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am 13. November 2009
Italo-Western-Klassiker von Sergio Corbucci erstmals als deutschsprachige DVD.

Mexiko 1910: Der Söldner Kowalski, genannt "der Pole" (Franco Nero), wird vom Minenbesitzer Garcia (Eduardo Fajardo) zur Begleitung eines Silbertransports beauftragt. In der Silbermine angekommen, muss Kowalski jedoch feststellen, dass diese von aufständischen Minenarbeitern unter Führung von Paco (Tony Musante) übernommen wurde. Paco engagiert kurzerhand Kowalski damit er ihnen gegen Garcia samt anrückenden Federales beistehen möge. Unter dem Einfluss seiner idealistischen Geliebten Columba (Giovanna Ralli) entwickelt sich Paco zum Freiheitshelden. Dies geht jedoch nicht ohne die Hilfe von Kowalski der Paco erst zeigen muss wie erfolgreiche Revolution funktioniert und ihm auch auf ungewöhnliche Weise, nämlich anhand eines nackten Frauenkörpers das kapitalistische System erklärt: "Der Kopf, die herrschende Ausbeuterschicht. Der Arsch, das Proletariat. Frage: warum kommen Kopf und Arsch nicht zusammen?" Im Gegensatz zu den engagierten Revolutionären nutzt Kowalski seine Beraterfunktion, bei der er sich buchstäblich für jeden Handgriff fürstlich entlohnen lässt, um sich persönlich zu bereichern. Während ihrer revolutionären Umtriebe kreuzen sie immer wieder den Weg des amerikanischen Söldners Ricciolo (Jack Palance) und seiner Gesellen, die wiederum mit den Federales kooperieren. Kowalski und Ricciolo sind von früher her verfeindet. Und als Ricciolo Kowalski eine Falle stellt, ist es Paco mit seinen Revolutionären der ihm beisteht und rettet. Ricciolo wird jedoch nicht getötet, aber auf eine Weise gedemütigt die er den beiden niemals vergeben wird und ihnen tödliche Rache schwört. So wie die Revolutionäre immer erfolgreicher werden, so werden Kowalskis Forderungen immer dreister. Paco, nach den Erfolgen selbstbewusster werdend, enteignet schließlich Kowalski und steckt ihn als Feind der Revolution ins Gefängnis. Ihrer militärischen Führung beraubt haben die Revolutionäre gegen die wenig später anrückenden Federales, die von Garcia und Ricciolo begleitet werden, keine Chance. Paco, Columba, einige wenige Revolutionäre, aber auch Kowalski können dem Gemetzel entkommen. Monate später begegnet Paco in einer Stierkampfarena, wo er nun als Clown untergetaucht ist, Ricciolo und Kowalski, die ihn beide aus unterschiedlicher Motivation aufgespürt haben. "So sehen wir uns wieder, vielleicht zum letzten Mal." Die Begegnung mündet in eines der am besten inszenierten Italo-Western-Duelle.

Revolutionswestern aus dem Jahr 1968 von Sergio Corbucci der einige Klassiker des Italo-Western (Django, Navajo Joe, Leichen pflastern seinen Weg) geschaffen hat. Bekannt entweder unter "Mercenario - der Gefürchtete" (Original: Il Mercenario) oder "Die gefürchteten Zwei". Deutschsprachig nun erstmals als DVD veröffentlicht gilt der Film als eines der Hauptwerke des Italo-Western.

Corbucci ist im Vergleich zu Leone oder Sollima der gewalttätigere und kompromisslosere Regisseur. Mercenario ist natürlich auch gewalttätig und zynisch, er nähert sich dem Thema Revolution aber nicht so ernsthaft wie Damiano Damiani's sicher enger an der Realität liegenden Klassiker "Töte Amigo". Er ist satirisch, verspielt, fast ein wenig geschwätzig und bei weitem nicht so düster und hoffnungslos wie "Django" oder "Leichen pflastern seinen Weg." Dialoge sind zum Teil recht pointiert, die Bildgestaltung optisch opulent, insgesamt sorgfältig konstruiert und inszeniert, mit einem herrlichen Soundtrack Morricones untermalt.

Neben der Musik Morricones in Erinnerung bleibend sind beispielsweise die dumpfen ungläubigen Blicke der Revolutionäre während sich Kowalski mit deren letzten Wasser in der Wüste duscht sowie die Arroganz des als Gentlemans auftretenden Ricciolos, bemerkenswert von Palance dargestellt.

Gegen Ende des Films, nicht jedoch als dessen Abschluss (!), erlebt der Zuseher eines der am stimmigsten inszenierten Italo-Western-Duelle, kongenial von Morricones Musik untermalt. Konsequenterweise findet dieses Duell in einer Arena statt. Von der Konstellation der Beteiligten erinnert es ein klein wenig an Leones "Für ein paar Dollar mehr"-Endduell.

Bemerkenswert ist wie Corbucci gegen Ende des Films hin mit den Sehgewohnheiten und der Erwartungshaltung des Publikums spielt. Das Duell in der Arena wäre klassischerweise das Ende eines Films. Nicht jedoch hier. Die Handlung nimmt noch eine unerwartete Wende die dann in einem kleineren Massaker und einer weiteren klassischen Schlussszene mündet. Aber noch immer ist der Film nicht zu Ende, denn Corbucci hat noch eine Kleinigkeit zu erzählen bevor er mit den an Paco gerichteten Worten "... träume weiter, aber träume mit offenen Augen ..." seinen Film enden lässt.

1970 hat Corbucci dann mit "Zwei Companeros" (mit Franco Nero und Thomas Milian) eine Art Remake (eher mehr eine Variation von Motiven aus Mercenario) gedreht, das jedoch in direktem Vergleich zu Mercenario bei weitem nicht so stimmig und sorgfältig inszeniert wirkt.

Bild der DVD wurde überarbeitet, ist gut, manchmal wirkt es jedoch ein wenig weichgezeichnet und nicht ganz so scharf wie sonst von KOCH-MEDIA gewohnt, was wohl am Ausgangsmaterial liegen wird, immerhin ist der Film über 40 Jahre alt. Trotz allem ist es akzeptabel und man wird den Film wahrscheinlich auch künftig nie in einer besseren Bildqualität zu sehen bekommen. Das Filmvergnügen wird also nicht getrübt.

DVD Extras:
*Featurette (etwa 40 Minuten) mit Interviews und Archivmaterial. Sehr Interessant!
*Informatives und unterhaltsames Booklet
*Trailer
*Bildergalerie

Resümee: Highlight der Italo-Western-Veröffentlichungen 2010. Genre-Klassiker aus dem Jahr 1968 von Sergio Corbucci der einige weitere Klassiker des Italo-Western (Django, Navajo Joe, Leichen pflastern seinen Weg) geschaffen hat, erstmalig als deutschsprachige DVD. Der Revolutionswestern ist es wert angesehen zu werden. Gegen Ende des Films erlebt der Zuseher eines der am stimmigsten inszenierten Italo-Western-Duelle, kongenial von Morricones Musik untermalt.
66 Kommentare| 60 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 23. Dezember 2015
Sergio Corbuccis (Django, Leichen Pflastern Seinen Weg) Revolutionswestern Il Mercenario aus dem Jahr 1968 gehört bestimmt in die Top 10 der besten und wegweisendsten Italo-Western. Neben der guten Besetzung (Nero, Musante, Palance, Ralli) sind es vor allem die gewitzte aber im Gegensatz zum Nachfolger Companeros nicht alberne Story um den Söldner Kowalski (Nero) und Revolutionär Paco (Musante) während der mexikanischen Revolution im Jahre 1910, die perfekt inszenierte Action mit einem grandiosen Duell am Ende und eine von Morricones besten Soundtrack-Arbeiten, die den Film aus der Masse im Genre herausragen lassen. Mit der von Giovanna Ralli dargestellten Columba gibt es sogar eine der wenigen Frauenrollen im Italo-Western, die mehr als nur hübsches Beiwerk ist.

Zum Film wurde schon in anderen Rezensionen genug geschrieben, so dass ich mich hier auf den Vergleich von DVD und Blu-ray konzentriere. Auf DVD kam der Film ziemlich weichgezeichnet und dadurch unscharf rüber. Die Blu-ray hat zwar immer noch hier und da leichte Unschärfen, trotzdem ist das Bild im direkten Vergleich zur DVD in Sachen Schärfe ein Quantensprung und besser habe ich den Film zumindest noch nicht gesehen. Wunder sollten aber trotzdem nicht erwartet werden. Der Film wurde auf Techniscope-Film gedreht, das im Vergleich zum Cinemascope zumeist weniger detailreich wirkt. Leichtes Filmkorn ist zu erkennen, was aber für die gute Neuabtastung spricht. Dafür sind jetzt aber auch mehr Bildfehler und Abnutzungserscheinungen des Ausgangsmaterials zu erkennen. Eine aufwendige Restaurierung gab es anscheinend nicht.

Für mein Empfinden wurde die Tonhöhe beim Blu-ray-Transfer nicht optimal angepasst. Der Film läuft jetzt 4 Minuten länger, wodurch die Stimmen etwas langsamer und vor allem dunkler klingen. Das ist vor allem in langsam gesprochenen Passagen auffällig.
Von den drei Tonspuren ist die italienische die beste. Laut Nero sei der Film aber als US-Co-Produktion auf Englisch gedreht worden. Der deutsche Ton ist etwas dumpf und qualitativ wechselhaft.
Das mit der DVD identische Bonusmaterial ist vor allem wegen des 40-minütigen Specials interessant, in dem sich einige Beteiligte und Corbuccis Frau zum Film und (vor allem Franco Nero) auch darüber hinaus äußern. Es ist ein Wendcover enthalten. Ein Booklet gibt es nicht.

Fazit:
Bis auf die fehlende Tonhöhenkorrektur ist an der Blu-ray dieses Klassikers nichts auszusetzen. Knappe 5 Sterne.
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am 4. Februar 2010
endlich hab ich sie - so lange mußte man auf diese veröffentlichung warten und nun ist sie da!!! hier haben die köche wieder mal gute arbeit abgeliefert - uncut im richtigen bildformat digital aufbereitet und mit einigen interessanten extras im schönen digipack mit schuber sowie 16 seitigem booklet mit teilweise witzigem inhalt!!! einfach klasse - zum bild muß man gerechterweise sagen es ist das bestmöglichste herausgeholt worden und kann nicht ganz mit den topveröffentlichungen mithalten, aber trotzdem noch sehr gut!!! die musik ist einfach der hammer, die wird mir wieder tagelang durch den kopf geistern!!! die köche sind mitlerweile zu meinem lieblingslabel geworden, da sie einerseits viele gute western bringen und andererseits andere genres mit guten veröffentlichungen belegen, das es einem die wahre freude ist!!! ich hoffe das egal aus welchem genre veröffentlichungen kommen, diese auf diesem hohen niveau bleiben und noch lange weitergehen!!!

diese veröffentlichung sollte der gepflegte italofan sein eigen nennen - klasse film - klasse mucke - klasse veröffentlichung - zugreifen und erfreuen!!! da können andere labels wieder nur neidvoll auf die köche blicken!!!

mfg ein italofan
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Oktober 2010
(Leichte Spoiler)

Für einen Western sind diese Worte, die der eine der beiden Protagonisten dem anderen zum Abschied mit auf den Weg gibt, geradezu kongenial, denn geträumt wird dort immer - vom Mythos der Frontier, jenem ungeographischen Grenzland, wo aus der Kraft wagemutiger Individuen (meist Männer) im Kampf mit dem Land und seinen Gefahren der Grundstein für eine neue, gerechte Zivilisation geschaffen wird. Und wenn der Western gut ist, dann träumt er mit offenen Augen, indem er die Schattenseiten dieses Mythos zeigt: Wie das Land den Indianern weggenommen wurde, wie die einfachen Siedler von Banken, Eisenbahngesellschaften und großen Ranchern übervorteilt wurden, wie hinter dem Heldentum des einsamen Reiters die Unfähigkeit, sich Regeln unterzuordnen, oder die Angst, sich menschlich zu binden, steckt.

Sergio Corbuccis "Il mercenario" (1968) ist sicher einer der Filme, die zu den Juwelen des Subgenres Italo-Western gehören, und neben "Il grande silenzio" aus demselben Jahr Corbuccis beeindruckendster Genrebeitrag. Vor dem Hintergrund der Mexikanischen Revolution wird die Geschichte des Bauern Paco Roman (Tony Musante) erzählt, eines schlicht gestrickten, zunächst nur von seiner Gier getriebenen Mannes, der mit Hilfe des zynischen Polen Kowalski (Franco Nero), eines Söldners, der seine Dienste dem Meistbietenden anträgt, unter dem Deckmantel der Revolution eine Banditenbande anführt. Erst der Einfluß der idealistischen Columba (Giovanna Ralli - einfach bildschön) bringt Paco dazu, sich wirklich auf die Seite der Revolution zu stellen. So kommt es zwischen den beiden Männern, die recht eigentlich nie auf derselben Seite standen, zu einem Zerwürfnis, doch gibt es da auch noch den skrupellosen Gangster Ricciolo (Jack Palance), den sich beide zum Feind gemacht haben und der nun auf Rache sinnt.

Um vieles leichtherziger und witziger als "Il grande silenzio", ist doch auch in "Il mercenario" der zynische, desillusionierte Grundton unübersehbar. Zwar spart Corbucci hier nicht an Kapitalismuskritik - etwa in der Szene, in der sich aus dem Schlund eines gebratenen Schweins während eines Gelages ein Pistolenlauf direkt auf den Kopf des menschenverachtenden Minenbesitzers richtet, oder in der Person Ricciolos, eines gewissenlosen Verbrechers, der gleichwohl immer perfekt gekleidet ist, von Paco allerdings im wahrsten Sinne des Wortes entblößt und gedemütigt wird -, doch zeichnet Corbucci, mit Ausnahme Columbas, hier keine idealistischen Revolutionäre, sondern für den Moment lebende Rauhbeine. Unvergeßlich bleibt in diesem Zusammenhang die Szene, in der Kowalski seinem "General" Paco anhand des nackten Körpers einer Hure, mit der sich Paco eben noch vergnügt hat, soziale Ungleichheit erklärt, indem er die Reichen als den Kopf, das Proletariat als den A**** identifiziert. Selbst Karl Marx hatte hier eine leidlich komplexere Sicht auf die Dinge. Dem Zuschauer wird spätestens hier klar: Paco hat keine Ahnung von Politik, und es geht ihm eigentlich auch nur darum, sich seine eigenen Taschen zu füllen und zu tun, wonach ihm gerade der Sinn steht. Bezeichnend ist auch, daß es stets Kowalski, der nihilistische Söldner, ist, der Pacos Kopf wieder und wieder aus der Schlinge zieht - freilich um den Preis von 200 Dollar pro Tag. Zusätzlich läßt er keine Gelegenheit aus, seine Macht über die "Revolutionäre" zu demonstrieren, beispielsweise indem er sie zwingt, inmitten einen glühenden Wüste ihre letzten Trinkwasservorräte zu opfern, damit er ein kühles Bad nehmen kann. Will uns Corbucci hier sagen, daß man mit Idealismus allein keine Politik, auch keine Revolution machen kann, und daß letztlich jede Utopie und jede Gesellschaftsform von einigen Menschen dazu instrumentalisiert wird, sich ihren eigenen Vorteil zu sichern?

Ganz gleich, was uns der Regisseur da sagen will, "Il mercenario" ist ein ansehnliches Westernkunstwerk geworden. Dazu trägt nicht zuletzt der subversive Soundtrack von Ennio Morricone bei, der neben einer schmissigen Revolutionshymne auch manche ironischen Töne zu bieten hat. Auch die witzigen Dialoge und die stereotypen Figuren - der Zynismus Kowalskis kommt beispielsweise dadurch zum Ausdruck, daß er eben mal an den Stiefeln eines Gehängten sein Zündholz anreißt - tun ihr Übriges. Des weiteren ironisiert Corbucci auch die eine oder andere Westernsituation, etwa indem er den schließlich zum Helden gewordenen Paco hinter der Maske eines Clowns vor der Staatsmacht Zuflucht suchen läßt oder indem er das Duell zwischen diesem Protagonisten und Ricciolo in eine Stierkampfarena verlegt und somit uns als Westernzuschauer des Voyeurismus zu zeihen scheint. Die Arena könnte allerdings auch eine sachte Hommage an Budd Boetticher bedeuten, den Westernregisseur, dessen Faszination durch den Stierkampf auch immer wieder Ausdruck in der Gestaltung seiner Showdowns - etwa in "Seven Men from Now" (1956) - gefunden hat. Wenn dann aus der weißen Blume, die sich der Schurke ans Revers geheftet hat, Blut fließt, scheint sich Corbucci zum einen vollends über den Tod idealistischer Unschuld zu mokieren, zum anderen dekonstruiert er jegliche Form von visueller Symbolik - die Blume zierte ja den Schurken -, von der der Film als Kunstform lebt.

Fragen über Fragen. Diese Fragen muß man sich allerdings nicht stellen, denn "Il mercenario" ist ein Film, den man auch einfach genießen kann und der bestimmt an keiner Stelle langweilig wird.

Koch Media hat diesen Film in einer überaus würdigen Edition herausgebracht. So ist der Disk ein 12seitiges Booklet beigefügt, in dem u.a. beschrieben ist, wie es Corbucci gelang, sich den Respekt Jack Palances zu verschaffen (eine sehr lustige Episode), und sie enthält auch ein 45minütiges Extra, in dem sich Nero, Musante, Corbuccis Frau und andere an den Dreh erinnern. So müssen DVDs vermarktet werden!
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am 29. November 2015
... eine ital/span. Produktion aus dem Jahre 1968. Mit u.a. Franco Nero ; Tony Mutante ; Jack Palance ; Giovanna Ralli.
Der Film ist gut, auch Bild/Ton okay - sicher ein Männerfilm - am besten für einer feuchtfröhlichen Runde - ein Revolutionswestern mit selbstverständl. sozialkritischen Unterton. Die vier oben genannten Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie - auch die gute, deutsche Synchro und die Filmmusik von Ennio Morricone.

Der Streifen driftet manchmal weit ins komödiantische, das hängt allerdings auch von jedem Zuschauer selbst ab - wie er damit zurecht kommt. Das ist stimmungsabhängig auch mal genau richtig - kommt eben darauf an, wer mit guckt.
Aber schon wegen Giovanna Ralli (als rassige oder rallige Columba) - die Frau ist ein Fest für die Augen und andere Sinne - lohnt sich der Streifen.
Wer die Klaumauck Filme mit Terence Hill mochte, dem könnte dieser Film auch richtig Spaß machen. Franco Nero hat ja viele Szenen bei denen ich immer wieder schmunzeln muß. z.B. wenn er das Streichholz furztrocken an einem lachenden Mexicaner - also an dessen Zähnen - anzündet usw... . Gegenspieler, Fiesling Ricciolo gespielt vom brillianten Jack Palance hat nat. auch seine Art Humor, man nehme nur seine Nacktszene... hahaha.

Zu den Extras: Es kommen eine ganze Menge Leute ausführl. zu Wort: Nero, Mutante, Corbucci, der Autor Vincenzoni und Cutter Alabiso usw. dann gibt's die Drehorte von damals im Vergleich zu heute, plus diverse Trailer
Filmlänge 102 min., Stereo, das Ganze im 16:9 Format. Glatt Vier Sterne - ich habe noch paar bessere Filme ;-).
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am 6. Februar 2010
Viele Jahre haben Fans auf eine Veröffentlichung von Sergio Corbuccis Revolutionswesternklassiker gewartet. Nun hat Koch Media, der Lieblings-DVD-Hersteller von Italowesternfans, diesen tollen Film mit Franco Nero veröffentlicht.

Die DVD kommt im hübschen Digipack, das schlicht, aber dennoch hübsch aussieht. Das FSK-Logo ist übrigens abziehbar und verschandelt damit nicht die Verpackung. Der Film wird im 2,35:1-Format, sehr farbenfroh, leider aber etwas unscharf präsentiert, und ist auf Deutsch, Englisch und Italienisch enthalten, wobei ich die englische Version empfehle, da in dieser Franco Nero sich selbst spricht. Bei den Extras gibt es die übliche, diesmal aber sehr umfangreiche, Bildergalerie, den englischen & deutschen Trailer und ein exklusives 40-minütiges Featurette mit Franco Nero, Luciano Vincenzoni und dem Cutter des Films. Drehortvergleiche befinden sich auch noch auf der Scheibe. Beigelegt zur DVD wurde ein 12-seitiges Booklet mit Bildern und einem unterhaltsamen Text von Mike Siegel.

Koch Media hat zwar schon Filme in besserer Qualität veröffentlicht, doch man sollte sich hiervon nicht abschrecken lassen: Der Film sieht immer noch toll aus, und hat vermutlich noch nie besser ausgesehen. Durch die hübsche Digipack-Aufmachung und die netten Specials komme ich zu folgendem Fazit: Die DVD ist ein absoluter Pflichtkauf für jeden, der gute Filme mag. Möglicherweise die Top-Veröffentlichung des Jahres!
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Der ebenso idealistische wie hinterlistige Minenarbeiter Paco (Tony Musante) lässt sich zum Revolutionsgeneral ausrufen. Und so trifft er auf den Polen Kowalski (Franco Nero), der für gutes Geld alles tut und keinerlei Ideale hat. Dem Duo Infernale ist bald als Kopfgeldjäger der ehemalige Falschspieler Ricciolo (Jack Palance) auf den Fersen...

Zwei Jahre nach dem Sensationserfolg mit DJANGO drehte Sergio Corbucci (1927-1990) diesen Revolutionswestern, der im unruhigen Jahr 1968 durchaus zeitgemäße Fragen stellte und in einigen Szenen wie eine Vorab-Studie zu Sergio Leones' TODESMELODIE (1971) wirkt. Mit einer Jugendfreigabe ab 18 erschien der Film unter dem Verleihtitel DIE GEFÜRCHTETEN ZWEI in den deutschen Kinos. Nach erneuter Prüfung erhielt IL MERCENARIO 2009 ungekürzt eine Freigabe ab 16.

KOCH MEDIA legt die bereits 2014 in der "Franco Nero Italo-Western-Box" veröffentlichte Blu-ray nun als Einzel-Disc vor. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Einige kleinere Bildfehler sind angesichts des Alters absolut akzeptabel. In einem Feature (2010, 42 min) erinnern sich einige Beteiligte an die Randbedingen der Produktion. Mehrere Trailer sowie heutige Ansichten von den Drehorten ergänzen das Material. Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Für Sammler von Italo-Western in jedem Fall ein Pflichtkauf!
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am 15. Mai 2016
Dieser Film hat doch einige Elemente, die sich von den üblichen Western-Klischees unterscheiden: unser Revolverheld kommt diesmal aus Polen und die zunehmende Technisierung verändert auch die Gestalt der Colts und der Fortbewegungsmittel. Auch ein Hauch Django - siehe Schnellfeuergewehr - fließt in den Film hinein und wer glaubt, dass nur Amerikaner für Geld arbeiten, der irrt sich: der Pole arbeitet auch nur für "eine Handvoll Dollar" oder etwas mehr. Seine blauen Augen und sein grinsender Witz samt Klamotten lassen mich an Terence Hill erinnern. Doch am schönsten finde ich die Art und Weise, woran der "Pole" sich seine Streichhölzer anzündet. So nimmt sich der Western selbst wohl nicht so ganz ernst, aber gerade das macht ihn amüsant und kurzweilig. Einen Stern Abzug gebe ich, weil er aus meiner Sicht nicht wirklich Tiefgang besitzt. Wie üblich werden die Würfel ständig neu gemischt , aber es gibt halt eben diejenigen, die "sauschnell" am Drücker sind und jene, deren Tageslohn es zu sein schien, die Waffe zu heben und möglichst schnell umzufallen. Mit solchen Soldaten hätte man kaum einen Krieg gewinnen können, auch in Mexiko nicht. Trotzdem, guter - wenn auch nicht sehr guter Texanerschinken mit viel Witz. Gute Unterhaltung.
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am 18. März 2012
Mercenario - Der Gefürchtete
oder auch bekannt unter dem Tittel:
Die Gefürchteten Zwei

Italien, Spanien
1968
Italowestern
Regie: Sergio Corbucci

Ein Gringo, genannt der Pole (Franco Nero), ein Gangster der für Geld alles macht, wird von einem mexikanischen Revolutionär Paco (Tony Musante), der sehr einfach gestrickt ist, angeworben um sie zu unterstützen, natürlich will der Pole Geld für seine Hilfe sehen. Der Film soll zeigen, auf zynische Art, dass Revolutionäre zum Teil gar nicht wissen was sie eigentlich wirklich wollen. Paco der Ober-Revolutionär, lässt sich zum Beispiel vom Polen die Revolution erklären und dass geht so am Beispiel einer nackten Frau, der Kopf das sind die Reichen und der Arsch dass sind die Armen und der Rücken ist der Mittelstand, so dass der Arsch und der Kopf nicht zusammen sind, also sind die Reichen nie im Arsch. Immer wieder führt der Pole Paco vor, zum Teil demütigend und mit der Zeit immer dreister. Dann jedoch wirft Paco dem Polen Bereicherung vor und lässt ihn verhaften. etwas später werden die Revolutionäre zusammengeschossen von Regierungssodaten und Paco braucht den Polen unbedingt wieder für eine Strategie gegen den Angriff, aber der Pole rächt sich. Hier ist Action, Kampf und Gefechte angesagt, aber immer mit makaberen Beigeschmack, der Pole das Hirn der Sache, zieht die Fäden. Man sieht es von Anfang an, dass kann nicht gut gehen. Das Vor-Finale zwischen Paco und Ricciolo dem Obergauner (Jack Palance) ist bombastisch in einer Arena inszeniert. Doch das eigentliche Finale kommt noch mit einer Frau und großem Showdown incl. Maschinengewehre. Dann zum Abschied sagt Paco zum Polen, etwas hast Du nie gehabt, einen Traum. Dann rettet der Pole wie so oft zum Abschied Paco das Leben und sagt, Paco träume, aber bitte mit offenen Augen.

Dank, an das Label Koch-Media für die ungeschnittene Italowestern-Rarität.
Sehr, sehr gute, passende Musik.
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am 11. August 2015
Il Mercenario ist der Revolutionswestern überhaupt. Dieser exzellente Italowestern besticht durch gute Schauspieler, durch eine sehr gute Musik und durch eine sehr gut gestrickte Story. Mit anderen Worten, dieser Film aus dem Jahre 1968 ist perfekt. Sergio Corbucci. hat großartig inszeniert. Auch bietet der Film großartige Dialoge. Anhand eines nackten Frauenkörpers das kapitalistische System zu erklären ist einfach genial.
Der Kopf- die herrschenden Ausbeuter, der Arsch- das Proletariat, dazwischen der Rücken, deshalb kommen sie auch nie zusammen.
Diesen Film kann und will man nicht so schnell vergessen.
Die Bild und Tonqualität ist in Ordnung. Das Bild ist feinkörnig und scharf, der Ton ist in DTS Master 2.0. Auch an zufriedenstellenden Extras mangelt es nicht.
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