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am 7. Dezember 2012
Wütend, anklagend und unbequem, so präsentiert sich das Soloprojekt von Hocico-Fronter Erk Aicrag. Was 2003 als Ein-Mann-Ding begann, ist mittlerweile von vielen eher als Trio angesehen, Grigory Feil gehört dazu, ehemaliger Mitstreiter der Electro-Industrial-Formation UnterArt, und Jeans. Erk Aicrag ist kein Unbekannter; der Mexikaner macht leidenschaftliche Electro-Musik, die unter Insidern sehr beliebt ist.
Nun melden sich die drei mit einer Scheibe zurück, die ein richtig guter Vorgeschmack auf das kommende Album Anatomia Frenetica ist.
Doch der Reihe nach. Zuerst sollte man sich nämlich auf youTube das Video zur Single anhören, die am 30.11.12 in die Läden kam. Eye M The Blacksheep klingt schon nach Sünde und Vergehen, nach Schuld und Anklage, aber wenn man nun ein ganz plakatives Video erwartet, täuscht man sich. Die Szenen spielen in einem Wald, durch den zwei junge Frauen in roten Kleidern laufen, die einen jungen Mann beobachten, der mit einer Augenbinde umherirrt. Etwas später gibt es einige homoerotische Einblendungen der beiden Schönheiten, einen Feuerkreis, Alkohol, ja, fast eine kleine Orgie. Dieser Clip gehört zu denjenigen, die man nicht wirklich in Worte fassen kann, sondern einfach selbst sehen muss, um zu spüren, was alles darin steckt. Mehrfach anschauen lohnt sich auf jeden Fall – dabei sollte man dann auch ein Augenmerk auf die Lyrics lenken. Da geht es nämlich um haltlose Vorurteile und wie sich einer dagegen wehrt. Es ist vorbei damit, immer der Schuldige zu sein, es ist aber vor allem damit Schluss, blind, stumm und angepasst der Gesellschaft anzugehören, über die man doch nur hinter vorgehaltener Hand jammert. „No one’s gonna shut me up“ singt Erk Aicrag und hat damit einen Text verfasst, den man zeitweise aus voller Kehle durch die Straßen schreien möchte. Es ist ein Protestsong, der auf harte Musik und Brutalität verzichtet, sondern durch Worte glänzt und überzeugt.
Dieser Song befindet sich sechsmal auf der Single, fünfmal sind es Remixes, die mal härter, mal elektronischer einschlagen. Chris „The Lord“ Harms hat es sich nicht nehmen lassen, den Song selbst zu interpretieren, mit dabei war Corvin Bahn, der unter anderem am aktuellen Lord Of The Lost-Album mitgewirkt hat und definitiv ein Händchen für Kompositionen hat. Da Erk Aicrag sich an der Die Tomorrow-Scheibe beteiligt hat, ist diese Retoure keine Überraschung.
Pankow, Absolute Body Control, Kuroshio und Officers heißen die anderen Interpreten, die sich an den Song gewagt haben. Vielleicht nur wenigen bekannt, lohnen sich aber die unterschiedlichen Varianten des Stückes, die die verschiedene Facetten mal mehr, mal weniger betonen.
Erk Aicrag kann auch anders. Ein wundervolles, emotionales Lied hat er geschrieben. Darin nimmt ein Sohn Abschied von seinem Vater. Dieser Text gipfelt in der Bitte: “When we meet one day just hold me…“. Mir fällt es da doch schwer, keine Träne zu verdrücken.
Zuletzt findet der Zuhörer ein Cover von „She’s Lost Control“ auf der Scheibe. Joy Devision haben das Original geschrieben und performt und sind vielen wohl kaum noch bekannt. Es ist eine schöne Hommage an eine Band, die leider viel zu früh schon wieder aufhören und unter anderem Namen in anderer Besetzung weitermachen musste, nachdem sich Sänger Ian Curtis im Mai 1980 erhängt hatte.

Rabia Sorda – auf Deutsch in etwa „taube Wut“ – haben eine gute, auf 1000 Stück limitierte Single veröffentlicht. Sie besticht nicht durch musikalische Glanzleistungen, sondern durch textliche Höhenflüge, Ausdruckskraft und Kampfgeist, die es vielleicht schaffen, den ein oder anderen aus seiner Lethargie aufzuwecken.
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am 10. April 2013
Wie immer absolut geiler Sound von Rabia Sorda. Aber was will man auch anderes erwarten von dem Soloprojekt von Hocico Frontman.

Absolut geil.
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