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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
73
4,4 von 5 Sternen
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am 17. Juli 2011
Story (4)
Ein sehr schöner, ruhig erzählter Film, der mit Klischees spielt aber nicht den Fehler macht in ihnen unter zu gehen. Wunderbare Konzertatmosphären mit genialen Country-Musik wechseln ab mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen. Jeff Bridges glänzt einmal mehr in der Rolle als kauziger und beinahe verwahrloster Aussenseiter. Ein Antiheld, der durch seine Art, den Zuschauer sofort auf seine Seite zu ziehen vermag. Grandios gespielt und zurecht mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller belohnt. Der Grund warum ich nur 4 Sterne vergebe ist, dass ich die Story an sich für etwas dürftig und sehr schnell heruntererzählt empfinde. Würde die Hauptrolle nicht derart genial gespielt, hätte die Handlung doch einige Längen, die der Geschichte abträglich wären

Bild (4)
Das Bild ist vor allem im Nahbereich sehr gut und plastisch. Bei Landschafts und Weitwinkelaufnahmen verliert es etwas an Schärfe und ab und an macht sich das Filmkorn ein wenig unangenehm bemerkbar. Das ist aber jammern auf recht hohem Niveau...
Im Grossen und Ganzen kann man mit dem gebotenen Bild zufrieden sein. Keine Referenz aber solide Umsetzung und natürliche Farben.

Ton (3)
Der Soundtrack ist genial und auch für Leute, die sonst mit Country-Musik nicht so viel am Hut haben hörenswert. So sind dann auch die Konzertaufnahmen und die Musik im Hintergrund, die stillen Helden der Tonumsetzung. Der Rest ist sehr dezent gehalten und ein Surround-Feeling kam, bei mir zumindest, nie wirklich auf. Da wäre sicher mehr drin gewesen. Die Dialoge waren meist gut verständlich - der nuschelnde Jeff Bridges war wohl bewusst so geplant...

Extras (2)
Extras interessieren mich nicht. Leider gibt es kein Wendecover, was ich als Mangel empfinde...
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am 1. Januar 2014
Dieser Film hat mich sofort in seinen Bann gezogen.
Ich muss gestehen, dass ich als Hobby-Musiker natürlich vergeschädigt war.
Allerdings bringt Herr Bridges seinen Charakter so klasse rüber, spielt so überzeugend
und wenn dann noch die tolle Musik ins Spiel kommt, dann muss diesen Film mögen.
Ich gestehe zudem, dass dieser Film mich als Metall-Fan zum kauf meiner ersten Country-CD überredet hat - dem
Crazy Heart Soundtrack
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am 5. Juli 2011
"You're the lucky one always havin' fun
A jack of all trades, a master of none
You look at the world with a smiling eye
And laugh at the devil as his train rolls by
Just give you a song and a one-night stand
And you'll be looking at a happy man
Cause you're the lucky one"

(aus: "The Lucky One" von Alison Krauss)

Countrysänger "Bad" Blake (Jeff Bridges) hat seine große Zeit ebenso längst hinter sich wie vier Ehen. Abgebrannt ist der Endfünfziger obendrein, und finanziell gerade so über Wasser halten kann er sich allein dadurch, dass er von einer Kleinbühne zur anderen tingelt. Bei einem seiner Auftritte lernt Blake die alleinerziehende Mutter Jean Craddock (Maggie Gyllenhaal) kennen, und ziemlich schnell bahnt sich dem abgehalfterten Sänger und der jungen Frau eine Affäre an.

Ursprünglich war "Crazy Heart" gar nicht für die große Leinwand gedacht. Vielmehr sollte der Film ein "Direct-to-video-release" sein. Irgendwann ist dann aber zum Glück jemandem klargeworden, was für ein überaus sehenswerter Film Crazy Heart" geworden ist, und offensichtlich hat der Verleih 20th Century Fox umdisponiert. Der Lohn der Mühe waren lobende bis überschwängliche Kritiken sowie zwei Oscars. Den einen davon heimsten die Musiker Ryan Bingham und T-Bone Burnett für ihren Song "The Weary Kind" ein, den anderen durfte Hauptdarsteller Jeff Bridges mit nach Hause nehmen.

Damit haben die Juroren der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in meinen Augen einfach mal wieder etwas richtig gemacht, und weil ich finde, dass das selten genug vorkommt, freue ich mich darüber umso mehr.

Wer Darren Aronofskys Loser-Ballade "The Wrestler" mit Mickey Rourke in der Titelrolle gesehen hat, wird, wenn er sich "Crazy Heart" ansieht, sicher ebenso automatisch Vergleiche zwischen beiden Filmen anstellen wie ich. Beide Filme erzählen die Geschichte von Kerlen, die Tanten von mir wahrscheinlich naserümpfend als verkrachte Existenzen bezeichnen würden. In beiden Filmen versucht die Hauptfigur, ihrem Leben eine Wende zu geben, in beiden Filmen gibt eine Frau dafür den Ausschlag, und sowohl Wrestler Randy Robinson als auch Bad Blake (he, beide Figuren haben ja auch noch alliterierende Namen) versuchen, in der Vergangenheit gemachte Fehler zu korrigieren - und scheitern in ihren Bemühungen.
Trotz aller Tragik scheint mir "Crazy Heart" aber derjenige von beiden Filmen zu sein, der unterm Strich weniger düster ist. Zum Ende des 108 Minuten langen Films ist Bad Blake tatsächlich ein anderer Mensch - das zeigt sich unter anderem daran, dass Blake seinen Künstlernamen abgelegt hat und jetzt unter seinem Taufnamen auftritt, den er seiner Flamme Jean und uns, dem Publikum, bis zuletzt verschwiegen hat. Aus einem alkoholsüchtigen Wrack ist ein Mensch geworden, der wieder zuversichtlich in die Zukunft blickt, und Blake schafft es sogar, aus der eigenen Leidensgeschichte einen Song zu machen, mit dem er endlich an die großen Erfolge aus längst vergangenen Tagen anknüpfen kann.

Wenn man sich dann, nachdem die Abspanntitel vorbeigeflackert sind, ins Fauteuil sinken lässt, darf man sich fragen, inwieweit Jeff Bridges' Leistung in Crazy Heart" deutlich über der liegt, die der immer wieder für den Oscar" Nominierte in der Vergangenheit abgeliefert hat. Fest steht für mich, dass Bridges nicht nur in den schauspielerischen Kerndisziplinen überzeugt, sondern auch noch einen veritablen Countrysänger abgibt. Verdammt, reicht es nicht, dass der Mann sich neben der Schauspielerei auch erfolgreich als Fotograf betätigt? Nö, offensichtlich nicht, und Bridges' Gesang ist, finde ich, auch nicht schlechter als der vieler seiner Kollegen - Hut ab, gegebenenfalls wandert irgendwann noch der Soundtrack ins heimische Schallarchiv.

Die Songs spielen im Film natürlich keine unwichtige Rolle, und spätestens hier ist es Zeit, den Stetson außerdem vor Songschreiber T-Bone Burnett zu ziehen, der, zusammen mit Robert Duvall, übrigens auch als Produzent von "Crazy Heart" in Erscheinung tritt. An dieser Stelle schließt sich auch der Kreis, dessen Bogen ich mit dem vorangestellten Zitat begonnen habe: T-Bone Burnett habe ich, zusammen mit Alison Krauss und Led Zep-Sänger Robert Plant beizeiten zusammen auf der Bühne erleben dürfen - und falls die drei sich irgendwann in Zukunft noch Jeff Bridges als "Special Guest" unter den Arm klemmen sollten, werde ich mir die Eintrittskarte fürs Konzert mit umso größerer Vorfreude reservieren lassen.

Ein Wort der Warnung erscheint mir dennoch angezeigt: Die Art und Weise, in welcher der deutsche Verleih Crazy Heart" per einschlägigem Slogan ("Je härter das Leben, desto besser der Song") und Auslobung auf dem Cover ("Ein grandioser Musikfilm über den Mythos des Songwritings und die Magie von Konzerten") als Musikfilm zu vermarkten versucht, wirkt auf mich ebenso verzweifelt wie irreführend: "Crazy Heart" ist weder ein zweiter "The Wall" noch ein zweiter "Almost Famous", sondern ein Drama, dessen Protagonist zufällig ein in die Jahre gekommener Countrysänger ist. Wer mit "The Wrestler" etwas anfangen konnte und das Johnny Cash-Biopic "Walk the Line" mochte, sollte sich "Crazy Heart" allerdings wirklich nicht entgehen lassen.

Über die Blu-ray Disc fürs Heimkino gibt's freilich nicht allzu viele Worte zu verlieren: Das Bild ist manierlich, verrät aber in einzelnen Szenen (hier: die Ballonfahrt von Jean und Söhnchen Buddy), dass auch hier offensichtlich mit der vermaledeiten Kantenschärfung gearbeitet wurde. Der Ton ist ebenfalls sauber, bleibt weitgehend überraschungsfrei, bietet jederzeit gut verständlichen Dialoge und klingt besonders bei den zahlreichen Auftritten von "Bad" Blake erfreulich satt.

Die Zusatzausstattung der Blu-ray Disc ist identisch mit der der DVD - geboten werden der Kinotrailer, ein als Unterhaltung mit Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal & Robert Duvall" betiteltes dreiminütiges Werbefilmchen sowie eine knapp halbstündige Zusammenstellung mit geschnittenen Szenen und den musikalischen Auftritten von Jeff Bridges ("10 entfallene Szenen & alternative Musikszenen") - alles in allem also ein Paketchen aus der Kategorie "nothing to write home about".

Weshalb das Fazit denn auch lautet: Wer die Blu-ray Disc nicht wie ich als Sonderangebot erstehen kann, sollte im Zweifelsfalls zur wahrscheinlich günstigeren DVD greifen, die dem hochauflösenden Bruder in diesem Fall sicher in nicht viel nachsteht.

Bliebe allenfalls noch zu erwähnen, dass sechsjährige Zuschauer/innen dem Film trotz einschlägiger Freigabe der FSK wahrscheinlich sehr viel weniger abgewinnen können dürften als ein etwas erwachseneres Publikum.
review image
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am 29. November 2013
Ich habe den Film im Kino gesehen und war tief beeindruckt. Sicherlich kein "Gute-Laune-Film", selbst wenn die tolle Musik einen mitreißt. Jeff Bridges brilliert als alkoholkranker Altmusiker, der sein Leben einfach nicht in geordnete Bahnen zu lenken vermag und an seiner Sucht zu zerbrechen droht. Wer den "Dude 2" erwartet, sollte die Finger von dem Film lassen. Für alle, denen auch "Ray" oder "Walk the line" gefallen hat, eine klare Empfehlung.
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VINE-PRODUKTTESTERam 12. August 2011
Das gefällt mir so richtig. Hier hat man alles: gute Story, super Darsteller und geile Musik. die Handlung ist ja ausreichend beschrieben, die Musik passt exakt zu den einzelnen Szenen. Klar, sehr country-lastig aber nicht kitschig. Hier hat sich Ryan Bingham teilweise stark eingesetzt und auch die Songs/Versionen von Jeff Brdges und Colin Farrell gefallen mir gut. Zwischendurch gibt es Leckerbissen von Lightnin Hopkins und Townes van Zandt. Die Story wäre auch was für Kris Kristoffersen gewesen, aber mit Jeff Bridges super besetzt. Er spielt den durchgeknallten, alkoholkranken und enttäuschten Country-Star hervorragend. Die Liebesgeschichte gefällt mir in diesem Film mal ausgesprochen gut und mir gefällt sehr, dass der Film ohne klassische nie endend wollende Feindbilder (Jeff Bridges vs Colin Farrell) auskommt. Die beiden Country-Rivalen finden wieder zusammen. Schön, auch traurige Momente, aber sehr gut unterhaltend ohne kitschig zu werden.
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am 5. Juli 2011
Ich kann mich meinen Vorsprechern hier nicht anschließen.

Der Film ist mit Sicherheit kein klassischer Hollywoodstreifen, er bietet mehr Tiefe und ist sehr ruhig. Aber gerade die stillen Momente und die Details machen den Film so schön und besonders.
Ich fand die Schauspieler überzeugend, die Geschichte ehrlich und mitfühlend und die Bilder bewegend.
Abgesehen davon war die Musik gut, auch wenn Country sonst nicht mein Stil ist, hier war die Musik perfekt dazu.
Ich kann den Film nur empfehlen.
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am 1. Oktober 2010
...das ist ein Teil der miesen Ausgangssituation des Countrysängers Bad Blake(Jeff Bridges). Aber es sind bei weitem nicht alle Posten auf der Negativliste seines Lebens. Blake war ein gefragter Countrystar, aber diese Zeiten sind vorbei. Jetzt tingelt er abgewrackt und versoffen durch Texas, um in Bowlingcentern oder Kneipen aufzutreten. Dabei hat der Mann ein paar Jahre zuvor hervorragende Songs geschrieben. Blake kriegt keine Note mehr aufs Papier und schafft es lediglich, seine alten Songs immer wieder zu spielen und sich nebenbei von einer Whiskyflasche zur nächsten zu hangeln. Als sein Agent ihm jetzt mitteilt, dass er als Vorband vor dem neuen Star der Szene, Tommy Sweet(Colin Farrell), auftreten soll, weiß Blake, dass er ganz unten ist. Denn: Er hat Tommy Sweet all das beigebracht, was der jetzt in bare Münze umsetzt.

Dann erscheint jedoch ein Lichtstrahl in Blakes selbst geschaffener Höhle aus Alkohol und Depression. Die Reporterin Jean(Maggie Gyllenhaal) interviewt ihn für eine kleine Zeitung. Es passiert, was eigentlich unmöglich ist: Blake verliebt sich in Jean. Seine Liebe wird erwidert und es beginnt eine Romanze zwischen dem alten Sänger und der jungen, allein erziehenden, Mutter. Mit ihrem vierjährigen Sohn Buddy kommt Blake bestens zurecht. Irgendwie scheint es aufwärts zu gehen in Blakes Leben, er arbeitet sogar an neuen Songs. Aber über kurz oder lang müssen er, und auch Jean, feststellen, dass Blake eigentlich schon vergeben ist. Seiner Liebe zur Whiskyflasche scheint stärker zu sein, als alles, was ihn mit Jean und Buddy verbindet...

Scott Cooper hat mit seinem Regiedebut -Crazy heart- aufhorchen lassen. Zwei Golden Globes und zwei Oscars(Bester Hauptdarsteller Jeff Bridges, bester Song "The weary kind") gab es für den Film. Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Cobb, der an das Leben des Countrysängers Hank Thompson angelehnt ist, bringt Cooper zwei Dinge zusammen: Zum einen die Story eines Texas-Roadmovie im Countrymilieu, die ihres gleichen sucht. Zum zweiten einen brillant agierenden Jeff Bridges als Hauptdarsteller und Maggie Gyllenhaal, Colin Farrell und Robert Duvall, die in den weiteren Charakteren zeigen, weshalb sie zu den ganz Großen der Szene gehören. Diesen hervorragenden Mix unterstützen sehenswerte Bilder von Texas und Countrymusik, teilweise mit Cajun-Einflüssen, die absolut hörenswert ist. Dass Bridges die Songs selbst singt, ist so interessant, wie gelungen.

-Crazy heart- ist eigentlich dieser typische "Loser, der an der Flasche hängt, versucht ins Leben zurückzukehren"-Film; aber dann doch wieder nicht. Bridges spielt Bad Blake total kaputt, aber mit Stil. Egal, wie viel er intus hat, auf der Gitarre spielt er noch immer jedes Lied, und auch im Umgang mit Jean und Buddy hat er nicht nur die Flasche, sondern auch sein Verhalten größtenteils im Griff. Für diesen Balanceakt ist Bridges die Idealbesetzung. Hat er doch schon oft genug bewiesen, wie gut er in der Darstellung dieses Typus Mensch ist. Wie sagt "sein" Bad Blake so schön: "Ich war mein Leben lang betrunken."

Mich persönlich hat -Crazy heart- bewegt und emotional erreicht. Der Film ist hervorragend fotografiert, gnadenlos gut in der Besetzung und als i-Punkt gibt es diese zerrissene, mitnehmende Story dazu. Für Freunde dieser Filmbestandteile ist -Crazy heart- ein absolutes Muss. Der Film kommt leise und mit jeder Menge Zwischentöne daher. Darauf muss man sich einlassen. Mein Fazit zum Schluss: Einfach nur tragisch gut! Absolut empfehlenswert!
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am 22. Februar 2014
Jeff Bridge hat zu Recht für diesen Film den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen.
Er spielt Bad Blake einen abgebrannten Country Musiker, der in zweit- und drittklassigen Schuppen auftritt und dabei um sein Elend zu vergessen, kräftig zur Flasche greift. Schliesslich trifft er seine neue Liebe, schöpft wieder Hoffnung und versaut es zunächst, um dann doch noch die Kurve zu kriegen. Super Soundtrack für Country Fans. Wer "Walk the Line" mochte wird auch an diesem Film seine Freude haben.
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am 4. Dezember 2010
Vor etwa neun Jahren traf ich Jeff Bridges anlässlich des Deutschland-Starts von K-Pax - Alles ist möglich (auch kein schlechter Film) zum Interview und sah mich einem aufgeräumten, glatt rasierten, gut aufgelegten Schauspieler mit ordentlichem Haarschnitt gegenüber, der mit mir darüber plauderte, wie man es bei seinem Beruf fertig bringt, so lange mit derselben Frau verheiratet zu bleiben. Führt man sich vor Augen, wie Jeff Bridges privat auftritt und wird man dann in "Crazy Heart" (auch vorher schon in The Big Lebowski) Zeuge, wie glaubhaft der Schauspieler in seine zweite Haut als versoffener, verlotterter, zottelhaariger Lebemann schlüpft, dann wird klar, dass der diesjährige Oscar für die beste männliche Hauptrolle keinen verdienteren Sieger finden konnte.

Die Auszeichnung traf darüber hinaus einen Film, in dem auch alle Akteure im Fahrwasser von Bridges alias Country-Legende Bad Blake glänzen. Der von Dennis Hopper produzierte und im ruhigen Paris, Texas-Erzählmodus daherkommende Film konnte sich verlassen auf ein brillantes Ensemble, angeführt von Jeff Bridges in seiner zweiten Haut, ergänzt von einem Colin Farrell, den man in der Rolle des jungen Country-Stars und einstigen Gitarrenschülers von Blake kaum wiedererkennt und der ebenso wie der Hauptdarsteller bei seinen musikalischen Auftritten selbst gesungen hat; Maggie Gyllenhaal schließlich mimt authentisch die Provinzpomeranze, die noch mal eine Chance für die Liebe und einen Vater für ihren Sohn wittert, und bildet als bodenständige Mutter den idealen Widerpart zur Welt der exzentrischen Künstler, die ständig auf Achse sind.

Was an diesem Film aber wohl am meisten zu loben ist, ist, was er alles nicht ist: Er ist nicht die Geschichte eines Abhängigen, der rettungslos im Sumpf der Sucht versinkt, er ist nicht die Geschichte eines krankhaft egomanischen Genies, der sich am Ende selbst zerstört und alle Angehörigen mit in den Abgrund reißt, er ist nicht die Geschichte eines grandiosen Comebacks mit furiosem Bühnenfinale und er ist vor allem nicht die große Liebesgeschichte, in deren Funkenregen ein Verlierer plötzlich zum strahlenden Helden wird. Statt sich auf derlei beliebte und mithin abgenudelte Hollywood-Klischees einzulassen, streift der Film, während er seiner schillernden Hauptfigur von Auftritt zu Auftritt folgt, zwar diese bekannten Motive, lässt sich aber durch sie von seinem Kurs, dem Weg eines begabten Country-Sängers im Karriereherbst möglichst unaufgeregt, authentisch und lebensnah nachzugehen, nicht abbringen und mutet dem alkoholsüchtigen Bad Blake keine Kapriolen zu, die zu sehr nach Traumfabrik und zu wenig nach wahrem Leben riechen. So reicht die Begegnung mit der Journalistin Jean und ihrem vierjährigen Sohn zwar aus, um Blake zu einer selbstkritischen Lebensbilanz und einem Kurswechsel zu verhelfen, aber rote Rosen regnet es deswegen noch lange nicht und die 900 Meilen Entfernung von Houston nach Santa Fé sind auch hier ein Stolperstein für die Liebe. Ebenso ist das Kooperationsangebot seines Kollegen Tommy (Colin Farrell) nicht gleichbedeutend mit der sofortigen Rückkehr ins Rampenlicht.

Eine Bemerkung zum Schluss: Man muss kein ausgewiesener Freund von Country-Musik sein, um diesen Film zu mögen, aber es hilft sicherlich.

Extras: Maggie Gyllenhaal, Robert Duvall und Jeff Bridges schildern, wie sie zu diesem Projekt kamen; alle Lieder aus dem Film zum Abspielen (kam bei mir bei Knopfdruck aufs Titel-Menü auf der Fernbedienung).

Für Freunde von Paris, Texas und Walk the line.
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am 16. Oktober 2012
Der Song "The Weary Kind" und Hauptdarsteller Jeff Bridges bekamen jeweils einen Oscar und den Golden Globe.

STORY

Blake (Jeff Bridges) ist ein abgehalfterter Ex-Country-Star. Noch immer arbeitet er als Country-Musiker, sein Starruhm beruht aber nur noch auf einer länger zurückliegenden Vergangenheit. Damit er seinen Lebensstil (kleines Haus, alter Truck, viel Alkohol, Zigaretten und wenig schlechtes Essen) halten kann, gibt er weiterhin Konzerte in Bars oder kleinen Hallen. Er wird von anderen Musikern und Fans, die ihn noch aus seiner erfolgreichen Zeit kennen, immer noch verehrt, aber ihn scheint das alles nicht zu kümmern. Auch nicht, dass er seit Jahren keine Songs mehr schreibt. Auf seiner Ein-Mann-Tour vegetiert er leise vor sich hin. Dies wird durch die Begegnung mit der allein erziehenden Mutter und Lokaljournalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) empfindlicher gestört, als Blake es erst mal wollte oder erahnte.

MEINUNG

Country ist ja auch ein Synonym für das Leben. Oder für Nicht-Freunde des Country, wenigstens eine Form von Leben. Und dies wird hier echt, nah und intensiv gezeigt. Dass wiederum dadurch, dass Jeff Bridges eben nicht in durchaus vorliegende Klischees hineinspringt und darin badet, sondern weil er seine Rolle knochiger und damit authentischer und vor allem ohne melodramatische Züge wiedergibt. Deswegen ist es auch kein Drama, sonder eine Tragikomödie. Und das tut dem Film gut, hebt ihn von anderen Bebilderungen gescheiterter Existenzen ab. Denn er lehnt Lamentieren und Schuldsuche ab, sondern legt Wert auf das Recht der Selbstbestimmung und Anerkennung des Seins, wie immer das auch ist und wie sehr andere meinen, dass es nicht gut wäre oder gar sich nicht gehöre. Er gibt das Recht darauf, seinen Schmerz so zu leben wie man es gerade braucht und die Selbstentscheidung wann und wie man wieder auf einen anderen Weg geht, ohne das Vorherige verteufeln zu müssen und angeblich geläutert zu sein.

FAZIT

Dieser Film wirkt, lässt keine Mauscheleien zu und gibt auch noch eine Richtung vor, die Aufrichtigkeit und Echtheit mit Süchten und Akzeptanz befeuert. Mehr als fünf Sterne wären verdient. Den sechsten gibt's daher im Sinn.
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