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am 10. August 2016
Eine Gruppe junger Militärkadetten strandet nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel. Zwar haben sie den schwerverletzten Piloten retten können, aber sie merken schon bald, dass er nicht mehr lange zu leben hat und es an ihnen liegt, über die Runden zu kommen. Zuerst versuchen sie, die rationale Gesellschaft aufrechtzuerhalten, die ihnen von den Erwachsenen beigebracht wurde. Mit Ralph wird ein Anführer gewählt, der die Kadetten zu nützlicher Arbeit motiviert. Ein Muschelhorn wird zum Symbol für Demokratie und Ordnung. Die höchste Stelle der Insel wird für ein Feuer genutzt, das dafür sorgen soll, dass vorbeifahrende Schiffe auf die Gruppe aufmerksam werden. Doch je länger die Odyssee dauert, desto mehr dringt bei einigen Kadetten der Gedanke durch, dass sie eigentlich gar keine Lust auf die Erwachsenen haben. Die Jungen verrohen mit zunehmender Zeit, wollen lieber jagen gehen und sehen sich schon bald einem Szenario ausgesetzt, das sogar vor Gewalt und Mord nicht zurückschreckt...

Bei diesem Streifen handelt es sich um die zweite Verfilmung des 1954 geschriebenen Romans von William Golding. Ich habe das Buch gelesen und kenne beide Umsetzungen. Insofern muss ich den Rezensenten zustimmen, wenn sie schreiben, dass sich der Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahr 1963 wesentlich näher am Buch und seiner Symbolik orientiert. Allerdings finde ich es alles andere als verwerflich, dass der Regisseur Harry Hook die Vorlage im Jahr 1990 ein bisschen freizügiger behandelt hat, denn schließlich gab es zu diesem Zeitpunkt bereits eine buchgetreue Umsetzung des Romans. Auch dass die eigentlich englische Lektüre hier stellenweise stark amerikanisiert wird, hat mich nicht gestört. Ganz im Gegenteil, dadurch, dass der Film sich weniger mit der Symbolik befasst und die Fronten im Eiltempo erkalten lässt, entwickelt er eine dramatische Eigendynamik, die dafür sorgt, dass hier Schlag auf Schlag erzählt werden kann, wodurch die Höhepunkte ihrem Namen gerecht werden. Gut, die schnelle Entwicklung der Ereignisse bekommt dadurch stellenweise eine unglaubwürdige Note, aber darüber kann man mit Blick auf den hohen Unterhaltungsfaktor hinwegsehen.

Zur dramatischen Unterhaltung tragen in erster Linie natürlich die Schauspieler bei. Im gesamten Film kommen nur zwei Erwachsene zu Wort, und ihre Parts sind so klein, dass ich sie gar nicht mitzählen möchte. Aus diesem Grund möchte ich mich auf die vielen Jungdarsteller konzentrieren, die in dieser Romanverfilmung allesamt ihr Debüt gefeiert haben. Manchmal muss man sich angesichts der restlos überzeugenden Leistungen verwundert die Augen reiben und über das Alter der Darsteller wundern. Das größte Lob muss hierbei an Balthazar Getty (Ralph), Chris Furrh (Jack) und Danuel Pipoly (Piggy) gehen, da sie die Eckpfeiler des Films bilden und die Entwicklung der Handlung in erster Linie auf ihren Charakteren beruht. Ich würde gerne James Badge Dale (Simon) noch dazuzählen, aber seine eigentlich sehr wichtige Rolle wurde dermaßen stark reduziert, dass die mit ihm verbundene Symbolik fast gänzlich außer Acht gelassen wird. Dennoch hat das gesamte Schauspielerensemble seine Young-Artist-Award-Nominierung in der Kategorie "Beste Besetzung in einem Spielfilm" nicht zu Unrecht erhalten.

Die Kameraeinstellungen sind mir bei dieser Verfilmung ebenfalls positiv aufgefallen. Bei den vielen Verfolgungsjagden ist die Kamera immer an allen Ecken und Enden aktiv, was dem Zuschauer die verschiedenen Perspektiven näherbringt und eine gekonnte Dynamik erzeugt. Außerdem finde ich es gut, dass man die ernsten Szenen nicht durch distanzierte Einstellungen auskontert, sondern durch einen gewissen Fokus verstärkt. In der Szene, in der die Jägergruppe ein Schwein erlegt hat und ihrer Beute den Kopf abtrennt, wird die Kamera auf die Enthauptung gehalten. Durch solche kleinen aber feinen Details gelingt es Harry Hook, dem Zuschauer den Schrecken, der sich auf der Insel abspielt, ohne allzu viele Symbole zu erläutern.

Dass der Roman ein Meisterwerk ist, kann man nicht bestreiten. Nicht umsonst wurde der 1993 verstorbene Schriftsteller William Golding 1983 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Der Film kann diesen Status natürlich nicht erreichen, macht seine Sache aber mehr als ordentlich. Nach einer düsteren Einleitung nimmt der Film freundliche Züge an, die eine Art Freiheit versprühen, die sich auf den Zuschauer überträgt. Warme Temperaturen, ein glänzender Pazifik, saftiges Obst und jede Menge Freizeit sorgen schnell dafür, dass man sich fragt, was dieser Film einem eigentlich erzählen soll. Doch die Geschichte wird von Szene zu Szene düsterer und die anfangs so friedliche Insel mehr und mehr zu einem Inferno. Ein schöner Soundtrack von Philippe Sarde sowie die glaubwürdigen schauspielerischen Leistungen runden das Gesamtpaket ab.
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am 11. März 2016
Der Film "Der Herr der Fliegen" ist insgesamt recht gut gelungen. Wenn man das Buch vorher gelesen hat, wird man doch einige Abweichungen feststellen. An einigen Stellen werden Szenen stark dramatisiert. Des Weiteren sind einige Charaktere anders dargestellt als im Buch.

Trotzdem fanden wir, dass der Film spannend ist und zum Nachdenken anregt.
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am 20. Juli 2012
Diese neuere Filmversion des Klassikers von William Golding wirkt aufgrund der gut gecasteten Hauptfiguren und der überzeugenden schauspielerischen Leistungen insgesamt überzeugend und nachvollziehbar. Dass die Symbolik, die den Roman in vielfältiger Weise bereichert, in einer Hollywood-Version unter den Tisch fallen würde, war allerdings zu erwarten. Ebenso, dass statt englischen Privatschülern amerikanische Militärkadetten die Insel verwüsten. Wenig nachvollziehbar ist jedoch, dass mit der Handlung des Romans äußerst frei umgegangen wird und wichtige Teile fehlen oder komplett anders dargestellt werden. Fazit: interessant für einen Vergleich mit dem Original, aber keine Verfilmung des Romans, sondern eine Interpretation.
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am 23. Oktober 2013
Reduziert auf die Botschaft, eindrücklich vermittelt mit tollen Schauspielern in einer traumhaften Landschaft in der Südsee, leider mit unrealistischem Ende.
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am 19. Dezember 2015
Die Verfilmung stimmt im Großen und Ganzen mit dem Inhalt des Buches überein. Allerdings ist der Film doch schon in die Jahre gekommen...
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am 26. Dezember 2013
Die 1990er Version des Films eignet sich sehr gut zum Vergleich mit dem Roman und der Film Version von 1963.
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am 24. April 2009
Ich habe hier schon einige Rezensionen gelesen
und kann dem wohl nur zu stimmen.
Ich selbst habe nur gehört und es hier gelesen,
dass der vorherige Film anders ist und auch das Buch besser sei.
Ich kannte den Film schon und wollte ihn unbedingt mal wieder sehen.
So wie der Film ist,ist schon ok und er vermittelt viel.
Die Kinder spielen ihre Rollen gut und man fiebert schon so manches Mal mit.
Ich habe den Film diesmal mit meinem Sohn (12) angeschaut
und er war erschrocken dass Menschen so sein können,
sich in der Not so verhalten.
Das Menschen sich eben auch wie Tiere verhalten können und aus Freundschaft auch ganz schnell Feindschaft werden kann. Dass es Menschen gibt die kein Rückrad haben,Zusammenhalt wichtig ist und viele Menschen einfach nur mit der Masse ziehen...

Ich denke,wenn man den ersten Film & das Buch nicht kennt,der Film schon ein guter Anfang ist und vielleicht auch reizt doch nochmal das Buch zu lesen.
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am 18. Mai 2011
Im Gegenteil. "Kinder können grausam sein!" So heißt auch häufig ein Spruch innerhalb der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der Mensch ist ein "Tier", oder besser gesagt ein "Raubtier", und viele Menschen sind in diesem Zusammenhang besessen von Macht, streben nach Erfolg und Reichtum, und möchten in unserer Gesellschaft ein Ansehen, mit unter auch ein hohes Ansehen genießen. Auf ihrem Weg dorthin nimmt er auch häufig keinerlei Rücksicht auf Verluste.

Unsere Kinder sind bekanntlich ein Spiegelbild unserer Gesellschaft - ein Spiegelbild der Erwachsenen (der Eltern), die ihnen als Vorbilder, das "richtige" Leben vorleben, oder zumindest vorleben sollten. Aus diesem Grund stehen die Kinder und Jugendlichen den Erwachsenen (den Vorbildern) in ihrem Handeln und Tun, sowie auch in ihrer ausübenden psychischen und physischen Grausamkeit in Nichts nach. Sie handeln, bzw. sie verhalten sich also in den Alltags- oder Konfliktsituationen, respektive gegenüber ihren Mitmenschen, ganz genauso wie sie es von den Erwachsenen - den Eltern oder ihren Vorbildern - vorgelebt bekamen (gelernt haben).

Aus diesem Grund ist der Film - Der Herr der Fliegen - auch immer sehr umstritten, denn er zeigt sehr viele Dinge, die die Erwachsenen nicht sehen wollen, oder anders ausgedrückt; Situationen, vor denen die Eltern ihre Kinder auch immer schützen wollen. "Nur wie können Eltern ihre Kinder vor etwas schützen, was sie selbst in absoluter Perfektion praktizieren? Wie können Eltern ihre Kinder davor schützen, nach Macht und Anerkennung zu streben, wenn sie selbst danach streben? Wie können, oder sollen (wollen) sie vermeiden, dass sich Kinder nicht gemein und hinterhältig gegenüber anderen verhalten, wenn sie sich selbst gemein und hinterhältig verhalten?" Antwort: "Überhaupt nicht!"

Der Mensch ist ein "Tier", er ist mit ganz großem Abstand das schrecklichste und gefährlichste "Raubtier", das es auf dieser Welt gibt, denn er tötet als einziger seine eigenen Artgenossen, entweder aus religiöser oder aus persönlicher Überzeugung. Wir kennen auch die moderne Form des Tötens, nämlich das "Über-Leichen-gehen".

Dass diese schrecklichen Dinge auch schon im Kleinen perfekt funktionieren, das verdeutlicht uns der lehrreiche Film - Der Herr der Fliegen - auf beeindruckend realistische Art und Weise. Zwar wurde dieses Werk in den Sechzigern schon einmal in Schwarz-Weiß verfilmt, aber die neue Version veranschaulicht noch wesentlich deutlicher und prägnanter, was passiert, wenn Kinder (Menschen) auf sich alleine gestellt sind. "Wehe, wenn sie losgelassen!" Dass sich dabei eine Gruppendynamik entwickelt, die sich nicht im Geringsten von den gewohnten gesellschaftlichen Alltagsstrukturen unterscheidet ist einerseits zwar völlig normal, andererseits auch sehr beunruhigend, denn in einer Notsituation, wie hier im Film, ist gerade diese unnötige Rivalität der Anfang vom Untergang.

Aber wie bereits erwähnt. Der Mensch ist ein "Tier", und er kämpft nur für sich und sein nacktes Überleben. Genau das macht diesen Film einerseits zu einem ganz Großen, andererseits wieder für viele Eltern zu einem Problem.

Das Nichtwahrhaben wollen, bzw. das Verleugnen der Realität spielen in diesem Zusammenhang genauso eine entscheidende Rolle, wie die traurige Tatsache, dass viele Erwachsene mit derartigen Situationen nicht umgehen können oder schlicht und ergreifend überfordert sind.

Der Herr der Fliegen ist ein lehrreicher Film, den man als Pädagoge mit Kindern und Jugendlichen unbedingt anschauen und - ganz wichtig - reflektieren sollte, aber er ist auch ein Film, der die Erwachsenen extrem provoziert und spaltet, da er ihnen unmittelbar vor Augen führt, hinter welchen Lügen sie sich verstecken (müssen), und welches heile, farbenfrohe und falsche Paradies auf Erden sie ihren Kindern ständig im Alltag vorgaukeln. Das "Wehe, wenn sie losgelassen!", gilt also auch für die Erwachsenen, und für die im Besonderen.
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am 22. Februar 2013
Nicht nur Erwachsene verlieren schnell ihre Werte. Kinder sind oft noch viel grausamer, da ihnen die Erfahrungen fehlen. Beeindruckender Film.
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am 9. November 2014
Habe diesen Film für den Unterricht bestellt. Zum Bereich der Soziologie im Thema Gruppenbildung ist er einfach Klasse.
Leider ein paar unschöne Szenen dabei aber trotzdem sehr Lehrreich.
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