert in dem verzweifelten Bemühen, literarisch wertvoll zu schreiben. Und das schlimmste ist, dass man dem schwerfälligen Text die Mühe anmerkt. Nur weil ein zwölf Jähriges Mädchen im Buch an die 5 mal fragt: "Weißt Du wer meinen Bruder getötet hat?" wird behauptet, sie mache ich auf die Suche nach dem Mörder... und immer wieder denkt man: ja, endlich mal etwas von Bedeutung. Und dann bricht die Handlung nach zwei Absätzen ab und wendet sich wieder alltäglichem Geplänkel zu. ich habe das buch nach 150 Seiten genervt beiseite gelegt
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am 18. Juli 2016
Ich hatte die anderen zwei Bücher von Donna Tartt verschlungen - und freute mich auf einen weiteren vielversprechenden Lesegenuss. So quälte ich mich durch diesen dicken Wälzer bis zum bitteren Ende hindurch, weil ich einerseits gerne wissen wollte, wer denn eigentlich der kleine Freund eigentlich sein soll, und vor allem, weil ich sehr gespannt darauf war, wer denn den Bruder von Harriet umgebracht hat - auf beide Fragen gab es keine befriedigende Antwort, und das vor dem Hintergrund, dass man sich auf sehr viele Nebenhandlungen, die im Sand verlaufen, und Nebenfiguren, die dann nicht mehr auftauchen, eingelassen hat .... Insgesamt über weite Strecken ein frustrierendes Leseerlebnis.
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am 27. März 2014
ich freue mich über jedes Buch von Donna Tartt, es gibt bisher ja leider nur 3.
Die "Geheime Geschichte" habe ich schon vor 10 Jahren verschlungen, jetzt liebe ich jede Seite, auch wenn sie manchmal noch so langatmige Schilderungen enthält, von dem "kleinen Freund!. . Ich liebe jetzt schon alle 800 Seiten und werde traurig sein, wenn es vorbei ist. Wunderbarer Stil !. Jeder Satz ein Genuss.
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am 14. April 2014
gut, dass Geschmäcker unterschiedlich sind. Für mich war dieses Buch wie eine große köstliche Torte. Ich habe sie Löffel für Löffel mit Genuss verspeist. Manchmal habe ich mir Zeit gelassen und mir den Bissen auf der Zunge zergehen lassen, dann wieder gierig weitergelöffelt. Mal war sie schwer wie Buttercreme, mal locker flockig wie Sahnetorte. Die Zutaten sind perfekt, die Verzierung sehr geschmackvoll, rundum ein Leckerbissen. Als der Teller leer war, blieb ein bisschen Wehmut und der bittersüsse Geschmack auf der Zunge zurück.
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am 19. Juni 2003
Ich gebe es zu: die Leseerwartung war eine gewaltige, hat Donna
Tartt doch Ihre Leser zehn Jahre warten lassen. An "Die geheime
Geschichte" jedoch reicht "Der kleine Freund" nicht heran. Man muss sich auf dieses sehr ausführlich erzählte Buch wirklich einlassen, dann kann man die Atmosphäre eines Sommers in den amerikanischen Südstaaten zumindest streckenweise in sich aufnehmen. Die Geschichte: Am Muttertag wird eine Familienidylle jäh zerstört, nachdem man den neunjährigen Sohn der Familie aufgeknüpft im Baum findet. Der Täter wird nie gefasst. Zwölf Jahre später stellt sich die jüngere Schwester Robins die Aufgabe, den Täter zu stellen. Das Unglück hat sie nicht bewusst miterlebt, da sie zum Zeitpunkt der Tat noch ein kleines Kind war. In diesem Sommer nun beginnt die Jagd nach dem "Kleinen Freund"... Das Buch hat durchaus einen morbiden Charme, jedoch auch beträchtliche Längen. Man muss Zeit haben dafür und einen langen Atem. Ich hätte mehr erwartet...
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am 25. Juni 2012
ich gebe fünf sterne, weil das buch mich gefesselt hat, weil es sehr gut geschrieben ist, weil hier kein reisserischer schund sondern wirkliche literatur geboten wird, weil die atmosphäre hier so plastisch geschildert wird, dass ich sie fühlen kann usw.usf.
man solltze sich doch hüten, von einem autoren immer dasselbe zu erwarten. dies buch hier ist so geschrieben, wie ich mir einen modernen südtaatenroman vorstelle- die familie in ihrem schmerz und in ihrer dumpfen existenz ist da, die tumben typen in der nachbarschaft, die mit einem pickup durch die gegend cruisen. ein finsteres geheimnis ist da, ein kleines mädchen, das licht ins trübe bringen will. ich finde, das alles ist großartig geschrieben und verwoben und gelöst worden. keine minute war mir langweilig- meine erwartungen wurden sogar übertroffen. also, warum soll ich da keine volle punktzahl geben?
kann das buch nur empfehlen.
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Zehn Jahre nach ihrem fulminanten Roman-Debüt EINE GEHEIME GESCHICHTE legt die US-amerikanische Autorin Donna Tartt ihr zweites Buch vor: DER KLEINE FREUND: In einer Kleinstadt in Mississippi wächst die 12-jährige Harriet Cleve Dufresnes im Schatten ihres Bruders auf. Er ist ermordet worden, als sie noch ein Baby war und wird von der Familie bis ins Unerträgliche idealisiert. Der Mörder wurde nie gefunden, und die Familie hat sich nicht mehr von dieser Tragödie erholt. Harriets Vater verließ Frau und Kinder, die Mutter hat psychische Probleme und betäubt sich mit Medikamenten, die Schwester träumt in den Tag hinein. Und Harriet, eigenwillig, belesen und phantasiebegabt, lebt ihr eigenes Leben unter der unzureichenden Aufsicht ihrer Großmutter und einer Reihe exzentrischer Großtanten.
Eines Tages setzt Harriet sich in den Kopf, den Mörder ihres Bruders zu finden. Einen Verdächtigen hat sie sich schon ausgeguckt: Danny Ratliff, einen Schulkameraden des Ermordeten und Mitglied einer ebenso asozialen wie kriminellen Familie. Zusammen mit ihrem schwatzhaften Kumpel Hely macht Harriet sich auf, den angeblichen Mörder zu überführen - und tritt damit eine Lawine von Ereignissen los, die nicht nur sie selbst in tödliche Gefahr bringt ...
Auch wenn in dem Roman viel von kriminellen Handlungen die Rede ist - es ist kein Krimi. Es geht nicht primär darum, wer den kleinen Jungen ermordet hat, sondern darum, was eine solche Tragödie aus einer Familie macht. Über 760 Seiten lang schaut man bei den Cleve-Dufresnes und Ratliffs durchs Schlüsselloch, lernt faszinierende Charaktere kennen und wird mit wachsendem Entsetzen Zeuge gestörter Familienverhältnisse. Doch das ganze führt zu nichts. Geheimnisse bleiben geheim, Probleme ungeklärt und die Personen machen auch keine nennenswerte Entwicklung durch. So bleibt es bei einem lediglich voyeuristischen Vergnügen, und das ist ein bisschen wenig.
Dass sich das Lesen trotzdem gelohnt hat, liegt an der energischen und tatkräftigen Heldin Harriet. Auf Seite 309 heißt es so treffend: "Sie war ein helläugiges Tigerjunges: ganz niedlich als Kleinkind, aber das ließ nach mit jedem Zentimeter, den sie wuchs. Noch war Harriet nicht alt genug, um selbst für sich zu sorgen, aber der Tag würde bald genug kommen, und dann würde sie (...) blühen und gedeihen, was immer ihr widerfuhr: Hungersnot, Bankenkrach oder der Einmarsch der Russen." Nach Harriet befragt, sagte Donna Tartt in einem Interview: "Ich denke, jeder Autor wird Ihnen erzählen, dass es extrem schwierig ist, über Kinder zu schreiben, aber der Trick ist, der Versuchung zu widerstehen, sie ‚liebenswert' zu machen." Stimmt, liebenswert ist die Heldin nicht. Aber eine sehr interessante Persönlichkeit.
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