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am 10. August 2016
Die Box mit 10 CDs bietet alle Beethoven-Sinfonien und eine Vielzahl sonstiger sinfonischer Werke Beethovens, dirigiert von Klemperer zwischen Mitte der 50-er und Ende der 60-er Jahre, also gegen Ende der Lebens- und Schaffenszeit dieses Dirigenten. Klemperer war einer der großen Beethoven-Dirigenten, und seine Interpretationen dieser Werke zu hören ist gewiss eine Bereicherung. Da die CD-Box von mehreren Werken auch mehrere Varianten bringt, hat die Box für Sammler auch einen hohen Repertoire-Wert. Gegen den Klang ist nichts Wesentliches zu erinnern. So weit so gut, das ist im Grunde auch in Kurzform das, was meine Vor-Rezensenten (teils viel kenntnisreicher und ausführlicher) angemerkt haben. Ich möchte allerdings zudem noch zweierlei unterstreichen.

Die Kriterien der Entscheidung, welche Stücke genau für die Box ausgewählt wurden, ist mir auch nach Lektüre des Beihefts schleierhaft. Laut Beiheft soll Klemperer, wenn ich es recht verstehe, drei komplette Sinfoniezyklen-Einspielungen im relevanten Zeitraum geschaffen haben, um 1954, um 1959 und um 1968. Laut Beiheft sollen die beiden letzten schon sehr von der Tendenz Klemperers geprägt sein, Beethoven gegen Ende seines Lebens immer langsamer zu dirigieren und seien weniger empfehlenswer, der Autor lobt hingegen ausdrücklich den Zyklus von 1954 als maßgeblich. Skurrilerweise ist auf der CD aber nur der Zyklus 1959/1960 komplett mit allen Sinfonien vertreten. Der 1954-Zyklus ist nur mit den Sinfonien 3, 5 und 7, und der Zyklus von 1968 nur mit Nr. 7 vertreten. Zu den Sinfonien kommt die Große Fuge, die Ouverüren Leonore 1 (zweifach), Leonore 2 (zweifach), Leonore 3 (zweifach), Fidelio (zweifach), Coriolan, König Stephan; sodann Egmont (nicht nur die Ouvertüre, sondern auch darüber hinausgehende Auszüge) und die Die Weihe des Hauses (zweifach), ferner Die Geschöpfe des Prometheus (einmal nur die Ouvertüre, einmal ein auch darüberhinausgehender Auszug aus der Ballettmusik). Die Verwirrung über diesen Auswahlmodus (vielleicht gibt es ja ein Prinzip, aber verstanden hab ich es nicht) wird bei mir noch verstärkt durch die ästhetisch sehr störende konfuse Verteilung der Werke auf die einzelnen CD's. So wird weder nach dem Prinzip "Chronologie", noch nach dem Prinzip "Erst die Sinfonien, dann die anderen Stücke" sortiert, noch kommen z.B. die verschiedenen Versionen eines Stücks nacheinander - vielmehr hat man den Eindruck es wurde maximal geschüttelt und dann blieb alles irgendwie liegen. Teils wirkt die Anordnung geradezu absichtlich verwirrend, man denkt: "so viel Durcheinander ist auch schon eine Kunst!". Und um einen Punkt aufs i zu setzen: Das Ganze wird auf der Box auch noch so unübersichtlich dargestellt, dass man Kopfweh bekommt.

Abschließend möchte ich bemerken, dass auch nach meinem Geschmack, ebenso wie nach dem eines Vorrezensenten und dem des Beiheftautors, der Zyklus von 1959/1960 (und erst recht der von 1968) zu langsam dirigiert sind. Einige Passagen einiger Sinfonien wirken wirklich geradezu wie in Zeitlupe, kein Wunder wenn z.B. die 5. Sinfonie (1959) 40 Minuten dauert, im Vergleich zu 32 Minuten (die Kletzki-Einspielung auf Supraphon, mein persönlicher Lieblings-Beethoven), oder die 7. Sinfonie (1968) 43 Minuten verglichen mit 36 (Kletzki). Von daher aus meiner Sicht eher etwas für Klemperer-Liebhaber und Sammler, als ein "Basis-Beethoven"
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TOP 500 REZENSENTam 19. April 2016
Im Jahr 1954, als der große Dirigent Otto Klemperer (1885-1973) gesundheitlich bereits stark angeschlagen war, verpflichtete ihn der EMI-Produzent Walter Legge trotz anfänglicher Bedenken als Leiter für das von ihm gegründete Philharmonia Orchestra, das der Dirigent in der Folge bis 1971, als er seine Tätigkeit aus Altergründen aufgeben mußte, geführt hat. In dieser langen Zeit entstand eine Fülle von Aufnahmen, und Beethovens Werke standen stets im Zentrum seines Wirkens.
Die ersten Aufnahmen in London wurden noch in Mono produziert, so u.a. einige Ouvertüren sowie die Sinfonien Nr. 3 (Eroica), Nr. 5 und Nr. 7. Später wurden diese Werke noch einmal, im Rahmen der Gesamtaufnahme aus den Jahren 1957 bis 1961, in Stereo aufgezeichnet.
Außerdem wurde die Sinfonie Nr. 7 noch einmal 1968 aufgenommen, ganz in der Spätzeit seiner Aufnahmetätigkeit. Der genaue Anlaß dazu ist nicht bekannt, aber wir wollen froh sein, auch dieses Dokument zu besitzen, obwohl die manchmal doch recht schleppenden Tempi von der nachlassenden Konzentration des Dirigenten zeugen. Immerhin war er zu diesem Zeitpunkt bereits 83 Jahre alt. Für jeden Klemperer-Verehrer dürfte die Kassette eine wahre Fundgrube und schlicht ein Muß bedeuten.
Einsteigern würde ich diese Beethoven-Box allerdings nicht ohne Bedenken empfehlen, da würde ich eher zu Karajans Berliner Einspielung von 1961/62 oder zu Soltis, Bernsteins oder Günter Wands Zyklen raten, die insgesamt großartig gelungen sind und ihren eigenständigen Wert besitzen.
Wer allerdings mit den Werken schon einigermaßen vertraut ist, der wird an Klemperers Sicht seine helle Freude haben. Nie ist Beethovens symphonisches Schaffen so monumental, so ernst und mit solcher inneren Beteiligung in die Rillen gebannt worden, wobei nicht verschwiegen werden soll, daß - wie übrigens auch bei allen anderen Dirigenten - nicht alle Werke gleichmäßig gut gelungen sind. Herausragend sind ohne Abstriche die breit und majestätisch dargebotene Eroica, die Vierte, die naturselige Pastorale, sowie die letzten Symphonien, Nr. 7-9.
Die Erste ist mir ein wenig zu ernst und akademisch, mit Blick auf das Spätwerk genommen, hat aber ihre unbestreitbaren Qualitäten und kann Klemperers ganz persönliche Lesart nicht verleugnen. Dies gilt auch mehr oder weniger für die Zweite. Die Fünfte Symphonie (in der Stereo-Fassung von 1959) läßt ein wenig Feuer vermissen, da ziehe ich die Mono-Aufnahme, die der Dirigent 1954 eingespielt hat und ebenfalls hier wieder veröffentlicht wird, deutlich vor. Insonderheit der letzte Satz ist in der Stereo-Version zu wenig himmelstürmend geraten, das Tempo scheint mir ganz einfach zu langsam. Dafür strotzt die Achte vor Witz und guter Laune, während die Neunte mit einem Ernst und einer Würde dargeboten wird, die immer wieder überwältigt. Hier sind die getragenen Tempi in den ersten drei Sätzen völlig überzeugend und die folgerichtige Vorbereitung für die großartige Schlußsteigerung im Finale. Der Chor singt mit Wucht und Präzision, die Solisten sind in Ordnung. Alles in allem ein Meilenstein und ein Dokument von unvergänglichem Rang, dem auch die weniger gut gelungenen Werke keinen nennbaren Abbruch tun.
Fazit: Ein großartiges Dokument, welches Beethoven zur Ehre gereicht und für jeden Klemperer-Freund ganz unverzichtbar ist. Ich bin überzeugt, daß diese Aufnahmen ihren Rang behaupten werden, solange es Schallaufzeichnungen geben wird. Wo wäre heute der Künstler, der ein solches Riesenwerk in dieser singulären Gesamtqualität und auf dem hohen geistigen Niveau auf die Beine stellen könnte?
Sämtliche Aufnahmen entstanden in London, teils in den legendären Abbey Road Studios, teils in der Kingsway Hall. Klanglich sind sie unterschiedlich ausgefallen, doch die digitale Aufbereitung hat wahre Wunder gewirkt, so daß selbst die Monoaufnahmen von 1954 und 1955 in ordentlicher Qualität erklingen. Die Textbeilage entspricht leider nicht dem künstlerischen Wert der Aufnahmen. Man hätte gerne mehr über die Hintergründe der Aufnahmen erfahren. Immerhin sind die Aufnahmedaten sorgfältig vermerkt. Klare Kaufempfehlung!
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Zur den Interpretationen hat MICIO hier schon Kluges und Wahres gesagt. Ich möchte nur noch näher auf das Konzept der VÖ und die Digital-Transfers eingehen:
Schön, dass die EMI nach längerer Zeit die Klemperer-Aufnahmen als Boxen herausbringt - auch mit den älteren Mono-Alternativaufnahmen. Konsequent und wirklich spannend wäre gewesen, bei dieser Ausgabe diese frühen Aufnahmen in der Mono- und der teilweise auch vorhandenen Stereo-Version derselben Einspielung (mit unterschiedlichen Equipments aufgenommen!) gegenüber zu stellen. Der unterschiedliche Höhreindruck ist erstaunlich! Und warum nutzt EMI nicht konsequent die bestmöglichen Digialtransfers? Schade zwei vertane Chancen!
Der Klang der Überspielungen ist gut (die Beethoven-Box scheint klanglich einen Tick besser als die entsprechende Romantik-Box und der Mozart-Box zu sein), in 90% der Stücke aber den Japan-Ausgaben unterlegen. Diese sind voluminöser, glanzvoller, räumlicher feiner in der Auflösung und natürlicher in den Orchesterfarben. Allerdings eben auch weniger "clean", auch mit etwas mehr Band-Hiss und hie und da Rumpeln im tieffrequenten Bereich...

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Über ein Feedback (Kommentare) zu meinen Bemühungen des Rezensierens würde ich mich freuen! Lesen Sie gern auch andere meiner weit über 200 Klassik-Besprechungen mit Schwerpunkt "romantische Orchestermusik" (viel Bruckner und Mahler), "wenig bekannte nationale Komponisten" (z.B. aus Skandinavien), "historische Aufnahmen" und immer wieder Interpretationsvergleiche und für den Kenner bzw. Interessierten meist Anmerkungen zum Remastering!
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am 17. Januar 2013
Dass EMI an einen Finanz-Investor verkauft wurde, wird womoeglich zu deutlich weniger Neu-Aufnahmen im Klassik-Bereich fuehren.
Hingegen scheinen die jetzigen Verantwortlichen eine bessere Vermarktung des vorhandenen und historischen Katalog-Erbes zu planen.
Das zeigt sich nun in der Reihe, die zu Ehren Otto Klemperers herausgebracht wird, der DIE stuetze des klassischen symphonischen Repertoires der EMI in den spaeten 50er und 60er Jahren war.
Was seine Beethoven-Interpretationen angeht, so waren diese nie unumstritten, was Werktreue angeht. Denn seine Tempowahl in den bisher bekannten Ausgaben der Beethoven-Symphonien hielt sich kaum an Beethovens Metronom-Angaben. Hierzu sollte man sicher eher auf Scherchens, Gielens oder Leibowitz' Aufnahmen zurueckgreifen, oder eben auf neuere Interpretationen im "Originalklang".
Dennoch entwertet gerade diese CD-Box das Vorurteil, Klemperer habe immer sehr langsam dirigiert. Das letztere trifft sicher auf die Einspielungen aus den mittleren und spaeten 60er Jahren zu, vor allem die mit dem "New" Philharmonia Orchestra, nach dem Zerwuerfnis mit dem visionaeren EMI-Prozudenten Walter Legge.
Hier sind nun fruehere Aufnahmen (teilweise in Mono) der 3., 5. und 7. Symphonie zugaenglich gemacht worden, die zum Teil schnellere Tempi aufweisen. Es gibt in der Box auch Alterntivaufnahmen der Beethoven-Ouverturen. Wenn ueberhaupt waren diese Einspielungen bisher nur schwer beschaffbar.
Allerdings darf man daraufhinweisen, dass Klemperer auch mit dem WDR in Köln fast alle Sinfonien und mit dem Philharmonia Orchestra einen kompletten Beethoven-Zyklus bei Konzerten in Wien in kuerzerer Zeit aufgefuehrt hat, als die EMI-Einspielunden entstanden sind. Die Aufnahmen dieser Konzerte sind ebenso interessant, und zumeist -- wenn auch in Mono -- klanglich sehr gut erhalten (auf diversen Labels).

Was Klemperers Interpretationen, nicht nur bei Beethoven ausmacht, ist der stets sehr durchhoerbare Orchesterklang, mit exzellenter Ausarbeitung der Orchesterstimmen. Selbst bei langsamen Tempi kommt nie der wulstige schwere Orchesterklang heraus, den man von Dirigenten kennt, die Beethoven aus der romantischen Tradition interpretierten. Er vermeidet auch die stromlinienfoermige Aesthetik Karajans, die sicher auch ihre Anhaenger hat.
Ich moechte hier Beethovens Pastorale als Beispiel nennen, in der er langsame Tempi waehlte. Diese Version zaehlt aber trotzdem nach wie vor, neben den deutlich schneller gespielten Aufnahmen mit Kleiber Senior und Junior, zu meinen Favoriten.
Dass Klemperer grossen Wert auf Orchesterstimmen legte und dies jederzeit und jedem Orchester abverlangte, laesst sich gut beweisen, in dem man sich die verschiedenen Aufnahmen anhoert. Es kann kein Zufall sein, stets aehnlich gute Durchhoerbarkeit wiederzufinden.

Die ganze Reihe dieser Aufnahmen ist daher von hohem Repertoire-Wert, nicht nur fuer Verehrer von Klemperer.
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