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am 10. August 2017
STRATOVARIUS - Nemesis, 2013 - ltd. Edt. Digibook

Seit Timo Tolkki's Abgang sind nun einige Jahre und zwei durchschnittlich gute aber bei weitem nicht herausragende Alben vorübergegangen. Ich bin keiner der so schnell die Flinte ins Korn wirft aber POLARIS konnte mich bis heute nicht in seinen Bann ziehen und bei ELYSIUM hat es eben ein bischen länger gedauert. Seit Timo Tollki abging und die "Kreuzlilie" im Schriftzug durch einen "Stern" ersetzt wurde (der Schriftzug STRATOVARIUS wirkt jetzt so 08/15, einfach nur hingeklatscht) fehlt es dem ehemaligen Power Metal Flagschiff nicht nur in musikalischer Hinsicht an Eleganz und Besonderheit. NEMESIS ist aber in jedem Fall wieder ein Schritt in die richtige Richtung und das bisher eingängigere Album der neuen Ära geworden. Der neue Drummer bringt hörbar frischen Schwung mit, die Gitarrenriffs sind härter denn je und Jens Johannson entlockt seinen Synthies ungewohnt moderne Klänge die mich teilweise schon an Techno erinnern. Etwas viel an Neuerungen, aber dafür gibt's so viele Ohrwurmrefrains wie schon lange nicht mehr. Anspieltipps: CASTLES IN THE AIR, DRAGONS, ONE MUST FALL, IF THE STORY IS OVER und NEMESIS.

Punkte: 6,00 von 7,00 (Wertung ohne Bonustracks)
(6/6/6/6/6/6/6/6/6/5/4,5/6/6)
sehr gut, herausragend

4,28 von 7,00
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am 17. Mai 2016
Stratovarius begleitet mich schon seit vielen Jahren durch mein Leben und hat mich als Band, was Komposition und instrumentelle Virtuosität anbelangt, immer fasziniert.

Diese Album ist das beste Beispiel dafür, wie sich ein rundum gelungenes Werk anhören kann. Hier finde ich nahezu jedes Lied genial ausgearbeitet und im Gesamtbild perfekt arrangiert. Melodik, Geschwindigkeit und epischer Metal-Pathos wurden auf dieser CD für die Ewigkeit verschmolzen.

Viel Spaß beim Hören, am besten laut.
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am 5. März 2013
Nach dem furiosen Comeback mit Polaris und dem kurz danach veröffentlichten Elysium legen Stratovarius nun Longplayer 3 der Post-Tolkki-Ära vor. Es ist zugleich das erste Album ohne den sympathischen Jörg Michael an den Drums. Und es stehen nicht nur die Keyboards mit „typischen“ Key-Klängen im Vordergrund, sondern es wird auch ganz modern mit Loops, Samples etc. gearbeitet, die teils fast schon dancemäßig rüberkommen und auch für die tanzbar sind, die auch mal die Füße und nicht nur das Haupt schütteln wollen. Auffällig außerdem: Vereinzelt ließen sich die Herren beim Komponieren „von außen“ helfen. Und Drummer Rolf Pilve spielt zumindest im Studio zurückhaltender als sein Vorgänger.

Zu den Songs im Einzelnen:
Abandon: Großartiger, kraftvoller, Opener mit den klassischen Stratovarius-Elementen: Schnell, straighte Hymne, viel Pathos und Bombast. 5/5 Punkte.

Unbreakable: Es folgt gleich die zweite, etwas gemäßigter gehaltene Hymne. Eingängige Piano-Parts, rhythmisch interessante Zwischenparts, und ein Refrain, der sich schon beim ersten Hören in den Gehörgängen einnistet und da auch tagelang nicht rausgeht…. 5/5 Punkte.

Stand My Ground: Schnell, „nervöses“ Riff und etwas verzerrte Stimme in den Strophen. Im In Bridge und Refrain wieder der typische Bombast mit deutlich mehr Ruhe und gedrosseltem Tempo. Spannendes Hin und Her. Aber nicht ganz so mein Fall wie die ersten beiden Songs. 4/5 Punkte.

Halcyon Days: Fette Chöre, kräftig Samples, beim C-Teil musste ich spontan an Alanis Morissette denken, die mit ähnlichen Sounds arbeitet. Klasse Gitarrenriff, quasi zweistimmiger Gesang in den Strophen. An sich aber vor allem im Refrain eine perfekte Symbiose aus modernem Sound und dem, was Stratovarius ausmacht. 4,5/5 Punkte.

Fantasy: Hier schreiben einige von ABBA auf Metal etc. Das höre ich eher nicht, ich finde es eher Happy-Metal mit sehr klassischem Songwriting und relativ vorhersehbarer Melodieführung. Ich mag den Song aber, sehr entspannend nach so viel Bombast und Neuem…. 4,5/5 Punkte.

Out of the Fog: Huch, haben da Hammerfall ein wenig mit komponiert? Ein großartiger Refrain, getragener Gesang über flotter Gitarre. Während der Chorus und das Keyboard-Solo sehr klassisch (aber grandios) klingen, überraschen die Strophen, Bridges und das Gitarrensolo mit feinen und filigranen Details. 5/5 Punkte.

Castles in the Air: Es beginnt so ruhig und bittersüß mit Piano und Gesang und wird auch so enden – schöner Rahmen. Und dann setzt der Midtempo-Bombast aus Gitarren und Chören und Drums ein. Getragene Strophen mit einer schönen Melodie und ein Chorus mit Ohrwurmcharakter. 5/5 Punkte.

Dragons: Die Keyboard-Intro klingt nach Falcos Rock Me Amadeus. Der Rest des Songs ist treibend, der Refrain Hymne (ich wiederhole mich, aber selten waren so viele Hymnen-Refrains auf einem Album). Samples werden sparsam eingesetzt (bei Halcyon Days habe ich teils das Gefühl, sie werden um ihrer selbst verwendet, das ist hier anders). 4,5/5 Punkte.

One Must Fall: Midtempo-Song mit überraschend ruhigem C-Teil. Gut, aber kommt nicht an die anderen Songs ran (wobei das jetzt auch Jammern auf hohem Niveau ist…). 4/5 Punkte.

Fireborn: Bei diesem Midtempo-Song geht es wieder etwas metal-dance-mäßig zu, der Refrain grenzt etwas an Kitsch und ist sehr einfach gestrickt (geht dadurch aber auch gut ins Ohr). Rolf Pilve ist bei dem Stück besonders konzentriert dabei, aber alles in allem kommt der Song nicht an die großen Stücke des Albums ran und ist zu Recht nur Bonus-Track. 4/5 Punkte.

Hunter: Der aus meiner Sicht „dreckigste“ Song von der Gitarrenarbeit her. Irgendwie etwas sperrig (vielleicht darum Bonus-Track?), auch wenn es zu begrüßen ist, wenn von klassischen Linien abgewichen wird. Zwischendurch ein paar Orffsche Chöre. 4/5 Punkte.

If the Story Is Over: Kotipeltos Stimme kommt hier vermutlich mit am besten zur Geltung und er beweist, dass er zu den Besten in seinem Genre gehört. Der Song selbst ist halt eine klassische Metal-Ballade. Gegen solche ist an sich nichts einzuwenden, derzeit sind sie weniger mein Fall (von einigen Über-Balladen abgesehen). Aber der Song ist handwerklich gut gemacht und bekommt daher 4,5/5 Punkte.

Nemesis: Sehr komplex und treibend mit sehr hymnenhaften Refrain. Schöne zweistimmige Solopassage im C-Teil. 5/5 Punkte.

Alles in allem gebe ich zu, dass mich die Samples teils befremden und auch nach dem vierten Hören noch nicht alle Songs zu 100% zünden. Das war bei anderen Alben der Band anders. Zudem haben Helloween ganz gut vorgelegt, so dass ich 2013 recht anspruchsvoll beim Bewerten bin – und damit hier und da auf hohem Niveau jammere. So oder so hat das Jahr 2013 aber vielversprechend begonnen und andere Bands werden sich anstrengen müssen, Helloweens Straight Out of Hell und Startovarius‘ Nemesis noch zu überbieten. Dennoch hoffe ich, dass es live mal mehr neue Songs als auf den letzten Touren gibt.
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am 5. Juli 2017
Die DVD bietet eine über einstündige " Documentary " plus 5 Musik Videos.
Die CD enthält das Studio Album " Nemesis " plus 2 Bonus Tracks. Die Gesamtlaufzeit der 13 Tracks beträgt über 65 min.
Fazit : " Nemesis Days " von Stratovarius ist energievoller Power Metal aus Finnland .
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am 28. Juli 2014
Schlicht sehr guter Powermetal und typisch Stratovarius. Kraftvoll, technisch versiert und eingängig. Von mir daher eine ganz klare Empfehlung. Spitzen Album.
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am 24. Februar 2013
In den vergangenen Jahren hatte ich kaum noch Hoffnung, dass Stratovarius wieder an Ihre Glanzzeiten Ende der 90er bzw. Anfang des Jahrtausends herankommen. Was wahren das doch Meisterwerke des Powermetals damals (Visions, Infinitie, Destiny). Aufgrund bandinterner Querelen hat sich dann leider einiges weniger gut entwickelt.

Mit Polaris kam man wieder fast an das alte Niveau heran. Nun ist seit Freitag das neue Werk auf dem Markt.

Und ist muss sagen: Seit Freitagmittag läuft bei mir ausnahmslos nur noch eine CD und die heißt Nemesis.

Alle Lieder sind gut bis super.

Zu den Songs:

1. Abandon
Etwas schnellerer Song. Guter Einstieg, dauert aber ein bisschen, bis er wirklich hängen bleibt. Refrain wirkt aber beim 4. oder 5. Durchlauf.

2. Unbreakable
Voarbsingle. Sehr eingängig und mit tollem Intro. Der Refrain bleibt sofort hängen und will nicht mehr aus dem Ohr.

3. Stand My Ground
Ziemlich düsterer Song. Wieder etwas schneller und verschachtelt. Ist nicht ganz mein Favorit und fällt m.E. qualitativ etwas aus dem Rahmen.

4. Halycon Days
Atmosphärischer Einstieg, dann kommt ein schnellerer Part. Refrain ist wieder sehr eingängig. Derzeit mein Lieblingssong.

5. Fantasy
Sehr poppiger Song. Wie andere schon geschrieben haben - klingt wie Abba auf Metal. Macht aber Spaß und gute Laune. Hat auch ein interessantes Intro.

6. Out Of The Fog
Anfang mit tollen Chören und auch wieder sehr atmosphärisch. Gitarren sind hier etwas härter. Sehr abwechslungsreicher Song.

7. Castles In The Air
Balladesker Einstieg mit schönem Klavierspeil. Wird dann sehr hymnisch und bombastisch. Toller Song.

8. Dragons
Toller Mitsingrefrain und gute Launesong. Bleibt beim ersten Durchlauf aber nicht sofort hängen.

9. One Must Fall
Ganz ordentlicher Song. Gut gemacht, Refrain ist ok. Im Vergleich zu den anderen Liedern aber nicht ganz so stark.

10. If The Story Is Over
Mega-Ballade, die beste seit "Forever" damals. Kotipelto klingt fast wie Robbie Williams zu besten Zeiten. Macht er gut.

11. Nemesis
Super Abschluss, passt so ziemlich alles. Große Hymne und ein guter Abschluss (für die normale CD-Version, in deren Besitz ich bin).

Also Leute, lasst euch von sogenannten Fachzeitschriften nicht beirren und kauft euch die CD, wenn Ihr die alten Stratovarius so gemocht habt wie ich.

Eine meiner besten Investitionen bisher 2013.
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am 2. Juni 2014
Seit Jahren füllt sich mein CD-Schrank mit all den Veröffentlichungen von Stratovarius. Aber seit langem hat mich kein Release mehr so überrascht wie dieses. Das Werk ist abwechslungsreich, powervoll, mit wahren Krachern und Hymnen. Der Opener "Abandon" räumt von der ersten Sekunde an wirklich ab. Es folgt das hitverdächtige "Unbreakable" - eine Midtempo-Nummer mit mächtig Krawums. Dann wieder eine gehörige Temposteigerung mit "Stand My Ground" - mit eingängigen, langsamen Refrain. Und auch die restlichen Songs können voll und ganz überzeugen.

Stratovarius klingt auf "Nemesis" frischer, abwechslungsreicher, härter und melodischer den je. KAUFEN! - W.E.R.S.I., Guitar Axeman, BORN2RULE
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am 5. Juni 2014
Groß war wie Freude, als auf Facebook verkündet wurde, dass Stratovarius eine Tour-Doku über das aktuelle Album "Nemesis" veröffentlichen wollen. Als Stratovarius-Fan (oder besser gesagt Verehrer) bin ich natürlich zum nächsten Saturn gepilgert und habe mir die gute Scheibe geholt.
Noch während ich vor dem Regal stand und das gute Stück begutachtete, kam schon die erste (leichte) Enttäuschung: Die DVD kommt nicht in einer schönen "Standard DVD-Box" daher, sondern wird mit dem aktuellen Album "Nemesis" in einer handelsüblichen Doppel-CD-Box verkauft.
Aber egal, ab nach Hause, das gute Ding in den Player schieben und ab gehts!
Kaum wurde der "Film" gestartet, kommt schon die nächste Ernüchterung: Auf der DVD sind keinerlei Untertitel vorhanden. Nicht einmal Englische. Natürlich ist es jetzt nicht so, dass ich schlechte Englisch-Kenntnisse habe, aber die Jungs von Stratovarius haben teilweise doch einen ziemlich starken finnischen(in Jens' Fall natürlich schwedischen) Akzent auf den Lippen, wenn sie über ihr Tourleben plaudern. Besonders beim hauseigenen Nachwuchs-Drummer Rolf Pilve(der auf der neuen Scheibe Stratovarius-Legende Jörg Michael teilweise ganz schön alt aussehen lässt) musste ich mir manche Passagen mehrmals ansehen, damit ich überhaupt verstand, worum es geht. Bei solchen Dingen hätte ich mir Untertitel wirklich gewünscht.
Alles in Allem wird dem Zuschauer auf der DVD ein sehr guter Einblick in das Tourleben der Band gewährt. Man erfährt viele Dinge über die Vorbereitungen zu Konzerten, die Entstehungsphase des neuen Albums, es werden Fans befragt, außerdem gibt es viele "Homevideo"-Clips der Band bei Besuchen in verschiedenen Restaurants und während der Fahrten/Flüge zu den jeweiligen Veranstaltungsorten. Man merkt der Band natürlich auch an, dass sie Spaß an ihrer Sache haben und mit Leidenschaft an ihre Musik rangehen.
Absolut faszinierend, wie sich eine Band nach 30 Jahren Bandgeschichte, zig Line Up-Änderungen und zwei Beinah-Auflösungen wieder an die Power Metal-Spitze gekämpft hat und diese mit Feuer und Flamme verteidigt.
Hut ab, Stratovarius \m/
4/5 Sternen
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am 13. März 2013
Damit hätte ich nicht gerechnet..!! STRATOVARIUS, die Power-Metaller aus Finnland, haben "im Jahr 1", nach dem Weggang des Drummers Jörg Michael, nicht nur ein ordentliches Album herausgebracht, nein, es ist ein sehr gutes Album geworden.
Waren "Polaris" von 2009 und "Elysium" von 2011 nicht gerade Spitzenalben der Finnen gewesen, so überzeugt "Nemesis" doch fast generell auf einem sehr hohen Niveau.
Die 11 Stücke von "Nemesis" sind auf satten 57:39 Minuten verteilt. Man kann die Silberscheibe sehr gut durchhören, Lückenfüller habe ich keine entdeckt.
Die Stücke passen so gut zueinander, dass man fast annehmen könnte, dass die Platte zu glatt, zu sauber produziert wurde. Das ist aber nicht richtig, denn es gibt, zum Glück, auch einige Kanten auf "Nemesis", dass die Platte wiederum sehr symphatisch macht.
Sicherlich, auch "Nemesis" bietet keinen wirklich "neuen" Power-Metal, aber trotzdem unterscheiden sich die Stücke untereinander so gut, dass nie Langeweile aufkommt. Die nötige härte ist z.B. bei Stücken, wie "Out Of The Fog" und "Nemesis" vorhanden und auch ruhigere Stücke wie "If The Story Is Over" wissen zu gefallen.
Fazit: Stratovarius, haben mit "Nemesis" ein gutes bis sehr gutes Power-Metal Album herausgebracht, dass eher an die starken musikalischen Zeiten erinnert, als an die letzten beiden Veröffentlichungen. 5 Sterne (Genrebezogen).
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am 16. Oktober 2013
Unglaublich, zu welch einer Band sich das "neue Stratovarius" aufgerafft hat. Nachdem in den Jahren 2004/2005 noch bandinterne Streitereien, Timo Tolkkis Einlieferung in eine mentale Klinik und tägliche Schlagzeilen in den Metal-Foren des Internets das eigentliche Todesurteil der Power Metal-Formation besiegelt haben, hat sich das finnisch-schwedisch-deutsche Quintett um den Meister-Gitarristen und -songwriter wieder zu einem "Reunion"-Album aufgerafft und den Fans nach einer eher kritisierten progressiv angehauchten "Elements"-Ära und einer Zeit voller Probleme und Streitereien ein nicht unbedingt weniger experimentelles und düsteres Album mit dem schlichten Namen "Stratovarius" vorgeworfen, welches die erlebten Traumata und niederschmetternden Erlebnisse der letzten Monate verarbeiten soll. Doch auch nach diesem Album schien immer noch nicht alles in Butter. 2008 kündigte Tolkki die endgültige Auflösung der Band an. Dennoch wollten die anderen Mitglieder ohne ihn unter dem alten Namen weitermachen. Langes Bangen war für viele Fans angesagt: Unter welchem Namen und wann werden die verblieben Musiker von Stratovarius ihr neues Album rausbringen, falls es je eins geben sollte. Doch Stratovarius wären nicht sie selbst, wenn sie sich nicht wieder aus dem tiefsten Morast nach oben kämpfen würden. Mit "Polaris" startete eine neue Ära der Band, die mit einem noch besseren "Elysium" fortgeführt wurde und nun mit "Nemesis" einen neuen Höhepunkt der Bandgeschichte nach "Visions" und "Infinite" darstellt. Auch der neue Schlagzeuger Rolf Pilve, welcher den nach 17 Jahren ausgestiegenen Jörg Michael ersetzt, bringt frischen Wind in die Segeln des einfach nicht kleinzukriegenden Schiffes.

Mit "Nemesis" gehen die Jungs um Timo Kotipelto wieder in eine etwas andere Richtung, als sie es noch mit "Elysium" taten. Manche Songs sind weniger keyboardlastig wie noch auf dem Vorgängeralbum, auf welchem sich Jens Johansson richtig austoben konnte, die Gitarren sind mit die mit Abstand heavigsten, die ich je bei Stratovarius gehört habe und allgemein haben die Songs einen viel düstereren Sound. Nemesis hat einfach einen viel zu eigenen und modernen Stil, um ihn mit irgendeiner anderen Scheibe der Band zu vergleichen. Die Musik klingt viel moderner und aktueller, was ich der Band auf keinen Fall übel nehme. Viele Anhänger des "alten" Stratovarius aus meinem Bekanntenkreis mögen Nemesis bis auf ein paar Songs nicht, weil es ihnen viel zu modern klingt...was ich ihnen überhaupt nicht abstreiten kann. Bei "Halcyon Days" merkt man besonders an dem eingebauten "Dubstep-Part" (anders kann ich es nicht beschreiben), dass die Band sich in neues Gewässer vorwagt. Ob es einem nun gefällt oder nicht, das sei mal außen vorgestellt.
Auch gesanglich gesehen bleiben Stratovarius ganz weit mit vorne. Timo Kotipelto zeigt uns, dass er es nach knapp 20 Jahren bei seiner Band immer noch drauf hat, auch wenn man merkt, dass er die ganz hohen Töne nicht mehr perfekt singen kann (was viele sicherlich auch schon live gemerkt haben). Ich denke, dass das permanente Hoch singen auf den Vorgängeralben seine Stimme ziemlich abgestumpft hat (man höre sich nur mal "Find Your Own Voice", "Papilon" von der ersten "Elements"-Scheibe oder "Father Time" auf "Episode" an). Gesanglich erinnert es mich ziemlich an das Reunion-Album. Aber dennoch bleibt er für mich einer der besten Sänger im (Power) Metal-Bereich, da er nicht nur hoch, sondern auch gleichzeitig kraftvoll singen kann. Mit "If The Story Is Over" liefert er meiner Meinung nach die beste Gesangsleistung seiner bisherigen Karriere ab...ein lyrisches sowie musikalisches und gesangliches Meisterwerk.

Nun ein paar Worte zu den Songs:

Mit "Abandon" haben die Jungs einen Headband-Opener der Extraklasse kreiert. Der Rythmus geht sofort in die Halsmuskulatur über und sorgt für exzessives Headbangen, bis man die Wirbeln knacken hört. Klasse Song!
"Unbreakable" kennen manche schon von der vorab veröffentlichen EP. Ein toller Song, welcher den druckvollen Stil von "Abandon" fortführt.
Auch die anderen Songs: "Stand My Ground", ein schon fast Thrash Metal-mäßiger Song, "Halcyon Days", mit ausgefeilten Elektro-Geräuschen, das leicht poppig angehauchte "Fantasy", das im Takt von Marschmusik gespielte "Out Of The Fog", welches das Leiden der Soldaten im Krieg beschreiben soll, das fantasievolle "Dragons", welches auf ein mystisches "Castles In The Air" folgt, wird von dem noch düstereren Song "One Must Fall" abgelöst, nur damit sich das Album nach DER Traum-Ballade "If The Story Is Over" (m.M.n. die beste Strato-Ballade seit "Forever" auf dem "Episode"-Album) im bombastischen Titeltrack "Nemesis" zu einem Musikfeuerwerk der Extra-Klasse steigert und den Höhrer in einem O(h)rgasmus (Wortspiel *hö hö hö hö*) untergehen lässt...sie alle wirken einfach nur grandios und bombastisch. Ausfälle oder Lückenfüller sucht man vergebens.

Mit "Nemesis" zeigen Stratovarius, dass es eine Band auch nach mittlerweile knapp 30 Jahren, zahlreichen Mitliedern, die gekommen und gegangen sind, vielen Stilrichtungswechslungen, einer der mit Abstand schlimmsten Bandkrisen im bekannten Metal und 14 Studioalben immer noch drauf haben können.
Eine Band, die sich aus der Asche der 2000er Jahre zu einem neuen Phönix erhoben haben und mit Nemesis ihr vielleicht bestes Stück seit "Visions" abliefern. Ich bin gespannt, wie die Jungs dieses Album toppen werden bzw. ob sie es überhaupt toppen werden ;).

5/5 Sternen, weil mehr leider nicht geht \m/
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