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am 7. August 2017
Der Brite Ian Russel McEwan wurde 1948 in Aldershot geboren und hat bereits viele preisgekrönte Romane geschrieben, für die er 2000 von der Queen auch in den Adelsstand erhoben wurde.

‚Atonement’ erschien 2001, 2002 folgte die deutsche Übersetzung. Das Buch stand auf der Shortlist für den Booker Prize, und McEwan erhielt für den meisterhaft tiefenpsychologischen Roman um Schuld und Sühne den Los Angeles Times Book Prize, den National Book Critics Circle Award und den WH Smith Literary Award. Man preist ihn als einen der hundert besten englischsprachigen Romane zwischen 1923 und 2005. Auch die Verfilmung 2007 mit u.a. Kira Knightley wurde sehr gelobt.

Erzählt wird in 4 Teilen die Geschichte um die 1935 erst 13-jährige Briony Tallis, die eine rege Phantasie später einmal zur gefeierten Romanautorin machen wird, die aber im ersten Teil 1935 auf dem Anwesen ihrer Eltern Zeuge merkwürdiger Dinge wird, die sie nicht richtig zuodnen kann und schliesslich so falsch deutet, dass dadurch ihrer älteren Schwester Cecilia und deren Geliebtem, dem Sohn Robbie Turner der Zugehfrau, furchtbares Unrecht geschieht, das zu einer mehrjährigen Haftstrafe Robbies führt, bevor dieser zum Krieg gegen die Deutschen nach Frankreich eingezogen wird.

Der 2. Teil berichtet von Robbies Durchhaltewillen als Soldat 1940 bei der Evakuierung der britischen Truppen vor den herannahenden siegreichen Deutschen bei Dünkirchen. Es bleibt dabei offen vom Erzähler, ob er durchkommen wird, um sich wieder mit der geliebten Cecilia vereinen zu können.

In Teil 3 erleben wir Briony als Schwesternschülerin im selben Londoner Krankenhaus , in dem auch ihre Schwester Cecilia ausgebildet wurde. Sie hat ihren Fehler erkannt, Robbie der Vergewaltigung ihrer Cousine Lola bezichtigt zu haben und will es wieder gut machen, weil sie an Gewissensbissen leidet. Sie trifft ihre Schwester wieder und bei dieser auch den aus dem Krieg heimgekehrten Robbie, bittet beide um Verzeihung und teilt ihnen ihre Gewissheit mit, dass Lola seinerzeit von Paul Marshall, dem Freund des älteren Bruders Leon, vergewaltigt worden sei, der sie jetzt aber gerade geheiratet habe. Robbie und Cecilia legen Briony als Buße auf, durch juristische Massnahmen und eidesstattliche Aussagen zur Wiederherstellung von Robbies Ehre beizutragen. Damit endet dieser Teil, der von ‚B.T., London 1999’ unterzeichnet ist.

Im sehr kurzen, 1999 spielenden 4. Teil erlebt die Ich-Erzählerin Briony Tallis die Feier ihres 77. Geburtstages auf dem inzwischen zu Hotel und Golfplatz umgewandelten Landsitz ihrer Kindheit. Sie erlebt dabei endlich auch die Aufführung ihres 1935 nicht gespielten kleinen Theaterstücks und weiss auch durch neurologische Untersuchung, dass sie in den nächsten Jahren an vaskulärer Demenz und damit verbunden zunehmendem Vergessen leiden wird. Und sie bekennt, dass sie die Geschichte der Wiedervereinigung von Cecilia und Robbie gedichtet hat, während im wahren Leben beide in den Kriegswirren umgekommen seien, und dass sie selbst eigentlich auch gar nicht den Mut gefunden hatte, Abbitte bei den beiden zu leisten. Auch habe ihre erfolgreiche Laufbahn als gefeierte Romanautorin niemals das Verbrechen der damals 13-jährigen Briony wieder gutmachen können.

Ein enorm einfühlsamer, sehr dicht beschreibender Text, den ich bei der Lektüre kaum aus der Hand legen konnte. Für mich einer der besten Romane, die ich je gelesen habe. (07.08.17)
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am 19. September 2017
Als großer Ian McEwan - Fan lese ich natürlich alles von ihm. Aber dieses Buch ist etwas Besonderes. Es fesselt mich immer wieder. Die Erzählung beginnt langsam und fast statisch. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Man fiebert mit. Man ist immer wieder abgestoßen von bestimmten Personen und Ereignissen. Und gerade, wenn man zum Ende hin seinen Frieden mit allem schließen will, kommt der finale Schlag in die Magengrube. Unfassbar ergreifend, unfassbar gut.
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am 11. Juni 2013
Vor cirka einem Jahr bin ich auf den Film "Abbitte" gestoßen und war restlos begeistert. Ich hab ihn immer und immer wieder angesehen und wollte schließlich auch endlich das Buch lesen. Ich kann nicht sagen was von beidem besser ist, obwohl ich meistens doch eher zu den Büchern tendiere. Auch in diesem Fall kann ich das Buch wirklich wärmstens empfehlen. Der Schreibstil ist äußerst angenehm und jede Seite ein Genuss. Es fällt schwer beim Lesen überhaupt jemals eine Pause einzulegen. Sowohl die Umgebung als auch die einzelnen Handlungen sind durch gut gewählte Worte leicht vorzustellen und nachvollziehbar, und das macht dieses Buch wirklich aus. Vor allem Leser mit einem Hang zum Drama werden es lieben, weil die gesamte Handlung auf einem einzigen Fehltritt einer der Protagonisten aufbaut, den man die gesamte Geschichte über verflucht und dadurch schön mitleiden kann.

Kurz zusammengefasst erzählt das Buch eine wunderschöne und herzzerreißende Liebesgeschichte, die im Bücherregal eines jeden begeisterten Lesers stehen sollte. Meiner Meinung nach ist es eines der schönsten Bücher die ich je gelesen habe.
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am 21. Dezember 2013
McEwan beschreibt bei einem Szenario den Lichteinfall in einem sommerlichen Park mit den tanzenden Staubpartikeln, einen Käfer, der über den Stein krabbelt, das Zinn über dem Hals einer Weinflasche, so daß man sogar mehr als bei einem Film die Szene wie durch eine Lupe betrachtet und direkt hineingesogen wird. Die Geschichte, um die es geht, eine Vergewaltigung eines jungen Mädchens, wird aus 3 völlig unterschiedlichen Perspektiven geschildert. McEwan versteht es dabei ebensogut, die Sichtweise eines geltungsbedürftigen 12-jährigen Mädchens darzustellen wie die eines zu Unrecht der Vergewaltigung angeschuldigten jungen Mannes, mit dem der Leser dann unversehens zusammen im Schützengraben des Weltkriegs liegt. Als Vielleserin rechne ich dieses nachhaltig beeindruckende Buch zu meinen top-ten.
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am 13. Mai 2008
ich muss sagen, es ist schon lange her, dass mich ein buch so gefesselt hat!
die art zu schreiben hat mir sehr sehr gut gefallen , vor allem diese realistischen beschreibungen der geschehnisse im krieg oder auch einer migräne .
ich konnte mich noch nie so gut in die personen hineinfühlen, wie bei diesem buch !
ich bin richtig traurig, es schon ausgelesen zu haben : )
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am 17. August 2009
Ian McEwans Roman ist einer der Romane, die auf mich bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Seine Sprache ist so schön und bildhaft, ohne langweilig, aufgesetzt oder angestrengt literarisch zu wirken. Sein Schreibstil fesselt ungemein und lässt die Emotionen der Protagonisten lebendig werden.
Ein eindrucksvoller Bilderreigen um Dinge, die Bestandteil von so vielen Leben sind: Liebe, Schuld, Vergebung.
Dieses Buch bereichert und fesselt ungemein!!
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am 16. August 2015
Auch wenn ich jetzt als Banause gelten könnte (nach all den begeisterten Rezensionen), kann ich doch keine fünf Sterne vergeben... Kein Meisterwerk. Aber zweifelsohne kann McEwan gut schreiben und es ist auch ein gutes Buch.

Gerade der erste Teil mit der Beschreibung des Sommertages finde ich langatmig. Sehr viel Beschreibung, zu viel kindliche Sicht der Dinge, wenig Handlung. Die weiteren Teile, die im Zweiten Weltkrieg spielen, gefallen mir persönlich besser.

Abgesehen vom Ende... Diese Art vom Schluss (gewissermaßen wird die ganze Geschichte, zumindest Teile davon, in Zweifel gezogen) finde ich immer unbefriedigend.
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am 19. März 2013
Das Buch at mir äußerst gut gefallen und ich habe es sehr genossen. Das Thema ist wunderbar umgesetzt worden und fesselt den Leser.
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am 14. Januar 2014
Ich habe kaum ein Buch gelesen, das mich so lange gefangen hielt! Es ist schon eine Weile her (2008), seitdem ich den Roman das erste Mal gelesen habe. Seitdem habe ich "Abbitte" mindestens dreimal gelesen und jedes Mal gefiel es mir genauso gut wie beim ersten Lesen.
Vorweg, dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer ein Buch sucht, das unterhaltend und schnell zu lesen ist, sollte darum lieber einen Bogen machen... An die, nicht genug bekommen können von poetischen Bildern, schicksalhaften Begegnungen und gerne Bücher lesen, die auch etwas anspruchsvoller sind: Ihr seid hier genau richtig! Und ich kann euch nur raten, dieses kleine Meisterwerk in Augenschein zu nehmen, denn ihr werdet es nicht bereuen!

DIE HANDLUNG: Ein heißer Sommertag in einem englischen Landhaus im Jahre 1935, an dem das Leben dreier Menschen für immer verändert wird. Die Familie Tallis freut sich auf das Eintreffen des ältesten und einzigen Sohnes Leon und seines Freundes Marshall.
Dies soll mit einem großen Essen und der Aufführung eines selbstverfassten Theaterstückes "Die Heimsuchungen Arabellas" der jüngsten Tochter Briony gefeiert werden . Die Proben sind in vollem Gange. Leider läuft es nicht so, wie es sich die dreizehnjährige Briony vorstellt, denn ihre Cousins und ihre Cousine Lola machen nicht so mit, wie sie es gerne hätte. Es folgt der Abbruch der Proben und Briony will das Stück am liebsten absagen.
Doch dann beobachtet sie eine Szene zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia und dem Sohn der Zugehfrau Robbie Turner. Briony glaubt, die Situation zu durchschauen. Doch dadurch begeht sie einen folgenschweren Fehler, der durch die Umstände und schicksalhaften Verkettungen an jenem Tag fatale Folgen für alle Beteiligten haben wird...

AUFBAU: Das Buch ist in drei Teile aufgebaut. Der erste Teil umfasst die Ereignisse des Sommertages 1935, geschrieben aus mehreren Perspektiven der Charaktere. Teil Zwei und Drei behandeln spätere Lebensabschnitte der Personen, die aufgrund der Folgen des besagten Tages ein völlig anderes Leben führen. Der zweite Teil widmet sich Robbies Zeit im zweiten Weltkrieg an der Front in Frankreich, während der Evakuierung der britischen Armee. Der dritte und letzte Teil beschreibt Brionys Leben als Krankenschwester zur gleichen Zeit in London. Die Teile sind jeweils aus der Sicht des gewidmeten Charakters geschrieben.

MEINE KRITIK: Wie schon erwähnt, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der Sprache liegt. Ian McEwan hat eine Poesie in seinem Schreibstil, welche unvergleichlich ist! Er lässt dadurch eine Atmosphäre entstehen, die einen sofort in den Bann zieht und in die Zeit zurückreisen lässt zu den beschriebenen Ereignissen. Man hat das Gefühl beim Lesen, das Zirpen der Grillen zu hören und die Wärme und Schwüle des Tages auf der Haut zu spüren.
Auch hat er die Macht, die Charaktere unglaublich genau einzufangen. Ihre Beweggründe werden dadurch dem Leser sehr transparent gemacht. Und man stellt sich die Frage, wie der Autor sich so gut in ein dreizahnjähriges Mädchen hineinversetzen kann! Das Entlarvende und Besondere dabei ist meiner Meinung nach, wie er einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt. Schnell wird einem klar, dass man oft ebenso handelt mit den gleichen Beweggründen. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch.
Dies spiegelt auch stark die Intention des Buches wider: Jede ach so unbedeutsame Begebenheit kann im Gefüge des Schicksals eine ach so große Lawine an Ereignissen lostreten. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt. Es fängt das Leben so gekonnt ein, dass man anfängt, selbst zu reflektieren. Wie oft dachten wir als Kinder, Dinge der Erwachsenen zu verstehen, nur um später festzustellen, dass es doch nicht so war. Wie oft machten wir im Leben einen kleinen Fehler, der im Nachhinein große Probleme mit sich zog...
Jedoch ist das Buch sehr anspruchsvoll, trotz der Magie des Schreibstils und der überraschenden Erkenntnisse, die man über sein eigenes Leben erhält. Das Ende ist, ohne viel zu verraten, nicht leicht zu verdauen... Es ist sehr schonunglos und doch gibt es einem Mut und Hoffnung.
Für mich selbst ist die Liebesgeschichte, die dieses Buch erzählt, eher sekundär. Auch wenn sie zu einer meiner liebsten Liebesgeschichten gehört. Denn dieses Buch ist kein einfacher Liebesroman, nein, es ist ein Roman über das Leben und die Macht der Fantasie. Deswegen möchte ich die Liebesgeschichte von Cecilia und Robbie hier auch nur am Rande erwähnen. Sie ist wunderschön geschrieben und auch ein toller Grund, das Buch zu lesen. Jedoch sollte es nicht der einzige Grund sein, "Abbitte" zu lesen, denn dann wird man mit dem Buch wahrscheinlich nicht ganz so glücklich werden...

MEIN FAZIT: Dieses Buch bleibt einem noch lange im Gedächtnis. Es gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Werken der Literatur!
Voller Poesie und Atmosphäre. Mit traurigen, aber auch witzigen Momenten und einem Ende, das noch lange nachhallt... Mein absoluter Lesetipp für all diejenigen, die sich nicht scheuen, sich an leisere und vielleicht auf den ersten Blick "langweiligere" Bücher heranzutasten. Wer hinter die Fassade, blickt wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt!

Natürlich habe ich auch den Film zum Roman gesehen. Ich finde ihn trotz einiger Abänderungen sehr gelungen! Er gehört definitiv zu meinen Lieblingsfilmen. Wer den Film gesehen hat und mochte, dem kann ich das Buch nur empfehlen! Ich denke nicht, dass man enttäuscht wird. Im Gegenteil! Meiner Meinung nach ist das Buch noch besser, aber so ist es ja eigentlich immer mit allen Büchern... Umgekehrt kann ich den Film natürlich auch für alle empfehlen, die das Buch gelesen haben ;)
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am 15. August 2014
Ich habe kaum ein Buch gelesen, das mich so lange gefangen hielt und zwischen Abbruch und Weiterlesen hin und her riss! Meine Erwartungen nach McEwans "Der Zementgarten" waren nun bei "Abbitte" enorm hoch angesetzt, ....wer hoch stapelt, kann tief fallen... Dennoch ist "Abbitte" ein kostbares Stück Literatur, welches mich dennoch nach all der Plackerei zufrieden zurück lässt!

Zunächt hervorgehoben: dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer McEwans kenn, wird sich aber in seinem Stil und Talent verlieren, wer keine anspruchsvollen Lektüren mag, der wird mit diesem Roman kein Glück haben. An die Leser, nicht genug bekommen können von poetischen Bildern, wortgewandten Dialogen, gehobener Sprache und erstaunlichen Intellekt haben: bitte greift zu diesem Werk und lasst euch verwöhnen mit schicksalhaften Begegnungen und einer komplexen Handlung.

"Schönheit, so hatte sie entdeckt, wandelte auf schmalem Grat..." Seite 16

Inhalt / Beschreibung:
"Am heißesten Tag im Sommer 1935 wird die dreizehnjährige Briony Tallis im Landhaus ihrer Familie Zeuge eines eigenartigen Geschehens. In der Schwüle des Tages sind alle wie verwandelt: Was treibt die ältere Schwester mit Robbie Turner am Brunnen, was in einer dunklen Ecke der Bibliothek? Und wie ist jenes Wort in dem Brief zu verstehen, den sie nicht öffnen sollte? Mit Briony geht die Phantasie durch. Noch am selben Abend ist das Leben aller Beteiligten für immer verändert … ›Abbitte‹ ist ein Buch über Leidenschaft und die Macht des Unbewussten, über Reue und die Schwierigkeiten der Vergebung. Ein Meisterwerk, einfach hinreißend in seiner Beschreibung von Kindheit, Krieg und Liebe. In leuchtenden Bildern ersteht ein ganzes Universum: Weltliteratur."

"Geburt und Tod, und dazwischen das zarte Leben." Seite 134

Handlung:
Der Roman gliedert sich in Drei Teile mit einem "Epilog" der anschließend in 1999 spielt. Teil 1 beginnt mit einem heißern Sommertag in einem englischen Landhaus im Jahre 1935, an dem das Leben dreier Menschen für immer verändert wird. Die Familie Tallis freut sich auf das Eintreffen des ältesten Sohnes Leon und seinem Freund Paul Marshall.
Für dieses Wiedersehen, hat die jüngste Tallis Tochter Briony ein Theaterstück extra für Bruder Leon geschrieben und fiebert der Uraufführung von "Die Heimsuchungen Arabellas" entgegen. Schon hier bekommen wir Einblicke in Brionys Gedankenzüge und Tiefen ihrer Psyche. Eine Schriftstellerin, in abwegigen Gedanken. Die Proben sind in vollem Gange. Leider läuft es nicht so, wie es sich die dreizehnjährige Briony vorstellt, denn ihre Kusine Lola und die beiden Zwillinge Pierrot und Jackson sabotieren all ihre feinsten Ausmalungen, wie das Stück auszusehen hat... Es folgt der Abbruch der Proben und Briony verkriecht sich in ihre eigene Gedankenwelt aus einer Mischung von Phantasie und Wunschdenken. Durch den Abbruch der Theateraufführung und dem, was sie meint am Fenster gesehen zu haben wendet sich ihre Sicht, dadurch begeht sie einen folgenschweren Fehler, der durch die Umstände und schicksalhaften Verkettungen an jenem Tag fatale Folgen für alle Beteiligten haben wird...
Teil 2 zeigt den beschwerlichen Weg, wie die vom Schicksal auseinander getriebenen mitten im zweiten Weltkrieg wieder zueinander finden können... Robbie Turner, aus der Haft und nun Soldat will den Weg zu seiner alles geliebten Cecilia finden, Briony schlägt einen anderen Werdegang ein, sie wird Lernschwester, das Schreiben bleibt ihr jedoch weiterhin, in Teil drei gibt es ein Aufeinandertreffen, gut 4 Jahre nach dem einstigen Sommertag, der alles veränderte. In 1999 erleben wir überraschenderweise die inzwischen fast 80 jährige und an Demenz erkrankte Briony wieder.

"In diesem ernüchternden Augenblick erkannte er, dass er noch nie jemanden gehaßt hatte. Es war ein Gefühl so rein wie die Liebe, doch so leidenschaftslos, eiskalt und rational." Seite 199

Meinung:
Wie schon erwähnt, waren meine Erwartungen einfach zu hoch, und ich muss leider gestehen, dass mir dann auch der Anspruch und die Umsetzung der Handlung einfach etwas vorausgeeilt sind. Dieses Niveau muss der Leser erstmal halten können. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage, aber dennoch konnte ich bis fast zur Mitte nicht ausmachen, wohin mich dieses Buch leiten möchte. Allein der gekonnte Perspektivenwechsel gab dann immer wieder Klarheiten. Ich wankte ehrlich gesagt zwischen Abbruch und Weiterlesen. Zum Glück siegte die Neugier, denn jetzt bin ich Stolz, dieses Meisterwerk der hohen Schreibkunst und des großen Intellekts gelesen und aber auch genossen zu haben!
Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem hohen Niveau stand zu halten, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten Sprache liegt. Ian McEwan hat eine Poesie in seinem Schreibstil, welche unvergleichlich ist, dass war auch schon das, was mich in "Der Zementgarten" beeindruckt und fasziniert hat. So hat mich der Autor als Leserin gewonnen! Er lässt durch seinen Ausdruck und seiner Worte eine Atmosphäre entstehen, die einen sofort in den Bann zieht und in die Zeit zurückreisen lässt zu den beschriebenen Ereignissen ins 1935.

"Und die Dunkelheit war eigentlich nichts weiter-kein Stoff, keine greifbare Substanz, bloß die Abwesenheit von Licht." Seite 233

Charaktere:
Ian McEwans hat er die Macht, die einzelnen Charaktere ausmachen unglaublich genau einzufangen. Ihre Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht.
Briony: sagenhaft polarisierender Hauptcharakter, ein 13 jähriges Mädchen, was eine ganze Familie und die ganze Zukunft verändert. Hier stellt man sich die Frage, wie der Autor sich so packend und fesselnd in die Gedankenwelt eines Teenies in 1935 hineinversetzen kann!
Auch die Mutter Emily, die mit ihrer Migräne und all der Schwäche in den treffenden Momenten hart hervortritt. Robbie, der mit seinen starken und ehrlichen Gefühlen für den Beginn all dieser Verkettungen sorgt. Das überzeugende bei McEwans Umsetzung und Darstellung der Protagonisten ist, wie er einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt und man nach dem "Durchhalten" so stolz und fasziniert ist: Weil man McEwans Botschaften und seiner Phantasie folgen kann!
Die überschaubaren Rollen und Nebenrollen verkörpern diese menschlichen Züge sehr genau. Der Autor fängt das damalige Leben und die Situationen in den Kriegsjahren so gekonnt ein, dass man glaubt Teil der Handlung zu sein.

"In eine Psyche einzudringen und zu zeigen, wie sie arbeitete oder bearbeitet wurde, und dies mit symmetrisch angelegten Plan zu tun - was für ein künstlerischer Triumph." Seite 402

Der Autor:
"Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences."

Fazit:
Es gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Werken der Literatur!
Voller Poesie und Atmosphäre. Wer hinter die Fassade, blickt und beim Lesen durchhält,wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt! 3,5 Sterne, die ich respektvoll aufrunde zu 4 Sterne!
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