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Kundenrezensionen

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am 20. Mai 2012
Dieses kleine Buch mit seiner ungewöhnlichen Geschichte hat mich sehr gerührt. Caroline Vermalle schreibt mit viel Gefühl und lässt den Leser durch ihre Beschreibungen eintauchen in die bezaubernde Welt der französischen Insel Ile d'Yeu.
Es geht um die Aufarbeitung von Dingen, die Jahrzehnte zurück liegen und darum, irgendwann abschließen zu können. Zu akzeptieren und neu anzufangen. Und um die Erkenntnis, dass man nicht auf den idealen Zeitpunkt warten sollte, denn diesen gibt es kaum.
Ich habe das Lesen des Buchs sehr genossen. Die Autorin hat es geschafft, mich während des Lesens komplett nach Frankreich zu entführen - es war fast so, als würde man das Meer riechen, den Wind spüren und das Klappern des Geschirrs in Nane's Küche.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, mir persönlich hat es sehr gut gefallen.
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am 20. Mai 2012
Es sind die Kleinigkeiten, die mich erfreuen. Und diesmal ist dieses Buch genau diese Kleinigkeit. Man sagt, einen alten Baum versetzt man nicht mehr. Eigentlich... In diesem Fall ist Jacqueline der alte Baum. Sie ist 73 Jahre alt, seit langer Zeit mit Marcel verheiratet. Doch auf einmal wird ihr klar, dass das jetzt ein Ende haben muss. Kurzentschlossen packt sie ihre Koffer und verschwindet, ohne ihrem Marcel etwas davon zu sagen. Ihr Ziel ist eine kleine Insel, auf der Ihre Cousine Nane lebt. Und so beginnt eine kleine Geschichte, erzählt von stillen Beobachtern.

Meine Meinung

Kennen Sie diese Namen? Apeliotes, Zephyr und Skiron? Nein? Es sind die Winde, die diese Geschichte erzählen. Oder vielleicht Maniola jurtina? Auch nicht? Es ist ein Schmetterling, das große Ochsenauge. Er ist erst zwei Tage alt, aber gemeinsam mit den Winden erzählt und begleitet er die Geschichte um Jacqueline und lässt sich vom Wind weitertragen, um nichts zu verpassen.
Es ist, wie ich finde, eine schöne Geschichte, die mit einer entspannenden Leichtigkeit erzählt wird, dass ich gerne mit dem Wind und dem Schmetterling mitgeflogen wäre. Im Wechsel wird mal von Jacqueline, und mal von Marcel berichtet. Und während sie in der Vergangenheit stöbert und nicht so genau weiß, was sie finden oder erwarten soll, macht Marcel sich auf den Weg, um seine Frau zu beeindrucken. Dazu will er jedoch nicht einfach den Zug nehmen, sondern er hat sich in den Kopf gesetzt, zu ihr zu schwimmen, bis zu dieser kleinen Insel, in der Hoffnung, sie dort auch anzutreffen.
Das ganze wird auf eine angenehme Art erzählt, und wie ich finde, in einem recht poetischen Stil, ohne sonderlich hochtrabend zu klingen.
Die verschiedenen Charaktere sind wundervoll, und auch das Drumherum wird sehr bildhaft dargestellt, sodass es für mein Kopfkino ein leichtes war, mir das Ganze bildlich darzustellen.

Unterm Strich

Ein kleiner Schatz, der von der Liebe erzählt, getragen vom Wind, leicht wie die Flügel des Schmetterlings. Für den einen vielleicht Kitsch, für mich Poesie,
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am 12. Juli 2012
Warum in Gottes Namen packt eine 73-Jährige von einem auf den anderen Tag ihre Sachen und verlässt nach beinahe 56 Ehejahren ihren Mann? Was kann einen Menschen dazu treiben in diesem Lebensabschnitt alles in die Waagschale zu werfen und noch einmal von vorne zu beginnen? Diese Fragen haben mich sehr lange beschäftigt und einfach nicht mehr losgelassen. Sie haben mich fasziniert, und ich wollte unbedingt herausfinden, welche Geheimnisse oder besser gesagt, welche Untiefen im Herzen einen Menschen dazu treiben, sein bisheriges Leben komplett auf den Kopf zu stellen und, man muss es leider sagen, kurz vor Ende noch einmal das Schicksal und das Leben herauszufordern.

Die Story: Kurz nach ihrem 73 zigsten Geburtstag entschließt, sich die eher schüchterne und stillere Jacqueline ihren Mann nach über 50 Jahren Ehe zu verlassen. Ohne festes Ziel oder Vorstellungen, wie es weiter gehen soll, reist sie per Zug durch Frankreich, um wenig später bei ihrer Cousine Nane, die sie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr gesehen hat, aufzuschlagen. Nane die sich Jacquelines Flucht nicht erklären kann, bietet ihr an vorübergehend bei ihr zu bleiben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, lernen sich beide Frauen wieder neu kennen und schon bald schwelgen sie in Erinnerungen, die auch so manches dunkle Geheimnis lüften.

Meine Meinung: "Als das Leben überraschend zu Besuch kam" von Caroline Vermalle gehört normalerweise nicht zu den Büchern, die ich sonst lese. Trotzdem hat es mich sehr gereizt, diese, man muss es wirklich sagen, sehr berührende und tief gehende Geschichte rund um Jacqueline Le Gall, ihren Ehemann Marcel Le Gall , ihren Freunden Paul und Reneè Charon und ihrer Cousine Nane zu lesen.
Ruhig und malerisch erzählt Caroline Vermalle die außergewöhnliche Geschichte einer Frau die im Alter von 73 Jahren den Mut findet sich auf eine Reise zubegeben, zu der manch anderer gerade in diesem Alter sich nie aufgemacht hätte.
Was mich anfangs sehr verstört hat, war die Tatsache, dass Jacqueline ihrem Mann Marcel nach über 55 Jahren Ehe einfach ohne ein Wort der Erklärung verlässt. Man bleibt doch nicht über 55 Jahre verheiratet, wenn alles so schlimm war, dass man noch nicht mal eine Erklärung für den Anderen zurücklässt. In meiner Vorstellung war das einfach nicht möglich. Doch schon bald musste ich erkennen, dass Jacqueline nie den Mut aufgebracht und diese Geschichte nie geschrieben worden wäre, hätte sie vielleicht noch länger gewartet.
Die Figur der Jacqueline ist eine eher schüchterne, ruhige Frau, die viele Dinge in ihrem Leben unausgesprochen gelassen hat.
An ihrem 73 Geburtstag erkennt sie jedoch, dass die Zeit für sie knapp wird und das ihr Heim, ihr Zuhause gar keins mehr ist, und vielleicht auch nie war. Sie muss schweren Herzens zugeben, dass es viele Dinge in ihrem Leben gab, zu denen sie nie den Mut hatte. So viele Dinge, die sie nie gesehen oder getan hatte. Langsam merkt sie, wie ihr die Zeit fortläuft und ihre Kraft immer mehr schwindet, und fällt den Entschluss zurück zum Anfang zu gehen und noch einmal ganz von vorn zu beginnen.
Dazu macht sie sich auf die Reise zu der einzigen Person, die es ihres Erachtens immer geschafft hat, genau sie selbst zu sein. Zu ihrer Cousine Nane, die sie nur noch aus Jugenderinnerungen kennt.
In Jacquelines Erinnerungen ist Nane die junge, wilde, lebensbejahende und selbstbewusste Frau.
Doch auch vor Nane hat das Leben nicht haltgemacht und auch die Zeit und so mancher Verlust haben aus Nane eine ganz neue Frau erschaffen, die Jacqueline nun ganz neu kennenlernen muss.
Nane, die anfangs sehr erstaunt über Jacquelines unerwarteten Besuch ist, gibt ihr jedoch die Möglichkeit bei ihr fürs Erste unterzukommen und sich langsam zu finden. Nicht ohne ihr das ein oder Andere mal gründlich unter die Nase zu reiben.
So war es einfach ein Vergnügen für mich zu sehen, wie sich beide Frauen trotz aller Widerstände neu kennenlernen und langsam wieder zueinanderfinden. Nane gibt Jacqueline den nötigen Halt, um sich auch unangenehme Erinnerungen stellen zu können.
Währenddessen hat Marcel, Jacquelines Ehemann, mit seinen ganz eigenen Probleme zu kämpfen. Ist er zuerst völlig am Boden zerstört und total zerschmettert, schöpft auch er bald neuen Mut.
Marcel, der einige Jahre älter ist, als Jacqueline, begibt sich auf seine eigene Reise zu sich selbst.
Marcel fasst den Entschluss sich einen Jugentraum zu erfüllen. Er hat den aberwitzigen Plan die Loire hinabzuschwimmen. 1000 km zu bezwingen und als Held der Loire Jacquelines Herz zurück zuerobern.
Auf seine gefährliche Reise die Loire hinab begleiten wir Paul auf seine ganz eigene Reise in die Vergangenheit. So allein und einsam kommen all die alten Erinnerungen, all das was hätte sein, aber nie war auch in Paul hoch und man wird selbst sehr still und eigene Fragen gestalten sich in einem Selbst.
Ich möchte an dieser Stelle nicht verraten wie es mit Jaqueline und Paul ausgeht. Ich möchte nur so viel sagen. Die Geschichte um die Beiden hätte nicht zauberhafter, nicht ehrlicher und bewegender erzählt werden können.
Gerade die sanfte, beinah malerische Schreib- und Erzählweise von Caroline Vermalle macht diese Geschichte einzigartig und absolut lesenswert.
Ich hatte zum Schluss Tränen in den Augen und muss sagen, dass diese Geschichte mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sie hat mich wirklich berührt und eine Seite in mir angesprochen, von der ich noch gar nicht wusste, dass ich sie habe. Für mich ein ganz besonderes Buch.

Mein Fazit: Eine bewegende Geschichte um Liebe, Verlust, verlorene Träume und warum es trotzdem nie zupät ist für seine Träume zu kämpfen.
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am 14. Mai 2012
Als ich den Klapptext von »Als das Leben überraschend zu Besuch kam« gelesen hatte, war mir klar, dieses Buch muss ich unbedingt haben. Und es hat sich gelohnt. In diesem kleinen aber feinen Buch steckt eine tiefgründige Geschichte, die mein Herz berührt hat. Es ist die Lebensgeschichte der dreiundsiebzigjährigen Jacqueline die beschließt ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und deshalb Hals über Kopf und gänzlich ohne Abschied ihren Ehemann Marcel verlässt. Sie reist zu ihrer Cousine Nane, die in einem kleinen Haus auf der französischen Insel Ile d`Yeu lebt. Dort bewohnt sie das bescheidene aber reizvolle Gartenhäuschen und wird nebenbei von Schmetterlingen, Libellen, von Zephyr dem Westwind und auch den anderen Winden beobachtet. Nach und nach lernen sie die alten Damen abermals kennen, wo sie doch über Jahrzehnte nichts mehr voneinander gehört haben. Es dauert eine Weile bis Jacqueline sich öffnet und ihren Gefühlen freien Lauf lässt und ihren niedergedrückten Lebenslauf Nane anvertraut.
Die Autorin Caroline Vermalle hat einen wunderbaren Schreibstil mit einer besonderen Persönlichkeit. Durch ihre Worte taucht der Leser in eine charmante, farbenfrohe Welt der französischen Bretagne mit all ihren mediterranen Düfte. Diese Stimmung wird durch den reizvollen Einband zusätzlich betont,besonders die erste Innenseite finde ich allerbest gelungen.

Fazit:
Für mich bisher das tiefgründigste und beste Buch des Jahres 2012. Ich empfehle es sehr gerne weiter und werde es mit Sicherheit auch mehrfach verschenken, den diese Erzählung sollte man gelesen haben.
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am 23. Juni 2015
"Denn das Glück ist eine Reise" war mein erstes Buch von Caroline Vermalle und ich war begeistert. Es kam mir vor, als hätte ich unter Modeschmuck einen Diamanten gefunden und habe es daher auch schon häufig verschenkt. So freute ich mich auf ein weiteres Buch der Autorin und kaufte mir "Als das Leben überraschend zu Besuch kam".

Die Idee, Schmetterlinge aus aller Welt als Erzähler einzubauen, fand ich neu und charmant. Und die Grundidee für das Buch fand ich zwar nicht neu, aber gut: Jacqueline entflieht dem Korsett der langjährigen, durch Geheimnisse geprägte Ehe und versucht bei ihrer Kusine Nane einen Neustart, der auch Vergangenheitsbewältigung erfordert.

Doch irgendwie konnte ich mich in diese Geschichte und Personen nicht wirklich hundertprozentig einfinden. Zwei Dinge, die aus meiner Sicht das Buch "Denn das Glück ist eine Reise" zum Juwel machten, habe ich hier vermisst: Zum einen empfand ich die Geschichte gerade zum Ende hin ein wenig oberflächlich geschrieben und ich konnte mich nicht ganz mit den Protagonisten identifizieren. Zum anderen blitzt zwar der tolle, feinsinnige Humor im Schreibstil der Autorin hier und da durch wie zum Beispiel bei der Beschreibung der Kusine Nane - jedoch nicht so durchgängig wie in "Denn das Glück ist eine Reise".

Aber meines Erachtens sind gerade Geschichten, die viel aus dem wahren Leben beschreiben, nicht unbedingt eine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage unterschiedlicher Lebenserfahrung: Dem einen Leser berührt dies mehr, dem anderen etwas anderes. Daher finde ich es sehr schwer, hier Sterne zu vergeben. Und genau aus diesem Grund werde ich ein weiteres Buch von Caroline Vermalle lesen, auch wenn ich mir von diesem mehr erhofft habe.
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am 9. Februar 2013
Caroline Vermalle scheint ein Faible für ältere Menschen zu haben. Wie schon in ihrem Debütroman „Denn das Glück ist eine Reise“ geht es auch in ihrem zweiten Roman um Senioren, deren Leben plötzlich eine einschneidende Veränderung erfährt. Die ehemalige Dokumentarfilmerin Vermalle, die lange für die BBC in England gearbeitet hat, ist mittlerweile nach Paris zurückgekehrt, wo sie sich nun dem Schreiben widmet.

Jacqueline Le Gall verlässt kurz nach ihrem 73. Geburtstag ihren Mann Marcel, mit dem sie über 50 Jahre verheiratet war. Spontan entscheidet sie sich, ihre Cousine Nane auf der bretonischen Insel d’Yeu zu besuchen, die sie mehrere Jahrzehnte lang nicht gesehen hat und zu der jeglicher Kontakt abgebrochen ist. Früher einmal waren die beiden Cousinen wie Schwestern und Jacqueline hat die temperamentvolle, künstlerisch veranlagte und extrovertierte Nane immer heimlich bewundert. Nun hofft sie, bei Nane Zuflucht zu finden und überlegen zu können, wie es mit dem Rest ihres Lebens weitergehen soll. Doch die Last eines großen Geheimnisses und die Erinnerungen an ihr in ihren Augen ungelebtes Leben brechen sich immer mehr Bahn und lassen Jacqueline einfach nicht zur Ruhe kommen. Und auch Marcel ist nicht bereit, sich einfach so mit seinen neuen Lebensumständen als verlassener Ehemann abzufinden und schmiedet einen ziemlich verrückten Plan…

Vermalle hat hier eine putzige Idee, ihre Geschichte an den Leser zu bringen. Sie lässt die Geschichte von Jacqueline und Marcel aus der Perspektive eines Schmetterlings erzählen, der zusammen mit anderen Insekten und verschiedenen Winden die einzelnen Puzzleteile der Geschichte zusammenträgt oder kommentiert. Dieser Schmetterling lebt im Garten von Nane und beobachtet Jacquelines Ankunft auf der Insel. Von dort an begleitet er sie und lässt sich von anderen „Kollegen“ oder verschiedenen Winden, die es bis zum 1.000 km entfernten Marcel schaffen, berichten, was mit den Protagonisten passiert, wenn er gerade mal nicht dabei sein kann. Diese ungewöhnliche Perspektive, die die Geschichte sozusagen aus dem Off kommentiert (denn natürlich gibt es auch viele direkte Dialoge und auch Gedankengänge der Protagonisten), mutet anfangs etwas seltsam an, erweist sich aber im Verlauf der 287 Seiten als witziger Kniff, um die Geschichte abwechslungsreich zu gestalten. Außerdem ist das Buch layoutmäßig diesem Stil angepasst, es findet sich sowohl auf der Vorderseite als auch über jedem Kapitel ein kleiner Schmetterling.

Doch wie bereits in „Denn das Glück ist eine Reise“ fällt hier auf, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen Vermalles Schilderungen von Land und Leuten gibt. Gelingen ihr hier noch besser als in ihrem Debütroman die Schilderungen der bretonischen Landschaft, der Strände der kleinen Insel, dem Dorfkern, dem Hafen und dem in einem wunderschönen Garten gelegenen Haus mit den blauen Fensterläden von Nane, bleiben Vermalles Charaktere irgendwie steif und unzugänglich. Vermalle gelingt es irgendwie nicht, ihre Protagonisten sympathisch erscheinen zu lassen. Ihre mehr oder weniger gebrechlichen Charaktere sind meist verschlossene, wortkarge, deprimierte Menschen, die mit den Veränderungen, die sie selbst herbeigeführt haben, hoffnungslos überfordert sind. Es wimmelt also nur so vor deprimierenden Gedankengängen, emotionaler Zurückhaltung, verschwiegenen Geheimnissen oder schroff geäußerten Belanglosigkeiten. Oftmals verliert Vermalle sich dabei auch in ausufernden Schilderungen unwichtiger Nebensächlichkeiten, so dass der Lesefluss immer mal wieder gebremst wird.

Dennoch ist es der Autorin gelungen, eine recht bewegende, viele Jahrzehnte umspannende Geschichte zu schreiben, die offenbart, wie sehr unbedachte Entscheidungen und fehlerhafte Rücksichtnahme auf andere das eigene Leben massiv beeinträchtigen und verändern können. Vorrangig geht es um Jacqueline und darum, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen und sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen. Parallel dazu wird zwar auch Marcels weiteres Tun beleuchtet, den größten Raum nehmen jedoch seine Frau und ihr wieder auflebenden Verhältnis zu ihrer Cousine ein.

Vermalles Stil ist, wie gesagt, oft sehr ausschmückend und ausufernd, was bei den Schilderungen der Insel und des kleinen Hauses samt buntem Garten oftmals schön zu lesen ist, bei den langatmigen Unterhaltungen oder Umstandsschilderungen aber eher anstrengt. Und so sehr die Protagonisten auch im Vordergrund stehen mögen, so wenig erfährt man letztendlich über sie bzw. vermag dem Gelesenen Interessantes abzuringen.

Schlussendlich ist „Als das Leben überraschend zu Besuch kam“ ein recht vielschichtiger Roman, dem es hervorragend gelingt, seine typisch bretonische Umgebung zu beschreiben, der aber bei seinen Protagonisten emotionale Defizite offenbart. Dadurch verliert die an sich interessante, tragische und berührende Geschichte Einiges an Emotionalität, was zu Lasten des Leseflusses geht. Nun quält man sich sicherlich nicht durch dieses Buch, es wird aber doch offenkundig, was ihm fehlt: wirkliche Herzenswärme, echtes Interesse für die verschiedenen Schicksale und eine etwas straffere Erzählweise. Deshalb gute drei von fünf Inseln, auf denen man stranden und sich ganz neu erfinden kann.
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am 16. Dezember 2013
Die Autorin erzählt und - umrahmt von Schmetterlingen und Wind, die Lebensgeschichte zweier Frauen. JACQUELINE und NANE sind Cousinen, die sich 50 Jahre nicht gesehen haben, weil ihre Eltern mit ihrem Lebensweg nicht einverstanden waren.
Verheiratet mit dem nichtgeliebten Mann, erträgt die eine das Leben bis zu dem Zeitpunkt, das sie zu ihrer Cousine NANE flüchtet. Diese ist Künstlerin und lebt nahe dem Meer auf einer Insel. JACQUELINE will ihr Leben nochmals von vorn beginnen.
Die Autorin zeichnet liebevoll die Personen und das Geschehen, vielfach belauert und erzählt von einem Schmetterling und den Winden.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. August 2013
Was veranlasst einen Menschen, ohne ein Wort, ohne Abschied, alles hinter sich zu lassen und mit unbekanntem Ziel zu einem neuen Leben aufzubrechen? Wie groß muß die Einsamkeit zu zweit gewesen sein, um eine 73jährige Frau, Jacqueline, zu veranlassen, nach 55 Ehejahren stillschweigend abzureisen? Wir erfahren des Rätsels Lösung im Verlauf einer fantastischen Geschichte, die mich in meinem Inneren zutiefst berührt hat. Nicht zuletzt dank des sympathischen Erzählers Tobias Dutschke. Das muß ein frankophiler Mensch sein. Ich sehe ihn vor mir mit seiner Baskenmütze, sitzend auf den Klippen am Meer, wie er erzählt, stimmungsvoll und unaufdringlich. Seine Augen heften sich auf die Schaumkronen der vom Wind gepeitschten Wellen, und ab und zu umgaukelt ihn ein Schmetterling. Originell ist die Idee der Autorin, in der Geschichte auch die Winde und die Schmetterlinge, Nachtfalter und Libellen zu Wort kommen zu lassen. Das lockert auf, ändert die Sichtweisen und zieht den Leser somit nicht unaufhaltsam in den Strudel der Melancholie. Natürlich hat sie sich etwas dabei gedacht, denn der Schmetterling ist das Sinnbild der Metamorphose schlechthin. Jacquelines Leben, wie sie es für sich empfunden hat, reduzierte sich bislang auf das Puppendasein, auf das Existieren, die Trauer um Verlorenes und die Hoffnungslosigkeit im Angesicht der Unmöglichkeit, die wahren Träume zu verwirklichen. Verwandlung tut not, denn das kann das Leben doch nicht schon gewesen sein!

Aber es ist bei weitem nicht so, daß mit dem Augenblick ihres Ausbruchs 'das Leben überraschend zu Besuch kommt'. Wenn ich überhaupt an dem Buch etwas nachhaltig zu kritisieren habe, so ist das dieser Titel, der ziemlich in die Irre führt. Eine Überraschung im wahren Sinne des Wortes kann ich in der ganzen Geschichte nicht erkennen. Das Leben kommt auch nicht zu Besuch, sondern es geschieht, zu jeder Zeit, in jedem Augenblick. Kairos. Als die Protagonistin schließlich auf dieser südfranzösischen Insel strandet, auf der sie ihre Cousine Nane und somit einen Teil ihrer Jugend wiederfindet, beginnt erst einmal die schmerzliche Suche nach ihrem wahren Selbst. Sie kann die Frage, warum sie hier ist, nicht ohne weiteres beantworten und braucht viel Zeit, um sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen und sich mit ihnen auszusöhnen, so daß alte Wunden endlich heilen können. Nur so ist sie in der Lage, sich einem neuen, selbstbestimmten Leben zu öffnen. Auch dieses kommt nicht überraschend zu Besuch, allenfalls macht sie es sich selber zum Geschenk, und so erlebt sie schließlich im Alter von 73 Jahren noch alles das, worauf sie ein Leben lang gewartet hat.

Die Geschichte von Marcel, ihrem 76jährigen Ehemann, Paul, dem Freund und dessen Ehefrau Renée, Aminda, Bruno und Matthies, von Perpetue im fernen Benin und den 17 Patenkindern ist für den Ausgang von Jacquelines persönlicher Odyssee nicht zwingend. Würde ich sie kommentieren, ließe sich das Ende nicht verschweigen. Das ist nicht in meinem Sinne, denn jeder, der sich diesen leisen Tönen stellt und die unterschwellige Spannung aushält, wird sein ganz persönliches Glück erleben: Er wird Zeuge, wie ein Schmetterling geboren wird und die Puppe ihrer Bestimmung gehorchend zurückbleibt. Und einen überraschenden Besuch. Aber das müssen Sie schon selbst herausfinden.
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am 20. Februar 2013
"... fand ich zahlreiche Spuren einer Sehnsucht, die er mir immer verschwiegen hat, und eines niemals verwirklichten Traums."

Von Fiktion zur Wirklichkeit, von Träumen zu deren Verwirklichung - das ist der Kern der süßen, saftigen Frucht, die dieses Büchlein ist. Verlockend im Aroma ("liebliche" Sprache, pittoreskes Setting in der Bretagne, originelle Erzählung), doch mit besagtem bitteren, unverzehrbaren Kern, um den kaum ein Mensch herum kommt. Die Essenz ist nicht neu, ist aber in dem Roman innovativ verpackt und liest sich gefühlvoll.

Einzig mit der Idee, die Erzählung aus Sicht eines Schmetterlings, dem wiederum von Winden (Honi soit qui mal y pense) Neuigkeiten zugetragen wurden, zu präsentieren, fand ich zunächst etwas infantil und störend. Ein Schmetterling schafft in der Beschreibung menschlicher Empfindungen NATURgemäß eine Distanz, da die kleinen Flattergesellen selbst symbolisch stellvertretend wenig Glaubwürdigkeit vermitteln. Das Abschlusskapitel (das kann ich an dieser Stelle nicht verraten)enthielt dann jedoch eine Erklärung für dieses Stilmittel und stimmte mich versöhnlich.

Kein "großer" Roman, aber eine wirklich nette, unterhaltsame Urlaubslektüre, der man gedanklich noch ein Weilchen verbunden bleibt oder ein tiefgründiges Mitbringsel für liebe Menschen.
(T)
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am 17. April 2015
Was für eine tolle Idee, ein Buch aus der Sicht eines Schmetterlings zu verfassen. Das ganze Buch strahlt Ruhe und Gelassenheit aus und überträgt sich auf den Leser. Einfach empfehlenswert, genau wie alle anderen Romane der Autorin.
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