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am 27. November 2012
Als Fan von Ferdinand von Schirach habe ich "Verbrechen", "Schuld" und "Der Fall Collini" verschlungen. Andererseits mußte ich oft nach dem Ende einer einzelnen Erzählung erst mal eine Pause zum Durchatmen und Verarbeiten der Grausamkeiten einlegen.

Das erwartet den Leser im neuen Buch "Carl Tohrbergs Weihnachten" nicht. Vielmehr zeichnet Ferdinand von Schirach in unheimlich dichtem, prägnantem Schreibstil zerrissene, traurige, verlorene Charaktere, die mich sofort fasziniert haben. In der zweiten Geschichte zum Beispiel beschreibt er den Amtsrichter Seybold: "Seybold will keine Karriere machen. Er bleibt sein Leben lang Amtsrichter, zuständig für die kleineren Delikte: Einbruchsdiebstahl, Betrug, ab und zu etwas Außergewöhnliches wie unerlaubte Abfallbeseitigung oder sexuelle Nötigung." In dieser Knappheit für mich ein geniales Einfangen einer ganzen Persönlichkeit. Diese zweite Geschichte ist für mich auch die stärkste, denn man ahnt, dass es eine Wendung geben muß, doch sie ist so poiniert und witzig - toll!
Sehr liebenswert die erste Geschichte über den unglücklichen Bäcker, der von Schirch nicht mal einen Namen bekommt, er heißt einfach nur "Bäcker", auch das sagt für mich viel aus. Es sind ganz andere, leisere Töne, die mich in dieser Geschichte überrascht haben.
In der letzten Geschichte wird es dann noch einmal spannend a la "Verbrechen", aber auch hier ist der Protagonist Carl mit wenigen Sätzen so komplex beschrieben, dass ich gerührt bin und mit Carl leiden und fühlen kann.
Großartige Literatur!

Zur Seitenanzahl und zum Preis möchte ich noch sagen: Ja, die drei Kurzgeschichten (60 Seiten) lesen sich in einer knappen Stunde. Auch von Elke Heidenreich habe ich ein Lieblingsbüchlein ("Erika") mit 60 Seiten für 6 Euro. Diese Entscheidung muss jeder selber treffen, ob das zu teuer ist: Ich kann übrigens beide Bücher ("Erika" ist eine wundervolle Weihnachtsgeschichte) als Weihnachtsgeschenk sehr empfehlen.
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TOP 1000 REZENSENTam 2. Dezember 2012
Braucht jemand noch ein Weihnachtsgeschenk für einen Buchliebhaber? Dann möchte ich euch diese Kurzgeschichten-Sammlung aus dem Piper Verlag ans Herz legen. Das schmale, in rotes Leinen gebundene Bändchen ist nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch, obwohl nur 64 Seiten dünn, sehr gehaltvolle Kost.

Was geschieht mit einem Mann, dem der Psychiater eine "gefährliche Störung" bescheinigt, wenn er von der Frau, die er begehrt, zurückgewiesen wird? Womit beschäftigt sich ein Amtsrichter, der sich sein gesamtes Leben lang ausschließlich durch seine Arbeit definiert hat, wenn er reif für den Ruhestand ist? Kann ein Versicherungsmathematiker seine künstlerische Ader lebenslang unterdrücken und unbeschadet der emotionalen Kälte seines Elternhauses entfliehen?

Von Schirach erfreut seine Leser in bewährter Manier mit drei nüchtern, fast emotionslos erzählten Geschichten über Menschen, die plötzlich und für Außenstehende absolut unbegreiflich, völlig ver"rückt" agieren. Setzt man diese Taten jedoch in Beziehung zu den Verletzungen der Psyche, die diesen Menschen im Laufe ihres Lebens zugefügt wurden, so wirkt deren Handeln schlussendlich völlig logisch und nachvollziehbar, und es wäre eher verwunderlich, wenn es nicht in einer Katastrophe enden würde.

Kleine Geschichten, die lange nachhallen!
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am 16. Januar 2013
Rätselfrage: Was haben die Wörter "Glump" und "Anamorphose" miteinander zu tun? Wer sie auflösen möchte, muß die Titelgeschichte "Carl Tohrbergs Weihnachten" in Ferdinand von Schirachs schmaler Storiesammlung bis zum Ende verfolgen. Es lohnt sich allemahl, die Kurzgeschichten des Berliner Strafverteidigers und Erfolgsautoren ("Verbrechen", "Schuld") und auch seinen Kurzroman "Der Fall Collin" zu lesen. Nicht nur die auf eine meist überrachende Pointe hin konstruierten, spannenden Geschichten, sondern vor allem auch die an amerikanischen Vorbildern geschulte souveräne, glasklare, kunstvoll schlicht gehaltene Sprache bereiten großes Lektürevergnügen. Nur so viel sei hier verraten: In "Der Bäcker" führen Irrtümer zu Gewaltaktionen; in "Seybold" variiert Schirach ein Motiv von Brecht ("Die unwürdige Greisin") auf Mannebene; und in der Titelgeschichte führt das kinderkriminelle Verhalten einer Mutter zu einer späten Befreiungsaktion...

Ein empfehlenswertes Büchlein, gut geeignet auch zum Vorlesen oder zum Verschenken.
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am 29. Januar 2014
In seinen Geschichten macht uns von Schirach mit Personen bekannt, wie sie uns vielfach umgeben, die wir im alltäglichen Umgang kennen, von denen wir aber letztlich nichts wissen und wohl auch häufig gar nichts wissen wollen. Diese Nachbarn, Kollegen, Passanten gehören zu unserem Leben, ohne es zu bestimmen. Sie sind austauschbar und gewöhnlich. Und weil sie uns so ähnlich sind, glauben wir nicht daran, dass sich hinter diesen Durchschnittscharakteren dunkle Geschichten oder düstere Gedanken verbergen könnten. Ganz ausschließen aber können wir das nicht. Eben dort, wo die klare sichtbare Oberfläche der Menschen in die dunkle Verborgenheit ihrer Heimlichkeiten übergeht, setzen von Schirachs Stories an und offenbaren uns Einblick in die überraschenden Geheimnisse der Alltagsmenschen.

Die Short-story gilt als die ganz besondere literarische Form, die zu beherrschen nur den Könnern vorbehalten ist. Von Schirach darf ohne Einschränkung zu diesem auserlesenen Kreis gezählt werden. Mit nur wenigen kurzen Beschreibungen umreißt er eine Situation, entwirft im Kopf des Lesers ein Bild, das dieser bereitwillig ausgestaltet. Über nur wenige Seiten spannt sich der Bogen einer Erzählung, die dennoch ein ganzes Menschenleben auf sein inneres Wesen reduziert. Eine solide Sprache, kurze und klare Sätze sorgen dafür, dass wir als Leser ohne es zu merken in die Leben dieser Helden eindringen. Das fesselt und unterhält.

Die hier vorliegenden Geschichten deuten aber auch ein Problem an: Von Schirachs Texte haben einen gleichartigen dramaturgischen Aufbau, der durch stete Wiederholung zu einer stereotypen Masche zu verkommen droht. Immer erwartet den Leser ein Überraschungseffekt, ein doppelter Boden, der die geschilderte Figur und ihr Handeln bricht, verzerrt. Das ist anfangs spannend, bringt aber bei mehrfacher Anwendung mit sich, dass der Leser diesen Effekt erwartet, ihn zu erahnen sucht. Der Autor erzeugt dadurch zunehmend eine Erwartung des Lesers, die beständig zu erfüllen zu gekünstelten, unrealen Gestalten und Vorgängen führen könnte.

Diese sehr schöne Ausgabe ist ein geeignetes Geschenk, um jemanden mit Ferdinand von Schirach bekannt zu machen. Die Geschichten sind virtuose kleine Fingerübungen eines talentierten Autors, von dem man sich größere Prosa ohne das Schielen auf den Knalleffekt wünscht.
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am 5. Januar 2013
Um mit dem Positiven anzufangen: es gibt schlechtere Bücher, die drei Geschichten sind schnell gelesen. Letztlich bleibt aber wenig und hat man die erste Geschichte gelesen, kann man leicht erahnen, wie die beiden folgenden sich entwickeln. Gekauft hätte ich mir das Buch nie. Aber als kleines Geschenk kann man es durchaus auswählen.
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am 5. Dezember 2012
Das kleine Büchlein hat mich positiv überrascht. Ich habe es spontan gekauft, weil die Aufmachung meine Aufmerksamkeit erregte: edel kommt die gebundene, doch sehr dünne Ausgabe daher. Ich habe zuvor nichts von dem Autor gelesen, seine drei Kurzgeschichten haben mich dennoch interessiert und so nahm ich das Werk mit - nach höchstens einer Stunde war es ausgelesen und ich blieb ziemlich sprachlos zurück.

Es ist beeindruckend, wie der Autor die einzelnen Stories rüberbringt. Zum einen ist der Schreibstil nüchtern, neutral. Auf der anderen Seite beinhalten die Geschichten so viele Gefühle... Der Leser wird mit einer Vielzahl von Emotionen konfrontiert, lernt einen Bäcker, einen Richter und einen Versicherungsvertreter in so wenigen Zeilen kennen, dass es eigentlich erschreckend ist, wie nahe man ihnen dennoch kommt. Die Ausgänge sind überraschend und man steht zumeist völlig unerwartet plötzlich dem erstaunlichen Ende gegenüber. Ich bin beeindruckt!
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am 28. November 2012
in den Auslagen des Buchhandels fällt dieses liebevoll -in einem Zwischenton aus Blut- und Weihnachtsrot- gestaltete kleine Werk direkt ins Auge.
Der friedliebenden Saison entprechend nicht ganz so grausam wie in seinen bereits bekannten Werken "Schuld" und "Verbrechen" präsentiert hier Ferdinand von Schirach drei Charaktere, denen Ihr Leben irgendwann einen Keim zum Ausbruch aus ihren gewohnten Bahnen einimpfte. Dieser Ausbruch ist in jeder Geschichte verblüffend und menschlich nachvollziebar.
Der Bäcker, Richter Seybold und Carl(von)Thorberg sind in knappem und immer treffenden Stil gezeichnet, mit Menschenkenntnis entwickelt, ihre Vergeblichkeit und menschliche Unausweichlichkeit machen betroffen.
Trotz der Kürze ein Buch, das lange nachwirkt und die Neugier auf mehr weckt.
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am 25. Dezember 2012
ja,wie kann er nur immer wieder allen erwartungen entsprechen und diese teilweise noch übertreffen?
wie macht er das nur?
durch seine schnörkellose erzählweise.
es sind drei einfache erzählungen, vielleicht macht die geringe zahl auch den besonderen reiz an diesem buch aus!?
ein guter ausklang seiner bücher, aber auch ein perfekter einstieg ist auf jeden fall möglich.
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am 30. August 2013
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich die anderen Bücher verschlungen hatte..die Stories waren gut, aber ein wenig kurz - leider findet ich 9 EURO für 3 Stories ein bisschen teuer - am Wochenende gibt es die in der Kneipe umsonst. Ich hoffe, dass das Preis-Leistungsverhältnis beim nächsten Mal besser ist...
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am 27. Dezember 2012
Prinzipiell gut lesbare, kurzweilige Geschichten mit interessanten Plots und Charakteren. Typisch Ferdinand von Schirach. Als Kindle-Ausgabe stimmt auch der Preis. Gebunden wäre es überzogen - V. a. da "Der Bäcker" schon veröffentlicht war.
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