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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Oktober 2013
Wer eine stringente, gut besetzte und gespielte sowie handwerklich gut inszenierte Geschichte erwartet, dürfte mindestens teilweise enttäuscht werden. Wer sich für "interessantes Scheitern" begeistern kann, bei dem auch noch im Unzulänglichen und Ungelenken ein Feuer lodert, das so manchem perfekten Elektrokamin den Rang abläuft, kann sich an den Flammen des vorliegenden Filmes erwärmen. Und so einer bin ich. Sehr subjektive vier Sterne. Schon der Anfang ist wunderbar. Lord und Lady Esketh fechten ihren Ehekrieg mit Worten in einem luxuriösen Zugabteil aus. Martin Seel hat ein sicherlich sehr gelehriges Buch namens "Die Künste des Kinos" geschrieben, in dem er laut FAZ-Rezension behauptet, das Kino sei in seiner Direktheit, mit der es dem Betrachter eine Perspektive geradezu aufzwinge, von Vergänglichkeit bedroht. Dies ist zumindest bei einigen Filmen Quatsch, so auch bei diesem. Wie genial nutzt der mir ansonsten eher als nur verlässlicher Vieldreher aufgefallene Regisseur Jean Negulesco die damals sehr breite Breitwand! Bei der Aussprache sind die Eheleute räumlich getrennt, es gibt kein Hin- und Herschneiden, der Zuschauer entscheidet wie bei einem Theaterstück selbst, ob er jeweils auf den Sprechenden oder auf den anderen schaut. Man sollte diese Szene auf jeden Fall zwei Mal sehen. Lana Turner als Edwina: Die pure kalte Eleganz und perfekt gestylte Langeweile, wenn der Gatte ihr die Aufwartung macht. Michael Rennie als Lord Albert Esketh: falsche Freundlichkeit und zynischer Hass, der vor allem Selbsthass sein dürfte. Motive werden verdeutlicht: Edwina hatte Albert geheiratet, um die Milch und das Fleisch der Kuh zugleich zu haben - einen Schwächling, der sie nie an Eskapaden mit anderen Männern hindert, aber eine sichere Bank, auf die sie sich immer verlassen kann, wenn alles andere einmal zerplatzen sollte. Ist dies nicht - zugegebenermaßen ein Argument, der den Film vielleicht intelligenter macht, als er gemeint war - die Umkehr einer typisch männlichen Verhaltensweise, ist Edwina damit auf eine seltsame Weise emanzipiert statt nur böse? Auch wenn in der 1950er-Eisenhower-Ära mannigfaltig betont werden muss, wie "schlecht" Edwina sei, steht sie doch filmisch in einer Tradition von frechen Pre-Code-Frauen, die letztlich überzeugend ("Baby Face"), weniger überzeugend ("Female") oder gar nicht ("Red-Headed Woman") "gezähmt" wurden. Und Albert ist ein Weichei! Wieso tut er sich diese Qual eigentlich an? Können wir glauben, dass er Edwina aus Liebe geheiratet hat und "noch Ideale hat", wie er sagt? Verwechselt er Liebe nicht eher mit einem Beschützerinstinkt, nach dem Mann in gnadenloser Selbstüberschätzung fähig ist, in JEDER weiblichen Wuchtbrumme den gefallenen Engel zu sehen und herauszukitzeln? Eine Besetzung der weiblichen Hauptrolle mit Marilyn Monroe wäre interessant gewesen, da die Frau oder besser gesagt die öffentliche Ikone von ihr zeitlebens solche Beschützerinstinkte geweckt hatte. Gleichwohl ist Lana Turner klasse: Eigentlich hat sie recht weiche Gesichtszüge und einen kleinen zuckersüßen Mund, aber ihr Kleidungs-, Styling- und Lippenstiftpanzer sowie das harte Licht verdecken dies effektvoll. Erst in einer der letzten Szenen ist sie viel kontrastärmer und weicher gestylt und gefilmt. Man kann von dem Widerstreit zweier Seelen in Edwina halten, was man will; es kann sein, dass ich dem Film und Lana Turner auf den Leim gegangen bin, aber um mal wieder Karasek zu zitieren, sinngemäß: "Das tue ich gern, wenn der Leim gut ist." Und das ist er!

Das Ehepaar trifft im indischen Ranchipur ein, wo Albert der Herrscherin, der "Maharani", ein Pferd abkaufen möchte. Auftritt für den indischen Arzt Dr. Rama Safti (allen Ernstes Richard Burton), einen großen, integren Mann, der für seine Überzeugungen sogar im Gefängnis gesessen hat, belesen, kultiviert, aber in der Liebe unerfahren und von der Helikopter-Maharani etwas zu sehr wie ein eigener Sohn behandelt. Genau wie ihr Pferd betrachtet sie ihn als ihr Eigentum, das sie auf keinen Fall weggeben möchte und das unbezahlbar sei. Natürlich wird es knistern zwischen Edwina und Safti - aber knistert es auch überzeugend? Angesichts Saftis Unerfahrenheit ist plausibel, dass die gewiefte Edwina den Mann recht flott zu heißen Küssen bewegen kann - aber zu Liebe? Der Film behauptet es schließlich jedenfalls, und er behauptet auch, dass Edwina nun lieben könne. Dies wird sehr kontrovers gewertet und ist sicherlich ein Wagnis. Wissen die beiden überhaupt, was wahre Liebe ist? Ich neige dazu, ihnen zumindest zu glauben, dass beide erstmals eine Intensität an aufrichtigen Gefühlen erfahren, die sie so noch nicht kannten und die sie im Leben weiterbringen wird. Ob die beiden glücklich miteinander werden könnten, jahrzehntelang, ist zweitrangig. Denn es geht in diesem Film nicht so sehr um Liebe, sondern um Stärke. Diese können die beiden ineinander und in sich selbst finden bzw. erst erwecken. Edwinas Schlechtigkeit scheint mir nicht zuletzt darin motiviert, dass sie nur Schlappschwänze kennengelernt hat, die sich ihrem Willen und/oder ihrer Libido allzu leicht beugten. Sie ist in dem klassischen Dilemma der femme fatale, wobei der Vergleich mit "Baby Face" und "Female" (beide 1933) vielleicht nicht so gewagt ist, wie es scheint: Es geht um Frauen, die Männer verführen und diese gerade verachten, WEIL es so leicht gelingt; so werden sie immer weiter Männer ins Unglück stürzen, ein Teufelskreis. An Safti kann Edwina schätzen, dass er so anders ist, einerseits ganz unschuldig-rein und ebenfalls verführbar, andererseits am Schluss dann doch integer und eben nicht bereit, für seine Gefühle alles zu geben und aufzugeben. Und außerhalb der Liebe sowieso "ein Kämpfer", genau wie Edwina, das bringt ihr erster wichtiger Dialog beim Betrachten eines Bildes sehr schön symbolhaft zum Ausdruck. Daran kann auch Edwina reifen, von der entgegen dem wortreichen Dialog schon am Anfang gezeigt wird, dass sie nicht völlig verdorben und gefühllos ist: Es tut ihr immerhin noch weh, wenn Albert ihr den Spiegel vorhält, aber sie möchte sich dem aussetzen. Sie fordert geradezu heraus, dass er ihr die Wahrheit sage, und als er es tut ("Du hast allen Mammon der Welt und überhaupt kein Herz."), möchte sie ihn ohrfeigen. Wäre sie wirklich gefühlskalt, könnte es ihr egal sein.

Das Thema Schwäche und Stärke wird recht interessant in den Nebenfiguren Tom Ransome (Fred McMurray) und Fern Simon (Joan Caulfield) gespiegelt. Tom und Edwina sind alte Freunde, und es wird nahegelegt, dass sie noch weit mehr waren. Konsequenterweise ist Tom die Spiegelung von Edwina; ein Schwächling, der jedoch seinen Kummer nicht (mehr) in Sexgeschichten, sondern in Alkohol ertränkt. So wie Edwina muss er nicht arbeiten, sondern hat genug Geld, um recht ordentlich in Indien leben zu können. Fern ist Safti. Fern ist wie er eine allzu behütet aufgewachsene junge Frau. Auch sie hat eine Helikoptermutter, die zu wissen meint, was und vor allem wer das Beste für Fern sei. Auch sie hat wie der Arzt Safti eine berufliche Ambition, die mit idealistischem Dienst am Mitmenschen und am Gemeinwohl verbunden ist. Sie will Lehrerin werden, und ein Dialog mit dem zweifelnden Tom ("Den Menschen kann man doch gar nichts beibringen.") verdeutlicht, dass sie dies ganz und gar aus idealistischen Motiven möchte. Wenn sie dann aber Tom unverblümt bittet, ihr 1.000 Dollar für die Studiumsfortsetzung zu leihen und wenn sie (in einer anderen Szene) erotisch ihre Beine und nackten Füße vor ihm schlenkern lässt, scheint sie wieder zielstrebig wie Edwina, so wie andererseits Toms Schwäche mitunter auch an Albert erinnert. Fern ist Safti ist die gute Variante der erotischen Edwina. Tom ist Edwina ist die gute Variante des schwachen Albert. Naja, vielleicht. Aber ich bin immer geneigt, einen Film wie überhaupt jedes Werk irgendeiner Kunstform hochzuhalten, wenn es zumindest MÖGLICH macht, zu Gedanken anzuregen, wie dies möglicherweise gar nicht beabsichtigt war. Jedenfalls werden Tom und Fern aneinander reifen wie Edwina und Safti. Jeweils auch miteinander? Raten Sie einmal. Durften im Hollywoodfilm des Jahres 1955 eine Amerikanerin und ein Inder zusammenkommen? Natürlich nicht! Schade, man hätte ihnen zumindest gegönnt, dass sie es ausprobieren, vielleicht den Karren an die Wand fahren, aber aus allem auf jeden Fall gestärkt und gereift hervorgehen. Das den Konventionen geschuldete Schlussbild ist jedoch eindeutig over the top: Sicher, Edwina muss mit Albert zusammenbleiben. Aber hätte man sich nicht sparen können, durch eine zärtlich-nachdenkliche Berührung Beider Hände anzudeuten, dass es noch eine Chance auf eine halbwegs glückliche Ehe bzw. auf einen Neuanfang geben könnte? Warum, in drei Teufels Namen, soll es diese geben, bei allem, was passiert ist und bei allem selbstgefälligen Masochismus, den sich Albert die ganze Zeit geleistet hat? Wenn Albert vorher einmal ankündigt, die Scheidung demnächst endlich einzureichen, zeigt die Kamera einen Schatten über ihm. Stimmig, dass Edwina ihn auslacht und ihm ins Gesicht sagt, er sei noch jedes Mal zurückgekommen, und das werde er dieses Mal ebenfalls tun. Und später dieses Hoffnung heischende Ende? Da passt etwas ganz und gar nicht.

Auch ein paar andere Dinge passen nicht. Wie schon in der vormaligen Verfilmung von 1939 steht eine Naturkatastrophe, wohl ein "reinigendes Gewitter", im Mittelpunkt des Filmes. Ist ganz nett anzusehen, wie mit Miniaturen, Pappmaché und teils recht popeligen Überblendungstricks gearbeitet wurde, aber hier hätte ich mehr und Besseres erwartet. Wir schreiben 1955! Hat sich in beinahe 20 Jahren tricktechnisch nicht das Geringste getan? Neben "Vom Winde verweht" (Selznick) setzte die auch hier verantwortliche "20th Century Fox" in den 1930er Jahren Action-Maßstäbe, vor allem in "In Old Chicago" (1937) und eben in "The Rains Came" (1939). Das alles ist auch nicht schlechter anzusehen, gelegentlich sogar besser. Ein weiteres Ärgernis: Des Filmes Interesse am Schicksal der Armen und Schwachen verkommt zu purer Heuchelei, wenn wie diese Armen und Schwachen einzig in der Actionszene sehen, und nur, um in Massen in Erdspalten oder unter Pappmaché zu verrecken. Schließlich: Richard Burton als Safti ist mindestens fragwürdig. Zwar halte ich ihn für einen großen Schauspieler. Und angesichts seines selbstsicheren, überlegenen, charismatischen, aber auch wandlungsreichen Auftretens überzeugt er selbst dann als großer Idealist mit Gefühlszweifeln, wenn in seiner Rolle das Charisma eine Funktion als Womanizer nicht einschließt. Indes, Kakaobutter ist auch kein Allheilmittel, um einen Europäer zum Inder (mit stahlblauen Augen!) zu machen. Angesichts Burtons Schauspielkunst gerade noch verschmerzlich, aber sicherlich nicht die Idealbesetzung. Schade auch, dass die Hauptdarsteller wohl nicht oder zumindest nicht immer am Drehort (Pakistan) anwesend waren; einige wenige schauerliche Rückprojektionen stören das ansonsten nicht authentische, aber bildprächtig eingefangene Film-Indien doch mehr als nötig. Insgesamt aber eher Gefühls- als Schauwert-Abenteuer. Selbst die Tigerjagd ist nichts als Symbolik: Albert erlegt das Wild (natürlich ist Edwina gemeint) nur scheinbar, wird aber Verwundungen davontragen, und Safti besiegt das Tier (in Edwina?) endgültig. Man kann diesen Film als Kammerspiel und Psychodrama durchaus genießen, auch wenn Mängel unleugbar sind. Was für eine Leidenschaft! Und manchmal eben auch mit Leidenschaft im Abseits, aber das ist viel besser, als immer auf Nummer Sicher zu gehen.

Die BluRay hat ein scharfes, farbsattes Bild, den deutschen und englischen Ton, leider keine Untertitel und keine nennenswerten Extras.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Oktober 2013
..., so Lord Esketh (Michael Rennie) über seine Frau Edwina (Lana Turner), die einmal mehr eine neue Trophäe auf die Liste der flachgelegten Männer setzen möchte. Wer das Geld und das Sagen in dieser Zweckgemeinschaft hat, wird uns auch schnell erklärt. Edwina hat die Kohle, der Mann den Titel. Sie zu ihm: "Du kannst von meinem Geld so viel ausgeben wie du willst. Aber wenn du einmal nicht das Selbe willst wie ich, hast du zu tun was ICH will." Man ist gerade auf dem Weg ins entlegene Ranchipur, wo der Göttergatte ein Pferd erwerben will. Danach will Edwina unverzüglich zum neuen Objekt der Begierde nach Antibes, um sich schlagzeilenträchtig ein weiteres Mal zu verlustieren. Doch es kommt anders als erwartet, denn Edwina erliegt dem jungmännlichen Charme des Arztes Rama Safti (Richard Burton). Während man sich stilgemäß im kolonialen Indien wandelt, artet der Monsun in eine tödliche Flut aus.
Doch nicht genug der Männer: Edwina trifft den schmucken, vom Leben gelangweilten Ingenieur Tom Ransome (Fred MacMurray) wieder, eine alte Flamme. In der Zeit der Not wird er seinem Leben wieder einen Sinn geben und Objekt der Begierde einer jungen Missionarstochter, die des eintönigen Lebens in der Öde der britischen Upperclass überdrüssig ist.

1955 und Cinemascope lassen ein farbenprächtiges Abenteuer erwarten. Schöne Menschen vor einer exotischen Kulisse, Liebe und Leid, Katastrophen inbegriffen, was will man mehr?! Jede Menge und zwar von allem, denn außer ein paar guten Effekten und gelungenen Breitwandaufnahmen und Farbkontrasten bietet dieser Film so rein gar nichts, was zu fesseln und begeistern vermag. Die Blu-ray war ein Schnäppchen auf dem Grabbeltisch, von dem ich mir eben oben genanntes erwartete, sehr schnell aber eines besseren belehrt wurde.
Beginnen wir einmal bei den Figuren. Im Vergleich zur Romanvorlage und zum Originalfilm aus dem Jahre 1939 ist Rennie definitiv ein zu schöner und moralisch integrer Mensch. Während er aus Liebe geheiratet hat, ging es Edwina um den Titel, das damit einhergehende Ansehen, um Sicherheit und die Überwindung von Einsamkeit. Knapp zusammengefasst: "Denn wenn sich nichts Besseres bietet, hab ich immer noch dich auf jeden Fall!" Entzückend. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit putzt jeder, Tom, der Lord, die Maharani, die arme blonde Edwina herunter. Gefühlte 1000 Mal hören wir wie amoralisch sie ist, wie gleichgültig sie andere ins Unglück stürzt. Jeder kennt die Regenbogenpresse und schwingt sich zum Richter auf. Allein das ist ermüdend. Doch dann kommt eine Edwina daher, die blond und kühl ist. Vielleicht schön anzusehen, aber was Turner dem Zuschauer da bietet ist kalt, blass, gleichgültig, emotionslos. Da ist Loy in ihrer Rolle 1000 Mal überzeugender.
Bei beiden Filmen ist die Rama-Figur die Schwachstelle. Doch während der junge Power als Idealist, der zwischen Tradition und moderne seinen Weg sucht, überzeugt, bleibt der weißgekleidete Burton ein schales Abziehbild. Selten so fehlbesetzt. Und das sage ich nun nicht, weil ich ein Power/Loy-Fan bin, sondern weil Turner und Burton hier absolut nichts, aber auch gar nichts herzerwärmendes an den Zuschauer zu vermitteln vermögen. Ihre Liebe - unglaubhaft, ihre Dialoge - platt, vorhersehbare 08/15-Worthülsen, die einen über weite Strecken langweilen. Man sehnt sich den Erdrutsch und die Flut geradezu herbei. Während der 1939 von Anfang an wie ein düsteres Verhängnis über dem Land hängt, kommt es im Remake erst um die 73. Minute zum Unglück und auch dann ist Turners Edwina ein weiteres Mal so egozentrisch und unglaubhaft kühl, dass man ihr schlicht den Hals umdrehen möchte und sich fragt, wie kann dieser Inder so blöd sein, sich einzubilden er würde diese Frau besser kennen als sich selbst UND über alles lieben? Hilfe, das ist ZU viel. Ich für meinen Teil nehme der blonden Fehlbesetzung die Liebe zu dem indischen Arzt überhaupt nicht ab. Diese soll ihr Leben verändert haben?! Pusteblume. Sie BILDET sich vielleicht ein ihn zu lieben, da er mal "etwas anderes" ist. Vielleicht ist sie auch in die Vorstellung der Liebe verliebt, da dieser Mann ein ausgesprochener Gutmensch ist, mehr aber auch nicht. Während das vermeintliche Liebespaar also schlicht lachhaft ist, steht es um den weiteren Cast auch nicht zum Besten. Eine Maharani, die sich im Vergleich zur 39er Kollegin den nicht vorhandenen Sari besser mal umgelegt hätte, denn dann würde ihre Erscheinung vielleicht etwas weniger unglaubhaft-absurd wirken. Auch ihr Hass auf Edwina scheint überzogen. Hier bedient sich das Original einer glaubhaften Alternative: Die Oberschwester Safits ist die Böse, die Maharani hält sich weitestgehend zurück, auch wenn sie die Verbindung natürlich nicht gutheißt. Auch die junge Fern, im Original wunderbar mit Brenda Joyce besetzt verkommt hier zur Lachnummer, zu aufdringlich und zu alt ist sie für die Rolle.

Und als wäre das Alles noch nicht schlimm genug, gibt es neben ein paar fiesen Rückprojektionen einen dicken Fauxpas bezüglich der Location. Ein Grund warum ich Klassikern, die z.B. im exotischen Asien oder alten Gemäuern spielen, immer etwas skeptisch gegenüberstehe, ist meine Vorliebe für den Dreh an Originalschauplätzen. Deswegen bevorzuge ich auch die 2009er Bunter-Schleier-Verfilmung gegenüber der Greta-Garbo-Version, oder auch Jane Eyre (2009) gegenüber der 1944er Version. Man hat hier wahrscheinlich überall rund um Hollywood gedreht, aber kein einziges Mal mit den Hauptdarstellern vor Ort. Man sehe sich mal die Einfahrt in die Maharani-Residenz in Ranchipur an, kurz nachdem der Zug dort ankommt. WAS man da sieht ist ein m.E. extrem fieser Schnitzer: das West-Tor von Bel Air! Auch ansonsten gibt es zu viel Kulisse und klischeehaftes Indien. Auch wenn man im Jahre 1939 wohl kaum in Asien war, überzeugt mich die OF, denn der Einsatz der Kulissen und die Artdirection sind hervorragend.
Zu Bel Air kommt dann noch ein Hauch von Zeltromantik und Jagdabenteuer. "Mogambo" und "African Queen" lassen grüßen. Aber auch in diesen Episoden ist die Handlung so extrem vorhersehbar und unglaublich platt, dass sie langweilen.
Aber immerhin muss man LT eines lassen, während ihre schauspielerischen Künste nun nicht sonderlich viel hergeben, gibt sie am Ende alles. Tja, da schaut die Maharani und auch ich bekam den Mund nicht mehr zu, Overacting par excellence! Auch das Ende, das fast schon einem Happy End gleichkommt ist haarsträubend, da lobe ich mir ein weiteres Mal die Tragik 16 Jahre zuvor!
Wer sich nun fragt, warum gibt sie dem Film überhaupt einen zweiten Stern, dem sei gesagt: Dieser ist lediglich Milton Krasners Fotografie gedankt, die einige schöne Bilder die 103 Minuten nicht ganz so verschwendet erscheinen lassen.

Zur BD: Sehr gutes Bild, aber ich gehe mal davon aus, die DVD bewegt sich auf ähnlichem Niveau. Es gibt eine englische und deutsche Tonspur, aber keinerlei UT. Die Extras sind lächerlich, ein Filmprogramm und eine Filmografie von Turner und Burton.

Fazit: Unglaublich öde und fehlbesetzt. Das Original The Rains Came hat alles was diese Remake vermissen lässt im Übermaß. Um herauszufinden was dies ist, einfach mal schauen!
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am 20. Januar 2013
Die Amerikanerin Edwina (Lana Turner) und ihr britischer Gatte Lord Alan Esketh (Michael Rennie) führen die Ehe mehr aus Zweckmässigkeit denn aus Liebe. Immerhin reisen sie noch zusammen. Ihr Weg führt sie ins indische Rachipur. Dort tifft Edwina auf einen Landsmann, der Architekten Thomas Ransome (Fred MacMurray), dessen Projekte meist direkt in die Schublade wandern. Er frönt gerne dem Nichtstun und ist dem Alkohol zugeneigt. Edwina hat es aber auf dessen Freund, den Arzt Dr. Safti (Richard Burton), abgesehen. Es soll nicht die erste Affäre von Edwina werden, das ist auch ihrem Gatten bewusst. Safti bekundet ein gewisses Interesse, bleibt aber noch ein bisschen distanziert. Die Personenkonstellation gerät aber in Bewegung, als in Rachipur sintflutariger Regen fällt. Safti muss zeigen, wie belastbar er als Arzt ist und Tom kann seine früheren Kenntnisse als Sprengmeister reaktivieren. Danach ist das Verhältnis unter den Protagonisten nicht mehr dasselbe.
Das in exotischen Gefilden angesiedelte Drama "The Rains of Rachipur" (Twentieth Century Fox, 1955) wurde von Fox-Stammregisseur Jean Negulesco gekonnt in Szene gesetzt. Die Schauspieler wirken glaubhaft, sogar der sonst eher energischer auftretende Richard Burton kann als Inder ziemlich gut überzeugen. Der Ausgang der Geschichte bewegt sich zwar weitgehend im Rahmen dessen, was man erwarten kann, aber für spannende Momente ist trotzdem gesorgt. Vielleicht nicht gerade Negulescos bester Film, aber trotzdem sehenswert.
Auf der DVD von HanseSound gibt es den Film mit 100 Minuten Laufzeit in einem schön breiten und bunten Cinemascope-Bild in 2,55:1 (16:9) zu sehen. Der Ton ist auch für das Alter ganz gut. Allerdings liegen nur eine deutsche und eine englisch Tonspur vor, Untertitel fehlen. Im Bonusmaterial gibt es eine Bildergalerie mehrheitlich mit Szenenfotos, Texttafeln zu Richard Burton und Lana Turner sowie eine Programmvorschau. Es fehlt der DVD doch an einigem, das sich näher mit dem Film befassen würde, Angaben zum Jahrgang des Films eingeschlossen. Deshalb reicht es leider nur für zwei von fünf Paddelbooten und eine Blaupause.
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am 26. Mai 2013
The Rains Of Ranchipur - Der Grosse regen - is a lush melodrama with a sub-theme of inter-racial love. The film has never been highly regarded and that is unlikely to change. The film is however very popular among fans of Lana Turner and Fred MacMurray.

This new Blu-ray disc is excellent and can be recommended unconditionally. Both picture and sound are far above serious criticism. The disc provided two soundtracks: one in English, the other in German.
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am 10. August 2013
Diese produktion aus den fuenfziger jahren hat man mit sehr viel muehe und liebe restauriert, ich bin ueber die blu ray begeistert.
Indien und die stars lana turner und richard burton sind bilder beeindruckender schaerfe .die blu ray ist sehr empfehlendswert
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TOP 500 REZENSENTam 20. November 2012
Wenn Lord Alan Esketh (Michael Rennie) dies seiner Frau Edwina (Lana Turner) bereits zu Beginn der Louis Bromfield-Verfilmung "Der große Regen" verbittert auf den Kopf zusagt, ist die weibliche Hauptfigur damit gleich treffend eingeführt.
Wir erfahren, daß die Heirat zwischen der reichen Amerikanerin und dem verarmten Lord seinerzeit eine Zweckverbindung war, aber während Alan seine Frau verzweifelt liebt, hat diese für ihn nur Verachtung und Eiseskälte übrig.
Einen wirklichen Anlass dafür bietet Alan ihr mit seinem Verhalten nicht, aber dem Zuschauer erschließt sich schnell, daß die Lady nicht nur ein recht oberflächliches Partygirl, sondern auch ein Raubtier ist, welches eher die Jagd auf Männer als die daraus resultierenden Affären schätzt und einem Mann wie Alan, den sie ohnehin "hat", nur Verachtung und Langeweile entgegenbringen kann.
Das Paar befindet sich auf einer Reise ins noch kolonialistische Indien und wir ahnen, daß Edwina an dem exotischen Schauplatz auf einen Mann stoßen wird, der sich nicht so einfach mit ihren vielfach erprobten Waffen einer Frau erlegen und verschlingen lassen wird.
Dieser naht in Gestalt des einheimischen Arztes Dr Safti (Richard Burton), unerfahren in Liebesdingen und der schönen Amerikanerin gegenüber, der im konservativen Indien bereits ein recht zweifelhafter Ruf vorausgeeilt ist, äußerst skeptisch.
Dennoch erfolgt auf hartnäckiges Betreiben Edwinas eine vorsichtige Annäherung der beiden so unterschiedlichen Protagonisten, und genau so, wie der ruhige und pflichtbewusste junge Arzt nicht ganz unempfänglich für Edwinas Reize bleibt, bleibt auch diese nicht ganz kalt gegenüber dem für ihre Begriffe ungewöhnlichen Mann.
Schließlich wird die titelgebende Naturkatastrophe - natürlich - in allen Beteiligten unerwartete Charakterzüge und unterschiedlichste Erkenntnisse zutage fördern...

Wer Bromfields Romanvorlage kennt, sei dahingehend vorgewarnt, daß diese teilweise recht stark verändert wurde; aus dem farbenprächtigen Zeit- und Sittengemälde wurde vorrangig eine Liebes- und Entwicklungsgeschichte und auch einige der Charaktere, allen voran Lord Esketh, der in der Vorlage ein recht abstoßender Unsympath ist, hier aber als attraktiver und durchaus interessanter Mann dargestellt wird (was wohl einem angestrebten Dreiecksverhältnis im Film geschuldet sein dürfte) wurden merklich verändert.
Wie meine geschätzte Mitrezensentin Christine so treffend analysiert hat, wirkt der Film auch etwas aus der Zeit gerissen, er spielt eindeutig vor der indischen Unabhängigkeit 1947 und in Anbetracht der Kriegsschilderungen von Edwinas Jugendfreund Tom Ransome (Fred MacMurray) kann der Handlungszeitraum nicht viel später als 1930 liegen; jedoch tragen vor allem die Damen Kleidung, die eindeutig eher der Entstehungszeit des 1955 gedrehten Filmes entspricht.
Daran kann man sich durchaus stören.
Ich jedoch kann darüber auch mit einer leicht hochgezogenen Augenbraue hinwegsehen, ist man es doch gerade vom Hollywoodfilm der 50er Jahre hinreichend gewöhnt, daß weibliche Stars überwiegend der aktuellen Mode entsprechend eingekleidet wurden (man denke nur an den Klassiker "Die große Liebe meines Lebens", nicht nur ein Remake eines Filmes aus den 30er Jahren, sondern auch eindeutig in dieser Zeit angesiedelt und dennoch mit konsequentem 50er-Jahre-Ambiente).

Positiv ist bei "Der große Regen" zunächst anzumerken, daß der Film einfach wunderschön anzusehen ist:
Attraktive Menschen vor exotischer Kulisse, farbenprächtige Ausstattung, schöne Bilder und Kostüme und für 1955 beeindruckende und ausgesprochen effektvolle Aufnahmen der titelgebenden Naturkatastrophe, die völlig zu Recht mit einer Oscarnominierung bedacht wurden.
Richard Burton als Dr Safti mag etwas gewöhnungsbedürftig sein, wobei ich weniger seine Besetzung als Inder zunächst etwas seltsam fand als den von ihm dargestellten Charakter des in Liebesdingen vollkommen unbedarften Gutmenschen. Dennoch meistert der ohnehin oft verblüffend wandlungsfähige Burton (man denke nur an den 1968 entstandenen Film "Staircase", der es gar wagte, mit Burton und Rex Harrison zwei der wohl größten Weiberhelden, die die britische Theaterszene je hervorgebracht hat, als schwules Paar zu besetzen) die Herausforderung überraschend gut und wenn man sich erstmal an sein dunkles Make-Up gewöhnt hat, nimmt man ihm den jungfräulichen Arzt durchaus ab.
Als Geschichte der einen ganz großen Liebe sollte man "Der große Regen" indes eher nicht oder zumindest nicht nur betrachten, denn Gegensätze, die sich anziehen, müssen nicht unbedingt zusammenpassen und die sich anbahnende Beziehung zwischen Edwina und Safti ist in erster Linie eine symbiotische Beziehung, an der beide reifen werden.
Denn so unterschiedlich die beiden auf den ersten Blick auch wirken mögen, Gefühle und Leidenschaften waren dem asketischen Arzt bis dahin genau so unbekannt wie dem egoistischen Partygirl und gemäß dem schönen Zitat Pasternaks "Durch jede Liebe wird man ein bisschen menschlicher, egal, wie sie verläuft", werden beide an dieser Romanze wachsen und eine Menge nicht nur über den anderen, sondern auch über sich selber erfahren.
Ohnehin wird es dem Film meiner Meinung nach nicht wirklich gerecht, ihn lediglich als Romanze zu betrachten, bietet er neben der ebenso interessanten wie tragischen Figur Alans, der dem exotischen Charme Saftis in den Augen seiner Frau nur wenig entgegenzusetzen hat, auch einen überaus gelungenen Nebenhandlungsstrang um Edwinas Jugendfreund Tom (MacMurray), der sich bereits vor längerer Zeit in Indien niedergelassen hatte und unter dessen zynischer Oberfläche im Verlauf der Handlung überraschende Qualitäten zum Vorschein kommen werden.
Von den drei männlichen Hauptrollen ist die Figur des Tom eindeutig die interessanteste und wird von MacMurray, den ich ohnehin sehr schätze, auch sehr gut und vielschichtig gespielt.
Konsequenterweise wird Tom daher mit der jungen Fern (Joan Caulfield, ein wenig zu alt für die Rolle, aber nicht wirklich schlecht), die völlig zu Recht "mehr" unter seiner zynischen und auf den ersten Blick etwas abgehalfterten Schale vermutet und sich in den Kopf gesetzt hat, sich den interessanten Mann zu angeln, ein eigener Love Interest an die Seite gestellt.
Tom und Edwina werden am Ende des Filmes die beiden Figuren sein, die die stärkste Entwicklung durchgemacht haben werden und sind daher für mich konsequenterweise eher die Hauptfiguren des Filmes als Edwina und Safti.
Besonders Lana Turner, die ich trotz ihres gelegentlichen Hanges zum Overacting mag, gelingt hier eine überraschend vielschichtige Darstellung und alleine, wie das zur Oberflächlichkeit neigende Partygirl am Ende auch ihrer ärgsten Widersacherin Respekt abnötigt, sich einen würdevollen Abgang verschafft und sich vielleicht - das schöne Schlussbild macht da eine entsprechende Andeutung - sogar die Chance auf ein persönliches "kleines" Happy-End erkämpft hat, macht den Film absolut sehenswert und führt bei mir trotz einiger kleiner Schwächen zu knappen fünf Sternchen.

Für Fans von Lana Turner und Fred MacMurray ein absolutes Muss; wer sich den Film dagegen in erster Linie wegen Bromfields Vorlage oder Richard Burton ansieht, könnte eventuell geringfügige Enttäuschungen erleben.
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am 17. November 2012
Die Verfilmung des berühmten Romans von Louis Bromfield ist ein hervorragend besetztes und gespieltes Drama
das in Indien spielt. Allein die Besetzung der Hauptdarsteller mit Richard Burton als bescheidener
aber hervorragender Arzt, Lana Turner als reiche egozentrische Millionärin, die zudem laufend ihren Mann,
Schauspieler Michael Rennie betrügt auch die Nebenrolle sind mit Joan Caufield als patente junge angagierte
angehende Lehrerin und Fred Mac Murray bestens belegt. Fred Mac Murray, den Film Noir Fans sicher noch kennen
als tragischen Held des hervorragenden Film noir Klassiker Frau ohne Gewissen mit Ihm und Barbara Stanwyck
in der Hauptrolle unter der Regie von Billy Wilder.

Der Film hat alles was einen guten Film ausmacht: vor allem ein hervorragendes Drehbuch,
und wie es sich für ein Drama gehörtnatürlich auch viel Tragik. Eine Liebesgeschichte gehört natürlich
auch dazu, kein Wunder bei Lana Turner als Schauspielerin, die ihre Rolle allerdings wirklich hervorragend
spielt. Aber fast noch besser ist Richard Burton der noch am Anfang seiner Karriere steht mit rund 30 Jahre
bei dieser Verfilmung. Wer in den Nahaufnahmen mal seine markanten Augen und das wirklich ansehliche Gesicht
betrachtet der kann auch gut nachvollziehen, das Liz Taylor sich in ihn später verliebt hat.

Es ist wirklich schade, das dieser so hervorragende Schauspieler Zeit seines Lebens immer zuviel
Probleme mit dem Alkohol gehabt hat.

Wirklich sehenswert an diesem Film ist neben dem sehr schönen Naturaufnahmen noch das Erdbeben und die
Überschwemmungsszenen. Selten habe ich in einem Film derart realistische Erdbebenszenen gesehen.

Auch gibt es noch eine Tigerjagd und eine spannende Kobraszene zu sehen.

Was wirklich traurig ist, das dieser einmalige Film mindesstens 20 Jahre nicht mehr im öffentlichen
Fernsehen lief. Früher kamen solche Perlen mal am Freitag ARD 20 Uhr 15.

Samastag 20 Uhr 15 wäre ja auch eine schöne Zeit aber da sendet man ja lieber den Schwachsinn die Stars
der Volksmusik, hauptsache die Quote stimmt.

Bild und Tonqualität der DVD sind gut das Bild ist Breitband 16:9 , allerdings stimmt die Länge auf der DVD nicht.

Statt 105 Min sind es 100 Minuten.

Zuschlagen und kaufen. Diesen Film kann man sich immer wieder ansehen.

Louis Bromfield war übrigens Pulitzer Preisträger, das nur so nebenbei.
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am 31. März 2014
Ich habe den Film in meiner Kindheit gesehen und war damals total begeistert.
Aus diesem Grunde wollte ich diesen Film heute nochmal anschauen.
Der Film ist ein typischer amerikanischer Spielfilm der damaligen Zeit (50er/60er Jahre)
und hat meine heutigen Erwartungen etwas enttäuscht. Allerdings für die Filme, die
damals gedreht wurden, war er nicht schlecht. Ein Schnulzen und Liebesfilm für
anspruchsloses Kino.
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am 18. November 2012
Jean Negulescos Bromfield- Adaption "The Rains of Ranchipur" (nach dessen Roman "The rains came", erschienen 1937) möchte großes Überwältigungskino sein - und kommt diesem Anspruch zum Teil auch recht gut nahe. Leider bleibt im Film ziemlich unklar, wann die Handlung spielen soll: Lord Alan und Lady Edwina Esketh (Michael Rennie und Lana Turner) reisen zusammen nach Indien. Die Ehe scheint nicht schlicht unglücklich, sondern eher selbstquälerisch geprägt zu sein. Bei ihrer Gastgeberin, der Maharani von Ranchipur (Eugenie Leontovich), lernen sie den jungen indischen Arzt Dr. Safti (Richard Burton) kennen. Zudem gesellen sich noch Edwinas alter Freund Tom Ransome (Fred MacMurray) und dessen jugendliche Bewunderin Fern Simon (Joan Caulfield) zu ihnen. Die Freibeuterin Edwina wirft ein paar begehrliche Blicke auf den jungen Arzt und dieser fängt Feuer. Ein paar Takes weiter bekennen sie einander schon ihre Liebe, werden aber durch die Folgen eines verheerenden Erdbebens auseinander gerissen. Die Flut schwillt an, die Gefühle sind groß wie die Naturgewalt.

Ja, spätestens seit "Vom Winde verweht" ist es der Ehrgeiz vieler Filmschaffender, mal wieder eine Liebesgeschichte larger than life zu erzählen. Leider kann die ansonsten attraktive Paarung Turner/ Burton hier nicht viel ausrichten. Die Person Edwinas ist so wenig glaubwürdig gestaltet, dass Einfühlungsvermögen hier äußerst schwer fällt. Dass sich eine reiche amerikanische Jet-Set-Sirene aus einer Laune heraus einen englischen Adligen angelt, mag ja angehen. Aber warum quält sie diesen Mann so? Sie kauft sich quasi ihren Titel per Heirat und nimmt sich heraus, ihren Mann wie einen Domestiken zu behandeln und setzt voraus, dass er ihre Extravaganzen (Liebhaber aus aller Herren Länder) duldet. Der Zuschauer ahnt es, bevor Alan es ausspricht: Er ist ihr vollkommen verfallen. Leider hat er seiner Frau nie seine Liebe eingestanden, so dass sie darauf (wenn sie es denn wollte) gar keine Rücksicht nehmen könnte. Da weder Kinder, Geldmangel, noch ein düsteres Geheimnis sie aneinander fesseln, ist ihr Zusammensein ein Vergnügen der etwas tiefer gelegten Art. Einmal spricht Edwina über ihre Einsamkeit, ich denke aber eher, dass diese eine Folge, nicht die Ursache ihres Verhaltens ist, alles andere wäre blödeste Küchenpsychologie.
Richard Burton spielt den in Liebesdingen unerfahrenen indischen Arzt. Mit Turban gelingt vorübergehen die exotische Illusion, ohne diesen sieht er einfach nur unvorteilhaft geschminkt aus. Während die Nebenrollen alle mit Indern besetzt sind, meinten die Produzenten damals die beiden größeren Rollen mit Europäern besetzten zu müssen, was im Fall der russischstämmigen Frau Leontovich weitaus besser als beim männlichen Part gelingt. Burton als männliche Jungfrau zu besetzen ist natürlich genial! Die Attraktion durch die blonde, figurbetont gekleidete Turner ist nachvollziehbar, aber die große Liebe? Hm, nun ja, wer noch nie geliebt hat, kann nicht vergleichen. Und irgendwie sieht Turners Oberweite in den knappen Kostümen manchmal eher bedrohlich als erotisch aus. Immerhin können die beiden recht fotogen küssen (nicht knutschen, wir sind in den 50ern!).
Die Beziehung zwischen Alan und dem Arzt ist vollkommenes Klischee. Natürlich gibt es einen Jagdunfall. Der umsichtige Arzt warnt den britischen Gentleman vor der Gefahr, der muss dennoch hineintappen und sich vom neuen Love- Interest seiner Frau retten lassen. Hier europäisch - weich, da exotisch - männlich. Muss das so mit dem Holzhammer vorgeführt werden? Zudem rügt er den Arzt, dass er sich nicht mehr um Edwina kümmere. Eine reine Ersatzhandlung? Soll Safti das tun, wozu er selbst nicht im Stande ist, seine Frau glücklich zu machen? Da die Zuschauerinnen längst dem lasziven Charme Burtons verfallen sind, wäre diese Überakzentuierung gar nicht nötig gewesen.

Bromfiels Roman spielt während der Kolonialzeit, der Film erweckt angesichts der Kostüme und Autos eher den Eindruck, er spiele in der Gegenwart (also in den 50er Jahren). Ächz. Ist das schlimm? Für mich ja. Ransom spricht von seinen Erfahrungen während des Krieges. Wenn er über den Ersten Weltkrieg spräche, müsste die Handlung in den späten 20ern spielen, was dem Film nun überhaupt nicht anzusehen wäre. Dass man zu dieser Zeit mal eben ein Flugzeug genommen hätte, wäre auch nicht möglich gewesen. Spricht er (was die meisten amerikanischen Zuschauer wohl glauben), über den Zweiten Weltkrieg, so wären die Beziehungen zwischen Indern und Engländer ja wohl vollkommen andere gewesen als im Film dargestellt. Grübel, Kopfschütteln.
Am weitaus interessantesten ist die Figur Tom Ransomes gestaltet. Hier scheinen wir es mit einem Vertreter der lost generation zu tun zu haben. Die Geliebte Idealismus ist tot, oder doch nicht? Die Fürsorge für die junge Fern scheint ihm wieder Auftrieb zu geben, ohne dass der Film versucht, daraus gleich eine Romanze zu schmieden (die vermutlich glaubwürdiger als der Hauptplot gelungen wäre). Die Maharani scheint zu Beginn eher Cartoon als Mensch aus Fleisch und Blut zu sein, aber sie wird spitzer gegenüber ihren Gästen werden: "Ihre Tränen werden in ein Champagner-Glas tropfen." Schööön! Das Ende darf natürlich erhaben sein. Selbstlosigkeit? Vergessen Sie`s! Das Partygirl jammert, dass ihr Geliebter nicht sofort an ihr Bett geeilt ist. Interesse an seinem Heimatland kann sie nicht mal heucheln. Die große Liebe habe ich mir anders vorgestellt.
Also, worin liegt der Reiz des Films? Die spielfreudige Besetzung, die eher überzeugt, wenn es mal nicht um Liebe geht, macht Laune. Gerade die Szenen zwischen Turner und MacMarray sprühen vor Funken. Und aus dramaturgischen Gründen muss die zarte Beziehung zwischen Millionärin und idealistischem Arzt auf die Probe gestellt werden. Immerhin lässt die Kameraarbeit von Milton Krasner, der mit seiner wunderbaren Schwarz-Weiß-Fotografie ("Scarlet Street") sicherlich besser zu überzeugen wusste als hier, den Film wirklich toll aussehen und die Anzahl (überflüssiger) misslungener Rückprojektionen hält sich in Grenzen. Erdbeben und Erdrutsche sind für die Zeit wirklich beeindruckend in Szene gesetzt, dafür wurde der Film auch für die Spezialeffekte für den Oscar nominiert (unterlag "The Bridges of Toko-Ri"). Zwar sind einige Miniaturbauten als solche zu erkennen, aber in einigen Szenen kann dem Zuschauer durchaus schwindelig werden. Es sieht für mich als Laie so aus, als seien zwei getrennt voneinander aufgenommenen Bilder gegeneinander gesetzt worden. Die Musik von Hugo Friedhofer ist zudem herrlich.
"Die wenigen Stunden, die wir hatten, waren die schönsten meines Lebens." Nun, ich kann zwar nicht behaupten, dass die 100 Filmminuten die schönsten meines Lebens gewesen seien, leidlich unterhaltsam waren sie aber, wenngleich Taylor/ Burton Ehehölle besser darstellen konnten als Turner/ Rennie.
Zur Ausstattung: Das Bild liegt im CinemaScope- Format vor (16:9 mit Balken unten und oben). Die Qualität geht in Ordnung. Es liegen keinerlei Untertitel vor. Als Extra gibt es lediglich eine schwarz-weiße Bildergalerie, Werbetrailer für andere Filme (nicht für den Hauptfilm) und ein paar Informationen über Turner und Burton auf Texttafeln. 100, nicht 105 min. Laufzeit. Kein Wendecover, aber auch keine nervigen Anti- Pirateriespots. Anmerkung in eigener Sache: Es wäre nett, wenn Carol Media die Klappentexte von einem Filmliebhaber statt von einem unterbezahlten Praktikanten schreiben ließe.

Fazit: Eine farbenfrohe Edelschnulze, optisch und akustisch sehr schön. Der Film funktioniert als Katastrophenfilm weitaus besser als als Liebesgeschichte -außer man definiert die Turner- Burton-Story als Katastrophe ;-). Aber knapp vier Sterne gehen für den Augenschmaus durchaus in Ordnung.
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am 11. November 2013
Der Roman von Louis Bromfield hatte mir sehr gefallen, so dass ich diesen Film ansehen mußte, aber die Umsetzung in einen 1 1/2 Stunden Film- wie kann das gelingen. Natürlich überhaupt nicht. Wenn man sich wenigstens an die Fakten des Romans gehalten hätte unter Weglassung der Nebenpersonen,(die Diener, Missionare, englische Lehrerinnen und Schwestern, etc.) aber auch das nicht; da wurden die Namen geändert: Lord und Lady Heston werden zu Esketh, Major Safka wird zu Safti, einen Maharadscha lässt man weg. Die schöne Maharani wird von einer Präriefrau gespielt, die nicht den Hauch von Indien hat. Da wird der Krösus Heston zu einem armen Burschen und die Lady reich - im Roman gerade umgekehrt. Edwina von Adel aber arm wie eine Kirchenmaus heiratet Allan wegen seines Geldes! Das macht mehr Sinn. Und so geht das weiter. Trotzdem denke ich der Film hat seine Berechtigung und man kann ihn ansehen. Historisch interessant sind die monumentalen Bilder vom Erdbeben und dem Dammbruch. Schön ist das Bild von den Treibern auf der Tigerjagd.(Allerdings gibt es das im Roman nicht, der Lord stirbt auf andere Weise). Ja, es wurden Filmaufnahmen in Indien gemacht, sonst wären die Anfangsbilder nicht möglich gewesen. In Hollywood wurde extra für diesen Film eine großeflächige Stadt gebaut. Und es ist durchaus möglich, das keiner der Schauspieler in Indien war. Auch die weitere Handlung ist anders als im Roman, dass es mich sehr interessierte, ob L. Bromfield eigentlich mit den Veränderungen einverstanden war. Leider fand ich dazu keine Kommentare. Ich fand lediglich einen alten Spiegelartikel zu dem Roman, der besagt, wie populär und gefragt der Roman war, nachdem der Film heraus kam. Die Liebesgeschichten zwischen Fern und Tom und zwischen Edwina und Safka sind im Roman sehr sensibel geschildert, der Film kann das nicht ausdrücken; der Faktor X in der Liebe bleibt eine literarische Entdeckung.
Die Vorstellung, die Hollywood von indischen Gewohnheiten hat, ist einfach lächerlich, niemals würden Gäste beim Maharadscha wohnen, Gäste wohnten separat in einem eigenen Gästepalast, man kann eine Maharani nicht mit ausgestreckter Hand begrüßen! Küssen in der Öffentlichkeit wie es Tom und Edwina beim Wiedersehen tun, einfach unmöglich, manche Dialoge sind einfach dümmlich.Das Gespräch in der Moghulgalerie zw. Safka und Edwina gibt es im Roman nicht. Es passiert bei diesem ersten Wiedersehen etwas viel spektakuläreres zw. Edwina und Tom. Und so könnte man noch vieles aufzählen. Eigentlich verdient der Film nicht den Titel des Romans.
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