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VINE-PRODUKTTESTERam 23. Juli 2013
Man darf sich nicht täuschen lassen: Bücher wie dieses lesen sich leicht und amüsant - und erfordern den ganz großen Geist. Sehr wenige Autoren können so schreiben.
Alain de Botton hat in London vor einigen Jahren "The School of Life" gegründet. Diese setzt sich zum Ziel, Abend für Abend auf hohem Niveau Lebensfragen zu beantworten. Leider hatte ich noch nicht persönlich die Gelegenheit, dort anwesend zu sein, aber Bekannte, die es waren, berichten von einer ausserordentlich geistvollen und inspirierenden Atmosphäre.
Analog zu diesem Unternehmen gibt es nun auch eine geistreiche Buchreihe mit de Botton als Herausgeber.
John Armstrong, der Autor dieses Buches, lebt derzeit in Australien und arbeitet im universitären Bereich als Philosoph. Das ermöglicht ein kultiviertes Dasein aber eben nicht allzu häufig jene gestärkten Servietten in teuren Restaurants von denen er als kultivierter Engländer eigentlich schwärmt. Und daher schreibt er ein Buch über Geld während seine Frau es "verdient", aber, zu seinem aufrichtigen Bedauern, lieber Hühnersuppe zu Hause isst.
Anlass genug, geistreich über die Ehe, das Geld, die Trauer, den Neid und persönliche Wünsche nachzudenken. Das Buch behandelt das Thema "Geld" auf dem sehr hohen Niveau eines kultivierten englischen Philosophen, der den eigenen Emotionen freundlich-distanziert gegenüberstehen kann. Er schafft es, den Leser sowohl intellektuell als auch emotional anzusprechen und eine Atmosphäre von Kultur und Geist zu vermitteln, die bei allen sehr freundlich-distanziert angesprochenen existentiellen Konflikten, etwas Tröstliches hat. Dieses Buch ist nicht eines aus der Reihe "Ich mach Dich Reich" des englischen Emporkömmlings Paul McKenna, den ich Gelegenheit hatte persönlich zu erleben und der trotz unbestrittenem Erfolg und trotz unbestrittenem Reichtum nicht sehr viel mehr verbreiten kann als die hemdsärmelige Erfolgsseligkeit des hochgekommenen Proleten mit der Sehnsucht nach Achievement. Nein, derartige Plattitüden leistet sich Armstrong gewiss nicht. Natürlich, das ist ein bisschen unfair, richtet sich das Buch nicht an Menschen, die, wie Armstrong gleich zu Beginn unterscheidet: Geldprobleme statt Geldsorgen haben.
Armstrong schreibt für Menschen des Mittelstandes und das Ziel ist, diesen Menschen eine reflektierte, dialektische, geistvolle Auseinandersetzung mit Geld zu vermitteln. Der Nutzen dieses Buches für den Leser besteht in einer Kultiviertheit, die sich sorgsam abhebt von allen Formen blinden Statusdenkens. Keine dämlichen Bemerkungen über Markennamen, eine angemessene, augenzwinkernde Trauer über die Sehnsucht nach einer etwas besseren Wohngegend, ein Verweis auf Sigmund Freud und eine tiefe und ernstzunehmende Auseinandersetzung mit Schuldgefühlen und Geld.
Und ein lesbarer, leicht lesbarer Stil von Kultiviertheit, dem jedes intellektuelle Protzen fehlt und den sich nur sehr wenige, sehr wirklich gebildete Menschen leisten können.
Vor einigen Jahren las ich: "Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird", von Alexander von Schönburg, der Bruder der permanent haargefärbten, lärmenden Gräfin Gloria, die es halt als verarmte Adelige dank passender Heirat etwas besser erwischte als ihr Bruder und wer diese Bücher vergleicht, der ermisst, wie kläglich von Schönburg hier mit seinem piesackendem Name-Dropping gescheitert ist.
Armstrong möchte eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung. Und ist durchaus der Meinung, zu diesem Zwecke könnte man sich wenigstens ein ordentliches Jackett anziehen.
Ein wirklich wunderbares Buch, das, wie Virginia Woolf es schrieb, das "Licht im Rückenmark entzündet".
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am 4. Januar 2016
Dieses Buch ist etwas für alle, die sich gerne mit Geld beschäftigen und mit der Frage, wieso uns das so stark beherrscht. Warum sind wir nicht mit weniger zufrieden und was tun, wenn es nicht reicht. Das Buch behandelt das Thema philosophisch, ist also nicht für Leute, die Aktientipps lesen wollen. Mir hat es sehr gut gefallen, ich lese immer wieder mal darin.
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am 4. Dezember 2016
Von den vielen Themen waren zwei drei dabei die mich sehr bewegt haben und mein Verständnis zum Thema Geld erweitert haben. Es hat mich in wenigen Punkten inspiriert dafür aber ordentlich. Danke an den Autor.
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am 20. März 2013
Das Buch und das Thema sind gut. Ich kam leider nicht besonderes klar damit. Wahrscheinlich auch, weil ich was anderes erwartet habe.
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