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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 25. September 2012
… Those flying fish, they’re not leaping for joy, they’re jumping in terror. Bigger fish want to eat them. That luminous water, it takes its gleam from millions of tiny dead bodies. The glitter of putrescence. There is no beauty here, only death and decay.”

[Achtung, massive Spoiler! Es wird auch eher über den Film als die DVD geschrieben.]

Diese von dunkler Poesie getragenen Worte hört die junge Krankenschwester Betsy Connell (Frances Dee) von ihrem neuen Arbeitgeber Paul Holland (Tom Conway), als die beiden an Bord eines Schiffes zu ihrem künftigen Arbeitsplatz fahren. Die Szenerie ist malerisch, eine helle Nacht, der Ozean glitzert ruhig und klar, man fühlt geradezu die träge Brise, die die Menschen an Bord umweht, nur der Gesang der Mannschaft, Einheimischer der Westindischen Inseln, wirkt seltsam bedrohlich. Miss Connell ist von ihrem ursprünglichen Arbeitgeber in Kanada zu dieser neuen Stellung beglückwünscht worden: Sie arbeitet für einen reichen Zuckerrohrplantagenbesitzer, um dessen kranke Frau sie sich zu kümmern hat, aber sie werde sich wohl darauf freuen können – so der Vorgesetzte mit einem Blick durchs Fenster auf den kanadischen Winter –, in der Sonne liegen und die Tropen genießen zu dürfen. So kommt Betsy denn wohl mit frohen Erwartungen auf die Insel, doch wird sie kurz nach ihrer Ankunft erst einmal zu Tode erschreckt durch ihre erste Begegnung mit Jessica Holland (Christine Gordon), ihrer neuen Patientin: Die wunderschöne Frau befindet sich im Zustand völliger Geistesabwesenheit, kann allenfalls einfache Anweisungen befolgen und wandelt wie ein Geist teilnahmslos umher. Der Arzt der Familie führt diesen Zustand darauf zurück, daß ein Fieber das Rückenmark der jungen Frau partiell aufgezehrt habe, doch verbreitet ein Calypsosänger auf der Insel eine andere Version der Geschichte: Laut dieser sei der jüngere Halbbruder Hollands, Wesley Rand (James Ellison), für Jessica entbrannt, und diese habe seine Leidenschaft erwidert, woraufhin Holland zur Tat geschritten sei.

Ihrerseits verliebt sich nun auch Betsy nach und nach in ihren verschlossenen, von Selbstvorwürfen geplagten Arbeitgeber und nimmt sich vor, Jessica um jeden Preis wieder zu kurieren, um Holland von seiner Last zu befreien. Als schulmedizinische Mittel nicht verfangen, wendet sich Betsy schließlich dem Voodoo zu, der auf der Insel praktiziert wird. Als sie ein Voodoo-Ritual besucht, muß sie zu ihrer Überraschung feststellen, daß sich hinter dem Voodoopriester Mrs. Rand (Edith Barrett) verbirgt, die Mutter der beiden Halbbrüder. Die Medizinerin bedient sich des Voodooglaubens der Eingeborenen, um ihnen über den Umweg des Aberglaubens Verhaltensregeln der modernen Medizin einzuimpfen. Jedoch ist der Voodooglaube der Eingeborenen noch so stark, daß sie in Jessica einen Zombie zu erkennen glauben, den sie unbedingt, und sei’s mit Zauber, in ihre Mitte zurückholen möchten …

„I Walked with a Zombie“ (1943) ist nach “Cat People” (1942) der zweite Gruselfilm, den Jacques Tourneur im Verein mit dem Produzenten Val Lewton für RKO drehte. Vom Studio wurde die Vorgabe gemacht, im Sinne einer Gewinnmaximierung möglichst billig zu drehen, so daß bei diesen Filmen wenig Geld für Spezialeffekte zur Verfügung stand. Lewton und Tourneur beschlossen daher, aus der Not eine Tugend zu machen, indem sie ganz auf spektakuläre Schaueffekte verzichteten und statt dessen auf leises Unbehagen und die Schrecken, die geschickte Andeutungen in der Phantasie der Zuschauer – ja, damals hatten Zuschauer noch Phantasie – hervorrufen mochten, setzten. So überzeugt „I Walked with a Zombie“ denn auch durch eine morbide Atmosphäre, in der sich inmitten scheinbarer Idylle und Schönheit immer wieder ein Gefühl der Bedrohlichkeit einschleicht. Hat Betsys erster Arbeitgeber ihr noch nahegelegt, sie könne in der Sonne liegen, erfährt sie recht bald von Holland, inmitten all der ihr noch unbekannten Schönheit, daß sich hinter all diesem Zauber nur Tod und Verderben befinde. Auch der Bediente, der Betsy wenig später zu ihrem Domizil geleiten wird, hat für ihre Bekundungen der Bewunderung, wie schön es doch auf der Insel sei, nur ein enigmatisches „If you say so“ übrig. Die Lebensverneinung, die sich als Folge der Abstammung der Eingeborenen von afrikanischen Sklaven immer noch in ihrem Denken und Fühlen hält, äußert sich zu Betsys Überraschung auch darin, daß Geburten – eingedenk all der Beschwerlichkeiten, die den neuen Erdenbürger wohl erwarten – beweint werden.

Die Ambivalenz, in dem augenscheinlich Schönen nur das Zeugnis roh waltender Naturkräfte, die mit dem Einzelleben verschwenderisch und gedankenlos umgehen, zu sehen, überträgt sich in „I Walked with a Zombie“ auf jeden Aspekt der Schönheit. So muß Betsy nach und nach erfahren, daß es Jessicas Schönheit war, die Wesleys Leidenschaft auf seine Schwägerin lenkte, und daß die Ehefrau trotz ihres engelsgleichen Aussehens zur Untreue neigte. Doch nicht nur für das Schöne gilt, daß es von Ambivalenz bestimmt ist, sondern auch für das, was man gemeinhin für das Wahre ansieht – namentlich die Wissenschaft. Mrs. Rand mag sich des Aberglaubens der Eingeborenen bedienen, um diesen, quasi subkutan, die Segnungen der Wissenschaft nahezubringen, aber insgeheim hat sie sich dabei schon längst mit dem Aberglauben infiziert, wie ihr Entschluß beweist, ihre Schwiegertochter zum Schutze ihrer Söhne mit einem Voodoofluch zu belegen. Allerdings scheint auch die Religion keinerlei Sicherheit mehr zu bieten, vielmehr dem gleichen Zweifel unterzogen zu werden, wie es sich die arrogante Wissenschaft gefallen lassen muß, die anfangs noch dachte, die religiösen Kulte instrumentalisieren zu können. Daß der Film keinerlei Anhaltspunkte dafür bietet, die Voodoorituale eindeutig als leeren Aberglauben oder aber als machtvollen Zauber anzusehen, ist sicher ein Faktor seiner nachhaltigen Wirkung. Doch auch das Christentum entgeht dem Generalzweifel nicht: Am Eingang zur Plantage steht eine alte Galionsfigur, die den Heiligen Sebastian darstellt, wie man ihn eben kennt – von Pfeilen durchbohrt. Der Zuständigkeitsbereich dieses Heiligen ist zwar einigermaßen komplex, doch wird er auch als Schutzheiliger gegen die Pest und andere ansteckende Krankheiten angesehen; im Falle Jessica Hollands scheint sein hölzernes Ebenbild allerdings wirkungslos geblieben zu sein, wurde sie doch Opfer eines Fiebers (oder eben eines Fluches). Wesleys Verzweiflungstat, nämlich Jessica mit einem Pfeil, dem er aus dem Heiligenbild gezogen hat, zu töten, um sie vor den Nachstellungen durch die Voodoojünger zu bewahren, scheint dann schon wieder eher im Sinne einer Heilung zu geschehen, denn wenn Jessica auch stirbt, so ist sie immerhin kein „Zombie“ mehr, und gemäß christlicher Anschauung liegt im Tod ja das ewige Leben. Dieser Interpretation entsprechen denn auch die Schlußworte, in denen um Vergebung für die beiden Sünder – Jessica und Wesley – gebeten wird. Paradoxerweise wurde Jessica allerdings durch einen Pfeil getötet, und dieser läßt sich leicht dem Gott Apollon zuordnen, der nicht nur heilen, sondern auch – der Heilige Sebastian möge es verzeihen – mit seinen Pfeilen die Pest ins Land schießen konnte. Der Pfeil als Mittel der Heilung wirkt also seinerseits wieder höchst ambivalent.

Einigen mag ich es mit Sicherheit schon zu weit getrieben haben, und ich hatte auch beim Schreiben dieses Textes anfangs keine Ahnung, wo das alles hinführen sollte, aber eines ist wohl klar: „I Walked with a Zombie“ zieht seinen Horror aus den Widersprüchen zwischen Schein und Sein, zwischen einer kulturell bedingten, teilweise ästhetisierten Wahrnehmung der Natur und der Amoralität der Natur selbst, d.h. zwischen (wahrgenommen) fliegenden, aber gleichzeitig fliehenden Fischen, um wieder an den Anfang zurückzukehren. So sind denn auch die Bilder der beiden durch ein nächtliches Zuckerrohrfeld schleichenden Frauen gleichermaßen schön wie bedrohlich, ohne allerdings eindeutig zu einer Seite hin auszuschlagen. Dies macht „I Walked with a Zombie“ zu einem sehr subtilen, ästhetisch gelungenen, aber gleichwohl beunruhigenden Film, der allerdings nichts mit anderen Filmen, die das verheißungsvolle Wort „Zombie“ im Titel tragen, gemein hat. Ich kann diesen Film jedem Freund subtilen Grusels nur ans Herz legen.

Die DVD verfügt neben der deutschen Synchronisation auch noch über das englische Original, jedoch nicht über englische Untertitel. Bild- und Tonqualität sind im ganzen akzeptabel.
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am 6. September 2012
Zum Inhalt wurde bereits von Ray eine wie ich finde gute Rezension verfasst; für die eher technische Seite fehlt dies noch.

Vorweg: Auch ich halte diesen Film für einen der besten s/w Gruselfilme der 40er; er dürfte von allen Zombiefilmen vor 1960 der beste und vor allem atmosphärischste sein, auch der Grad an Innovation ist sehr hoch: Sei es die Idee mit dem großen schwarzen Dienerzombie, der nachts die Wege zum Voodoo-Platz bewacht und sonstige Dienste des nachts verrichtet, die original anmutenden Gesänge und Tänze, das Tropenflair oder die Idee mit den Liedern über die unglückliche Familie.
Inhaltlich kann ich nur kritisieren, dass die Auflösung sehr schnell daher kommt und man den beiden Brüdern und der Mutter, aber auch dem Voodoo Kult etwas mehr Laufzeit hätte gönnen können, damit das Drama noch tiefgründiger und die Figuren besser charakterisiert werden können.

Die DVD ist wie erhofft meinem alten TV Mitschnitt überlegen, aber dennoch nicht perfekt.Das Bild ist die meiste Zeit relativ scharf, allerdings leidet gerade der Anfang unter stärkerem Rauschen und es kommt zu Beginn auch zu einzelnen Überstrahlungen. Die meiste Zeit hält sich Hintergrundrauschen zurück-es gibt aber immer wieder Szenen wo es sich stärker bemerkbar macht. Zeitweise ist viel Filmkorn zu sehen, dann wieder deutlich weniger-in Verbindung mit dem Rauschen könnte dies auf Filtereinsatz vermuten lassen. Die Kompression ist sicher ebenfalls nicht optimal gewählt. Entgegen meiner Hoffnung hat man nur eine DVD 5 gewählt, die nicht mal ganz ausgenutzt wurde-die DVD misst gerade einmal 3,88 GB.Ich wage die These aufzustellen, dass mehr möglich gewesen wäre.

Extras gibt es keine, nur 3 Werbetrailer, auch von dieser Warte her eher enttäuschend. Neben der ordentlichen deutschen Synchro (es ist eine etwas günstigere-das hört man; dennoch gut gemacht) gibt es englischen O-Ton und deutsche Untertitel; beides war mir obwohl ich die deutsche Synchro bevorzuge wichtig.

Insgesamt bin ich mit der DVD zufrieden; der Preis von ca 9 Euro (so viel habe ich gezahlt) ist auch nicht sonderlich hoch. Allerdings ist auch noch reichlich Platz nach oben was die Qualität angeht.Ich vergebe wegen den aufgezählten Schwächen 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde und gebe trotz allem eine klare Kaufempfehlung für Freunde alter Grusel- und schwarz-weiß Filme.
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am 30. Oktober 2016
"Ich folgte einem Zombie" war der zweite von Val Lewton produzierte Horrorfilm, 1943 gleich nach "Katzenmenschen", wieder mit Jacques Tourneur als Regisseur.

Wie fast alles was Lewton produziert hat, lebt der Film von seiner Stimmung. Die Handlung ist eher zweitrangig. Ja, "Ich folgte einem Zombie" ist ein sehr ruhiger Film, ohne jegliche Horror-typische Sequenzen. Die Idee dahinter war, die Story so glaubwuerdig wie moeglich zu erzaehlen, ohne Uebersinnliches zu zeigen. also nicht klar zu machen, ob nun etwas uebersinnliches geschehen ist oder nicht. So bleibt dem Zuschauer Raum zum Nachdenken. Dies zeichnet uebrigens alle Lewton Filme aus. Sie sind einfach so anders als alles andere. "Ich folgte einem Zombie" spielt mit Uraengsten, beispielsweise in den Szenen in denen jemand dir unaufhaltsam naeherkommt. Sowas gibt es auch in Alptraeumen. Der "Zombie" hier entstammt der alten Welt, de, Voodoo. Hat also nichts mit dem zu tun, was dann spaetestens in den 70ern unter "Zombie" verstanden wurde (Leute in Jeans die warum auch immer andere Menschen essen wollen, die demnach also nicht ganz tot sein koennen, da das Hungergefuehl und die Verdauung scheinbar noch sehr gut funktionieren - gruselig ist da nicht so sehr, find ich). Na, und dann natuerlich ist es bemerkenswert, wie dieser Film inszeniert ist, das Licht und Schattenspiel ist auf einem Level ueber so vielem anderen. Wie gesagt, obwohl eigentlich nicht viel passiert, bannt dich der Film von der ersten Minute an. Ganz einfach weil die Atmosphaere sofort auf den Zuschauer ueberspringt. Erwartet also keinen "ueblichen" Horror - keine Monster, keine Schocks, nichts kitschiges. Taucht einfach fuer eine gute Stunde in diese Welt ein, ist ein gutes Gefuehl!

Der Film ist neben "Katzenmenschen" und "Der Leichendieb" eine der wenigen Val Lewton Produktionen, die auch in Deutschland gezeigt wurden, zunaechst im Fernsehen, damals in den dritten Programmen 'rauf und 'runter, und auch auf DVD. Die Bildqualitaet dieses Films ist recht gut, allerdings gibt es ein paar stark beschaedigte Passagen, die moeglicherweise nicht mehr zu retten sind. Alles in allem ist der Gesamteindruck aber ok. Empfehlenswert nicht nur fuer Freunde klassischer Horrorfilme.
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am 27. Oktober 2013
Der Regiesseur hat mit diesem Film einen Klassiker geschaffen, der trotz der Ausstattung noch immer erstaunlich frisch wirkt. Bild
und Ton sind leider nicht durchgehend zufriedenstellend, aber schließlich stammt das Werk aus den 40er Jahren. Bonusmaterial könnte
noch geliefert werden. Schwächen hat der Film an den Stellen, wo er in den Rosamunde Pilcher Bereich geht. Sonst aber wird ein wirk-
licher Spannungsbogen aufgebaut, und es gibt wieder und wieder überraschende Wendungen.
Die Protagonistin wirkt durchgehend sympathisch, was zum großen Teil auch ein Verdienst der 'bezaubernden' Hauptdarstellerin ist.
Auch die Charaktere, die Fehler gemacht haben oder Schuld auf sich geladen haben, werden so eingehend charakterisiert, dass der
Zuschauer ihre Motivationen zumindest verstehen kann. Von der Stimmung her schwankt der Film zwischen sachlich und bedrohlich, er hat
aber auch Elemente, die ihn für ein Publikum empfehlenswert macht, das Hitchcocks Rebecca mag. Hier bleiben zum Glück die Zombies
im Hintergrund, ein paar angemessene Schocks gibt es aber doch.
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am 19. Juli 2015
Betsy (Frances Dee) arbeitet als Krankenschwester in Kanada, als sie das Angebot erhält, in der Karibik auf einem herrschaftlichen Gut zu arbeiten. So verschlägt es sie auf das Anwesen der Halbbrüder Holland, ihrer Zeichens Zuckerrohrfabrikanten. Zunächst ist sie fasziniert von der exotischen Umgebung, doch die Patientin, um die sie sich kümmern muss, ist sehr ungewöhnlich. Die Frau namens Jessica (Christine Gordon) spricht nicht, verhält sich apathisch und Betsy trifft sie erstmals nachts in einem verlassenen, turmhohen Teil des Anwesens. Jessica ist die Frau von Paul (Tom Conway), dem älteren der beiden Brüder. Dieser wiederum ist englischer Abstammung und entsprechend auf Tradition und Etikette bedacht. Sein jüngerer Halbbruder Wesley (James Ellison), der in Amerika aufwuchs, ist eher aufgeschlossen, und das gilt auch hinsichtlich des Alkoholkonsums. Mit der Zeit erfährt Betsy einiges über den Fluch, der scheinbar auf Jessica lastet und warum Mrs. Rand (Edith Barrett), die Mutter der beiden Hausherren, anderswo auf der Insel wohnt. Gleichzeitig beschäftigt sie, was mit Jessica los ist. Sie beschliesst, dass man versuchen soll, sie davon zu heilen. Betsy hat aber Hintergedanken, denn sie ist in Paul verleibt und will ihn nicht unglücklich sehen. Deshalb ist sie eines Nachts dabei, als man versucht, mit einem geheimnisvollen Voodoo-Ritual Jessica von ihren „Leiden“ zu befreien.
Wer die Film-Noir-Arbeiten von Jacques Tourneur wenigstens teilweise kennt, kann abschätzen, dass „I Walked with a Zombie“ (RKO Radio Pictures, 1943) eher geheimnisvoll als blutrünstig ist. Im vorliegenden Film erstaunt überdies, dass es hier vor allem die weibliche Rollen sind, die das Geschehen der Geschichte bestimmen. Um das noch etwas plausibler zu machen, wird die Perspektive der Ich-Erzählerin verwendet, was sicher hinsichtlich der angestrebten Glaubwürdigkeit hilfreich ist. Viel mehr über den Film zu verraten, wäre schade. Ausser vielleicht, dass der Film auch für ein Publikum sehenswert ist, das sonst nicht viel mit Zombie-Filmen anfangen kann.
Um den Inhalt der DVD insgesamt braucht man kein grosses Geheimnis zu machen, denn der ist, wie fast immer bei der „Arthaus Retrospektive“, mager. Zu sehen ist der 65 Minuten lange Film, bei dem das RKO-Logo fehlt. Die Tonspuren auf Deutsch und Englisch sind beide in Mono und passabel. Weitere Tonspuren stehen nicht zur Auswahl und Untertitel gibt es nur durchgehend auf Deutsch (optional). Das schwarz-weisse Bild im Format 4:3 ist zwar brauchbar, aber frei von Abnützungserscheinungen. Hintergrundinformationen gibt es keine und das Zusatzmaterial besteht nur aus etwas Programmvorschau. Letztlich eine zu lieblose Edition für einen Film, der durchaus einen namhaften Stellenwert in der Kinogeschichte einnimmt. Das reicht knapp für drei von fünf Gartenstatuen und einen sehr eindringlichen Blick in die Landschaft.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. Juli 2012
Die kanadische Krankenschwester Betsy Connell tritt eine neue Anstellung an, ihr Arbeitsplatz ist allerdings die westindische Insel Sankt Sebastian. Dort soll Betsy die schwerkranke Frau des Plantagenbesitzers Paul Holland (Tom Conway) pflegen.
Die Insel wird von einer kleinen weißen Gemeinde und von Nachfahren afrikanischer Sklaven bewohnt.
Auf der Überfahrt lernt sie ihren neuen Arbeitgeber kennen, der einen sehr nachdenklichen, ja beinahe depressiven Eindruck auf Betsy macht.
Am Eingang zur Plantage befindet sich eine geheimnisvolle Statue, die den Heiligen Sebastian durchbohrt von Pfeilen darstellt.
Am ersten Abend auf Fort Holland lernt die engagierte Krankenschwester auch Wesley Rand (James Ellison), den jüngeren Halbbruder von Paul Holland kennen.
Dieser ist eher das Gegenteil seines stillen Bruders, Wesley wirkt sehr extrovertiert, arbeitet für seinen Bruder und hat ein Alkoholproblem.
In der ersten Nacht hört sie das Weinen der Hausherrin und versucht der Sache nachzugehen. Tatsächlich trifft sie auf den Gängen des Hauses Jessica Holland (Christine Gordon), die in ihrem weißen Gewand und starren leblosen Augen nachtwandelt.
Schockiert vom Zustand der Frau schreit Betsy und weckt den Rest des Haushalts.
Am nächsten Morgen trifft die inzwischen wieder gefasste Betsy Jessicas Arzt, der ihr von einem seltsamen tropischen Fieber erzählt, die Jessicas Rückenmark irreparabel schädigtee und sie seither völlig willenlos in einer Art Trancezustand belässt.
Von den Einheimischen erfährt sie über den dort praktizierten Voodoozauber, nachdem der von Betsy durchgeführte Insulinschock keine Besserung brachte.
Inzwischen hat sich Betsy auch in den stillen Arbeitgeber verliebt...
"Ich folgte einem Zombie" ist ein 1943 enstandener Horrorfilm des Regisseurs Jacques Tourneur, der bereits ein Jahr vorher mit "Cat People" einen Riesenerfolg feiern konnte.
Beide Filme wurden von Val Lewton produziert, der von der RKO als Leiter der Horrorfilmabteilung auserkoren wurde. Man wollte mit diesen Filmen einen ähnlichen Erfolg in diesem Genre einfahren, wie es der Universal Jahre zuvor schon gelang.
Die Filme sollten so günstig wie möglich produziert werden und ein Maximum an Profit erwirtschaften. Es gab keinerlei künstlerische Vorschriften, so dass es dem Gespann Lewton und Tourneur gelang zwei der schönsten Horrorfilme aller Zeiten zu schaffen, die einen ganzen Zyklus von weiteren RKO Horrorfilmen hervorbrachte, darunter "Der Leichendieb" oder "Die Todesinsel".
Das Drehbuch schrieb Curt Siodmak gemeinsam mit Ardel Fray. Mit einer Laufzeit von 68 Minuten ist der betörend schöne Horrorklassiker zwar viel sehr kurz, dafür aber durch seine wunderschönen geisterhaften Bildkompositionen eine extrem atmosphärische Dichte aufweist, die nur selten in diesem Genre in dieser Genialität erreicht wurde.
Von Beginn an ist der Film von einer düsteren, schicksalhaften Stimmung geprägt, die seine Figuren einfach in dieser destruktiven Dynamik treiben lässt. Dabei verzichtet der Film völlig auf reisserische Szenen, sondern der Horror ist ständig präsent, aber sehr subtil und fast poetisch.
Für mich einer der besten Horrorfilme aller Zeiten. Endlich erscheint der Film auf einer deutschsprachigen DVD. Die Veröffentlichung dieses großartigen Klassikers ist längst überfällig, ein Glück gibt es die Arthaus Retrospektive.
Da hätte ich noch einige Vorschläge für die Zukunft: "Die Wendeltreppe" von Siodmak, "Die kleinen Füchse" von William Wyler oder "Der Fluch der Dämonen" - ebenfalls wie "Ich folgte einem Zombie" ein Klassiker von Altmeister Tourneur.
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. November 2012
Vielleicht nur ein Zufall, dass der einzige James-Bond-Film, der sich mit Voodoo beschäftigt, diesen Titel hat. Wie dem auch sei, der vorliegende Film bietet mehr als faulen Zauber. Der Zombie als lebender Toter, das Unerlöstsein des Nicht-Sterben-Könnens, darum geht es. Krankenschwester Betsy (Frances Dee) bekommt eine Stellung auf den West Indies, um die kranke Jessica zu pflegen. Jessica ist aber nicht krank, sondern tot, eben der titelgebende Zombie. Sie ist die Frau des Plantagenbesitzers Holland (Tom Conway), aber allmählich kommt heraus, dass sie wohl mit dessen Halbbruder Rand (James Ellison) durchbrennen wollte. Betsy hat sich unterdessen in Holland verliebt, ist aber reinen Herzens und gedenkt gerade aus Liebe Holland zu helfen und ihm seine Frau zurückzugeben. Um Jessica zu heilen, lässt Betsy sich sogar auf den Voodoo-Kult ein...

Scharlatanerie oder nicht, und was hat die Mutter von Rand mit alldem zu tun? Wichtige, spannende Fragen, über deren Beantwortung nicht allzu viel verraten sei. Ein wenig hat der Film, gemessen an seinem Ruf, enttäuscht. Sicherlich, er ist eine betörend morbid-schöne Komposition von Licht und Dunkelheit in jeglichem Sinne, in der sich Stilmittel des Film Noir mit denjenigen des Horrorfilmes mischen. Indes erscheint mir die optische und vor allem akustische Montage etwas weniger ausgeklügelt als bei Vergleichsfilmen des Produzenten Val Lewton: Katzenmenschen, The 7th Victim, Der Leichendieb. Auch das Drehbuch rangiert unterhalb des vielschichtigeren Textes von "The 7th Victim". Interessant ist sicherlich die Gegenübersetzung der ungleichen Halbbrüder, wobei der düstere Realist Holland in allem vermeintlich Schönen das Hässliche und Gewalttätige sieht ("die See glitzert nur wegen der Millionen toter Fische") und Rand das Bruderzwist-Unglück im Alkohol ertränken will. Letztlich aber verschenkt das Script die literarischen Anspielungen, die "The 7th Victim" so brillant ausführt. "He's strong and silent and very sad, quite the Byronic character", so Rand über Holland in Anspielung auf den auch in "The 7th Victim" vorkommenden Lord Byron. Und: "He uses his words like other men use their fists." Doch davon spüren wir trotz gewisser Ansätze des wie immer distinguierten Tom Conway recht wenig. Die Abgründe, die zu zeigen der Film das Potenzial gehabt hätte, werden schließlich zugeschüttet. Das hat immer noch jede Menge Stil und Atomsphäre, aber ist am Ende doch allzu explizit und deutlich in einem "Alles-ist-nun-in-der-rechten-Ordnung"-Sinne. Die Toten sind tot und die Lebenden können leben, und auch liebesmäßig steht niemand niemandem mehr im Wege. Leben und sterben lassen zum Zwecke des konventionellen Happy Ends - schade!

Ich rezensiere auf der Basis der englischsprachigen DVD als Teil der Val Lewton Collection, die eine gute Qualität und englische Untertitel hat; über die Qualität der Arthouse-Version kann ich nichts sagen. Wer nicht unbedingt deutschen Ton benötigt und es nicht bei einem Film belassen mag, sollte aber auf jeden Fall zu der Kollektion greifen, die noch weitere acht Filme und zwei Dokumentationen bietet; oftmals über Marketplace zu einem vernünftigen Preis. Man braucht dann einen codefreien oder einen US-DVD-Player, bekommt aber gute Qualität, viele Extras und u.a. die oben erwähnten Vergleichsfilme, die meines Erachtens noch besser sind.
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am 29. August 2015
Für Fans von Jacques Tourneur ein Muss, typisch für den Regisseur und die Zeit. Absolut eindrucksvolle Bilder , schwarz-weiss Ästhetik vom Feinsten.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. Februar 2012
Die kanadische Krankenschwester Betsy Connell tritt eine neue Anstellung an, ihr Arbeitsplatz ist allerdings die westindische Insel Sankt Sebastian. Dort soll Betsy die schwerkranke Frau des Plantagenbesitzers Paul Holland (Tom Conway) pflegen.
Die Insel wird von einer kleinen weißen Gemeinde und von Nachfahren afrikanischer Sklaven bewohnt.
Auf der Überfahrt lernt sie ihren neuen Arbeitgeber kennen, der einen sehr nachdenklichen, ja beinahe depressiven Eindruck auf Betsy macht.
Am Eingang zur Plantage befindet sich eine geheimnisvolle Statue, die den Heiligen Sebastian durchbohrt von Pfeilen darstellt.
Am ersten Abend auf Fort Holland lernt die engagierte Krankenschwester auch Wesley Rand (James Ellison), den jüngeren Halbbruder von Paul Holland kennen.
Dieser ist eher das Gegenteil seines stillen Bruders, Wesley wirkt sehr extrovertiert, arbeitet für seinen Bruder und hat ein Alkoholproblem.
In der ersten Nacht hört sie das Weinen der Hausherrin und versucht der Sache nachzugehen. Tatsächlich trifft sie auf den Gängen des Hauses Jessica Holland (Christine Gordon), die in ihrem weißen Gewand und starren leblosen Augen nachtwandelt.
Schockiert vom Zustand der Frau schreit Betsy und weckt den Rest des Haushalts.
Am nächsten Morgen trifft die inzwischen wieder gefasste Betsy Jessicas Arzt, der ihr von einem seltsamen tropischen Fieber erzählt, die Jessicas Rückenmark irreparabel schädigtee und sie seither völlig willenlos in einer Art Trancezustand belässt.
Von den Einheimischen erfährt sie über den dort praktizierten Voodoozauber, nachdem der von Betsy durchgeführte Insulinschock keine Besserung brachte.
Inzwischen hat sich Betsy auch in den stillen Arbeitgeber verliebt...
"Ich folgte einem Zombie" ist ein 1943 enstandener Horrorfilm des Regisseurs Jacques Tourneur, der bereits ein Jahr vorher mit "Cat People" einen Riesenerfolg feiern konnte.
Beide Filme wurden von Val Lewton produziert, der von der RKO als Leiter der Horrorfilmabteilung auserkoren wurde. Man wollte mit diesen Filmen einen ähnlichen Erfolg in diesem Genre einfahren, wie es der Universal Jahre zuvor schon gelang.
Die Filme sollten so günstig wie möglich produziert werden und ein Maximum an Profit erwirtschaften. Es gab keinerlei künstlerische Vorschriften, so dass es dem Gespann Lewton und Tourneur gelang zwei der schönsten Horrorfilme aller Zeiten zu schaffen, die einen ganzen Zyklus von weiteren RKO Horrorfilmen hervorbrachte, darunter "Der Leichendieb" oder "Die Todesinsel".
Das Drehbuch schrieb Curt Siodmak gemeinsam mit Ardel Fray. Mit einer Laufzeit von 68 Minuten ist der betörend schöne Horrorklassiker zwar viel sehr kurz, dafür aber durch seine wunderschönen geisterhaften Bildkompositionen eine extrem atmosphärische Dichte aufweist, die nur selten in diesem Genre in dieser Genialität erreicht wurde.
Von Beginn an ist der Film von einer düsteren, schicksalhaften Stimmung geprägt, die seine Figuren einfach in dieser destruktiven Dynamik treiben lässt. Dabei verzichtet der Film völlig auf reisserische Szenen, sondern der Horror ist ständig präsent, aber sehr subtil und fast poetisch.
Für mich einer der besten Horrorfilme aller Zeiten. Schade, dass dieser Fiim immer noch nicht auf einer deutschsprachigen DVD erschienen ist. Die Veröffentlichung dieses großartigen Klassikers ist längst überfällig.
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am 4. Juli 2013
Ein grandioses Filmwerk schw./weiß bringt dieser Klassiker die beklemmende Atmosphäre zum Ausdruck.
Eine Frau schwerkrank, eine Krankenschwester/Pflegerin, die hinter diese Krankheit kommt und feststellt,
dass diese von den Beteiligten zum Teil gewollt wurde. Woodoo Kult vom Feinsten.
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