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am 8. Februar 2015
Es gibt viele englischsprachige Werke, welche die Bibel als vertrausenswürdig verteidigen. Aber diese beziehen sich auf den amerikanischen Kontext. Da der Liberalismus seine Wurzeln in der deutschen Theologie hat, war ich auf dieses Buch sehr gespannt.

Klaus Berger verteidigt die Bibel überzeugend. Seine Angrifflustigkeit gibt dem Buch eine besondere Note, zudem schreibt Berger in solch gewaltiger Sprache, dass es eine Freude ist. Man merkt, dass er nicht nur Exeget ist sondern auch Bibelübersetzer! Wortschöpfungen wie "die bultmannsche Kehre" haben sich fest bei mir eingebrannt.

Besonders aufschlussreich fand ich Bergers Analyse der Einflüsse der grossen Philosophen auf die Exegese und dann der Einfluss der Exegesen selber (Schweitzer, Bultmann, Crossan, etc.). Ich habe neben dem Buch fleissig die Einträge im Wikipedia nachgelesen und kann "Die Bibelfälscher" als guten "Primer" zur Geschichte der deutschen Exegesen empfehlen.

Aber Berger bleibt nicht nur sachlich-kritisch: Das Beste fand ich die letzten Kapitel darüber, was er an der Bibel denn so faszinierend findet. Man merkt seinen Enthusiasmus: Es ist ein Mann, der mit 73 noch Bücher schreibt, nicht um recht zu haben, sondern weil er von der Bibel begeistert ist.
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am 12. August 2017
Der bekannte und auch von seinen Kritikern respektierte Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger (Jg. 1940), der kürzlich als sein „opus magnum“ bei Herder den großen zweibändigen Kommentar „Die Apokalypse des Johannes“ (Freiburg 2017) vorlegte, hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es um Authentizität und Anspruch der Bibel ging. Das mir vom Verlag 2013 zugesandte Besprechungsexemplar „Die Bibelfälscher. Wie wir um die Wahrheit betrogen werden“ des mir persönlich gut bekannten Autors blieb jedoch lange liegen, es traf damals mitten in eine persönliche Berufungskrise und die Suche nach neuen Lebenswegen mit Glaube und Kirche. Der Titel erschien mir auf den ersten Blick als zu polemisch, ja fast verschwörungstheoretisch, um sich positiv damit zu befassen. Man las die meist negativen Rezensionen, die leise Kritik, die auch ein befreundeter Zisterzienser aus Heiligenkreuz in der „Tagespost“ anbrachte, und dachte, dass Klaus Berger in seinem Temperament und Furor hier wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen habe.

Nach vier Jahren, auf den „zweiten“ und genaueren Blick, frei von Vorurteilen des theologisch-publizistischen Mainstreams, zeigt sich mir Bergers „Die Bibelfälscher“ nun wirklich als ein theologisch-exegetisches Jahrhundertwerk, das vielleicht nicht zufällig am Ende des Pontifikates des Theologenpapstes Benedikt XVI. erschien und dessen große Jesus-Trilogie kritisch ergänzt. Es ist keine bloße Streitschrift, sondern ein „Aufschrei“ (9) als Programmbuch, das den Schutt wegräumt für eine „Exegese der Zukunft“ (297). Der Vergleich mit dem wirkmächtigen Römerbriefkommentar Karl Barths, der 1919 die liberale Theologie zum unverfälschten Wort Gottes zurückrief, drängt sich trotz so verschiedener Umstände auf.
Bergers Diagnosen sind unerbittlich und unbestechlich. Nicht ein einzelner Theologe ist „Gegner“, dem Berger in konkreten Punkten der „Zerstörung des Neuen Testaments“ (43) mit dem scholastischen „sed contra“ antwortet und widerspricht, sondern die ganze neuere Bibelwissenschaft seit der Aufklärung: „Die historisch-kritische Exegese der letzten 200 Jahre hat alles Porzellan im Haus der Christenheit zerschlagen, bis hin zur letzten Blumenvase. Jedenfalls für den, der ihre Resultate zur Kenntnis nehmen wolle und konnte. Sie hat viel Theologiestudierende zum Abbruch ihres Studiums gebracht und lieferte vielen Menschen wohlfeile Argumente, um aus der Kirche auszutreten. Sie hat den Atheismus gefördert und die Spaltung der Kirchen nicht gelindert, sondern auf ihre Weise fortgesetzt“ (345). Gegen den Verdacht, dass mit dem Bibeltext etwas nicht in Ordnung sei und er korrigiert werden müsse, hält Berger fest: „Ich verlange strikten und reinen Gehorsam gegenüber dem Text. Der Exeget sollte glücklich sein, wenn er den Text mit Leidenschaft lieben kann und sich selbst dabei ganz und gar zurücknimmt“ (ebd.). Berger singt das Hohelied der Bibel, die entstaubt und mit neuer Lust gelesen werden soll (299). Sie handelt „von der ersten bis zur letzten Seite“ (306) davon, wer Gott ist. Sie ist ein Kompass auf dem Weg, sie lehrt vor allem beten. Viele persönliche Erfahrungen und Wegstrecken fließen mit in die Darlegungen Bergers ein. Die Liebe zur Bibel verbindet sich bei ihm immer mit der Liebe zum Volk Gottes, zu Israel, zu Jerusalem, zur ungeteilten Kirche und zum durch die Bibel (Mt 16, 18) untermauerten Amt des römischen Papstes. Die Krise der Kirchen und des Glaubens hängt wesentlich zusammen mit der Auflösung des biblischen Zeugnisses im Säurewasser der Kritik: „Wenn nämlich die Bibel, wie gerade die Reformation feststellte, die maßgebliche Grundlage für das Christentum ist, kann eine systematische Zerstörung dieser Grundlage nicht ohne Folgen bleiben“ (9). Hier braucht es analytische Gegenwehr und wirksames Gegengift, um diese Grundlage wieder aufscheinen und tragfähig werden zu lassen. Kein einzelner Theologe, und sei es Rudolf Bultmann, ist Gegner, sondern eine ganze biblische Forschungsrichtung, die arrogant und anmaßend „wirklich systematisch alles Porzellan, von der Geburt in Bethlehem bis zur Himmelfahrt, von der Jungfrau Maria bis zu den Mahlzeiten mit dem Auferstandenen“ (9) zerschlagen hat.
Den Anfang dazu setzt Berger, indem er das Urteil der radikalen Bibelkritik, alles Übernatürliche (wie Engel und Dämonen) und alle Wunderberichte der biblischen Schriften seien „Lug und Trug“ (15) oder bestenfalls Märchen, ebenso radikal zurückweist. Provokativ („es gibt außer mir keinen einzigen lebenden Exegeten, der 1 Petr für ‚echt‘ hält“) macht er aus dem 1. Petrusbrief die erste Papstenzyklika (16). Beispiel für „Verdrehungen durch die liberale Exegese“ (20) sind ihm die angeblich irrtümliche „Naherwartung“ Jesu, der nicht nur Mk 13,22 („jenen Tag weiß nur Gott und kein Mensch, auch die Engel und selbst der Sohn wissen es nicht“) widerspricht, sondern auch dass mit dem Kommen es Gottesreiches Jesus gar nicht das Weltende meinte, sondern sein eigenes Auftreten in Verklärung und Wunderwirken. Ein zweites Beispiel ist die u.a. von Bergers ehemaligen Heidelberger Kollegen Gerd Theißen, dem öfters hart und fair widersprochen wird, behauptete These, dass Johannes der Täufer kein Zeuge Jesu gewesen sei, sondern dafür von den unredlichen Evangelisten vereinnahmt worden sei.
Nach einem kurzweiligen Interview mit einem Theologiestudenten zum Umfeld des Buches (34-42) werden die geistesgeschichtlichen Grundlagen der beobachteten „Bibelfälschung“ benannt. „Über diese Täuschung aufzuklären ist der erklärte Anspruch des Buches. Es wird ja niemand persönlich verunglimpft“ (45). Es sind nicht kritische Einzelthesen, sondern philosophische Vorentscheidungen, die in die Irre geführt haben. Der Fisch stinkt vom Kopfe her. So wie Karl Popper („Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“) in Platon und Hegel den Ursprung totalitärer Politik sah, so ist der Entmythologisierer Bultmann für Berger „nur ein später Vollstrecker hegelianischer Philosophie“: „Überall, wo der deutsche Idealismus als Philosophie die Exegese beeinflusst, ja bestimmt hat, haben sich die ‚harten‘ Fakten der Geschichte in ‚weiche‘ Seelenzustände aufgelöst“ (51). So ersetzt das Bewusstsein die Ontologie und Realität. Folgerichtig bestimmen nun Anthropologie, Soziologie und Psychologie die Bibelauslegung und ersetzen die Historizität, die mehr als Dichtung denn als Wahrheit verstanden wird – hier ist neben Theißen und vielen anderen auch Eugen Drewermann indirekt angesprochen. Berger hat zum Thema „Exegese und Philosophie“ ein ausführlicheres eigenes Werk verfasst (SBS 123/124), das nun im „Patrimonium-Verlag“ der Abtei Mariawald neu aufgelegt wurde („Die Bibel und ihre philosophischen Feinde“).
Biblisch werden so aus Fakten und Glaubenswahrheiten reine Ideen, die dem Text und der Historie vorgeordnet werden: „erst Dogma, dann Legende“ (66). Damit erübrigen sich für Jungfrauengeburt, Wunder und Auferstehung irgendwelche historischen Fakten. Man kann eine schon von Thomisten gern verwandte „zwei-Stockwerke-Theologie“ scheinbar intellektuell redlich fortführen, ohne sich der mentalen Schizophrenie dabei bewusst zu werden. Auch die „präsentische Eschatologie“ des recht banalen „schon und noch nicht“ (76) hilft dann nicht der johanneischen Präsenz der Person Jesu (Joh 5, 24), sondern will apokalyptische Warnungen vor dem Ende der Geschichte entleeren.
Breit und ins Einzelne gehend mit immer wiederkehrenden Bezug auf die große Fachliteratur geht Berger nun die ideologisch motivierten „Vorentscheidungen der Gegner“ (85-188) durch. Ostern wird zu einem von der Historie abgehobenen Zentraldogma, das Lessings „garstigen Graben“ (86) zwischen dem vor- und nachösterlichen Jesus nur vertieft. Erst die Auferstehung soll zum Gedanken der Gottessohnschaft geführt haben, was von der Inkarnation her gesehen natürlich Unfug ist. Die Idealisierung der Bergpredigt, die in Wahrheit mehr von Gott redet als moralistisch zu Menschen, wird von Berger als Überforderung und „sozusagen negative Seite der Rechtfertigungsbotschaft“ kritisiert (114-118). Breiten Raum nimmt in der liberalen Exegese (etwa bei Joachim Jeremias) die Diskussion um die kaum zwingend nachweisbare „Echtheit der Worte Jesu“ (123) ein. Als Alternative bietet Berger „Merksätze für eine zukünftige Erforschung von Jesusworten und –taten“ (150), deren erster lautet: „Im Zentrum steht nicht die Echtheitsfrage, sondern a) was sagt Wort/Tat über Gott? und b) wie ist das Verhältnis von Gott und Jesus darin bestimmt?“ (150). Die religionsgeschichtlichen Parallelen können bei allen Einzelfragen im Hintergrund stehen, aber nicht bestimmend für die Interpretation sein. Geradezu genial ist dann auch im Vorblick auf mögliche Gegen-Kritik der „Bibelfälscher“ der Abschnitt „Fundamentalismus?“, in dem Berger sich öfter auf „meinen Lehrer“ (173) Nicolaus Cusanus (1401-1464) bezieht (172-181). Unter „Kündigung des Personals“ (181-188) wird die Abschaffung der Existenz des Teufels, der Engel und der zwölf Apostel zurückgewiesen. Die „Manipulation von Passionstexten“ (189-198) betrifft vor allem die Existenz des Judas und das angebliche Nachtragskapitel Joh 21, das von Berger sehr tief gedeutet wird.
„Gnadenlose Säkularisierung“ (199) ist die Übernahme des Gottesbildes der Aufklärung. Keine abstrakte „Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8, 32), wie an der Freiburger Universität auch zur Hitlerzeit zu lesen war, sondern die Wahrheit dessen, der das „Ich bin die Wahrheit, der Weg und das Leben“ (Joh 14, 6) sagte, der so die Freiheit von Lüge, Sünde, Tod und Teufel brachte.
„Domestizierung des Apostels Paulus“ (203) nennt Berger dessen einseitige Instrumentalisierung im Sinne von Rechtfertigungslehre und Gesetzeskritik. Da dies eine Verzeichnung ist, die sogar der Deist John Toland ablehnte, muss logisch von der liberalen Exegese einigen Schriften des Apostels die Echtheit abgesprochen werden – ungeachtet der hermeneutischen Einsicht in die Entwicklungsstationen eines Autors. Eine „Spielwiese radikaler Bibelkritik“ (234) sind dann die Kindheitsberichte besonders bei Matthäus. Berger weist die Legendarisierung zurück, erwähnt das Buch Benedikts XVI. dazu und vergleicht die Flucht des Kindes und seiner Eltern vor den Schächern des Herodes nach Ägypten (Mt 2, 19-23) mit der Drachenbedrohung der nach der Geburt in die Wüste fliehenden Frau aus Apk 12 (247-251).
Der Abschnitt „Korrekturen der Geschichte nach Bedarf“ (252) unterstreicht den Täuschungsvorwurf an die „Gegner“ in weiteren Fällen: Jesus wird in der Regel als verheiratet, ohne Abendmahlseinsetzung, Kirchenbegründung und Vaterunser-Gebet verfälscht dargestellt. Er sei ein Kult- und Gesetzeskritiker voller Toleranz und ohne Höllenpredigt. O-Ton Berger: „Wesentlich die liberale Exegese hat dazu beigetragen, dass Jesus von Nazareth zum blassesten aller Friedenstäubchen wurde, zum sandalentragenden Verkünder belangloser Sonntagsweisheiten, die es unmöglich machten, ihren Urheber ernst zu nehmen. Die Wirkungslosigkeit moderner Verkündigung ist oft die direkte Folge davon, dass man Jesus zum einseitigen Verkünder einer einzigen Ideologie gemacht hat, nämlich der des Gewaltverzichts und des Gutmenschentums um jeden Preis“ (252). Dem widerspricht sein Verhalten gegen den Tempel und seine Händler, auch gegen den unfruchtbaren Feigenbaum, sowie die Aufforderung zur Selbstverteidigung (Lk 22, 36).
Am Ende seiner scharfen und oft prophetisch-zornigen Kritik der „Bibelfälscher“ bewegt Berger bei der Frage „Wie kam es zu dieser Exegese?“ auch ein positiveres Verständnis der Bibelkritik seit der Aufklärung. Er anerkennt das Bemühen um Redlichkeit: „Gerade den bedeutendsten Vertretern dieser Wissenschaft wie Hermann Samuel Reimarus, Albert Schweitzer, Wilhelm Bousset, Joachim Jeremias und Rudolf Bultmann darf man ohne Einschränkung oder Hintergedanken zugestehen, dass sie aus der Redlichkeit des eigenen Gewissens heraus um die Freiheit des Fachs gegenüber jeder Fremdbestimmung gekämpft haben“ (282). Berger stellt sich auch berechtigten Anfragen der religionsgeschichtlichen Forschung und erwähnt den „notwendigen Streit über die Formgeschichte“ (293) mit Verweis auf Bultmanns Klassiker „Geschichte der synoptischen Tradition“ (5. A. 1961) und sein eigenes Werk „Formen und Gattungen im Neuen Testament“ (UTB 2532, 2005).
Alle theoretischen Überlegungen sollten aber hinführen zum Bibelgespräch in der christlichen Gemeinde – dann hat eine freimütig erneuerte und sich dem Anspruch des Wortes Gottes stellende Exegese der Bibel Zukunft (296). Die von Hans Urs von Balthasar verlegten Schriftkommentare der vor 50 Jahren in Basel verstorbenen Autorin Adrienne von Speyr (1902-1967) können dabei eine Hilfe zur unverfälschten und geistlich vertiefenden Bibellektüre sein. Es folgen noch Überlegungen zur Exegese des Neuen Testaments in der katholischen Kirche der Gegenwart, wo es leider unter Theologen weiterhin antirömische Komplexe gibt. Nahegelegt wird Mut zur biblischen Predigt bei Berücksichtigung menschlicher Gefühle. Den Schlussabschnitt bildet Bergers Herzensthema „Apokalyptisch predigen“ (336-344).
Vor über zehn Jahren machte Klaus Berger mit dem sehr persönlichen Werk „Glaubensspaltung ist Gottesverrat. Wege aus der zerrissenen Christenheit“ (München 2006) ungewöhnliche Vorschläge zu einer Ökumene, in der alle Beteiligten ihrer Identität treu bleiben können. Leider ging kaum jemand darauf ein. Auch wenn biblisch der Prophet keine Anerkennung in der Heimat findet, sei Bergers großem Wurf „Die Bibelfälscher“ auch nach vier Jahren eine wachsende Rezeption gewünscht. Um der Bibel und der Wahrheit ihres Wortes willen.

Dr. Stefan Hartmann, Würzburger Str. 9, 96049 Bamberg
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am 22. August 2015
Endlich jemand, der den Mut aufbringt und die Gabe besitzt, die (bittere) Wahrheit über die Verfälschung der Bibel durch viele unserer zeitgenössischen "Schriftgelehrten" darzustellen. Sicher nicht leicht zu lesen.
Ich drücke es mit meinen Worten aus; aus der Heiligen Schrift wurde ein Interpretationsmedium, die (eigentlich anspruchsvolle) Verkündigung Christlicher Botschaft in vielen Fällen "es jeden Recht machen wollen".
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am 13. Juli 2015
... ist ganz sicher nicht meine, aber Bergers Stil ist so, das mensch ihn wirklich gut lesen und seinen Gedankengängen folgen kann. Für alle nicht Konservativen gut, um die Argumentation der anderen Seite zu verstehen. Für Konservative vermutlich ein Hochfest.
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am 2. Juli 2015
Mit großem Interesse habe ich dieses Buch gelesen und ich finde es hervorragend, wie Klaus Berger viele fragwürdige Behauptungen der heutigen Bibelauslegung widerlegt. Es ist nicht ganz leicht zu lesen jedoch sehr empfehlenswert.
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am 22. Juni 2013
Das Buch hat mir zwar nicht die Augen geöffnet, aber doch meinen Horizont erweitert. Es setzt viele, berechtigte Fragezeichen hinter die Grundanahmen der historisch-kritischen Exegese. Es hinterfragt die Ergebnisse der Forschung und zeigt auf, wie sich Meinungen teilweise über Jahrzehnte verfestigten. Klaus Berger versucht diese Verfestigungen zu relativieren und appelliert wissenschaftlich fundeiert daran, den biblischen Überlieferungen mehr zuzutrauen. Dabei verfällt er aber keineswegs dem unkritischen Biblizisismus. Er möchte aber eine offene kritische Erforschung der Bibel.

Teilweise ist es von der Sprache her etwas holprig zu lesen, da Klaus Berger sehr dicht und zusammengefasst formuliert. Auch ist m.E. eine gewisse Grundkenntnis der neutestamentlichen Wissenschaft erforderlich, um das Buch in seiner Gänze zu verstehen. Greift doch Klaus Berger viele Forschungsskussionen auf.
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am 23. Juli 2013
Klaus Berger scheint mir wie der kleine Junge in "Des Kaisers neue Kleider" zu sein, der es wagt, dem "Kaiser" der historisch-kritischen Theologie seine Nacktheit vor Augen zu führen. Allerdings geht er dabei weniger plump vor. Der Autor findet einen Weg zwischen dem ideologiegesteuerten Liberalismus und dem Fundamentalismus („Es ist so, wie es da steht. Keine Fragen bitte!“). Er steht auf dem biblischen Zeugnis, aber er widerlegt die z. T. absurden Ideen seiner Gegner argumentativ. Hierfür stellt er zunächst die Standpunkte der „Gegner“ dar und setzt diesen dann sein „Sed contra“ („Aber dagegen möchte ich sagen“) entgegen.

Die akademische Theologie scheint zu einem Wunschkonzert verkommen zu sein: Unbequeme Stellen werden als „unhistorisch“ entsorgt (nach dem Motto: Was nicht sein darf, das nicht sein kann) und andere Stellen so lange gedehnt, bis sie die eigenen Vorstellungen bestätigen. Ich fand es schlimm, zu welchen Verdrehungen Bibelkritiker in der Lage waren, um ihre Ideen (bis hin zur Päderastie, S. 120) zu belegen. Diese Auslegungen befriedigen nur die Ideologie der Exegeten und ihrer Gesinnungsgenossen, nicht aber das nach Wahrheit suchende Herz. Berger drückt dies so aus: „[D]er Gott der aufgeklärten Exegese ist kein persönlicher Gott mehr, zu dem man beten könnte.“ (S. 199) Da ist es kein Wunder, wenn die Menschen den Kirchen fernbleiben: Blutleere Lehre macht niemanden satt.

Beim Lesen des Buchs kam mir der Gedanke, dass liberale Theologie eigentlich ein Widerspruch in sich selbst ist. Entweder mache ich meinen Rationalismus (oder meine Ideologie) zum Axiom. Wozu aber brauche ich dann Theologie, die Disziplin, die sich mit einem Gott beschäftigt, der über meiner Ratio und über meiner Ideologie steht? Oder aber ich glaube an die Existenz eines Gottes, der diese Welt geschaffen hat, der Wunder wirken kann und der in Jesus seinen Sohn als Erlöser geschickt hat. Dann sind meine Vernunft und meine Weltanschauung nicht bedeutungslos (immerhin fordert uns Jesus auf, Gott „mit all unserem Verstand“ zu lieben!), aber ich akzeptiere doch, dass es eine Vielzahl an Dingen gibt, die meinen Verstand übersteigen, die aber dennoch existieren.

Das Einzige, was ich an dem Buch schwierig finde, ist Bergers Schreibstil, den ich als flatterhaft empfinde; mir war oft der Zusammenhang zwischen einzelnen Sätzen, Abschnitten und auch die Anordnung der Kapitel nicht klar. Berger verwendet etliche theologische Fachbegriffe; wer sie nicht kennt, kann in einem Glossar am Ende des Buchs nachschlagen. Somit denke ich, dass sich das Buch eher für Fachleute und interessiere Laien mit theologischer Vorbildung eignet, nicht für Suchende.

Akademische Theologie ist wahrscheinlich zum größten Feind des Christentums in der westlichen Welt geworden. Statt diejenigen aufzubauen, die sich dem Studium des Wortes Gottes besonders hingeben, unterminiert sie den Glauben ausgerechnet jener, die ihn weitertragen sollten. Ganz besonders eignet sich dieses Buch deshalb m. A. n. für diejenigen, die an einer Universität Theologie studieren; zum einen können Theologiestudenten wahrscheinlich besser mit Bergers Stil klarkommen als ich. Vor allem aber würden ihnen hoffentlich die Augen geöffnet, dass der Kaiser des historisch-kritischen Rationalismus tatsächlich nackt ist.
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am 28. Juni 2017
Die im Ansatz sicher richtige kritische Auseinandersetzung mit der heute vorherrschenden sog. "modernen Theologie" gleitet in Selbstbespiegelung und theologische Rechthaber ab. Schade.
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am 30. Juni 2014
Die vielen und ausführlichen positiven Rezensionen kann ich nur unterstreichen. Es ist wirklich erfrischend, einen scharfen Denker zu erleben, der nicht phrasenreich um den heißen Brei herumredet. Ich empfehle dieses Buch vor allem den kirchenfernen Nörglern. Hier können sie finden, warum sie solche geworden sind.
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am 19. Juni 2013
Der Denkfehler, den Berger den "modernen Exegeten" klar nachweist, ist, dass sie die Bibel ausgehend vom Weltbild des 19.Jh. auslegen. Zu dieser Zeit dachte man noch, dass die Welt keinen Anfang hatte, alles periodisch wiederkehre, die Naturwissenschaft exakt kausal sei und Wunder per Defintion unmöglich seinen. All das glaubt heute kein Naturwissenschaftler mehr - viele Bibelforscher offenbar schon. Die Bibelforscher werden deswegen zu Bibelfälschern, weil sie ihre eigene Methodik nicht hinterfragen bzw. die Methodik nutzen, um sich selber zu profilieren.

Ein weiterer Kritikpunkt Bergers, der überzeigt: Es macht keinen Sinn, die NT-Texte reduzierend auszulegen, d.h. alles weg zu rationalisieren, was nicht absolut identisch in allen Evangelien steht. Man würde nicht einmal Sachbücher so beurteilen. Die Bibel als Zeugnis vieler Autoren wird aber in ein Schema gepresst, dass bestenfalls engstirnig genannt werden kann.

Die Exegese hinkt nicht nur den Glaubensaussagen der Bibel (deren Intention die Exegese offenbar ganz ignoriert), sondern auch der Moderne soweit hinterher, dass sie zur Spielwiese von Selbstdarstellern und Profilneurotikern gemacht wird: Messerscharf analysiert und an einfachen Beispielen aufgezeigt, muss man eigentlich folgern, dass die dt. Unis die falschen LEute am falschen Platz beschäftigen.
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