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TOP 1000 REZENSENTam 28. November 2015
Wenn man ein Interview des Autors Vladimir Sorokin verfolgt, erfährt man relativ rasch etwas über seine politische Einstellung. Er kritisiert Russland ganz offen, beschreibt die Machthaber als Mercedes-fahrende Smartphonetelefonierer, die jedoch in der Vergangenheit leben (wollen).

Genau diese Kritik fließt in seinen Roman „Der Schneesturm“ mit ein. Vorrangig geht es um den Arzt Platon Garin, der dringend benötigte Medizin in das Dorf Dolgoje bringen soll. Der Kutscher Krächz mit seinen Miniatur-Pferdchen soll ihn dabei unterstützen, doch der Schneesturm unterbricht das Vorwärtskommen und hindert die beiden Männer daran, ihr Ziel zu erreichen. Während ihre Fahrt immer wieder unterbrochen wird, man als Leserin bzw. Leser bereits zu frieren beginnt, merkt man immer mehr, dass diese Unternehmung hoffnungslos ist.

Die Erzählung beginnt im 19. Jahrhundert, wir begleiten die beiden durch die Winterlandschaft und denken uns mitten in ein Wintermärchen, das Riesen und Zwerge bereithält, die so selbstverständlich in der Erzählung auftauchen, dass man diese nicht als sonderlich grotesk wahrnimmt. Doch plötzlich tauchen Dinge auf, die nicht in diese Zeit passen, wie Mobiltelefone und Drogen in pyramidenförmigen Behältnissen. Die Zeitebenen verschwimmen und als Leserin bzw. Leser schwimmt man mit ihnen, immer begleitet von der Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet und die beiden Reisenden endlich an ihr Ziel kommen. Dass am Ende die Chinesen als Retter dargestellt werden, ist schon sehr außergewöhnlich. Sieht so die Zukunft Russlands aus?

Man kann dieses Buch als ein modernes Märchen lesen, als groteske Science-Fiction-Story oder als Umschreibung für die politischen Gegebenheiten in diesem Land. Sprachlich hat Sorokin einiges zu bieten und kann durchaus als anspruchsvolle Literatur bezeichnet werden. Er schafft es, mit einem Hauch von Ironie ein Bild zu visualisieren über ein Land, das in der Vergangenheit lebt und doch in der Zukunft beeindrucken will. Auf subtile Art und Weise gelingt es ihm, seine politischen Gedanken einfließen zu lassen.

Eine sehr lesenswerte Erzählung, wenn man es denn schafft, sich darauf einzulassen.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 20. November 2015
Habe den Autor auf einer Lesung gehört (Telluria). War fasziniert und bestellte sofort 2 Bücher von ihm. Dieses ist das - nach meinem Geschmack- litererarisch weitaus bessere - man kann es LESEN! Natürlich enthält der vorangegangene Satz eine indirekte Kritik an Sorokins zuletzt veröffentlichen Roman. Obwohl von einem Könner geschrieben und vor Esprit geradezu strotzend, war der mir letztlich zu schwerfällig, zu exzentrisch und zu verwirrend.
Dieser Roman ist ein Roman - im besten Sinne des Wortes. Ich wurde entführt - tauchte ein, in eine andere Zeit, in das russische Leben und seine Landschaft - ohne dass es auch nur eine Seite lang langweilig wurde.
In jede Hinsicht ein interessantes, unterhaltendes, spannendes Buch!
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 31. Dezember 2016
Da Unendlicher Spaß in Amerika bereits 1996 erschien, muss sich Der Schneesturm aktuell nur noch mit Der Straße von Cormac McCarthy und Schnee von Orhan Parmuk darum streiten, der bisher beste Roman des 21. Jahrhunderts zu sein. Diese Buch vereint sehr viele Qualitäten eines echten Lesevergnügens: Schräge Charaktere, russische Seele, Sprachwitz und psychologischen Realismus bei gleichzeitig zunehmenden Science-Fiction-Elementen - hier erinnert Sorokin auch an die Strugatzkis und ein wenig an Hundert Jahre Einsamkeit von Marquez - und das alles in einer irgendwie zeit- und raumlosen tiefrussischen Schneelandschaft. Herrlich!
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 29. April 2016
Eine herrlich unkonventionelle Geschichte. Eine Irrfahrt durch den Schnee auf der Suche nach einem nicht zu erreichenden Ziel, in dem es vor abstrusen Personen nur so wimmelt, wo 50 Minipferde einen Schlitten ziehen und sich Zwerge betrinken. Warum? Mit ist es nicht wirklich klargeworden aber es macht Spaß die Fahrt mitzumachen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 9. Februar 2017
Spannendes Buch mit einem tragischen Ende. Es wird in einer sehr bildlichen Sprache eine Geschichte erzählt, während man selbst im warmen Zimmer sitzt. Empfehlenswert zu lesen.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 24. September 2015
Ich kann ja leider kein Russisch - denn ich würde gerne einmal diese schon in der deutschen Übersetzung erstklassige russische Erzählkunst original erleben dürfen....- Also dieser Sorokin steht einem Turgenjew oder Tolstoi in dieser Disziplin um nichts nach. - Aber die 50 Miniaturpferde, quasi in handlicher Größe und auch einige der anderen Erfindungen wie das "Turborauschmittel" in Pyramidenform machen diese Erzählung dann doch ganz schön schräg und strange. Und da das dann in so krassem Gegensatz zu den typisch erdigen, zeitlosen, altehrwürdigen, russischen Charakteren, Landschaften und sonstigen beschriebenen Umgebungsbedingungen steht, ist das schon ein Spagat, den man schon unbedingt mitgehen wollen muss, um Gefallen an der Geschichte zu finden. Zu alle dem kam am Ende des Buches doch in mir leise auch noch die Frage auf: was wollte uns der Schriftsteller mit dem Buch sagen?
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 20. Januar 2016
Der Schneesturm von Vladimir Sorokin wurde mir durch einen Tweet von Jeff VanderMeer (einem ebenfalls sehr empfehlenswerten Autor dessen Southern Reach-Triologie zu den Top Leseerfahrungen 2015 für mich gehörte) empfohlen. Ich fand andere Werke von Sorokin (Ljot: "Das Eis") zwar gut, aber doch sehr düster. Dieses kleine Büchlein ist aussergewöhnlich, eine Art Parallelweltroman mit Motiven aus dem 19., 20., und 21.Jahrhundert und Technologien die weiter aus der Zukunft stammen könnten. Das Ganze mit viel "russischer Seele", wer das leiden mag, wird grosses Vergnügen an der Lektüre haben.
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am 16. Februar 2013
Der Schneesturm, um es einfach auszudrücken, ist bizarr,- Eine Mischung zwischen Karl Valentin und Tolstoi.
Voll-gestopft mit Zwergen, Riesen (die hier nur nicht so heisen, sondern Kleinwüchsige und Großwüchsige) Kleinstpferden und Gigantischen Rössern in Wohnblöck-größe, schwankt die Geschichte, bzw. ihre Protagonisten durch einen Schneesturm, einer Mission folgend, die nur zu leicht immer wieder aus dem Tritt gerät. Der eigentliche Antreiber, das "Doktorchen", entwickelt sich immer mehr zum rechthaberischen gewalttätigen Berserker, während der Fuhrmann immer mehr unter dessen Fuchtel gerät. Es kommt wie es kommen muß,- der Rechthaber versauts,- alles und endgültig.
Das besondere an dieser Geschichte (eigentlich kann man das nicht einen Roman nennen) ist die liebevolle detaillierte Zeichnung der Personen, vor allem des Fuhrmann Krächts, der seine "Pferdis" mehr wie seine Kinder, denn als Zugtiere behandelt und der bis zum Ende der Sympathieträger bleibt.
Wild geht Sorokin hingegen mit dem Stoff und dem Handlungsstrang um! Da wird im wahrsten Sinne des Wortes herumgefuhrwerkt, dass der Schnee stiebt! Die Odyssee klingt an, der Zyklop lässt grüßen, Kirke winkt und die Lotophagen sprich "Dopaminierer" sorgen für einen Kurztrip nach Psychedelien! Aber auch Anklänge von Tolstois Steppe und nicht zu knapp Versatzstücke der Sciencefiction Literatur werden gekonnt verknetet. Aber bizarr ist es und beliebt es! Die Handlung an sich ist nicht unlogisch, aber die Zutaten sind es. Es ist fast wie bei Carl Amery, der diese spezielle Form, nämlich den Zukunftsroman, der in der Vergangenheit spielt, fast muß man sagen, erfunden hat(zB. "Der Untergang der Stadt Passau"); denn trotz aller Zutaten, im Wintermärchen eines uralten Mütterchen Rußland sind "Krächts" und das "Doktorchen" zuhause. Auf alle Fälle lesen!
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 7. Januar 2013
Atemberaubende Prosa. wohl eine symbolische Reise durch ein konfuses, zerfallendes Reich. Die Eliten überheblich, die einfachen Leute unorganisiert. Die Gesellschaft in ihrer staatlichen, verantwortlichen Ausprägung: inexistent. Also wird alles von Fremden übernommen, kampflos.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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TOP 1000 REZENSENTam 15. Dezember 2012
Ich gebe zu, es ist das unglaublich schöne Titelbild und der passende Titel die mich zum Kauf dieses Buches veranlasst haben. Ein Roman, der wohl eher eine Novelle ist, der wahrlich im Winter gelesen werden sollte wenn es draussen richtig frostig und schneebedeckt ist. Einen russischen Autoren zu lesen ist für mich zudem ein reizvolles Neuland. Das das Wort "Reiz" einen wichtigen Teil einnehmen wir habe ich dann beim Lesen gemerkt. Während ich von den ersten rund hundert Seiten eingenommen und begeistert war sind es die teils wahnhaften Sinneseindrücke im zweiten Teil der Novelle die zu einer Art Reizüberflutung geführt haben und die wie ein halluzinogenes Pharmazeutikum wirken. Dem Leser wird doch einiges an Bereitschaft abverlangt die irre Geschichte mit viel Phantasie zu Ende zu lesen. Geschehen die teils grotesken Sachen wirklich oder sind es eher Trugbilder die uns der Autor vorgaukelt? Ich kenne mich leider in der russischen Literatur viel zu wenig aus um die Symbolik aller erdichteter Visionen zu erkennen und zu deuten.

Der Klappentext bzw. die Kurzbeschreibung geben den Inhalt recht gut wieder. Der Arzt mit dem seltsamen Namen Platon Garin will Medikamente zum entlegen Dorf Dolgoje bringen und dort eine ausgebrochene Epidemie zu bekämpfen. Bei einer Pferdewechselstation überzeugt er den Kutscher Kosma, genannt der Krächz, ihn mit einem von vielen kleinen Pferdchen gezogenen Mobil über die schneebedeckte russische Steppe zum entlegenen Dorf führen. Unterwegs machen die beiden etliche sehr ungewöhnliche Bekanntschaften mit einem kleinwüchsigen und streitsüchtigen Müller und seiner herzensguten Frau, treffen Nomaden mit dem Namen "Dopaminierer" und konsumieren dort ein drogenähnliches Mittel das Wahnvorstellungen verursacht, fahren auf einen toten Riesen im Schnee auf und ein paar weiter abstruse Dinge. Man hat das Gefühl die Handlung müsste sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts abspielen, wenn da nicht ein paar technische Gerätschaften wären die es eigentlich anno dazumals nicht geben dürfte. Ist es nun Science Fiction? Sind wir in der Vergangenheit oder der Zukunft? In einer sonderbaren Parallelwelt oder bloss im hirngespinstischen Gedenkengestrüpp des Schriftstellers?

Es ist eine Geschichte bei der dem Leser ein eisiger Wind entgegenpfeift. Es gilt durch Feld und Wald einer russischen Einöde zu ziehen, dabei alle Fährnisse zu überwinden und das gegen allen Wahnwitz und Widersinn dem die Protagonisten unterwegs begegnen. Den Arzt Garin und den Kutscher Krächz zu beobachten wie die beiden nichts und niemanden fürchten und unbeirrt ihren Weg, ja eher eine Irrfahrt, durch den nicht enden wollenden Schneesturm gehen, ganz so wie das Schicksal es für sie vorgezeichnet hat. Eisern – Standhaft - Geradeaus und von den Ereignissen irgendwie unbeeindruckt setzen sie ihren Fahrt seelenruhig fort. Am Schluss stelle ich keinen erkenntnisreichen Gewinn fest. Es gilt eher das Motto "Der Weg ist das Ziel". Die 207 Seiten habe ich in einem Rutsch durchgelesen und dieses seltsame Leseerlebnis vor einer atmosphärischen Kulisse mit zwei sehr markanten und gut gezeichneten Protagonisten die schnell zu Gefährten werden machen es mir schwer es zu werten. Ein Buch das Fasziniert aber dessen Aussage ich leider mangels Kenntnisse nicht verstanden habe. Drei oder vier Amazon-Sterne dürften in etwa berechtigt sein.
21 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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