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am 17. Mai 2016
Gonzalo Giner gelingt es mal wieder einen Roman zu schreiben, der von der ersten bis zur letzten Seite den Spannungsbogen hält. Dieses verbindet er mit einem sehr flüssigen und dennoch detailreichem Schreibstil. Morgens freut man sich schon auf das Leseerlebnis am Abend. So müssen historische Romane sein !!!
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am 18. November 2015
Von mir auf jeden Fall 5 Sterne. Das Buch ist schön und flüssig zu lesen und vor allem das Thema Authismus in diesem Roman sehr interessant.
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am 21. Januar 2014
Man kann sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen, spannend geschrieben, man bekommt oft Gänsehaut. Für Leseratten sehr zu empfehlen.
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am 30. November 2014
Leider kommt dieser Roman nicht an die beiden vorigen "der Heiler der Pferde" und "die letzte Reliquie" heran. Setzte der Autor in diesen beiden Büchern noch auf psychologische Spannung, geht es jetzt nur noch um das gequälte Selbst eines behinderten Kindes und die Brutalität seiner Widersacher. Nach den ersten hundert Seiten habe ich das Buch weg gelegt, da ich es einfach nicht mehr ertragen konnte und kein Gegengewicht aufgebaut wurde. Wer will das lesen? Da muß man wohl schon sadomasochistisch veranlagt sein. Außerdem nervig: die klischeehafte Verbrämung von Pferden. Als Tierarzt müßte Senor Giner doch eingentlich wissen, dass Pferde nicht "wiehern in der Hoffnung, gestreichelt zu werden". Schade!
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am 26. Juni 2013
Ich komme nun doch nicht umhin meine erste Rezension zu schreiben. Bei durchschnittlich 4 Büchern im Monat, davon ungefähr 3 Historischen, bin ich mit verschiedenen Schreibstilen vertraut und habe mich immer "anpassen" und in die Gedanken des Schreiber hineinversetzen können. 2-3 Bücher parallel zu lesen, je nach Stimmung fällt mir ebenfalls nicht schwer. Selten, aber es kommt schon einmal vor, lege ich ein Buch beiseite und lese es nicht zu Ende. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass mich ein Buch so sehr gelangweilt hat wie "Der Reiter der Stille"! "Der Heiler der Pferde" war schon kein Feuwerwerk, es hat mich aber gut unterhalten. Vom "Der Reiter der Stille" habe ich ebenfalls nicht viel erwartet, aber das ich mich fast von der ersten Seite an über den hölzernen Schreibstil, die nicht vorhandene Spannung, die absurden Zusammenhänge und die kindische, "blumige" Sprache aus einem Arztroman ärgern würde, das war mir dann in der Mitte des Buchs doch zuviel! Auch die Personenbeschreibungen verursachen einem Bauchschmerzen. Da wären noch die riesigen Handlungssprünge - erzählungswürdige Begebenheiten werden in 2 Sätzen einfach abgekanzelt und erwähnenswertes wird so plump beschrieben, dass ich mir die Haare hätte raufen können! So entstanden auch immer wieder riesige "Logiklücken" in der Handlung. Dem erfahrene Leser historischer Romane werden ausserdem unzählige grobe Fehler auffallen, die man bei einem schwungvollen Buch ansonsten gerne verzeiht! Einziges persönliches Highlight im Buch war der stolze Ritter aus meiner geliebten Heimatstadt Mainz, dieser Umstand gab mir noch etwas Schwung für die nächsten paar Seiten, konnte aber die stilistischen und historischen Fehler nicht kompensieren und verhindern, dass ich das Buch ins Regal gestellt habe, wo es mit einem persönlichen Kommentar versehen meine Kinder vor dem Lesen bewahren soll......
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am 15. Februar 2013
Schon beim Lesen des ersten Absatzes hält einen der Roman tatsächlich "gefangen"! Die einzelnen Figuren sind in ihrem Charakter bildhaft beschrieben: Ob es Camilo der Mönch, in seiner Güte und dem Ringen des wahren Glaubens ist; ob es Luis Espinoza der grausam, gierig und durchweg böse ist; ob Carmen die naiv, schön und verzweifelt ist; ob Volker, der deutsche, stets gefasst - innen und außen ein Offizier ist; ob der Irrenarzt, Anstaltsleiter, Plantagenbesitzer in Jamaika....

Das ewige Spiel um Gier, macht, Intrige, Gewalt, Güte....

Das traurige Kapitel des Menschenhandels....
Das Interesse der Pferdezucht, das leiden der Tiere die wochenlang von Spanien nach Jamaika auf einem Schiff festgezurrt sind.
Mensch wie Tier ausgemergelt, erschöpft....
Wie viel Liebe und Treue gerade Pferde in sich haben, wozu sie fähig sind! Wer keine Pferde mag, kann sie nach dem Lesen nur schätzen und verehren lernen!
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Um noch mehr Geld und Macht zu besitzen - natürlich für die, die außer Reichtum viel mehr Reichtum plus Unterwerfung aller Geschöpfe sich als dubioses Ziel setzen, davon wird berichtet....
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Die frage stellte ich mir ab und an: Ist der Autor gar verrückt? Ist die Welt verrückt gewesen....? Ist sie es bis heute? Ja! Sie ist es!
Parallelen zu unserem HEUTE: Auch wenn der Roman um 1525 herum spielt, sind - leider -vorhanden: Macht, Gier, Unterwerfung, Intrigen....

Die Facetten Mensch hat Giner klar beleuchtet: Deren Grausamkeit und auch Güte, Hass plus Liebe.

Die Übersetzung des Romans in die deutsche Sprache ist absolut gelungen (das ist m.e. wichtig!
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Die Vielfalt der Sprache und des Ausdrucks machen in der Tat lese-gierig....!
Wieder ein G. Giner der nachdenklich macht, wunderschön schreibt, und perfekt das ganze Geschehen in Balance hält. Ich hoffe bald noch mehr von ihm.... Nun bin ich gierig?...
Spannend hoch 10!

Ich bin fast am Ende angelangt und habe fast noch nie so schnell ein Buch gelesen. Gelesen? Nein, geradezu verschlungen....
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TOP 500 REZENSENTam 3. Juli 2014
Die Geschichte beginnt im Jahr 1522, im südlichen Spanien. In einem Pferdestall kommt ein Kind zur Welt. Es handelt sich um den Protagonisten des Romans. Seinen ersten Atemzug tut der kleine Yago in Gegenwart eines Pferdes, und zu diesen edlen Tieren hat er auch von Anfang an eine ganz besondere Beziehung. Im Roman begleitet man Yago fast drei Jahrzehnte auf seinem Lebensweg, und dieser ist nicht einfach. Der Junge ist anders, denn schon frühzeitig zeigen sich bei ihm autistische Züge. Autismus war zur damaligen Zeit noch völlig unbekannt, und so wurde Yago schon im Kindesalter als sehr sonderbar, sogar als schwachsinnig, betrachtet. In den ersten Jahren lernt er keine Liebe oder Zuneigung, sondern nur Einsamkeit und Leid kennen, und da er es nicht anders kennt, hält er es für normal. Erst die Begegnung mit dem Kartäusermönch Camilo zeigt dem Jungen, dass das Leben auch ganz anders sein kann. Durch Camilo erfährt er Zuneigung und Freundschaft, aber immer wieder treten Ereignisse in seinem Leben ein, die ihn einem ungewissen, elenden Schicksal ausliefern und mit Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erfüllen. Es dauert sehr lange, bis Yago seine Bestimmung und seinen Platz im Leben findet und erkennt, dass auch er geliebt und gebraucht wird.

Mit Yago hat dieser Roman einen außergewöhnlichen Helden, der einerseits, bedingt durch seine autistischen Züge, oft auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist, der aber auch mit jedem Schicksalsschlag, den er erleidet, stärker wird. „Der Reiter der Stille“ ist für mich nicht nur ein historischer Roman, sondern ich betrachte ihn auch als Entwicklungsroman, denn es ist faszinierend, Yago bei seinen Erfahrungen zu begleiten und zu sehen, wie er sein Leben meistert. Auch sonst hat die Geschichte viele interessante Charaktere zu bieten, positive wie auch negative. Yago findet Menschen, die Verständnis für ihn haben, ja er erfährt sogar, was Liebe ist. Aber es gibt auch die andere Seite im Roman, wo Herzlosigkeit und Brutalität an der Tagesordnung ist, wo ohne Skrupel Menschen gequält und vermarktet werden. In Yagos Leben sieht es lange Zeit so aus, als würden die schlimmen Erfahrungen überwiegen. Einzig bei den Pferden findet er immer Zuflucht und Trost. Er verfügt über die einzigartige Fähigkeit, diesen Tieren in die Seele zu blicken. Ich muss gestehen, dass ich mich mit Pferden bisher kaum beschäftigt habe und auch nicht auskenne, worauf es bei der Zucht und Dressur dieser Tiere ankommt. Hier merkt man sehr klar, dass der Autor praktizierender Tierarzt ist und weiß, wovon er schreibt. Wie er die Verhaltensweisen und Wesensarten der verschiedenen Rassen erklärt, ist für mich gut nachvollziehbar und interessant dargestellt. Auch die historischen Hintergründe sind mit einer Fülle von Informationen ausgeführt. Das Zeitalter der Renaissance, wo man Pferde nicht mehr nur nach ihrem Nutzen sondern auch aufgrund ihrer Schönheit und Anmut betrachtete und würdigte, wird hier sehr lebendig und farbenprächtig geschildert. Nicht zuletzt das Thema Autismus, mit dem sich der Autor sehr intensiv auseinandersetzt, macht diesen Roman zu einem fesselnden Leseerlebnis. Auf über 700 Seiten ist die Vielfalt menschlicher Taten und Erkenntnisse ausgebreitet. Da geht es um Liebe und Treue, um Ehre und Mut, aber auch um Verrat, Intrigen und Gewalt. Der geradlinige, unkomplizierte Schreibstil und die vielfältige, packende Handlung machen das Buch zu einem mitreißenden Pageturner.
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TOP 1000 REZENSENTam 9. Juni 2015
Yago ist das Kind einer unseligen Verbindung. Der uneheliche Sohn des zwielichtigen Luis Espinosa und der Magd Isabel erblickt in einem Pferdestall das Licht der Welt. Einer Welt, in der kein Platz für ihn zu sein scheint. In seinen ersten Lebensjahren ist Yago dem Tod näher als dem Leben. Doch in der Stille seiner Einsamkeit keimt eine große Begabung.
Kurz nach der Geburt wird er in die Obhut seiner Tante gegeben. Doch das seltsame Kind, das viel schreit und sich nicht wie andere Kinder seines Alters entwickelt, ist der Tante verhasst. Ein finsteres Kellerloch wird Yagos Kinderstube. Dort, allein in der Dunkelheit, verbringt er seine ersten Lebensjahre. Nach dem Tod der Frau wird er von fürsorglichen Nachbarn in ein Waisenhaus der Kartäusermönche gegeben. Seine Andersartigkeit fordert die anderen Jungen aber zu immer gemeineren Streichen heraus.
Als der Mönch Camilo in Yagos große blaue Augen sieht, meint er das Herz des Jungen zu schauen und nimmt sich seiner an. Es ist der Beginn einer besonderen Beziehung zwischen einem Mann, der von Zeit zu Zeit mit seiner Bestimmung hadert und einem Menschen reinen Herzens, in dem eine außergewöhnliche Begabung schlummert. Da das Waisenhaus kein guter Platz für Yago ist, soll er sich als Stallknecht versuchen. Hier wird zum ersten Mal Yagos Talent zaghaft offenbar. Der Junge scheint die Seele der Pferde zu kennen. Bis Yago sich seiner natürlichen Begabung bewusst wird und die Chance bekommt, sie zu nutzen, hält das Leben noch zahlreiche harte Prüfungen für ihn bereit. Erst als er über die Maßen Verzweiflung, Verachtung und Schmerz kennen gelernt hat, findet er seinen Platz im Leben.
"Der Reiter der Stille" ist ein großartiger Roman über besondere Menschen und ihre außergewöhnlichen Begabungen. Und eine Liebeserklärung an Pferde. Gonzalo Giner hat Yagos Geschichte im Spanien des 16. Jahrhundert angesiedelt. Dass Yago am Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, leidet, wird im Buch mit keinem Wort erwähnt. Denn damals wussten die Menschen so gut wie nichts darüber. Die Kinder wurden weggesperrt, ins Irrenhaus gebracht, an Menschenhändler verschachert oder sie mussten sich irgendwie allein als Bettler durchschlagen - wenn sie überhaupt am Leben blieben.
Giner gelingt es auf sehr sensible Weise, die Besonderheit Yagos herauszustellen, ohne die Figur der Lächerlichkeit preiszugeben. Eine beachtliche schriftstellerische Leistung! Der Leser leidet mit dem Jungen, nimmt bewegt an seinem Schicksal teil und möchte ihn vor Gefahren beschützen. Dieses Kind, das voller Angst in sich selbst zurückgezogen lebt, rührt stark ans Herz und weckt elterliche Instinkte. Bei Yagos ersten Begegnungen mit Pferden hält man den Atem an. Man spürt, dass sich hier ein Genie offenbart, ist gefangen in der Faszination dieses fast schon magischen Augenblickes.
Giners Roman ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Mannigfaltigkeit der Schöpfung. Der Autor nimmt sich nicht nur des schwierigen Themas Autismus an, er teilt mit seinen Lesern auch seine große Liebe zu Pferden. Der Roman begleitet das Pferd beim Übergang vom Schlachtross des Mittelalters zum höfischen Pferd der Renaissance und gipfelt in der Eröffnung der ersten Reitschule der Welt. Und hier schließt sich der Kreis. Pferdegestützte - oder Reittherapie hilft heutzutage vielen Autisten, besser mit ihrer Einschränkung umzugehen.
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am 6. Februar 2014
Yago wird heimlich und unter schlechten Bedingungen im Stall geboren. Als man glaubte er sei tot, hauchte ihm ein Pferd Leben in den kleinen Körper und von dem Zeitpunkt an, hatte er eine intensive Bindung zu diesen Tieren. Doch sein Leben ist ein ständiger Kampf, ein Kampf nach Liebe und Ruhe. Diese findet er bei dem Mönchen Camilo, doch schon bald, steht sein Leben erneut vor dem Scheiterhaufen und alles was ihm bleibt, ist die besondere Bindung zu den Pferden.

Durch mehrere Handlungstränge entsteht ein ständiger Wechsel in diesem Buch. Yago ist dabei einer der Hauptprotagonisten, der so viel durchmachen muss. Während seiner Zeit in Spanien wird er gehänselt, missbraucht, verachtet und durch als er durch Umstände auf Jamaika landet, wird er versklavt. Der Autor beschreibt auf schockierende Weise, die Versklavung und das Leben der Sklaven auf einer Plantage.
"Yago wusste nicht, dass er Indioland betreten hatte- Sklavenland." (Seite 256)

Dann gibt es noch Don Luis Espinosa, einer der fragwürdigen Gestalten. Ein Mensch der auf Macht aus ist und vor nichts zurückschreckt. Ihm Gegenüber wird der junge Mann Fabián Mandrago gestellt, der sich für das Recht einsetzt und von den Machenschaften von Don Luis und seinen Freunden erfährt. Doch bevor er diese aufdecken kann, wiederfährt ihm Schlimmes und nach Jahren, bekommt er seine Chance auf Rache.
"Ohne zu wissen, hatte dieser Mann gerade dafür gesorgt, dass er ein gutes Stück schneller zu seiner Rache kam." (Seite 151)

Die Personen werden so gut beschrieben, dass man sie sich immer sehr gut vorstellen kann. Ob mit guten oder schlechten Absichten ist dem Leser schnell klar. Nur bei einigen offenbart sich das wahre Gesicht erst später und dies gibt dann einen kleinen Schockeffekt. Durch die detallierte Schilderung der Umgebung, reift nach kurzer Zeit ein Film im Kopf an und man vergisst die Zeit während des Lesens. Leider sind diese Stellen auch manchmal ein wenig langatmig und das nimmt dann die Spannung. Besonders an Stellen, wo man es kaum erwartet, reißt die Spannung durch eine genaue Personenbeschreibung ab. Manchmal ist weniger mehr.

Das Leben von Yago ist bildhaft beschrieben. Von der ersten Minute an können wir ihn heranwachsen sehen und bekommen mit, welch eine Odyssee er in jungen Jahren schon durch machen muss. Schnell war mir beim Lesen klar, dass Yago ein Autist ist und mir wurde es ganz schwer ums Herz, wenn man dann liest, wie mit ihm umgegangen ist. Erst durch das Auftauchen von Bruder Camilo ändert sich etwas in seinem Leben. Er nimmt sich seiner an und Yago scheint ihm einen Platz in seiner Welt zu schaffen.

"Yago, ich glaube, wir beide werden gute Freunde."(Seite 146)

Die Worte von Bruder Camilo taten so gut beim Lesen, denn Yago hat bis zu diesen Worten nur Leid erfahren. Sei es körperliche Züchtigung oder psychische Misshandlungen. Bruder Camilo war auch eine meiner Lieblingsfiguren, bei der ich mich immer freute, wenn sie wieder aufgetaucht ist. Er ist ein grundehrlicher und gutmütiger Charakter, den man von Anfang an einfach gern haben muss. Aber auch Carmen und Volker sehen in Yago mehr und erkennen sein Talent, mit Pferden umzugehen.

Das Buch ist ein richtiger Schmöker und man kann sich dank der Dicke in der Geschichte verlieren und erlebt somit einige wunderbare Lesestunden. Die Geschichte ist mitreißend und der Autor schafft es geschickt, Fiktion mit wahren Begebenheiten zu verknüpfen. Es ist eine Geschichte, die über Jahre hinweg andauert. In verschiedene Schauplätze (Stille, Staunen, Einsamkeit, Verzweiflung, Entdeckung, Überwindung und Gefühle) gegliedert, die einen neuen Abschnitt einleiten, verliert man als Leser nicht den Überblick in diesem Roman und die Einteilung ist gelungen und beschreibt mit nur einem Wort, was mit Yago in diesem Abschnitt passiert.

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, konnte ich es rundum zufrieden zuklappen. Es fehlte diesem Buch an nichts und für mich ist es ein Highlight. Es ist ein Buch, dass mir in Erinnerung bleiben wird.

Fazit:

Ein historischer Schmöker, der alles beinhaltet: Spannung, Intrigen und viel Gefühl.
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am 11. Oktober 2015
3,5 Sterne

Zum Inhalt

Andalusien, 1522

In einem Stall entbindet die unverheiratete Magd den kleinen Yago, entsprungen aus einem sehr flüchtigen Verhältnis mit dem angesehenen Plantagenbesitzer Luis Espinosa. Doch ebenso wie die Umstände seiner Geburt ist auch sein weiteres Leben von Schmerz und Enttäuschungen geprägt.
Durch die grausame Erziehung seiner Tante und seinem daraus folgenden Unvermögen, sich anderen Menschen mitzuteilen, ist Yago ein nahezu unmenschlicher Weg bereitet worden, der ihn an den Rand der Gesellschaft drängt und der Willkür seiner Mitmenschen aussetzt.
Ein paar kleine, zarte Lichtblicke schaffen es jedoch, ihn aus seiner in sich zurückgezogenen Welt hervorzulocken und die enge Verbundenheit zu Pferden rettet ihm nicht nur mehrfach das Leben, sondern zeigt ihm auch eine Chance zu entdecken, wer er wirklich ist.

Meine Meinung

Ich muss ja gestehen, dass ich hier im ersten Moment von dem Cover total begeistert war. Die Farben und das Arrangement haben mich sofort angesprungen und auch die Geschichte hat sich spannend angehört.

Der Klappentext verrät leider meiner Meinung nach etwas zuviel. Deshalb war ich am Anfang etwas enttäuscht, weil ich nicht mit so einer ausführlichen "Vorgeschichte" gerechnet hatte. Ich konnte mich dann aber recht schnell darauf einstellen und fand gerade die Passagen um Yago faszinierend, gleichzeitig aber auch erschreckend. Was er hier erleben muss ist an Grausamkeiten kaum noch zu überbieten und ich habe sehr mit ihm mitgelitten. Umso beeindruckender fand ich, wie er es trotz seines Autismus immer wieder schafft, zaghafte Verbindungen mit der "Außenwelt" zu knüpfen und sich einer Normalität anzunähern, die ihm seit seiner Geburt verwehrt worden ist.
In Einsamkeit und ohne Liebe aufzuwachsen, misshandelt und gefangen in beständiger Angst und Hilflosigkeit - ein Schicksal unter vielen zur damaligen Zeit, dass der Autor hier mit viel Feingefühl und Anschaulichkeit erzählt hat.

Es gab aber auch noch andere Handlungsstränge, die mich nicht alle gleichermaßen begeistern konnten

- Das Leben von Yagos Vater, Luis Espinosa, der sich dem Ziel von Reichtum und Macht verschrieben hat und dazu über Leichen geht.
- Fabián Mandrago, ein Inspekteur, der Luis Machenschaften auf der Spur ist
- Der Kartäusermönch Camilo, der durch sein Mitgefühl eine große Rolle in Yagos Leben spielen wird und
- Volker von Wortmann, ein deutscher Offizier und Kommandant der Leibgarde des Vizekönigs von Neapel, der eine große Wandlung durchmacht.

Das sind nur einige, denn auf Yagos Reise begegnen ihm noch viele weitere Figuren, die ihn in die tiefsten Abgründe der menschlichen Hölle führen, aber auch einige, die ihn wieder daraus hervorlocken.

Viele Themen wurden in der Handlung angeschnitten; die Pferdezucht, der Glaube, die Seefahrt, die Sklaven, Krankheiten und Medizin, die Regierung, die Musik, die Kunst ... ein wirklich vielfältiges Spektrum, das aber sehr gut aufeinander abgestimmt war und sich auch wunderbar miteinander verwoben hat. Trotzdem waren mir einige Abschnitte zu langatmig und ich musste mich beim Lesen doch manchmal überwinden. Manche Wendungen und Verläufe sind mir zu umständlich gewesen und es gab auch sehr viele Zufälle, auch wenn sie geschickt kaschiert worden sind.
Manchmal hatte ich den Gedanken, dass es etwas zu viel war, was Yago in seinem Leben passiert ist, das soviel Unglück einem einzelnen Menschen gar nicht passieren kann! Dadurch war es aber auch umso realistischer, denn die damalige Zeit ist eben auch in vielerlei Hinsicht genau so gewesen.

Die Bewertung ist mir hier sehr schwer gefallen, weil gerade der Lebensweg von Yago mir imponiert hat und eindrucksvolle Momente geschaffen wurden; demgegenüber aber auch vieles andere streckenweise zäh und für mich leider auch langweilig war. Am liebsten würde ich die Sterne komplett weglassen - aber da ich es auf anderen Plattformen eh angeben "muss", hab ich mich für eine Zwischenlösung entschieden. Wirklich zufrieden bin ich damit aber auch nicht.

Fazit

Beeindruckende und gut recherchierte Geschichte um Yago, der kaum Chancen hatte, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Sein besonderes Gespür zu Pferden hat ihm jedoch einen Ausweg gezeigt, der ihm immer wieder den Mut gegeben hat, weiterzumachen und seinen Weg zu finden.

© Aleshanee
Weltenwanderer
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