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Kundenrezensionen

2,4 von 5 Sternen
66
2,4 von 5 Sternen
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am 20. Dezember 2013
… kann man einen DeLillo überhaupt verfilmen? Jein. Cronenberg hält sich strikt an die literarische Vorgabe, was in diesem Fall auch Sinn macht, weil jede Abweichung die Substanz des Romans verringern würde. Insofern hat er das Buch "kongenial" vefillmt, nicht mehr und nicht weniger. Dafür sollte es eigentlich 5 Sterne geben, aber gemessen am Buch fällt der Film doch um einiges ab. Hier offenbart sich vielleicht die Begrenzung des Mediums Film, das mit fertigen Bildern arbeitet, im Gegensatz zum gedruckten Wort, das die Bilder im Kopf entstehen lässt.
Dass der Film derartig polarisiert, muss wohl daran liegen, dass sich viele Leute etwas gänzlich anderes erhofft haben. Wer die Romanvorlage nicht kennt, sollte zumindest ein reges Interesse an "experimentellem" Kino mitbringen. Cosmopolis strengt an, bietet keine Identifikationsfiguren, und geht trotzdem oder gerade deswegen unter die (Gehirn-)Haut. Interessant auch die Tatsache, dass DeLillo in seinem Roman den Bankencrash und die Occupy-Bewegung vorweg genommen hat. Die innere Leere von Eric Packer, seine spastischen zwischenmenschlichen Beziehungen, seine Isolation in der schalldichten Stretchlimo, das sind Metaphern für eine abgehobene Elite, die jeden Maßstab verloren hat. Pattinson bringt das überraschend gut rüber, aber die eigentlichen schauspielerischen Highlights teilen sich Juliette Binoche als durchgeknallte Kunsthändlerin und der furchterregend intensive Paul Giamatti als personifizierte Nemesis.
Mein kleines Fazit: Freunde des reinen Unterhaltungskinos -- Finger weg! Freunde von DeLillos Büchern und Leute, die bei einem Film hin und wieder die Herausforderung suchen -- hier liegt ihr nicht falsch.
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am 5. Februar 2013
Ich bin hier eigentlich schon am Buch gescheitert. Dachte mir dann, der Film ist weniger verwirrend und ich verstehe es vielleicht besser. Tja was soll ich sagen. Ich bin so froh, dass Robert Pattinson so hübsch ist :D Auch nach öfteren Anschauen verstehe ich diesen Film nicht. Ich bin zu wahrscheinlich zu unintelligent dafür, aber ein Robert Fan und daher musste ich diese DVD unbedingt haben, da das Bonusmaterial einzigartig für mich ist. Denke aber, es ist sicher eine absolute schauspielerische Leistung und auch ein sehr guter Film, wenn man in der Finanzwelt zuhause ist. Leider steige ich immer wieder aus, aber der Schluss hebt vieles wieder auf und ist für nicht so fachbezogene Menschen wie mich wieder ein Lichtblick.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2012
PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung (Review):

- BILD: neutrales Bild ohne Schwächen, plastisch, gutes Schwarz
- TON: gute Abstimmung Dialog/Musik, wenig räumlich, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Interviews vom Set, B-Roll, Premiere Berlin, Extra Interviews mit Robert Pattinson und David Cronenberg, Trailershow (teilweise in HD)
- SONSTIGES: FSK 12 uncut, entspricht der ungekürzten US R-Rated Fassung, Wendecover (ggfs. nur Teil der Erstauflage)

FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung (Review):

Filmzitat: Gast: "Ich habe eine asymetrische Prostata........Eric Packer: Ich auch, und was bedeutet das jetzt ?"

Vorab muß ich ausnahmsweise gleich eine Warnung aussprechen: Wer von dem Trailer angelockt einen rasanten Techno-Future-Thriller mit Effekten oder Action a la INCEPTION oder alternativ eine interessante Hedonisten Story wie in AMERICAN PSYCHO o.ä. erwartet sollte sein Interesse noch mal schnell überdenken, es sei den er ist wie ich Cronenberg Komplettist. Die Szenen des Trailers sind fast sämtliche Aktionszenen die extrem gut geschnitten ein Tempo und eine rasante Handlung vortäuschen, die so nicht im Film stattfindet. Diese besteht nämlich zu 95% der Laufzeit aus auf den ersten Blick wirr und zusammenhanglos wirkenden Dialogen zwischen dem Hauptdarsteller und einer Reihe von wechselnden Personen.

David Cronenbergs Filme haben fast immer die Seher polarisiert. Von "Meisterwerk" bis "Schund" war schon öfters die Rede und auch in Cannes wurde COSMOPOLIS so oder ähnlich bezeichnet. Es handelt sich tatsächlich um ein unbequemes und dialoglastiges Werk was an sich noch kein Problem ist. Ich kann beide Sichtweisen verstehen, denn die über weite Strecken dem gleichnamigen Buch 1:1 übernommenen pseudo-philosophischen Dialoge spielen sich circa zur Hälfte als „Kammerspiel auf Rädern“ in der Limousine des Hauptdarstellers Robert Pattinson ab. Diese über die Maßen eingesetzte Dialoglastigkeit, die begrenzten studioartigen Räume und die ungewohnten Kameraeinstellungen fordern die Geduld des ungeübten Zuschauers schon nachhaltig.

Die Story (ohne SPOILER!) ist dem Buch von Don DeLillo entnommen und hört sich relativ wirr an, eine stringente Handlung wird der ein oder andere Zuschauer schmerzlich vermissen und so besteht auch keine Gefahr viel zu verraten: Milliardär und Börsenspekulant Eric Packer (Robert Pattinson) will einen neuen Haarschnitt und ist dazu in seiner Luxuslimousine unterwegs. Die Stadt ist sehr voll, der Präsident und ein Trauerzug um einen toten Musiker sind auch unterwegs, und zudem glauben seine Leibwächter, dass ein Attentat auf den Präsidenten und später auch Packer geplant ist. Im Laufe der Reise ergeben sich eine Reihe von nicht enden wollenden ungewöhnlichen Gesprächen und Begegnungen......

Vieles wirkt jedoch gewollt grotesk und man hat kaum Zeit die vielfältigen Worte, Metaphern und Bilder für sich zu ordnen. Dennoch ist es Cronenberg gelungen, die vom Buchautor Don DeLillo geschaffene pessimistische und zynische Dystopie und Kapitalismuskritik zu in einen sehbaren Film zu packen. DeLillo hat vor ca. 10 Jahren die heute sehr aktuell im Rampenlicht stehenden Perversionsformen des spekulativen Investmentbankings und der Occupy-Gegenbewegung vorweggenommen. Cronenberg setzt dies allerdings wieder in gewohnter Manier sehr unbequem und sperrig um lässt und den Zuschauer mit seinen Interpretationsmöglichkeiten weitgehend allein.

Was im Buch noch funktionierte stößt in COSMOPOLIS allerdings auf seine Grenzen in der Darstellung und Wirkung. Und das hat vornehmlich erst einmal nichts mit der Performance des blass-hübschen Overground-Jung-Vampirs Pattinson zu tun. Er wie auch Juilette Binoche machen ihre Sache angesichts des schwierigen setups noch sehr gut. Doch nicht nur die Kulissen aus dem Auto heraus gesehen wirken seltsam künstlich und distanziert. Sämtliche rare Interaktion mit z.B. den Globalisierungsgegnern wirkt nicht stimmig und inszeniert.

Die sehr spärlich eingesetzte elektronisch-spährische Musik unterstreicht noch die Längen die in den Dialogen auftreten können und vor allem im finalen Schlussdialog wird der Zuschauer noch mal auf das Äußerste in seinem Durchhaltevermögen gefordert. Aufgrund des episodenhaften Charakters im meist eng begrenzten Raum des Autos oder anderen Räumen bleibt nicht viel Identifikationsfläche mit den Figuren übrig, die beim Zuschauer eine emotionale Bindung hätte schaffen können. Aber ohne diese oder adäquate inhaltliche Ankerpunkte oder übergeordnete Themen die den Zuschauer fesseln hat es ein Film sehr schwer. So auch COSMOPOLIS. Für mich als Cronenberg-Komplettist schafft er es nach dem zuletzt auch durchwachsenen EINE DUNKLE BEGIERDE erneut nicht eine vorbehaltlos anzuerkennende Leistung abzuliefern.

3,5/5 Urologen....äh,....Sternen
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am 10. September 2012
David Cronenberg ist Filmkennern ein Begriff. Verantwortlich zeigt er sich für Kultfilme wie "Videodrome","Die Unzertrennlichen" oder "Die Fliege". Diese Filme fielen meist enorm blutig, stellenweise krank und vorallen als Geschmacksfrage aus. Doch diese Elemente fehlten in den letzten Filmen Cronenbergs welche meist untypische Thriller wie "Tödliche Versprechen" oder "Eine dunkle Begierde" waren. Sein neuster Film "Cosmopolis" ist dann wieder ein Schritt in Richtung des Old School Cronenberg und dennoch ist die Adaption von DonDe Lillos Börsen Satire etwas ganz anderes.

Story
Der ultrareiche Börsenspekulant Eric Packer ist in einer gepenzerten Limousine auf den weg zum Friseur. Auf seinem Weg begegnet er Demonstranten, Menschen die mit Ratten um sich werfen, einer Beerdigung auf der Straße und auch in der Limo selbst spielen sich bald allerlei verrückte Dialoge ab. Doch all das scheint an Packer spurlos vorbei zu gehen. Er will nur einen Haarschnitt.

Vorneweg : Der Trailer zu dem Film vermittelt ein völlig falsches Bild von dem Film. Action ist in diesem Film nicht zu finden, sogar Spannung bleibt über weite Strecken aus. Der Film ist ein Kammerspiel da sich fast der gesamte Film in Packers Limousine abspielt. Der Film eine Aneinandereihung von endlos scheinenden Dialogen. Mal unterhält sich Packer mit seinen Mitarbeitern, seiner Frau, seiner Geliebten, seinen Leibwächtern. Die Dialoge scheinen keinen Punkt zu haben. Sie sind nicht logisch und ergeben in den seltesten Fällen überhaupt einen Sinn.

Dadurch wird "Cosmopolis" zu einem enorm anstrengenden Film der niemals jedem gefallen kann. Zugegeben : Leicht macht es Cronenberg dem Zuschauer nicht. Denn er würzt seinen Film mit enorm befremdlichen Szenen. Dabei gehört eine Prostatauntersuchung inklusive dem immer wieder auftretenden Satz "Meine Prostata ist assymetrisch" noch zum normalsten. Doch als Zuschauer muss man hinter die Intention des Filmes blicken um ihn zu erfassen.

Cronenberg zeichnet ein verstörendes, stilles Bild der Welt der Superreichen ab. Oft fragt man sich als Zuschauer ob Packer überhaupt irgendeinen Bezug zum Rest der Welt hat. Selbst als auch sein Vermögen beginnt sich aufzulösen oder ein Attentäter Mordanschläge auf ihn plant interessiert ihn das kein bisschen. Alles was er will ist ein Haarschnitt. Das ganze gipfelt im finalen Dialog des Filmes welche eine der stärksten Szenen des Kinojahres 2012 darstellt.

Mit der Besetzung ist Cronenberg über sich hinaus geschossen. "Twilight"-Star Robert Pattinson ist als Eric Packer einfach eine Idealbesetzung. In seinem Gesicht spielt sich keine Emotion ab und auch der Rest seiner Figur bleibt Ausdruckslos. So soll Eric Packer sein. Dennoch kann Pattinson nicht verhindern das ihm die Nebendarsteller in einigen Szenen die Show stehlen. Juliette Binoche und Samantha Morton haben zum Beispiel nur sehr kurze Auftritte aber hier zeigen sie sich von ihrern besten Seiten. Paul Giamatti schießt den Vogel dann endgültig ab. Seine Darstellung ist beängstigend und dennoch absurd. Er schafft es einer so kleinen Figur so viel Tiefe zu geben. Das kann nur ein Schauspieler wie er.

Fazit
"Cosmopolis" ist ein Sturz in den Abgrund des Kapitalismus der das Finanzwesen ad absurdum führt. Doch es ist ein sehr langsamer Absturz und der Zuschauer muss viel Geduld bereithalten. Doch am Ende zahlt es sich für ihn aus. In meinen Augen ist "Cosmopolis" einer der besten Filme des Jahres und der beste Cronenberg seit langem.
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am 7. April 2015
Schade, dass der Film so schlecht bewertet wird.
Es sollte einfach eine Abgrenzung stattfinden. Für sein Genre ist der Film ein Meisterwerk, aber man muss es eben mögen.
Freunde experimenteller Filme bekommen hier was auf die Bindehaut das auch noch sehr gut zum Buch passt.
Es ist nicht das gleiche, aber doch einer der wenigen Filme, die gut umgesetzt wurden im Vergleich zum Buch.
Ich freue mich für die Menschen denen der Film ebenso gefällt. Es ist ein Segen ;-)
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am 13. Juli 2016
Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass viele diesem Film eine negative Bewertung geben. Ja, es ist schwer Pattinson in einer anspruchsvollen und schweren Rolle zu sehen, doch er meistert diese fantastisch. Ja, es ist keine leichte Kost und hat was von Dürrenmatts "Die Physiker" und ist insgesamt recht kafkaesk. Aber es hat einen tollen Bezug auf den modernen Kapitalismus und auf die (wie ich finde) Occupy Movement. Der Rest ist Geschmackssache.
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am 29. Oktober 2015
Ich habe selten einen so guten film gesehen. Die teilweise schlechten Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen. Für Leute die Filme wie Ohne Limit, Fight Club et. al. mögen nur zu empfehlen.
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am 30. Oktober 2013
Der erfolgreiche und vor allem stinkreiche Vermögensverwalter Eric Packer macht sich eines Tages auf den Weg zum Friseur. Der exzentrische Mann fährt mit seiner Strechlimousine durch die Stadt (Manhattan) und begegnet dabei verschiedenen Menschen. Bedingt durch einen Stau, verursacht durch einen Besuch des amerikanischen Präsidenten in der Stadt, steckt Packer permanent im Stau. Dadurch kann er seine Limousine zeitweise verlassen, sich mit seiner Frau in einem Restaurant treffen, diverse Liebesafffären in Hotelzimmern, aber auch in seinem Wagen, erleben und durchstreift dabei eine arachaische Stadt voller seltsamer Begebenheiten.

*

Der neueste Film von David Cronenberg (Scanners, Die Fliege, Naked Lunch) besticht durch eine eigentliche Mischung aus Literaturverfilmung und Kammerspiel. Wen man sich erst einmal auf den Film eingelassen hat, wird man mit einer Reise in eine verdrehte Welt belohnt, in der gewalttätige Globalisierungsgegner durch die Stadt ziehen, ein Rapper zu Grabe getragen wird und der Präsident die Stadt besucht. Und mitten durch dieses nahezu apokalyptisch wirkende Szenario schleicht Packers Luxuslimousine durch den meist fast stehenden Verkehr. Im Inneren des Fahrzeugs gibt sich der Millionär seinen Sexfantasien hin, lässt sich während der Fahrt von einem Arzt untersuchen, philosophiert über Kursentwicklungen und digitale Welten.

Als er dann schließlich sein Ziel erreicht, den Friseur, gerät sein Leben plötzlich aus den Fugen, als auf ihn aus einem Fenster gegenüber geschossen wird.

Cronenberg kann es besser (das hat er mit "A History Of Violence" und "Tödliche Versprechen-Eastern Promises" bewiesen, dennoch hat er, wie in „Naked Lunch“, eine für mich gelungene Verfilmung des Romans von Don DeLillo erschaffen. Wie gesagt, man muss sich auf den Film einlassen, sonst wirkt er eher langweilig. Hilfreich ist es mit Sicherheit, die literarische Vorlage zu kennen, um dem Plot folgen zu können.
Robert Pattinson, dem die Verfilmung der Twilight-Saga zum Ruhm verhalf, leistet hervorragend und vor allem überzeugende Arbeit. Gerade in der letzten halben Stunden, die mich irgendwie auch an „Naked Lunch“ erinnert hat (zumindest was die Machart anging), macht der Film wahnsinnigen Spaß, was die Dialoge zwischen Packer und seinem Attentäter angeht.
Und Howard Shore, Cronenbergs Hof- und Hausmusiker, liefert einen zum Film hervorragend passenden Soundtrack an, der jedoch, hört man ihn ohne Film auf CD an, ohne nennenswerte Höhepunkte an einem vorbeizieht.

So einfach gestrickt der Film auch wirkt, die Bilder verlassen einen nicht mehr (zumindest ging es mir so) und wirken nach. Cronenbergs Filme sind in der Regel extrem blutig (man denke nur an Scanners, Videodrome, Die Unzertrennlichen), aber hier, wie auch in seinen letzten Film „Eine dunkle Begierde“, konzentriert sich der Regisseur mehr auf Handlung als auf Spezialeffekte.

*

Fazit: Außergewöhnliche Literaturverfilmung nach einer Vorlage von Don DeLillo, die man kennen sollte, um den Film zu begreifen bzw. genießen zu können. Beeindruckende schauspielerische Leistung von Robert Pattinson und Paul Giamatti, der mich schon als Hauptdarsteller in M. Night Shyamalans „Lady In The Water“ überzeugt hat.

© Wolfgang Brunner
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am 14. Dezember 2012
Ich habe diesen Film 2 mal im kino gesehn .
er ist für menschen die sich gerne gedanken über die gesellschaft und das leben machen perfekt.
Leute die unterhaltung von dem film erwarten sollten es besser sein lassen , man muss den gesamten film über konzentriert nachdenken da nicht viel gesprochen wird uns es so scheint als würden zusammenhangslose und unnötige dinge in der handlung vorkommen , doch dem ist nicht so, alles in dem film hat einen sinn warum es so ist es bedarf nur der Interpretaion und genau das kann bzw mag nicht jeder ;)
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am 5. Oktober 2012
Achtung: es gibt Spoiler in dieser Rezension!

Ich muss zugeben, dass ich mir den Film - hätte Pattinson nicht mitgespielt - wahrscheinlich nicht angeschaut hätte. Ich muss aber auch zugeben, dass mir damit ein sehr guter Film entgangen wäre.

Cosmopolis war für mich eine ganz neue Art Film. Noch nie war ich von einer Szene so überrascht, dass ich nicht wußte wie ich reagieren soll. Schockiert? Entsetzt? Amüsiert? Letzten endes musste ich laut loslachen...mir fiel einfach nichts Besseres ein. :) Die Art und Weise in der Limousine zu drehen...ohne jegliche Außengeräusche, auch das kannte ich noch nicht. Schon allein dieses kleine Detail hat mich neugierig gemacht auf mehr.

Das Buch hatte ich vorab gelesen...zum Glück....denn es trägt einiges zum Verständnis bei. Erstaunlich ist auch, dass das Buch teilweise Wort für Wort im Film wiedergegeben wurde. Bestimmte Phrasen aus dem Buch waren auch so einprägsam, wenn auch lapidar, dass ich sie beim Film schauen mitsprechen konnte. In einer Bewertung hier habe ich gelesen, dass das Schauspiel sehr aufgesetzt, fast wie im Theater, war. Auch wenn es hier negativ gemeint war, Cronenberg würde sich freuen. Denn genau das hat er beabsichtigt. Genau das hat er von seinen Schauspielern verlangt. Keine Interpretationen, nur das Drehbuch runtersprechen.

Ich werde Cosmopolis noch einige Male schauen müssen um die langen Dialoge auch nur annähernd verstehen zu können. Aber darum geht es auch nicht. Es geht hier nicht um die Finanzkrise, oder Bankensterben, oder die Börse. Das ist alles nur Beiwerk.
Es geht um einen Menschen, der am Ende seines Lebens steht. Eric Packer ist 28 und hat alles...einfach alles, und sollte es etwas geben, dass er noch nicht hat, kauft er es. Es gibt keine Ziele mehr für ihn, keinen Grund morgens aufzustehen um dies und das zu erledigen oder zu erreichen. Da ist nichts mehr, außer Leere. Die Leere versucht er verzweifelt zu füllen. Mit Sex, mit Gewalt....Er versucht Euphorie und Glück zu empfinden, wenn er mit den Frauen Sex hat. Er versucht krampfhaft Trauer zu empfinden, als er vom Tod the Rappers erfährt. Er versucht Schuld, Reue zu empfinden, als er seinen Bodyguard erschießt. Er versucht (und das tatsächlich mit Erfolg), Schmerzen zu empfinden als er sich selbst in die Hand schießt. Warum sucht er den Mann auf, der ihn töten will? Er will Furcht spüren. Eric sehnt sich so sehr nach jeglicher Art Gefühl, dass er alles bereit ist dafür zu tun. Hauptsache der Leere entkommen. Selbst die Heirat mit Elise hat absolut nichts dazu beigetragen, dass da irgendwas in seinem Herzen stattfindet. Das Konzept von Liebe und Zuneigung scheint ihm völlig fremd.

Er ist definitiv kein Character mit dem man viel Sympathie haben kann. Dennoch tut er mir wahnsinnig leid.
Der Dialog am Ende zwischen Pattinson und Giamatti ist grandios. Ich hätte den beiden ewig zuhören können.

Ich empfehle jedem, der sich den Film anschauen möchte, vorher das Buch zu lesen. Vielleicht sogar ein paar Interviews mit Cronenberg rauszukramen und sich anschauen und anhören, was der Mann sich bei diesem Film dabei gedacht hat. Plötzlich bekommt man ein ganz anderes Verständnis für den Film.
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