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am 2. Mai 2006
Mit "Match Point" ist Woody Allen ein sehr ungewöhnlicher und ganz besonderer Film gelungen.

Er erzählt die Geschichte des Tennisspielers Chris Wilton, dessen Talent nicht für die große Karriere ausreicht und der sein Geld in einem Londoner Eliteclub als Tennislehrer verdient. Einer seiner Schüler ist Tom, mit dem Chris gleichzeitig die Leidenschaft für die Oper verbindet. Tom führt Chris in seine Familie ein und in der Darstellung der Gewohnheiten dieser typisch-englischen Upperclass-Familie blitzt Woody Allens Ironie und Spottlust immer wieder durch.

Chris gefällt das Leben zwischen Dinnerparties und Wochenenden auf dem Land und er freundet sich mit Toms Schwester an, die er schließlich auch heiratet. Nicht so gut ergeht es Toms Freundin Nola, die von Toms Familie als nicht standesgemäß abgelehnt wird und die auch schließlich von Tom verlassen wird. Chris aber ist hingerissen und beginnt mit Nola eine heiße Affaire.

Chris macht Karriere im familieneigenen Konzern, genießt den unbekümmerten Reichtum und die pflegeleichte Frau an seiner Seite und vorallem die Schäferstunden mit Nola, die jedoch immer unbequemer wird und droht, Chris Lügengebäude zum Einsturz zu bringen.

So sieht Chris nur eine Möglichkeit...

Woody Allen hat sehr geschickt einen mittelmäßigen Menschen portraitiert, der seine Chancen geschickt nutzt aber irgendwann allzu gierig wird und meint, sich nehmen zu können, was immer er will! Er erzählt von der Tragik erfüllter Wünsche und von einem gnädigen Zufall der jedoch nichts mehr daran zu ändern vermag, dass die Schuld schwerer wiegt als das Davonkommen!

"Match Point" ist ein sehr kalter Film, der eine ganz andere Grundstimmung als Allens ältere Filme hat. Mit Nachdruck legt er den Finger in die Wunden der besseren und emotional leeren Gesellschaft. Auch dank der starken und noch völlig unverbrauchten Darsteller ist "Match Point" ein wirkliches Erlebnis!
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am 3. März 2016
Bisher habe ich noch keinem Prime-Film fünf Sterne gegeben, aber dieser hier verdient jeden einzelnen von ihnen. Tatsächlich meisterhaft inszeniert von Woody Allen (und im Gegensatz zu den meisten seiner anderen Werke).
Die Geschichte sowie der Film lebt natürlich vor allem durch die hervorragenden Schauspieler, denen man den gebildeten und kultivierten Teil der Oberschicht absolut glaubwürdig abnimmt. Zudem ist eine reine Freude, die Gesichter zu studieren. Kompliment auch der Kamera sowie den herausragend gefilmten Originalorten, zeitlos und wie aus einem mattglänzenden Nobelkatalog. Und nicht zuletzt der berührende Caruso-Oper-Soundtrack der wirklich tiefgehenden und oft überraschenden Geschichte. Schon allein die ermittelnden Detectives sollte man gesehen haben.
Ganz phantastisch. Meine Empfehlung: Ein gut gefülltes Glas edlen Wein zu diesem Kunstwerk - perfekt.
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am 25. Mai 2016
Dieser Film hat mir sehr gefallen. Hinsetzen, die Zeit vergessen, zuschauen - sehr gute Schauspieler runden den Film ab.
Eine Dreiecksbeziehung - einer ist hierin immer der dumme. Wer es sein wird.... ich möchte das Ende nicht vorweg nehmen.
Die Leiden dieser Konstellation, das Glück als Gehilfe, wer als Gewinner aus dieser Situation hervor gehen wird.... spannend und lehrreich bis zum Schluss.
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am 9. Juli 2008
Es ist ca. 8 Jahre her, daß ich mir zuletzt einen Woody Allen-Film im Kino angesehen habe. War immer großer Fan, vor allem seiner älteren Filme, aber irgendwann hat's dann gereicht, mit dem Slapstick, den Neurosen, dem 90 Minuten-Durchgeplappere und vor allem mit dem eitlen Woody als Darsteller, der immer nur sich selbst spielen kann.

Match Point habe ich vorgestern eher aus Langeweile im Fernsehen angeschaut und bin nachhaltigst beeindruckt !!! Ich mochte den Mann schon immer, aber jetzt hat er meinen tiefsten Respekt.

Von der ersten Szene an war ich wie hypnotisiert (genial der Tennisplatz mit dem Netzball und dem Glücksmotiv, der Stimme aus dem Off). Souverän, wie sich unspektakulär, ohne großes geplapper, szene an szene reiht, alles andere als langatmig (!sry), stets schnelle szenenwechsel, nichts wird ausgewalzt oder einsuggeriert.

Von Anfang an hatte ich ein Gefühl der Bedrohung, das ich mir jetzt 2 Tage später noch nicht recht erklären kann. Zum einen sicherlich die Ausstrahlung von Jonathan Rhys-Meyers in der Hauptrolle, ein Gesicht, das Gefahr in Verzug meldet. Im Gegensatz dazu sein höfliches, bescheidenes Auftreten, das zunehmend opportunistischer, also unglaubwürdiger wird, ohne daß er jemals des Guten zuviel tut und zum Schleimer wird, dann wäre er bei den Herrschaften gleich durch. Allein diese Balance fand ich unglaublich spannend und war die halbe Miete des Films.

Wann wandelt sich Anerkennung in Verachtung ? Gar nicht, denn diese Upperclass-Familie ist - trotzdem Klischees wie Landhaus, Moorhuhnjagd und Oper aufgeboten werden - im Grunde durchweg sympathisch. Das Unheil geht nicht von ihnen aus. Genauso wenig, wie sich das Unheil am Schluß gegen sie richtet. Gerichtet wird das Ähnliche, Gleichartige, Vertraute, die Spiegelung des eigenen Ichs in Gestalt der zuerst so begehrten, dann benutzten, dann als Bedrohung empfundenen Nola.

Die Dynamik in dieser Beziehungsgeschichte fand ich atemberaubend. Scarlett Johannsen (als total erfolglose Möchtegernschauspielerin Nola) ist wirklich unglaublich schön und sinnlich, aber auch total verletzlich, und sie kommt von "unten", wie Chris. Natürlich gibt's da ein instinktives Verständnis. Nola kann sich in dieser Familie jedoch nicht durchsetzen, hat das Stigma des Underdogs, während Chris sie überflügelt, obwohl sie eher da war. Er macht ihr vor, wie's geht, der schlaue Hund. Und dann verschlingt er auch noch sie. Und zum Schluß wird sie gemeuchelt, Sinnbild der eigenen potentiellen Erfolglosigkeit. Nun ja, es stellt sich heraus, daß Chris weder romantisch noch liebesfähig ist. Das hat mir gefallen. Die Vorstellung, er hätte alle Brücken hinter sich abgebrochen und sich für Nola, das Kind, ein erstmal mittelloses Leben entschieden, fand ich schrecklich. Meine düstere Vermutung zu dem Zeitpunkt: die zwei hätten's keine 3 Monate miteinander ausgehalten.

Ich kann gar nicht sagen, daß mir dieser Tennislehrer Chris sympathisch gewesen wäre, aber ich habe bis zum Schluß mit ihm mitgefiebert, geradezu an den Nägeln gekaut. Allein die Szene, wo er sich in der Waffenkammer die Schrotflinte nimmt und seine Gattin permament nach ihm schreit, das gleiche dann nochmal, als er die Flinte wieder zurückstellen will. Ich dachte immer nur: was für eine Nervensäge !!!

Als Nola ihn ständig am Telefon nervt, dachte ich auch immer: was für eine Nervensäge !!! Als er sich zum Mord entschlossen hat, war ich richtig froh, nur die alte Dame hat mir leid getan ("Kollateralschaden..").

Ich kann mir meine Parteinahme gar nicht recht erklären. Ich hoffe, es ging noch anderen Zuschauern so. Das ist clever gemacht, es geht um das, was unter der Moral ist.

Erwähnenswert finde ich noch, daß nahezu alles am Set "schön" ist. Auch die Underdogs Chris und Nola haben - wenn auch keine luxuriösen - so doch "gemütliche" Wohnungen. Nirgends Bilder von Verfall, Verkommenheit, Düsternis, häßlichen, minderprivilegierten Menschen. Kein dusteres London, in dem es regnet. Das ist vollkommen unrealistisch, ein selektiver Ausschnitt aus irgendjemandes Wahrnehmung. Wenn hier Regen fällt, dann erfrischender Sommerregen auf Kornwiesen. Was geschieht, wird durch das äußere Umfeld ÜBERHAUPT nicht angedeutet.

Ein ganz toller Film ! Werde ich mir jederzeit wieder anschauen.
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Der Film beginnt mit dem Bild eines Tennisballs, der in Zeitlupe die Netzkante touchiert, dann nicht auf der einen oder anderen Seite zu Boden fällt, sondern gen Himmel springt. Der Ball lässt sich dann einen ganzen Film lang Zeit ehe er schließlich fällt. Auf dem Centre Court beginnt nun gleich das böse Märchen des Zusammentreffens von Lower und Upper Class, der Neuen und der Alten Welt. . Woody Allen hat den Schauplatz des Films komplett von New York nach London verlegt. Entstanden ist ein intelligentes Porträt der Londoner Gesellschaft. Und man merkt welchen Spaß es dem von seinen Neurosen befreiten Woody Allen bereitet, das langweilige Leben der Londoner Upperclass und das inkonsequente Recherchieren der Londoner Polizei detailgetreu zu sezieren.

Zum Plot: Der irische Tennislehrer Chris Wilton (Jonathan Rhys-Meyers), Kind aus einfachem Haus, ist einer jener Tennisspieler, bei denen es für eine Karriere als Profi nicht gereicht hat. Lieber Glück als Talent macht er zu seinem Lebensinhalt. So lernt der frisch gebackene Tennislehrer und Opernliebhaber, den aus einer englischen Oberschichtfamilie stammenden, steinreichen Tom (Matthew Goode) kennen. Der hat schnell einen Narren an ihm gefressen, und führt Chris in seine Familie ein. Auch Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer), kann sich den Reizen des jungen Chris nicht entziehen. So bekommt Chris die Chance, in eine der reichsten Familien Englands einzuheiraten. Darüber hinaus erhält er einen Topjob in einer der Firmen des Schwiegervaters. Schnell hat er sich in der Oberschicht eingelebt, wo Jagdausflüge, Schloßwochenenden und Luxusautos zum täglichen Alltag gehören.

Doch die Beziehung der beiden Neuvermählten wird akut gefährdet durch Toms Verlobte, die gescheiterte amerikanische Schauspielerin Nola (Scarlett Johansson). Schon bei der ersten Begegnung der beiden erkennt man, dass zwischen Nola und Chris ein Feuer brennt, denn der Blick den Nola ihm zugeworfen hat, lässt keine Zweifel offen. Zur Freude der Mutter beendet Tom die Beziehung mit Nola.

Weder Hochzeit, noch Geld, noch Karriere hindern Chris daran eine schicksalsträchtige Affäre mit Nola zu beginnen. Und ausgerechnet in einem nassen Kornfeld auf dem Landsitz seines Schwiegervaters fällt Chris über Nola her. Eine Sexszene der besonderen Art, wie man sie von Scarlett Johansson bisher nicht kannte. Sie ist Hollywoods neues Sexsymbol und lässt Woody Allen zu neuer Höchstform auflaufen.

Es entsteht eine regelmäßige Affäre, bei der Chris nur Sex sucht, Nola aber, nach anfänglicher Zurückhaltung, will mehr und gefährdet zunehmend die finanzielle und gesellschaftliche Position ihres Liebhabers. Und während Chloes Kinderwunsch unerfüllt bleibt, wird Nola schwanger. Spätestens jetzt zwingt sie ihn zu konsequentem Handeln. So wird aus lodernder Liebe plötzlich ein verglühender Lebenstraum.

Der Film ist nicht als Melodram, sondern als Film Noir inszeniert. Denn der geniale Woody Allen, hat eher die Anatomie eines Mordes im Auge, denn die Leidenschaften der Protagonisten haben eine absolute Schieflage entstehen lassen, die schließlich eskalierend auf eine Katastrophe zusteuert.

Zwar liest der Held in einer frühen Szene des Films Schuld und Sühne" von Dostojewski, doch wir haben es hier wahrlich nicht mit einem Nachfolger von Raskolnikow zu tun. Denn Chris ist nicht ein zu Unrecht unterprivilegierter Übermensch", der eine Prätention hat, sich über die engstirnige Moral hinweg zu setzten, sondern er ist einfach nur ein Emporkömmling, der die Bequemlichkeiten seiner neuen gehobenen Existenzsymbole nicht aufgeben möchte. Er hat nur die Wahl zwischen einem goldenen Käfig und einem einfachen Gefängnis.

Viele Vorkommnisse und vor allem auch das überraschende Ende der Liebesaffäre sind gespiegelt durch Opernarien und Opernauftritte. Woody Allen führt, wie man es von ihm gewohnt ist, als Meister des Kriminalfilms, immer wieder auf falsche Spuren. Und so lässt er dann am Ende des Films einen goldenen Ring am Geländer der Themse hängen, der, wie am Anfang der Tennisball, in Zeitlupe in die Höhe springt. Damit will der Regisseur dem Zufall die Entscheidung überlassen.

Es ist irgendwie ein kalter, herzloser Film ohne entbehrliche Dialoge, eine finstere Weltsicht, getarnt durch humorvollen Pessimismus. Der Mörder entkommt vielleicht der Sühne, nicht aber der Schuld, denn Verbrechen sind keine Bagatellen. So findet denn auch die mysteriöseste Szene des ganzen Films kurz vor Ende statt. Da begegnet Chris den Geistern seiner beiden Opfer, doch das was sie ihm sagen, dass schließlich die Gerechtigkeit siegen wird und die Opfer gerächt werden, dieses Präsent hält uns Woody Allen, in einem seiner besten Filme, vor.

Am Ende des Films zitiert Chris, über sein Leben reflektierend, den Griechen Sophokles: Niemals geboren worden zu sein, mag der größte Segen von allen sein."
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am 8. März 2011
"Match Point" ist ein ganz atypisches Werk für Woody Allen, denn der Film beginnt als ironische Gesellschaftssatire, schweift dann raffiniert zur präzise, nüchtern und unsentimental inszenierten Milieustudie ab und endet schließlich in Form eines Mordes als griechische Tragödie. Er handelt von dem schnöden Egomanen Chris, der aus mittleren Verhältnissen stammt und mit eisigem Habitus beginnt, bei der elitären Oberschicht der Londoner City zu antichambrieren, weil er als Tennisspieler nicht mit ausreichend Talent ausgestattet ist, um es aus eigener Kraft bis ganz nach oben zu schaffen. Aber er hat Glück, denn er lernt zufällig die richtigen Leute kennen und gewinnt die Gunst von Chloe, einem spröden Sprössling der High Society, deren Zuneigung für Chris zur Eintrittskarte in eine entrückte Welt wird, die sich zwar materiell reizvoll gibt, aber von der schalen Hybris der Selbstverliebtheit durchsetzt ist und in ihrer eitlen Oberflächlichkeit den Blick auf die graue Lebensrealität verweigert. Beide werden ein Paar, doch auf fatale Weise begegnet Chris der verführerischen Nola, der Verlobten von Chloes Bruder Tom, der er hoffnungslos verfällt und sich so im Netz einer illusionären Affäre verfängt.

Chris und Nola sind charismatische Blender, weil sie vortäuschen, wirklichkeitsresistente Menschen mit begrenzter Strahlkraft zu lieben, für die sie eigentlich nicht vorbestimmt sind. Nola bekommt schließlich den Laufpass, da ihre erfolglose Schauspielerei ein Dorn im Auge von Toms einflussreicher Familie ist. Chris macht sich dagegen immer mehr zum Abhängigen seiner Gönner und fängt an, mit dem eigenen moralischen Impetus zu brechen, denn er will alles, das Geld, den Status und die Geliebte, die letztendlich zu seinem Verhängnis wird, weil in die leidenschaftslose Beziehung zur verwöhnten Chloe schnell die erogene Ödnis einzieht und er partout nicht von Nola lassen kann. Als Nola schwanger wird und eheähnliche Besitzansprüche stellt, droht sein Scheindasein in sich zusammenzufallen. Aus Angst vor dem Rückfall in die Existenzlosigkeit greift Chris, der von seinem schlechten Gewissen geplagt Dostojewskis "Schuld und Sühne" liest, nun skrupellos zum allerletzten Mittel.

Gespielt werden Chris und Nola von Jonathan Rhys Meyers und Scarlett Johansson, beide jeweils mit verbrecherisch viel Sexappeal und sehr sinnlichen Lippen ausgestattet, die lüstern nach Luxus und Liebe lechzen und in intimen Nahaufnahmen die Leinwand in fiebrige Wallungen versetzen. Dabei baut Woody Allen die Bilder clever um die physische Präsenz von Rhys Meyers auf, dessen kühle Mimik stets die smarte Erscheinung einer kritischen Intelligenz suggeriert, die pedantisch genau und argwöhnisch ihre Umwelt taxiert. In seiner Augenpartie läuft ein strahlenförmiges Netz aus angestrengten Falten zusammen, das die ungestillte Obsession in ihm zu unterdrücken scheint. Das intensive Starren seines regungslosen Blicks ist ein Ausdruck für den animalischen Trieb, zum persönlichen Vorteil zu gelangen. Zusätzlich exponiert wird die bedrohliche Facette seiner umtriebigen Aura durch dramatische Arien aus Verdis Opern "La Traviata" und "Rigoletto". Nola und Chris sind Außenseiter, die Teil eines elitären Milieus werden wollen, das nicht nur Geld, sondern auch das Maß an Anerkennung verspricht, das ihnen sonst im Leben verwehrt bleiben würde. In dieser Konstellation liegt auch der Reiz verborgen, der "Match Point" so sehenswert macht, weil er zwei wesentliche Aspekte der heutigen Zeit aufzeigt: die ambitionierte Geltungssucht der Underdogs und das systematische Abkapseln der Oberschicht, die ohne Selbstreflexion in trügerischen Zerrbildern einer entfremdeten Realität versinkt. Dabei lässt Woody Allen den Zuschauer mit einer grausam ernüchternden Pointe zurück, weil Chris schwere Schuld auf sich lädt und sein Aufstieg unschuldige Opfer erfordert, die nur aufgrund unverschämten Glücks ungesühnt bleiben. Auf Allens typische Situationskomik muss man trotz der subtilen Inszenierung nicht gänzlich verzichten. So funktioniert Chloe die Beziehung mit Chris zum Befruchtungsprojekt um, wenn sie beim Frühstück mit einem Thermometer im Mund am Tisch sitzt, um die ideale Körpertemperatur für die Besamung des Eisprungs zu messen. Originell ist die Besetzung von James Nesbitt als Ermittler, der versucht Chris zu überführen, aber am unglücklichen Zufall scheitert. Keiner kann das so wunderschön lakonisch erzählen wie Woody Allen.
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am 18. Mai 2015
ein sehr guter Film, der die Moral über unbedingten Erfolg setzt, geprägt mit Ehrgeiz und auch Liebe. Das bürgerlichen Lebens wird verdrängt und der Status, durch Heirat zur Oberklasse zu gehören, setzt jegliches Gewissen aus und führt zum Mord der Geliebten und deren älterer Nachbarin. Ein bitterböser Film von Woody Allen, der am Ende zeigt, dass man selbst mit ganz viel Glück dem Verdacht entgeht. Absolut empfehlenswert.
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am 2. Januar 2007
"Filmexperte" Karasek verglich Allens wunderbaren Film selbstredend mit irgendwas von Billy Wilder, weil Karasek nur Wilder kennt und nicht die Filmgeschichte. Die ursprüngliche Story, George Stevens "A Place in the Sun", basierend auf Theodore Dreisers "American Tragedy" muss man eben nur als Cineast kennen, nicht als Dampflaberer. Recht hat Karasek diesmal immerhin mit seinem Geschmacksurteil: Match Point ist ein großartiges Stück Kino. Gönnt man sich nach Allens Bearbeitung der Stevens-Geschichte (Underdog schwängert falsche Frau und bringt diese Frau um) allerdings einen Blick durch das Original, wird man mit Genuss feststellen, wie zeitgemäß Woody Allen die Aussage des Stücks verändert hat. Denn während bei Stevens schon der Gedanke an unterlassene Hilfeleistung mit der Todesstrafe gesühnt wird, lässt Allen den Mörder und Zyniker triumphieren. Und das mit nach allen Regeln der Kunst, nicht nur der filmischen.
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am 25. August 2006
Mit Sicherheit ist das der beste Allen Film, und das auch gerade weil er absolut Allen-untypisch ist.

Der Ex-Profitennisspieler Chris (brilliant Jonathan Rhys-Meyers) fängt in einem englischen Tennisclub als Trainer an und und ist alsbald berauscht vom Luxusleben der Reichen. Als smarter Sonnyboy findet er auch schnell Zugang zu dieser im bislang fremden Welt. Nach kurzer Zeit schon gehört er dazu und hätte alles was man sich nur wünschen könnte.

Aber Chris will eben alles, und ganz besonders die schöne Verlobte seines zukünftigen Schwagers, Nola (Scarlett Johansson). Und so beginnt eine heiße Affaire und die Tragödie beginnt ihren Lauf. Wehe was du dir wünschst - es könnte in Erfüllung gehen...

Die Qual der Wahl - ein armes Leben mit Liebe und Leidenschaft oder ein langweiliges, ruhiges Leben in vollem Luxus? Und wie reagiert man, wenn man die Kontrolle verliert??

Den Film sollte man konzentriert genießen, sonst entgeht einem was! Er ist intelligent, packend und überaschend, eine Mischung aus Drama, Erotik und Thriller mit einem famosen und vollkommen unerwartetem Ende - obwohl, ... wer am Anfang schon richtig aufgepasst hat ...

Fazit: Wer das langweilig findet, der hat da wirklich etwas nicht verstanden!
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am 20. November 2013
Ein Tennislehrer steigt durch seinen Job in der vornehmen londoner Gesellschafft auf und heiratet in eine wohlhabende Familie ein, doch dann verkompliziert und verändert eine Affäre alles...

Eingefangen in wunderbaren Bildern, untermalt von stimmiger Musik und besetzt mit den passenden Schauspielern wird hier eine spannende Geschichte erzählt.
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