Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren PR Launch Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Read for free AmazonMusicUnlimited longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Wenn man den 701-Seiten-schweren Wälzer in der Hand hält, weiss man eigentlich schon gleich, was auf einen zukommt: Ein typischer Elizabeth-George-Roman in akribischer und epischer Breite geschrieben. Entweder man mag das, oder man mag das nicht.
Ich hab es mir lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll, denn ich neige bei allzu ausführlichen Beschreibungen und endlosen Wiederholungen leicht zur Ungeduld. Trotzdem hab ich es gewagt, und das, obwohl z.Zt. auch im TV die ganzen Filme über Lynley und Havers laufen, man sieht also beim Lesen immer diese SchauspielerInnen vor sich, was nicht immer ein Vorteil ist. (Nebenbei bemerkt, sind die Filme sehr gut umgesetzt).
Nun, ich habe es gewagt und fühlte mich sehr gut unterhalten. Selbstverständlich hätte vieles gestrafft werden können, die ganze Story hätte schon halb so lang sein können, aber, dann wäre es halt nicht Elizabeth George gewesen, siehe oben...
Es geht eigentlich im ganzen Buch nur um Beziehungen, Paar-Beziehungen, gleichgeschlechtlich, hetero, um Eltern-Kind-Beziehungen, Geschwister-Beziehungen, Arbeitskollegen-Beziehungen. Und, es wär ja kein Buch, wären diese alle völlig normal und alltäglich. Nein, alle sind sehr kompliziert und eher unnatürlich in den meisten Fällen, und das versteht E.G. einfach meisterhaft, die kranken Charaktere herauszuarbeiten. Es gibt endlose tiefschürfende Dialoge zwischen den Paaren, aber leider erst "hinterher", wenn der Karren schon total verfahren bzw. die Beziehung mehr oder weniger gescheitert ist.
Vieles ist für mich absolut nicht nachvollziehbar und manches erscheint mir schon sehr absurd, aber dafür ist es ein Roman und kein Tatsachenbericht.
So war ich entsetzt, als die Londoner Polizei nur mit den Schultern zuckt, als ihr eine vermutliche Vergewaltigung eines Minderjährigen gemeldet wird, und einfach nichts unternimmt "ohne Durchsuchungsbefehl". Ich denke, das wäre wohl in der Realität etwas anders gelaufen. Und so gibt es für mich noch einige Widersprüche, die wohl einfach auf Kosten der Spannung eingesetzt wurden.
Am Ende siegt der größte Loser, er verliert zwar seinen Job bei der Zeitschrift "Source", gewinnt jedoch beziehungemässig, was schon sehr früh voraussehbar war.
Es gibt noch andere Paare, die gewinnen, auch gibt es Tote, ob nun Unfall, Selbstmord oder Mord, bleibt ungesagt.
Ein Drama von shakespeareschen Ausmaßen und ebensolcher epischer Breite.
Geholfen hat, dass die einzelnen Abschnitte und Kapitel sehr kurz gehalten sind, dadurch war das Lesen nicht anstrengend und eigentlich auch nie langweilig.
Frau George hat allerdings schon wesentlich bessere Romane geschrieben, daher nur 4 Sternchen.
11 Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. August 2012
Ich zähle zu den George-Fans der ersten Stunde und habe all ihre Romane gelesen, doch zum ersten Mal konnte ich es kaum erwarten, mit ihrem Buch endlich durch zu sein. Nicht einmal "Playing for he Ashes" hat mich so gelangweilt, welches die Geduld des Kontinentaleuropäers doch etwas strapazierte, weil der ermordete "Held" ein Cricketspieler war und dieses Game außerhalb des Commonwealth nun wirklich kaum jemand so richtig versteht.
Woran liegt`s? George schwächelt ausgerechnet auf einem Gebiet, das sonst ihre Stärke ist, der sorgfältigen Charakterisierung ihrer Figuren. Aber: sie übertreibt's mit Deails und Seitensträngen und bleibt gleichzeitig flach und vorhersehbar. Ein Beispiel ist etwa das Ex-Ehepaar Freddie und Manette, das nicht so ganz voneinander loskommt und dessen Dialoge einfach nerven. Man weiß, wie's ausgeht.
Das Verbrechen selbst, wenn's denn doch kein Unfall ist, dient hier nur als Vorlage, um hinter die Fassade einer Familie zu blicken, die durch die Ermittlungen zu bröckeln beginnt. Wie diese Ermittlungen zustande kommen, das ist nun völlig hanebüchen. Das Gleiche gilt für die Assistenz von Simon und Deborah, vor allem Letztere agiert total absurd.
War Georges Milieustudie "What came before he shot her" noch sehr packend und lesenswert, obwohl sie sicher auch dort einige Klischees überzeichnete, versucht sie nun einen ganzen Strauß kritischer Themen in ihr Buch zu packen, von Kindesmissbrauch bis zur Reproduktionsmedizin. Einfach too much und zu plakativ. Auf der anderen Seite zeigen sich Georges Charaktere in erschreckendem Maße als Internet-Analphabeten. Hey, die Hälfte des Buches könnten dessen Akteure sich und uns ersparen, wenn sie öfters mal zur rechten Zeit googeln würden.
Hinzu kommt, bei einer Teilerzählung, ein einfach unglaubwürdiges Hauruck-Happyend.
Das Privatleben von Lynley und Havers hält leider auch nicht allzu viel Trost bereit, wobei die Havers-Passagen noch die besten sind.
Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal denken würde: Aber vielleicht wäre es, zumindest für mich, langsam an der Zeit good bye zu Inspektor Lynley zu sagen, der in diesem Buch sowieso völlig blass bleibt.
22 Kommentare| 64 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. September 2012
So langsam kommt er wieder zu sich selbst, nach den harten Schlägen, die das Leben ihm austeilte. Thomas Lynley ist dabei, den Mord an seiner geliebten Frau Helen zu verwinden, der ihn fast selbst in den Abgrund geführt hätte.
Einer Affäre zumindest hat er sich wieder geöffnet. Kompliziert allerdings ist diese Liaison mit seiner Vorgesetzten durchaus. Nicht nur dienstlich, auch in dem spürbaren Anspruchsverhalten Isabells, das immer wieder.

Da passt es ganz gut, dass er sozusagen „informell“ auf einen Fall angesetzt wird, der nach allen Indizien her eigentlich ein Unfall gewesen sein müsste (obwohl ein solches halb-privates Vorgehen allen Regeln der Zuständigkeiten und der Polizeiarbeit widerspricht).

Ian Greswell hat in der Grafschaft Cumbria einen nächtlichen Ruderausflug auf den See gemacht und ist im Dunklen beim Vertäuen des Bootes ausgerutscht, mit dem Kopf unglücklich auf eine Steinstufe geschlagen und gestorben. Aber das Leben Ians war nicht unkompliziert und so liegt seinem Onkel daran, jede Form von Verdacht oder Unklarheiten ausschließen zu können. Woraufhin Lynlay ins Spiel kommt mit seinen bewährten Mitstreitern Barbara Havers und Debora und Simon St. James.

Kann es sein, dass die alten Steinstufen, die im Bootshaus zum Wasser führten, vorsätzlich gelockert wurden? Gründe ließen sich finden bei einem Mann, der Frau und zwei Kinder verlassen hat, um mit einem jungen Mann eine neue Liebe zu beginnen. Und das ganz offen. Gründe ließen sich finden im Verhältnis Ians zu seinem Cousin Nicholas und dessen Ehefrau. Nicholas, der eine langjährige Drogenkarriere hinter sich hat und nun vordergründig „wundersam geheilt“ ein Projekt gegen Drogen versucht, auf die Beine zustellen.

Wobei dies nur die vordergründigen Reibungen und Spannungen in Ians Leben darstellen, denn als Lynley und die Seinen erst einmal Anfangen, ein wenig tiefer zu graben, wird rasch deutlich, wie vielfach die unterschwelligen Spannungen, Intrigen, Ränkespiele, Vorurteile und innere Härten sind und wer alles Motiv und Gelegenheit gehabt hätte, gegen Ian vorzugehen.

Dies alles aber, und das ist ein deutliches Manko des ansonsten durchaus in bekannter Souveränität des Stils verfassten Romans, verschwindet fast in einer Art Nebenerzählung, als sich Elizabeth George aufmacht, die Hintergründe in der Familie des Toten breit und mit vielfachen Rückblicken und Details in den Mittelpunkt ihrer Geschichte zu stellen.
Zu breit, das kann man sagen. Denn der eigentliche rote Faden der Klärung des Geschehens verschwindet fast hinter den vielfachen Personen, die allesamt dunkle Lasten und Seiten zu schultern haben. Vielleicht auch deswegen, weil Ians Tod gar nicht allzu viel hergibt?

Das Nebenbei so manches wenig realistisch wirkt (die Ablehnung von Ians Frau gegenüber den zwei Kindern, deren Mutter sie doch eigentlich ist samt Überlassung der Kinder lieber an den Geliebten ihres Mannes, sei ebenso als Beispiel erwähnt wie die deutlich antiquierten Ermittlungsmethoden, die im Buch zum tragen kommen) stört dabei die Darstellung der übertriebenen Beziehungsverflechtungen und Lebensdramen ebenso, wie die teils langatmige Darstellung einzelner Personen und die zu breit angelegten Perspektiven, die George anführt.

So verbleibt ein gemischter Eindruck des achten Falles des Inspektors Thomas Lynley. Einerseits bietet George bekanntes und souverän geführtes „Personal“ auf in einem Fall mit durchaus interessanten Themen und psychologischen Tiefen, andererseits erliegt George zunehmend einem Hang nach Briete und Perspektivenvielfalt, die in Teilen mehr verwirren als zum Lesegenuss beitragen, in anderen Teilen unrealistisch überzogen wirken. Als Einsteig in das „Lynley – Universum“ ist das Buch kaum zu empfehlen und selbst Fans der Reihe werden hier und da Mühe haben, dem roten Faden zu folgen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 30. September 2012
Leider muss ich sagen, dass "Glaube der Lüge" wirklich noch eine Liga UNTER "Doch die Sünde ist scharlachrot" anzusiedlen ist, obwohl ich das kaum für möglich gehalten hätte. Eine zähe, spannungsfreie Handlung, eine Ansammlung unsympathischer Protagonisten, für die man kein Verständnis aufbringt, deren Handlungen und Abgründe einem nicht nahe gehen, eine Familientragödie, die ausgwalzt wird wie ein Strudelteig, immer dünner wird und am Ende völlig zerfasert. Welch ein Neurosenkabinett,eine Mutter, die ihre Kinder nicht mag, eine Tochter, die ihre Eltern nicht mag, ein Sohn, der seinen Vater nicht mag, eine Vorgesetzte, die das Erscheinungsbild ihrer Mitarbeiterin nicht mag, eine Frau mit Kinderwunsch, die das zur Adoption angebotene Baby nicht mag.......daß Deborah nervt, wurde schon mehrfach geschrieben, mich nervte aber auch Hadiyyah unsagbar mit ihrer Doris-Day-Attitüte und was in Havers gefahren ist, wüsste ich auch gern. Lynley selbst agiert so farblos und blass, dass ich mich an gar keine Szenen mit ihm wirklich erinnere. Überhaupt ist das ein Dramolett, das man inklusiv der zuckersüsses Happy-End-Anwandlungen gegen Ende einfach nur ganz schnell vergessen möchte. Um es auf den Punkt zu bringen: Das Buch ist fad, langweilig und macht schlechte Laune.
Mir tut es selten leid um das Geld, dass ich für ein Buch ausgegeben habe, aber "Glaube der Lüge" ist wirklich wenig Inhalt für ein dickes Buch und den hohen Kaufpreis in meinen Augen absolut nicht wert.
1111 Kommentare| 131 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Mai 2017
Definitiv ein weiteres Meisterwerk. Die Charaktere sind interessant und die Handlung packt den/die LeserIn bis zum Ende hin. Empfehlenswertes Buch.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juli 2014
2 Sterne nur deshalb, weil es trotzdem immer noch schlimmer geht (Rosamunde Pilcher, Barbara Cartland, etc.)! Die vertrauten Figuren von Linley & Co wirken eindimensional und stolpern ähnlich sinnsuchend durch den Fall, wie der Leser selbst. Der Fall als solches überzeugt schon in dem Moment nicht mehr, in dem die Ermittlungen beginnen und die neuen Ansätze, die George im Laufe des Buches anbietet, schwanken zwischen hahnebüchen und langweilig. Weniger problematische Einzelschicksale der Protagonisten hätten dem Fall gut getan, der sich wie alter Kaugummi in die Länge zieht, verzweifelt bemüht, die Spannung immer hoch zu halten. Die ersten 300 Seiten zehrt George noch von dem guten Willen ihrer Leser, die auf vertraute Qualität hoffen, danach wird das Lesen zum Kampf. Werde mir den nächsten Band nicht mehr besorgen. Schade!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2013
Wie immer spannend, und unterhaltsam.
So wie alle Ihre Bücher, immer bis zum Schluss spannend.
Es lohnt sich beim 1. Buch zu beginnen, damit man auch die jeweiligen Geschichten der Personen kennt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2012
Daß es ein Krimi ist, stand zwar nicht dran, aber bei einem Inspector Lynley- Roman erwartet man doch zumindest etwas Ähnliches. Nachdem mir die beiden letzten Bände schon nicht besonders gefallen hatten, hatte ich in den neuen Roman von Elizabeth George doch große Hoffnungen gesetzt. Leider war die Entäuschung auch hier wieder groß: ein äußerst blasser Lynley, ein Fall der eigentlich gar keiner ist, eine kaum existente Barbara Havers, deren rare Auftritte aber wie immer zu den Highlights des Buches gehörten, eine völlig durchgedrehte Deborah St. James und nicht zuletzt diese unnötige Affäre mit der unsäglichen Isabell Ardery. Der Plot ist dermaßen zusammengestrickt, dass man zwischenzeitlich gar nicht wusste,warum Lynley und seine Freunde überhaupt nach Cumbria gefahren sind.
Spannung sucht man leider auch vergebens.

Dieser neue "Elizabeth George" ist tatsächlich ihr schwächstes Buch. Ich denke nicht dass ich noch ein Mal ein Buch von ihr im Hardcover kaufen werde.
0Kommentar| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Oktober 2012
Zum Inhalt

Der Neffe von Bernard Fairclough, seines Zeichens Inhaber einer Firma für Sanitärbedarf, ist im Bootshaus des Familienanwesens im Lake District tot aufgefunden worden, als Todesursache wurde ein Unfall genannt. Bernard Fairclough, der mit Lynleys oberstem Vorgesetzten Sir David Hillier befreundet ist, bittet diesen, einen guten Ermittler von New Scotland Yard inkognito in den Lake District zu entsenden, weil er offenbar Zweifel an der Unfallhypothese hat. Für diesen Auftrag wird Lynley ausgewählt, Simon und Deborah St.James begleiten ihn, um ihrerseits in der recht großen Familie Fairclough herumzuschnüffeln. Schnell stellt sich heraus, dass einige Familienmitglieder etwas zu verbergen haben und dass mehr als einem von ihnen der Tod des Neffen/Cousins Ian Creswell, der für die Finanzen der Firma zuständig war, gelegen kam.
Da ist der einst missratene, doch jetzt geläuterte Sohn Nicolas Fairclough, der seine Drogen- und kleinkriminelle Karriere beendet hat, sich in der Firma durch die Abteilungen hocharbeitet und mit der bildhübschen Argentinierin Alatea verheiratet ist, die ihrerseits Geheimnisse hat. Da sind die Töchter von Bernard Fairclough: Manette war einst in ihren Cousin Ian verliebt, sie hat aber, da ihre Gefühle nicht erwidert wurden, Freddie Mc Ghie geheiratet. Inzwischen ist sie von ihm geschieden, Freddie arbeitet aber weiterhin für die Firma. Ein richtiges Ekel ist Manettes Zwillingsschwester Mignon, die sich als stärker behindert ausgibt, als sie es nach einem Unfall in Kinderjahren in Wirklichkeit ist und die alle bespitzelt und zu ihrem Vorteil auszunutzen versucht. Könnte es unter diesen Personen Neider in der Firma gegeben haben?
Doch auch das Privatleben des Verunglückten bietet Sprengstoff: er hat seine egozentrische Frau Niamh und seine Kinder Tim und Gracie verlassen, um mit dem Pakistani Kaveh zusammenzuleben. Niamh hat ihren Mann für diese Demütigung gehasst, sein Sohn Tim ist völlig verstört und verhaltensauffällig geworden. Kaveh selbst profitiert ebenfalls von Ians Tod, denn er erbt das Cottage, in dem er mit seinem Liebhaber zusammengelebt hat.
Angesichts dieser komplizierten Familienverhältnisse haben Lynley, Simon und Deborah keine leichte Aufgabe vor sich, die noch durch das Auftauchen des Skandalreporters Zed Benjamin erschwert wird. Für sein Revolverblatt Source soll er in der dubiosen Vergangenheit von Nicholas Fairclough herumbuddeln und Schmutz zutage fördern. Es gelingt ihm, sich an Deborah, die wieder mal durch ihre Besserwisserei und Einmischung für zusätzliche Probleme sorgt, zu heften. Diese verhängnisvolle Zusammenarbeit richtet viel Schaden an...
Barbara Havers unterstützt Lynley von London aus, was ihr Schwierigkeiten mit Lynleys direkter Vorgesetzter und heimlichen Geliebten Isabelle Ardery einbringt, da letztere nicht in die inoffiziellen Ermittlungen eingeweiht ist.

Beurteilung

Auf dem Cover wird "Glaube der Lüge" als "Ein Inspector-Lynley-Roman"bezeichnet und das trifft ins Schwarze: das Buch ist eher ein Roman als ein Krimi. Die Ermittlungen gehen relativ langsam vonstatten und es kommt keine große Spannung auf. Dennoch habe ich diesen Roman keineswegs als langweilig empfunden, denn er spricht eine Menge zeitgenössischer gesellschaftlicher Probleme an: zerrüttete Ehen und vernachlässigte Kinder, verborgene wie auch geoutete Homosexualität, Kinderpornografie, die ethischen Probleme der modernen Fortpflanzungsmedizin und nicht zuletzt den widerlichen Boulevard-Journalismus, der die genannten Themen schamlos ausschlachtet. Die diversen Geheimnisse, die die Hauptfiguren hüten, laden den Leser zum Miträtseln ein. Gleichzeitig verfolgt er die Entwicklung der persönlichen Geschicke von Lynley, dem Ehepaar St.James und Barbara Havers. Das ist sehr interessant, sofern man die vorherigen Bände gelesen hat und mit der Vorgeschichte der "Stammbesatzung" vertraut ist. Für einen Neueinsteiger würde ich dieses Buch jedoch weniger empfehlen, weil es dann schwierig wäre, der Handlung vollständig zu folgen.
Der Erzählstil von Elizabeth George hat mich, wie in fast allen ihren Büchern, flüssig unterhalten, war stellenweise allerdings ziemlich derb und vulgär: hier wäre weniger mehr gewesen.
Für eingefleischte Lynley-Fans, die auch einen Roman ohne steilen Spannungsbogen zu schätzen wissen, gebe ich eine Leseempfehlung.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. August 2012
Jeder zimmert sich die Welt und das eigene Wirken so zurecht, dass sich das Aufstehen am Morgen noch lohnt. Nur so wird das Leben erträglich: fünfe mal gerade sein lassen. Bei "Glaube der Lüge" verheddern sich die kleinen und großen Lebenslügen zu einem maliziösen Gewirr, bei dem alle zu Schaden kommen. Das ist ambitioniert, die Protagonisten sind - es geht um eine Industriellenfamilie - gut gewählt. Inspector Lynley bescheidet sich mit der Rolle als Katalysator, der die Lügen hinterfragt. Klingt nur bedingt nach Krimi? Stimmt.

Was nicht gegen "Glaube der Lüge" spricht. Der Plot ist (für Ms Georges Verhältnisse) durchdacht, endet allerdings nach zwei Dritteln des Buches. Anschließend werden nur noch die offenen Fäden eingesammelt. Bis auf einen - der soll als Cliffhanger die Verkaufszahlen des folgenden Romans ankurbeln.

Ja, "Glaube der Lüge" ist besser als die beiden Vorgänger. Nein, gut er trotzdem nicht. Zu viele aufgepfropfte Themen (Transgender, Snuff Videos, Reproduktionsmedizin ...) überfrachten den Plot, der sich in ein Kitschfinale rettet, boah, da würde sich Rosamunde Pilcher pikiert abwenden. Nein, bei aller Liebe, da lassen wir fünfe nicht gerade.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Gesponserte Links

  (Was ist das?)