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Kundenrezensionen

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am 18. Januar 2016
Meine Meinung

"Dieses Buch beschreibt eine Zukunft, die unserer Gegenwart näher ist, als uns recht sein kann. Eine Zukunft, von der wir alle wissen, dass sie so kommen wird und die wir dennoch nicht verhindern werden. Es fehlt an Willenskraft, an Interesse und an Durchsetzungsvermögen ..." (Kapitel 0 - Das Jahr 0)

Es ist schon einige Zeit her, dass ich Ödland (Erstes Buch) gelesen habe. Aber um die Zeit bis zum Erscheinen von Band 4 zu überbrücken habe ich es Rereaded! *yeah*

Vierzig Jahre sind seit dem Zerfall der Zivilisation und allem, was wir kennen vergangen. Die Mensch, die überlebt haben, leben in kleinen Gruppen zusammen und kämpfen jeden Tag ums nackte Überleben. Die Gruppe, die im Keller unter einer alten Universität lebt, kann sich glücklich schätzen, denn sie haben fast alles, was zum Überleben notwendig ist. Unter ihnen lebt auch Mega, die als kleines Mädchen plötzlich vor der Türe des Kellers auftauchte und von den Bewohnern gerettet wurde. Mega kann sich an die Zeit vor dem Keller nicht mehr erinnern und doch zeigt ihr die Stern-Tattoowierung auf ihrer Wange täglich, dass es ein Leben davor gab. An ein Leben außerhalb der sicheren Festung ist nicht zu denken und doch bekommt Mega die Chance, die Welt außerhalb zu erkunden.
Als der Ionentauscher, der für die Wasserversorgung notwendig ist, droht, kaputt zu gehen, muss Mega hinaus in die gefährliche, zerstörte Welt und einen neuen besorgen. Das Einzige, was sie weiß: Irgendwo im Osten gibt es eine Siedlung, die die benötigten Material womöglich besitzt.

Auf der anderen Seite haben wir Hagen, der mit seiner kleinen Soldatentruppe an der Erdoberfläche täglich ums Überleben kämpft. Anders als bei Mega merkt man Hagen an, dass er selbst seiner Truppe nicht vertraut und täglich einen Hinterhalt vermutet. Mit Grausamkeit und Härte ziehen sie durch das Ödland auf der Suche nach allem: Essen, Waffen, Überlebenden, einer Zuflucht.

Für den Leser ist klar: Irgendwann im Laufe der Geschichte werden sich Mega und Hagen über den Weg laufen, doch ob diese Begegnung gut ausgeht, weiß man nicht. Man kann darüber nur Vermutungen anstellen.

Als ich das erste Buch entdeckte, dachte ich noch: Ach, wieder so eine Endzeit-Geschichte. Mal sehen, vielleicht ist sie ganz gut. Was ich nicht erwartet habe: Sie ist besser, als jede Dystopie, die ich jemals gelesen habe. Die Orte, die Charaktere, einfach alles ist mit einer so erstaunlichen Tiefe geschrieben, dass man beim Lesen das Gefühl bekommt, man wäre hautnah dabei. Es ist düster, schmutzig und so spannend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann, ehe man die letzte Seite gelesen hat. Jetzt werde ich mich dem Reread des zweiten und dritten Bandes widmen, nicht sofort, aber bald. Schließlich will ich nichts vergessen haben, wenn Band 4 erscheint!

Fazit

Im Keller ist der Auftakt einer düsteren Endzeit Reihe, die ich jedem Dystopie-Fan ans Herz legen mag! Jedoch ist die Geschichte nichts für Zartbesaitete, soviel lasst euch gesagt sein!

★★★★★
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am 21. Februar 2013
Was für ein böser, böser, Cliffhanger am Ende des Buches. Da würde ich am liebsten direkt weiterlesen. Zum Glück müssen wir nicht zu lange warten, der zweite Teil der vierteiligen Reihe soll schon Ende 2013 erscheinen.

Das "Ödland" ist nicht etwa in irgendeiner Wüste oder einem Dschungel, die ganze Erde ist ein Ödland. Ressourcenknappheit hat die Menschheit zum Äußersten getrieben und alles wurde zerstört. Die wenigen Überlebenden wohnen in Enklaven, kämpfen mit anderen weiterhin ums Überleben.

In so einer Enklave ist Mega aufgewachsen, in einem verborgenen Keller. Doch mit 19 Jahren wir sie ausgebildet uns ausgesandt, um lebenserhaltende Ersatzteile für den Keller zu suchen. Auf dieser gefährlichen Reise begleiten wir Mega durchs Ödland.

Die Reise von Mega ist sehr spannend und lässt einen richtig mitfiebern. Man weiß nie was als nächstes geschieht und ist immer wieder aufs neue schockiert, was in der Zukunft aus unserer schönen Welt einmal werden könnte.

Dabei sind Christoph Zachariaes Zukunftsvisionen gar nicht unreal. Denn die Ressourcenknappheit steht uns schon sehr bald bevor, wenn man der Wissenschaft glauben mag, und das Menschen dann wieder zu Tieren werden ist mehr als glaubwürdig.

Ich muss leider sagen, dass Christophs Schreibstil am Anfang für mich sehr schwierig war. Er schreibt gerne in langen Sätzen und wechselt schnell Perspektiven. Außerdem stehen Dialoge ganz für sich alleine, sodass man ab und zu den Überblick verliert, wer gerade mit wem redet. Aber nach etwa dem ersten Viertel vom Buch hat man sich daran gewöhnt und es stört nicht mehr zu sehr. Dann packt einen nur noch die Geschichte und man will wissen, wie es mit Mega weitergeht.

Was ich in diesem Buch, es ist ja zum Glück erst das Erste, nicht so ganz verstanden habe, ist die Geschichte mit Hagen. Er ist eine weitere Hauptfigur, mit einem eigenen Handlungsstrang der irgendwie so nebenbei abläuft. Sogar Mega taucht einmal auf, jedoch wohl die zukünftige Mega, weswegen dieser Teil der Geschichte meiner Meinung nach vielleicht besser in eines der nächsten Bücher gepasst hätte.

Wegen diesen beiden Punkten gibt es von mir leider nur drei Sterne, auch wenn ich gerne mehr vergeben hätte. Jedoch ist es definitiv eine lesenswerte Dystopie und ich freue mich schon auf die nächsten Teile.
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am 3. August 2014
Es beginnt mit Hagen. Er befindet sich im Ödland und trifft dort auf ein Mädchen. Statt ihn zu erschießen, rennt sie vor ihm weg und er folgt ihr bis in ihr Versteck. Dort angekommen, stellt sich heraus, dass das Mädchen nur ein Lockvogel war. Die Bewohner des Verstecks nehmen ihn gefangen und erwarten Antworten. Anscheinend hat er einige ihrer Familienmitglieder und Freunde auf dem Gewissen.
Danach kommt ein Cut und man befindet sich im Keller bei Mega. Sie wurde im Alter von ca. fünf Jahren vor der Tür der Enklave gefunden und wohnt seitdem zusammen mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe unter der Erde. Die Wissenschaftler kümmern sich um ihr Überleben und haben einige Strategien entwickelt, dass sie alle gut über die Runden kommen. Doch Mega ist unglücklich. Sie will raus, an die Luft und endlich wieder den Himmel sehen. Von der Enge und dem Eingesperrtsein hat sie die Nase voll. Ihr Wunsch soll allerdings schneller wahr werden, als ihr lieb ist.

Am Anfang war ich doch etwas verwirrt. Der Sprung war gar nicht so schlimm, nur springt es danach wieder zu Hagen, allerdings ein Stück in der Handlung zurück. Auch bei Mega ging es nicht unbedingt linear nach vorn. Da hätte ich mir bessere Markierungen gewünscht, so hat es mich am Anfang eher rausgebracht.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, aber nachvollziehbar..
Mega umhüllt ein großes Geheimnis. Sie kann sich an die Zeit vor dem Keller nicht mehr erinnern. Niemand weiß, wo sie herkam, wie sie draußen überlebt hat oder wie alt sie wirklich ist. Sie ist eine Kämpferin und Überlebenskünstlerin. Mit ihrer Situation ist sie meist unzufrieden, fühlt sich eingesperrt und sucht auch ein wenig nach dem Sinn in ihrem Leben. Ich konnte sie gut verstehen.
Später zeigt Mega dann Stärke und scheint sich an ihre Zeit vor dem Keller zu erinnern. Sie ist ein bisschen temperamentvoll und widerspenstig, am Anfang war das auch etwas schwierig. Sie will sich nicht an die Regeln im Keller halten. Später kam ich aber gut mit ihr aus.
Hagen ist ziemlich brutal und abgebrüht. Muss er als Anführer ja auch sein. Er ist fies, primitiv, grausam und ein Schwein, aber sein Plan geht auf. Irgendwie, so krank er auch rüberkommt, war er sogar der interessanteste Charakter. Er führt eine, im wahrsten Sinne des Wortes, kranke Truppe an, die man erst mal zusammen halten muss. Oft habe ich mich auch gefragt, wieso er sich das überhaupt antut.
Der Trupp ist wie beschrieben ein sehr geisteskranker Haufen, alle haben so ihre Eigenheiten und Macken und tragen so zu dem schlechten Bild, das der Leser vom Ödland bekommt, bei. Die Kellerbevölkerung ist dagegen richtig langweilig. Seltsam fand ich z.B, auch, dass die Gruppe seit mindestens einem Jahrzehnt zusammenlebt und die Wissenschaftler dennoch gesiezt werden. Doch auch sie haben alle so ihre Spezialgebiete und somit entsprechende Aufgaben. Mir kamen sie nur größtenteils sehr distanziert vor, insgesamt hätten sie auch eine Gruppe im Ödland sein können, bestehend aus Einzelkämpfern.

Der Schreibstil ist in Ordnung und lässt sich gut lesen. Es ist nur manchmal ein bisschen zu brutal, da muss man vielleicht auch mit rechnen, mir war es fast ein bisschen zu viel. Ansonsten ist es ganz spannend. Man weiß nur nicht genau, wo der Autor mit einem hin will. So konnte ich mir nicht vorstellen, wie Mega je wieder zurück in den Keller kommen sollte, allein schon wegen der Barrieren. Vor allem frage ich mich, wie sie die Ersatzteile finden soll, wenn der Funkkontakt abgebrochen ist und sie somit auch keine Möglichkeit hat, die Wissenschaftler zu kontaktieren. Dennoch ist es ganz interessant geschrieben und man fragt sich auch, was Hagen vor hat. Der Trupp scheint auf etwas zu warten, nur worauf?

Das Umfeld hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen. Die Darstellung des Ödlands und damit verbundene Probleme wurden gut dargestellt und eigentlich auch vieles angesprochen, worüber man sich vielleicht Gedanken machen würde. So passt der Trupp von Hagen auch gut hinein und selbst die Moorfestung ist richtig cool. So würde ich es mir eigentlich vorstellen. Auch der Roadtrip ist gut umgesetzt, mit ein paar tollen Szenen. Ich wollte schon, dass Mega es schafft. Wobei ich die Handlung in der Moorfestung sogar noch interessanter finde!

Ein wenig seltsam fand ich nur, dass Mega draußen auf Nahrungssuche gehen sollte, um Gewicht bei der Beladung des Fahrrads zu sparen. Nur geht sie nie auf die Suche, sondern radelt munter weiter. Auch haben die Wissenschaftler diverse Materialien beiseite gelegt, aber das scheint mir fast zu weise. Wirklich viel erfährt der Leser nicht über die Katastrophe, nur, dass es nach einer halben Stunde vorbei war. Wie viel Vorbereitungszeit hatten sie also. Diese Punkte haben mich beim Lesen etwas stutzig gemacht, aber nicht weiter gestört. Erst beim Schreiben der Rezension wurden mir die Ungereimtheiten klar. Und eine Frage blieb bestehen: Was ist mit der Strahlung passiert?

Das Ende kam dann etwas plötzlich. Die Handlung überschlägt sich und dann ist es auch schon vorbei. Es bleiben sehr viele Fragen offen, sowohl in der Festung als auch bei Mega. Mir schien die Lösung dann etwas zu simpel, aber das mag jeder anders sehen. Insgesamt endet es mit einem Cliffhanger, der fast alles offen lässt. Weiter lesen werde ich in jedem Fall, aber vielleicht nicht gleich morgen.

Fazit:
Auch wenn ich viel zu bemängeln hatte, konnte mich das Buch doch in seinen Bann ziehen, wofür vor allem das ungewöhnliche Setting im Moor verantwortlich ist. In der Romanidee steckt viel Potential, dass man noch besser umsetzen könnte. Insgesamt eine interessante Endzeit-Story.

Solide 3 von 5 Punkten!
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am 30. Oktober 2012
Vierzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Zivilisation lebt eine kleine Gruppe von Überlebenden abgeschottet von den vielfältigen Gefahren der Außenwelt im Keller einer alten Universität. Unter ihnen ist die neunzehnjährige Mega, die als kleines Mädchen mehr tot als lebendig vor dem Eingang der Enklave aufgefunden wurde. Niemand weiß, woher sie kam oder wer sie ist. Auch Mega selbst hat keine Erinnerung an ihr Leben vor der Zeit im Keller. Im Gegensatz zu den im Untergrund geborenen Kindern, weiß sie jedoch genau, dass die Außenwelt wirklich existiert. Und seit sie denken kann, pulsiert in ihr die Sehnsucht, diese Welt wiederzusehen…
Eines Tages bekommt sie tatsächlich die Gelegenheit dazu. Um die gesamte Gruppe zu retten, muss sich einer von ihnen in die gefährliche Außenwelt wagen. Es gibt Gerüchte von einer weiteren Siedlung weit im Osten, wo sie möglicherweise Hilfe bekommen würden. Mega hat als Einzige die nötige körperliche Verfassung und so fügt sie sich schließlich dem Schicksal und macht sich auf, das Ödland, das an der Oberfläche auf sie wartet, zu durchqueren.

Mit "Der Keller" präsentiert Christoph Zachariae den ersten Band seiner neuen, vierteiligen Endzeit-Reihe ÖDLAND und entführt seine Leser in eine wahrhaft düstere Zukunft. Die Erde ist nahezu menschleer, nur vereinzelt leben kleine Gruppen in nur notdürftig geschützten Gebieten. Das Überleben ist ein täglicher Kampf, denn die Natur ist 40 Jahre nach dem Zusammenbruch so gut wie ausgebeutet. Ruinen, zerstörte Straßen und Autowracks prägen das Landschaftsbild, immer wieder stößt man auf Leichen. Menschen, die den Kampf gegen Hunger, Kälte oder die Artgenossen verloren haben. Christoph Zachariae gelingt es mit ausdrucksstarken Worten diese Welt vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. So leblos und leer sie auf den ersten Blick auch erscheinen mag, erhellt sie doch auch der ein oder andere winzige Hoffnungsschimmer. Man kann sich der bedrohlich düsteren Stimmung nur schwer entziehen und oft meint man, an der Seite der Protagonisten durch die weite Ödnis der Welt zu reisen.
In zwei verschiedenen Handlungssträngen vermittelt der Autor seinen Lesern einen Eindruck vom harten Leben der wenigen noch existierenden Menschen. Zum einen lernt man die junge Mega kennen, die nach ihrer Rettung relativ behütet inmitten einer bunt gemischten Gruppe aufwuchs. Betreut von einigen Wissenschaftlern geht es den Menschen im Universitätskeller recht gut. Für uns lebenswichtige Selbstverständlichkeiten wie Sonnenlicht, frische Luft oder einfach die Freiheit, dorthin zu gehen, wohin man will, fehlen jedoch und lassen die auf den ersten Blick behagliche Enge des sicheren Kellers manches Mal erdrückend erscheinen.
Zum anderen begleitet man an der Erdoberfläche Hagen, den Führer einer kleinen Einheit von kampferprobten Männern, bei seinem täglichen Kampf ums Überleben. Das Ödland fordert den Menschen alles ab, auch Emotionen wie Mitgefühl oder Barmherzigkeit. Wenn man am Leben bleiben will, sind andere Dinge wichtig. Hagen und seine Anhänger wissen dies genau und handeln dementsprechend. Ihre verdrängten Emotionen treten als erbarmungslose Grausamkeit zutage, die jeden trifft, der sich ihnen in den Weg stellt.
Von Anfang an ist klar, dass es eine Verbindung zwischen Mega und Hagen geben muss, doch wie diese aussieht, erfährt man in diesem Band noch nicht. Hauptsächlich geht es darum, die Charaktere, ihr Umfeld und ihr Leben zu begreifen. Zachariae nimmt sich Zeit für seine Protagonisten und gibt ihnen Raum, sich vor den Augen des Lesers zu entfalten. Man merkt, hinter der sichtbaren Fassade steckt viel mehr, als man im Moment erahnen kann und so darf man gespannt sein, wie sich im Verlauf der folgenden drei Bände alles entwickelt.
Dieser Reihenauftakt punktet auf jeden Fall mit seinem grandios inszenierten Setting einer apokalyptischen Welt und einer interessanten wie spannenden Story, die durch Charaktere mit Tiefgang belebt wird. Wenn man wirklich etwas an diesem Buch kritisieren möchte, dann bleibt einem höchstens sein Ende. Einen fieseren Cliffhanger kann man sich kaum vorstellen, die Neugier auf Band II steigt schlagartig ins Grenzenlose. Was somit ja durchaus ein weiterer Pluspunkt wäre...

Besonders für Liebhaber von dystopischen Romanen, aber auch jeden, der packende, hintergründige Storys liebt, eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits.
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am 5. Februar 2016
Alles ist zerstört, zerfallen, verseucht und dreckig. Seit einer Katastrophe vor rund 40 Jahren gibt es keine Bäume mehr, kein Grün und auch kaum noch Menschen. Die letzten Überlebenden haben sich in Siedlungen oder unterirdischen Bunkern verschanzt, so auch die 19jährige Mega. Als langsam die Ersatzteile für die lebensnotwendige Wasseraufbereitungsanlage ausgehen, wird Mega von ihren Leuten auf eine äußerst riskante Außenmission ins lebensfeindliche Ödland geschickt. Eine Aufgabe, die von vornherein zum Scheitern verurteilt scheint, denn im Ödland lauern überall feindlich gesinnte und unberechenbare Banditen, wie z.B. Hagen und seine Truppe.

"Ödland Erstes Buch Der Keller" ist der Auftakt der 4teiligen dystopischen Reihe von Christoph Zachariae. Ein spannender und temporeicher erster Teil, der sehr flüssig geschrieben ist und sich gut lesen lässt. Viel erfährt man aber nicht über die Hintergründe der zugrunde liegenden Katastrophe, die war eben einfach da. Zudem gibt es auch ein paar Logiklöcher z.B. betreffs Nahrungsbeschaffung oder warum es überhaupt so viele Straßensperren gibt, wenn eh alles menschenleer ist.

Am Anfang hatte ich auch ein paar Probleme mit den verschiedenen Perspektiven und Zeitwechseln, so ist Mega erst 19 Jahre und dann 3 Sätze danach auf einmal 7 Jahre. Die Verwirrung legte sich dann aber später, weil ab der Mitte des Buches endlich ein kleiner Zusammenhang zwischen Megas und Hagens Geschichte erkennbar ist.

Megas Storyline hat mir insgesamt ganz gut gefallen, die junge Frau ist sympathisch und ich bewundere ihren Mut und ihre Stärke. Außerdem umgibt sie ein Geheimnis, welches im ersten Band aber noch nicht enthüllt wird und durch den großen Cliffhanger am Ende neue Nahrung erhält.

In keinster Weise sympathisch fand ich dagegen Hagen und seine Leute. Klar ist das eine düstere Endzeitgeschichte und kein Friede-Freude-Eierkuchen - Buch, doch die extreme Darstellung und genaue Beschreibung von Gewalt und Folter war leider so gar nicht mein Fall, aber da bin ich vielleicht als Frau etwas zu empfindlich.

Insgesamt konnte mich "Ödland Erstes Buch der Keller" daher noch nicht wirklich überzeugen, das Buch ist aber trotzdem kein schlechter Start. Die Geschichte hat viel Potential und ich bin gespannt, welches Geheimnis Mega letztendlich umgibt.
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am 8. Februar 2013
Nach dem Kollabieren der uns bekannten Welt könnten die Umstände, in denen die beiden Protagonisten Mega und Hagen ihr Überleben meistern, unterschiedlicher nicht sein. Während die neunzehnjährige Mega, in einer geregelten Welt und einem respektvollem Miteinander, in einem Keller einer alten Universitätsruine aufwächst, kämpft Hagen um die Erhaltung seines Status, als Anführer einer erbarmungslosen Meute, die jegliche Schwäche gnadenlos auszunutzen weiß.

Das Leben in der vermeintlich sichergeglaubten Kellerfestung ist auf lange Sicht gefährdet und um dieses Problem einer Lösung zuzuführen, übergeben die überalteten Bewohner die Verantwortung in die Hände Megas. Dies bedarf des Aufbrechens in den gefährlichen Parcours des Ödlands.

Besonders anzumerken ist die Tiefe der Charakterzeichnung und deren Entwicklung. Es erscheint mir fast so, als begleiteten wir diese junge Frau stetig am Abgrund zur dunklen Seite und ich bin sehr gespannt, wie sie sich im weiteren Verlauf entwickeln wird. Sie selbst ist verblüfft über eigene Reaktionen. Dem gegenüber steht Hagen, welcher den Eindruck hinterlässt, bisweilen gern anders agieren zu wollen. Nur die Folgen dessen sind ihm sehr wohl bewusst.

Das Tempo und die Dramatik nehmen im letzten Drittel des Buches rasant zu und alles was bleibt ist die Frage nach dem hoffentlich bald erscheinenden Nachschub.
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Inhalt
Die 19 jährige Mega wächst in unteririschen Kellern einer alten Universität auf. Dort wurde sie als kleines Mädchen von einigen noch lebenden Wissenschaftler aufgenommen, welche sich nach dem Zusammenbruch der Zivilisation dort versteckt halten. Keiner weiß woher sie kommt oder wer sie ist, sie selbst kann sich auch an nichts mehr erinnern. Sie weiß nur, das eine Außenwelt existiert und verspürt den Drang, wieder noch draußen zu gehen. Diese Chance bekommt sie auch, als fest steht, das die Wasseraufbereitungsanlage nicht mehr lange durchhält. Irgendjemand muß raus und die Ersatzteile holen. Da die meisten Bewohner des Keller allerdings zu jung oder zu alt sind, fällt die Wahl auf Mega.

Meinung
Die Geschichte ist von Anfang an ziemlich spannend geschrieben. Teilweise sogar sehr brutal beschreibt der Autor das Leben im Keller und zeitgleich auch von einem versteckten Lager im Moor. Das Buch ist somit in zwei Handlungsstränge eingeteilt, einmal aus Sicht von Mara und einmal aus Sicht von Hagen, der sich im Ödland als Chef einer brutalen Gruppe durchsezten muß. Beide sind aber so gestaltet, das man durchaus mitkommt und sich immer wieder in die verschiedenen Teile versetzten kann. Der Schreibstil ist flüssig und einfach, viele kurze Sätze runden das Ganze ab. Die 257 Seiten gingen schnell zu lesen.

Man erfährt aber leider nur sehr wenig, warum die Zivilisation zusammengebrochen ist, und sich die überlebenden Menschen verstecken müssen. Auch über die noch lebenden einzelnen Gruppierungen außerhalb des Kellers wird wenig geschrieben. Ich hätte mir gewünscht, noch mehr über dies zu erfahren. Was mich aber am meisten geärgert hat, war das abrupte Ende. Schrecklich ein Buch so zu beenden. Der zweite Teil muß schleunigst her.

Diese Dystopie kann man mit keiner anderen vergleichen, eigentlich geht es ja in jeder um das selbe, aber hier sticht vorallem das Brutale und die Gewalt in einigen Szenen hervor. Diese werden auch noch so genau beschrieben, das ein Kopfkino entsteht, bei dem es einem manchmal wirklich graut. Sogar mir als eingefleischte Horrorfanatikerin, stellten sich da die Haare auf.

Was mich etwas fasziniert hat ist, das die Wissenschaftler im Keller trotz der wenigen Materialien die sie haben, oder noch hatten, ein solch ausgeklügeltes Fahrzeug wie dieses INDU erschaffen zu haben. Auch waren ja einige Kellergewölbe top modern eingerichtet und ausgestattet. Wie kann sowas sein?

Jetzt noch zu den Hauptprotagonisten. Mega ist ein sehr sympathisches Mädchen, das aber durchaus auch ihren eigenen Kopf hat und viel Willenstärke besitzt. Hagen, kommt mir brutal vor und manchmal scheint es so, als wollte er seine Handlungen nicht so treffen, wie seine Entscheidung dann aber ausfällt. Trotzdem verbindet beide irgendetwas. Hoffentlich erfährt man da im zweiten Teil mehr darüber.

Cover
Das Cover gefällt mir ganz gut, es sieht mystisch und dunkel aus. Die Farben sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Fazit
Eine spannende Dystopie mit einigen grausamen Elementen, welche aber durchaus gut zu lesen ist. Meines Erachtens nicht so als Jugendlektüre geeignet, trotzdem aber lesenswert ist. Es hat viel Potenzial, das aber durchaus noch mehr ausgeschöpft werden kann. „Ödland Erstes Buch Der Keller“ erhält von mir 3,5 Sternen.
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am 14. Dezember 2014
Aufgrund der Länge des Klappentextes dachte ich zunächst, dass bereits die Hälfte des Inhalts vorweggenommen wurde. Doch zum Glück war es nicht so. Der Autor erklärt im Groben die Ist-Situation und wie es dazu kam, keine Details über den Inhalt.

Mega, die Hauptprotagonistin, ist ein impulsiver, aber gutmütiger Mensch. Von Anfang an war meine Wahrnehmung, dass sie sich wie ein Tiger im Käfig fühlt, immer ein wenig ruhelos. Als Leser erfährt man sehr viel über sie und die Enklave in der sie lebt. Nun, nachdem ich das Buch beendet habe, wurde mir klar, dass auf dem Cover sehr deutlich die Sehnsucht gezeigt wird, mit der Mega die Welt außerhalb des Kellers betrachtet.

Hagen, ein weiterer Protagonist, gehört nicht zu Megas Enklave, sondern führt eine eigene Truppe an. Was es mit ihm auf sich hat und wie die Verbindung zu Mega ist, wird leider nicht verraten. Das ist leider auch mein größter Kritikpunkt. Ich habe den Sinn nicht verstanden, Hagen in dieses Buch mit einzubeziehen. Ich hoffe, dass sich das Geheimnis in Band zwei lüftet.

Anfangs habe ich mich mit den Perspektivenwechseln schwer getan, da sie ohne eine ersichtliche Abgrenzung erfolgten. Auch den Zeitsprüngen war nur schwer zu folgen, sodass ich einige Male ins Straucheln geriet. Doch nach einer Weile habe ich mich an die Geschwindigkeit der Wechsel gewöhnt und es störte mich nicht mehr.

Das Ende des ersten Bands der Ödland-Reihe macht sehr neugierig auf den, bereits erschienenen, zweiten Teil „Das Versteck im Moor“, lässt aber auch viele Fragen zu Verbindungen zwischen den Protagonisten offen. Trotz der von mir genannten Schwächen möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Copyright © 2014 by Rebecca H.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Oktober 2014
Inhalt:
Vierzig Jahre ist es her, seit die Welt unterging. Die wenigen Überlebenden leben versteckt voreinander in Enklaven. Hunger und Entbehrungen zeichnen ihren Alltag - genau so wie der Krieg um die letzten Nahrungsmittel und Waffen. In einer Enklave, im Keller, lebt Mega. Sie kam zu ihnen, als sie sechs war. Niemand weiß woher, doch niemand traut ihr hundertprozentig. Doch Mega selbst weiß auch nicht, was davor war. Doch sie weiß, sie will raus aus dem Keller. Und als sich ihr die Gelegenheit bietet, greift sie zu. Doch das, was sie im Ödland erwartet, ist nicht das, was sie sich ersehnte.

Meine Meinung:
Ich bin ein bisschen zweigeteilt. Auf der einen Seite haben wir eine dystopische Geschichte, die wirklich düster und hoffnungslos ist. Sie reißt einen mit, in ihren Erzählungen. Leicht sind sich Leute und Gegebenheiten vorzustellen. Fast kann man das aussichtslose Gefühl greifen, fühlt die Enge des Kellers, versteht Megas Sehnsucht nach außen und fürchtet sich gleichzeitig davor.

Auf der anderen Seite gibt es da noch eine zweite Geschichte. Die von Hagen. Ein Kämpfer, ein Führer, ein Mörder. Skrupellos führt er seine Truppen. Tod und Angst verbreitend holen sie sich alles, was sie haben wollen. Dieser Teil der Geschichte gefällt mir nicht so gut, zu brutal ist mir, was sie anstellen, zu gewissenlos. Hier geht es nicht ums Überleben, diese Menschen sind einfach von Grund auf schlecht. Das an sich wäre aber noch nicht mal das schlimme gewesen.

Viel irritierender ist, dass man den Zusammenhang zwischen den Geschichten erst nach und nach versteht .. oder zumindest erahnt. Lange dauert es, bis ich begreife, dass Hagens Geschichte lange vor der aktuellen von Mega spielt und dennoch mit ihr zusammenhängt, verstehe aber nicht die Erinnerungen von Mega jetzt an ihre Zeit, seit sie im Keller ist und das was davor geschah. Es bleibt mir auch bis zum Ende ein Rätsel. Dafür braucht es wahrscheinlich den nächsten Teil. Doch bin ich mir nicht sicher, ob ich den wirklich lesen möchte. Was, wenn ich es dann immer noch nicht verstehe? Wenn ich auch noch den dritten und vierten Teil brauche, nur um zu verstehen, in welcher Reihenfolge hier was erzählt wird ...

Megas Reise an sich finde ich mitreißend und spannend .. und dennoch gibt es Teile, die mir nicht gefallen. Muss ich als Leser wirklich jeden einzelnen Handgriff wissen, den es braucht, um ein Gefährt zu zerlegen? Dass Mega es wissen muss ist klar, aber ich als Leser? Das sind Momente wo ich abschweife ... genau wie, wenn ich wieder mal bei Hagen bin. Ich mag Hagen nicht und seine Leute noch viel weniger. Ich mag die Folterungen nicht, die er vollzieht und kann seine bruchstückhaften Erinnerungen an Mega nicht verstehen ... es ist und bleibt verwirrend für mich.

Trotzdem lese ich immer weiter in der Hoffnung, Klarheit zu bekommen, dass sich etwas wandelt. Ich mag Mega und begleite sie gern. Auch wenn es Situationen gibt, wo ich auch sie nicht wirklich verstehe, wo auch hier eine Erklärung fehlt, die vielleicht noch folgt, vielleicht auch nicht.

Doch obwohl es so viel verwirrendes gab, gefiel mir der Schreibstil des Autors ausgesprochen gut. Er ließ mich nicht los, ich wollte immer wissen, wie es weiter ging. Doch meiner Meinung nach hätte es hier und da vielleicht etwas weniger mysteriös besser getan, damit man wirklich überzeugt ist, nun zum zweiten Teil greifen zu wollen. Derzeit bin ich ehrlich gesagt unschlüssig und warte, ob ich neugierig genug bin, es zu tun, oder ob sich das Quäntchen Neugier in der Zeit verliert ..

Fazit:
Eine düstere Atmosphäre, die wirklich mal eine abwechslungsreiche Dystopie bringt. Eine mitreißende Geschichte einer Protagonistin. Leider vermischt mit einer zweiten Geschichte, die mir persönlich oft zu wirr war und zu grausam. Das lässt mich etwas gespalten zurück, ob mir das Buch gefällt oder nicht. Ich würde aufgrund des mitreißenden Schreibstils des Autors zu 3,5 tendieren - muss jedoch runden - für 4 reicht es mir einfach nicht, daher vergebe ich nur eine 3.
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TOP 500 REZENSENTam 4. September 2014
Das Cover stimmt schon perfekt auf das Buch ein: wir sehen Mega, wie sie aufmerksam den Blick über das trostlose Ödland mit seinen tückischen, versteckten Gefahren schweifen lässt. Die Welt ist grau in grau, aber am Horizont bricht durch den schmutzig-dunklen Himmel widerspenstig die Sonne.

Und genau das macht meiner Meinung nach auch das Buch aus. Einerseits die Trostlosigkeit, der kompromisslose Tod der Welt, wie wir sie heute kennen, der brutale Kampf ums Überleben, der aus Menschen oft gnadenlose Monster macht... Und andererseits die Hoffnung, dass es da doch noch etwas gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt - wofür es sich zu leben lohnt.

Auch die Handlung spiegelt diese Gegensätzlichkeit wieder, denn grob gesagt ist sie aufgeteilt in zwei Handlungsebenen mit zwei völlig unterschiedlichen Protagonisten. Einmal haben wir da Mega, die junge Frau, die im Keller einer versteckten Enklave aufgewachsen ist, in ständigem Halbdunkel und flüsternder Stille, um keine Ödlandpiraten anzulocken. Sie ist allerdings nicht im Keller geboren worden, und sie hat sich auch nie wirklich in diese versteckte, gedämpfte Halbexistenz fügen können. Aber dennoch sind ihr die Menschen, mit denen sie so viele Jahre auf engstem Raum gelebt hat, genug ans Herz gewachsen, um eine Rettungsmission zu riskieren, die einem Selbstmordkommando gleichkommt. Mega ist eine Figur, mit der man sich identifizieren und mit der man mitfühlen kann, die einem sympathisch ist und der man nur das Beste wünscht - auch, oder vielleicht weil sie nicht perfekt ist, aber immer ihr Bestes gibt.

Die andere Handlungsebene wird aus Sicht von Hagen erzählt, der das Schlechteste dieser postapokalyptischen Welt verkörpert. Gewalt um des Überlebens willen, aber auch Gewalt um der Gewalt willen. Totale Verrohung, absolute Gewissenslosigkeit, eine deprimierende Verachtung gegenüber der Unantastbarkeit des Lebens. Wo man gerne und bereitwillig mit Mega mitfühlt, würde man sich Hagen gegenüber am Liebsten verschließen und ihn nicht an sich heranlassen, denn er kommt einem manchmal vor wie das schiere Böse... Und dann erschrickt man noch mehr, weil er dennoch menschlich ist - und das vielleicht heißt, dass dieses Potential zum Bösen in jedem Menschen steckt.

Überhaupt ist die Welt von "Ödland" dreckig, roh, brutal und gnadenlos. Der Autor schont den Leser nie, und manche Szenen sind schwer zu ertragen. Nichts für Zartbesaitete! Manchmal war mir das zuviel und schien keinen anderen Zweck zu erfüllen, als wieder und wieder klarzumachen, wie unglaublich böse die Bösen in dieser Welt sind... Aber spannend war die Geschichte für mich immer, sogar in den langsamen und eher ruhigen Szenen, die Megas Leben im Keller beschreiben. Gerade die erschienen mir manchmal bedrückend eindringlich und fesselnd!

Endzeitromane gibt es viele, und das grundlegende Thema von "Ödland" ist vielleicht nicht neu: der Protagonist (in diesem Fall unsere junge Heldin Mega) muss sich durch eine verkommene, feindliche Welt schlagen, um ihrem Volk / ihrer Siedlung / ihrer Familie die Rettung zu bringen. Was mich aber von der ersten Seite an hat aufhorchen lassen, war der Schreibstil, der dem Ganzen eine originelle Prägung aufdrückt. Wobei der Schreibstil genauso widersprüchlich ist wie es die Protagonisten sind! Mal malt der Autor mit beinahe poetischen Worten eine Szene mit dichter Atmosphäre, dann haut er einem abgehackte, schmucklose Sätze um die Ohren.

Oft passten Tempo und Schreibstil für mich wunderbar zu der beschriebenen Szene, und dann war ich vom Schreibstil sehr beeindruckt. Aber es gab auch Szenen, wo die Puzzleteilchen für mich nicht so richtig ineinandergreifen wollten. Entweder war mir dann das Tempo zu abrupt für eine eigentlich ruhige Szene, oder die Sätze zu schlicht, wo ich gerne mehr Atmosphäre gespürt hätte... An diesen Stellen fühlte ich mich manchmal etwas aus der Geschichte geworfen. Dennoch würde ich den Schreibstil im Großen und Ganzen als Pluspunkt verbuchen, denn zumindest ist er etwas ganz Eigenes, was mir nie langweilig wurde.

Ich habe beim Lesen öfter innegehalten und mich gefragt: ist das wirklich logisch? Macht es zum Beispiel Sinn, dass eine kleine versteckte Siedlung einerseits ein relativ komplexes Fahrzeug produzieren kann, andererseits aber anscheinend keine Ersatzteile? Oder die Ödlandräuber, von denen Mega einer erstaunlichen Vielzahl begegnet. Wovon leben die eigentlich? Ja, sie überfallen Reisende, aber in dieser Welt besitzt doch niemand mehr irgendwas von Wert! Es scheint nur eine Handvoll Siedlungen zu geben, in denen noch ein paar karge Gemüsebeete bestellt werden, aber ansonsten scheint es keine Möglichkeiten zu geben, Lebensmittel zu produzieren. Und auf diese Handvoll Siedlungen kommen wer weiß wieviele Räuberbanden, die selber nur Ressourcen verbrauchen, aber keine erzeugen! Oder die Tatsache, dass Mega gesagt wird, sie darf nur 500g an Lebensmitteln mitnehmen, aber sie hat anscheinend genug Nahrungsmittelkonzentrat für das ganze Buch dabei. Überhaupt - wie soll das funktionieren, wenn ihr dieses Zeug mal ausgeht? Wo soll sie Essen herbekommen? Es wächst ja nirgendwo was, Nutzvieh scheint es gar nicht mehr zu geben, und die Ruinen der Supermärkte und Läden wurden in den letzten Jahrzehnten ratzfatz ausgeräubert... So richtig überzeugt hat mich das nicht. Es ist gut möglich, dass der Autor sich zu diesen Dingen logische Erklärungen überlegt hat, aber für mich als Leser war es einfach nicht nachvollziehbar.

Auch ein bisschen unangenehm aufgefallen sind mir die zahlreichen Kommafehler - das ist natürlich keine Katastrophe, stört aber schon manchmal den Lesefluss.

Fazit:
Ein spannender, kompromissloser Endzeitroman aus Sicht einer mutigen jungen Heldin - und eines skrupellosen Antihelden. Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, auch wenn mir die Gewalt zum Teil etwas extrem war, nur gab es viele inhaltliche Ungereimtheiten, die mich ins Grübeln gebracht haben.... Der Schreibstil hat mich meist überzeugt, ist aber sicher nicht jedermanns Sache. Deswegen würde ich empfehlen, erstmal die Leseprobe zu lesen!
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