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am 18. November 2012
Getarnt als EP veröffentlichen die Gothic-Novel-Rocker ihr neustes musikalisches wie auch optisches Kunstwerk. "Getarnt"? Nun, ja; denn wer bitte schön kann eine "Extended Play"-Veröffentlichung wirklich noch als eine solche bezeichnen, wenn sie in der Standardversion schon mit 6 nagelneuen, allesamt unterschiedlichen Songs aufwartet, die in Summe knapp an die 40 Minuten Spielzeit heranreichen (im Schnitt also bei über 6 Minuten Spieldauer pro Song)? Nur zwei Songs mehr, und schon würde es bei manch anderem Musikproduzent mit ähnlicher Spieldauer als Album verkauft werden. Und das ASP auch diese zwei Songs in petto gehabt hätten, zeigt sich dann an der nach ASP "einzig wahren", der limitierten Edition. Hier gibt es dann eine zweite Silberscheibe dazu, die mit weiteren 5 Songs gefüllt ist - Erinnerungsstücke an eine Tour, die noch gar nicht so lange her ist. Erst im Frühjahr diesen Jahres warteten die Frankfurter mit einer ebenfalls alle Maßstäbe sprengenden Single (13 Songs in der Standard, 26 in der limitierten Edition - mit 40-seitigem Booklet im Hardcover-DigiBook!), namens "Eisige Wirklichkeit" auf und gingen damit auf Tour. Und das nachdem sie doch gerade erst ein halbes Jahr vorher ebenfalls auf Tour waren, mit ihrem ersten neuen Studio-Album "fremd", das gleichzeitig einem neuen Veröffentlichungszyklus, den "fremder Zyklus" einleitete. Zurecht wird da auch oft die Frage laut: "Wie schafft der Mann das nur?", ist doch die EP nun auch nicht das einzige Werk, das neu veröffentlicht wurde: Zeitgleich erschien auch noch "Der Fluch", eine Versnovelle auf 60 Seiten. Wer sich von diesem, ebenfalls sehr gelungenen Werk ein Bild machen möchte, findet Leseproben auf der offiziellen Seite der Band.

Aber zurück zur EP. In der limitierten Deluxe Edition kommt diese nicht nur mit 2 CDs und damit 11 Songs daher, sondern auch mit einem bescheiden von der Band "Booklet" genanntem Begleitwerk, das mit einer Sondergröße, die über die Ausmaße von DIN A5 geht, sowie einem Umfang von 48 170g-Bilderdruckpapier-Seiten in Fadenheftung sogar schon einen beschrifteten Buchrücken hat, und damit durchaus auch Buch genannt werden darf. Damit dieses in die CD-Hülle passen kann, ist auch diese ein Sonderformat - die Produktbeschreibung sagt 7" Digipak. Wer sich nichts dadrunter vorstellen kann, der nehme sich ein DIN A4 Blatt, und schneide einen Streifen ab, sodass der Rest ein Quadrat ergibt, und dann hat man eine ungefähre (zugegeben, ein winziges bisschen kleiner ist es dann doch) Vorstellung davon, mit welchen Dimensionen er es hier zu tun bekommt: Ins CD-Regal passt das auch mit viel "drehen und wenden" nicht - da muss schon ein Buchregal oder besser noch eine Vitrine her! Alternativ genügt auch der Griff zur limitierten "Zaubererbruder - Der Krabat-Liederzyklus", denn das Album kommt in einem identischen Digipak-Sonderformat daher. In einer Banderole, das ein rötlich gehaltenes "Gemälde" von Comiczeichner-Größe Timo Würz ziert, ist das Artwork des Digipak und des Büchleins eher düster gehalten: einsame Landstraße an einem dunklen Wald bei Nacht, Vollmond, und ein entgegen kommendes Fahrzeug mit blendendem Scheinwerferlicht dominieren die Szenerie. Im Vordergrund kunstvolle Fotographien - anders als noch beim Schmetterlingszyklus der Fall, diesmal kaum digital bearbeitet. Ob Musen in Sackmasken, ein Asp, der sich endlich die Maske vom Gesicht reißt, oder die einzelnen Stufen einer ungewollten Versteinerung - jeder Song bekommt, in die vorher beschriebene düstere Gesamtszenerie gebettet, sein eigenes Set an Bildern, seine eigene künstlerische Verbildlichung­­­. An Platz gespart wurde hier offensichtlich nicht - so bekommt jeder Song sein eigenes Titelblatt, gefolgt von 1-2 Seiten Songtexten, sowie etliche weitere Seiten die rein das Artwork zeigen. Bei 48 Seiten auf 6 Songs sollte auch niemand zu kurz kommen.

Wer nun allerdings nicht wie ich zu den Artwork-Genießern gehört, welcher genüsslich lange blättert und dabei jede Szenerie, ob mit oder ohne den jeweiligen Song im Hintergrund auf sich wirken lässt und Verbindung zwischen Bild und Ton sucht (die hier gar wunderbar gegeben ist), der wird sich jetzt sicherlich auf das Wesentliche stürzen wollen: Die Songs.

Die Haupt-CD, die in beiden Veröffentlichungsversionen identisch ist, beheimatet besagte 6 neue Songs, die wie vorweg angekündigt, ein wenig abseits des neuen "fremder Zyklus", und eher in guter Manier alter Songs wie "Ich bin ein wahrer Satan" oder aber "Wer sonst" stehen, und damit ordentlich Gesellschaftskritik üben. Sicherlich, in einer Gesellschaft von Menschen, die sich zunehmend als immer unpolitischer sieht, nichts für jedermann. Aber ASP produzierten auch noch nie Musik für jedermann, sondern blieben sich in erster Linie selbst treu. Und so freuen sich all jene um so mehr, die sich in solchen Songs wiederfinden, die ebenfalls wie ein Geisterfahrer gegen den Strom schwimmen statt wie die Lemminge nur auf den Abgrund zusteuern; die in ihrem Leben lieber Geist erfahren möchten, die sich ihre Weichen lieber selbst stellen, auch wenn man sich dadurch in den Augen der Gesellschaft entstellt. Jene eben, die sich wünschen, sich selbst entfalten zu können, selbst wenn man als entfaltetes Wesen letztendlich doch zu schwach ist, es einem an Härte mangelt und man daher eher fremd in dieser Welt ist, ein Schmetterling statt Lichtgestallt. Ja, von solchen Anspielungen auf den alten Schmetterlings- und den neuen fremder-Zyklus aber auch von diesen Wortspielen lebt die EP - aber hätte man ernsthaft auch etwas anderes vom Lyrik- und Geschichtenerzähler-Genie Asp erwartet? Ebenso wie das Artwork einen roten Faden durch die optische Gestaltung zieht, so findet sich auch inhaltlich sofort ein Gesamtkonzept, dass sich durch alle musikalischen Werke schlängelt.

Wer nun aber denkt, dass er damit wahrscheinlich ein sehr gleichtönigen, langweiligen Tonträger in den Händen halten wird, der ist weit gefehlt. Musikalisch nämlich hebt sich die EP mal wieder ein wenig von den anderen Werken ab, auch wenn viele bekannte Elemente zu finden sind. Mit dem ersten Song, "GeistErfahrer" geht es ziemlich schnell und direkt los, das Intro ist beinahe gegrowelt, die Strophen sehr Gitarren- und Schlagzeug-lastig, der Gesang mal eher gesprochen, dann wieder gesungen, hier und da im Chor, an textlichen Pausen dann auch mit Keyboard-Untermalung, insgesamt aber sehr hart und schnell - ein harter Rocksong, durch und durch - im Vergleich zu alten Werken aber auch irgendwie vom Ton her sehr viel voller als man es vorher gewohnt war.
Schon im zweiten Song, in "Sack und Asche" geht es dann in den ersten sehr ruhigen Song über, instrumental lediglich getragen von Klavier und (wahrscheinlich) Cembalo, langsam, nachdenklich-melancholisch balladesk. "ÜberHärte" ist dann, passend zum Titel wieder sehr hart - sowohl musikalisch, welches diesmal in den Strophen bewusst eintönig gehalten ist - hier dominieren der elektrische Bass sowie das Schlagzeug und der Sprechgesang ist eher geschriehen, als gesungen. Erst im Refrain wird es sehr viel melodischer und voller - sogar mit einem kleinen melodischem Gitarrensolo gegen Ende. Insgesamt super abgestimmt, und mein neuer Lieblingssong. "Carpe Noctem" ist wohl der Song, der am ehesten an die alten Stücke von ASP erinnert. Ein melodischer Rocksong, der sofort ins Ohr geht, und dort dann auch sofort Würmer zurücklässt vor denen man sich selbst mit Gehörschutz nicht schützen kann. Schon auf der Tour war dieser Song derjenige, den die meisten gleich nach der ersten Strophe schon mitsingen konnten und der auch uns auf der Rückfahrt noch am Längsten im Ohr blieb. Mit der Reprise zum "GeistErfahrer", dem Song "Weichen[t]stellung" schlägt man dann wieder eine melodische Brücke zum Intro und baut dieses hier zum Song aus, der wieder sehr abwechslungsreich daherkommt - erst sehr hart, dann wieder sehr melodisch, anders als ASP bisher geklungen haben, und doch eindeutig ein ASP-Song. Eindeutig ASP ist dann auch der letzte Song, "Danach", der ASP-Typisch wieder der längste und komplexeste Song ist, und nach einer langen musikalischen Reise einen zu Ruhe setzenden und revue-passierenden Charakter hat. Musikalisch dominiert von einer Akustik-Gitarre, hat der Song allerdings durchaus immer wieder in den insgesamt ruhigem Stück musikalische Aufbegehren, in denen es ein wenig lauter und stärker wird und voller Sehnsucht - im Kontrast zum letzten Album jedoch nicht nach dem Feuer, sondern nach dem Winter. Ein wie immer passendes Ende, dass man sehr gerne noch lange nachklingen lässt während man von der CD dann nachdenklich in die Stille entlassen wird. Bis dann der Punkt kommt, an denen man dem Drang nach "Noch einmal hören" nicht widerstehen kann ;)

Wer zur limitierten Deluxe Edition greift - und dazu kann ich auch in diesem Fall nur wärmstens raten - bekommt noch ein musikalisches Schmankerl dazu: "Eine magische Verbindung und ein TeufelsALLYxier" ist die CD betitelt, auf der sich einige Live-Perlen der Frühjahrstour verirrt haben. Auf der Tour war die wunderbare Geigerin Almut 'Ally' Storch-Hukriede, mit ihrer Band "Ally the Fiddle" nicht nur Vorband, sie wurde hinterher auch noch mal von ASP auf die Bühne gebeten. Als jahrelange Gastmusikerin bei den Studioaufnahmen von ASP ist sie seit 2008 ja auch regelmäßig auch Live Gastmusikerin bei den eher Folk-Rockig angehauchten Konzerten um "Zaubererbruder" gewesen. Und so finden sich neben Klassikern wie "Krabat" und "Werben", bei denen Ally schon öfters mitgewirkt hat, auch absolute Perlen, wie etwa "Sing Child" auf der CD, welches hierfür ein ganz eigenes, neues, und einfach nur wunderbares Geigen-Intro bekommen hat und insgesamt durch die Geige ein ganz neuen Charakter bekommt (man verzeihe mir an dieser Stelle das "Geschwärme" ein wenig - Geige ist einfach mein Lieblingsinstrument). Aber auch das Lied "Duett (Minnelid der Incubi)" wird den Fan sicherlich erfreuen - neben Ally an der Geige finden wir hier Lutz Demmler am Bass wieder, während Sören Jordan ganz allein die Gitarre spielt; und Bassist Tossi bekommt die einmalige Rolle des Duett-Partners, und beweist sich damit auch als Gesangsgröße! Das sollte man sich nicht entgehen lassen, und daher bleibt mir abschließend nur noch folgendes zu sagen:

Diese EP ist es nicht nur Wert gehört zu werden, sie ist es auch absolut wert, gekauft zu werden! Besonders in der limitierten Edition, die es diesmal nur in einer Auflage von 3.999 Stück auf den Markt geschafft hat. Allein schon der zweiten CD wegen entgeht jedem etwas, der "nur" zur Standard-Version greift. Aber auch als Gesamtpaket handelt es sich bei der limitierten Version um ein durchweg abgerundetes künstlerisches Meisterwerk, sowohl optisch als auch musikalisch. Und mit einem Fold-out Poster von dem Gemälde von Timo Würz hat man sogar noch etwas exklusives, dass man sich an die Wand hängen kann. Wer allerdings zu den Puristen gehört, denen es lediglich um die Musik geht, macht auch mit der Standardversion keinen Fehler. Auch in dieser Version, die ebenfalls in einem schönen 6-Panel DigiPak daherkommt, hat es ein opulentes Booklet von immerhin noch 24 Seiten geschafft.

Einen Fehler macht nur derjenige, der sich dieses kleine Gothic-Rock-Meisterwerk komplett entgehen lässt! Also tut eurem Bedürfnis nach kulturell hochwertigen Produkten einen gefallen und schlagt zu.
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am 24. November 2012
Hier zur Abwechslung mal eine Bewertung eines absoluten ASP-Neulings, denn bis vor wenigen Wochen wusste ich nicht einmal, dass es eine Band namens ASP überhaupt gibt. Meine Rezension richtet sich daher auch in erster Linie an all die vielen anderen potentiellen Neueinsteiger da draußen - ja richtig, genau Du bist gemeint! Oder warum liest Du das hier sonst noch? Denn wollen wir mal ehrlich sein: Wer kauft gewöhnlich Musik von Künstlern, die er (noch) gar nicht kennt? Wohl leider die Wenigsten. Hätte ich nicht selbst über sehr seltsame Wege die Bekanntschaft mit einem älteren ASP-Titel gemacht, würde wohl auch ich heute nicht diese Empfehlung schreiben können. Und das wäre echt verdammt traurig ...

Nun, ich gehöre nicht zu denen, die die Musik und jeden einzelnen Songtext bis ins kleinste Detail analysieren und sezieren. Das können andere sicherlich viel besser. Doch ich kann für mich persönlich sagen: Nie zuvor hat mich Musik so schnell so sehr in ihren Bann gezogen.

Daher möchte ich all denen, die wie ich durchaus offen für Neues oder vielleicht auch einfach nur musikalisch vielseitig interessiert sind, diesen einen guten Rat geben: Gönnt Euch dieses kleine Meisterwerk!

Schon mit der Standardversion bekommt Ihr sechs wirklich wunderschöne Songs. Vielleicht meint die oder der eine oder andere jetzt: "Wie, nur 6 Songs?" Dazu sage ich: Ja, aber davon ist jeder auf seine ganz eigene Weise besonders und einzigartig. Wie oft hatte ich mir in der Vergangenheit schon CDs mit deutlich mehr als 10 Songs gekauft und war dann letztlich ziemlich enttäuscht, weil mir am Ende vielleicht gerade mal ein oder zwei von den Songs auf der CD wirklich gut gefallen hatten? Ihr kennt das auch?

Mein Versprechen an Euch alle: Das ist hier garantiert anders, denn es ist für jeden Geschmack und jede Stimmungslage etwas dabei. Die Songs sind mal laut oder mal leise, mal hart und rockig und dann wieder unglaublich gefühlvoll ... oder irgendwie auch einfach alles in einem. Das Besondere daran: Jeder einzelne Song ist auf seine ihm eigene Art einfach nur genial. Fragt man mich nach meinem GeistErfahrer-Lieblingssong, kann ich dies leider absolut nicht beantworten. Ich liebe diese sechs Songs einfach alle! Abgesehen von der wirklich tollen Musik bestechen die Songs zudem mit unfassbar intelligenten und ansprechenden Texten - and last but not least - der Sänger mit seiner unglaublichen Stimme. Was bitte will man da für sein Geld noch mehr verlangen?

Für mich ist ,Die GeisErfahrer EP` jedenfalls eine absolute Kaufempfehlung! Weniger als 5 Sternchen gehen da einfach nicht ...

Vielleicht sollte ich zum Abschluss jedem potentiellen ASP-Neuling allerdings noch eine kleine Warnung mit auf den Weg geben: Der Hörgenuss dieser Musik ist hochgradig ansteckend und birgt absolute Suchtgefahr :-)
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am 16. November 2012
Um die Zeit zum neuen Album im „Fremden-Zyklus“ zu verkürzen, erfreuen uns ASP mit einer EP mit 6 gothic-rockigen neuen Stücken. Und wer ASP kennt, der weiß, dass eine EP nicht einfach so eine EP ist, sondern eher einem ausgewachsenen Album - zumindest in der Länge der Spielzeit und der Aufmachung- sehr nahe kommt. Die Limited Edition, die ich mir gegönnt habe, beinhaltet zusätzlich noch eine Bonus-CD mit Live-Aufnahmen von der letzten Tour mit Gastauftritten der wunderbaren Violinistin Ally „the Fiddle“ Storch – und ist wie immer visuell aufwändig gestaltet.

ASP sind anders - und waren es schon immer. Schwarz, lyrisch, rockig, episch, melancholisch-romantisch, kritisch-fordernd, tiefgründig, anprangernd, musikalisch gekonnt und intelligent. Die Song-Texte sind fein zisselierte Reime, die immer unter die Haut gehen, sich dort festsetzen, dabei aber den Spaß an der Musik nicht mindern.
Die GeistErfahrer EP schlägt durchaus härtere Töne an, als wir es von den letzten Alben gewohnt waren. Aber das zeigt nur wieder einmal, wie wandelbar und doch zu jeder Zeit authentisch die Musik dieser Band und allen voran des kreativen Kopfs, Sängers und Dichter-Texters Asp Spreng ist. Ganz offensichtlich brodelten diese Songs/Inhalte schon länger in ihm und bahnten sich nun mit voller Energie einen Weg nach draußen.
Alle 6 Songs reihen sich zwar in die Thematik von "Fremder-Zyklus" ein, lassen aber Jedem den Raum, seine persönliche Wahrheit darin zu finden. Das sich-fremd-Fühlen in Gesellschaft, Lebenssituation, Körper oder Geist, die Ängste und Zwänge der menschlichen Natur bilden einen unsichtbaren roten Faden.

1. GeistErfahrer – knallig-rockiger Opener, Gitarren-Gothic Rock mit Ohrwurm-Charakter und die Aufforderung, sich nicht von der Masse davon treiben zu lassen, sondern gegen den Strom zu schwimmen und man selbst zu sein

2. In Sack und Asche – wunderschön-zerbrechliche Melodie unterlegt mit klassischen Spinett-Klängen über Versagensängste – mein persönlicher Favorit dieser EP

3. ÜberHärte – rockig-sperriger, schriller Song über die Notwenigkeit, in der heutigen Gesellschaft Härte zu zeigen, wenn man in ihr bestehen will, dabei aber sich selbst verliert

4. Carpe noctem – wenn das Licht des Tages nicht ausreicht, um die Hoffnungen einer Gesellschaft, Person zu erfüllen, dann gibt es ja immer noch die Nacht. Passend auch zum Credo der Gothic-Szene, fordert diese eindringliche rockige Melodie dazu auf, die Zeit, die uns bleibt in ihrer Gänze zu nutzen

5. Weichen(t)stellung – ein Reprise des GeistErfahrer-Sounds mit der Aufforderung, die eingefahrenen Wege zu verlassen, die gestellten Weichen des Lebens aufzulösen und sich zu entfalten, auch gegen die "Norm" der Gesellschaft

6. Danach – traurig-melancholische Ballade über den Winter der Welt, auf den wir unaufhaltsam zusteuern, in dem aber auch alle Ängste, Zwänge, Kriege oder Neidereien erfrieren und vom Schnee bedeckt werden – und alles kommt endlich zur Ruhe

Bonus-CD
1. Sing Child
2. Duett (Minnelied der Incubi)
3. Krabat
4. Unverwandt
5. Werben

Fazit:
Für ASP Nicht-Kenner eine gute Gelegenheit, hinter das düster wirkende Äußere zu blicken und in die wundervolle, gefühlvolle und lyrische Welt des Schwarzen Schmetterlings einzutauchen.

Für ASP-Fans ein gelungenes Schmankerl mit dem uns der gute Asp zeigt, was in ihm und seinen Jungs steckt und die Vorfreude aufs Album vergrößert.

Für mich persönlich einmal mehr eine Bestätigung, dass ASP so anders und besonders sind!
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am 17. November 2012
Der Untertitel 'Fremder-Zyklus 1.1' verrät es:
Mit der EP 'GeistErfahrer' wird der neu eingeschlagene Weg des letzten Albums konsequent fortgeführt.
Es geht wieder um die Kälte und (begründete) Ängste in unserer Gesellschaft - und die Rücksichtslosigkeit, mit der wir immer öfter konfrontiert werden.

Kritische und traurige Texte der einzelnen Stücke werden durch die Musik eindringlich umgestzt und transportieren so erstklassig die düstere Grundstimmung.

Zu den einzelnen Liedern:

- GeistErfahrer - typischer Gitarren-Gothic Rock mit Ohrwurm-Charakter und der Aufforderung, auch mal gegen den Strom zu schwimmen (bzw. fahren)

- In Sack und Asche - ruhig, wunderschön und durch die Spinett-Klänge mit der passenden zerbrechlichen Stimmung, um den Text über Versagensängste zu transportieren

- ÜberHärte - sperrig, hart, gitarrenlastig und somit absolut passend, die vermeinlich nötige Härte in unserer Gesellschaft ('Du lässt Dich langsam versteinern - Dein Herz Dir künstlich verkleinern') und die daraus resultierende Einsamkeit ('Niemand teilt mehr Deine Werte, deshalb wirst Du so menschenscheu') auch musikalisch zu transportieren

- Carpe noctem - mit ruhigerem Einstieg und mehr Synthi-Untermalung steigert sich der Song bis zum rockigen Refrain und untermalt so die Aussage, dass es ja immer noch die Nacht gäbe, um unerfüllte Hoffnungen zu erfüllen

- Weichen(t)stellung - nimmt musikalisch und thematisch den 'GeistErfahrer' auf, auch wenn es etwas düsterer und nicht so rockig daherkommt und transportiert sehr eingängig die Aufforderung, sich gegen vermeinlich gemeingültige Normen zu stellen.

- Danach - traurig, melancholisch kommt die einzige Ballade am Ende der EP daher und untermalt das Thema über die Kälte (den Winter) in unserer Welt ('wann kommt der Schnee, der wie ein Mantel sich um dieses Elend legt')

... und dann ist man mit sich alleine und denkt sich 'Wann kommt der Winter?'.

Die kritischen Fragen an unsere Gesellschaft sind einfach sehr schön umgesetzt und verdient volle 5 Sterne - was will man mehr?
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am 29. November 2012
Die EP GeistErfahrer soll also die Wartezeit auf das neue Album verkürzen und versüßen - also ich nenne das anfixen, ködern oder anfüttern. Von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Wer "fremd" schon mochte, wird diese Scheibe lieben und wer mit dem ersten Teil des neuen Zyklus noch fremdelte, kann sich hier endgültig überzeugen lassen.

"Der Schauerroman (Gothic Novel) ist Vorbild für viele meiner Liedertexte, das Gruseln ist mein Handwerk. […] Warum ist das so? […] Nun, die Antwort ist natürlich denkbar einfach und logisch: Weil ich denke, dass ich das gut kann." [Spreng, A. F. (2008) Horror Vacui - Liedtexte/Lyrik 1999 bis 2007]
Mit der EP beweist Asp - Frontmann und Mastermind der Band ASP, dass er noch so viel mehr gut kann. Konnte man die Welt des Schwarzen Schmetterlings noch als eine, einem Schauerroman entsprungene, Fiktion abtun und sich aus dem Kampf mit dem ewig inneren Bösen nur die Wahrheiten herauspicken, die man ertragen konnte, so klappt das bei GeistErfahrer gewiss nicht mehr allzu leicht. Gruselig ist es immer noch, aber inzwischen, weil es so real ist. Die neuen Stücke sind eher im Stile von "Ich bin ein wahrer Satan" oder "Wer sonst?" gehalten. Der Hörer wird zumeist direkt angesprochen und mit den am System (und damit auch an ihm) rüttelnden Inhalten konfrontiert. Allein die Asp'sche Lyrik verhilft zu einem kleinen Aufschub. Feinsinnig und wortgewandt sind selbst die brutalen, gesellschaftskritischen Aspekte und die geballte Hoffnungslosigkeit der Songs in ein weiches Geflecht aus Reimen eingesponnen. So braucht es eine Weile, bis der Text verinnerlicht, verstanden und komplett für einen selbst gedeutet ist, was vielleicht zu dieser Jahreszeit nicht ganz ungefährlich ist. Es scheint jedoch, dass sich auch der Künstler den schonungslosen Wahrheiten stellt, die er seinen Hörern zumutet. Zumindest ich hatte das Gefühl, dass Asp sich hier ein klein wenig mehr als sonst direkt in die Künstlerseele schauen lässt. Was jedoch ohne jegliche Zeitverzögerung sofort ins Blut übergeht ist die Musik. Kraftvoller, rockiger und Gitarren-lastiger als gewohnt kommen die 6 neuen musikalischen Schmuckstücke daher. Ein Ohrenschmaus, von dem eindeutig so mancher Song wieder auf die Tanzfläche gehört.

Wer bereit ist etwas mehr Geld zu investieren, sollte zur limitierten Edition greifen, denn mit dieser Anschaffung tut man eindeutig auch etwas fürs Auge und erhält ein Gesamtkunstwerk und keine einfache CD. Das großformatige CD-Book im hochwertigen Schuber passt ohnehin fast besser in eine Vitrine als ins CD-Regal.
(Man betone mal: Es gibt zu einer EP, die eigentlich schon fast Album sein könnte, auch noch eine limitierte Edition. Trotz aller Hoffnungslosigkeit schwimmen die Herren von ASP scheinbar kräftiger denn je gegen den Strom, der Musik zunehmend zum Spielzeug in Cornflakespackungen und Glücklich-Mahlzeiten verkommen lässt.) Neben dem Gemälde von Timo Wuerz, das auf vortrefflichste Weise den Gegenan-Charakter der EP bildlich wiedergibt (und ebenfalls als Poster enthalten ist), findet man im 48-seitigen Booklet zu jedem Song auch ein passendes Artwork. Die klaren, zum Teil plakativen Fotos geben jedem Titel noch ein zusätzliches Bild im Kopf und sind vielleicht gerade durch die Verwendung von Fotografie (gegenüber Zeichnung und Malerei) wieder ein Stück realer und weltlicher als die bisherigen Artworks.
Zum Schluss bekommt der Käufer auch noch eine Bonus-CD, die weitere 5 Titel der "fremd"-Tour II enthält und zu Recht auf den Namen "Eine magische Verbindung und ein TeufelsALLYxier" getauft wurde. Eine herrliche Erinnerung an wundervolle Momente - nicht zuletzt durch die einzigartige Ally Storch und ihre Geige - das lässt einfach nur ein Gefühl von "Ach war dat schön!!!" zurück.
Insgesamt also ein absolut gelungenes, kaufenswertes Stück Kunst, was ASP uns hier bescherten.
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am 21. November 2012
Mit ihrer neuen EP nehmen uns die Gothic-Novel-Rocker von ASP mit auf Geisterfahrt. Nein, nicht auf die Autobahn, sondern geradewegs durch die Gesellschaft auf Kollisionskurs mit Missständen, eingefahrenen Wegen und Oberflächlichkeit. Ein Jahr nach dem Album „fremd - Fremder-Zyklus, Teil 1“ wartet die Band mit sechs brandneuen Songs auf. Kritisch, direkt und gewohnt wortgewaltig legt Mastermind Asp seinen Finger in die Wunden. Das ist unbequem. Aber so ist das nun mal, wenn man, wie im ersten Track der EP, als „GeistErfahrer“ unterwegs ist und gegen den Strom schwimmt. Kraftvolle, treibende Rhythmen reißen einen von Beginn an mit. Raus aus dem Alltagstrott. Weg von den eingefahrenen Wegen, die alle dem Herdentrieb folgend aus Bequemlichkeit gehen. „GeistErfahrer“ ist ein gelungener Auftakt der die Richtung der EP vorgibt, musikalisch – rockig, treibend, kraftvoll - und textlich – bissig, direkt, kritisch.
„In Sack und Asche“ zeigt, dass der Weg dahin, zu den perfekt gewobenen Reimen, kein leichter ist. Zu Beginn untermalt von melancholischen ruhigen Klängen philosophiert Asp über die harte Zeit, wenn die Musen einem nicht den Stift führen. Mehr und mehr steigert sich in dem Titel mit der Verzweiflung auch musikalisch die Dramatik.
Wütend, laut und wie eine Ohrfeige kommt der dritte Song „Überhärte“ daher. Passend zum Text unterlegt mit den entsprechenden Rhythmen. Eine schreiende Anklage an die heutzutage so gern geforderte Härte, gewürzt mit einem erfrischenden Augenzwinkern.
Auffällig anders ist das Intro zu „Carpe Noctem“. Der Wave-Rock-Song startet mit sanften Klängen und nimmt schnell an Fahrt auf. Textlich bewegt er sich zwischen der Hoffnung auf bessere Tage und dem Trost, dass wenn sie doch nicht kommen, uns immer noch die Nacht bleibt.
Mit „Weichen(t)stellung“ schließt sich der Bogen der EP. Wie schon der Zusatz „GeistErfahrer Reprise“ verrät, greift der Titel musikalisch das Thema des Auftaktsongs wieder auf, führt es weiter und schafft dabei etwas Neues. Ähnlich kraftvoll und tanzbar wie der Eröffnungssong, verfeinert mit einem kompositorisch und lyrisch einfach genialen Refrain, der einen in eine eigene Welt entführt, weg von der befremdlichen, brutalen Realität der Strophen. Mit diesem Kontrast und in seiner Direktheit mein Liebling, der ersten fünf Titel der EP.

Damit ist aber noch lange nicht Schluss, denn es folgt das großartige „danach“. Endzeitstimmung in ihrer Vollendung. Unglaublich schön, unglaublich traurig, einfach unglaublich wie einen Asp nach fast vierzig Minuten nur mit seiner fesselnden Stimme in die kalte Welt entlässt. Die beste Möglichkeit, die hinterlassene Leere zu füllen, ist die EP einfach noch mal zu starten.

In der Limited Edition verwöhnt einen ASP mit einem gewohnt hochwertigen Artwork. Detailverliebt nimmt es sich jeden Song einzeln vor und untermalt ihn mit passenden Bildern. Besonders grandios ist dabei schon die Hülle mit einem Bild von Timo Wuerz. Es bringt den Inhalt der EP auf den Punkt. Während die Masse auf den Abgrund zu steuert, schwimmt „Geiterfahrer“ Asp gegen den Strom.
Ein besonderes Geschenk bei der Limited Edition ist die Bonus CD mit fünf Live-Songs von der „fremd“-Tour II. Wer schon das Vergnügen hatte, ASP auf der Bühne zu erleben, der weiß wie das unter die Haut geht. Erst recht wenn die bezaubernde Ally Storch und ASP gemeinsam Lieder wie „Sing Child“, „Duett“, „Krabat“, „Unverwandt“ und „Werben“ zum Besten geben.

Fazit: Für ASP-Fans definitiv ein Muss! Aber auch für alle anderen, für die Musik mehr sein darf als eitel Sonnenschein und heile Welt. ASP bleiben sich ihrer Linie treu und liefern Tiefgang in lyrisch und musikalisch höchster Qualität mit Suchtgefahr.
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am 22. November 2012
Alle 6 Lieder sind einfach toll, sowohl Musik als auch Texte. Die neuen Lieder haben einen neuen, eigenen Charakter der an Fremd anschließt, aber den Schwarzer-Schmetterlingszyklus nahtlos ergänzt. Also 6 neue Lieblingslieder. Die Bonus-CD ist darüber hinaus auch wieder gelungen!
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am 7. Dezember 2012
Auf der neuen Scheibe halten ASP wieder einmal, was sie seit Jahren versprechen: feinsten Gothic-Rock der mit gewohnt anspruchsvollen Texten, einer guten Instrumentierung und der klangvollen Stimme des Sängers daherkommt. Man fragt sich, wie ASP das machen, daß sie immer wieder zu überraschen verstehen und es seit Jahren eben keine bessere Band in dem Bereich gibt. Mein Favorit: Carpe Noctem!
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am 16. November 2012
Als Konzertbesucher kam ich in den Genuss die EP vorab zu erweben, welche nun schon seit mehr als einer Woche sowohl im CD, wie auch in meinem MP3-Player rotiert.
Nachdem mir die letzten Veröffentlichung des Herrn ASP nicht so zugesagt haben (zu experimentierfreudig, zu unausgeglichen und nicht aufeinander abgestimmt klangen für mich die Lieder) so hat mich die Band bei dieser EP wieder fest in Ihren Bann gezogen.
Es war mal wohl wieder an der Zeit für einen Rundumschlag, und wie lässt sich gekonnt zynische Gesellschaftskritik besser im Gedächtnis manifesterien als durch brachialen Rock?
Besonders hervorzuheben sind dabei die Lieder GeistErfahrer und Danach. Stücke die schon nach dem ersten Hören direkt ins Blut gehen und man sich selbst immer wieder dabei erwischt die Melodie im Kopf nachzusingen.
Die Special Edition ist gekonnt aufwendig und enthählt zudem eine Bonus Disc mit weiteren 5 Live-Mitschnitten die allesamt wirklich toll inszeniert wurden.
Meiner Meinung nach merkt man wie ASP über die Jahre immer mehr Selbstbewusstsein auf der Bühne aufbaut und es somit schafft jeden einzelnen Konzertbesucher mitzureisen.

Eine wirklich tolle, aufwendige EP die uns ASP hier abliefert.
Vor allem finde ich, dass die Namensgebung der Lieder schon eine wahnsinnige Inspiration einhergehen. Sie wirken wie mit einem anderen Kontext >infiziert<, gleichzeitig aber auch vertraut und dennoch [fremd]. Alles perfekt abgestimmt auf den aktuellen Zyklus des Schmetterlings. Allein diese Tatsache ist schon einfallsreicher als manch ein anderer Künstler heutzutage zu stande bringt.

Von meiner Seite aus gibt es eine klare Kaufempfehlung.
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am 4. Januar 2013
Die GeistErfahrer EP ist wirklich wiedermal top =)
ASP ist eine so großartige Band.
Die EP ist erstmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig aber schon beim 2. mal hören, bleiben die Lieder hängen.
Songs wie "Carpe noctem" kann ich ja total weiterempfehlen. Das hat es mir schon beim ersten hören angetan =)
Und "Weichen(t)stellung" ist auch total genial. Der Text geht auch sehr unter die Haut =)
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