Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited longss17

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
107
4,4 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:5,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 8. September 2012
Nun ist sie da, 50 Jahre nach dem Erstling, 3 Jahre nach dem Vorgänger "Together Through Life" halten wir nun "Tempest" in den Händen, Dylans 35. Studioalbum. Angekündigt als sein nächstes Meisterwerk, als Fortführung seines grandiosen Alterswerks. Also alles so wie immer in den letzten 15 Jahren?

Das Cover, na ja, gewöhnungsbedürftig, sieht ein wenig billig aus. Skurril der Hintergrund. Die auf dem Cover unter Rotfilter abgebildete Frauenfigur stellt als Teil des Pallas Athene-Brunnens vor dem Wiener Parlament die Moldau dar. Die 3 dort ebenfalls versammelten Figuren stehen für die 3 anderen großen Flüsse der untergegangenen Donaumonarchie, Donau, Elbe und Inn. Im Gegensatz zu Robert Musils Held Ulrich ist Dylan aber sicher kein Mann ohne Eigenschaften. Auf dem Backcover sehen wir einen zur Fahrt entschlossenen Dylan, der uns durch die obligatorische Sonnenbrille anblickt.

Das Country-Intro zu "Duquesne Whistle" lässt kurz den Gedanken aufkommen, man hätte eine Country-Folk-Platte aus den 20er oder 30er Jahren aufgelegt. Dann setzt die komplette Band und wenig später Dylans altersrauhe Stimme ein. Seine Stimme, mittlerweile noch brüchiger, die Schlaglöcher auf den Stimmbändern noch größer, dennoch ist Dylan ein großer, ein einzigartiger Sänger. Er kann Geschichten erzählen, Gefühle vermitteln, Erinnerungen wecken, auf Konzerten so wie diesen Sommer oder eben auf "Tempest". Bei "Duquesne Whistle", einer Nummer in der amerikanischen Tradition der Train-Songs, spielt die Band zum Tanz auf, der Sänger hingegen befindet sich im Geisterzug und fragt sich beim Anblick des aufreißenden Himmels und beim Hören von Muttergottes Stimme, ob wohl die alte Eiche aus Kindertagen noch steht, ...that one we used to climb...". Zu dem Song gibt es ein sehr gelungenes, sehenswertes und amüsantes Video. Beim 2. Song "Soon After Midnight" spielt die Band, als wäre sie für eine Hochzeit auf dem Lande gebucht , man sieht wie die Gäste und das Brautpaar Stehblues tanzen, derweil wir die Geschichte vom Mann hören, dem ein treuloses Mädel all sein Geld gestohlen hat, der dann bald nach Mitternacht Liebe schwört und, ja, wir wissen, es ist umsonst.

Das folgende "Narrow Way", ein schneidender Blues, die Band voll drauf, der Song rumpelt vor sich hin und Dylan singt vorneweg. Der Song erinnert an die gute "Love And Theft", ein dylantypischer Rumpelblues. Eine Nummer, die Dylan bei den folgenden Konzerten in amerikanischen Provinznestern an der Rumpelbluesstelle platzieren kann. Das folgende "Long And Wasted Years" offenbart, dass die alte Columbia-Werbung aus den 60er Jahren "Nobody sings Dylan like Dylan" immer noch stimmt. Niemand interpretiert Songs, seien es eigene oder Covers, wie der Mann aus Minnesota. So schafft es Dylan, dass seine Musik jung und relevant bleibt. So wie er hier über eine schieflaufende Liebe singt, atmet, erzählt, kommentiert und phrasiert, phantastisch.

"Pay In Blood" klingt wie ein flotter Popsong, so eine Musik hat Dylan lange nicht mehr gemacht. "Mississippi" in schnellerem Tempo würde in eine ähnliche Kerbe hauen. Ein gut tanzbarer Song, dazu lässt Dylan Unbarmherziges durch die Lautsprecher schallen. Kommt bei Dylan oft vor, dass die Musik beschwingt ist, die Lyrics hingegen eine andere Sprache zu sprechen scheinen. Eine starke Nummer, wäre ein Single-Kandidat, wenn dies bei Dylan eine Rolle spielen würde. "Scarlet Town", eine Neuversion des Folk-Klassikers "Barbara Allen", den Dylan in den frühen Sechzigern wie in den späten Achtzigern zum Besten gab, erinnert an "Ain`t Talkin`" von "Modern Times". Ein dunkler, fesselnder Song, Dylan singt "In Scarlet Town the end is near..." und man glaubt es ihm. Die Musik ist sehnsuchtsvoll, eine Geige unterstützt die Band. Hier beginnt die zweite, herbstliche Seite von "Tempest".

Allerdings fällt das nachfolgende "Early Roman Kings" musikalisch etwas aus diesem Rahmen. "They destroyed your city, they`ll destroy you as well..." hören wir. Zwischen der Vergangenheit und der aktuellen Lage sieht der Sänger keinen wesentlichen Unterschied. Apokalyptischer Dylan-Stoff. Man konnte das Lied vorab als Hintergrundmusik für irgendeinen Filmtrailer hören. Seltsame Kombination. Ich fand den Song etwas schwach. Dazu ist "Mannish Boy" zu prägnant. Allerdings stelle ich fest, dass bereits nach einem Tag Dylans Silhouette hinter Muddy Waters deutlicher hervorzutreten beginnt. Der Song bleibt aber bisher für mich der schwächste Beitrag der Platte.

Nun folgt "Tin Angel", ein Drama-Song über eine verlorene Liebe. Atmosphärisch und bei der ein oder anderen Melodiephrase erinnert die Nummer an das meisterliche "Man In The Long Black Coat" von der wunderbaren "Oh Mercy". Eine große neunminütige Folkballade, deren Ausmaß an Shakespeare denken lässt. Solche Songs wollen die meisten von Dylan hören, tiefe, bedeutsame Epen. Geschichten aus dem alten Amerika. Das, was der ein oder andere beim Vorgänger "Together Through Life" vermisste. Gleichwohl tanzt Dylan auf mehreren Hochzeiten, bei der einen spielt er "Desolation Row", bei der anderen präsentiert er uns "Country Pie".

Eine irische Geige leitet den Titelsong "Tempest" ein. Was in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 geschah ist nicht Thema dieses Songs. Da laut Dylan aber ein Songwriter sich dafür "interessiert, was hätte passieren sollen oder passieren können", ist es ihm auch wurscht, dass besagte Nacht windstill und sternenklar war, also weit und breit kein tempest. James Camerons Hollywood Blockbuster kommt auch noch rein und so stolpert man alsbald über Leo. Ob es sich aber über den Jack Dawson darstellenden Leonardo di Caprio handelt oder über Dylans Namensvetter Leo Zimmermann, wer weiß? Besagter Leo Zimmermann, ein Bauer aus dem Schwarzwald, befand sich tatsächlich an Bord der RMS Titanic. Dylans Song bietet auch kein Hollywood-Blockbuster-Schmachtfetzen-Gefühlskino, sondern erzählt im schönen Walzertakt vom darwinistischen Überlebenskampf, vom Bischof, vom Bordellbetreiber, vom Glauben und vom Abfall an ihn, vom Tod im Eiswasser, von einer Katastrophe. Der Song mag für manche zu lang sein. Dies geht mit nicht so, die Nummer wird mir nicht langweilig. Dennoch nicht das beste Stück auf der Scheibe.

Zum Abschluss folgt Dylans Hommage an Lennon, "Roll On John". Zu Lebzeiten gab es zwischen den beiden Songwritern immer eine gewisse wachsame, nervöse Distanz. Zu viel Ego & Gockelkonkurrenz verhinderten wohl eine größere Nähe. Dylans Gesang hier ist weich, bewegend. Dylans emotionale Verbundenheit mit Lennon ist bei diesem Song spürbar. Es ist bekannt, dass Dylan sich in Lennons Kinderzimmer vor einigen Jahren aufgehalten hat. Vielleicht hat der Song hier seinen Ursprung. Eine schön klingende Abschlussnummer bar jeder nostalgischen Verklärung, ein Killer, der Mord, das Verbluten, die Agonie, so endet das Album zu musikalischem Wohlklang.

Das nächste Meisterwerk also? Nach meinen ersten Eindrücken eine weitere sehr gelungene Scheibe. Sie kommt für mich nicht an "Time out of mind" ran, steht aber auf einer Stufe mit all den anderen seit 2001 veröffentlichten Werken, die sich allesamt durch hohes Niveau auszeichnen. Die Wirkung von Dylan-Alben hat ein Eigenleben, manch Platte verliert, manche gewinnt mit der Zeit. Es bleibt abzuwarten, wie sich meine Wertschätzung für "Tempest" entwickelt. Die Platte hat bei mir einen guten Start hingelegt. Abzüge gibt es nach einem Tag lediglich für den Muddy Waters-in Dylan-Maske-Song. Daher gebe ich jetzt 5 Sterne, drücke nochmal Play und lehne mich zurück. Roll on Bob...
99 Kommentare| 124 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. September 2012
Nach Time out of Mind un den folgenden 3 Alben, die grandios ausfielen, waren die Erwartungen an Tempest natürlich hoch.
Und zunächst wird man auch toll bedient: "Duquesne Whistle", ein Lied voller Zärtlichkeit und Wehmut mit einem schönen Kirmesrhythmus. Weiter so!
"Soon after Midnight" ist denn auch eine schöne Ballade, sparsam intoniert und wunderschön; sie bringt Dylans Stimme voll hervor! Noch eine Höchstwertung.
Die nächsten beiden Titel sind dann etwas gewöhnlicher, ohne aber etwa zu nerven. Bluesvarianten und Balladen halt in gewohnter Dylan-Manier.
Mit "Pay in Blood" und "Scarlet Town" folgen dann aber wieder 2 Höhepunkte von "Tempest": Grosse Geschichten, grossartig erzählt und interpretiert, toll produziert, Dylan in Topform!
Das Gleiche gilt auch für "Tin Angel", eine weitere Perle, wenn nicht sogar das beste Lied auf der Platte. Grosses Kino!
Der Titeltrack ist zwar 13 minuten lang, gerät aber eben: zu lang, zu ereignislos, man ist sich dieses Titels bald überdrüssig.
"Roll on John" fällt etwas kitschig und sentimental aus, was eigentlich weder zu Bob Dylan noch zum besungenen John Lennon passt.
Fazit: "Tempest" ist ein gelungenes Dylan-Album, einige etwas laue bis gute Titel und 5 grandiose Tracks lohnen den Kauf aber allemal.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. November 2016
Man mag das für eine raue Reibeisen-Rock-Stimme halten, womit Dylan hier gesanglich antritt, aber man kann auch zu der Einschätzung kommen, dass seine Stimme inzwischen etwas kaputt und verbraucht ist und er besonders dort, wo er kräftiger und höher zu singen versucht, doch zu kämpfen hat.

Umso beeindruckender, wenn dieses gelegentliche Manko - weniger bei den Balladen als bei den schnellen Nummern hörbar - einmal mehr aufgewogen wird mit der schier beeindruckenden musikalischen und Song-lyrischen Qualität bald jedes einzelnen Titels. Einer nach dem anderen setzt kompositorisch, musikalisch oder wenigstens erzählerisch Glanzlichter, allesamt ausgestattet mit dieser speziell Dylanesken Weise raunender, geheimnisvoller, gesungen vorgetragener Geschichtenentwicklung - mal in Moll, mal in Dur, mal dramatisch, mal lakonisch, mal up, mal down tempo - immer hypnotisch, manchmal magisch.

Wie hier in anderen Rezensionen teils bereits angemerkt, sind die letzten beiden Tracks musikalisch am schwächsten, allerdings nur dann, wenn man sich den Standpunkt zu eigen macht, dies seien auch stilistisch alles Dylan-Originale, was meiner Meinung nach mitnichten zutrifft. Sieht man stattdessen eher, dass jeder Song hier ein eigenes Genre bedient, wird die Frage, was gefällt, mehr eine Frage des Genre-Geschmacks. Besonders der Titelsong hat es dann schwer, hier in Deutschland müsste man das wohl schon unter Volksmusik verbuchen, was dann der Grund für die geringe Popularität wäre.

Während mir von den 8 davor liegenden Tracks persönlich alle schnellen, also die ungeraden Nummern 1, 3, 5 und 7 (die sich mit langsameren Nummern stetig abwechseln), gleichmäßig gut gefallen, aber hier besonders "Pay in Blood" - Dylan klingt hier stellenweise zwar wie ein fauchender Löwe, singt aber auch mit ebensolcher Vitalität - verhält es sich mit den langsameren Balladen anders: Track 2 und 4 wirken wie ein Auftakt zu den beiden wahren, praktisch makellosen Alben-Höhepunkten: Scarlet Town und Tin Angel - bevor Roll On John als letzter langsamer Track das Album textlich hoch-interessant, musikalisch etwas schwächer, mit einer späten Hommage an den Generationsgenossen John Lennon beschließt. (Man könnte denken, dieses Tribute war überfällig und kommt spät genug, gleichzeitig wirkt es nicht aufsehenerregend, speziell auch musikalisch nicht; wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass Lennon unter seinen letzten Liedern, die er je aufgenommen hat, Spottlieder über Dylan gesungen hat, der damals in seiner christlichen Phase war, muss man es anerkennen, wenn Dylan dem Kollegen hier noch ein spätes Denkmal setzt, und niemand wird behaupten können, er habe sich insbesondere lyrisch dabei keine Mühe gegeben. Ganz im Gegenteil.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. September 2012
Danke Robert ! Immer weiter, immer weiter... Nicht beirren lassen und all den modernen Hypersupernervösenkrachmacherscheiss einfach ignorieren und außen vor lassen ! Du bist und wirst immer mein Seelen-Balsam sein. (Gottseidank nichts am Line-Up geändert. - Die beste BAND !!!)
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 21. Dezember 2012
50 Jahre nach der Erfindung der Popmusik durch die Beatles und dem Erscheinen des Debut Albums des wichtigsten songwriters ebendieser Popmusik, schüttelt dieser mittlerweile alte Mann nicht nur eine Platte voller genialer Melodien aus dem Ärmel, sondern produziert die auch noch so zeitlos, dass man Sie wohl in weiteren 50 Jahren ohne Vorkenntnis kaum einer bestimmten Dekade zuordnen wird können.

Jene die nun meinen dass dieses Album ,alt` klinge, sei gesagt, dass das in einem Business in dem - ähnlich wie in der Mode - Revivals mittlerweile in immer kürzer werdenden Abständen passieren, das was heute alt klingen mag, morgen schon wieder der letzte Schrei sein kann.

Das weiss Dylan - spätestens seit ,Time Out Of Mind` hat er aufgehört sich nach aktuellen Soundbildern zu richten (was er ja speziell in den 80ern einigemale mit bescheidenem Erfolg versuchte), und spätestens seit diesem Album (das auch schon wieder 15 Jahre zurückliegt) macht er eigentlich nichts mehr falsch.

Bezeichnend auch, dass der auch schon 45 Jahre alte Rolling Stone das neue Dylan Album zur Platte des Jahres wählte, denn das alles bedeutet letztendlich, dass die Popmusik zwar nicht alt, aber eben keine Domäne der Jugend mehr ist, sondern für alle Altersschichten gleichberechtigt da ist.

,Tempest` ist nun irgendwie der Höhepunkt von Dylans dritten (oder vierten?) Karrierehoch und trotz tw. düsterer songs und einigen nachdenklichen Texten hat man - im Gegensatz zu ,Oh Mercy` bspw. - nie das Gefühl, dass der Mann mit seinem Schicksal hadert - im Gegenteil, es scheint, als er habe er endgültig seine Mitte gefunden; das ist ja normalerweise für einen Künstler eher kreativitätshemmend, Dylan aber, der sich spätestens seit ,Modern Times` zum ultimativen Geschichtenerzähler gewandelt hat, scheint einen geradezu unerschöpflichen Quell der Inspiration gefunden zu haben.

Was diese Platte so großartig macht, sind nicht nur die Lieder an sich, sondern dass Dylan es damit auch geschafft hat das ultimative ,Americana` Album zu schaffen - ein endgültiges Statement zu einem Genre, das ja in Wirklichkeit eh aus Folk, Country, Blues, Rock und auch Pop besteht.

Man sagt jeder sei ersetzbar - in der Kunst gilt das nicht und wir wollen hoffen, dass Bob noch weitere 20 Jahre beschieden sind, denn wessen Platte soll der Rolling Stone denn sonst 2032 zum Album des Jahres wählen??
66 Kommentare| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Oktober 2013
Er hat es wieder getan- uns alle überrascht mit 'tempest'.
Ich hatte natürlich auf eine neue Platte gehofft/gewartet.Und da ist sie. Dylan wird nicht aufhören, er singt jetzt eben seinem Alter und seinem Lebenslauf entsprechend eindrucksvoll.Er ist ein Künstler durch und durch.
Bei ihm liegen in den songs Dichtung und Wahrheit nah beieinander. Und tempest ist keine sekunde zu lang.Dylan ist genial seit seiner New Yorker Zeit.
Ich habe alle Werke von Dylan aber nicht alles in Vinyl,aber genau da klingt er eben am besten. Interessant finde ich auch, daß er mit seinem letzten Lied 'roll on John' John Lennon huldigt.'tempest' die "wahre"Geschichte über den Titanic-Untergang ist wirklich ein Meisterwerk der Psychologie. Dylan singt mehr über die Empfindungen der Opfer und wie wir alle wissen, 'Nobody sings Dylan like Dylan', ausdrucksstark. Für seine fans eine große Freude.Persönlich mag ich auch 'soon after midnigt' weil seine Stimme da besonders gut kling und die Musik sowieso.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juni 2013
Zuerst klingt Bobbys Gesang wie Louis Armstrong ... aber das Album ist einfach perfekt: sehr gute Musik und genial Lyrics. Dylan hört man nicht einfach, sondern hört zu, was er singt und genießt und staunt. Die Dylan-Basher werden's halt nie verstehen, so what...
Über 70 und immer noch topp! Hoffentlich kommt die Never Ending Tour bald wieder nach Deutschland!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Kürzlich hörte ich nach längerer Zeit wieder einmal das im März 1962 veröffentlichte selbstbetitelte Debüt-Album. Vom Cover schaut ein 21jähriger selbstbewusst und verwegen und wirkt irgendwie so, als wüsste er mehr über das Leben, als ein 21jähriger über das Leben wissen sollte.
Fünfzig Jahre und sechs Monate später erscheint nun das 35. reguläre Studio-Album dieses jungen Mannes, der damals auf dem Coverfoto so dreinschaute, als ahnte er, dass er auch mehr als ein halbes Jahrhundert später noch was zu sagen haben würde. Ja mehr als damals und mehr denn je. Und immer noch blickt er irgendwie so, als weiß er mehr über das Leben, als man auch mit 71 über das Leben wissen sollte.
2012 sieht man ihn auf der Rückseite der Platte mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck - dieser Mischung aus Ernsthaftigkeit, Melancholie, einem Hauch von schlechter Laune und getarntem Spitzbuben-Humor - hinter einer Sonnenbrille die das halbe Gesicht einnimmt und den direkten Blickkontakt unmöglich macht. "I wear dark glasses to cover my eyes. There are secrets in them I can't disguise..." heißt es in "Long and wasted years".

Dylan ist auch Mythos, gewiss. Aber er ist eine der wenigen Über-Persönlichkeiten, für den der inflationär abgenutzte Begriff >Superstar< eine Herabsetzung wäre. Weder um seinen ewigen Status als Künstler zu manifestieren und noch weniger um seine Finanzen in Ordnung zu bringen, müsste er überhaupt noch irgendetwas äußern. Und doch tut er es und das einfach nur großartig. Man kann sich des Eindrucks nicht erwähren, dass sich der Kreis wohl irgendwann auf allerhöchstem Niveau schließen wird, denn seit "Time out of mind" (1997) hat jedes Album die Kraft und Bedeutung - ignorieren wir mal den schelmischen Weihnachts-Witz zu wohltätigen Zwecken vor drei Jahren - nicht nur ein starker Schlusspunkt zu sein, sonder ein überzeugt gesetztes Ausrufungszeichen hinter ein insgesamt gewaltiges Gesamtwerk. Mit jedem weiteren Werk seither, kommt ein weiteres Ausrufungszeichen hinzu. Keine Schwächen.

Dies ist wohl auch der Grund, warum in unserer entzauberten Zeit, ein neues Dylan-Album immer noch ein wirkliches Ereignis ist, über das geredet und geschrieben wird. "Tempest" wird dieser Tage in den Feuilletons ziseliert und von allen Seiten mit der Lupe auf mögliche Schwächen untersucht. Gut so, dafür ist das Feuilleton schließlich da. Und wohin man ließt, man ließt fast ausnahmslos, mit "Tempest" ist Dylan einmal mehr ein Meisterwerk gelungen, ein knurriges, ein dunkles, aber auch ein groovendes wie lange nicht. Und die Texte sind über jeden Zweifel erhaben - wann bekommt der Mann endlich den Literatur-Nobel-Preis? Hat Sony Music in Schweden keinen Vertrieb? Würde mal bitte jemand Dylan-Platten nach Stockholm tragen? "Tempest" wäre als Referenz bestens geeignet! Alfred Nobel legte fest: "Der Preis soll denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben" Also dann!

Die Welt wartet nicht darauf, dass nun auch ich jede Note und jeden Buchstaben des Albums umdrehe, deute und beleuchte. Und Dylan selbst ist es vermutlich am meisten leid, dass jedes neue Album von ihm entgegen genommen wird, wie die Schrifttafeln des Moses bei seiner Rückkehr vom Berge Sinai. Andererseits, nur wirklich wichtige Alben werden derartig kritisch beäugt...
33 Kommentare| 41 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 13. September 2012
...und die poetisch-musikalische Saat, die er da mittels seines heiß ersehnten 35. (!) Studiowerkes namens "Tempest" angesetzt hat, wächst und gedeiht immer weiter in den Ohren derer, die genug Geduld und Liebe und Leidenschaft dafür mitbringen.
Ehrlich: Es ist offengestanden ziemlich schwierig halbwegs objektiv über dieses Neuwerk von His Bobness zu urteilen, wenn man - so wie zugegebenermaßen auch meine Wenigkeit - schon seit geraumer Zeit mit dem Dylan-Fieber infiziert ist...

Wenn ich genau darüber nachdenke, dann war ich von "Time Out Of Mind", "Love & Theft", "Modern Times" und wohl auch "Together Through Life" beim ersten Mal reinhören wohl mehr angetan, als von vorliegendem Silberling. (Obwohl ich die drei erstgenannten Spätwerke aufgrund meines Alters erst im Nachhinein erworben und für gut bzw. hervorragend befunden habe).
Dennoch schwingt etwas Undefinierbares, Wunderbares in mir seit Hördurchgang Nr. 2 schon mit, wenn ich mir "Tempest" zu Gemüte führe. Vom jetzigen Standpunkt aus - und ich geh jetzt mal davon aus, hierauf noch einiges zu entdecken - würde ich "Tempest" als in sich geschlossenes, kompaktes Gesamtkunstwerk bezeichnen, das mit radiotauglichen Mitsummtracks wie "Soon After Midnight" ebenso punkten kann wie mit kratzig interpretierten Old-School-Blues-Nummern alias Robert Johnson in Neu-Elektrisch (in einem weiteren Sinn freilich) wie z.B. dem Opener "Duquesne Whistle" (das übrigens als einziges hierauf enthaltenes Stück nicht ausschließlich aus Dylans Feder stammt, wenn man den Credits glauben darf) oder etwa "Narrow Way". Der Track "Early Roman Kings", dessen sich stets wiederholende Melodiebögen stark an Muddy Waters "Mannish Boy" erinnern, fällt wohl eher in die Kategorie "Klassik-Blues", zusätzlich ausgeschmückt mit Akkordeon und Mundharmonika.
Dazwischen findet man Sentimentales, Kautziges ("Pay In Blood", z.B., klingt in meinen Ohren wie eine dylaneske Jazz-Blues-Crossover-Version der (tollen) Stones-Nummer "Hand Of Fate" (falls das einer der hiesigen Leser kennen sollte...), Nachdenkliches und einen stolzen 13-Minuten-Song über den Untergang der Titanic, der übrigens auch dem Album seinen Titel verleiht. Will hier ein Bob Dylan gar einem Friedrich Schiller (die Bürgschaft u.ä.) Konkurrenz machen?
Es fällt mir in dieser Frühphase des Hineinhörens offengestanden noch etwas schwer, hier und jetzt schon persönliche Favoriten, sprich Anspieltipps preiszugeben. Aber ich denke, dass das zuvor bereits angesprochene "Soon After Midnight" unschwer Zugang zu sämtlichen Hörerschichten finden dürfte...

Fazit: Ist das nun also das neue beste, unvergleichliche, Überdrübermörder-Bob-Dylan-Alterswerk?? Mitnichten. Stimmlich gefällt mir Bob Dylan fast immer besser. Trotz aller Kratzbürstigkeit wohnt seinem gewohnt genial phrasierten Gesang etwas Herzerfrischendes bei. Man merkt beim Hören - ganz unwillkürlich - dass es wohl recht entspannte Sessions gewesen sein dürften. Nun: Warum auch nicht? Wem müsste Bob Dylan denn auch noch etwas beweisen, außer sich selbst höchstens?? (Man siehe die Unzahl an Titeln und Preisen, mit denen dieser Ausnahmekünstler bereits (zurecht) geehrt wurde. Der Literatur-Nobelpreis folgt ganz sicher bald, lieber Mr. Zimmermann!) Und: Die Band ist schlichtweg großartig. Hier haben Musiker zusammengefunden, die füreinander bestimmt zu sein scheinen. Hier greift - mühelos und selbstverständlich - ein Rädchen ins andere, um sich nahezu perfekt zu ergänzen. Und: Der Sound passt. Erstens ist alles schön herauszuhören und zweitens hört sich gleichzeitig alles authentisch an. Hier klingt wirklich nichts unnötig gekünstelt oder hineingepfercht...

Dass "Tempest" nun, obwohl es zunächst einmal (für meinen Geschmack halt) nicht ganz an "Time Out Of Mind", "Love & Theft" oder auch "Modern Times" heranreicht (aber das kann sich wie gesagt ja auch noch ändern), trotzdem ohne jeden Zweifel ein verdientes 5-Sterne-Album ist, liegt einfach daran, dass eben genannte Platten so verdammt gut waren, dass sie - Hand aufs Herz, liebe Dylan-Freunde - eben schlechtestenfalls mit anderen 7-Sterne-Werken konkurrieren könnten.
Ich übertreibe? Gut. Dann, liebe Leser, zieht Euch schleunigst alles von "Time Out Of Mind" bis (inklusive) "Tempest" rein - und dann sagt doch mal ruhigen Gewissens, ich hätte gelogen...

Nach wie vor bin ich ungebrochen von Bob Dylan und seiner Musik begeistert. Roll on, Bob, roll on...

Für mich bislang eines der HIGHLIGHTS des heurigen Musikjahres. 5 Sterne deshalb auch meinerseits!

P.S. Dass Musik generell nicht zwangsläufig modischen Trends unterliegen muss, wenn sie von Herzen kommt und gut gemacht ist, unterstreicht Bob Dylan mit "Tempest" nur ein weiteres Mal. Die Scheibe klingt zeitlos und charmant wie eh und je...

---- Anspieltipps ----
- Duquesne Whistle
- Soon After Midnight
- Lang & Wasted Years
- Pay In Blood
- Early Roman Kings
- Roll On John
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Oktober 2013
Ein schönes Bob Dylan Album, jedoch ist das Extra der Deluxe Edition sein Geld nicht wert, bloß kein Geld dafür ausgeben!!!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

5,99 €
5,49 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken