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am 15. Januar 2011
Wie hätte wohl Heinz Erhardt selber diese wunderschöne CD kommentiert, mit einer Ausnahme bislang unveröffentlichte Prachtstücke aus jener Zeit, als er noch schlank war, und seine Brille rund? Vielleicht mit einem "Da war doch schon was!"
Bear Records macht seinem Ruf wieder mal alle Ehre: Vergessene Schätze aus den Tiefen der Archive gehoben und der Vergessenheit entrissen, der Ton vorbildlich restauriert, und das Ganze in liebevoller Aufmachung präsentiert: Ein kluger Begleittext von Volker Kühn, der keine Platitüden absondert, dazu eine Fotoserie vom unvergleichlichen Mann am Klavier, wie wir ihn nicht kannten. Nur die Mimik, die war schon 1947 unverwechselbar. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
Zwölf der 14 Tracks wurden 1947 aufgenommen und atmen doch bei jedem Ton den Geist der Goldenen 20er Kabarettjahre. Heinz Erhardt vom Feinsten, sein Wortwitz umwerfend. Das "Fräulein Mabel", das nie mit der englisch prononcierten "Gabel" isst, sondern nur mit dem Messer, das kennen wir, aber in dieser Version kannten wir die Dame noch nicht. Der "Mi-Ma-Muselmann" war bereits in seiner 1947er-Betaversion ein Volltreffer. Dito "Pappies Wiegenlied", ganz herzig vorgetragen und doch mit dem unverkennbaren schelmischen Erhardt'schen Unterton ("Warst du schon auf dem Töpfchen? ... Ach so, du warst erst gestern!") und einer Schlusspointe, die einen nur wundern lässt, warum das nicht längst ein Klassiker geworden ist.
Heinz Erhardt, der Beherrscher des intelligenten Kalauers, des gewieften Enjambements und des Selbstkommentars, der die eigene Melodramatik souverän auf die Schippe nimmt: Der war schon in seinen Anfangszeiten 1947 perfekt -- beziehungsweise bereits schon 1939, denn "sie wohnt im dritten Stock". Aber was der damals noch nicht Dicke sonst noch alles draufhatte -- wow! Scat in Überschallgeschwindigkeit zum Beispiel. Den zelebriert er in vielen Tracks mit kürzeren und längeren Einlagen, und im "Frühlingslied" macht er das dermaßen souverän, dass man an den Affenkönig in "Jungle Book" denken muss. Heinz Erhardts Scat-Fähigkeiten spielen hier in derselben Liga wie Louis Prima, ob man's nun glauben will oder nicht. Der Text aus eigener Feder, den er, wie gesagt, Champions-League-qualifiziert scattet, haut einen sowieso vor Lachen aus dem Sessel. Dennoch sollte man vor Lachen nicht das genaue Zuhören vernachlässigen, weder beim Frühlings- noch bei den anderen 13 Liedern auf dieser CD.
Zu all diesem geistreichen Spaß de luxe begleitet Erhardt sich selber präzise, flott und ironisch mit den Fingern blinzelnd (ich weiß...) am Klavier: Chopins "Marche funèbre" als Schluss-Gag? -- Klar geht das. Bei Heinz Erhardt geht sowas, und zwar ganz ohne Brachialkomik. Seine wirklich überaus "verfahrene Geschichte" beweist das nachdrücklich, und zwar ganz nebenbei.
"Ach Marie, bleib mir trei, trei trei... vier fünf sechs sieben acht neun zehn Bube Dame König As" -- "Der Erhardt singt so traurig... aber schöööön" echot ein schrägschriller Damenchor. Dem stimme vollinhaltlich ich zu.
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am 28. Februar 2010
Sensationeller Aufnahmen wurden von Heinz Erhardt entdeckt und jetzt der Öffentlichkeit zum Gehör gebracht!
Fast alle Aufnahmen bis auf die Frühfassung von Fräulein Mäbel (1939) stammen aus den Jahren 1946 bis 1948,
einige der Lieder gab es bis jetzt noch nie zu hören!Die Soundqualität ist sehr gut und wurden von Bear Family
wie üblich fein restauriert. Tolle und anspruchvolle Lieder zwischen Jazz, Liedermacherart, immmer sehr schön
von Heinz natürlch selbst am Piano begleitet.

Tolle Aufnahmen sehr nostalgisch und wertvoll wenn man Erhardt-Fan ist plus dickem Booklet mit schönen Fotos des schlanken Heinz!
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